Freitag, 18. Januar 2019

Ich bin ein Anderer

Mein Schreibtisch zog Wurzeln im Äther des Geistes
von hier aus betrachte ich meine Verwandlungen 
in diesem Wachstum der Einsamkeit
öffnet sich der dunkle Vorhang
und meine Seele geht auf Reisen
durchstreift die Zone zwischen dem jetzt und der anderen Seite
begleitet von hundert Metamorphosen
besteige ich das geflügelte Ross
und Reise, reise...
hukwa

Mittwoch, 16. Januar 2019

Jener Moment

Wie eine Urne gefüllt mit Glut
die tief in schwarzer Erde ruht
in dunkler Landschaft
mit Flüssen voller Blut
in Schädelgetöse
der Traumwelt der Nacht
da nur noch der eigene Schatten wacht
Mondfülle steht über Erinnerungen ganz sacht
brennt in sich selber die blaue Flamme
leckt nach dämonischen Strahlenglanz
in stiller Halle der grüne Spiegel
darinnen ein Gesicht aus fernen Zeiten
erhellt das verlangen der Nacht
jenen Moment
der im Traum wird vollbracht.
hukwa

Samstag, 12. Januar 2019

Die Natur mag keine Roboter

 
Foto©UteKW

Ich singe dieses Lied
für mich und die Buche da draußen und für
DICH
BLAKE
BYRON
SHELLEY
für WORDSWORTH
und ganz viele andere
für die BLUTBUCHE
etwa fünfzehn Meter von meinem Arbeitszimmer entfernt
Es ist der Winter wo der Schnee ausblieb
ein unheiliges Datum
in den Himmel GEÄTZT
in jenem Jahr als die GLETSCHER schmolzen
und vom Himmel sanft schwarzer REGEN fiel
und die Augen der KRÄHEN die täglich die Buche anfliegen
gefüllt mit blutigen Tränen
die Weide schlug viel zu früh aus
und der Igel musste ohne Winterschlaf auskommen
in diesem unheimlichen Winter
sind die Zugvögel hier geblieben
als wären sie ORIENTIERUNGSLOS
die Kinder waren TRAURIG denn sie wussten
dass sie nie wieder SCHNEEMÄNNER sehen würden
und so VIELE WISSEN IMMER NOCH NICHT DAS SIE SICH SCHULDIG machten
Wir bewahren von nun an die Schönheit
weißer Winterlandschaften
in unserer ERINNERUNG auf
Wie die Märchen aus dieser Welt verschwunden sind
wird bald so vieles VERSCHWUNDEN sein
was einst bekannt war
In meinen Augen schmelzen die Tränen
sie trocknen aus wie die Gletscher der ARKTIS
durch meinen Körper strömt eine Hitzewelle
stickig wie die Sonne
über den Lagern von Äthiopien
Dennoch
DAS INNERN MEINES KOPFES IST HEUTE EIN HIMMEL VOLLER STERNE
MEIN Herz ein Glutball wie die Sonne AFRIKAS
ich bin gefüllt mit angehenden EXPLOSIONEN
ich laufe über den Waldboden
ich laufe über den Feldboden
ich laufe über den Asphalt
mir ist als hebe ich ab
fliege über dem Boden dahin
Ich verliere gerade meine SCHWERKRAFT
durchbreche das MUSEUM meiner vergangenen Jahre
in meinem INNERN schmelzen die STERNE
meines einzigarteigen UNIVERSUMS
ich trotze der Depression dieser WELT
denn das Leben soll WAHRHAFTIG sein
wie der sonnige Wintermorgen eines frühen Tages
der mich an den Anfang der GEZEITEN erinnert
der alle Schwere von uns nehmen kann
wie das GEÄDER in den Sandsteinen
erkennbar ist
ERKENNE ich die SCHICHTEN der EVOLUTION in meinem GEIST und meiner SEELE
Tote in BAGDAD
HUNGER in ÄTHIOPIEN
DURST in ganz AFRIKA
ARMUT AUSBEUTUNG überall
Wann endlich:
DURCHBRECHEN wir das MUSEUM
dieser längst schon nicht mehr aufrecht zu erhaltender WELT
Wann Schreien wir laut
SODOM NINIVE NEW YORK MOSKAU BERLIN BOMBAY DEHLI TOKIO PEKING
all diese Menschenschluckende LEVIATHANE
schon HEUTE sind eure Namen nur noch ERINNERUNGEN
an eure Verfehlbarkeiten
aus dem Herzen dieses kleinen Dorfes
grüß ich die STRANDGÜTER der Großstädte
Brüder und Schwestern in den Slums dieser verkommenen WELT
der ORGANISIERTEN ARMUT
Huren und Strichjungen die ihr euch verkauft
weil ihr den FESSELN DER ARMUT nicht entfliehen könnt
Koksschnüffler Alkoholleichen Penner
STADTNEUROTIKER auf eurem wiederkehrenden WEG ins VERDERBEN
irrend in den Betonschluchten und im Großstadtdschungel
wann endlich beginnt ihr mit dem Feiern einer Politik der friedlichen Ekstase
Wann endlich verliert ihr eure SCHWERKRAFT und folgt mir in die
LEICHTIGKEIT der WÄLDER
das NEUE zu GEBÄREN
Hinein steigend in ein Gedicht von
Farben Geflecht Wurzeln und Spinnweben
vermoostem Laub und Unkengeschrei
Vogelgezwitscher
brechenden Ästen und brausenden Baumwipfeln
hier ist das Leben sonst nirgends
NEWS FROM NOW – HERE
"das einzige was wir über die Lage von Nirgendwo wissen, ist das es nicht da liegt wo wir sind".
Doch wir sind hier
HIER SIND WIR!
Vielleicht stimmt es und der Himmel gehört GOTT
doch die ERDE gehört UNS
UNS nicht euch
nicht eurem ausufernden TURBOKAPITALISMUS
diese betörende ERDE
die ihr täglich schändet
in eurer GIER und HABSUCHT eurer DUMMHEIT
die ihr täglich oberflächlich tötet
Oh diese betörende ERDE
deren zarte Haut wir mit Asphalt vernarben
meinen SEGEN soll sie haben
diese archaische Umgebung mit den rauschenden Bäumen
lausch ich euch doch schon ein Leben lang
dieser anmutende Sang
aus dunklem Fichtentann
dringt in mein MUSCHELOHR
wie das rauschen des salzigen OZEANS
der durch meine ADERN fließt
wie PLANETENSPHÄRENKLANG
Steig ich zu euch empor
um den GÖTTERN zu sagen
vielleicht stimmt es und der Himmel gehört euch
doch die ERDE gehört UNS
also entfernt die ROBOTER sie sind ZUHÄLTER und MORDWERKZEUGE
Steinhart ist es aufgezeichnet
im Millionen Jahren altem FELS
Wir sind die Mordwerkzeuge
in den Händen dieser ERDMÖRDER
sie lassen uns morden
täglich
oberflächlich
fortwährend
durch
INSEKTIZIDE WAFFEN AUSBEUTUNG GEWALT GELD ARROGANZ GIER
sie nennen sich Bewahrer und Verwalter
gestohlenem Reichtums
ihr die ihr die SEELEN unserer Kinder ZERSTÖRT
denn dieser PLANET ist euch eine endlose Fabrik
die produziert und die man ausbeutet bis auch das letzte weg ist
mit euren
militärischen Apparaten
unmenschlichen Betonstätten
empfindungslosen Bürokratien
Industriegiften
GEN Versuchen
RADIOAKTIVEN ABFÄLLEN
ÖLTEPPICHEN
im Namen eines WAHNSINNIGEN ÖKONOMISCHEN WACHSTUMS
habt ihr ein GIGANTISCHES CHAOTISCHES
ZERSTÖRUNGSPOTENTIAL beschworen
und auf die Menschheit losgelassen
ein FRANKENSTEINMONSTER
das mit seinen Giften
unser tägliches Gewebe durchtränkt
die Wasser die Pflanzen die Fische die Tiere
unser Fleisch und unsere Knochen
habt ihr durchtränkt und befallen
mit den zerstörerischen MUTATIONEN
eurer Bakterien und Viren
die ihr frei gelassen habt
geplant in euren mordlüsternen Phantasien
die uns zu WIRKLICHKEIT geworden sind
und der WAHNSINN ist
Wir sind die MORDWERKZEUGE in den Händen unserer MÖRDER



