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Samstag, 5. Juni 2021

Freundschaft mit Tieren

 Es gibt einige Haustiere und Wildtiere mit denen ich eine engere Freundschaft geschlossen habe. Einersets animalisiert man den Menschen, andererseits humanisiert man die Tiere, beides die falsche Einstellung. Was die Leistungen der Tiere betrifft schreibt Montaigne: "Solche Leistungen, die wir bei anderen Lebewesen beobachten und die größer sind als unsere, beweisen daher, dass sie diesbezüglich eine uns überlegene fähigkeit haben, die uns verborgen bleibt- wie wahrscheinlich viele andere Anlagen und fähigkeiten, die nicht einmal bis zu unserer Wahrnehmung dringen. Genauso wie den Tiere unsere kognitiven Fähigkeiten verborgen sind, können auch uns, die kognitiven Fähigkeiten der Schnecken und anderer Tiere unbekannt sein. Montaigne ging davon aus das sich Ameisen nach Weg und Ziel fragen, wenn sie sich treffen. Und Wittgenstein, ebenso David Hume meinten das Tiere Gedanken einfacher Art haben. 

hukwa

Montag, 29. März 2021

Die mit den Tieren sprechen

 Es ist vor allem die Leistung des Philosophen Peter Singer der die Tierethik als eigenständige Teildisziplin der Ethik mitentwickelt hat. Die Diskussion darüber ob Tiere Bewusstsein haben und letztendlich Denken können, wird in Zukunft die Philosophie noch intensiver beschäftigen. Diese Tierdebatte wurde allerdings schon durch Montaigne eröffnet (Essais II), der im Gegensatz zu dem abgestumpften Vivisekteur Descartes, den Tieren einen Geist zuschrieb. Dieses Bild vom "Tierautomaten" existiert ja bis Heute (Massentierhaltung). Es ist auf eine geschichtliche Naturvernachlässigung aus der unsere heutige "Naturvergessenheit" hervorgeht zurückzuführen. Diese Naturvergessenheit lastet seit Descartes Abspaltung des Geistes vom Körper um so schwerer auf uns. Wenn man davon ausgeht das dass eigentliche Wesen des Menschen "Vergeistigung" ist, dann braucht man nur in sich hineinzuhorchen um die Erfahrung einer Ganzheit zu machen, die übrigens auch Tieren zusteht. Unter cartesianischen Bedingungen kann der Mensch gar nicht anders, als sich in der Natur als Fremdkörper zu fühlen und die Natur selbst als "das Fremde" wahrzunehmen. Montaigne ging sogar soweit das er den Insekten Geist zusprach: In den Essais findet sich eine Stelle wo Montaigne in Anlehnung an Dante sagt das Ameisen miteinander sprechen, um sich gegenseitig nach dem Weg zu fragen und das Ziel zu finden. Selbst Wittgenstein dieser große Realist ging von der Möglichkeit aus das Tiere eine Sprache haben. Und der Philosoph und Empiriker David Hume erklärte klipp und klar: "Keine Wahrheit scheint mir offenkundiger, als dass Tiere, genau so wie der Mensch, mit Denken und Vernunft ausgestattet sind. Die Gründe sind in diesem Falle so offensichtlich, das sie nicht einmal dem Dümmsten und unwissendsten entgehen". 
hukwa

Donnerstag, 17. September 2020

Eigenzeit und Zeitpolitik


 "Ich hatte nur zu bewahren und zu erhalten, und das ist ein 
stilles unscheinbares Werk. Die Neuerung ist ein ruhmvolles Tun; 
doch sie ist uns in einer Zeit untersagt, in der wir von Neuerungen 
zu Boden gedrückt sind und kaum wissen, wie wir uns ihrer erwehren sollen". 
Montaigne 

