Mittwoch, 3. März 2021

Stümper

 Zu den größten Stümpern in unserer Gesellschaft zähle ich jene Menschen die nicht mehr fertig gebracht haben als Geld anzuhäufen. Ein wenig mehr kann man doch vom Leben verlangen. 
hukwa

Dienstag, 2. März 2021

Dem Märzgeist entgegen

Während meiner Wanderungen  durch die Wälder möchte ich meine Ruhe haben. Ich laufe so dass ich nicht mit anderen Menschen zusammentreffe. Der Wald ist mir ein Heiligtum und die banalen Gespräche meiner Mitbürger stören meine Intuition. In den Wäldern werden meine Gedanken zu wehenden Winden, die ich in die Weite fliegen lasse. Ich setze mich auf einen alten, morschen Baumstumpf und schreibe ein Haiku und gebe mich den Betrachtungen der Natur hin.   
Im alten Laub vom Vorjahr 
die gelben Blüten des Winterlings 
strecken sich dem Märzgeist entgegen. 
hukwa

Donnerstag, 25. Februar 2021

Siechendes Armageddon

 Die Ressourcen sind begrenzt 
die Müllhalden werden immer gigantischer 
der Mensch der Zukunft 
wird aus 80 Prozent Polyester 
und 20 Prozent Radioaktivität bestehen 
die Regenwälder werden unter politischer Aufsich abgefackelt 
die Eisberge sind bald verschwunden 
die Tundren trocknen aus 
siechendes Armageddon. 
hukwa

Mittwoch, 24. Februar 2021

Vergessen

 Die Natur ist nicht das Andere wir sind mit ihr verwandt, uns trägt das gleiche Sein, ihre Gesetze sind unsere Eigene. Das wir dies Vergessen haben ist Naturvergessenheit. 
hukwa 

Rauschende Bäume am Hang 
euch lausche ich schon mein Leben lang  
archaisch euer Gesang 
tönt in mein Muschelohr 
so vieles das Vergessen ist 
als Stern und Steinkind 
steige ich zu euch empor. 
hukwa

Donnerstag, 18. Februar 2021

Waldeinsamkeit

Die Krähen sitzen stumm im Baum  
Bald kehren die Schwalben wieder 
unter der Birke 
eine alte Ringelnatterhaut 
ich bin ganz still 
fast wie ein Strauch 
die Fichten knarren 
Rotkehlchen klagt 
der Schwarzspecht schreit 
Waldeinsamkeit. 
hukwa

Mittwoch, 17. Februar 2021

Von Angesicht zu Angesicht

 Ich lausche dem Meisengezwitscher 
weiß um den grünen Gott 
der durch die Wälder pirscht 
im Moos und Farn erblicke ich ihn 
von Angesicht zu Angesicht 
ich bin vereint mit Strauch 
mit Stein und Kreatur 
bin Eins mit der umgebenden Natur. 
hukwa

Montag, 15. Februar 2021

Kosmische Verflechtungen

 "Die Evolution des Universums beruht auf dessen kosmischen Anfangsbedingungen und den darin gegebenen Eigenschaften der Materie. Durch sie wird eine Fülle von Zufallsereignissen zu einem Netzwerk in bestimmter Richtung verwoben. Die so entstehenden Muster wirken auf andere Materie und führen fortschreitend bisher unabhängiges zu neuer Verflechtung und immer wirkungsstärkerer Struktur. Vom Chaos zu einem intellektuellen, intergalaktischen Übermuster weist der Pfeil dieser Entwicklung, deren winziger Teil ein jeder von uns ist". 
Carsten Bresch

Sonntag, 14. Februar 2021

Oberons Horn

Noch einmal töne 
Oberons Horn 
einmal will ich dich noch hören 
Erschalle in Elfenmelodien 
und lass mich aus der Gefangenschaft ziehen 
in neue Sphären gehen 
in tiefere Daseinsgründe 
Erschalle nun altes Horn 
und übertöne der Neuzeit Hohn 
das elende Geplärre. 
hukwa   
 

Dienstag, 9. Februar 2021

Februarmorgen

 Versunken in die Ruhe 
eines winterlichen Februarmorgens 
an den Fenstern Eisblumen 
(die es nur noch an meinem Fenster gibt) 
hier dürfen sie noch blühen 
unter meinen Füßen knirscht der Schnee 
der einsame Birnbaum am Feldrand 
(er ist sehr alt und manchem ein Dorn im Auge) 
hoch oben in seinem Geäst 
eine einsame Krähe 
drei lieben die Einsamkeit 
die Krähe der Birnbaum und Ich 
sind an diesem Februarmorgen 
eine Einheit. 
hukwa