hukwa






Gespenstische Schatten

Ein grauer Dezembermorgen
Nebel und eisige Kälte
in diesem Morgen ist der Schlüssel versteckt
der zu den VORFAHREN meines Geistes führt
über verschlungene Pfade
durch das Labyrinth meiner Bibliothek
versteckt in Zeilen der Bücher
erwarten sie mich
in geheiligten Versen und tiefsinnigen Schweigen
im Urbild von Mythos und Poesie
der alten und ältesten Namen
verstecken sie sich hinter Metapher und Symbol
kein Fieber glättet das Geflecht der Verbundenheit
das Gefühl vereint zu sein
mit dem uralten Winter
da ich aufsuche die Bilder in den Galerien
im blinden Spiegel dunkeler Nacht
begegne ich dem zeitlosen Du
gespenstischer Schatten.
hukwa

Donnerstag, 10. Januar 2019

Der Schlaf des Steins

Der Stein in den Wäldern
Steingesicht
Steinsprache Steindenken Steingedenken
ich stehe vor dem Stein und er spricht
graues bemoostes Haupt
Jahrtausend alt
finsterer Himmel über Fichtendickicht
der Weg dorthin im schäumendes Licht
taumelnder Gang des Fuchs
bei seiner Höhle unter der alten Weide
Knochen und Geäst
dunkler Gang in die Tiefe
uraltes Göttergemach
Frühe des Morgen
im Gegenwind des Habichtschrei
Ruhe der Wälder
noch unberührt von den Maschinen
noch schläft tief der Stein.
hukwa

Mittwoch, 9. Januar 2019

Phönix

Wenn die Asche der Erde
das grüne Meer
schwarz färbt
die blauen Wolken
des frühen Morgen
sich blutrot verfärben
erhebt lautlos seine Flügel
der Phönix
nur sein trauriges Lied werden wir hören.
hukwa

Sonntag, 6. Januar 2019

Unterm Birnbaum

Fotos©UteKW

hukwa

Verwandlung

Denn niemand kennt sich, 
insofern er nur selbst 
und nicht auch zugleich 
ein anderer ist. 
Novalis  

Schattenspeer aus dem Nichts der Nacht
die Frühe
der sich öffnende Horizont
in ihm verborgen das Rätsel des Himmels
aus dessen Schatten geboren
die Morgenröte
Misteriosamente
sie ist vollendet die Poesie
mit jedem Gedicht das aufs Neue geboren wird
in der Seele des Dichters
Alma ausente
kehre wieder
in dieser Zeit wo Poesie zur Bitternis wird
wirf Anker in der Wüste
gestrandet bist du
im Geäder des Sandsteins
noch fliegen die Kraniche
doch die Nymphe schläft
Alma ausente
Misteriosamente
DER TAG BEGINNT MIT EINER VERWANDLUNG.
hukwa

Samstag, 5. Januar 2019

Waldnacht

Schlafender Wald
in eiskalter Nacht
Stunde die mich umfängt
einsam beleuchtet von Orions Schild
Winternacht im Wald
süß und einsam
so vertraut
des Waldkauz Ruf
dringt hoch
zu des aufgehenden Mondesschein.
hukwa

Freitag, 4. Januar 2019

Wenn sich die Erde noch einmal Entbinden würde

Wenn sich die Erde nochmals Entbinden würde
gäbe es ein Paradies ohne Dämonen
sie würde die Schrift verdammen
es gäbe keine Mathematik
die Jenseitsrätsel entfallen 
den die erde wäre jung und frisch
ein Garten voller Blumen und Bäume
wo das Lamm neben dem Wolf schläft
wenn die Erde noch einmal jung wäre
gäbe es keine Menschen auf ihr
entlang der blühenden Pfade
wanderten keine Meineidigen
durch die Lüfte ziehen friedlich die Kraniche
ein fester Glauben ist das Bildnis des Paradieses
in der Daseinenden Zeit
eines ätherischen Raumes
wird es so sein
wenn die erde sich noch einmal Entbindet.
hukwa