Eine ökologische Politik muss dafür sorgen, das die Eigenzeiten der Natur, zum Maßstab für menschliche Eingriffe in den Naturhaushalt erhoben werden. Diese Eigenzeiten sind Resultate der Evolution, sind biologische Fakte. Unsere Hochgeschwindigkeitsgesellschaft ist nicht nur moralisch bedenklich sondern auch wenig zukunftfähig. Ein Wirtschaftswachstum, das auf maximale Produktion zielt, vernachlässigt logischerweise die Reproduktion dessen, was in der Produktion verbraucht worden ist. Daher ist es an der Zeit sich zu fragen ob eine natürliche Langsamkeit besser ist als eine künstliche Hochgeschwindigkeit.Dabei geht es nicht um Einzelne sondern um soziale Strukturen. Tragischerweise brauchen wir eine Pandemie um in der Hetzjagd innezuhalten um solche Fragen zu stellen.
hukwa

Freitag, 11. September 2020

Ein Platz zum Überleben

 
Video©hukwa


 
 
Hüte, hüte den Fuß und die Hände 
Eh, sie berühren das ärmste Ding! 
Denn du zertrittst eine häßliche Raupe 
und tötest den schönsten Schmetterling. 
Th. Storm

Heute konnte ich einige Zeit den Kleinen Feuerfalter beobachten. Trockene, blütenreiche Wegböschungen sind der Lebensraum dieses Kleinschmetterlings, der zur Familie der Bläulinge gehört. In diesem sonnigen Jahr haben sich drei Generationen dieser Falterart ausgebildet, die noch bis Ende September fliegen werden. Der kleine Falter ist so mutig dass er sogar das Tagpfauenauge von seinem Futterplatz vertreibt. An dem Platz wo ich ihn beobachten konnte lebt er gemeinsam mit Sandwespe, Feuerwanzen und anderen Insekten. Das geregelte Miteinander der Arten in den ökologischen Lebensgemeinschaften zeigt, dass die Arten eines Gebietes keine zufälligen Ansammlungen darstellen. Alle Arten die wir in der Natur vorfinden, haben sich in Jahrmillionen entwickelt und sind letztendlich miteinander verwandt. Es ist die Kette des Seins die man hier beobachten kann. Zu der letztendlich auch der Mensch gehört, leider hat er dass Bewusstsein hierfür verloren. 

hukwa

Fotos©UteKW



Dienstag, 4. Juni 2019

Das Fließende

Im Garten lärmen die Elstern. Ihre Jungen sind ausgeflogen und suchen das erste mal selbständig Futter. Ich gebe ihnen einen Teller voll Haferflocken. So kann ich sie für einige Zeit beobachten und ihr Verhalten studieren. Das Futter lockt auch Scharen von Sperlingen an. Es sind mehrere Paare die jedes Jahr am Haus brüten. Der Haussperling ist hier gut vertreten nur der Feldsperling wird immer seltener.
Während meiner Beobachtungen denke ich: Leben sollte etwas fließendes sein. Es sollte Ähnlichkeit mit einem Wildbach haben, dessen Wasser keinen Stillstand kennen.
hukwa

Dienstag, 26. Dezember 2017

Vom wahren Schauen

Versunken in der Stille eines winterlichen Morgens
zieht es mich hinaus in die Wälder
unter meinen Schritten knirscht das alte Laub vom Sommer
vor mir eine Eiche
hoch oben in seiner Krone
eine einsame Krähe
zerzaust ihr Gefieder
unruhig ihr Blick
hier weitet sich die Seele
zum wahren Schauen.
hukwa

Freitag, 15. Dezember 2017

Sumpfmeisen

Heute Morgen herrschte starker Schneefall vor. Als ich tiefer in den Wald lief erfreute ich mich an der Stille. Nur das leise Piepsen der Sumpfmeise drang an mein Ohr. Auf den Ton dieser Meise ist auch im Winter verlass. Im dichten Fichtendickicht kommt es mir vor als sei sie der einzige Bewohner des Winterwaldes. Dennoch weiß ich das mich viele Tieraugen beobachten. Auch jene Wesen die wir nicht sehen im Wald machen seinen Mythos aus.
hukwa

