Freitag, 30. September 2011

Der Habicht-Stoppelpilz oder die Einheit des Waldes

Heute habe ich bei wunderschönem Wetter eine lange Waldwanderung unternommen. Ich wunderte mich über die Vielfalt der Pilze die ich fand obwohl das Wetter ja nicht gerade feucht war in den letzten Wochen. In einem Fichtendickicht entdeckte ich den selten vorkommenden Habicht-Stoppelpilz. Ich hatte leider keine Kamera dabei. Nicht weit von diesem Pilz der auch Rehpilz genannt wird fand ich den Hexenbutter einen "wandernden Schleimpilz". Im Fichtenwald lag der Geruch von Stinkmorscheln in der Luft. An gebrochenen Bäumen entdeckte ich jede Menge Porlinge. Über und über war dieser Fichtenwald mit Flechten bewachsen die sich ja recht gut mit Pilzen verstehen und eine Gemeinschaft bilden. Der Wald braucht eben die Pilze zum wachsen als auch zum Verwesen. Er braucht die Flechten und vor allen Dingen die Moose die hier auch stark wucherten, sie halten den Wald feucht und schaffen daher die Voraussetzungen zum Leben von Pilzen und Bakterien. Gerade bei den Pilzen erkennen wir was der Wald ist eine große brüderliche Einheit.
hukwa

Natur als Quelle der Weisheit

Wer sich regelmäßig und oft in der Natur aufhält spürt in sich einen Abstand zu Staat und Gesellschaft. Ja, ich glaube das man ein System besser durchschauen kann wenn man den nötigen Abstand hat. Denn nur durch solchen Abstand kann auch das tiefe Denken beginnen. Denn Philosophie ist "wenn man trotzdem denkt" schrieb Otto Marquard einmal. Meiner Meinung nach werden die meisten Menschen "gedenkt". Ich meine damit ihr Denken ist gar nicht ihr denken sondern es ist absolut beeinflußt von den Medien. In der Einsamkeit der Wälder denkt man anders. Man lernt mit der Natur zu denken. Für den Naturphilosophen ist Philosophie nicht die Lehre von Denksystemen z.b. Sophielogie, also "Weisheitswissenschaft" sondern es geht um das philosophieren als praktische Tätigkeit, denn- und dies ist besonders wichtig: Nicht die Lehre ist das Eigentliche sondern die Lebenspraxis. In der Natur müssen wir uns mit uns selbst beschäftigen sie die große Allmutter Natur führt uns zur Quelle der Weisheit und kein akademisches Denksystem.
hukwa

Donnerstag, 29. September 2011

Was eine Biene mir erzählte

Gestern habe ich mit dem schneiden von Weiden für ein Kinderspielplatzprojekt begonnen. Als Material wählte ich dafür Ohrweiden, eine Weideart die im Pfälzerwald oft anzutreffen ist. Während dieser Arbeit machte ich mir Gedanken über den Zusammenbau der Weidehütten. Warum immer Weidetipis? Eine kleine Biene umflog mich immer wieder während der Arbeit. Also hielt ich kurz inne und fragte mich was diese Wildbiene wohl von mir wolle? Ich hatte plötzlich das Gefühl sie sage zu mir: Bau doch einen großen Bienenkorb! ich dachte warum nicht, eine Kinderspielhütte in Form eines Bienenhauses das ist doch etwas! Für Joseph Beuys stellte die Biene- der Bienenkorb ein Wärmeprinzip da, für mich auch. So ist für mich der Bienenkorb ein Symbol der Wärme in einer immer kälter werdenden Gesellschaft. Ich glaube auch dies wollte mir die kleine Biene erzählen. Während des Aufenthaltes in der Natur findet man immer wieder Antworten auf Fragen die sich allein durch den Intellekt und kritisches Denken nicht lösen lassen.
hukwa

Dienstag, 27. September 2011

Gedanken beim Eichelsammeln

Die Eicheln der Roteiche fallen schon. Die Zerreichen halten sich noch zurück. Ich konnte in den letzten Jahren beobachten dass diese erst nach einer Frostnacht ihre Frucht abwerfen. Zerreicheln sind auch wesentlich kleiner als Roteicheln. Nur jedes achte Jahr kommt es zur Eichelmast, also zu einem Massenfall von Eicheln. Dies ist keine Laune der Natur sondern reine Überlebensstrategie der Eichbäume. Jedes Jahr ist es für mich immer wieder etwas erhabenes unter einem Eichbaum zu sitzen und die ersten Eicheln in den Händen zu halten. Aus einem kleinen Samenwesen wird irgendwann einmal ein großer mächtiger Baum. Es muss also eine besondere vitale Lebenskraft in den Eicheln wirken. Sich darüber Gedanken zu machen, also über das naturwissenschaftliche hinaus, das ist wahre Spiritualität. Wir suchen immer nach den großen Dingen aber die Göttlichkeit spiegelt sich in den kleinen Dingen der Natur besonders ausgeprägt.
hukwa

Montag, 26. September 2011

Eisenhüttenmuseum der Gemeinde Trippstadt

Sonderausstellung zum Thema Köhlerei

Eine kleine Sonderausstellung mit Textmaterialien und Bilddokumenten zum Thema Waldköhlerei kann man zurzeit im Trippstadter Eisenhüttenmuseum besichtigen.

Aus einer Fülle bisher weit verstreut vorliegendem Quellenmaterial zu diesem Thema, hat Hans Wagner aus Trippstadt das wichtigste zusammengetragen. Die ausgestellten Informationen behandeln das Thema Köhlerei für heimatgeschichtlich interessierte Bürger und Gäste. Dabei werden nicht nur die historischen und technischen Zusammenhänge beleuchtet, sondern auch die Anwendung von Holzkohle in der Naturheilkunde. Zusätzlich wird viel Interessantes aus dem harten und kargen Leben der „Schwarzen Männer“ berichtet.

Mit der Ausstellung „Waldköhlerei“ beginnt eine Ausstellungsreihe über vergessene Waldberufe.

Das Eisenhüttenmuseum befindet sich im Gebäude der Tourist Information Trippstadt.

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag, 8.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 16.00 Uhr.