Mittwoch, 2. Januar 2019

Das Licht der Rautage ein magischer Realismus

Es ist dieses besondere Licht das jetzt vorherrscht und fasziniert. Es sind vorwiegend Grüntöne mit einem leichten brauen Schimmer. Im Wald fällt es besonders auf es reflektiert mit dem Grün der Moose, Farne und Bäume. Den meisten Menschen fällt es überhaupt nicht auf, sie sagen einfach: "Heute wird es mal wieder nicht hell". Dabei ist es eine besondere Helligkeit die man jetzt Wahrnehmen kann nur eine Andere. Mit den Farben ist es wie mit den Tönen, nicht jeder hört jeden Laut. Es ist das Gehen in einer Inneren Landschaft die mit der Äusseren verschmilzt und somit einen magischen Realismus schafft.
hukwa

Dienstag, 1. Januar 2019

Begegnungen

Fotos©UteKW

hukwa

Bereit neue Pfade zu Erkunden

Von einem Neujahrsspaziergang am frühen Morgen durch den noch verdunkelten Wald habe ich mir dieses Gedicht mitgebracht: 
Ich Grüße den Morgen 
das klare Sein 
fühle mich wie gehauener Stein 
schaue tief in mich hinein 
den Weg aus dem Labyrinth gefunden 
durch des Lebens Mandala gedrungen 
bin ich Gehäutete Schlange 
bereit neue Pfade zu Erkunden. 
hukwa

Montag, 31. Dezember 2018

Orpheus

Jeder neue Tag 
vollendet ein Stück Welt in mir 
 Ich in Ihr 
Sie in Mir 
Gemeinsam 
Unterwegs 
zur Unendlichkeit. 
H.W. 

Zu ihm bekenne ich mich
der sich durch Wort erschafft
in nie erschöpfter Kraft
der unbewusst in allem was da lebt
Urwort zu finden weiß
das in göttlichen Atem webt
der selbst sich singt
und selbst sich dichten weiß
durch ihn erfüllt gehe über zum Tagwerk
darum
beginne
Poesie gefüllter Tag.
hukwa

Sonntag, 30. Dezember 2018

Fliehende Stunde

"Im Wort liegt etwas heiliges das uns verbietet mit ihm ein Zufallsspiel zu treiben". 
Stephane Mallarme  

Glühende Gebärerin 
Dezembermorgen
eisige Flamme
das strahlen der Wintersonne
Gang durch die Zeiten
eine fliehende Stunde
Gemeinsam
mit der Elster und dem Ahorn
im Garten.
hukwa

Samstag, 29. Dezember 2018

Übergang ins Neue Jahr

Die Steine und Stoffe sind das Höchste, 
der Mensch das eigentliche Chaos. 
Novalis 

Diese Nacht ist gebogen wie glühendes Eisen
das der Esse entstammt die Hephaistos angeschürrt hat
wie glühende Kohle leuchten die Sterne der Dezembernacht
drinnen im Haus des Dichters
in dieser Sonderwelt in unserer Welt
geht ein Weltgeschehen weiter
im Universum Sternen beleuchteter Nächte
in der Gleichgültigkeit zyklischer Planetenräume
wo die Asche Mensch in Monadeform
durch die Unendlichkeit rast
in den wiederkehrenden Nächten
erscheint das Labyrinth
wie ein verborgener Schlüssel
der die Türen öffnet zu den fernen Gärten
beleuchtet von einer roten Sonne
bewahrt in sich die Realität
eines Übergangs ins neue Jahr
in die Sonderwelt der Träume.
hukwa

Donnerstag, 27. Dezember 2018

Meisenmusik

Leise und sacht
fiel in der Nacht Neuschnee
am frühen Morgen lag die Landschaft verzaubert da
herabgeschneite Pracht
in kalter Winterstille
im Frostgebannten Wald
der einsame Laut einer Meise
ihre Seele
verjüngt und unbeschwert.
hukwa

Dienstag, 25. Dezember 2018

Dompfaff im Schnee

Wie in den Neuschnee
hinein tätowiert
die Spur des Fuchses
der vor Stunden hier vorüber ging
das Biegen der Eiche
in sanfter Schneewehe
Krähen über den Feldern
ich befrage ihren Flug
Stille im Wald
das rote Kleid des Dompfaffs in der Birke
soll mich daran Erinnern
das heute Weihnachten ist.
hukwa

Sonntag, 23. Dezember 2018

Unterwegs sein im Gedicht

Das Gedicht sollte Initationslyrik sein. 
Thoreich Geißenbauer 

Es ist die uralte Traumsprache die mich auf Reise schickt
sie zu Verstehen heißt hinter den Horizont zu schauen
dort in der eigenen Wucht des Daseins
wo an den Ufern des goldenen Flusses
die Nachtspechte singen
lernt man
die Sprache des Hermes zu sprechen
fern der Trugbilder des Alltages
geht die Reise
in das Land hinter der Nebelwand.
hukwa

Donnerstag, 20. Dezember 2018

Abseits der Gewöhnlichkeiten

Es ladet die Masse zum Gelage
das Übliche
das Billige wird aufgetischt
doch im Saum der Zeit
wo im zauberischen Wald von Avalon
das Echo ihres Gedröhnes
nie ankommt
hier in geheimer Erwartung
der vollendeten Dunkelheit
tropfen die Verse in den Gralskelch
wie das wärmende Wachs 
einer sich verzehrenden Kerze
wo die Jahre des Wachens
in Silber eingefasst
vor sich hinträumen
Abseits
aller Gewöhnlichkeiten.
hukwa

Dienstag, 18. Dezember 2018

Kattowitz - das war ein Witz

Unsere derzeitige Menschheitsgeschichte und der in ihr wirkende Wahnsinn hat bald jenes unwiderrufliche Stadium erreicht wo wir leider davon ausgehen müssen, dass das Ziel unserer Geschichte deren Vernichtung ist. Das symbolische 5 vor 12 Geschwätz nähert sich langsam seinem Ende aber trotzdem trifft die Politik ihre irreparablen Entscheidungen zugunsten des materiellen Wohlstands und Konsumwachstum. Es besteht seit langem kein Zweifel mehr, dass die Lernfähigkeit unserer PolitikerInnen und VolksvertreterInnen trotz andauernder Ökokatastrophen äusserst beschränkt zu sein scheint. Oder haben wir es hier einfach mit gekauften, skrupellosen PolitikerInnen zu tun die inzwischen zu einem nicht mehr tragbaren Sicherheitsrisiko für den Bürger geworden sind? Wie es scheint wird sich ihr Geld, ihre gekauften Experten und deren Expertisen durchsetzen und zwar auf Kosten der großen Minderheit. Das in Kattowitz beschlossene „Regelbuch“ ist doch nichts anderes als scheinheilige politische Interpretationsakrobatik, eine Hinhaltetechnik mit der man die Menschen beruhigen will. So wie die ökologische Realität aussieht müssen unsere Kinder und Enkelkinder bald ein Leben führen das überhaupt keine Erinnerung mehr an Leben enthält! Und das alles weil selbstsüchtige Wirtschaftsbosse und die von ihnen gekauften Politiker meinen sie seien die Herren dieser Welt!

