Sonntag, 22. Oktober 2017

Altvater Winter

November naht
der Stille und Neblige
abgeblättert sind die Bäume
Wind pfeift durch die Äste
Stimme des nahenden Altvater Winters
die ersten Meisen plustern sich auf
von Reif überzogen
der Fliegenpilz im Fichtenhain
Neblung naht
der Düstere und Nachdenkliche
Zeit für Gedichte und Verse zu schmieden
im Garten die Windsbraut tanzt
Einäugiger Odin wandert durch die Wälder
der Wolf kehrt bald wieder
mit Stille und Nebel.
hukwa

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Belanglose Gespräche

Während ich den herbstlichen Blätterfall beobachte spüre ich in den tiefen meines Geistes, das es tausendmal nützlicher ist sich vom Herbst tragen zu lassen, als belanglose Gespräche mit meinen Mitbürgern zu führen.
hukwa

Dienstag, 17. Oktober 2017

Bestättigung

Wo sind wir wenn wir Träumen? Das Frage ich mich oft. Gestern Abend habe ich ein wenig in den Tagebüchern von Thoreau gelesen, dabei stieß ich auf folgenden Satz: "Mein Leben ist am heiligsten, wenn ich Morgens erwache. Oft umgibt mich dann eine Aura, als wären meine Träume, deren ich mich nicht entsinnen kann, göttlich gewesen, als hätte mein Geist eine Reise in seine Heimat angetreten."
Dies ist genau die selbe Ansicht wie ich sie vertrete. Im Schlaf reisen wir ins wahre Reich des Geistes.
hukwa

Montag, 16. Oktober 2017

Begegnungen

Es ist die Freude an der Schöpfung und die Freude an den Schöpfungen der Jahreszeit die wir jetzt in den Wäldern erfahren. Der herbstliche Blätterfall kommt mir oft vor wie ein wehender Vorhang der zeitweise den Blick in eine transzendentene Wirklichkeit freigibt. Im schweigenden Begegnen mit der Natur, im Gegenüber von Baum und Pflanze tut sich uns diese Wirklichkeit auf. Es ist das Gespür einer mystischen Einheit der wir jetzt überall in den Herbstwäldern begegnen.
hukwa

Sonntag, 15. Oktober 2017

Gedanken am Morgen

Das Schlimmste ist das wir in einer Gesellschaft leben die zum größten Teil mit Statisten der Oberflächlichkeiten bevölkert ist. Diese Gesellschaft von Durchschnittsmenschen des Kalibers 08/15 erstreben ein immer bequemeres und angenehmeres Leben auf Kosten der Natur und ihrer Mitmenschen. Das wahre Ziel einer demokratischen Gesellschaft, ein friedliches Zusammenleben unterschiedlicher Menschen, an dieser Aufgabe mitzuwirken haben die wenigsten ein Interesse.
hukwa

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Wachstum

Der ständige Umgang mit der Natur, das sich beschäftigen mit ihr, sorgt dafür das mein Geist immer hellwach ist. In der Gesellschaft können wir nur einen Bruchteil unseres Lebens wahrnehmen, meistens jenen Teil der ökonomisch orientiert ist. In der Natur gehen die Gedanken tiefer. Eine natürliche Umgebung trägt dafür Sorge das unser Denken bewusster wird so das wir in der Versuchung leben nicht nur einen Teil zu sehen sondern das Ganze soweit dies überhaupt möglich ist. Dann fällt es leichter auch unser inneres Wachstum wahrzunehmen.
hukwa

Dienstag, 10. Oktober 2017

Bäume

Jetzt im Herbst muss man die Bäume beobachten wie man interessante Menschen beobachtet. Täglich, ja stündlich, ändern sie nun ihr Aussehen. Von Bäumen kann man lernen. Ihre meditative Ruhe strahlt kraftvoll auf uns ein. Wir müssen nur lernen diese Ruhe wahrzunehmen und auf uns einwirken zu lassen. Mach die Bäume zu deinen Freunden und du wirst nicht enttäuscht werden.
huwa

