Posts mit dem Label Wildbeobachtungen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Wildbeobachtungen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 11. Februar 2025

Es waren Kraniche in der Luft

 Heute um 13.Uhr kamen die Kraniche. Seltsam, seit Tagen warte ich auf sie und seit Tagen lese ich im Buch von Peter Matthiessen "Die Könige der Lüfte-Reisen mit Kranichen", vielleicht das beste Buch das jemals über die älteste Vogelspezies unseres Planeten geschrieben wurde. Es ist ein erhabenes Gefühl jedes Jahr wieder, wenn ich plötzlich den Trompeten Ruf der Kraniche höre. Ein Jakute schrieb einmal: 
"Das Leben auf Erden ist hart,aber wenn man einem Kranich begegnet, werden die Probleme und das Pech weniger. Deshalb träumt jedes Jakutenkind davon einmal einen Kranich zu sehen." Eine schöne Lebenseinstellung für Kinder. 
hukwa 
Kühler Strand mit Kranichen, 
Die langbeinig durch die Tidepfützen 
in Shiogoshis Dünen warten. 
Basho

Donnerstag, 7. März 2024

Krähen

 Ich habe heute Morgen meiner Krähe im Garten einen Text von David Hume einem Philosophen vorgelesen: Keine Wahrheit scheint mir offenkundiger, als dass Tiere,genauso wie der mensch, mit Denken und Vernunft ausgestattet sind. Die Gründe sind in diesem Falle so offensichtlich, dass sie nicht einmal dem Dümmsten und Unwissendsten entgehen". 
hukwa

Sonntag, 6. September 2020

Seltene Gottesanbeterin ist in Trippstadt zuhause

 

Foto©Sophie Wagner-Bernhart

Gestern hat meine Tochter mir ein Foto von der in Mitteleuropa sehr seltenen und vom Ausssterben bedrohten Gottesanbeterin (Mantis religiosa) gezeigt. Entdeckt und fotografiert hat sie dieses Insekt an der Hauswand direkt an einer Magerwiese neben der Haustür. In Rheinland-Pfalz kommt die Gottesanbeterin nur noch an zwei Stellen vor. Die wärmeliebenden Tagtiere sind räuberisch veranlagt. Ihre Beutetiere sind Mücken und kleine Insekten. Ihre etwa aus 100 Jungtieren bestehenden Gelege hängen an einem Ast. Nach dem Schlüpfen verteilen sie sich rasch, um sich nicht gegenseitig aufzufressen. Wahrscheinlich gibt es in Trippstadt nun ein sogenanntes „Inselvorkommen“ dieser ungewöhnlichen Tierart. Besonders wichtig für solch seltene Arten sind „Tritttsteinbiotope“ die inzwischen in Trippstadt ja in Aufbau sind und auch von der Gemeinde gefördert werden. In diesem Jahr haben sich auch verschiedene gefährdete Schmetterlingsarten und Wildbienen vermehrt, weil einige brach liegende Wiesen und Wegböschungen als Schutzwiesen ausgewiesen wurden. Bleibt die Hoffnung, dass sich noch weitere bedrohte Arten ansiedeln.

hukwa

Samstag, 17. November 2018

Gespür für die Allseele

Gerade war ich im Garten die Krähen füttern. Als ich unter die Bäume trat warteten beide schon auf mich. es sind wunderschöne Momente wenn man das vertrauen das Wildtiere einem entgegen bringen können spüren darf. In mir spüre ich dann ein tiefes Gefühl mit der Allseele in Verbindung zu stehen. Man gehört zur großen Familie von Stein, Pflanze und Tier.
hukwa

Dienstag, 6. November 2018

Mit Tieren sprechen

Seit Jahren spreche ich mindestens einmal am Tag mit den Krähen. Es sind wildlebende Tiere die mich mehrmals am Tag besuchen und sich ein Leckerli abholen. Sie sind sehr intelligent und ich weiß dass sie mich verstehen wenn ich mit ihnen spreche. Wenn man mit Tieren spricht muss man gleichzeitig das Gespür in sich fühlen, das es echt ist, wenn man davon überzeugt ist das sie einem Verstehen. Man darf sich da nichts selbst vormachen. Dieses Gespür beruht auf einer sehr langen Erfahrung im Umgang mit Tieren. In der Regel finde ich es weitaus interessanter mich mit Tieren auseinanderzusetzen als mit Menschen.
hukwa