Allein so dumme Sprüche wie die von der deutschen Bundesumweltministerin das „von Kattowitz das Signal ausgehe, dass wir beim Klimaschutz nicht stehen bleiben dürfen, sondern gemeinsam immer besser werden müssen“ fordert doch schon zum Hohngelächter auf. Bisher ging von jedem Klimagipfel ein „Signal“ aus, doch hinterher wurde es immer dunkler.

Ich weiß nicht was in Kattowitz geschaffen wurde politische Fakten waren das nicht, eher ein Weihnachtsmärchen.
hukwa

Sonntag, 16. Dezember 2018

Sternengärtner

Meine Verse haben den Sinn den man ihnen gibt. 
Paul Valery  

Es ist das weiße Haar des Dezembers
das Heute Morgen die Landschaft bedeckte
der Frost klirrt
das Jahr ist alt geworden
in der Nacht leuchten die Sternengärten
nun besonders hell
und jene die noch lauschen können
hören nun den Sphärenklang
sind Pilger in den diamantenen Gärten
die einem fernen Horizont
eine neue Welt erträumen.
hukwa

Samstag, 15. Dezember 2018

Im einsamen Äther zu Hause

Die Heimat des Dichters ist die Sprache, 
die aufgeschriebene Sprache 
und er ist allein mit ihr. 
Dies ist das Glück und das Leid des Dichters. 
H.W. 

Ein frostiger Morgen
in Eis gewordene Zeit 
lässt mich entfliehen
dem Kerker der Gewöhnlichkeiten
weg von den Bildern die sich der Durchschnitt erträumt
besteige ich die kristallenen Höhen
einsamer Geistabenteuer
dort im einsamen Äther
wie Pindar
ist meine Heimat.
hukwa

Freitag, 14. Dezember 2018

Gehe zur Rinde der Linde

Die Schatten in den Wäldern
durchbrechen die eingeschränkte Zeit
die Morgennebel
verbergen den Schöngehörnten
im Schilf verlor er eine Locke seines silbernen Haars
lächelnder Orpheus
in der Rinde der Linde
wirst du ihn finden.
hukwa

Dienstag, 11. Dezember 2018

Uralter Mond

"Wir bahnen unsere neuen Wege bis zu nie vernommenen Worten". 
Saint-John Perse  

Dieser uralte Mond
der sein Verlangen auf die Erde herab strahlt 
entweihtes Gestirn 
Träume und Visionen entsendend 
in schwarzer Nacht erhabenes Licht 
beleuchtest du die antiken Ruinen 
in finster tiefe Gänge 
führst du die Seele 
Traumvision 
wahrer Existenz 
uralter Mond 
erzählst du von den unnennbaren Zeiten 
der vergessenen Namen 
des verwesenden Wortes 
der zu Stein erstarrtem Chimäre 
in einem herrlichen Gestade 
wild ziehender Wolken 
seit undenklichen Zeiten 
meditierender Mond 
Knochen zu Staub 
Staub zu Stein 
ist der Kreislauf 
uralter Mond. 
hukwa

Sonntag, 9. Dezember 2018

Demeter schläft

Die Natur zeigt sich von ihrer winterlichen Seite. Ihre Kinder ziehen sich zum großen Teil zurück in eine chtonische Starre. Die alte Demeter schläft. Doch die uralte Erdgöttin wird wohl keinen guten Schlaf haben, weiß sie doch was ihre ungezogenen und böse Menschlinge mit der Schöpfung treiben. Einst war ihr Name Begriff für die Fruchtbarkeit des Bodens, Mütterlich sorgte sie für ihre Geschöpfe. Das sagt ja schon der  Name dieser Ackerbaugöttin: De - Meter bedeutet im zweiten Wortteil die Müttterliche, während der erste Teil auf ihr göttliches Prinzip zielt. Wörtlich übersetzt bedeutet Demeter einfach Erdmutter. Sie ist nichts anderes als ein Aspekt der Gaia. Sie will uns lehren dass wir uns als einen Teil von ihr sehen. Als Teil eines noch größeren Lebewesens nämlich dass der Erde.
hukwa

Samstag, 8. Dezember 2018

Akasha

Das Hermetische Gedicht führt die Seele in ein fremdes Land.
H.W. 

Die dunkle wilde Dämonie 
einer schwarzen Nacht 
nur manchmal unterbrochen 
durch den fahlen Lichtschein 
des trunkenen Mondes 
eine Unke tastete umher 
und tiefer aus dem Wald 
drang ein Gesang herüber 
die Glut vergangener Zeiten durchpulste das Blut der einsame grüne Waldweiher ein uralter Spiegel 
der die Erinnerungen von Generationen verwahrt 
V erlangen nach uraltem 
Mond und Nacht 
die unnennbaren Zeiten 
werden zu Gesichtern 
im uralten Spiegel des grünen Wassers 
Mondfülle erzählt 
die Märchen zukünftiger Zeiten 
während der Morgen im Gestern erbebt 
schweigsam im klaren Harz der Kiefer 
breitet sich die Erinnerung der Bäume aus 
Geheimnisvoll das Gedicht wie der archaische Flug der Vögel 
Orpheus ging vorüber. 
hukwa

Mittwoch, 5. Dezember 2018

Mittlerin zwischen den Welten

Ziel eines Lebens das auf einem spirituellen Fundament aufbaut ist die Vereinigung mit etwas höherem, einem Höchsten - Einen. Dies ist nichts anderes als die Rückbindung (religio) zur Quelle. Oft kehrt man zu diesem Urgrund zurück ohne das man es bemerkt nämlich durch die Reise die unsere Traumseele jede Nacht unternimmt. Unser Traumbewusstsein ist sehr vielschichtig. So wie es Menschen gibt die ein reines Herdendasein leben, und am täglichen Sein vorbeilaufen weil ihr leben nur Oberfläche ist so ist es auch mit unserem Traumbewusstsein: Manche schauen in Träumen mehr als Andere. In solchen Fällen von bewussten Traumleben funktioniert die Traumseele als Mittlerin zwischen den Welten und den Jahrhunderten. Diese Traumseele schenkt uns jene Überwirklichkeit die es uns ermöglicht Zeitreisen zu unternehmen.
hukwa