Freitag, 27. Oktober 2017

Gestern zogen die Kraniche

Gestern Abend sind die Kraniche über das Dorf gezogen. Auf der großen Wiese beim Park haben sie eine Rast gemacht. Mir ist es jedes Jahr wieder eine Freude wenn ich ihre Überflug beobachten kann. Im Herbst höre oder sehe ich sie immer erst gegen Abend. Im Frühjahr ziehen sie meistens gegen Morgen über den Ort. Etwas mystisch-archaisches strahlt dieser Zug für mich aus. Jedes Jahr bin ich aufs Neue davon fasziniert. Ach könnt ich nur Nils Holgerson sein!
hukwa

Samstag, 18. Juli 2015

Heusommer

Ich liebe den süßen Duft des angetrockneten Grases. Vor allem aber zieht es mich nach der Heuernte zu den Wiesen und Weiden um die Greifvögel zu beobachten, die hier jetzt auf Jagd gehen. Sie überfliegen die gemähten Wiesen auf der Suche nach Nagern und Insekten. Auf meiner heutigen Wanderung konnte ich innerhalb einer Stunde einen Bussard, einen Habicht und ein Sperberpärchen beobachten.
Vieles gibt es um diese Jahreszeit zu sehen und zu hören. Es bedarf um die Stimme der Natur bewusst zu hören, um ihre Sprache zu lesen einer besonderen Atmosphäre, die ist um diese Jahreszeit vorhanden. Jetzt muss man in das Mysterium der Natur eindringen.
hukwa

Dienstag, 20. Januar 2015

Die Bergfinken sind da

Heute Nacht ist Schnee gefallen und am Morgen waren die Bergfinken da. Sie treten in der Regel in Gruppen auf. Dieser Verwandte des Buchfinks besucht uns regelmäßig im Winter. Im Februar 1865 durchzogen 60 Millionen Bergfinken Luxemburg. 1951 übernachteten an einem Schlafplatz in der Schweiz zwischen 50 - 70 Millionen Bergfinken. Damals überwinterten dank der guten Bucheckernmast in der Schweiz 100 Millionen Bergfinken. Ihre Zahl machte die gesamte Bergfinkenbevölkerung von Skandinavien bis an den Ural aus. Noch erstaunlicher als diese gewaltigen Zahlen ist die Fähigkeit der Bergfinken über Kontinente hinweg jenen kleinen Bezirk zu finden, wo es das meiste Futter gibt.
hukwa

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Eine Begegnung beim Scharderkopf

