Samstag, 25. Januar 2020

Winternächte

In diesen dusteren Winternächten
erzählt mir die Einsamkeit Geschichten
Melancholie leuchtet aus den Sternen
zwischen Mond und Venus
irren meine Gedanken umher.
hukwa

Donnerstag, 23. Januar 2020

Suche

Es sind oft atavistische Bilder der Vorzeit, chtonische Zeichen einer vergangenen Mythenwelt die plötzlich in meiner Poesie und Zeichnung auftauchen. Sie bezeugen mir das die Vergangenheit in meinem Unbewussten immer noch vorhanden ist.
No se con que decirlo 
Wohin die Gedanken auch weichen 
nach außen oder innen 
in die Dämmerzeit der Vergangenheit 
in die Sinnlosigkeiten eurer Zukünfte 
ich suche weiter 
nach den 
unerschlossenen Schätzen meiner Seele. 
hukwa

Mittwoch, 22. Januar 2020

Rauschhafter Untergang

Die Zeit legt an solchen Morgen ihr Gewand ab,es wird alles etwas durchsichtiger, tiefes Schauen in die Vergangenheit, langsam erwacht der Tag, mit ihm werden die Gedanken granitern und klar, jeder Tag soll ein Suchen sein, so werden die Stunden nicht eintönig, kein Schnee in Sicht, dafür eine große Verachtung gegenüber den Eigensüchtigen, sie werden immer mehr: 
euer Stumpfsinn zerstört alles Natürliche
gefangen in eurer Konsumwelt
lebt ihr Rauschhaft dem Untergang entgegen
ohne Rücksichtnahme
seid ihr unersättlich in eurer Gier
immer mehr
nach uns die Sintflut
nichts menschliches mehr ist an euch.
hukwa

Dienstag, 21. Januar 2020

Hoffentlich bleibt es so

Über den Bäumen der Wind
mit seiner rasselnden Stimme
erzählt er die alten Waldgeschichten
von ehrwürdigen Baumseelen
die einst hier lebten
ein stolzes Geschlecht
gebrochen und zerstört
von eurem Materialismus
eurer Gier und eurem Stumpfsinn
den ihr täglich aufs neue lebt
doch hier in den Wäldern
in der Harmonie der alten Erde
seid ihr noch fern
hoffentlich bleibt es so.
hukwa

Montag, 20. Januar 2020

Etwas

Alte Fichte
ein dicker Tropfen Harz
hat sich gelöst
aus einer Menschengemachten Wunde
Fichte
mein Antlitz spiegelt sich
in deiner Wunde
über mir ziehen Wolken
unter mir die feste Erde
Laub und Äste bedecken den Boden
Nadeln die du geworfen hast
in meinem Schuhwerk
Fichte
etwas nehme ich immer von dir mit.
hukwa

Samstag, 18. Januar 2020

Januarmorgen

Was will das Leben erzählen
an solchen Tagen
wo ich mich verbinde
mit den Jahresringen
der alten Feldeiche
ich klettere in sie hinein
zwischen Baumkrone und Erdenschatten
spiegelt sich das Sein.
hukwa

Freitag, 17. Januar 2020

Zuspruch

In der Schweifenden Klarheit
eines sonnigen Januar Nachmittags
laufe ich durch die Feldflur
den Zuspruch uralter Wege fühlend
wer ist hier wohl schon alles gegangen
Winde wehen über die Wiese
von den Hügeln schleicht langsam der Schatten ins Tal
hier wo von sanften Lüften getrieben
die alten Feldeichen ein Lied anstimmen
fern den Abgründen dieser verruchten Zeit 
schwebe ich mehr als ich gehe
lange wird es dauern
bis wieder Vernunft und Harmonie unter der Sonne herrschen.
hukwa

Donnerstag, 16. Januar 2020

Traumgedicht

Hermetische Dichtung ist immer auch verbunden mit dem Traum. Solche Traumdichtungen sind oftmals auch Reisen in ferne Vergangenheiten. Das Gedicht bewahrt diese Erfahrungen für die Zukunft. 
hukwa

Mnemosyne uralte Quelle
der Priesterin Kleobole
in der inneren Landschaft
der ich mich in den Wäldern nähere
uralter Stein
Seelenverwandtschaft
in den Fels gehaucht
der Ährenkranz der Demeter
wo die Priesterin
mit dem Goldenen Zweig winkt
im Nest des Zaunkönigs
wird ein rotes Ei gebrütet
beschattet vom Geist des Kronos
hier im schützenden Mantel
des winterlichen Waldes
wo das Gewicht der Erfahrungen
sich vereint mit den Erinnerungen
abgelagert in den Schichten des Fels
schaue ich der Muse sanftes Lächeln.
hukwa

Dienstag, 14. Januar 2020

Freiheit der Phantasie

Die Freiheit der Phantasie ist eine der 
maßgeblichen Kräfte der Dichtung.  
Ein realitätsüberragendes Bewusstsein 
wie der Traum 
ist der Eingang ins Reich der Poesie. 
hukwa    

Der Morgen kommt
steigt langsam auf
trüb und regnerisch
mit der Frühe erscheint das Wort
im bewegten Äther
schwingt es durch den Raum
niedergeschrieben im Gedicht
sucht es seinen Empfänger.
hukwa

Sonntag, 12. Januar 2020

Geisterhaftes Sein

"Nur in der Zeit ist das Wort, 
in ihr nur Musik". 
             Burnt Norton    

Schwarze verklärende Macht der Nacht
in die Seele dringend
hier in der Zone der Einsamkeiten
im Flitterschein des Kerzenlichtes
erleuchtet die eisige Flamme den kristallenen Geist
Schweifende Nacht des Bewusstseinsstroms
Tor zur Seele zum Geheimnis einer Urzeit
Fern der Lemmingen Flut
ruhend die Sybille im fahlen Waldteich
bewacht von einer grünen Schlange
umgeben von der Aura
geisterhaften Seins.
hukwa

Samstag, 11. Januar 2020

Wenn Schleier fallen

"Philosophie und Poesie 
sind in ihrem innersten Ursprung 
miteinander verbunden 
und besitzen eine geheime Verwandtschaft in der Seele". 
                                       Edmund Husserl     


Wenn Schleier fallen werden Zeichen
noch schläft der Samen in der Scholle 
und aus dem Brunnen steigt Musik
steigt Hoch um sich zu mischen
mit sanfter Sphärensinfonie
zieh zu den Vorhang und sei leise
andächtig tritt in den heiligen Kreis
und schau die Anmut jedes Dinges
in seinem Sein von Welt durchdrungen
gleich einem Gral werden die Sachen
dein ganzes Sein wird zum Gelübde
in dunkler Nacht bist du erwacht
ein heller Schimmer wird die Erinnerung
leise entschwindet nun die Seele
ins Schimmern der dunklen Nacht.
hukwa

Freitag, 10. Januar 2020

Dichtung ist...