Samstag von 10.00 bis 12.00 Uhr (Ostern bis Oktober)

Tourist Information Trippstadt, Hauptstraße 26, 67705 Trippstadt

Telefon: 06306-341, Fax: 06306-1529, E-Mail: info@trippstadt.de

www.trippstadt.de

Sonntag, 25. September 2011

Unter einer alten Eiche

Als ich heute Eicheln sammeln war ruhte ich noch ein wenig unter meiner alten Eiche aus. mir gingen die Worte von Hermann Hesse durch den Kopf der einmal schrieb: "Bäume sind für mich die eindringlichsten Prediger gewesen. Ich verehre sie, wenn sie in Völkern und Familien leben, in Wäldern und Hainen. Und noch mehr verehre ich sie , wenn sie einzeln stehen..." und ich dachte das war wohl mein Sonntagsgottesdienst!
hukwa

Vom Sehen in der Natur

In diesem wunderschönen Altweibersommer genieße ich jeden Sonnenaufgang. Wenn ich nicht gerade in den Wäldern unterwegs bin beobachte ich jeden Aufgang der Sonne von meiner Gartenveranda aus. Es ist ein erhabener Anblick mit anzuschauen wie ihre Strahlen die mächtigen Fichtenbäume am Waldrand in ein goldenes Licht tauchen. Kurz nach sieben Uhr tauchen dann Scharen von Krähen auf. Sie haben ihre Schlafbäume im Wald verlassen und suchen nun die umliegenden Felder auf. Ihr plötzliches Auftauchen ist jeden Morgen wieder ein mystisches Naturerlebniss für mich. Man kann sich der Natur nicht bemächtigen und man kann sie auch nicht mit den Werkzeugen der Naturwissenschaften durchdringen, sie gibt uns immer neue Rätsel auf. Natur muss man "Sehen" auf eine mystische Art erschauen dann enthüllt sie uns ihre Geheimnisse. Will man Natur beschreiben, dann muss man lernen ihre Lebenskraft wahrzunehmen, ihr innerstes Lebensprinzip zu erfassen. Man muss mit ihr in Kommunikation treten, das ist wahres Schauen in der Natur.
hukwa

Freitag, 23. September 2011

Das Ei des Dompfaffs

Was sind die wahren Reichtümer? Nicht jene nach der die Masse sich sehnt, es sind die wunderbaren Offenbarungen die uns Mutter Natur schenkt. Was ist ein neues Auto gegen das Ei des Dompfaffs in seinem kunstvoll geflochtenen Nest? Gegen eine Vollmondnacht in den Wäldern? Wer sich diesen wundervollen Erscheinungen nicht mehr hingeben kann dessen Leben hat kein Sein. Glaubt mir ich meine es ehrlich wenn ich sage: Ich würde nie das Ei des Dompfaffs gegen einen nagelneuen Mercedes eintauschen.
hukwa

Donnerstag, 22. September 2011

Neues Pfalzbuch erschienen mit einem Beitrag von mir

Im Wieserverlag (www.wieser-verlag.com) Klagenfurt ist das neue Buch "Mit Weck Worscht und Woi" erschienen mit dem Beitrag "Blondel der treue Sänger" von mir.
hukwa

Indian Summer

Heute haben wir wieder einen wunderschönen Frühherbsttag. Ein echter Indian Summer Tag. Die kleinen Taubenschwänzchen fliegen und im Wald hängen schwer die schwarzen Früchte des Holunders. Am frühen Morgen bewundere ich die abertausende silbernen Spinnweben an den Sträuchern und Bäumen. Man muss sich von den inspiriativen Wirkungen der Natur verzaubern lassen können an solchen wundervollen Schöpfungstagen. Manchmal entdecke ich im gelgrünen Laubwerk des Holunders einen roten Fleck es ist der Dompfaff der hier vergnügt umherhüpft. Bei der alten traubeneiche am Kußweg beobachte ich einige Zeit den Eichelhäher dessen Gefieder im Blattwerk aufblitzt als sei er mit Diamanten bestückt. Alles was ich in den Wäldern erkenne ist Teil eines wunderschönen Schöpfungsgedichtes.
hukwa

Mittwoch, 21. September 2011

Natur als Selbst und Daseinserkenntnis

Meine Lehrerin war immer die Natur. Durch die Naturerkenntnis habe ich mich selbst erkannt und gefunden. Die Natur hat sich mir als Sprache erwiesen die mir eine höhere Wirklichkeit offenbarte. So ist mir Naturerkenntnis gleich Selbsterkenntnis und Daseinserkenntnis.
hukwa

Dienstag, 20. September 2011

Vom Selbst

Nur wenn die ordnende Kraft des höheren Selbst wirksam wird, haben wir einen Anteil am Sein, das heißt an der vollkommenen Wirklichkeit und somit am Reich absoluter Werte. Selbstsuche ist damit die Umkehr vom Schein zum Sein.
hukwa

Montag, 19. September 2011

Gedanken unter einer alten Fichte

Bei meinem heutigen Waldspaziergang saß ich einige Zeit unter einer mächtigen Fichte, einer alten Bekannten von mir, wir sehen uns fast täglich. es war ein wunderschöner grauer, mystischer Frühherbsttag und der Wald roch nach Harz und Pilzen. Ich zog das Waldenbuch von Thoreau aus meiner Jackentasche und schlug es beliebig auf. Die Stelle die ich aufschlug enthielt folgende Notiz:
"Ich zog in den Wald, weil ich den Wunsch hatte bewusst zu leben, nur den wesentlichen Tatsachen des Lebens ins Gesicht schauen, ob ich nicht lernen könnte, was es zu lehren hätte, damit ich nicht, wenn es ans Sterben ginge, entdecken müsste das ich nicht gelebt hätte."
Ein wunderbarer Satz finde ich. Genau das ist es was ich unter Bewusstheit verstehe. es sind nicht die großen Dinge die ein Leben erhaben machen, es ist das Unscheinbare man muss es nur zu finden wissen.
hukwa

Sonntag, 18. September 2011

Waldsee bei Trippstadt

Du bist das Auge der Erde
wenn ich bei dir verweile
in deine grünschwarze Tiefen schaue
erkenne ich die Tiefen meiner eigenen Natur
die Bäume die deine Ufer säumen
deren Wurzeln von deinen Wassern saugen
sind deine Wimpern
das Leben in dir verkündest du mir
durch deine Wellen und Kreise
in denen sich die Linien urhafter Schönheit spiegeln.
hukwa