Samstag, 7. Oktober 2017

Ferne Heimat

Geburt ist nur
Betäubung und Vergessen
wer kann in solchen Zeiten
seine Seele noch ermessen
und ist der Geist auch nackt und kalt
Erinnerung umgibt ihn wie ein Hof
es naht der Traum nach deinen Erinnerungen
Schenkt dir Vision und ahnendes Vertrauen
es ist die Welt mit ihren materiellen Strahlen
die Grenzen zieht und Kerkermauern um dich richtet
so das wir denken die Heimat sei so fern
und doch ist sie es die in uns leuchtet wie ein Stern.
hukwa

Freitag, 6. Oktober 2017

Metapher Herbst

In der Metapher des bevorstehenden Winters, der schon im Herbst mit dem Fallen der Blätter beginnt und der sich in der sich zurückziehenden Natur fortsetzt kann man seine eigene innere Natur sehr genau erkennen.
hukwa

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Das ist wahre Mystik

Manchmal sollte man den Begriff der Größe vergessen. Dann wird der Waldteich zum Ozean und ein kleiner Berggipfel zum Himalaja. Wenn ich mit dem kosmischen Ganzen verbunden bin fallen alle Grenzen und ich erkenne im fallenden Herbstlaub das sich bald zersetzen wird, die Formbildende, schöpferische Urkraft der Natur. Nichts in der Natur verschwindet je ganz, alles atmet in sich den Keim eines Neuen, eines Anderen. Wie Blake sollte man sich darinnen üben, im Sandkorn eine ganze Welt zu sehen und im Regentropfen den Ozean erblicken. Wer die Signatur lesen kann lässt alle Grenzen hinter sich. Das ist wahre Mystik! Carpe diem!
hukwa

Dienstag, 3. Oktober 2017

Der Ewigkeit so nah

Sobald wir die Abbildlose, wortlose, klanglose, unberührte Ursprünglichkeit der inneren Natur erfahren, ist es möglich ihr Geheimnis für die Sinne fassbar zu machen. Es ist das Schöpfen aus den Tiefen der Natur. 

Baum
was stehst du so verwunschen da
dennnoch so klar
bist du der Ewigkeit so nah
Baum
auf wundersame Weise
fühle ich mich dir nah
stiller Dulder
großer Künder
Baum
der Ewigkeit so nah.
hukwa

Montag, 2. Oktober 2017

Vom Wesen des Tieres

Ich beobachte die Krähe Kra im Garten und kann dabei ihre seelischen und spirituellen Energien regelrecht spüren. Das Wesen des Tieres ist mir seit meiner Kindheit sehr nahe. Ja, ich möchte behaupten das ich auf geistiger Ebene mit Tieren besser kommunizieren kann als mit Menschen. Ich habe ja auch immer mit Tieren gelebt. So etwas prägt einem natürlich. Ich empfinde für den Tiergeist eine tiefe Sympathie. Wenn diese Welt human werden soll dann müssen wir begreifen das wir mit den Tieren auf einer seelischen Stufe stehen. ebenso natürlich auch mit den Pflanzen.
hukwa

Sonntag, 1. Oktober 2017

Die Blutbuche vor meinem Fenster

Heute Morgen beobachtete ich den ersten starken Blätterfall. Wunderschön wirbelten die Herbstblätter durch die Lüfte. Von meinem Arbeitszimmer aus beobachtete ich die mächtige alte Buche, die sich majestätisch im Herbstwind bewegte. Wenn ich diesen alten Baum anschaue habe ich immer das Gefühl mit dem "Ganzen" Verbindung aufzunehmen und nicht nur mit einem Bruchstück der mich umgebenden Realität. Dies sind Momente wo die Intuition neben der Vernunft steht und beide eine Beziehung eingehen die es mir ermöglicht eben das "Ganze" zu Schauen.
hukwa

Samstag, 30. September 2017

Weltschlaf

Wachende Wälder
Gefangen in einem grünen
Traum aus
Moos und Farn
Erleuchten die Träume
die Da-seiende Zeit
wo das Reden in das Schweigen überläuft
im silbernen Mondlicht der Nacht
im Dunkel der Flamme
rief da eben nicht
Joringel nach Jorangel
Schlaf weiter Welt.
hukwa

Donnerstag, 28. September 2017

Dienstag, 26. September 2017

Heute Morgen ist es sehr windig. Der Wind hat mich aufgeweckt. Ein angenehmer Herbstmorgen. Leichter Regen. Das fordert die Kreativität heraus. Jeder neue Tag birgt einen neuen, kleinen, privaten Mythos in sich, ihn gilt es zu finden. Was ist der Mythos schließlich anderes als ein "sich die Welt vorstellen"?
hukwa