"Dichtung ist nicht nur ein begleitender Schmuck des Daseins, 
nicht nur eine zeitweilige Begeisterung, 
Dichtung ist der tragende Grund der Geschichte und deshalb 
auch nicht nur eine Erscheinung  
der Kultur 
und erst recht nicht der bloße Ausdruck einer Kulturseele".  
Martin Heidegger

Donnerstag, 9. Januar 2020

BetonNeonKalt

"Wisset denn, dass die Kunst ist: 
das Mittel Einzelner, 
sich selbst zu erfüllen". 
                 Rilke 

Bronzener Mond durchbricht den schwarzen Himmel
die bedürftige Sprache im Redeschwall
verstimmt das einsame Gedicht
ein Elfengeist widerspricht sich nicht
Gestaden unter dunklen Schatten
bewegt sich das Automatenheer
nichtahnend des Goldenen Trunkes
der fließt durch wenige Leiber
Seht
die Automaten laufen
wie graue Tempelsäulen am Straßenrand
verrostete Blechlawinen
Autowracks
BetoNeonKalt
die flaumige Feder des Sperlings im Straßendreck
der letzte Kranich zog vorüber
die Tauben wie Chimären
im Gehege der tausend Automaten 
schweigendes Geflüster der Schattengestalten
keine Beschwörung nur Redegeschwall
geduldeter ersehnter Wahn
im blutroten Nebelstreifen
kein Apfelbaum nur Verfäulnis und Dürre
SEHNSUCHT dies Wort kennen sie nicht.
hukwa

Mittwoch, 8. Januar 2020

Märchenschlaf

Im eisigen Licht des Wintermondes
die schlanke Gestalt der Birke
die Unke schläft
Atem der Wälder
im Wechsel der Gezeiten
an den geheimen Orten
wie eine einsame Orgel in den Wäldern
das tönen der Fichten und Tannen
Harzduft
fiebernder Bäume
Waldtempel
Steinaltar
in der Nacht
fern dem fressenden Moloch der Städte
schläft die Unke ruhig und Tief
Märchenschlaf in den Wäldern
im verfilzten Kraut
Kreuzotternhaut
vom Mondschein beglänzt
Märchenschlaf.
hukwa

Mittwoch, 1. Januar 2020

Vom Sein der Wenigen und vom Schein der Vielen


Vom zeitlosen Denken der Philosophie
Wir sind zwar Menschen des Heute aber von allen Fragen des menschlichen Lebens ist das Heute oftmals am schwersten zu begreifen, wohl auch weil wir die Erfahrung unserer eigenen Geschichtlichkeit nicht wahrnehmen wollen. So sucht der Geist nach Paralellen in der Geschichte. Und man ist oft verblüfft wenn man merkt das es eigentlich nichts völlig Neues gibt. All das was denkbar ist haben die Menschen im Verlauf ihrer Geschichte schon gedacht. Es bedarf des geschichtlichen Denkens und des Denkens über seine eigene Geschichtlichkeit um viele Jahrhunderte überschauen zu können. Verborgen und vom Staub der Zeit überlagert ruhen in unserem Geist die Wurzeln alles Erlebens, Denkens und Glaubens: das Innen und Außen, Sinnenwelt und Erscheinungswelt, Geist und Materie.
Plato nannte es Idee und Erscheinungswelt, Aristoteles sprach von eidos und hyle, für Plotin war es Gott und Materie. Für Fichte umschloss der menschliche Geist beides, das Innen und Außen, das Ich und das Nicht-Ich.
Am tiefsten in diese Zusammenhänge ist Hegel eingedrungen wenn er von dem subjektiven und objektiven Geist spricht: Hegel erklärt, das der Geist aus der Sphäre des Objektiven zum Subjektiven zurückkehren könne, und diese Verbindung nennt er den absoluten Geist. Der absolute Geist erfasst das Wissen der absoluten Idee als das der Wahrheit allen Seins.
Die erste Form des absoluten Geistes ist die Kunst, sie ist das unmittelbare Anschauen der Idee in objektiver Wirklichkeit. Die zweite Form ist die Religion, sie ist die Gewissheit der über alles Einzelne und Endliche übergreifenden Macht des Seins. Die dritte Form ist die Philosophie, das Wissen der Idee als des Absoluten, das sowohl reiner Gedanke wie unmittelbare Wirklichkeit ist.
Kunst ist also der absolute Geist in seiner Anschauung, Religion ist der absolute Geist in der Vorstellung, und Philosophie ist der absolute Geist im Denken.
Der Entwicklungsgedanke, war der Zentralgedanke Hegels und wurde zum Grundgedanken des 19. Jahrhunderts und dieser geistig-elementare Gedanke ist in unserer Zeit verloren gegangen. Hegel sprach von der Aufwärtsbewegung in der Natur und im Geist, doch heute hat der Mensch seinen geistigen Tiefstand erreicht. Er strebt nicht mehr danach sich zu vereinigen mit dem Absoluten, mit dem allumfassenden, alle Gegensätze aufhebende Kraft und Substanz des Daseins.
Diese „Vereinigung“ ist etwas für die Wenigen nicht für die Vielen, es ist die Vereinigung von der Schelling sagt sie sei die (philosophische) unio mystica.
Der Gedanke der Gegensätzlichkeit ist bei Heraklit allbeherrschend. Und die Frage von Sein und Schein, die heute zur Existenzfrage wird, ist genau noch so aktuell wie in den Zeiten des Heraklit.
Wandel und Werden sind Teil des Daseins. Beides trägt zur Reifeform des Menschen bei. Der Wandel ist der Weg der von der Welt ausgeht, das Werden ist der Weg der vom Denken ausgeht. Denken ist Sein und das Sein erfassen wir nur als Werdende. Es ist der Geist des Werdens der hinausweist in jene Regionen die vom Schein zum Sein führen, seit sich der Logos aus dem Mythos herausschälte.
In unserer Zeit steht das Diesseits im Vordergrund ein Diesseits das durch und durch gesättigt ist vom materialistischen Denken. Aber das wahre Sein spiegelt sich in jenem Ewigen das Zeitlos ist – im zeitlosen Denken der Philosophie. Der Mensch ist nur noch Erzeugnis seiner gesellschaftlichen Umgebung und sein Ziel ist es in die rein konsumistischen und materialistischen Bereiche einzudringen und mit seiner von der Technokratie gefärbten Vernunft sein Sein mit Konsum einzumauern.
hukwa

Freitag, 27. Dezember 2019

Die züngelnde Flamme der Vergangenheit

Stillschweigend
Die Zeit zwischen der Zeit
die Eisblumen am Fenster
Schön das es sie noch gibt
ein Schatz des Lichtes sind sie
Wertvoller als Edelsteine
aus ihnen spricht der Glanz der Jahreszeit
Eisblumen
Fragmente einer Schattenhaften Erinnerung
der unerwartete Schnee deckt sie zu
ganz in rot leuchtet
des Dompfaff Kleid
wie glühende Kohle in der weißen Birke
dieser Seelenvogel
die Kälte und
die züngelnde Flamme der Vergangenheit
begrüßen den erwachenden Tag
eine solche Zweisamkeit mit Eisblumen
ist ein Weckruf der Vergangenheit.
hukwa


Montag, 23. Dezember 2019

Saturnalien

Es ist nun die Zeit der alten Weihnachtsbräuche. Im alten Rom feierte man vom 17. bis 24. Dezember die Saturnalien, um Saturn, den Gott der Aussaat, für ein gutes Gedeihen der Wintersaat zu bitten. An diesen Tagen gedachten die Römer des Goldenen Zeitalters, in dem Frieden und Eintracht unter den Menschen herrschten. Ähnlich unseres Weihnachtsfestes. Die Woche der Saturnalien wurde bestimmt von Festgelagen und heiterem Treiben, von Maskerade und Kurzweil. Man bedachte sich gegenseitig mit Geschenken und es herrschte ähnlich wie beim heutigen Karneval eine "verkehrte Welt". Die Sklaven waren für kurze zeit die Herren und ließen sich bedienen. Man wusste das die Sonne kurz vor ihrer Wiedergeburt steht und lebte diese Tage intensiv aus.
hukwa

Samstag, 21. Dezember 2019

Mythos und Philosophie

Wie stark der Mythos in die Philosophie eingedrungen ist kann man am Neuplatonismus nachvollziehen. Diese philophische Richtung ruht auf früheren Werken die zum größten Teil verschollen sind und diese wiederum auf der Literatur der Pythagoräer deren Wissen ebenfalls zum großen Teil untergegangen ist. Von hier aus führt der Weg in die Naturspekulationen der Vorsokratiker bis hin zur Orphik und somit zu einem der Quellen des Mythos. Schließlich über Platon zur Philosophie des Mittelalters hin zu Hegel. So zieht sich der Kreislauf der Philosophie um sich schließlich wieder mit dem Anfang zu vereinen.
hukwa

Mittwoch, 18. Dezember 2019

Denn sie wissen was sie tun!