Samstag, 17. September 2011

Über meine Wurzeln

Mich allein mit der Kunst oder nur mit der Poesie zu beschäftigen das wäre mir zu Eindimensional.
Ich bin ein Mensch der versucht das Ganze zu erfassen. Eine Verbindung von Handwerk, Kunst, Poesie, Geschichte und Philosophie zu leben. So arbeite ich auch immer an mehreren Projekten. Die letzten drei Wochen waren ganz der praktischen Köhlerei gewidmet. Während dieser Arbeit bei Tag und Nacht in der freien Natur fand ich immer noch die Zeit zum Schreiben und auch die Zeit Vorträge vor Ort (am Meiler) zu halten. Mein Arbeitsfeld ist der Pfälzerwald. Seine Geschichten, Mythen und Märchen interessieren mich als Geomant und Volkskundler. Die Natur die mich hier umgibt ist die Grundlage meiner Philosophie. Die Inspirationen die ich in diesen Wäldern habe finden Eingang in mein bildnerisches Werk und meine Schriftstellerei. Wenn ich nach meinen Wurzeln suche so weiß ich sie erstrecken sich wie ein Myzel geheimnisvoll in diesem Wald. Wehe dem Mensch der seine Wurzeln verloren hat, er ist wie ein Blatt im Wind Wurzellos und gejagt von den Sturmböen einer infamen Gesellschaft. Sich seiner Wurzeln bewusst zu sein ist keine Ideologie sondern eine ganz natürliche Sache.
hukwa

Mittwoch, 14. September 2011

Aus der Geschichte der Köhlerzunft

In der traditionsreichen Geschichte der Köhlerei finden sich zahlreiche Quellen und Hinweise darauf, dass auch Klöster Holzkohle produziert haben. Mit diesem Hintergrund kann man wohl davon ausgehen, dass es auch einen Schutzheiligen der Köhler gegeben hat und gibt. Sein Name: Sankt Alexander Carbonarius – Patron der Köhler. Er war Bischof von Comana in Pontus, in der Türkei. Der Hl. Alexander ist als Kohlenbrenner (Carbonarius) bekannt. Sein Name deutet darauf hin, dass er aus Bescheidenheit die Arbeit eines Köhlers verrichtete um den weltlichen Lockungen zu entfliehen. Von ihm sind die Worte überliefert: „Ich bin jung und nicht übel gebildet, diese Vorzüge könnten mir zum Fallstricke gereichen. Ich sehe den Kohlenstaub als eine Lava an, die mich dem Anblick der Welt entzieht.“ St. Alexander zog das einfache Leben in den Wäldern, den sinnlichen Genüssen dieser Welt vor. Er wird gerne als Philosoph bezeichnet, doch mit dieser Bezeichnung sollte man nicht so oberflächlich umgehen, denn seine Philosophie bestand vorwiegend aus der Bevorzugung himmlischer vor irdischen Dingen. Sein bescheidenes, einsames und meditatives Köhlerleben und seine persönliche Mystik führte dazu, dass der Hl. Gregor Thaumaturgos Alexander zum Bischof von Comana machte. Der Hl. Gregor sollte dabei helfen, einen Bischof für Comana zu finden. Eine große Versammlung mit vielen Kandidaten hatte sich eingefunden doch keiner der vorgeschlagenen gefiel ihm. Er ermahnte die Versammlung sich doch einmal unter den Leuten des einfachen Standes umzusehen. Daraufhin schlug jemand scherzhafterweise Alexander den Köhler vor. Dies löste bei den Versammelten ein abwertendes Gelächter aus, doch der Hl. Gregor nahm diesen Vorschlag sehr ernst und Alexander bekam den Bischofstab. Er regierte die Kirche von Comana mit Klugheit und Weisheit. Nachdem er viele Jahre seiner Herde durch sein segensreiches Wirken vorgestanden hatte, ward ihm die Gnade zuteil, für seinen Glauben sein Leben dem Feuertode hinzugeben. Sein Tod wird in die Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Decius um 250 nach Christus datiert. Er wurde bei lebendigem Leibe verbrannt. Auf kirchlichen Gemälden wird der Hl. Alexander im bischöflichen Ornate zusammen mit den Zeichen des Kohlenbrenners auf dem Evangelienbuch abgebildet. In seiner Hand liegen fünf schwarze Holzkohlen. Sein Gedenktag ist der 11. August.

Wer sich mit Heimatkunde beschäftigt und ein wenig „Feldarbeit“ betreibt, wird immer wieder in alten und neuen Quellen interessantes über die Köhlerzunft finden. Die besten Quellen allerdings sind jene, die man in der eigenen Umgebung noch aufstöbern kann. Aufs engste verwachsen mit der Eisenindustrie, besonders auch mit der weitverbreiteten und hochangesehenen Kunst der Schmiede, war das Köhlergewerbe. Trippstadt kann auf eine „eisenhaltige“ Vergangenheit zurückblicken. Wer hier wandert, findet allenthalben von Waldschlag zu Waldschlag die Spuren der traditionsreichen „schwarzen Kunst“. Noch heute kann man diese alten kreisrunden Meilerstätten unter Humus und Laub entdecken. Im Pfälzerwald waren viele Köhler von Hüttenwerksbesitzern angestellt aber es gab auch „freischaffende“ Köhler. Wie jedes andere Handwerk, war auch das der Köhler Zunftgesetzen unterworfen.