Samstag, 1. Dezember 2018

In zwei Welten zu Hause

Überwirklich beheimatet
jenseits der Sterne
in der Region des Erebus
wo Erebos seine Nachkommen zeugte
stieg ER herab und besuchte
die Höhlen von Samaothrakien
wo ER Gedichte schrieb und wie ein Eremit lebte
Lobgesänge auf Orpheus
Dankgebete an Dionysos
mit Blut auf schwarzes Pergament geschrieben
"und du wirst mich im Lichte der Götter wiederfinden
bis dahin muss ich umherirren
in der Lichtlosen Sphäre..."
ER band seine Gedichte an den Baum der Träume
den ewig grünen Lorbeerbaum
dann verschloss ER die Höhle
mit einem mächtigen Fels
und fiel in einen tiefen Schlaf
hier weit weg vom
Irrgarten des Menschendaseins
träumt ER von seiner doppelten Natur
von der VEREINIGUNG zweier WELTEN
seine Träume trugen IHN an die Ufer des Lethestroms
wo die Irrsinnwirkenden Pflanzen wuchsen
wo Ariadne mit ihrer dunklen Begierde lauerte
während draußen der Sturm durch die Eichenwälder brauste
und vom Berge Kaukaion
die Echo des Donners ins Tal drangen
durch die sturmgepeitschten Wälder schlich
Aglaoinike
mit einem Pantherfell bedeckt
aus der Ferne drang das Heulen der Waldvampire
doch ER lag im tiefen Schlafe
VEREINT mit zwei WELTEN.
hukwa

Donnerstag, 29. November 2018

Weg nach Eleusis

In der Nacht bin ich in einem sehr realistischen Traum nach Eleusis gewandert. Ich lief die heilige Straße, über die Brücke, vorbei an den Sümpfen nach Eleusis. Es war eine Pilgerschaft in eine andere Welt. Solche Träume die ja mit den Archetypen in Verbindung stehen hat man nicht jede Nacht. Auslöser dieses Traumes war wohl die Literatur über das antike Griechenland die ich derzeit lese. Alles Bücher die man im historisch-antiken Sinn Mysterienbücher nennt.
hukwa

Im Schatten nächtlicher Pfade 
erwarte ich die Stunde 
die das erste Hell 
von der Dunkelheit scheidet 
unter der alten Eiche 
lausch ich dem Orakel  
der Mond ruht über mir 
uralter Eiche Stimme 
die Welt ist zweigeteilt 
Gestern sprachen noch die Nymphen. 
hukwa

Mittwoch, 28. November 2018

Eleusis

 Eleusisches Licht 
beleuchtet mich 
da ich wandere 
durch blaue thrakische Nacht 
Eos goldene Tränen 
befeuchten mein Angesicht 
dennoch 
Aglanoike suche ich 
die Dienerin der Aphrodite 
Bacchantinnen im Tal der Hekate 
euren Ruf vernehme ich. 
hukwa

Um in die Mythologie einzudringen, um ihren Sinn zu begreifen, darf man mythologische Texte nicht als Märchen lesen, sondern als Tatsächlichkeit. Als eine Tatsache der "inneren Geschichte" des Menschen. Ein eindeutiges Beispiel hierfür ist das Orakel von Eleusis. Wir haben es in Eleusis mit einer geschichtlichen Tatsache zu tun, die 2000 Jahre lang stattgefunden hat. Wahrscheinlich wird das Geheimnis von Eleusis nie gelöst werden, jeder der es kannte, und das waren sehr viele, hat darüber niemals etwas ausgesagt. Wir kennen von den Mysterien nur das Gerüst, das innere Geschehen im Heiligtum bleibt der Welt bis heute verborgen. Es muss dort etwas geschehen sein, von solch mystischer Intensität das niemand wagte darüber zu reden. Diese Tatsache beweisen zahlreiche antike Zeugnisse unter ihnen die Tragiker Sophokles und Euripedes. Platon, der auch ein Eingeweihter der eleusischen Mysterien war, bezeichnete das Geschehen dort als "phantasmata", als eine Geisterhafte Erscheinung.
hukwa

Montag, 26. November 2018

Im blauen Fackelschein

Meine Gedichte wollen die Seele ins Fremde führen, in eine chtonische Landschaft. 
Hans Wagner 

Die Arme mit Schlangen um wunden
im roten Schein purpurnen Mondes lichtes
dich Hekate grüße ich
Urfunken glitzern
tief in meiner Seele
ins alte Thrakien reise ich
Gorgonenhaupt
erschreckt mich nicht
im Fackelduft
im blauen Schein
verbindet sich mein Sein
mit Thrakiens und Arkadeins reiner Luft.
hukwa

Samstag, 24. November 2018

Geflüster der Eichen von Dodona

"Im Wort liegt etwas Heiliges, das uns verbietet, mit ihm ein Zufallsspiel zu treiben. Eine Sprache kunstvoll handhaben heißt eine Art Beschwörungszauber ausüben". 
Stephane Mallarme  

Sternverwandt
steigt mein Geist empor 
sich wärmend im orphischen Licht 
ins Land der Hyperboräer 
wo Dunkel sich erhellt 
in einem von 
Schwänen gezogenen Wagen 
reist heute mein Geist 
lauschend dem Geflüster 
der Eichen von Dodona 
enteilend den Masken der Medusen 
hinein ins lichte Eleusis. 
hukwa

Freitag, 23. November 2018

Wo den Silberfingern goldene Nägel wachsen

Über den dürren kalt gewordenen Nächten
steht der rote Mond
er sorgt dafür
das die Erinnerung wach bleibt
in meinem Blut
ein Schweigen strahlt aus
der gefrorene Rosenbusch
schläft auch das grüne Einhorn fest
verweile ich doch am gleichen Ort
wo den Silberfingern goldene Nägel wachsen
dort bei den Birken
wo sie blaue Schatten werfen
entzündet sich die gefrorene Flamme
begleitet vom Ruf des Nachtspechts.
hukwa

Donnerstag, 22. November 2018

Das schläfrige Morgenlied des Nachtspechts

Der Schnee auf den Bäumen
erzählt mir
von Werden und Vergehen.
hukwa

Sie deuten den Ruf des Nachtsspecht
als etwas böses
erschrecken vor dem unsichtbaren Kainsmal
es ist die Stunde da der Morgen erwacht
die Zeit da der Magier mit seinem Buchstabenzauber beginnt
begleitet vom
schläfrigen Morgenlied des Nachtspechts.
hukwa

Meine Gedichte sind Inspirationslyrik doch vor allem 
sind sie Initationslyrik. 
H.W. 