Foto©UteKW

Kinder wir leben in finsteren Zeiten
die Worte des Dichters der sie einst an die Nachgeborenen richtete
haben ihre Bestätigung gefunden
und wenn einst die Zeit kommt und ihr über uns Gericht halten werdet
dann seid menschlich in der Wahl eurer Urteile
wir waren unmenschlich in der Wahl unserer Handlungen
gegenüber den Ungeborenen
eure Anklage wird lauten
denn sie wussten was sie taten
mit Recht sollt ihr uns verfluchen
wären wir noch da ihr würdet uns die Nägel aus den Gliedern reißen
mit glühenden Nadeln die Augen ausstechen
wir, die den UNGEBORENEN
eine ZERSTÖRTE Erde
vergiftete Flüsse
und keine Luft mehr zum Atmen hinterließen
wir, die wir uns des Verbrechens an der Menschlichkeit schuldig gemacht haben
und diese Erde für jegliches Leben unfruchtbar gemacht haben
uns kann keine härtere Strafe treffen als die
das wir UNFÄHIG waren
und nie die wirkliche Stufe wahren MENSCHSEINS erreicht haben
es gab einige unter uns die versuchten den Wahnsinn aufzuhalten
doch sie sind gescheitert an der GIER der anderen
einer schrieb, wir hätten uns mit Mördern schlafen gelegt
es ist schlimmer viel schlimmer
wir sind selber zu Mördern geworden
an den Ungeborenen
und keiner von uns hat das Recht mildernde Umstände in Anspruch zu nehmen
den was wir noch nicht vollbracht haben
das haben wir dennoch eingeleitet
WIR
die wir uns zähneknirschend in dieser Stunde
die Niederlage noch nicht eingestehen wollen
bleibt in Zukunft ein aussichtsloser Kampf
auch wir reinigen unsere Hände nicht in Unschuld
und wenn die Zukünftigen als die LETZTEN
die Geschichte dieses einst blauen Planeten niederschreiben
dann schreibt über unsere Taten die Wahrheit
denn
WIR WUSSTEN WAS WIR TATEN!


Die Unterdrückung und der „Wille zur Macht“ in der Geschichte hat nie aufgehört. Die Ausbeuter und ihre Handlanger haben im Laufe der Geschichte sich immer wieder mit neuen Masken verkleidet. Anscheinend wird jede neue Generation dazu geboren, sich dieser ausbeuterischen Macht zu unterwerfen.
Wie die Dinge zur Zeit stehen, eilt unsere Zivilisation ihrem Untergang zu. Wenn man das geschichtliche Werden betrachtet und verfolgt, seit den Anfängen des griechischen – philosophischen Denkens (also des Logos) zeigt es sich, dass die Weltgeschichte kein fortlaufender Prozess ist sondern eine Aufeinanderfolge von einander unabhängigen Kulturen.
Unsere jetzige westliche Kultur ist eine technisch – künstliche die schon in die Erstarrung des Lebendigen eingetreten ist. Es ist der „gespenstische Mythos einer Technokratie und Wissenschaft“ , das Delirium einer ausbeuterischen Politik und Wirtschaft, die unter dem Deckmantel der Demokratie wirkt und alles Natürliche zerstört.
Es ist dieses vom Kapitalismus gefärbte Doppelgesicht der Wirtschaftspolitik die negativ in das tägliche Leben der Menschen eingreift und zerstört.
Jede Klimakonferenz endet mit wohlklingenden Erklärungen über die weltweiten Sorgen, dass man sich wieder treffen will und das nächste Mal Ergebnisse vorzeigen will. Dies wirft die realistische Frage auf: Vielleicht wollen die überhaupt nichts ändern!
In ihrer unersättlichen Gier nach materiellem Reichtum und Wohlstand ist diesen PolitikerInnen anscheinend alles egal, die Hauptsache sie können aus dem Vollen schöpfen und die nachfolgenden Generationen können Untergehen.
Es sind die ständigen Ohnmachtserfahrungen solcher Klimakonferenzen die die Lügen der Politik entlarven. Inzwischen dürfte klar sein, dass die gar nichts ändern wollen sondern nur weiterhin den Planeten ausbeuten werden. Solche Pläne aber werden in geheimen Konferenzen beschlossen, wo die Öffentlichkeit nicht zugelassen ist.
Die Wolken über uns werden dunkler und ein Sturm zieht auf der uns wohl alle mitreißen wird. Was denen die für eine bessere Welt kämpfen bleibt, das ist ein Satz von Andre Gide:
Uns nährt die Erde,
Uns nährt die Hoffnung“.
Wollen wirs hoffen! 
hukwa 

Dienstag, 17. Dezember 2019

Zerrissenheit

Die Zerrissenheit von Natur und Geist, wie sie Descartes verkündete, der Geist ein anderer als die Natur, und die Natur anders als der Geist, das kein Verbundenes existiert, sondern nur Getrenntes, ist bis Heute dass Denken des vergeselschaftlichen Menschen.
hukwa

Montag, 16. Dezember 2019

Unterwegs zum Mythos

Oft verkündet äußere Verschlossenheit was in der Tiefe der Seele für Geheimnisse aufbewahrt werden. Ich dringe immer tiefer ins Reich des Mythos vor. Wenn man sich in diesen Gefilden aufhält ist man in einer anderen Welt. Die Voraussetzungen um in die Welt des Mythos einzutauchen ist ein Gefühl von Echtheit zur tiefsten Vergangenheit. Ein inneres durchdringendes Gefühl für die vor-homerische Epoche benötigt man um in dieses Reich einzudringen.
hukwa

Samstag, 14. Dezember 2019

Mythisches Leben

So lebe ich tief in der Vergangenheit
im Geiste sehe ich immer noch das Zauberland 
dies Märchenreich aus lang vergangener Zeit
gegründet auf festem Fundament in meinem Geist
verschwommenes Reich mir wohl bekannt
Erinnerung ist Opferglut
sie ruft von Ferne nach dem Zauberwort
Uralte Zeit murmelt ewig fort
du Geist so Sagenreich.
hukwa

Mittwoch, 11. Dezember 2019

Mythos und Bewusstsein

Die Kunst ist die Vorstufe zum mythischen Denken. Dann kam die Poesie sie ist die Sprache des Mythos und dieser ging schließlich in den Logos über. All dies ist noch lebendig in uns, man muss es nur wachrufen - in sich erwecken.
Kunst-Mythos-Poesie-Logos dies ist die stufenweise Entwicklung des menschlichen Bewusstseins. Die Kunst gleichgesetzt mit der Phantasie ist eine ewige Komponente des menschlichen Geistes.
hukwa

Dienstag, 10. Dezember 2019

Mythische Zeit

In den Wäldern
wo ewiger Morgen herrscht
der Habicht seine Kreise zieht
und aus der Ferne der Schwarzspecht ruft
wo die Nymphen an den dunklen Waldweihern zu hause sind
dort lasse dich nieder
umgeben von der Morgenröte des frühen Tages
wo es zwar den Abend gibt
doch alles von der Frische des Morgens um strahlt ist
in der weißen Flamme der mythischen Zeit
wo du sagen kannst
hier leuchtet das Licht der alten Tage.
hukwa

Donnerstag, 5. Dezember 2019

Morgengeheimnis

Vereister Morgen
Raureif
Vogelflug
der Erde Passion 
leise flüstert der Wind
die Geschichten der Zugvögel
bringt einen Gruß von ihnen
solch ein Morgen hat sein Geheimnis 
seine dustere Mystik
im Garten der Buntspecht
Geisterhaft sein Gefieder
sein schriller Ruf
lässt den graniternen Morgen erwachen.
hukwa

Mittwoch, 4. Dezember 2019

Politische Verweigerung und gewaltloser Widerstand bei Henry David Thoreau


Foto©Hans Wagner

Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat“

Die Lehre von der Verzweiflung,
der geistigen oder politischen Tyrannis
und Knechtschaft, haben nie die verkündet,
die an der Heiterkeit der Natur teilhaben.
Henry David Thoreau