Sonntag, 24. September 2017

Ätherische Pfade

Ein einsamer Morgen
die Lärchen oben am Bergeshang
stehen schon im roten Herbstbrand
dazwischen ein Schatten der sich nur selten bewegt
bald Frist der Winter sich ins Gebein
doch schenkt er Vertrauen insgeheim
so lange noch Leben und Bewegung stimmen 
um in den Wäldern auf ätherischen Pfaden zu gehen.
hukwa

Freitag, 22. September 2017

In der Rinde der Linde...

Die Schatten der Wälder
durchbrechen die eingeschränkte Zeit
die Morgennebel
verbergen das Geheimnis
einer dunklen Gestalt
im Schilf verlor er eine
Locke seines silbernen Haares
lächelnder Orpheus
in der Rinde der Linde
wirst du sie finden.
hukwa

Wildgänse ziehen

Wildgänse ziehen wieder
am Abend
Rotkehlchens Herbstmelodie.
hukwa

Donnerstag, 21. September 2017

Mittwoch, 20. September 2017

Arbeit am Mythos

Das Denken, das die Mythen schafft, ich meine das Denken das den Mythos aus unserem Unbewussten herauf holt liegt irgendwo zwischen Traumdenken und realistischen Denken. Vom Traum hat es das Symbolische von der Realität das Zusammensetzende. Wenn man mythologisch denkt benötigt man dazu Phantasie, doch darf sie nicht die Oberhand gewinnen. Mythologisches Denken hat Ähnlichkeit mit dem schreiben eines Romans oder mit dem Malen eines Bildes. Obwohl der Schreiber oder Maler seinen Arbeitsstoff nicht zu kennen glaubt ist der Stoff/Story in ihm. Und über diesen Arbeitsstoff wird es dem Mythosgraphen langsam bewusst dass er mit dem Mythos schafft.
hukwa

Dienstag, 19. September 2017

Waldnacht

Waldstille
Wassermurmeln dringt aus Gestein
ein Vorhang weißer Wolken
schiebt sich vor den silbernen Mond
der Kauz ruft
Künder des nahenden Morgen.
hukwa

Montag, 18. September 2017

Antiquam exquirite matrem

Verborgen im fahlen Laub
des Herbstes
der Atem der Erde
die Flamme aus Eis kehrt zurück
auf der Suche nach dem Unscheinbaren
Wortmagie erklingt in den Wäldern
Antiquam exquirite matrem
hörst du die stimme noch?
hukwa