Ich laufe hoch in den Bergwald. Es ist ein kalter Dezembernachmittag unter meinen Füßen knirscht der Schnee, die Kälte versucht in die Kleidung zu kriechen.
In den Eichen und Buchen hängen Nebelfetzen und alles scheint leblos, eine tiefe Stille herrscht um mich herum. Und doch weiß ich dass sich im Verborgenen geheimes Leben regt. In eisiger Ruhe schweigt der Wald und die Luft steht still. Den einzigen Ton den ich vernehme ist mein Stapfen durch den Schnee. Ängstigende Ruhe umgibt mich, anscheinend bin ich das einzige Wesen in diesem Wald.
Mit einem mal endet die Ruhe, wird zerrissen durch die singende Flügelschläge einer Krähe die ganz nah auf Augenhöhe an mir vorbeifliegt und sich in etwa 15 Meter Entfernung von meinem Standort auf einem Baumstumpf niederlässt.
Sie schaut direkt zu mir her, ich stehe still, vollkommen bewegungslos, Auge in Auge mit dem schwarzen Vogel. Das Wilde in ihren Augen faszinierte mich völlig, noch nie im Leben habe ich einen solchen Blick gesehen - einfach wild!
Mir schien es als würden wir uns eine Ewigkeit anstarren, die Krähe zeigte überhaupt keine Angst vor mir.
Dann geschah etwas ganz seltsames: Eigentlich spürte ich es nur, ich hatte plötzlich das Gefühl das mir die Krähe etwas mitteilen wollte. Ich bewegte mich langsam auf sie zu und sie ließ mich tatsächlich bis auf etwa 8 Meter an sie herankommen, dann flog sie elegant auf aber auch nur wieder ein paar Meter weit, wo sie sich diesmal auf einer umgestürzten Buche niederließ. Das Spiel begann von vorne, wieder konnte ich ziemlich nahe an sie heran laufen und das gegenseitige fixieren begann aufs Neue. Nach einiger Zeit ging ich erneut auf sie zu, diesmal ließ sie mich noch näher herankommen. Dann flog sie auf ließ sich im Wipfel einer Eiche nieder, sah mich wieder an, krächzte drei mal sehr laut und verschwand im Wald.
Für einige Zeit war ich noch wie gebannt dann setzte ich meinen Weg fort.
Wieder nur das Geräusch von knirschendem Schnee, wieder absolute Stille.
Es lag ein tiefes Geheimnis in der einsamen Krähe die gerade mich zu einer Begegnung herausforderte. Für mich ist der Vogel die Verkörperung der einsamen Natur im Winter geworden. Eine seltsame Sehnsucht hatte mich erfasst und mit einem mal wusste ich was mich die Krähe gelehrt hatte: Das Einssein mit der Natur.
hukwa


Montag, 3. März 2014

Beobachtung bei der Balz der Goldammern

Während meiner Wanderungen zieht es mich meistens in die Tiefe der Wälder aber im Frühjahr und Herbst durchwandere ich gerne die Feldflur um hier meine Beobachtungen zu machen. Man hat einen weiten Ausblick und kann aus dem Feldgehölz heraus genaue Tierbeobachtungen machen. So wurde ich Gestern Aufmerksam als ich den frühen Gesang der Goldammern hörte. Alsbald konnte ich das Balzgehabe der Ammern beobachten. Beide Partner rissen Grashalme aus dem Boden und ließen sie wieder fallen. Dies hat die Bedeutung einer gegenseitigen Versicherung: Komm lass uns ein Nest bauen! Etwa 20 Minuten beobachtete ich die Vögel. In der Natur kann man immer etwas besonderes sehen. Oft ist es merkwürdig aber immer sinnvoll.
hukwa

Donnerstag, 27. Februar 2014

Vom Seidelbast, Frühjahrsblühern und dem Sommergoldhähnchen

Jetzt blüht wieder der Seidelbast. Seinen betörenden Duft kann man 20-30m weit riechen. Die rötlichen Blüten sind ein erster Frühlingsgruß. Seine scharlachroten Früchte sind hoch giftig. Die Pflanze bevorzugt Eichen und Buchenwälder. Auch in Erlenbrüchen und im Auwald kann man sie manchmal finden. "In meinem Magen, wohnt der Walfisch, in meinem Herzen blüht der Seidelbast", dichtete Carl Zuckmayer. Mit dem Seidelbast um die wette blühen jetzt noch eine Reihe von Vorfrühlingspflanzen: Leberblümchen, Bingelkraut, Milzkraut, wilde Krokusse, Lerchensporn und Lungenkraut. Heute Morgen konnte ich an einem Waldteich eine Zeitlang das Sommergoldhähnchen beobachten. Es ist etwa 9cm groß und wiegt etwa 4gr. Ein wirklich "goldiges" Vögelein.
hukwa