Er gilt als der geistige Vater Ghandis und Martin Luther Kings. Der Übersetzer seines Essays „Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat“ W.E. Richartz schrieb: Thoreau macht ganz deutlich: Gewaltloser Widerstand, das heißt nicht einfach Protest gegen staatliche Willkür; es heißt: Umlenkung der Staatsgewalt gegen den Staat selbst; es heißt Anwendung des Judo-Prinzips in der Politik“.
Thoreau wurde am 1817 in Concord/ USA geboren. Berühmt wurde er vor allem durch sein Aussteigerbuch „Walden oder Leben in den Wäldern“. Er gilt als Stammvater des nature writing und schrieb vor allem Tagebücher. In diesen Schriften setzte er sich vorwiegend mit der Natur auseinander aber auch mit kritischen Gedanken über die gerade entstehende Industriegesellschaft und die Sklaverei in den Vereinigten Staaten.
Für Henry David Thoreau galt immer das Modell des „Gesellschaftsvertrages“, wonach die Regierung auf der Grundlage eines Übereinkommens mit der Bevölkerung eingesetzt und von dieser auch wieder abgesetzt werden kann, wenn sie sich als unfähig oder tyrannisch erweist. Geistige Unterstützung bekam er hier wohl auch von Rousseaus Discours (1754). Thoreau war der Meinung, keine Regierung habe das Recht seine Bürger zu bevormunden und ein Staat darf keine Gesetze erlassen die der Bürger in seinem Herzen für ein schweres Unrecht hält.
Im gleichen Jahr als Thoreaus politischer Essay erschien, entstand auch das Kommunistische Manifest von Marx und Engels. So schrieb Hugo Dittberner vor einigen Jahren in der „Franktfurter Rundschau“: „Mag sein, dass sich auf längere Sicht Thoreaus Freiheitslehre als die historische Antwort auf den Kapitalismus und seine Industrie – Zivilisation erweisen wird, wirksammer...als das Kommunistische Manifest... dessen utopische Momente zwar ähnlich, aber ungleich...abgehobener sind.“
So könnten die Schriften Thoreaus eine Alternative aufzeigen zwischen Kapitalismus und Sozialismus.
Er schrieb in seinen Tagebüchern: „Der Mensch ist so reich wie die Anzahl der Dinge, auf die er verzichten kann“. Das bedeutet auf die Gegenwart bezogen, würden wir aufhören Konsumgüter zu kaufen und unser Geld nicht mehr den Banken anvertrauen die damit die Klimakrise unterstützen und die Zerstörung unserer Umwelt, würde es nicht mehr lange dauern und das kapitalistische System wäre bald ausgehöhlt. Thoreaus Lebensführung war ein ständiges Streben nach Selbstverwirklichung und diese fand er nicht im reden darüber, sondern in einer nach Vollkommenheit strebenden Lebenspraxis. Die Menschen die ihre Entfremdung durch die Gesellschaft überwinden wollen sollten ein besseres Leben führen als jene geschäftstüchtigen Mitbürger die nur Geld verdienen im Kopf haben, riet er seinen Freunden und Bekannten. Sein berühmter Essay ist nichts anderes als das Manifest eines kritisch denkenden Menschen der nicht bereit ist dem Staat sein Gewissen abzutreten. Sein erfolgreichstes Buch ist „Walden oder Leben in den Wäldern“. Am 4.Juli 1845 bezieht Thoreau eine Hütte, die er sich selbst gebaut hatte, am Waldensee bei Concord. Er lebt in aller Abgeschiedenheit zwei Jahre und zwei Monate an diesem naturromantischen Platz. Als er einmal wieder seine Heimatstadt Concord aufsucht sperrt man ihn für eine Nacht ins Gefängnis. Der Grund: Aus Protest gegen den Krieg den die Vereinigten Staaten mit Mexiko führten weigerte sich Thoreau Steuern zu zahlen. Dies wurde zu einem Schlüsselerlebnis des Schriftstellers und trug maßgeblich zur Entstehung seines politischen Esssays über „die Pflicht zum Widerstand“ bei.
Trotz seines Strebens nach Selbstverwirklichung des Einzelnen wies er immer wieder darauf hin dass das Private auch das Politische ist. „Und so hat er vorgelebt, wo die Umkehr des Zerstörungsprozesses unserer Umwelt ansetzen muss: beim individuellen Menschen“(Susanne Schaup). Für Thoreau war der Staat unmenschlich und zwar deshalb, weil er der Habgier der Konzerne dient. „Eine Regierung sagte er einmal, ist eine sich selbst perpetuierende Institution, die kein Gewissen besitzt und die Freiheit des einzelnen systematisch beschneidet“ (Philipp Wolff-Windegg). „Wir sollten aber zuerst Menschen sein und dann erst Untertanen“ meint Thoreau.
Angesichts der vielleicht Unumkehrbarkeit mancher Entwicklungen im Bereich unserer Um- und Mitwelt, vor allem der immer stärker werdenden Klimakatastophe bleibt zu hoffen, dass immer mehr Menschen sich auf ihr grundgesetzliches Widerstandsrecht berufen und aufrufen zum bürgerlichen Ungehorsam.



Lit. Hinweise:
Susanne Schaup: H.D.Thoreau- aus den Tagebüchern 1837-1861.
H.D.Thoreau: Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat.
H.D. Thoreau: Walden oder Leben in den Wäldern.
Philipp Wolff-Windegg: Denken mit H.D. Thoreau.

hukwa

Montag, 2. Dezember 2019

Konkrete Vision

Foto©Hans Wagner


"...Die werden immer untereinander kämpfen 
und sich größten Schaden zufügen, und viele werden sterben  
auf beiden Seiten. 
Es wird keine Grenzen geben für ihre Bosheit 
und mit ihrer Wildheit werden sie 
die großen Bäume der Wälder des Universums 
zu Boden reißen. 
Dann, wenn sie satt sind, wird ihr Wunsch davon genährt sein, 
Tod zu geben, Leiden, Ungemach, Kriege und Wut, 
gleich auf wen und was da lebt... 
Nichts auf Erden, unter der Erde oder im Wasser 
wird es geben, dass nicht verfolgt, 
aufgestöbert, verdorben wird und von dem 
einen Land ins andere versetzt. 
Leonardo da Vinci
 

Wir leben in einer Zeit äußerlicher und innerlicher Erschütterungen. Es fällt uns oft schwer, einen tieferen Sinn in unser Leben einzubringen. Betrachten wir diese Gesellschaft sehen wir wie die Entfaltungskräfte und Kreativität von Kindern an geisttötender Armut zerbrechen, Gewalt steht an der Tagesordnung und es scheint wir überlassen sie jener Welt, die wir für sie so übel zu gerichtet haben. Es ist schwer in solchen Zeiten, den Glauben an etwas Positives zu behalten. Und dennoch, ja gerade jetzt, brauchen wir neue Visionen, die uns Kraft schenken ein neues Saatfeld vorzubereiten. Das technisch-materialistische Zeitalter steht im Zeichen der extrovertierten Einstellung von Menschen die eine egoistische Ellenbogenkultur propagieren. Diese setzen weniger auf den Wert inneren Reichtums sondern auf jene materiellen Errungenschaften, die uns immer wieder in ökonomische Krisen hineinreißen werden. Diese Einstellung fördert natürlich kaum eine seelische Bereicherung und versagt dem Bewusstsein eine fortschreitende Erweiterung durch neue Erfahrungen und Erkenntnisse über die eigene Persönlichkeit, weil es Sinn des Systems ist Angst zu säen. Ökonomische Angst! Unter solchen Umständen bleibt der größte Teil der Seelenenergie und der Kreativität ungenutzt. Denn nur eine geringe Anzahl von Menschen ist unter den derzeitigen Umständen gewillt, dem geistig anspruchslosen Lebensrhytmus der Masse zu entfliehen. Daher ist es nötig an neuen Visionen zu arbeiten, nicht im Elfenbeinturm zu verharren sondern damit zu beginnen eine kraftvolle Vision zu leben. Vielleicht werden es auch die "ewig Gestrigen" bald begreifen: Das ökonomische Zeitalter neigt sich seinem Ende zu - das ökologische Zeitalter hat schon begonnen.
Wir mussten viele Schocks überwinden, wir haben sie nicht vergessen: Wyhl, Brokdorf, Tchernobyl, Fukushima die Liste lässt sich fortsetzen, was erwartet uns als nächstes?
Wir werden immer wieder aufstehen und gegen die Ungerechtigkeiten ankämpfen um den Zustand der Zeit ins Positive zu rücken.