Montag, 8. Februar 2021

Die geheiligte Einheit der Biossphäre

Die christliche Mystikerin Hildegard von Bingen hatte im 12. Jahrhundert eine wunderschöne Vision der schöpferischen Natur. Sie berichtet von einer inneren Stimme die sie hörte: "Ich bin jene höchste, glühende Kraft, die alle Lebensfunken aussendet. Der Tod hat keinen Teil an mir, und doch bin ich es, der ihn zumißt, weswegen ich mit Weisheit, wie mit Flügeln, umgürtet bin. Ich bin jener lebendige glutvolle Geist der göttlichen Substanz, der in der Schönheit der Felder glüht. Ich leuchte im Wasser, ich brenne in der Sonne, im Mond und in den Sternen. Mein ist jene geheimnisvolle Kraft des unsichtbaren Windes. Ich erhalte den Lebensoden alles Lebendigen. Ich atme im grünen Pflanzenwuchs und in den Blumen, und wenn das Wasser lebendigen Wesen gleich herniederfließt, so bin ich es. Ich habe jene Säulen geformt, die die ganze Erde tragen... Sie leben weil ich in ihnen und ein Teil ihres Lebens bin. Ich bin die Weisheit. Mein ist das Brausen des donnergleichen Wortes, durch welche alle Dinge erschaffen wurden. Ich durchdringe alle Dinge, auf das sie nicht sterben. Ich bin das Leben." 
Was Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert geschrieben hat kann man in unsere Zeit übersetzt die "geheiligte Einheit der Biosphäre" (Gregory Bateson) nennen. Das Seinsmuster das alles Lebendige im Kosmos zusammenhält. 
hukwa

Sonntag, 7. Februar 2021

Die alte Weidenfrau

 In den Wald lauf ich auch Heute 
wo die Winterschatten unter Bäumen stehn 
wo der Specht als Feuerrose 
in die dunklen Wolken fliegt 
hinter denen ein roter Himmel glüht 
hier am rauschenden Wildbache 
wo die Wasseramsel haust 
hier im Glanz der Winterschatten 
letzter Götter Aufenthalt 
silberfarben stehn die Weiden 
eingekleidet in Spinnwebentraum 
hier am Wurzelfilz der Bäume 
schläft die alte Weidenfrau. 
hukwa

Samstag, 6. Februar 2021

Sternenstaub

 Es ist der Mythe Licht 
dies schweigsame Lächeln 
im Schatten des Fichtendickichts 
in der Morgenfrühe 
umhüllt mich der Wald 
wie ein wärmender Mantel 
der alte Stein am Wegrand 
vermoost 
wie ein Medusenhaupt 
er wie ich sind 
Sternenstaub. 
hukwa

Freitag, 5. Februar 2021

Philosophische Systeme sind nicht immer menschlich

 Es gibt philosophische Systeme, die sich auszeichnen durch ihre Geschlossenheit und Widerspruchslosigkeit, sie lesen sich wie ein Evangelium, sind rein intellektueller Art, sind durchdacht und perfekt gemacht. Dann gibt es philosophische Systeme in denen Idee, Gedanke und Tendenzen miteinander im Streit liegen. Diese erfassen das Ganzheitliche der menschlichen Existenz, solche Denksysteme sind aus dem Leben heraus und in die Wirklichkeit hinein gewachsen. Ich denke die letztere ist die wahrhaftigere Philosophie. 
hukwa

Donnerstag, 4. Februar 2021

Nichts geht verloren

"Da regst du dich nach ewigen Normen 
Durch tausend, abertausend Formen 
Und bis zum Menschen hast du Zeit."  
Goethe 
Keine Tat, kein Gedanke geht verloren. Sie sind, werden, abgelegt in der universalen, kosmischen Psyche, die ihrem Wesen nach, eine ewige Erfahrung ist. 
hukwa 

Mittwoch, 3. Februar 2021

Der Fall in den Abgrund

 Die Aufgabe des Menschen ist es sich einzuordnen in das Ganzheitsgefüge der Natur. Dies ist der Grundgedanke der älteren Philosophie. Die Lebensmitte des philosophischen Denkens ist das innere Gespür für die Natur aus der heraus wir existieren. Unsere menschliche Verpflichtung ist es unseren Standort in diesem Ganzheitsgefüge zu finden. Aus diesem Gefüge ist der Mensch herausgefallen. 
hukwa

Mittwoch, 27. Januar 2021

Der Trippstadter Schlosspark und seine ökologischen Verbindungen


Das Aussehen eines Parks resultiert aus einem ständigen Kräftespiel zwischen jahreszeitlichen Wechsel, natürlicher Entwicklung und naturgegebenen Verfall.

So besitzt der Trippstadter Schlosspark einen besonderen ökologischen Wert, da er vor allem durch den Bestand seiner Altbäume, ein Refugium für Pflanzen- und Tierarten geworden ist.