Freitag, 15. September 2017

Aurora oder wenn der Mythos ruft

Auszug aus meinen mythologischen Meditationen

Schon immer ist mir der Morgen eine besondere Zeit gewesen. Ich finde eine große Klarheit und Ruhe sind dem Morgen inhärent. Vor allem, wenn man in den frühen Morgenstunden, durch die Natur wandert, spürt man diese Klarheit sehr deutlich. Besonders im Frühjahr habe ich einen tiefen Bezug zu den frühen Morgenstunden. Das Gezwitscher der Vögel, das flötende Lied der Amsel, versetzt mich bei meinen Wanderungen in einen meditativen Zustand. Es ist der Bannstrahl der Göttin Aurora, der mich in diesen frühen Stunden erfasst und dem ich mich dann auch für einige Zeit ganz hingebe. Eos, nannten die alten Griechen die Göttin des frühen Morgens, sie ist identisch mit Aurora der Morgenröte, Tochter der Theia und des Hyperion, ein Sohn des Uranos und der Gaia. Sie muss ja mit der Erdmuter verwandt sein, die Göttin, die schützend ihre zarte Hand über den goldenen Morgen hält. Die Tautropfen, die perlend an den Pflanzen und Bäumen hängen, sind die Tränen die sie um ihren Sohn
Memmon weint. Er, der dem König von Troja, Priamos zu Hilfe eilte und von Achilles getötet wurde doch schließlich durch das Flehen seiner Mutter Unsterblichkeit erlangte. Eos war die Gemahlin des Astraios, dem sie die Winde und den Morgenstern gebar. Eos ist eine wunderschöne, rosenfarbige Göttin, ein Abbild der goldenen Morgenröte. In aller Frühe erhebt sie sich von ihrem Lager und beginnt ihr Tagwerk. Sie zieht sich ihren safranfarbigen Mantel über und schirrt ihre Pferde Lampos (Glanz) und Phaieton (Schimmer) an den goldenen Wagen, um so den Tag zu verkünden. Sie wird dargestellt mit einer Fackel in der Hand, ihre Rosse lenkend, durch die Lüfte schwebend. Gleich einer wilden Sturmgöttin entführte sie auch Menschen, um sich ihrer Liebe zu erfreuen, so den Tithonos. Doch entführt sie nicht auch uns heute noch, wenn wir durch die wunderschöne Natur wandern um den frühen Morgen zu genießen? Zeus gewährte ihr für den Tithonos ewiges Leben, aber sie hatte vergessen für ihn auch um ewige Jugend zu bitten, so vertrocknete er und seine Stimme schwand, geschickt verwandelte Eos, ihren Geliebten in eine Zikade, so das sie wenigstens noch seine Stimme hören konnte. Hier wird Eos auch Vegetationsgöttin, symbolisiert doch das vertrocknen, die Jahreszeit des Herbstes, wo die Vegetation sich zur Ruhe begibt, aber jeden Sommer lauscht sie dem Gezirpe der Zikaden und weint Tränen um ihn und um Memmon, die wir als Tautropfen vorfinden.
Wie eine mütterliche Hülle des Lebens empfängt uns der frühe Morgen, bereitet uns auf einen neuen Tag vor, von dem wir hoffen das es ein in sich ruhender Erdentag wird. Ist die Natur eine große Lehrerin so ist die Mythologie uns Ratgeber, wie wir im Buche der Natur lesen können, wenn wir uns nur Mühe geben, so kann uns der Mythos, Therapeut und Philosoph sein, beide – Natur und Mythos, werden wenn wir ihre Weisheiten lesen können, zu einem geheimnisvollen Schöpfungsalphabet. Zu einem Wegweiser nicht nur in graue Vorzeiten
Goldener Zeitalter, sondern auch zu einem Pfad der direkt in unser Unbewusstes führt.

Ewig erklingt die Stimme des Mythos in uns, eine treibende Kraft ist er wie auch die Philosophie. Novalis bemerkte einmal: "Aus einem Menschen spricht für dieses Zeitalter Vernunft und Gottheit nicht vernehmlich, nicht frappant genug – Steine, Bäume, Tiere müssen sprechen, um den Menschen sich selbst fühlen, sich selbst besinnen zu machen."
hukwa




Foto © UteKW

Donnerstag, 14. September 2017

Mittwoch, 13. September 2017

Samenkörner der Vergangenheit

Mythologie ist sehr alt, sie hat zwar nicht das Alter geologischer Epochen, doch sie ist unlösbar verwoben mit einer Landschaft. Überall auf der bewohnten Welt findet man Mythen vor. Sie werden nicht erfunden, sie sind ein Erbe unserer Vergangenheit, der Vergangenheit der Menschheit. Wohl älter als die Religion ist der Mythos. Studiert man die Mythologie erkennt man alsbald das diese ein Muster von feinen Strukturen sind. Der Mythos ist eine mythische Bildsprache von Symbolen. Ihre Aussagekraft ist unerschöpflich. Es sind Samenkörner der Vergangenheit, die immer wieder- auch in unserer Zeit aufblühen.
hukwa

Montag, 11. September 2017

Umgang mit mythischen Symbolen

Heinrich Zimmer schrieb über den Mythos: "Im Umgang mit fernen Symbolen und Mythen unterhalten wir uns geradezu mit uns selbst- mit einem Teil von uns freilich, der unserem bewussten Wesen so wenig vertraut ist, wie das Erdinnere dem Geologiestudenten. deshalb rüstet uns die mythologische Überlieferung mit einer Art Landkarte aus, an Hand derer wir Gehalte unseres Inneren, zu denen wir bewusst kaum noch eine Beziehung haben, Erforschen und Bestimmen können". 
Denn der Mythos lebt. Er lebt in seinen "tausend Gestalten".  So schrieb Nietzsche:
"Dem Mythos liegt nicht ein Gedanke zu Grunde, wie die Kinder einer verkünstelten Kultur vermeinen, sondern er selber ist ein Denken; er teilt eine Vorstellung von der Welt mit, aber in der Abfolge von Vorgängen, Handlungen und Leiden".
Das mythische Denken gehört zum Menschen, zur Menschheit wie das metaphysische Denken. Beide Denkarten tragen dafür Sorge das wir nicht im Sumpf des materialistischen Denkens versinken.
hukwa