Im Harz beschäftigte ein Köhlermeister eine Anzahl von Knechten und Lehrburschen. Dort gab es Meisterköhler und Licht- oder Grubenköhler. Erstere schichteten die Scheite, Stöcke oder Knüppel zu abgestumpften Kegeln, nach uralt erprobten Kunstregeln. Sie belegten diese mit Rasenstücken und begannen dann mit dem „köhlern“. Die Lichtköhler verarbeiteten die Afterschläge, die Holzabfälle, Reisig, faule Strünke und erzielten dadurch nur minderwertige Kohle. Bei den sogenannten „herrschaftlichen Köhlern“, die vom Adel und den Hüttenwerksbesitzern beschäftigt wurden, war es üblich den „Köhlereid“ abzulegen:

„Köhler Eyett

  1. Sollet ihr vor mutwilligen Brandschaden gut sagen.
  2. Sollet ihr das Malter Holz vor euch selbsten und durch eure Hauer ins rechte Maß und Malter stecken, legen und darinnen keinen Vorteil suchen.
  3. Die groben, unartigen Baum rein aufhauen und da solches nicht die Länge zu spalten fein will, so soll solches die halbe Länge zerspalten werden, damit dieselben Glötzer nicht der Herrschaft und den Gewerken zum Schaden im Holze liegen bleiben.
  4. Sollet ihr keine Baum zu den Decken steigen daran das junge Holz verdirbt und Schaden empfähet, sondern die Deck von den Bäumen aushauen, so zu Malter-Holz gezeichnet werden, und was daselbsten nicht erlanget werden kann, sollet ihr mit Laub oder Rasen decken.
  5. Sollet ihr auch keine kleinen Meiler, sondern Meiler, so zu 15 oder 20 Karren Kohlen geben, setzen, damit ihr desto weniger Ursach (habt) mit der Decke der Herrschafft Schaden zu thun.
  6. Sollet ihr auch keine Baum oder Stamm ungezeichnet hauen, die gezeichneten Baum auch nach Vorteil fällen oder fallen lassen, damit das junge Holz nicht niedergeschlagen und verderbt werde, auch die Bäum nie Beächt (?) abhauen und nicht Hege-Stock nehmen.
  7. Sollet ihr keine Buchen keilen oder keilen lassen, sondern die Keile jederzeit von Stocken abspalten.
  8. Sollt ihr auch die währende Zeit über, so ihr auf der Herrschaft Holz kohlen werdet, getreu, gehorsamlich und unwidersetzig, was euch vom Forstamt auferlegt wird, verhalten, da ihr auch in Wäldern Verdächtige Wildschützen vernehmen würdet, solches bei Tag und Nacht dem Forstknecht dieses Orts berichten, und darauf ferneres Bescheids zu gewarten.
  9. Da ihr auch in diesen vorgelesenen Punkten brüchig befunden, sollet ihr nach Gelegenheit desselben Schadens entweder mit Gelde oder am Leibe gestraft werden.
    Folget der Eid: Alle diese Punkte haben wir notdürftig gehöret und verstanden, wollen auch solche stät und fest halten, so wahr uns Gott helfe durch Jesum Christum, unseren Herrn. Amen."

In den großen Wäldern um Trippstadt rauchten Meiler, die ausschließlich für die Trippstadter Hüttenwerke ihre Ernte einbrachten.

Das Köhlerleben war ein hartes und entbehrungsreiches Dasein. Wind und Wetter ausgesetzt, täglich karge Kost und vor allem ständiger Schlafentzug zehrten an Körper und Psyche der „schwarzen Männer“. Die „Köhlerliesel“ gehört ins Reich des Kunstmärchens und auch feine Köhlergerichte, wie sie heute vielerorts angeboten werden, sind der Phantasie der Gastronomie entsprungen. Abwechslung in der Kost gab es wenig. Hartes Brot, Käse, Speck und manchmal ein Schluck Wein oder Bier. Branntwein oder Schnaps gab es am Kohlenmeiler nicht. Das sogenannte „Köhlerwasser“ ist eine Erfindung der Neuzeit, zu groß war die Gefahr des Einschlafens. Übermannte den Köhler aber doch einmal der Schlaf, dann gab es gleich ein Erwachen mit Schrecken. Statt der grau oder blau sich kräuselnden Rauchwölkchen entstieg glutroter Dampf der Haube und den seitlichen Luftlöchern.

Wenn ein Meiler Feuer fing trat das eigenartigste Gerät der Köhler in Kraft, die Hillebille: Ein buchenes Brett schwankte an zwei Riemen die an einer Stange befestigt waren, diese Stange lag auf den gabelförmigen Enden zweier in den Boden eingerammter Pfähle. Mit aller Kraft schlug der Köhler einen hainbuchenen Hammer in einem bestimmten Rhythmus gegen das Brett, sodass es weithin schallte. Bald ertönte auf gleiche Weise Antwort von der nächsten Köhlerstätte und in kürzester Zeit war der gefährdete Meiler von schwarzen Gestalten umringt, die den Brand zu löschen begannen. Die Hillebille diente in erster Linie zur Kommunikation über weite Strecken, wurde aber auch als Rhythmus Instrument eingesetzt. Sie rief aber auch zum Mittagstisch und zeigte durch den „Jägerruf“ dem Waidmann an, wenn Wild nahte. Sogar bei drohenden und feindlichen Überfällen wurde das seltsame Instrument in Anspruch genommen, da die Köhler verpflichtet waren beim Nahen verdächtiger Gestalten ein Warnsignal erschallen zu lassen. Der Klang dieses „Werkzeuginstrumentes“ soll zur Verständigung bis zu einer Entfernung von 3 Kilometern ausgereicht haben.

Im „Wartburg-Herold“ von 1896 sind auf Anregung von Prof. A. Kirchhoff in Halle verschiedene Mitteilungen und Nachweise über Etymologie, Alter und Vorkommen der Hillebille gemacht worden, in diesen machte auch ein russischer Geistlicher aus Weimar darauf aufmerksam, dass in der orientalischen Kirche vor Einführung der Glocken ganz ähnliche hölzerne Tafeln genutzt wurden. Manche Forscher wollen in dem englischen Wort „hill“ (Berg) und bell (Glocke), den Ursprung des Hillebille sehen.