Sonntag, 23. Februar 2014

Ein Morgen voller Daseinsfülle - Gedanken eines Zeitmillionärs

Heute Morgen saß ich für einige Zeit unter einem Haselstrauch der wundervoll duftete. Die Sonne des sich zu Ende neigenden Februars verwandelte die Landschaft ins Frühlingshafte. Auf der Wiese vor mir suchten die Krähen nach Würmern. Direkt neben meinem Sitzplatz durchstöberte eine Waldmaus das Altlaub, einmal kletterte sie furchtlos über meine Füße. Aus den großen Eichbäumen drang das Gurren zweier Hohltauben. Während die Menschen auf der Strasse des Materialismus und der Gewinnsucht ziellos dahinströmen sitze ich hier am Waldrand beobachte die aufkeimende Natur und fühle mich reicher als jeder Millionär. In einem Sinne bin ich auch Millionär - ein Zeitmillionär, ich verfüge über meine Zeit und lass nicht den Materialismus und andere über sie verfügen.
hukwa

Montag, 4. November 2013

Die Krähe Kra

Als ich Gestern Morgen aus dem Fenster schaute hatte Raureif Garten und Wald in eine Märchenlandschaft verwandelt. Gegen 7.30 Uhr wurde es langsam hell und im Garten wartete schon die Krähe die ich regelmäßig füttere. Ich brachte ihr Futter und beobachtete sie vom Küchenfenster aus. Rabenkrähen sind seht interessierte Vögel und werden recht zutraulich wenn man sich um sie kümmert. Sie können bis zu 70 Jahre alt werden. "Meine" Krähe, ich nenne sie Kra, brauche ich nur zu rufen dann kommt sie angeflogen. Obwohl sie mir gegenüber sehr zutraulich ist verschwindet sie sofort wenn sich im Nachbargarten jemand sehen lässt. Sie kann also tatsächlich Menschen unterscheiden.
hukwa

Samstag, 5. Oktober 2013

Der Baummarder von der Amseldell

Wenn sich die Dämmerung wie Nebel zwischen die Bäume bei der Amseldell legt, verlässt der Baummarder seinen Unterschlupf, in einer Höhle der alten knorrigen Traubeneiche und geht auf die Jagd. Er klettert kopfüber den dicken, starken Stamm hinunter, springt einige Sätze durch raschelndes Buchenlaub, steckt immer mal wieder seine Nase in ein Bodenloch und hebt sie witternd hoch. Dann setzt er an einem morschen Baumstumpf und auf den mit Porlingen bewachsenen Buchenstämmen, die hier liegen, seine Duftmarke ab.
Nachdem er auf diese Weise seinen Wechsel und Pass markiert hat, der schon von Mardergenerationen vor ihm eingehalten wurde, setzt er seinen Weg fort. Mit einem Male hält er inne, weil sein scharfes Gehör ein ihm bekanntes Geräusch wahrgenommen hat. Sofort ortet er woher das Geräusch stammt. Schnell wie ein Blitz springt er zu, reißt die Spitzmaus aus dem Laub und verschlingt sie gierig. Hinter der alten Amseldellhütte, wo ein Unwetter einige Fichten zusammengedrückt hat, windet sich der Marder schlangengleich durch Dickicht und Unterwuchs der Bäume. Durch enge Löcher, unter herausgerissenen Wurzeln hindurch. Es gibt kaum einen Spalt, durch den er sich nicht geschickt hindurch zwängen kann. Hoch oben beim Scharderkopf, wo jetzt der Vollmond auf die mystischen Steingebilde fällt, schnappt er einen Nachtfalter. Am alten Fuchsbau verweilt er einige Zeit am Himbeergebüsch und frisst von den süßen Früchten, dann zieht er hungrig weiter. Im Morgengrauen, als er schon in seinen Schlupfwinkel bei der alten Eiche zurückkehren will, entdeckt er ein Eichhörnchen. Als dieses den Marder erkennt, klettert es in Schraubenwindungen eine alte Fichte hoch. Dann springt es von einer Baumkrone zur nächsten, der Marder immer hinterher. Aufwärts und abwärts geht die Jagd. Schließlich springt das Eichhörnchen mit einem mutigen Satz ins Leere. Diesen Luftsprung kann der Marder nicht nachmachen. Das Eichhörnchen verschwindet in einem Versteck und der Jäger pirscht hungrig weiter. Noch bevor die Sonne aufgeht hat er seinen Unterschlupf an der Amseldell erreicht. Hier verschläft er den Tag und träumt von der nächsten Jagd.