Samstag, 9. September 2017

Los - lassen

Los - lassen heißt das Lied des Herbstes
im Blätterfall schwindet
die Schwerkraft
in flüchtiger Notenschrift
schreiben es die Schwalben unter die Wolken 
Los-lassen ist das Gebot des Septembers
im Distelsamen schwebt es dahin
die Ringellocken der Weiderosen künden
jeder Sommer geht einmal zu ende.
hukwa

Donnerstag, 7. September 2017

Irgendwann müssen sie doch weg

Jetzt im Herbst kommt die Zeit der Baumfällungen. In den Dörfern und Städten werden nun vermehrt Bäume gefällt. Jeden Herbst ein paar Stück, damit es nicht so auffällt. Man muss diesem sinnlosen Baumfällen einen Sinn geben und der heißt: Fällen aus Verkehrssicherheitsgründen! Man fällt Bäume die oft 80 bis 100 Jahre alt sind. Die Verantwortlichen sagen: für jeden Baum den wir fällen pflanzen wir wieder einen neuen Baum nach
Vor kurzem fällte im Dorf in dem ich wohne ein Mann einen Baum auf seinem Grundstück weil ihm das Wegharken des Laubes zu mühsam wurde. Als ich ihn fragte, warum er den B Baum nicht lieber stehen lasse, meinte er nur: "Irgendwann müssen sie doch weg..."
hukwa

Mittwoch, 6. September 2017

Herbstfalter

Du Wunder am Rosenstrauch
der Sommer hat dir sein Lied gesungen
Geschöpf der Farben
einem Wurm entsprungen
der Vollmond hat deine Flügel gebleicht
einem Nachtelf gleich
fliegst du auf die letzten Blüten zu
jetzt da der Sommer sich neigt
kehrst du Heim
in dein wirkliches Sein.
hukwa

Samstag, 26. August 2017

Donnerstag, 24. August 2017

Irrealismus

Der "Irrealismus" des mystischen Denkens kann sich auf die Dauer als der treffendere Realismus erweisen.
hukwa

Von der hermetischen Kette und dem platonischen Ring

Alles was die Natur durchzieht ist mit der "großen Sympathie" verbunden. Der Mensch ist ein Einziges, um dieses Einzige zu Erkennen, muss man es vorerst dreifach sehen:
als ein biologisches seinem körperlichen Leib nach;
ein ätherisch-kosmisches seinem Geiste nach;
ein göttlich-tranzendentes seiner Seele nach. 
Also nimmt der Mensch an allen drei Welten (Jezirah, Aziluth, Briah) teil. Deshalb nennt man den Menschen Mikrokosmos. Seine aufgabe ist es letztendlich mit der Natur in Einklang zu existieren.
hukwa

Mittwoch, 23. August 2017

Herbst im Pfälzerwald


Jahresring
So still und streng verzückt
so jugendlich dennoch verknöchert
die prallen Knospen recken nach den Sternennächten
kurz vor der Dämmerung erscheinen die Krähen
in deinen laublosen Ästen
oh alter Heidengott
oh Priester unter Baumgenossen
sprichst du für sie die Heidenmesse
blank glänzt der Schnee auf deinen starken Ästen.
Im Frühlingsregen ergrünen deine ersten Blätter
wenn andere Bäume schon in vollem Grün dastehen
erwachst du erst aus deinem grüblerischen Dämmern.
Der Kuckucksruf erklingt aus deinen Wipfeln
geballte Kraft der festen Blättermassen
steht du gelassen in der Mittagshitze
einsaugend brütende Sommerglut
ertönt aus deinen Kronen der Tauben Gurren.
Im Herbst erstarren deine grünen Blätter
des Eichelhähers buntes Gefieder
blinkt aus deinem Geäste
Fruchthüllen sprengen goldfarben
deine Eicheln auf schwarzen Waldboden
du stiller Wandler im Jahreslauf!
Eiche
ein Jahresring hat sich für dich geschlossen!