hukwa

Sonntag, 1. Dezember 2019

Aufziehender Winter

Der aufziehende Winter
spiegelt sich
im grünen Wasser des Waldteichs
das braune Schilf am Ufer
bewegt sich leise im Wind 
die Wellen des Weihers
Spiegelbild der Seele
der zarte Laut des Rotkehlchens
ist das Lied des Winters.
hukwa

Samstag, 30. November 2019

Die Grenzen wissenschaftlicher Macht

Foto©UteKnieriemen-Wagner


Die frühesten Verknüpfungen ökologischen Denkens liegen über zweienhalb Jahrtausende zurück. Die vorsokratischen Naturphilosophen waren die Stammväter des ökologischen Bewusstseins. Allerdings hat die Menschheit dies kaum beachtet.
Anaximander sprach damals schon von einem Naturrecht das wir heute so dringend benötigen. Heraklit stellte eine These von der unsichtbaren Harmonie im Kosmos auf. Parmenides sprach von der Einigkeit in der Natur. Empedokles entwickelte die Elementarlehre und den Naturkreislaufgedanken. Wir finden also schon in der Antike ein politisch-ökologisches Denken vor. Auch die naturwissenschaftliche Ökologie wurde von diesen Philosophen begründet. Was im ganzen Altertum noch als Naturganzes angesehen und empfunden wurde ist in der Gegenwart zu Teilstücken erklärt worden.
Die entscheidende Differenz zwischen Natur – Sein (Natur als Ganzes) und dem gesellschaftlichen Naturbegfriff (Natur als Teile) liegt in dem Verhältnis von Technik und Natur.
Durch dieses materielle Naturverständnis kam es zu den anthropogen verursachten negativen Veränderungen der Atmosphäre und somit zur globalen Störung des Naturhaushaltes.
Der erste Philosoph der vor solch verheerenden Eingriffen in den Naturhaushalt warnte war Anaximander. Seit diesem Naturphilosophen gibt es eine Genealogie des ökologischen Denkens die bis in unsere Gegenwart reicht.
So wie es die „Grenzen des Wachstums“ (Robert Jungk) gibt, so muss es auch eine Grenze der Macht der Naturwissenschaften geben.
Als Wissenschaftler es wagten die gigantische Kraft der Atomenergie zu handhaben, begab man sich auf einen Weg von dem es vielleicht kein zurück mehr gibt. Der Höhepunkt der Krise wurde erreicht als man begann die Biosphäre infolge menschlicher Dummheit zu schädigen. Beides – Atomkraft und Klimakatastrophe kann die Annulierung des Lebens auf unserem Planeten nach sich ziehen.
Die Anthropozentrik der Wissenschaft nimmt nur noch Objekte wahr und sieht nicht das Ganze. Dadurch wurde die Natur entwertet und ihre Geschöpfe aus dem Pflanzen- und Tierreich erniedrigt. Weil der Mensch den Bezug zur Natur verloren hat zerstört er sie oftmals ohne das er es bemerkt und verurteilt dadurch letztendlich sich selbst.
Claude Levy-Strauß schrieb einmal: „Von dem Augenblick an, da der Mensch keine Grenzen seiner Macht mehr kennt, neigt er zur Selbstzerstörung.“
Die vorsokratischen Philosophen haben uns eine Weltordnung aufgezeigt, die den Menschen wieder mit der Natur verbinden könnte. Diese Weltordnung (Naturordnung) gilt es wieder herzustellen. Was wir benötigen ist eine Ökologie die nicht nur auf naturwissenschaftlicher Beobachtung beruht, sondern auch auf Gefühl und Intuition aufgebaut ist. Eine Ökologie in die auch Mitschöpflichkeit integriert ist.
Solange es den Menschen nicht gelingt den in seinem Innersten verborgenen Bezug zur Natur wieder zu finden, steht er gespalten der Schöpfung gegenüber. Statt den Schlüssel, der zu einem harmonischen Mit – Sein der Natur führt, zu ergreifen ist sein Geist hoffnungslos unter der Oberflächlichkeit der Dinge verborgen. Erst wenn er sich aus dem Gefängnis der materiellen Sachzwänge befreit, ist es ihm möglich eine ganzheitliche Sicht der „natura naturans“ (schöpferische Natur) zu besitzen.

hukwa

Schneehaikus

Der Schnee auf den Bäumen
erzählt
vom Werden und Vergehen.

Am Futterhaus 
das Rotkehlchen
bleibt immer für sich alleine.

In die kahlen Bäume
bringt neues Leben
der Schnee.

Am Abend sang noch der
Herbstwind
am Morgen fiel Schnee.

Der alte Zaunpfosten
im Schnee
Sinnbild des Winters.

Beim Wehr am vereisten Bach
ein Edelstein
der Eisvogel.
hukwa

Donnerstag, 28. November 2019

Halte fest...

Halte fest an der Einsamkeit
sie schenkt deinem leben etwas Göttliches
sie bleibt der Atem deines Seins
wie der azurblaue Himmel
die Seele der Bäume erstrahlen lässt
so gleicht deine Einsamkeit
dem Strahlen eines Engels.
hukwa

Mittwoch, 27. November 2019

Trotzdem geschieht nichts

Foto©Hans Wagner

Ich glaube es gibt eine Verbindung.
Sie wird sichtbar, sobald wir erkennen,
dass beide,
Person und Planet,
vom gleichen Feind bedroht werden...
Theodore Roszak

Wenn ich mit Bekannten, die fast alle leidenschaftliche Autofahrer sind, über das Klima rede versteinern sich sofort ihre Gesichtszüge und ich bekomme die ewig gleiche Antwort: Das gabs schon immer!
Diese Leute sind außerstande sich einen anderen „Lebensstil“ vorzustellen, als jenen den sie schon immer führen. Das Auto und der dazugehörige Konsum ist ihr ganzer Lebensinhalt. Sie sind auf Gedeih und Verderb an das gesellschaftliche und ökonomische System mitsamt seinen Perversitäten gebunden. Ihnen erscheinen alle alternativen Entwürfe für eine bessere Welt, für mehr Umwelt- und Klimaschutz als Ausgeburten einer realitätsblinden Einbildungskraft.
Wenn ich ihnen dann sage das „Unmögliche“, könnte gerade das sein, was uns vor den katastrophalen Folgen der Klimakrise bewahren könnte, ist das Gespräch schon beendet. Und wenn dann einige doch fragen was dieses „Unmögliche“ ist und ich ihnen sage das Auto öfters stehen lassen und mit der Geschwindigkeit herunter gehen habe ich mich eines Sakrilegs schuldig gemacht, denn das Auto ist ihr heiligster Besitz.
Diese Leute sind Teil einer Konsum- und Profitgesellschaft die sie auf keinen Fall verlassen wollen, auch dann nicht, wenn sie dadurch ihren Kindern und Enkelkindern mehr als einen Gefallen tun würden. Sie haben keine sozioökologische Verantwortungsethik und sind weit davon entfernt die Anliegen einer Schicksalsgemeinschaft zu begreifen die es sich zur Aufgabe gemacht hat einen Beitrag für eben jene „bessere Welt“ zu leisten.
In diesem Sinne muss man Karl Marx als Philosoph recht geben, wenn er schreibt: Die Produktionsweise des materiellen Lebens bedingt den sozialen, politischen und geistigen Lebensprozess überhaupt. Es ist nicht das Bewusstsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewusstsein bestimmt.“ (MEW,Bd. 13, S.8/9)
In den 1970ziger Jahren hat der Naturphilosoph Klaus Michael Meyer – Abich einen ökologischen Dreisatz geschrieben der genau auf dieses Konsumklientel passt.
  1. So wie bisher kann es nicht weitergehen.
  2. Was statt dessen geschehen müsste ist längst bekannt.
  3. Trotzdem geschieht nichts.
Diese ganze Konsumgesellschaft verhält sich gegenüber ihren materiellen Lebensgrundlagen so, wie König Midas dem sich auf eigenen Wunsch hin alle Dinge in Gold verwandeln, sobald er sie berührte, so dass er beinahe verhungert wäre. Vielleicht ist die Zeit nicht mehr fern in der diese dem Konsumismus verfallene Gesellschaft merken wird, dass man Geld nicht essen kann.