Foto Hans Wanger

Der Baummarder

Wenn sich die Nacht über den Wald legt, zieht der Baum- oder Edelmarder auf Raub aus. Gegenüber seiner Zwillingsart, dem Steinmarder bevorzugt der Baummarder große, geschlossene Wälder mit Altbaumbestand. Solche ausgedehnte Waldungen bieten ihm genügend Schlupfwinkel. Bei Tage sieht man ihn höchst selten, er ist dämmerungsaktiv.
Am liebsten sind ihm Mischwälder mit altem Baumbestand und dichtem Unterholz, wo sich Mäuse und Kleinvögel in reicher Zahl vorfinden. An Ästen, Baumstümpfen, Steinen und Erdhügeln setzt der Marder mit einem stark übelriechenden Sekret, dass er aus zwei Analdrüsen hervor drückt, sogenannte Duftmarken ab, mit denen er sein Revier abgrenzt und seinen Wechsel markiert.
Der Baummarder hat ein kastanien- bis dunkelbraunes Fell und einen gelblichen Kehlfleck. Beim Steinmarder ist dieser Kehlfleck eher weiß. Außerdem ist der Baummarder größer als der Steinmarder.
Seinen Unterschlupf sucht er sich in hohlen Bäumen, in verlassenen Krähen-, Greifvogel- und Taubennestern, in den Kobeln der Eichhörnchen, in Holzstößen und in größeren Vogelnistkästen. Für seine Jagdzüge durch die Wälder ist er bestens ausgerüstet. Der Baummarder ist ein wendige Kletterer und in dieser Hinsicht den meisten anderen europäischen Säugetieren überlegen. Er springt mit bis zu vier Meter weiten Sätzen durch die Baumkronen, läuft die Stämme hinauf und kopfüber wieder herab, fast so als ob er sich auf dem Boden bewegen würde. Er besitzt eine sehr gelenkige Wirbelsäule und keine Schlüsselbeine. Daher kann er sich durch enge Löcher winden und praktisch aus jeder Stellung plötzlich abspringen. Dies kommt ihm natürlich bei der Jagd bestens zu statten. Da er absolut furchtlos ist, wird er allen Waldsäugern, bis hin zum Jungreh gefährlich! Natürlich auch den Vögeln, sie und Eichhörnchen zählen zur Lieblingsbeute. Doch auch Bilche, wie Siebenschläfer und Haselmaus müssen sich vor dem Baummarder in acht nehmen, genau wie Mäuse. Bei größeren Säugern, wie Hase und Kaninchen verbeist er sich im Genick und versucht dem Beutetier mit den Hinterbeinen kräftige Stöße zu versetzen, um ihm die Halswirbel zu brechen. Auch die Vögel verschont er nicht, die er mit seinen Pranken sogar aus den Nistkästen zu ziehen versucht. Meistens frisst unser Edelmarder zuerst den Kopf seines Beutetieres, weil ihm das lecithinreiche Gehirn besonders zu schmecken scheint. Aber auch Insekten verschmäht er nicht und im Sommer und Herbst labt er sich ausreichend an Obst, Beeren, Bucheckern und Haselnüssen, Auch Hummel- und Wespennester stehen auf seinem Speiseplan.