Quellenhinweise:
Museumskurier des Museumsvereins Zella-Mehlis e.V., Heft 9
Wartburgherold Ausgabe 1896
Marie Luise Gerbing
Aus: Thüringen in Wort und Bild, 1910

hukwa

Montag, 12. September 2011

Am Meiler


Meilernächte

Es geht nun in die dritte Woche hinein die ich ganz am Holkohlenmeiler verbringe. Wunderschöne einsame Meilernächte liegen hinter mir. Letzten Samstag erhellte der unruhige Vollmond die stille Waldwiese auf der, der Meiler glimmt. Der Waldkauz rief und der Dachs schrie aus dem nahen Fichtenwald. Feuchte, silberne Nebel zogen sanft über die Waldwiese, ich hatte ein Buchenholzfeuer entzündet und überall roch man den Meiler, die milde Nachtluft füllte sich langsam mit diesem markanten Geruch. Es war eine wahre "Mondbeglänzte Zaubernacht, die den Sinn gefangen hält". Seit vielen Jahren verbringe ich im Jahr immer wieder einige Wochen alleine in den Wäldern als Köhler. Wochen in denen ich ganz Naturverbunden lebe.
hukwa

Donnerstag, 8. September 2011

Auf eine alte Fichte

Rauhe Borke
schwarzgrau
wenn ich dich umfasse
spüre ich deinen Puls
mächtige Fichte
alter Freund
halb aus der Erde gerissen
umklammerst du deine Baumgesellen
wieviel Stürme hast du überstanden alter Baum
im Flechtwerk deiner Äste
wuchsen Generationen von Amseln und Drosseln heran
Ringe der Zeit hast du gedruckt
dunkel sind deine Baumesgründe
moosig von Farnen überwuchert
die Erde aus der du deine Kräfte ziehst
alte Fichte
rauhe Borke
schwarzggrau dein mütterlicher Leib
wenn ich dich umarme
fühle ich deinen Puls.
hukwa

Montag, 29. August 2011

Auf Burg Wilenstein

Im Westen vergroltt das Gewitter
Es sprechen die Wasser im Tal
Geballtes Grün der Buchen
schimmert im Dämmerlicht fahl
im Schatten des Nadelwaldes
streicht der Kauz um uralt Gemäuer
am Himmel über der Burg
funkelnder Abendstern
vom Dorf her erklingen nun Glocken
wie flüstern in der Dämmerung
das Leben ist werden und vergehen
nichts ist von Dauer und Ewigkeit.
hukwa

Sonntag, 28. August 2011

Heimatkundlicher Spaziergang durchs Karlstal

Heute in der frühe des Morgens habe ich eine Wanderung durch das Karlstal unternommen. Die ganze Gegend erscheint bei Sonnenaufgang als sakrale Landschaft. Ein wahres Kleinod ist dieses wunderschöne Tal. Das Karlstal wird in seinem Erdaufbau von den Schichten des mittleren Buntsandsteins gebildet, welche wohl zur Zeit des Erdmittelalters vor etwa 200 Millionen Jahren entstanden sind. Große Steine finden sich hier überall. Teils mit Moos und Flechten bewachsen türmen sich diese Blöcke zu beiden Seiten der Schlucht auf einer Strecke von etwa einem Kilometer in bizarren Formen haushoch übereinander oder liegen stellenweise auf dem Grund des Bachbettes, um von den Wellen der Moosalb umspült und wasserfallartig übersprungen zu werden.
Links über meinem Wanderpfad im Hochwald liegt versteckt die romantische Amseldelle, rechts von mir auf einem Berggipfel von alten Bäumen umschlossen und bewacht thront die Burg Willenstein aus dem 12.Jahrhundert. der ganze Boden hier ist sehr geschichtsträchtig. Im Tal dröhnten einst die Eisenhämmer des Freiherrn von Hacke und später der Familie der Freiherren von Gienanth. Fünf Produktionsstätten fanden sich hier im Tal, der Oberhammer, der Mittelhammer, der Unterhammer, die Eisenschmelz und das Walzwerk am Walzweiher am ende des Karlstals. Doch das Schönste in diesem Tal ist eben doch die Natur die sich mir hier immer wieder offenbart.
hukwa

Erdgeist

Selig ist der dich spüren kann
Mutter im vermoosten Urgestein
dort wo der Adlerfarn wächst
wo Flechte und
uraltes Echsenhirn
dir entgegen glühen
Urseele
ohne Anfang kennt kein Ende
die Geist und Demut sein eigen nennt
Uralt gestein
rauschender Bach
wo grüne Libellen meine Sinne durchschnellen
fühl ich mich wohl
in deiner lichtbringenden Kraft
Urseele die mein innerstes erhellt
Erdgeist erwacht
aus grünen Laubgewölben
Glücklich der dich spüren kann
Mutter
im vermoosten Urgestein.
hukwa

Montag, 22. August 2011

Trippstadter Kohlenbrennerfest

Heute habe ich mit dem Bau der diesjährigen Köhlerhütte auf dem Meilerplatz begonnen. Seit Jahren baue ich eine solche traditionelle Hütte. In diesem Jahr werde ich eine Ausstellung vorbereiten - die Köhlerei im Pfälzerwald - ein Thema mit dem ich mich seit Jahren beschäftige. Aus einer Fülle von bisher weit verstreut vorliegendem Quellenmaterial zu dem Thema Köhlerei habe ich das wichtigste zusammengetragen. Die ausgestellten Fotos, Dokumente und Exponaten behandeln das Thema Köhlerei für heimatgeschichtlich Interessierte Besucher des Kohlenbrennerfestes. Dabei werden nicht nur die historischen und technischen Zusammenhänge beleuchtet, sondern auch die Anwendung von Holzkohle in der Naturheilkunde und viel Interessantes aus dem Lebensalltag der "schwarzen Männer" erklärt.
hukwa

Sonntag, 21. August 2011

Vom Wermut

Das heiße Wetter Gestern habe ich zum Heilpflanzensammeln genutzt. Neben dem Eibisch und einigen anderen Sommerpflanzen habe ich mir auch einen Wintervorrat an Beifuß gesammelt. Im Mittelalter wurden die Blüten des Beifuß als gewürz verwebdet. Er hat eine stark gallentreibende Wirkung daher mischte man ihn gerne unter fette Speisen. Noch meine Großmutter war überzeugt davon, das die Pflanze in den Schuhen getragen gegen Müdigkeit vorbeugt. Ich selbst trage bei jeder größeren Wanderung ein wenig Beifuß in den Wanderschuhen. Sein wissenschaftlicher Name Artemisia vulgaris geht auf die Göttin Artemis zurück; daher auch die gute Wirkung bei Frauenleiden. Ich nutze den Beifuß auch sehr gerne als Räuchermittel, in meinem Kleiderschrank hängen immer einige Beifußpflanzen sie beugen dem Mottenbefall vor.
hukwa