Literatur Hinweis
Klaus Michael Meyer-Abich: Wege zum Frieden mit der Natur 

hukwa

Montag, 25. November 2019

Eure Kinder werden euch Fragen stellen

Foto©Hans Wagner


Eure Kinder werden euch Fragen stellen
Dieser Text ist ein Gegengewicht
er tritt an gegen die Grundgewichte
gegen die Klimaleugner
gegen Konsumsucht und Heuchelei
ich lege es als Gegengewicht auf die Waage
und wenn noch einige Gegengewichte beibringen
besteht für uns alle die Hoffnung
zumindest auf ein Gleichgewicht
und das wäre für den Moment bestimmt wichtig.




Und es wird der Tag kommen
da werden eure Kinder fragen
was habt ihr mit den Walen getan?
Sie werden weiter fragen
wohin sind die Störche und Reiher geflogen?
Was habt ihr mit den Fischen in den Flüssen gemacht?
Sie werden viele Fragen an euch stellen
sie werden euch auch fragen
was habt ihr mit dem Klima gemacht?
Sie werden vereint aufbrechen
werden zu euch sagen
wo finden wir den Weg der in die Wälder führt
welche Antwort werdet ihr ihnen dann geben?
Sagt ihr
wir wisssen es nicht
wo die grünen Wälder geblieben sind
malt euch doch Bäume auf Beton
und lasst Vogelgezwitscher aus Lautsprechern tönen
wir wissen nicht wohin Reiher und Storch geflogen sind
vielleicht werdet ihr das sagen
doch vielleicht werdet ihr auch sagen
lasst uns in Ruhe
was gehen uns eure Probleme an. 
hukwa

Verborgenes Sein

Ein Moment in der Kälte
eines nebligen Novembermorgens
entfernt von den Schmutzgewässern
einer Phantasielosen Gesellschaft
schimmert für kurze Zeit
durch den weißen Nebel
das sonst verborgene Sein.
hukwa

Sonntag, 24. November 2019

Hier und Jetzt

Der Mensch lebt hier auf dieser Erde im Hier und Jetzt. Aber sein Geist und Sein, das Erleben seiner Ganzheit, weist ihn über sich hinaus in die ewigen Regionen von Mythos und Logos seiner wahren Herkunft.
hukwa

Freitag, 22. November 2019

Mensch und Natursein in Zeiten der Klimakrise

Foto©Hans Wagner


Der Arzt, Physiker und Philosoph Theodor Fechner ( 1801-1887) schrieb in Nanna oder die Seele der Pflanzen einem Werk, das ihm den Sarkasmus der Universitäten und seiner Kollegen einbrachte, aber auch eine Popularität, die sich in vielen Auflagen ausdrückte: Warum sollten wir glauben, dass eine Pflanze sich ihres Hungers und Durstes weniger bewusst ist als ein Tier? Dieses sucht Nahrung mit seinem ganzen Körper, die Pflanze nur mit einem Teil, nicht von Nase, Augen und Ohren geführt, sondern mit anderen Sinnen. Er verkündete ebenfalls, dass einer der Hauptzwecke des menschlichen Körpers letztendlich vielleicht nur der sei, der Entfaltung des pflanzlichen Lebens zu dienen, indem er Kohlendioxid ausstößt und sich nach dem Tode als Nahrung anbietet.
Das war eine Umwertung der Werte, aber wer sagt uns das die Pflanzen für uns Menschen geschaffen sind und nicht umgekehrt?
Nach Fechners Ansicht ist der Mensch also nicht die Krone der Schöpfung sondern einfach nur ein Glied (ihr schwächstes) wie andere Lebewesen aus dem Pflanzen- und Tierreich. In heutige Zeit übersetzt ist Fechners Ansicht nichts anderes als eine grundlegende Kurskorrektur, die für die gesamte Gesellschaft relevant sein kann und eine andere Einstellung zur Natur erfordert. Nämlich Pflanzen und Tiere als das anzusehen, was sie wirklich sind: Mitwesen in einer gemeinschaftlichen Mit – Welt. Ein solches Bewusstsein muss erst einmal entfaltet werden. Es bedeutet, das ökologische Denken kommt vor dem ökonomischen.
Die Klimakatastrophe ist dabei, die natürlichen Grundlagen unserer Existenz zu vernichten. Das es überhaupt soweit kommen konnte hängt auch damit zusammen, dass der Großteil der Menschen kein Mitsein mit der Natur kennt.
In ihrem Buch „Feuer, Wasser, Erde, Luft: Eine Kulturgeschichte der Elemente“ schreiben Gernot und Hartmut Böhme davon, wie die Elemente auch in uns lebendig sind. Wir sind Tiere, wir sind Pflanzen, wir sind Elemente in menschlicher Gestalt. Eine philosophische Lehre die der vorsokratische Philosoph Empedokles schon vertrat. Was also nichts anderes heißen soll als dass die Menschheit nicht als Eroberungsvolk über die Erde gekommen ist sondern als Mitwesen in der Gemeinschaft von allem Lebendigen. Doch solange der Mensch seine Naturgeschichte nicht in sich spürt arbeitet er gegen die Natur. Wir alle sind letztendlich Individuationen des Naturganzen und gehören als Naturwesen zu ihr, da wir ohne sie ja überhaupt nicht existieren können. „Die Natur kommt im Menschen zur Sprache“ (Klaus Michael Meyer-Abich).
Es waren die vorsokratischen Naturphilosophen die als erste die Natur als das bezeichnet haben was sie ist: Physis, um sie schließlich im Logos zu Wort kommen zu lassen. Und schon sie wussten dass das menschliche Dasein nur im Zusammenhang mit der Natur ein ganzheitliches sein kann.
Theodore Roszak sagte einmal: „Der Aufschrei persönlicher Qual, der durch diese Generation geht, ist zugleich der Hilferuf der Erde...“
Würden sich die Menschen wieder mehr mit der Natur identifizieren wäre auch ein gegenseitiger Frieden möglich.
hukwa

Lit. Hinweise:
Meyer-Abich: Wege zum Frieden mit der Natur.
Michael Hauskeller: Naturerkenntnis und Natursein.
J. Brosse: Magie der Pflanzen.
Th. Fechner: Nanna oder die Seele der Pflanzen.
Th. Roszak: Mensch und Erde auf dem Weg zur Einheit.