Dienstag, 20. November 2018

Kosmisches Echo

Wohnung und Heimstatt
der Unbegrenzte Raum des Geistes
der gesellschaftlich gefärbte Intellekt
ein Werkzeug des Geistes
in mir tief drinnen
das Echo kosmischer Mächte
erzählt
vom Sternenstaub vor Jahrmillionen
geformter Geist
aus Stein entstanden.
hukwa

Montag, 19. November 2018

Winterhaiku

In kalter Winternacht
krächzen die Elstern in der alten Fichte
die Eule flog vorüber.

Im Schneewald
Auge in Auge
die einsame Krähe und ich.
hukwa

Sonntag, 18. November 2018

Verbunden mit der Allseele

So entfernt ist die Vergangenheit nicht
das ich nicht mehr beobachten könnte
wie Wordsworth durch die Wälder streift
ein Gedicht ohne Scham und ohne Begrenzung
das sich durch den Kosmos bewegt
ist das Vermächtnis von Blake
der aus einem Strudel von Wolken
Regenbogen farbene Vögel fliegen ließ
denn seine Worte waren die Wolken der Poesie
und seine Zeichnungen gezogen mit Elfenhand
so entfernt ist die Vergangenheit nicht
das wir keine Medusenschwärme
sondern blutrote Regenwürmer sind
die sich in einer entfernten Vergangenheit
in dieses heutige Sein entwickelten
nun drängt zur nächsten Stufe
dem Erwachen
des göttlichen Antropos.
hukwa

Samstag, 17. November 2018

Gespür für die Allseele

Gerade war ich im Garten die Krähen füttern. Als ich unter die Bäume trat warteten beide schon auf mich. es sind wunderschöne Momente wenn man das vertrauen das Wildtiere einem entgegen bringen können spüren darf. In mir spüre ich dann ein tiefes Gefühl mit der Allseele in Verbindung zu stehen. Man gehört zur großen Familie von Stein, Pflanze und Tier.
hukwa

Donnerstag, 15. November 2018

Uralte Sehnsucht

Uralte Sehnsucht
lagert in dunklen Herbstnächten
die Spur im Sand
wird zum Wegweiser des Traums
früher Morgen
erstes Licht
in der Ferne
die regungslose Nebelwand
durchbrochen
vom ersten rötlichen Dämmern
des neuen Morgen
der erwachende Tag
wird zum Sprungbrett
den eigenen Schatten zu überwinden.
hukwa

Mittwoch, 14. November 2018

Wir sind nur ein Versuch der Natur

Die Welt ist ein Lebewesen, 
ausgestattet mit einem Körper, 
den die Menschen sehen können, 
und einer Intelligenz, 
die die Menschen nicht sehen können. 
Hermes Trismegistos 

Es ist mir fast nicht möglich den Gedanken zu fassen dass diese Welt doch einmal zur Vernunft finden wird. Der Mensch ist ein Zerstörer, er vernichtet mutwillig Tiere und Ökosysteme und lebt im Krieg mit seiner eigenen Spezies. Dumpfheit, Dummheit und Gier regiert die Welt. Die Erde ist ein Lebewesen und sie wird sich gegen die zerstörerischen Eingriffe des Menschen zur Wehr setzen. Dies passiert ja schon man muss nur die Auswirkungen des Klimas beobachten!
Der Mensch sein ein "Fehlschlag der Natur" meinen einige. ich denke wir sind nur ein "Versuch der Natur" und wenn wir uns weiterhin gegen die Erde stellen wird unsere Erde diesen "Versuch" einfach abbrechen.
hukwa

Dienstag, 13. November 2018

Novembergedanken

Das fahle Licht des Novembers
Erinnerungen aus dem alten Jahr
Trost meiner Gedanken
noch einmal rinnt vorbei
Erlebtes und Gedachtes
November der Erwartungen
erfüllst du die Abende
mit Schweigendem.
hukwa

Freitag, 9. November 2018

ABHÄNGIGKEITSERKLÄRUNG

für Hambi und alle Wälder unserer gemeinsamen Erde

WIR
Foto©UteKW

Wir die Kinder dieser Erde erklären uns abhängig
von der Erde der Sonne dem Mond und den Planeten
von den Bäumen den Pflanzen den Ozeanen den Eisbergen den grünen Wäldern
wir gehören zu dieser Erde wie die Pflanzen und Tiere
wir sind verbunden mit den Wäldern die ihr täglich zerstört
wir sind verbunden mit den Meeren und den Flüssen die ihr täglich vergiftet
wir sind Kinder dieser Erde die uns ernährt und die wir lieben
wir sehen uns in einer Verpflichtung für diesen Planeten
wir haben Angst
diese Angst hat konkrete Gründe
sie ist Verantwortung gegenüber den Nachgeborenen den noch Ungeborenen
wir sehen eine ungewisse Zukunft vor uns
wir die Kinder dieser Erde wissen
dass unsere Philosophie nicht identisch ist
mit der Sicht der Konzerne und ihrer Manager die diese Erde ausbeuten
uns ist bewusst dass ihr mit eurer Verantwortungslosigkeit
mit eurer ungelenkten Konsumsucht und Raffgier
unsere Zukunft zerstört
denn die Zukunft gehört dem Leben
nicht dem schleichenden Tod den ihr vorbereitet
die Zukunft gehört den klaren Wassern der Meere und Flüsse
denn grünen Wäldern und Hügeln
die Zukunft gehört nicht euren roten Listen
die ihr den Nachgeborenen als Erbe hinterlassen wollt
wir die Kinder dieser Erde erklären uns abhängig
von unserem noch blauen Planeten
und wir werden kämpfen
für unsere Kinder und Enkelkinder
denen wir eine Zukunft geben wollen
deshalb
lasst uns unsere Träume und Visionen zu Werkzeugen schmieden
mit denen wir unsere Sehnsüchte
nach einer besseren Welt
konkret verwirklichen können. 
 