Freitag, 19. August 2011

Auf dem Geomantiepfad oder die andere Wirklichkeit

Die drei Stufen der Geomantie

Der Geomant nutzt die reale Landschaft um in die spirituelle Landschaft (andere Wirklichkeit) zu gelangen. Um in diese "andere Wirklichkeit" einzudringen, durchläuft der Geomant drei spirituelle Stufen. Stufe 1. das ist der Bereich der Wahrnehmung und Bereitschaft was bedeutet dass der angehende Geomant bereit ist sich Vorurteilslos auf das gebiet der Geomantie zu begeben. Stufe 2. ist der Bereich der Erkenntnis d.h. der Geomant hat soviel Erfahrung angesammelt das er um die Sphäre einer anderen Wirklichkeit weiß. Die 3. Stufe ist die Verschmelzung mit der Landschaft, dies bedeutet der Geomant ist nun soweit geschult dass er an bestimmten sakralen Örtlichkeiten einer Landschaft z.B. am Genius Loci aus eigenem Willen in die andere Wirklichkeit eindringen kann. Um diese dritte Stufe zu erreichen bedarf es allerdings einer langen Schulung.
hukwa

Dienstag, 16. August 2011

Im Schöpfungsalphabet lesen

Wenn ich von Geomantie spreche, sehe ich diese immer aus ihrem Gesamtkontext heraus. Dies wäre zuallererst: Landschaft, Natur, Märchen, Mythen der jeweiligen Landschaft, geographische Gegebenheiten, Bauwerke und Geschichte. geomantie ist weniger eine wahrsagung der Erde sondern sie ist eine Disziplin in den Offenbarungen der Erde zu Lesen, nämlich in dem der Geomant im Schöpfungsalphabet der alten Erdmutter zu lesen lernt. In diesem Naturbuch zu lesen heißt die Weisheiten die uns die alte Erdmutter mitteilt zu verstehen. Diese Weisheiten sind immer tiefenökologischer Art. Tiefenökologie und Naturphilosophie sind letztendlich dasselbe. Sie sind Teil der "ewigen Philosophie".
hukwa

Montag, 15. August 2011

Seelenlandschaft

Die Geomantie geht davon aus das der Mensch mit der Landschaft in der er lebt, Verwand sein kann. Ja, sogar regelrecht "Ver-seelt" sein kann. Nun kennen wir solche Überlieferungen und Denkweisen auch von Naturvölkern her, vor allem der Schamanismus geht von solch einer Landschaftsverwandschaft aus. Geomantie beruht vor allem auf dem Prinzip der Wahrnehmung von Landschaft. Auch bei uns gibt es alte Mythen die sakrale Orte in der Landschaft mit dem Thema der Geburt verbinden. Die Geomantie weiß das jeder realen Landschaft auch eine ätherische Landschaft zugehört. Ähnlich wie in gewißen Geheimlehren (Paracelsus) von einem Ätherkörper des Menschen gesprochen wird, dem sogenannten "Doppelgänger". In der Landschaftsmythologie kenen wir das Beispiel der Gralsburg. Diese ist ja nicht in der realen Landschaft existent, sondern in einer "anderen Wirklichkeit". Wir wissen das es sich bei der Gralsburg um kein physisch-materielles Gebäude handelt sondern um eine Burg die in einer anderen Realität existiert sonst könnte sie ja nicht einfach verschwinden und plötzlich wieder auftauchen. Diese "andere Realität" ist eine Dimension, die eng neben der realen Landschaft existiert. An sakralen Orten kann es passieren das sich jene Dimension dem Geomant öffnet und er in die "andere Wirklichkeit" eindringen kann. In solchen Momenten macht er die Erfahrung der Seelenverwandschaft mit der ihn umgebenden Landschaft.
hukwa

Samstag, 13. August 2011

Meine Schamanenweide

Diese Weide steht direkt vor meiner Veranda. Ich habe sie selbst vor zehn Jahren gepflanzt. Zu jeder Jahreszeit schmücke ich sie mit Fundstücken aus den Wäldern aus. Diese Ohrweide ist mir in den Jahren zu einem guten Freund geworden. Es gibt einige Bäume in meiner Umgebung zu denen ich eine besondere Beziehung habe. Mindestens zweimal in der Woche suche ich sie alle auf und habe jedesmal das Gefühl das ich mit Freunden zusammentreffe.
hukwa

Donnerstag, 11. August 2011

Symbiose

Diese irrtümliche Verdinglichung des Selbst 
ist grundlegend für die gegenwärtige ökologische Krise. 
Wir haben geglaubt, wir seien eine Überlebenseinheit 
und müssten uns deshalb um unser eigenes Überleben kümmern, 
und wir meinen, diese Überlebenseinheit sei ein isoliertes Individuum 
oder eine einzelne Spezies, wo doch in Wirklichkeit - aufgrund der 
Evolutionsgeschichte- das Individuum mitsamt seiner Umwelt, 
die Spezies mitsamt ihrer Umwelt diese Einheit bilden, 
dennn sie sind ihrem Wesen nach SYMBIOTISCH. 
               Gregory Bateson  -  Philosoph und Naturwissenschaftler