Baummarder halten keinen Winterschlaf, durch ihr dickes Fell sind sie bestens geschützt. Außerhalb der Paarungszeit leben die sie als Einzelgänger. In den Monaten Juni bis August, vor allem im Juli, werden sie besonders lebhaft und unruhig. Die Paarungszeit zieht sie ganz in ihren Bann. Die Mardermännchen hetzen dann die Weibchen stundenlang durch den Wald. Durch eine Verzögerung der Keimentwicklung wird nach der Paarung die Tragzeit der weiblichen Baummarder hinausgezögert und die Jungen kommen erst im April zur Welt. Die Jungtiere bleiben bis zum nächsten Frühling bei der Mutter. Ab dem zweiten Lebensjahr sind sie dann geschlechtsreif. Baummarder haben außer dem Fuchs, kaum noch natürliche Feinde. Sie können bis zu 16 Jahre alt werden. Aber meist sterben sie vorher durch Bejagung, an einer Krankheit oder werden im Straßenverkehr getötet.

Samstag, 9. März 2013

Die Daseinsfreude in den Wäldern

Man muss mit den Augen einer Krähe schauen können will man die Signatur der Natur entziffern. Es sind die Geheimnisse und das Wissen das man sich in Jahrzehnte langem Waldläufertums angeeignet hat. Die Schrift zu lesen die eine Schnecke auf einem bemoosten Sandstein hinterlässt; im Vogelflug einen Sinn zu erkennen, ihn zu deuten wie die alten germanischen Seher dies taten. In der borkigen Rinde der Eiche den Weg des Hirschkäfers zu verfolgen. Daseinsfreude zu empfinden wenn man am Feldrain einen alten Baumgenossen trifft und erkennt das er ein Wesen mit einer Seele ist. Das ist es was ich die Signatur der Natur zu schauen nenne.
hukwa

Freitag, 8. März 2013

Beim beobachten des Schwarzspechts

Gestern Morgen hatte es mich wieder sehr früh in den Wald gezogen. Gegen sieben Uhr habe ich mich auf eine Wanderung begeben. Jetzt im Vorfrühling gibt es viel in den Wäldern zu beobachten. eine kurze Zeit verweile ich am Kaltenborn einem alten Wäschebrunnen. Aus der ferne drang das "kliöh" des Schwarzspechts zu mir her. Es dauerte einen Moment, dann sah ich den Großspecht vorüber fliegen. Eine erhabene Erscheinung, groß und schwarz wie eine Krähe, mit einem Feuerroten Stirnschweif. Er liebt die alten Buchenwälder, hier hat man die beste Möglichkeit ihn zu beobachten oder zu hören. Sein Vetter der Grünspecht kommt sogar in meinen Garten.
Auf meinem Nachhause Weg lausche ich mit Andacht den ersten frühen Vogelkonzerten.
Der Wald ist ein Geheimnis und eine große Offenbarung zugleich.
hukwa

Donnerstag, 28. Februar 2013

Beim Beobachten des Eisvogels

Es war noch dunkel heute Morgen als ich mich aufmachte und ins romantische Karlstal wanderte um für eine Stunde die Silberreiher zu beobachten. Leider bekam ich nur die Graureiher zu sehen. Vielleicht ist der Silberreiher den ich vergangene Woche hier beobachtete schon wieder Richtung Balkan geflogen oder hat sich einen neuen Standort aufgesucht.
Der Frühling ist zwar noch nicht eingekehrt doch die Graureiher die ich sah haben anscheinend gutes Futter über den Winter gefunden. der Waldbach, die vielen Fischteiche hier unten versorgen die Reiher gut. ich beobachtete sie eine Zeitlang wie sie entlang des Ufers nach Futter suchten. plötzlich hörte ich einen kurzen scharfen Pfiff und ein glänzender Sperlingsgroßer Vogel flog pfeilschnell über das Wasser. Ich erkannte ihn sofort an seinem bunten Gefieder, es war der Eisvogel, dieser Diamant unter den Vögeln. Für den Eisvogel ist dieser Landschaftbereich sehr wichtig. Klares, fließendes Wasser, viele Teiche, bewachsene Uferränder, das Karlstal bietet ihm optimale Lebensbedingungen. Ich habe den Vogel zwar nur kurz gesehen, doch es war ein erhabenes Gefühl ihn zu beobachten und vor allem zu wissen das er hier ist.
hukwa