hukwa












Donnerstag, 8. November 2018

Historisches Wissen ist immer Mitwissen am Mythos - Von der metaphysischen Geschichte der Menschheit

Wir alle tragen ein Geschichtsbild in uns (das Geschichtsbild des Einzelnen), das in der Regel von dem Geschichtsbild der professionellen, institunionalisierten Geschichtswissenschaft abweicht. Diese Geschichtsbild des Einzelnen ist in der Regel kein so „trockenes“ wie das der Geschichtswissenschaft. Es ist spekulativ. Ein Mensch wie Schliemann hatte gewiß ein großes Geschichtswissen dennoch verließ er sich bei seiner Suche nach Troja nicht auf das Geschichtsbild der damaligen Geschichtswissenschaft sondern er zog den niedergeschriebenen Mythos in seine Suche mit ein und wurde fündig. Hätte er sich nur auf die Fakten damaliger historischer Erkenntnisse verlassen er hätte niemals seine großen Entdeckungen gemacht.
Echtes historisches Wissen ist immer auch „Mitwisserschaft“ am Mythos der aus dem Reich der Archetypen zu uns dringt. Schliemann las den Homer nicht als mythische Überlieferung für ihn war dieses Schriftum ein frühgeschichtliches geistiges Dokument das zum Teil auf Tatsachen beruhte.
Denn der Mythos ist zu einem Teil objektive Wahrheit und zum anderen Spekulativ. Was Schliemann erkannt hat war dass neben der äußeren Geschichte noch eine „Innere Geschichte“ existiert, diese hatt man mit dem Kleid des Mythos umhüllt.
Bachofen hat dies korrekt ausgedrückt:
Was nicht geschehen sein kann, ist jedenfallls gedacht worden. An die Stelle der äußeren Wahrheit tritt also die innere. Statt der tatsächlichkeiten finden wir Taten des Geistes“.
Der Mythos der ja die Innere Geschichte des Menschen beschreibt ist die Metaphysische Geschichte der Menschheit. Zwischen dieser metaphysischen Geschichte und der historischen Geschichte besteht immer eine Verbindung. Der mythos erzählt also die älteste gedachte Geschichte des Menschen. Das mythische Denken ist ein vorsokratisches Denken. Das Alte Testament ist hierfür ein Beispiel. Man kann davon aus gehen das Moses eine historische Person war seine „Taten“ allerdings sind mythisch. Hier kannn man deutlich die Verbindung zwischen innerer und äußerer Geschichte erkennen. Die metaphysische Geschichte des Menschen ist so alt wie seine Evolution. Mit dem Aufdämmern der Logik, mit der Philosophie des Sokrates der die Wurzeln der Logik gepflanzt hat, wurde der Mythos ins menschliche Unbewusste verdrängt. Dort führt er als „psychische Realität“ eine eigenständige existenz, die der Kontrolle unseres Ich-Bewusstseins nur bedingt erfahrbar ist. 

hukwa 



Mittwoch, 7. November 2018

Die dunkle Seite des Novembers

Die dunkle Seit des Novembers
legt sich auf das glänzende Gefieder der Krähe
Nacht am Tag
Tagesnacht
Novembernebel
Beschwörung der Zeit
das sind Novembermächte.
hukwa

Dienstag, 6. November 2018

Mit Tieren sprechen

Seit Jahren spreche ich mindestens einmal am Tag mit den Krähen. Es sind wildlebende Tiere die mich mehrmals am Tag besuchen und sich ein Leckerli abholen. Sie sind sehr intelligent und ich weiß dass sie mich verstehen wenn ich mit ihnen spreche. Wenn man mit Tieren spricht muss man gleichzeitig das Gespür in sich fühlen, das es echt ist, wenn man davon überzeugt ist das sie einem Verstehen. Man darf sich da nichts selbst vormachen. Dieses Gespür beruht auf einer sehr langen Erfahrung im Umgang mit Tieren. In der Regel finde ich es weitaus interessanter mich mit Tieren auseinanderzusetzen als mit Menschen.
hukwa

Freitag, 26. Oktober 2018

Herbstwanderer


Eine Naturmeditation
Fotos Moosalbtal©UteKW



Wenn im Herbst die ersten weißen Nebel in den Tälern des Pfälzerwaldes erscheinen und die Bäume ihr buntes Herbstkleid angelegt haben, beginnt für den Wanderer eine besonders schöne Zeit.
Die goldene Sonne des frühen Oktober zieht ihn nun magisch in die Wälder. Der zehnte Monat des Jahres trägt den altdeutschen Namen Gilbhart. In ihm verborgen sind die längst ausgestorbene Wörter „Gilb“ für Gelb, ein Hinweis auf das sich verfärben der Baumblätter und „Hart“ das einst für Bergwald stand. In den Gebirgsnamen Haardt und Harz ist es bis heute erhalten geblieben.
Wer im Herbst durch die Wälder wandert, hat die Möglichkeit vieles und Absolutes zu sehen und zu erkennen. Kann man doch in der Natur und ihre Prozessen die eigene Vollendung entdecken.
Mit dem Fallen der Blätter erinnert man sich seiner geschichtlichen Zeit aber auch seiner schöpferischen Endlichkeit. Der ganze Herbst ist eine einzige Naturmeditation.
In den Wäldern begegnen wir nun besonders intensiv dem Spiel der Naturelemente von Zerfall und Wiedergeburt. Hier der Friedhof des toten Laubes und doch keimt unter dieser Schicht schon das neue zukünftige Baumleben.
Ein elementares Spiel treibt der Herbst in den Wäldern. Die Wucht seiner faszinierenden Farben betören den Wanderer und doch steckt in ihnen schon das Ahnen des nahenden Winters. Hoch oben am Himmel erscheinen am Abend die ersten diamantene Herbststerne.
Manchmal hat der Wanderer das Glück, wenn er am Abend aus den Wäldern heraustritt, das Schnattern der Wildgänse zu hören, dies sind besondere Augenblicke.
Herbst das ist kein Niedergang, diese Jahreszeit spricht in einem wunderbaren Schöpfungsalphabeth zu uns. Im Lied des Herbstes singt noch einmal die ganze Süße und Schwermut des Sommers zu uns.
Stimmt das Wettter dann erreicht jetzt die Hirschbrunft ihren Höhepunkt. Wer ein solches Naturschauspiel einmal erlebt hat, für den wird es ein unvergessenes Ereignis bleiben.
Die Bienen machen jetzt ihren Stock dicht und nach den ersten Nachtfrösten beginnt der Siebenschläfer seinen Winterschlaf. Dort wo Eichbäume stehen erscheint jetzt sehr häufig der Eichelhäher, der fleißig Eicheln sammelt. Dieser Baumpflanzer kann bis zu sechs Eicheln in seinem Kehlsack tragen die er zu seinen Sammellagern bringt.
Der Oktober ist auch die Zeit der Pilze und eine Art fällt uns nun besonders auf. Der Fliegenpilz. Vor allem dort wo Birken und Fichten wachsen, finden wir nun dieses mystische „Männlein im Walde“, hat es doch zu diesen beiden Baumarten eine besondere Beziehung.
Eine besonders schöne Herbstfärbung findet sich jetzt bei den Ahornbäumen aber auch die Wildkirsche, die im Frühjahr mit ihren schneeweißen Blüten die Landschaft verzaubert hat, verzückt uns nun noch einmal mit der besonderen Rotfärbung ihrer Blätter.
Der „Goldene Oktober“ dauert etwa bis zur Monatsmitte. Jetzt, da die ersten Frostnächte nahen, erreichen der Wildapfelbaum und die Schlehe ihre letzte Reife.
Je tiefer der Wanderer nun in die Wälder eindringt, desto intensiver trifft ihn nun die Melancholie des herbstlichen Untergangs und doch schwebt in diesem scheinbaren Vergehen bereits die Frucht eines neuen Werdens. 
hukwa 