©Hans Wagner, hukwa

Foto © Ute Knieriemen-Wagner
Es ist die Zeit der Farben in den Wäldern. Der Herbst ist ein Landschaftsmaler, schafft er doch eine wahre Sinfonie von Farbtönen. Das zarte Gelb, die verschiedenen Brauntöne bis hin zu einem satten kräftigen Rot des Laubes von Roteichen und Ahorn. Am Waldesrand leuchten nun bei Fichten und Birken die mystischen Fliegenpilze!

Mit dem „Goldenen Oktober“ beginnt auch die hohe Zeit des Wanderers. Für viele ist es die schönste Zeit um eine ausgedehnte Wanderung durch den Pfälzerwald zu unternehmen!
Überall begegnet man den von Spinnen geschaffenen kleinen Kunstwerken die gerade in den Morgenstunden, wenn der Tau die Spinnennetze noch feucht hält und die Sonnenstrahlen darauf fallen, besonders schön sind!
Einer der Höhepunkte im Herbst ist die Hirschbrunft. Mit ein wenig Glück kann man nun in den Wäldern das „Knörren“ der Hirsche hören.

Viele Zugvögel sind schon in Richtung Süden gezogen, die Nachzügler prüfen nun immer wieder ihr Gefieder und unter ihnen herrscht lebhafte Aufbruchsstimmung. Der majestätische Zug der Kraniche bildet den Abschluss der Vogelwanderung. Wenn diese großen Vögel ziehen wissen wir, dass der Winter bald vor der Tür steht.

Doch noch ist Herbst! Und so wie er mit den Farben zaubert, tut er es auch mit den Gerüchen. Schließlich ist Herbstzeit auch Erntezeit! Früh am Morgen duftet nun die Erde besonders herbstlich.
Es gibt sie auch, die tristen Herbsttage, an denen man am liebsten keinen Fuß vor die Türe setzen möchte, wo die Herbstwinde einen Hauch von Melancholie zu uns wehen. Aber auch die „dunklen Tage“ gehören zum Jahreskreislauf und zum Leben wie die fröhlichen Frühlingstage! Nun ist die Zeit, da die Beeren der Schlehen reifen. Die Schlehenfrüchte gehören zum Bild des Herbstes wie die Beerendolden des schwarzen Holunders. In beiden Sträuchern sind nun immer wieder viele Vögel zu Gast, die hier eifrig nach Nahrung suchen.
Es ist auch die Zeit, da die Bienen ihren Stock verschließen, um eng aneinander gedrängt zu überwintern.
hukwa


Montag, 21. August 2017

Nahe beim Indiansummer

Ein wunderschöner Augustmorgen, ganz nahe beim Indiansummer. Die Sonne hat heute Morgen schon den goldenen Schimmer des Frühherbstes. Die Holunderbeeren hängen schwer im Hollergebüsch. Der ganze Strauch ist von Vögeln bevölkert. Fleißige Beerenpflücker. Jetzt ist die zeit da wo man das Hohelied des Herbstes anstimmen sollte.
hukwa

Sonntag, 20. August 2017

Elfenblut

Fingerhut
Zwergenhut
stehst so still am Waldesrand
Einsamkeit umhüllt dich
Fingerhut
Zwergenhut
geflügelte Elfin bei dir wohnt
man sieht sie nur bei vollem Mond
wo im fahlen Licht
Schwärmer fliegen
im Nachtfalterflug
Fingerhut
Zwergenhut
dein Saft ist reines Elfenblut
zarte Blüten
sanfte Blätter
möge dich die Elfin
ewiglich behüten.
hukwa