Sonntag, 7. August 2011

Goethe eine Wiederverkörperung von Merlin

Mich wundert das in der modernen Goethe Forschung bisher so gut wie keine Textzeilen darüber auftauchen, dass Goethe sich Zeit seines Lebns als eine Wiederverkörperung des alten Merlin sah. Merlins Gestalt hatte für Goethe eine zutiefst archetypische Symbolkraft. In Gesprächen und Briefen identifizierte er sich immer wieder mit dem alten Zauberer. darauf hat wohl zum ersten Mal E.R.Curtis in seinem Aufsatz "Goethe, Grundzüge seiner Welt", nachdrücklich hingewiesen: "Wenn die Weihe der eleusinischen Mysten ein Analogon für Goethes Esoterik bietet, so darf man ein anderes in der Gestalt des Zauberers Merlin finden..." Curtius berichtet dann von jenem berühmten Gespräch in Dornburg, das uns der Kanzler von Müller überliefert hat: "In diesem Dornburger Gespräch am 29.April 1818, so fährt Curtius fort, "hatte sich Goethe ungewöhnlich aufgeschlossen gezeigt. Dem Denker, der die Jahrtausende überschaue, zeigten sich, so sagte er, einige allgemeine Formeln, die von je die Menschen mit Zauberkraft ergriffen hätten. Sie seien die geheimnisvolle Mitgabe einer höheren Macht im Leben. Wohl würden sie oft verdunkelt und mit Unlauterem vermischt. Aber ihre ursprüngliche Bedeutung tauche doch immer wieder auf, und der aufmerksame Forscher setzt sich aus solchen Formeln ein Alphabet des Weltgeistes zusammen..."
Noch 1830 bemerkte Goethe in seinem Brief an Zelter, sie stünden gleichsam an den entgegengesetzten Enden der Welt. Zelter sei in die kreiselnde Bewegung der volkreichen Königstadt Berlin verschlungen, "indessen ich einsam, wie Merlin vom leuchtenden Grabe her, mein eigenes Echo ruhig und gelegentlich in der Nähe, wohl auch in der ferne vernehmen lasse." Man sieht, wie eine Symbolgestalt Goethes Geist durch mehr als fünf Jahrzehnte begleitet, weil er einen Aspekt seiner selbst in ihr erfasst. Merlin ist für Goethe das bedeutsame Gegenstück zum Faust.
hukwa

Meine neue Kunstseite

Gestern habe ich bei Facebook eine eigene Künstlerseite eröffnet.Auch wer bei Facebook nicht registriert ist kann diese Seite über einen Link auf meinem Gesamtkunstwerkblog (siehe dort unter:Meine Links) aufsuchen. Auf dieser neuen Seite will ich in nächster Zeit einige hundert Fotos über mein künstlerisches Schaffen der letzten Jahrzehnte veröffentlichen.
hukwa

Donnerstag, 4. August 2011

Heimatkunde ist Landschaftskunde

Heimatkunde und Geomantie das ist für mich dasselbe. Heimatkunde ist mir einfach die "Kunde der Heimat". Ich habe in einem gewißen Landstrich meine Wurzeln gezogen. In dem ich mich mit der Geschichte dieser Landschaft beschäftige, interessiert mich auch ihre Geologie, ihre Natur, ihre Mythologie. So wirkt Heimatkunde und Geomantie auf mich ein das ich mehr über Heimat erfahren möchte als ein paar Geschichtsdaten. Ich möchte die Landschaft in der ich lebe ganzheitlich erfassen, will in ihre Mystik eindringen, ihre Stimmen hören, ihre Seele spüren. Wie die einzelnen geologischen Schichten meiner Heimatlandschaft ist auch mein Bewusstsein "ge-schichtet" und wenigstens eine dieser "Schichten" ist die innere Schicht in mir die ich Heimat nenne und die mich mit der Landschaft verbindet. Heimatkunde ist für mich nicht ein Hobby das die Aura des Spießigen und des Untertanengeistes beinhaltet, sondern es ist Geschichte an der ich das gleiche Interesse hege wie an Weltgeschichte. Die Geschichte des Lebens ist in die Landschaft eingeschrieben man muss nur lernen sie zu Lesen. Die Landschaft ist sozusagen eine Enzyklopädie über die wir mit unseren Ahnen in Verbindung treten können. Heimatkunde verbindet die Geschichte der Landschaft in der ich lebe mit meiner persönlichen Geschichte.
hukwa

Freitag, 29. Juli 2011

Über einen erwanderten Skulpturenbegriff

Will der Land art Künstler in der Landschaft eine Skulptur erschaffen wird er diese Landschaft erst einmal erwandern und zwar solange bis er eine mentale Kraft empfindet genau an dem Punkt wo er die Skulptur erschaffen wird. Es gibt Momente, bei denen ich Plätze finde, die Knotenpunkte mentaler Kraftbereiche bilden. Einen solchen Knotenpunkt markiere ich dann durch eine kleine Steinanhäufung. Ein solcher Platz zeigt zu gleich den Kraftort einer Naturwesenheit an. Der Sinn des erwanderten Skulpturenbegriffs ist seelischer und ökologischer Art. Vor der Erwanderung steht als beginn eine "palstische Theorie", diese erweitert sich mit dem Laufen dann zur "geistigen Theorie". Also während ich laufe und Zwiesprache halte mit der mich umgebenden Natur erreiche ich jenen Punkt wo ich meine Skulptur errichten möchte. Das erwandern einer Landschaft ist in der Land art Kunst von wichtigster Bedeutung.
hukwa

Donnerstag, 28. Juli 2011

Baum

Ein Baum ist Ausdruck des Lebens
er wächst
strebt in die höhe
ein Baum ist Spiegel des Seins
dem Wandel unterworfen
gibt er Leben und Nahrung
schenkt er Zuflucht und Heilung
ein Baum
ist ein Abbild des Lebens
er gibt den Menschen viel
dieser soll ihm wenigstens Lobgesang schenken
schauen wir einen Baum an
sollen wir daran denken
das der Apfelbaum unseren Hunger stillen kann
das die Fichte Krankheiten heilen kann
das man aus der Birke Löffel und Gabel herstellen kann
das ihre Haut Bild und Schrift aufnehmen kann
ein Baum schenkt Wohnung Wärme Papier
der Kirschbaum schenkt uns neben seiner Frucht
auch das Lied der Amsel
Holz für unsere Möbel
die Blätter im Wind schenken unserem Gemüt Ruhe
unserer Seele Harmonie
ein Baum ist ein Freund der Menschen
begegnen wir ihm wie man Freunden begegnet
in Achtung und Respekt.
hukwa

Dienstag, 26. Juli 2011

An den Mond

Weißes Gestirn
Erinnerung der Seele
Göttin inkarniert in Diana von Nemi
Hüterin des Sexus
Erzeugerin von Ebbe und Flut
Abglanz astraler Welten
brennst du in Herzen
deinen göttlichen Schein
unruhiges Gestirn
ziehst du die Seelen in deinen Bann
legt sich Dämmerung über das Land
tritt seine Herrschaft an
die wandernde Mondin
Formerin des Ur-Ozeans
gibst du der Welt
Bild und Form.
hukwa