Freitag, 15. Dezember 2017

Sumpfmeisen

Heute Morgen herrschte starker Schneefall vor. Als ich tiefer in den Wald lief erfreute ich mich an der Stille. Nur das leise Piepsen der Sumpfmeise drang an mein Ohr. Auf den Ton dieser Meise ist auch im Winter verlass. Im dichten Fichtendickicht kommt es mir vor als sei sie der einzige Bewohner des Winterwaldes. Dennoch weiß ich das mich viele Tieraugen beobachten. Auch jene Wesen die wir nicht sehen im Wald machen seinen Mythos aus.
hukwa

Freitag, 27. Oktober 2017

Gestern zogen die Kraniche

Gestern Abend sind die Kraniche über das Dorf gezogen. Auf der großen Wiese beim Park haben sie eine Rast gemacht. Mir ist es jedes Jahr wieder eine Freude wenn ich ihre Überflug beobachten kann. Im Herbst höre oder sehe ich sie immer erst gegen Abend. Im Frühjahr ziehen sie meistens gegen Morgen über den Ort. Etwas mystisch-archaisches strahlt dieser Zug für mich aus. Jedes Jahr bin ich aufs Neue davon fasziniert. Ach könnt ich nur Nils Holgerson sein!
hukwa

Sonntag, 16. Juli 2017

Begegnung beim Schlehenbaum

Gefüllt mit grauen Wolken ist auch heute der Himmel. Ein erfrischender Landregen weicht langsam den Boden auf. Götterwetter! Für einige Zeit lehne ich am Stamm einer mächtigen Eiche. Lausche dem Regen der auf die Blätter fällt und beobachte einen Buntspecht der eine alte Kiefer bearbeitet. Meisen und Kleiber zwitschern im Unterholz. ich atme tief die klare Waldluft ein. Heute morgen konnte ich für einige Zeit einen Fuchs beobachten, der sich im Schlehendickicht zu schaffen machte. anscheinend suchte er irgendetwas. Als er mich wahrnahm verschwand er gemütlich ins Unterholz. Mir sind Begegnungen mit Tieren wertvoller als das Zusammensein mit geschwätzigen Menschen.
hukwa

Mittwoch, 1. März 2017

Frühlingsbotschafter

Heute ist ein nass-kalter Märztag doch überall liegt schon der Duft des Frühlings in der Luft. Bereits am vergangenen Sonntag zogen die Kraniche über das Dorf. Am Morgen ertönt lautes Vogelgezwitscher und in der Nacht rumort der Baummarder auf der Veranda. Im Tierreich setzt nun der Paarungtrieb ein und die Pflanzen warten auf die ersten milden Sonnenstrahlen um aus der Erde hervorzubrechen. Heute Morgen beobachtete ich für einige Zeit zwei Graureiher die über mir segelten. Überall erscheinen nun die ersten Botschafter des Frühlings.
hukwa