Donnerstag, 21. November 2019

Waldwege

Krähenblick
aus Fichtentann
lauernd
im Unterholz der Weißdornhecke
das Wiesel
ich tue als bemerke ich nichts
vereister Wald
Raureif
aus der Ferne
der Ruf des Schwarzspecht
allein
auf weiter Flur
suche ich
den Weg zu mir selbst.
hukwa

Dienstag, 19. November 2019

Der denaturierte Mensch oder die „Entzauberung der Welt“

Foto©Ute Knieriemen-Wagner



Wenn Wissenschaftler, eingeschüchtert durch selbstsüchtige Machthaber, sich damit begnügen, Wissen um des Wissens willen aufzuhäufen, kann die Wissenschaft zum Krüppel gemacht werden, und eure neuen Maschinen mögen nur neue Drangsal bedeuten. Ihr mögt mit der Zeit alles entdecken, was es zu entdecken gibt, und euer Fortschritt wird doch nur ein Fortschreiten von der Menschheit weg sein.
Bertold Brecht, Leben des Galilei


Tag für Tag berichten uns die Medien über die Ungerechtigkeiten die der Natur von Menschen zugefügt werden. Wir lesen und sehen wie technischer Fortschritt in Verbindung mit wissenschaftlichem Denken zu solchen Ungerechtigkeiten und Zerstörungen beitragen. Der von Politik, Wirtschaft und Technologie konstruierte Daseinsapparat lässt nicht viel Hoffnung auf die Wiederkehr eines natürlichen Daseins. Zudem sind wir konfrontiert, mit gewaltigen Mengen an radioaktiven Müll neben den Gebirgen von Haus-Plastik und Sondermüll. Die Liste der Zerstörungen lässt sich fortsetzen. Die Frage die sich heute stellt ist die- ob es das wirklich wert war und noch ist, diese Technologien mit soviel Aufwand und Opfern gegenüber der Natur zu entwickeln. Führt diese Entwicklung letztendlich in eine Sackgasse der Evolution? Wollen wir ein künstlisches oder ein natürliches Dasein? Wir können sagen, das Bewusstsein des Zeitalters ist ein robotisches. Die Zeiten scheinen vorbei zu sein in denen der Mensch seine Welt als Bleibende sah. Mit den Worten von Max Weber ist es die Entzauberung der Welt. Unsere Welt ist fragwürdig geworden. Haben wir noch ein Sein oder sind wir selbst schon Seiendes? Wir können heute nicht sagen wie der Prozess unserer Geschichte weitergehen wid.
In unserer Gesellschaft wird demokratische politisch–ökologische Teilhabe oft angegriffen und man versucht jene, die für eine bessere Welt kämpfen mundtot zu machen. Hinzu kommt, das man engagierte Menschen mit Hassreden und Falscherzählungen angreift. Komplizierte Sachverhalte werden verdreht um sie für populistische Machtzwecke zu mißbrauchen.
Ein Hoffnungsschimmer in diesen finsteren Zeiten ist die Bewegung der Jugendlichen die jeden Freitag auf die Strasse gehen und die Patriachen da oben auffordern endlich damit aufzuhören ihre Zukunft zu zerstören und das Land in den ökologischen Ruin zu führen. Durch die Solidarität dieser jungen Menschen gibt es Hoffnung auf ökologischen Fortschritt verbunden mit der Vision einer friedlichen und humanen Gesellschaft.
Wir können nicht sagen welchen Weg diese Gesellschaft in Zukunft einschlagen wird? Wir können nur hoffen, dass die ganze Bewegung stärker wird und uns eine Wiederverzauberung gelingt. 

hukwa 

Montag, 18. November 2019

Stille und Ruhe

Jetzt suche ich auf die dunklen Wälder 
die schwarzen Waldseen und gepflügte Felder
kein Vogellaut
kein scheuendes Reh
Stille und Ruhe
hier in den Wäldern.
hukwa

Sonntag, 17. November 2019

Wenn die Werkzeuge des Menschen die Menschheit bedrohen

Foto©Hans Wagner


Unsere bisherige Technik steht in der Natur
wie eine Besatzungsarmee im Feindesland.
Ernst Bloch

Es ist dem Großteil der Menschen, die in den Industrienationen leben, überhaupt nicht bewusst, dass sie in einem ständigen Kriegszustand mit der Natur leben. Angesichts der fortschreitenden Naturzerstörungen und der Klimakatastrophe sind wir weit davon entfernt mit der Natur in Frieden zu existieren. Die ökonomische Existenz der meisten Menschen ist auf der Umweltzerstörung aufgebaut, weil die derzeitige Wirtschaft täglich weiter zerstören muss, wenn sie wachsen will.
Wenn der Mensch sich gegen die Natur stellt schlägt diese zurück, das ist ein Fakt den wir täglich beobachten können.
Wir müssen unseren Blickwinkel so erweitern das wir uns endlich selbst als Teil der Natur sehen.
Jeder Mensch hat auf seine eigene Art eine Beziehung zur Natur, die meisten haben sie nur verdrängt. Um Natur zu erkennen darf man nicht bei den Naturwissenschaften suchen, denn diese betrachten es nicht als ihre Aufgabe, sich über diese Frage Rechenschaft zu geben.
Wissenschaft und Technik, so wie sie heute praktiziert wird, sind aus der abendländischen Geistesgeschichte hervorgegangen. Beide – Wissenschaft und Technik – sind aber nur Werkzeuge, die zur Ausbeutung der Natur eingesetzt werden oder – was leider nicht ist – sie könnten für den Menschen um- und mitweltgerechte Technologien herstellen. Das Klima ist kurz davor aus dem Gleichgewicht zu geraten, wenn dies geschieht kann heute niemand sagen ob es wieder zu einem erträglichen Gleichgewicht kommen wird?
Die sich anbahnende Klimakatastrophe, die Plastikvermüllung des Planeten, der Artentod in der Natur und die Begrenztheit der Ressourcen scheint nur denen bewusst zu sein die bereit sind täglich für den Planeten zu kämpfen, das ist in der Gegenwart vor allem die jüngere Generation.
Anstatt immer nur auf höhere Produktivität, Materialumsatz und Gewinnstreben hinzuarbeiten, wäre es endlich an der Zeit nach mehr Harmonie und Zufriedenheit zu streben und endlich einen Waffenstillstand mit der Natur einzugehen, wenn es schon nicht möglich ist einen Friedensvertrag mit ihr zu schließen.
Natur ist das Dasein der Dinge, so fern es nach allgemeinen Gesetzen bestimmt ist“, schreibt Kant in den Prolegomena zur Kritik der reinen Vernunft. Die Frage an uns ist, was wir Menschen von der Natur und ihren Gesetzen erkennen können. Die „Werkzeuge“ des Menschen kennen wir, sie haben uns in diese Lage gebracht und das schlimme daran ist, dass sie aus den Naturgesetzen herausfallen und gegen Mensch und Natur in den Kampf ziehen.
hukwa
Liter.Hinweise
  1. Kant: Kritik der reinen Vernunft.
  2. Antologie: Am Fluss des Heraklit.

Samstag, 16. November 2019

Warten auf den ersten Schnee

Der erste Schnee ist unterwegs. Ich warte auf ihn. Öffnet er mir doch das Reich der Erinnerungen.

Der erste Schnee ist ein Magier
er beschwört die alte Kinderseele in mir
sein Schlüssel öffnet jenes Reich
wo rinnen ich die Kindheit verborgen weiß
ein kurzer Blick in tiefen Grund
vergangen sind die Frühlingswinde.
hukwa

Eigene Zeit

Als praktischer Philosoph bin ich (auch) durch die Geschichte der Philosophie. Das wahre Ziel der Philosophie liegt aber im Hier und Jetzt - in der mir eigenen Zeit (Eigenzeit). Wir sollten mit unserer Zeit nicht umgehen wie mit einem Spielzeug und sie verspielen. Wir sollten sie mit ökologischer Vernunft nutzen.
hukwa

Dienstag, 12. November 2019

Naturzeit als ökologische Vernunft

Foto©UteKW



Die Zeit verbirgt keine Schätze;
wir wollen nicht ihr Damals,
sondern ihr Jetzt.
Henry David Thoreau

