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Dienstag, 18. Februar 2025

Wohnstube

Der alte Garten 
so lange schon 
von Sträuchern und Disteln umwuchert 
ist er nun 
Sommer und Winter 
Wohnstube 
von Grünspecht und Baumläufer. 
hukwa 

Samstag, 8. Mai 2021

Morgen im Garten

 Der frühe Morgen im Garten 
das berstende Grün 
die Blüte der Akelei 
dazu das Lied der Amsel 
lassen in mir ein Gefühll der Erhabenheit aufkommen 
ich spüre das Einssein 
mit Vogellied Blüte und Strauch  
fern dem Stumpfsinn der Tage 
fern den Orks 
erlebe ich das Wunder 
des Liedes der Amsel. 
hukwa

Mittwoch, 31. Juli 2019

Verwunschener Garten

Mittagszeit im Hochsommer
Panstunde
Geflüster im Gartenschilf
die Zeit
für einen Moment gefangen
im spiegelnden Gelb
der Ringelblumen
einsam der Farn
beim Erlenbaum
im verwunschenen Garten
den Tulpen und Rosen so fern
bemoost der Stein
ein einzelner Star
starrt gebannt nach Süden
im feuchten Sand vor dem Teich
der zierliche Hufabdruck des Pan.
hukwa

Dienstag, 30. Mai 2017

Die Sehnsucht nach etwas Höherem

Ich sitze im Garten und bewundere
die Vielfalt der Pflanzen die mich um wuchern
manche Denken dieses Nichts-Tun ist verwerflich
ich lasse sie
mein Denken ist das Universum
die Sehnsucht nach etwas Höherem 
schon vor viertausend Jahren
saß ein Grieche in seinem Garten
umwuchert von Pflanzen
er erfreute sich an diesem
Nichts-Tun.
hukwa

Sonntag, 10. Juli 2016

Sommermorgen

Jeden Sommermorgen wieder- dass jubilierende Lied der alten Gaia. Das Gezeter der Krähen, singen und zwitschern der Vögel, die Sonne spiegelt sich auf den alten Biberschwänzen des Hausdachs. Eine früh Erwachte Hummel klettert in die Blütenstände des Fingerhuts. Die Erde atmet am intensivsten in der Frühe, eine Amsel sucht nach Würmern und an einem Baumstamm klettert geschickt der Kleiber. Der Fischreiher zieht ins Tal und eine Bachstelze geht auf dem Dachfirst spazieren. Sommermorgen.
hukwa

Dienstag, 30. Dezember 2014

Auch ich war in Arkadien - ET IN ARCADIA EGO

…Auch ich war in Arkadien und bin auch heute noch des öfteren in dieser sehr schönen bukolischen Landschaft. Es war ein Maler der Renaissance, der Arkadien, berühmt machte.
Der Maler Poussin hatte es geschaffen. Vor einem Grabdenkmal in einer einfachen Naturgewaltigen Landschaft kniet ein Schäfer und entziffert seinen beiden jüngeren Gefährten und einem Hirtenmädchen die halberloschene Inschrift: ET IN ARCADIA EGO, auch ich war in Arkadien. Man findet sein Arkadien dort in der Natur, wo man sich zu Hause fühlt, ich finde es heute in diesem großen alten Garten.
Oft sitze ich hier und beobachte diesen alten Garten, in seiner farbenprächtigen Vielfalt, ein Stück verwilderter Kultur. In seiner Farbenpracht, in der Vielfalt seiner Pflanzen und Besucher, täglich verändert er sich, doch das Fundamentale bleibt gleich an ihm. Er ist eine starke Daseinsform und im Sommer vergeht kein Tag, wo ich mich wenigsten nicht für eine kurze Zeit in ihm aufhalte. Verwunschen ist er märchenhaft und voller Zauber. Ich mag alte und verwilderte Gärten sie sind reiner Ausdruck.
Oft gehe ich dann hinein in die bunte Farbenvielfalt dieser Gärten, schmecke, rieche und schaue die Schönheiten solch geheimnisvoller Reiche. Mehr träumend als denkend bewege ich mich dann durch die volle Farbenpracht und den grünen Pflanzenrausch. Ich taste mich mit meiner Seele hinein in die grüne Pflanzenwelt, allein mit dem Intellekt sind sie nicht zu fassen. Und ich spüre hier wird berichtet von den Uranfängen von so vielem.
Wenn ich hier am frühen Morgen sitze höre ich von weitem den Ruf des Schwarzspechts, es ist ein markanter Ruf, schon in der Kindheit habe ich ihm mit Vorliebe gelauscht. Oft trägt er mich fort, hinein in die ziehenden Wolken, in den Wald und noch tiefer, hinein ins reich der Erinnerungen, ins Zauberland der Kindheit. Weit weg bringt mich der Ruf des Spechts, an längst vergessene Orte die mir fremd erscheinen und dann plötzlich wieder so bekannt werden, wie Arkadien.
Dann erkenne ich immer wieder aufs neue wie die Natur in steter Wechselbeziehung mit mir spielt. Nein dies ist kein rasch verblühender Zaubergarten, hier ist Arkadien, ich war auch dort, so geht es mir durch die Sinne. Hier ist Verweilen pure Lust und Liebe, wie eine wunderschöne Frau nimmt mich der alte Garten auf.
O lacht nur ihr Betonanbeter, was wisst ihr von der einfachen Mentalität der Bewohner Arkadiens. Juvenius Arcadicus, arkadischer Jüngling, war einst ein Tadel. So benannt nach den Einwohnern Arkadiens, die der Natur näher standen als den Städten. Die Arkadier galten als wild wie der erymanthische Eber der in den Wäldern Arkadiens hauste. Als Terenz der Welt den Rücken kehrte, wusste er keinen besseren Ort um sich zu verkriechen als das wilde Arkadien, das äußerste Ende der Welt wie man dies damals nannte. Auch die Arkadier hatten einen Tempel, denn Phigalia, das Gegenstück zum Parthenon in Athen. Itkinos, einer der Männer die am Parthenon mitgebaut hatten, errichtete ihn auf Wunsch der Arkadier. Noch heute künden die Reste des Säulenumganges von Größe und Seltsamkeit, dieses nicht gerade für seine zeit gewöhnlichen Tempels. Er war eben Arkadienhaft!
So ist auch dieser Garten, hier blüht Arkadien mir und arm sei der Mensch der kein Arkadien hat. Wie es Hölderlin einmal ausdrückte: "Nicht begrenzt werden vom Größten und dennoch ein beschlossen sein vom geringsten, das ist göttlich". Das ist Arkadien.
hukwa