Mittwoch, 11. Februar 2015

Der alte Keiler aus dem Bergwald

Wenn ende Oktober bis Anfang November der Raureif den Bergwald verzaubert, beginnt für den alten Keiler, der hier lebt, die Rauschzeit. Die meiste zeit des Jahres lebt er als Eremit in diesem großen Waldgebiet. Heimlich, scheu, unstet und vorsichtig, durchstreift er seit Jahren schon die Wälder. Ruht heute im Fichtendickicht, dann wieder im Schilf des großen Waldsees, morgen im Getreidefeld am Waldrand. Der Alte ist schlau wie ein Fuchs und ein erfahrener Waldgänger und Vorsicht ist sein oberstes Gebot, sonst hätte der Jäger ihn längst schon erwischt. Neben dem alten Platzhirsch ist er der „zweite König“ des Bergwaldes.
Schon Anfang September legt er sich den sogenannten Schild zu, eine von der Schultergegend bis zu den letzten Rippen reichende, mehrere Zentimeter dicke, derbe Platte, die durch Wucherungen des Bindegewebes entsteht. Diesen Schutzschild verstärkt der Alte noch dadurch das er sich regelmäßig an harzigen Bäumen reibt und deren Harz an sich „schmiert“.
Wenn es auf ende Oktober zugeht dann gibt er sein Einzelgängertum auf und erscheint plötzlich bei den Rotten der Bachen und Jungtiere. Den zwei bis dreijährigen Keilern die sich bei den Rotten befinden gibt er mit groben Püffen zu verstehen, dass sie jetzt besser verschwinden sollen.
Seine „Waffen“ sind seine scharfkantigen Eckzähne des Unter- und Oberkiefers, sie sind seine wirkungsvollsten - wie der Name schon sagt – Waffen. Taucht nun ein anderer Keiler auf dann geht es ums Ganze. Kopf – gegen Kopfseite oder Kopf – gegen Körperseite versuchen sich nun die Keiler mit blitzschnell von unten nach oben geführten Schlägen zu verwunden. In der Regel werden diese Angriffe mit den Waffen des Gegners abgefangen oder sie treffen die unverwundbare Schilde. Natürlich fließt dabei der Schweiß, so nennt man das Blut der Wildschweine. Über tödliche Ausgänge bei solchen Kämpfen berichtet lediglich das phantasievolle Jägerlatein. Irgendwann räumt der Schwächere das Feld.
Nach der Paarung zieht sich der Alte wieder in sein Eremitendasein zurück, alte Keiler lieben die Ruhe über alles. Nichts ist dem Alten vom Bergwald so zuwider, wie führende Bachen mit Frischlingen oder dass unbekümmerte Treiben in den Überläufer Rotten.
Jetzt bleibt er den Tag über wider in seiner Deckung und scheut in den Nächten das Büchsenlicht. Oft schiebt er sich dicht am rand einer Deckung ein. So kriegt er immer frühzeitig mit wenn er umstellt wird, und kann sich dann rasch in Sicherheit bringen.
Solch alte Keiler bleiben auch bei Mondlicht stets im Mondschatten, sie sind eben clevere alte Burschen.
hukwa

Dienstag, 20. Januar 2015

Die Bergfinken sind da

Heute Nacht ist Schnee gefallen und am Morgen waren die Bergfinken da. Sie treten in der Regel in Gruppen auf. Dieser Verwandte des Buchfinks besucht uns regelmäßig im Winter. Im Februar 1865 durchzogen 60 Millionen Bergfinken Luxemburg. 1951 übernachteten an einem Schlafplatz in der Schweiz zwischen 50 - 70 Millionen Bergfinken. Damals überwinterten dank der guten Bucheckernmast in der Schweiz 100 Millionen Bergfinken. Ihre Zahl machte die gesamte Bergfinkenbevölkerung von Skandinavien bis an den Ural aus. Noch erstaunlicher als diese gewaltigen Zahlen ist die Fähigkeit der Bergfinken über Kontinente hinweg jenen kleinen Bezirk zu finden, wo es das meiste Futter gibt.
hukwa

Mittwoch, 14. Januar 2015

Der Habicht - ein Freibeuter der Lüfte

Das standorttreue Habichtspaar zeigt sich im Vorfrühling beim Balzflug über dem Trippstadter Wald, in dem der Horst liegt. Dabei kreisen die Vögel bis in große Höhe, das Männchen fliegt in Wellen dahin, dem sogenannten „Girlandenflug“. Meist wird der vorjährige Horst bezogen und aufgestockt, manche Paare verfügen aber über mehrere Horste, die sie wechselweise benützen. Die Brutzeit beginnt im April und dauert 40 Tage. In der Regel liegen 4. Eier im Horst doch werden meist nur zwei Junge Flügge. Vor allem bei anhaltendem Regen können die Altvögel nicht genug Beute erjagen, weil sie mit dem durchnässtem Gefieder nicht so gut jagen können wie bei trockenem Wetter.
Nach dem schlüpfen bleibt das Weibchen noch etwa zehn Tage auf seiner Brut sitzen, weitere zehn Tage verbringt es wachend in Horst nähe und wärmt die Jungen über Nacht: von da an sind sie allein und bekommen täglich ein Beutetier auf den Nestrand gelegt.
Der Habicht ist auch ein Ansitzjäger. Er setzt sich dabei auf einer verborgenen, aber aussichtsreichen Stelle an, und sobald sich ein Beutetier zeigt, schlägt er im Überraschungsflug zu. Er schlägt seine Beutetiere in der Luft und am Boden. Etwa siebzig Tierarten gehören zu seiner Jagdbeute: von der Maus bis zum Hasen, vom Mauswiesel bis zur Hauskatze, vom Neuntöter bis zum Mäusebussard, vom Sperling bis zum Fasan. Das über ein Kilogramm schwere Habichtsweibchen ist in der Lage, auch kräftige Hasen zu schlagen, während das wesentlich kleinere Männchen nur Tiere bis zu Kaninchen- und Fasanengröße greifen kann.
Der Habicht hat kaum noch natürliche Feinde, lediglich Adler oder Uhu wären in der Lage ihn anzugreifen.
So bleibt sein größter Feind der Mensch der durch seine technisierte und verschmutzte Umwelt diesem Freibeuter der Lüfte das Leben immer schwerer macht.