Zeit ist Geld“ so spricht der kapitalistisch orientierte Mensch. Doch wir können den Satz auch Umdrehen „Geld ist Zeit“. Irgendwie muss jeder sein Geld verdienen und wenn es für mehr reicht als für unseren Lebensunterhalt, dann sollten wir uns dafür Zeit einkaufen, freie Zeit (das ist was anderes als „Freizeit“) und diese Zeit sollten wir nicht für den Umgang mit Konsumgütern nutzen sondern für das „Wesentliche“ in unserem Leben verwenden. Es wäre für diese Welt bestimmt besser wir hätten mehr „Zeitmillionäre“ als Geldmillionäre.
Angetrieben von einer kapitalistischen Produktionslogik (Produzieren um der Produktion willen für Geld) hat diese schon längst in die Eigenzeit der Menschen eingegriffen und sich in ihr manifestiert. Die Menschen sind an die zerstörerische Kraft der kapitalistischen Produktionslogik gebunden weil sie ihre ganze Ökonomie davon abhängig gemacht haben. Uns bleibt kaum noch Zeit zum Denken. Auch darum weil viele Menschen ihre Zeit einfach ver – konsumieren.
Nicht der Mensch richtet sich seine Zeit (Eigenzeit) ein, nein, er muss nach der Uhr des Turbokapitalismus leben. Was natürlich zu einem Erschöpfungszustand führt für Natur und Mensch. Für eine ökologische Zukunft benötigen wir weniger Konsum und mehr „Langsamkeit“.
Politische Ökologie muss dafür sorgen, dass die Eigenzeiten der Natur zum Maßstab für die Eingriffe des Menschen in den Naturhaushalt erhoben werden. Dies wäre ein „Leben mit der Natur in der Gegenwart“. Jede Pflanze, jeder Baum, jedes Tier auch das Klima hat seine Eigenzeit nur wir Menschen haben diese Eigenzeit aufgegeben.
Die Menschen sind dem Wahn der Schnelligkeit unterworfen, ihr Lebensstil wird von Jahr zu Jahr beschleunigt, angepasst an das unmenschliche System des Turbokapitalismus. Was bedeutet, dass wir uns von den natürlichen Rhythmen abkoppeln. Es gibt eine Wirtschaftspolitik, eine Außen- und Innenpolitik und andere Arten von Politik. Was wir ebenfalls benötigen wäre eine „Zeitpolitik“, in deren Mittelpunkt die vom Turbokapitalismus geschundene Natur und der gejagte Mensch steht.

hukwa

Novembernatur

Es sind die berauschende Herbstfarben denen ich in den Wäldern begegne. Auch im November kann man sie noch entdecken. Jetzt wird mein Denken im Wald zum reinen Meditieren. Schöpferisch und Formenbildend ist die Natur auch noch im herbstlichen Vergehen. Überall begegnet man nun der Signatur der Natur.
hukwa

Samstag, 9. November 2019

NovemberMächte

Ich liebe Novembermächte
wie einen Frühlingstag
im Neblung wirken Mächte
die ich sehr mag
ich liebe die dunklen Monde
den Nebelgrauen Tag
so verträume ich gelassen
den profanen Alltag.
hukwa

Freitag, 8. November 2019

Innere Natur und Äußere Natur

Erkennen und Erkenntnis ist nicht nur Wissen um den rationalen und mechanischen Ablauf der Naturerscheinungen wie es uns ein technokratisches Weltbild einflüstern möchte, sondern ist Verbindlichkeit des Menschen dem Dasein gegenüber, ist metaphysische Naturerkenntnis. Metaphysik ist die erkenntnistheoretische Betrachtung der "Innenseite" der Natur und ebenso wirklich wie die "äußere" Seite. Der Ausdruck äußere und innere Natur, darf hier nicht als Zweiheit aufgefasst werden, sondern als eine Polarität- den die eine Seite ist ohne die andere nicht denkbar.
hukwa

Mittwoch, 6. November 2019

Neues Beginnen

Der Kuckuck ist lang schon verschwunden
mit dem alten Sommer
Rotbraunes Laub funkelt 
im Geäst der Eiche
die Krähen erzählen sich Geschichten 
jetzt naht die dunkle Zeit
für Gedichte
ein inneres Wandern wird beginnen
jetzt soll man Neues beginnen.
hukwa

Montag, 4. November 2019

Umweltbewusstsein und Naturbewusstsein


Ich möchte zugunsten der Natur sprechen,
zugunsten absoluter Freiheit...
Henry David Thoreau


Ich bemerke immer wieder in Gesprächen und bei Lektüre, eine Differenz zwischen Naturschutz, Umweltschutz und Klimawandel, komme aber nicht umhin diese drei Problematiken als ein Ganzes zu sehen. Die schon immer bei vielen vorherrschende Ansicht, Natur als reine Nützlichkeitsideologie zu sehen, also als „natura naturata“, (die gewirkte Natur) und nicht als „natura naturans“, (die erzeugende, schöpferische Natur) hat mit zu dieser ontologischen Differenz beigetragen aber auch der statische Naturbegriff der zum Teil immer noch vorherrscht.
Die Erfahrung von ökologischen Katastrophen, die wir ja alle gemacht haben, vor allem die des Klimawandels, hat uns doch eindeutig und schockartig gezeigt, dass wir Menschen eingebettet sind in den großen Kreislauf der Natur und das dieser nich unbegrenzt strapaziert werden darf. Dies hat sich in unserer Zeit in ein Überlebensinteresse verwandelt. Die industrielle – urbane Zivilisisierungsprozesse bedrohen unsere gesamte menschliche Existenz.
Als Menschen können wir nicht auf die Naturbasis unserer eigenen Existenz verzichten, sie ist die Grundlage von allem Mensch – Sein. Die Bewegtheit unseres Lebens ist ja nichts anderes als ein Wachsen und Vergehen. Steht also somit im Gegensatz zum cartesianischen Menschenbild – Ich bin Geist und habe einen Körper – nein, es ist so wie es Nikolaus von Kues ausdrückte: „In jedem Geschöpf ist das Universum dieses Geschöpf“ (De docta ignorantia). Wir alle sind spezifische Individuationen des großen Ganzen der Natur. Mir geht es nicht um einen schwärmerischen Pantheismus sondern um eine Standortbestimmung meines Menschseins zur Natur. Es gibt eine geisteswissenschaftliche Linie in der abendländischen Philosophie, die von den Vorsokratikern bis heute reicht und die den Mensch als Teil der Natur sieht und nicht als Abspaltung von ihr. Wären wir das, dann sind wir der berühmte „Fehlschlag“ der Natur. Aber- unser Ursprung und Sein ist eben Natur. Im philosophischen System des Idealismus bedeutet „Ursprung“, die letzte Einheit, das Prinzip, das rein durch Stoff (Naturstoff) gewordene, das Licht (der Natur).
In seinem System des transzendentalen Idealismus schreibt der Philosoph Friedrich Wilhelm Schelling: „Das höchste Ziel, sich selbst ganz Objekt zu werden, erreicht die Natur erst durch die höchste und letzte Reflexion, welche nichts anderes ist als der Mensch, oder allgemeiner, das ist, was wir Vernunft nennen, durch welche zuerst die Natur, vollständig in sich selbst zurückkehrt, und wodurch offenbar wird, das die Natur ursprünglich identisch ist mit dem was in uns selbst als Intelligentes und Bewusstes erkannt wird“.
Gerade das heutige ökologische Bewusstein müsste für solche Gedankengänge aufgeschlossen sein. Wer sich mit Ökologie befasst weiß wir sind in einer Sackgasse gelandet und müssen umdenken.
Die Abkehrung des Menschen von der Natur hat diesen zu einem negativen Seinsstatus geführt dem technischen – konsumistischen Sein. Dies schließt die „Naturvergessenheit“ mit ein. In der globalen Krisensituation der Gegenwart wäre es von Vorteil Umweltbewusstsein mit Naturbewusstsein zu verbinden dies könnte wohl auch eine gesteigerte Identität zu einem Mitsein der Natur bilden.

hukwa

Literaturhinweise:
Nikolaus von Kues: De docta ignorantia
Friedrich Wilhelm Schelling: System des transzendentalen Idealismus






Sonntag, 3. November 2019

Novemberabend im Wald

Flammendes Rot
gestreut ins Land
braunes Laub vom Herbst verwelkt 
dusterer Kiefernhain
dämmriges Licht
fällt durchs Geäst
Struktur von Fels und Baum
ich bin allein im weiten Raum.
hukwa