Mittwoch, 24. Oktober 2018

„Auf dem ältesten Altare der Menschheit stehend“

Gedanken beim Besteigen eines Berges bei Trippstadt

Foto©UteKW

An solchen Orten erkennnnt man dass Natur vielmehr ist als das wissenschftlich Messbare oder wirtschaftlich Verwertbare. Solche Plätze sind ein Sinnbild für seelische und kosmische Verbindungen. Es sind Landschaftsräume von Andacht, Demut und Stille. Wenn man sich hier aufhält kommt der Moment wo der Geist zwischen Tag und Nacht, Wachheit und Phantasie, zwischen Gegenwart und ältester Vergangenheit weilt.
Einsam auf einem Bergrücken im Pfälzerwald gelegen steht eine seltsame Formation von Buntsandsteien. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren als wären sie einst von Riesen errichtet worden. Es handelt sich natürlich um ein Steingebilde das in der Eiszeit entstand.
Die Anordnung der Felsen ist so bizarr das man davon ausgehen muss dass sich hier in der Frühgeschichte ein heidnischer Kultplatz befand. Verwitterte Ritzungen in den Steinen und kaum noch deutbare Felszeichnugen lassen ahnen dass dieser Platz einst für religiöse Handlungen genutzt wurde.
Etwas entfernt im Gebüsch, von Farn und Brombeerranken bedeckt, liegt ein spitz zu laufender Stein von etwa drei Meter Länge bei dem es sich um einen Menhir handeln dürfte. Eine Vertiefung auf der Buntsandstein Formation hat die gleichen Umrisse wie der Sockel dieses Steins. Noch etwas weiter entfernt findet sich eine Steinanlage die mit Sand ausgefüllt ist und bei der es sich wohl um einen urzeitlichen Grabhügel handeln muss.
Wenn man die Felsformation erklettert hat und auf der Plattform steht auf der mindestens zehn Menschen Platz haben empfängt einem das erhabene Schweigen dieser mystischen Waldlandschaft. Wie Mahner oder Wächter stehen die mächtigen Buchen und Eichbäume hier. Die darauf achten dass die moderne und entmytologisierte Gegenwart hier nicht so einfach eindringen kann. Der Weg hier herauf führt vorbei an abgelegenen Felsplateaus, verwunschenen Steinen und dichtem Wald. Die Moose an den mächtigen Buntsandsteinblöcken erscheinen wie Metaphern für das zähe Überleben dieses mythischen Raums. Wie schlafende Riesen mahnen sie uns an ein goldenes mythisches Zeitalter. Auf der Bergkuppe weilend scheint sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu Vereinen. Es ist der Moment wo sich die Gedanken einem Höherem, einem Anderen zuwenden. Und dieses Andere scheint jetzt in seiner urgewaltigen, archaischen Sprache zu sprechen. Es ist als würde sich ein Vorhang Lüften der für einge Sekunden einen Blick in die Frühgeschichte der Menschheit preisgibt. Und im leisen rauschen der Bäume, im Rascheln der trockenen Blätter und im Wispern des Windes scheint plötzlich die Stimme Goethes zu ertönen:
In diesem Augenblick, da die inneren anziehenden und bewegenden Kräfte der Erde gleichsam unmittelbar auf mich wirken, da die Einflüsse des Himmels mich anher umschweben, werd ich zu höheren Betrachtungen der Natur hinaufgestimmt, und wie der Menschen Geist alles belebt, so wird auch ein Gleichnis in mir rege, dessen Erhabenheit ich nicht widerstehen kann. So einsam sage ich zu mir selber, in dem ich diesen ganzen nackten Gipfel hinabsehe und kaum in der Ferne ein gering wachsendes Moos erblicke, so einsam sage ich, wird es dem Menschen zu Mute, der nur den ältesten, ersten, tiefsten Gefühlen der Wahrheit seiner Seele öffnen will. Da kann er zu sich sagen: Hier, auf dem ältesten ewigen Altare, der unmittelbar auf die Tiefe der Schöpfung gebaut ist, bringe ich dem Wesen aller Wesen ein Opfer dar“.

hukwa

Dienstag, 23. Oktober 2018

Das Einfache ist das Wahre

Der alte bemooste Zaunpfosten 
vom Eisreif  ummantelt 
steht ganz versunken in Sein und Zeit. 
hukwa  

Ich versuche meinem Alltag einen spirituellen Hintergrund zu geben, ihm täglich ein kleines Wunder abzuringen. Simplex sigillum veri.  Es ist die tägliche Reise vom Alltag in den ALL-TAG.
hukwa