Beim Beobachten des Habichts

Es ist die Zeit des „Altweibersommers“. Früh am Morgen sitze ich am Kohlenmeiler und beobachte die Natur und ihre wundervolle Wesen. Die ganze Nacht hindurch hat ein Hirsch „geröhrt“. Etwa zweihundert Meter von mir entfernt beginnt ein dichter Fichtenwald. Davor liegt noch eine kleine Waldwiese auf der eine Schar von Goldammern nach Futter suchen. Am Rand des Fichtenwaldes taucht kurz ein Fuchs auf verschwindet aber gleich wieder als er meine Witterung aufnimmt.
Plötzlich schießt aus dem Fichtenwald dicht über dem Boden ein Schatten pfeilschnell heran. Mit kräftigen Flügelschlägen nähert sich ein Habicht. Kurz vor der Goldammerschar breitet er für Sekunden die Schwingen starr aus, bremst, zeigt die Krallen und schlägt zu. Bevor die Ammern überhaupt was bemerken ist alles schon Geschehen.
Mit kräftigen Flügelschlägen fliegt der Habicht in Bodenhöhe etwa etwa 20 meter von mir entfernt in ein nah gelegenes Hainbuchenwäldchen. Für einen kurzen Augenblick kann ich sein Gefieder genau erkennen. Ich konnte an seiner Größe und dem für einen Altvogel charakteristischem weiß und schwarz quer gebändertem Brustgefieder deutlich erkennen, dass es sich um ein älteres bussardgroßes Weibchen handelte. Dies unterscheidet sich deutlich vom kleineren Männchen und den Jungvögeln, deren auffälligstes Kennzeichen das gelbliche Jugendkleid mit den schwarzbraunen Längsflecken ist.
Schon als Kind war ich fasziniert von diesem stolzen Raubvogel, der regelmäßig einige Brieftauben aus dem Taubenschlag meines Bruders riss. Solche Naturerlebnisse vergisst man nie.
Ich mache einige Luftlöcher in den Kohlenmeiler dann setze ich mich wieder auf einen Baumstumpf und beobachte noch intensiver diese wundervolle mich umgebende Natur.

hukwa

Dienstag, 9. Dezember 2014

Gegenseitige hilfe in der Tierwelt

Ich sitze am Schreibtisch mit meinem Tagebuch, als die Meisen am Futterhaus Alarm schlagen. Ich schaue zum Fenster hinaus und entdecke die Nachbarskatze die auf Vogeljagd ausgeht. Die Krähen in den großen Fichten haben den Lärm der Meisen mitbekommen. Plötzlich zähle ich zwölf Krähen im Garten, sie bleiben zwar auf den Bäumen und dem Schuppendach, doch sie machen einen solchen Krach das die Katze verschwindet. Kurze Zeit später sind die Vögel wieder am Futterhaus.
Das nenne ich gegenseitige Hilfe in der Tierwelt.
hukwa

Montag, 3. März 2014

Beobachtung bei der Balz der Goldammern

Während meiner Wanderungen zieht es mich meistens in die Tiefe der Wälder aber im Frühjahr und Herbst durchwandere ich gerne die Feldflur um hier meine Beobachtungen zu machen. Man hat einen weiten Ausblick und kann aus dem Feldgehölz heraus genaue Tierbeobachtungen machen. So wurde ich Gestern Aufmerksam als ich den frühen Gesang der Goldammern hörte. Alsbald konnte ich das Balzgehabe der Ammern beobachten. Beide Partner rissen Grashalme aus dem Boden und ließen sie wieder fallen. Dies hat die Bedeutung einer gegenseitigen Versicherung: Komm lass uns ein Nest bauen! Etwa 20 Minuten beobachtete ich die Vögel. In der Natur kann man immer etwas besonderes sehen. Oft ist es merkwürdig aber immer sinnvoll.
hukwa