Dienstag, 25. Juli 2017

Also lasst uns träumen

An diesem Nachmittag kam der Wind von Westen über die bewaldeten Hügel und brachte Regen mit sich. Mein Weg führte entlang des kleinen Bächleins das gierig die Regentropfen trank und jetzt sehr lebendig murmelte und rauschte. Der Regen reinigte die Atmosphäre und durchbrach die Decke aus Abgasen die Tage lang über der Landschaft lasteten. Frischer Wind brachte Sauerstoff und die Gedanken wurden klar wie Tautropfen an einem frühen Märztag.
Ich setzte mich auf einen halb vermorschten Baumstamm und lauschte in den Wald hinein. Lange zeit saß ich fast bewegungslos an diesem Platz und ließ meine Gedanken schweifen. mir kam ein Zitat von Jorge Luis Borges in den Sinn:
"Wenn nämlich die Welt der Träume
eines Jemand ist,
wenn es Jemand gibt,
der uns in diesem Augenblick träumt und der die Geschichten der Welten träumt...
dann hat die Vernichtung der Religionen und der Künste,
dann hat die allgemeine Verbrennung der Bibliotheken nicht viel mehr zu bedeuten
als die Verbrennung des Einrichtunggegenstandes eines Traumes.
Der Geist der sie einmal geträumt hat,
wird sie abermals träumen. Und solange dieser Geist zu träumen fortfährt
solange ist nichts verloren".

Ich denke über diesen Spruch nach und mir ist klar das er ein Halt im Leben ist. Ein Halt in einer Welt die sich immer aggressiver gegen die Wesen wendet die diese Welt bewohnen. Doch es ist eigentlich nicht die Welt, es ist der Mensch, der gefährlichste und stumpfsinnigste Bewohner dieses Planeten der alles Lebendige vernichten will. Für einen Moment spüre ich großen Unmut in mir auf das Geschöpf Mensch. Doch dann denke ich: "Wenn nämlich die Welt der Traum eines jemanden ist..." Und mir wird klar: Ich und Du sind es die träumen- also lasst uns träumen!
hukwa

Sonntag, 23. Juli 2017

Inneres Wandern

Kuckuck ist längst verschwunden
Altweiberhaare funkeln
Spinnenhaft
im Gelb der Goldrute
Krähen erzählen Geschichte
über Wein und Gedichte
ein inneres Wandern will beginnen 
jetzt muss man Neues vollbringen.
hukwa

Samstag, 22. Juli 2017

Während des Gewitters heute Nacht

In der Nacht erdrückt die Hitze
dann ein Donner
erfrischendes Gewitter.
hukwa

Blitze in der Sommernacht
im Garten erkenne ich
das glänzende Fell des Marders.
hukwa

Im Blitzstrahl der Nacht
die wilde Rose
leuchtet wie Blut.
hukwa

Donnerstag, 20. Juli 2017

Ode auf einen Bach I

Ein regnerischer Tag ladet ein zu einer Wanderung. Ich laufe entlang des Wildbachs immer gegen die Strömung. Die kleinen Bäche unserer heimischen Wälder und Gebirge sind nie gleich. Jeder von ihnen hat seine eigene Wesensart. Jeder seine sichtbaren und unsichtbaren Bewohner. Jeder Bach hat auch wie jeder Mensch einen Körper und eine Seele, ja, die Bäche haben sogar Geist. Es gibt keine unbelebte Natur. ist das Ufer der Körper, so ist das Wasser die Seele und über den Wassern singt der Geist der unruhigen Bäche. Das Wasser ist ein grandioser Künstler es formt die Ufer der Bäche zu lebendigen Kunstwerken.
Entlang der Wasserläufe gibt es viel zu sehen. Das geschmeidige Gefieder des Eisvogels blitzt im Düster des Waldes kurz auf, die Wasseramsel gleitet geschickt über die Strömung. Moose, Flechten, Farne, manchmal eine Orchidee verzaubern das Ufer. Wie Trolle und Kobolde ragen abgestorbene Äste und Baumstümpfe aus dem eiskalten Wasser. Verwitterte alte Kopfweiden nicken mir zu, majestätische alte Fichten und Pappelbäume erzählen ihre Geschichte. Im ausgewaschenen Sandstein verstecken sich Molche und Schnecken, wie von Sinnen tanzen Mücken und Libellen über dem kühlen Nass. Elegant gleitet die Bachforelle gegen die Strömung ich folge ihr.
hukwa