Donnerstag, 21. Juli 2011

Mensch und Natur ein ewiger Kampf

Jeder Baum, jede Pflanze, jedes Tier sind eine Theophanie des grünen Gottes. Doch der Mensch scheint eine Erscheinung des Chaos zu sein, wäre dem nicht so, würde er keine Freude dabei empfinden wenn er täglich die Erscheinungen der Schöpfung zerstört. Der Mensch hat den grünen Gott gegen den Mamom eingetauscht. Die Menschen werden so lange zerstören bis auch der letzte von ihnen ausgerottet ist. Ihr falscher Lebenssinn mündet in die Zerstörung dessen was man Leben nennt. Er ist nicht die Krone der Schöpfung sondern ihr erbärmlichstes Glied. Der Mensch sollte in die Wälder gehen und sich besinnen, wieder erkennen das er ein Teil dieser großen Schöpfung ist die er ja als Feind ansieht. Der Mensch bewegt sich in der Natur als würde er sich im Krieg befinden. Das ist die große Dummheit des Menschen. Der menschliche Wille zur Naturzerstörung ist ein teuflicher Wille. Ihr großer Lehrmeister der sie lehrte sich von jedem auf die Wange schlagen zu lassen und sich auch noch dafür zu bedanken soll gesagt haben: Sehet die Lilien auf dem Felde... Doch der Mensch sieht sie nicht, er schaut nicht das Wachstum der Schöpfung sondern nur das Wachstum von Konsum und verkehrter Ökonomie.
hukwa

Montag, 18. Juli 2011

Das wilde Denken oder das Sein der Dinge

Früher Morgen. Ich sitze auf der Veranda umgeben von meinen Gemälden, Fetischen, Assemblagen und geschnitzten Masken. Dinge die ihre eigene Kraft ausatmen. Mit den Jahren können Kunstwerke zu Fetischen werden, je nachdem wie man mit ihnen umgeht. Sie werden teil von einem Selbst, treten in Bezug zum eigenen Sein. Als Kind schon viel es mir leicht mich in Dinge die in der Landschaft waren hineinzuversetzen. Ein einsamer Baum, ein Fels, eine besondere Erhebung in der Landschaft, ja, ein Zaunpfosten von Brombeeren umrankt konnten mich ganz in ihren Bann ziehen. Diese "Gespür" für etwas, nannte ich später das "Sein der Dinge". Diese Dinge haben nicht nur ihre eigene Ausstrahlung, nein, ich spürte deutlich das irgendeine Kraft in ihnen war. Noch Heute- wenn ich in der Erinnerung zurückreise ins Land der Kindheit- spüre ich diese Kraft, mir sind jene Empfindungen die ich damals hatte noch sehr bekannt. Ich denke dies ist eine Sache des Bewusstseins. Früh schon übte ich mich in solchen "Hellsichtigkeiten". Wohl wollte ich schon als Kind tiefer in die Dinge eindringen als jene Menschen es taten mit denen ich zusammen lebte. Es war wohl einer meiner ersten bewussten Zugänge zur Metaphysik. Eine frühe Spiritualität und Transendenz die ich in mir entdeckte. Dieses frühe "wilde Denken" hat mich bis Heute nicht verlassen, es hat mich vor dem materialistischem Sog unserer trivalen Gesellschaft immer beschützt, so als benützte ich einen- Fetisch.
hukwa

Freitag, 8. Juli 2011

Feldspaziergang

Das Zwitschern junger Vögel in den Obstgehölzen
Die Frucht auf den Feldern steht Kniehoch
Ein Schlepper fährt den Feldweg entlang
Stolz blickt der Landwirt über seine Felder
Vergeblich suchen meine Augen Kornblumen
Vergeblich hält der Habicht in den Lüften
Ausschau nach einer Feldmaus
der Landwirt schwört auf küstlichen Dinger
und träumt vom Gen veränderten Mais
ich schwöre Rache
und kaufe mein Mehl in Zukunft beim Bio Bauer.
hukwa

Mittwoch, 6. Juli 2011

Sommerliches Blühen

Immer wieder das neue Grün
das Laub
die Wiese
die Blumen
das erblühen
es ist unser Trost
im Trivalen Sein
wenn jedes Jahr wieder
die Blumen blühen.
hukwa

Dienstag, 5. Juli 2011

Im Innern der Eiche 2 - Gedicht auf ein Bild

Ich sitze im Innern der Eiche
eine uralte Eiche
meine Eiche
knorrig und von Blitzen zerfetzt
steht sie in ihrer Meditation
nahe bei dem dunklen Waldteich
über und über mit Porlingen bewachsen
ist sie ein Gedanke der alten Götter
ein Teil ihrer Erinnerung
Im Rhytmus meines Atems
fliegen die Hornissen hier ein und aus
Hornissentanz
im sich-vollenden und welken
von hier aus Lausch ich dem Sphärenklang
beobachte das Spiel
des myriadenfältigen Lebens des Waldes
aus einem Stoff
und Sternenstaub gewoben sind wir
meine alte Eiche und Ich.
hukwa

Im Innern der Eiche

Einsam in den Wäldern

Es ist der Bäume leises rauschen
des Waldgängers andächtiges Lauschen
es ist das fallen von Fichtenzapfen
über das Gefühl zeit nachzusinnen
des Vogels Lied
worinnen man sich im Lauschen übt
es ist die Ganzheitlichkeit der Natur
geschrieben auf Waldboden
durch des Hasen Spur
es ist sanftes Seelenerbeben
sich Einsam in den Wäldern zu bewegen.
hukwa

Montag, 4. Juli 2011

Ich bin ein funkelnder Stern

Ich bin ein funkelnder Stern
in der Kehre des Seins
Zuhause bin ich in den Äonen von
Planetensystemen
Heute schlafe ich den irdischen Schlaf
Morgen erwache ich zu kosmischen Bewusstsein
So lebe ich dieses Leben in irdischen Ringen
steige hoch in den Pipal Baum
um Erkenntnis zu erlangen
Meine wirkliche Gestalt kann ich hier nicht wahrnehmen
Dafür kann ich meinen Geist benennen
der ein funkelnder Stern ist
in der Kehre des Seins.
hukwa