Montag, 4. November 2013

Die Krähe Kra

Als ich Gestern Morgen aus dem Fenster schaute hatte Raureif Garten und Wald in eine Märchenlandschaft verwandelt. Gegen 7.30 Uhr wurde es langsam hell und im Garten wartete schon die Krähe die ich regelmäßig füttere. Ich brachte ihr Futter und beobachtete sie vom Küchenfenster aus. Rabenkrähen sind seht interessierte Vögel und werden recht zutraulich wenn man sich um sie kümmert. Sie können bis zu 70 Jahre alt werden. "Meine" Krähe, ich nenne sie Kra, brauche ich nur zu rufen dann kommt sie angeflogen. Obwohl sie mir gegenüber sehr zutraulich ist verschwindet sie sofort wenn sich im Nachbargarten jemand sehen lässt. Sie kann also tatsächlich Menschen unterscheiden.
hukwa

Sonntag, 21. Juli 2013

Über das Leben der Dachse

Er ist ein scheuer Bewohner unserer Wälder und Feldwiesen, doch in der Dämmerung kann es möglich sein, dass er uns über den Weg läuft. Gemeint ist Meister Grimbart, der Dachs!

„Der Dachs geht auf die Weide“ so nennen es Naturkundler, wenn Meister Grimbart zur Nahrungssuche aufbricht. Beim Verlassen seines Baues lässt er stets größte Vorsicht walten. Er schiebt sich aus der Röhre, dem Erdgang, wittert und verschwindet wieder. Das wiederholt er einige Male und bevor er endgültig aufbricht „löst“ er sich, d.h. er setzt in einer Grube abseits des Baues Urin und Kot ab. An diesen „Dachsabtritten“, spitz nach unten zulaufenden Löchern die nicht immer zugescharrt werden, erkennt man, dass der Dachs in dem betreffenden Waldgebiet zuhause ist. In diesen Gruben vergräbt er auch seine Abfälle und sorgt so in seinem Bau für peinliche Ordnung und Sauberkeit.
Auf seinen Ausflügen in die Dämmerung und Nacht folgt der Dachs bestimmten Wechseln, wie man seine Wege nennt. Sein Revier dehnt sich bis zu zwei Kilometer um den Bau aus. Obwohl er in der Lage ist, schneller als ein Mensch zu laufen, trottet und watschelt er in der Regel gemächlich dahin. Dieser gemütliche „Dachsgang“ ermöglicht es ihm, unterwegs alles auf seine Fressbarkeit zu untersuchen. Wenn er so „auf die Weide geht“, findet er sehr schnell Nahrung.
Meister Grimbarts Speisekarte ist außerordentlich vielseitig! Beeren, Eicheln, Bucheckern, Wurzeln, Fallobst, Pilze, reifendes Getreide, Rüben und vieles mehr. An Kleintieren frisst er alles was ihm begegnet, vor allem sind es Regenwürmer, die zu seiner Leibspeise zählen. Aber auch Schnecken, Frösche, Mistkäfer und andere Kerbtiere. Man hat sogar schon beobachtet, dass Dachse sich an Laubbäumen die „Schwarte“ reiben um auf diese Weise Maikäfer herunter zu schütteln. Gerne ist der Dachs auch auf Mäusejagd. Diese scharrt er mit seinen kräftigen Pranken in kürzester Zeit aus ihren Erdgängen.

Generationen von Tierbeobachtern hielten ihn für einen extremen Einzelgänger, weil man selten mehrere dieser Tiere zusammen antrifft.
Doch in der Zeit des ausgehenden Winters und bis zum Vorfrühling leben die alten Dachse oft zu mehreren in einem Bau. Und über das Jahr soll es üblich sein, dass sich die Tiere in Ihren Bauen gegenseitig besuchen bevor sie zur Futtersuche aufbrechen und manchmal übernachten sie sogar bei ihrem Gastgeber.

Durch solche Beobachtungen wurde wohl auch Kenneth Grahame, der Autor der wundervollen Kindergeschichten „Der Wind in den Weiden“ inspiriert. Wer kennt sie nicht, die Geschichten um Dachs, Maulwurf, Herr Kröte und Ratte, die nicht nur Kinderseelen berühren!