Mittwoch, 19. Juli 2017

Zeit des Werden und Vergehen

Das Wachstum der Pflanzen hat nun seinen Höhepunkt erreicht. Heute Morgen stand ich vor einer Beifuß Staude die über 2m hoch war. Auch die Goldrute blüht nun. Die "echte Goldrute", also unsere europäische wird bis zu 1m hoch. Die Kanadische Goldrute die in Europa auch verbreitet ist, steht kurz vor dem Blühen. Bei den Griechen stand die Goldrute in hohem Ansehen. Überall blühen nun auch die Glockenblumen. ihr märchenhaftes-mystisches Blau funkelt am Wegrand zwischen Labkraut und Johanniskraut. Es ist der Duft von Labkraut der jetzt von der Hohe Zeit des Sommers kündet. Und doch ahnt man schon die Vergänglichkeit. Bereits im Sommer hat sich der Herbst versteckt.
Natur - ewiges Werden und Vergehen.
hukwa

Dienstag, 18. Juli 2017

Vergänglichkeit in der Natur

Heute Morgen empfand ich das erste Gespür des bald nahenden Altweibersommers. Die Luft, die Farben, ja, die ganze Aura der Natur spiegelte für einige Zeit den Frühherbst. Solche Tagen werden jetzt öfters folgen. Der Frühherbst beginnt ja nicht genau mit dem ersten September. Er kündet sich langsam an. Das Sonnenlicht das durch das Blätterdach auf den Gartenboden fällt hat heute Morgen schon jene typische "Goldfärbung" des Indian Summer. Es sind dies Stunden am Tage die an die Vergänglichkeit alles Seienden mahnen. An das ewige Vergehen und Wiederkehren. Auch die Vergänglichkeit ist eine Kraft der Natur mit der man sich auseinandersetzen sollte.
hukwa

Montag, 17. Juli 2017

Allverbundenheit

Um der Natur und ihren Wesen authentisch zu begegnen bedarf es des Schweigens und der Stille. Die Wälder mögen keinen Lärm und keine Hektik. Die Uhr der Natur läuft anders als die Uhren der gewohnten Oberflächlichkeiten. In der stille und Abgeschiedenheit der Wälder sammelt man die wirklichen Reichtümer. Hier beginnt die Wiederverzauberung mit der Natur. Es ist die Freude an der Schöpfung die uns in dieser Stille erwartet. Eine Allverbundenheit von Natur und Kosmos in die wir eintreten wie in ein Heiligtum.
hukwa

Sonntag, 16. Juli 2017

Begegnung beim Schlehenbaum

Gefüllt mit grauen Wolken ist auch heute der Himmel. Ein erfrischender Landregen weicht langsam den Boden auf. Götterwetter! Für einige Zeit lehne ich am Stamm einer mächtigen Eiche. Lausche dem Regen der auf die Blätter fällt und beobachte einen Buntspecht der eine alte Kiefer bearbeitet. Meisen und Kleiber zwitschern im Unterholz. ich atme tief die klare Waldluft ein. Heute morgen konnte ich für einige Zeit einen Fuchs beobachten, der sich im Schlehendickicht zu schaffen machte. anscheinend suchte er irgendetwas. Als er mich wahrnahm verschwand er gemütlich ins Unterholz. Mir sind Begegnungen mit Tieren wertvoller als das Zusammensein mit geschwätzigen Menschen.
hukwa

Donnerstag, 13. Juli 2017

Rast am alten Waldbrunnen

O singendes Gestein
im Duft von sommerlichen Wäldern
wieder will ich dir lauschen
einen Sommer lang
träumend im Moos liegend
reinen Herzens und allein
genährt vom rieseln und rauschen
den fernen urhaften Lauten
Bildnis des inneren Geschauten.
hukwa

Dienstag, 11. Juli 2017

Pulsierendes Leben

Gestern Morgen bin ich schon sehr früh nach draußen gegangen um die Zaunwinden zu fotografieren. Jeden Morgen erblüht sie aufs Neue und doch bewahrt sie keine Blüte vom gestrigen Tag. Ihre Blüte erreicht in den Morgenstunden ihre ganze Schönheit welkt aber am Mittag schon langsam dahin. So ist sie ein Symbol des frühen Morgen und der Schönheit eines Momentes. Etwas transzendentales geht von ihr aus. An vielen Hecken und Mauern findet man die Winde jetzt. Nichtssagende Blicke streifen sie den Tag über, etwas einsames und zurückgezogenes strahlt sie aus. Man muss sie dann Bewundern wenn sie erwacht, am frühen Morgen, dann erkennt man dass jeder Augenblick pulsierendes Leben ist.
hukwa