Seine Streifzüge unternimmt der Dachs aber gerne alleine und wenn man die Tiere zu zweit antrifft, handelt es sich dabei meist um ein Paar. Der Rüde, wie der männliche Dachs genannt wird, ist etwas kräftiger gebaut und sein Kopf breiter. Früher nahm man an, dass Rüde und Fähe, wie das weibliche Tier genannt wird, nur in der Paarungszeit zusammentreffen. Ansonsten aber das Jahr über einzeln leben. Der Engländer Ernest Neal, der Dachse jahrelang beobachtet hat vertritt die These, dass Dachse sogar eine Dauerehe führen.
Die Paarungszeit der Dachse auch Ranzzeit genannt, ist im Juli-August. Dann lassen sie manchmal einen durchdringenden Schrei hören, der einem menschlichen Angstschrei ähnelt. Dieser wird von den Tieren ausgestoßen die noch keinen Partner gefunden haben und so auf sich aufmerksam machen.

In lauen Trippstadter Sommernächten kann man diesen ungewöhnlichen Schrei manchmal hören. Meist kommt er von unten aus dem Tal wo an den bewaldeten Hängen einige Dachsgenerationen ihre Burgen bewohnen. Glücklich kann sich schätzen wer einmal in der Dämmerung dort eine Begegnung mit einem dieser wundervollen Tiere hat.
hukwa

Sonntag, 28. April 2013

Der mit dem Dompfaff singt - Über meine Kommunikation mit Wildtieren

Auf unserer Veranda tummeln sich viele Wildtiere. Einige sind Handzahm wie Eichhörnchen und Dompfaff, andere wie Ringeltaube, Buntspecht und Weidenmeise, zeigen wenig Scheu. ich war immer ein geduldiger Beobachter des Tier- und Pflanzenreiches. Wenn ich am Morgen den Sing Sang des Dompfaffs pfeife kommt dieser alsbald angeflogen und holt sich sein Futter. Man muss die "anima" des Tieres wahrnehmen können, das Lebensprinzip das in ihm wirkt. Ich habe die Feststellung gemacht dass sich zwischen Wildtieren und mir eine Art "Feld" bildet in dem jeder einen Teil von sich preisgibt, Mensch und Tier, um so mit dem Anderen in Kommunikation zu treten. Man verschmilzt mit dem Augenblick, dem Tier und der Umgebung. Die Anima des Tieres tritt in Kontakt mit dem Selbst des Menschen, so entsteht die Kommunikation zwischen dem Mensch- Tier- und Pflanzenreich.
hukwa

Freitag, 26. April 2013

Raubvogelglück

Weißgrünliche Schatten
werfen die Eichen ins Tal
der Häher warnte zweimal
die Haselmaus sich im Wurzelstock versteckt
Meisengezwitscher erstirbt
ein Schatten durch die Baumkronen schnellt
Federn fallen
Sperberglück.
hukwa

Samstag, 9. März 2013

Die Daseinsfreude in den Wäldern

Man muss mit den Augen einer Krähe schauen können will man die Signatur der Natur entziffern. Es sind die Geheimnisse und das Wissen das man sich in Jahrzehnte langem Waldläufertums angeeignet hat. Die Schrift zu lesen die eine Schnecke auf einem bemoosten Sandstein hinterlässt; im Vogelflug einen Sinn zu erkennen, ihn zu deuten wie die alten germanischen Seher dies taten. In der borkigen Rinde der Eiche den Weg des Hirschkäfers zu verfolgen. Daseinsfreude zu empfinden wenn man am Feldrain einen alten Baumgenossen trifft und erkennt das er ein Wesen mit einer Seele ist. Das ist es was ich die Signatur der Natur zu schauen nenne.
hukwa

Freitag, 8. März 2013

Beim beobachten des Schwarzspechts

Gestern Morgen hatte es mich wieder sehr früh in den Wald gezogen. Gegen sieben Uhr habe ich mich auf eine Wanderung begeben. Jetzt im Vorfrühling gibt es viel in den Wäldern zu beobachten. eine kurze Zeit verweile ich am Kaltenborn einem alten Wäschebrunnen. Aus der ferne drang das "kliöh" des Schwarzspechts zu mir her. Es dauerte einen Moment, dann sah ich den Großspecht vorüber fliegen. Eine erhabene Erscheinung, groß und schwarz wie eine Krähe, mit einem Feuerroten Stirnschweif. Er liebt die alten Buchenwälder, hier hat man die beste Möglichkeit ihn zu beobachten oder zu hören. Sein Vetter der Grünspecht kommt sogar in meinen Garten.
Auf meinem Nachhause Weg lausche ich mit Andacht den ersten frühen Vogelkonzerten.
Der Wald ist ein Geheimnis und eine große Offenbarung zugleich.
hukwa