Der Trippstadter Schlosspark ist ein historischer Park aber vor allem ist er ein naturnaher Park mit direkter Verbindung zu Wald- und Feldlandschaften. Dies macht sich vor allem am Pflanzenwuchs und den Tierarten die hier leben und ihn aufsuchen bemerkbar. Die große Rasenfläche mit starkem Thymian und Habichtskraut bewuchs zieht neben Hummeln und Wildbienen auch zahlreiche andere Insekten an. Seltene Käfer, genau so wie zahlreiche Schmetterlingsarten. Beim genauen Beobachten findet sich hier eine überraschend hohe Siedlungsdichte von Kleinstlebewesen. Für diese Tierarten stellt der Park ein Vermehrungszentrum dar. Darin liegen natürlich Chancen die Artenvielfalt besser zu erhalten. Vor allem leisten Dörfer und Städte die einen Park besitzen zweifelsohne einen großen Beitrag zum Artenschutz, wenn diese „Kulturlandschaften“ naturnah gepflegt werden und dies ist beim Trippstadter Schlosspark gegeben.

Das Pflanzenwachstum hat im Laufe der Jahre den Park verändert. Neben den alten einheimischen Parkbäumen fallen auch fremdländische wie Sumpfzypresse, Schwarznuss u.a. ins Auge. Vor allem aber sind es die mächtigen Eichen und Buchen die den Park prägen.

Diese ziehen auf natürliche Weise in Vernetzung mit Sträuchern, Kräutern und verschiedenen Gräsern zahlreiche Tiere an, vor allem Vögel. Erwähnenswert sind die an Altbäume gebundenen Vogelarten. So finden sich Bunt – Grün – und Mittelspecht in den Bäumen. Im Stammbereich der Bäume fallen Wald- und Gartenbaumläfer auf, sowie der Kleiber. Hauben- und Weidenmeise kommen vom nahen Wald zu Besuch. Rotkehlchen und Zilp Zalp leben hier und dem geduldigen Beobachter wird alsbald der Grauschnäpper auffallen, der von seiner erhöhten Sitzwarte aus hier auf Insektenjagd geht.

Im dichten Unterholz fühlen sich Grasmücken, Zaunkönig, Blau- und Kohlmeise recht wohl. Auch die Heckenbraunelle findet sich hier.

Die Grasfluren werden von unterschiedlichen Schmetterlingen angeflogen. In der angrenzenden naturbelassene Wiese des ehemaligen Kindergartens findet die Metamorphose einiger Schmetterlingsarten statt, die man nach Ausflug auch im Park beobachten kann. Neben verschiedenen Bläulingen, fliegt hier vor allem im Juli und August das Landkärtchen und der Mauerfuchs, eine Schmetterlingsart trockener Ruderalfluren. Hier finden sich auch mehrere Hummel und Wildbienenarten, an der Sandsteinparkmauer brüten Feldwespen.

Die geheimnisvollsten Bewohner des Parks aber sind die Nachtfalter die man fast nie sieht, da sie eben nachtaktiv sind. Auch diese Lebewesen sind an die Bäume und Sträucher gebunden. Manchmal will es der Zufall das man eines dieser wundersamen Tiere in der Dämmerung fliegen sieht.

Der Trippstadter Schloßpark hat viele Bewohner und genau soviele Gäste, die nur zu Besuch kommen und ihre Wohnungen im nahe gelegenen Wald und der Feldflur haben.

Dieser Wald- und Feldrand ist eine wichtige ökologische Verbindung.

Die lichtständigen Gehölzstreifen des Waldmantels tragen nahezu das ganze Jahr über zwischen Wald und der intensiv genutzten Feldflur ein breit gefächertes Nahrungsangebot auf kleinem Raum. Im zeitigen Frühjahr sind es die Knospen und Triebe, gefolgt von Blüten, Samen, Blättern und Früchten. Schließlich das ganze Jahr über rinde, Holz und Wurzeln. Dies ist wiederum die Voraussetzung für ein reichhaltiges Insektenleben, insbesondere für Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge. Der Trippstatder Schlosspark ist somit auch ein Beispiel für eine funktionierende Zivilisationsökologie zwischen Pflanze, Tier und Mensch.


©hukwa


 

Montag, 25. Januar 2021

JanuarMond

 Schnee und Dämmerung 
der Dompfaff besuchte die Meisen im Garten 
Krähen auf dem Feld 
die alte Weide 
im Laub Ringelnatterhaut 
aus der Nebelwand 
Zaunköniggesang 
es ruht der grüne Faun 
in dunkelnder Höhlennacht 
Januarmond 
bescheint 
die Forelle im Weiher 
winterliche Einsamkeit 
erkaltetes Land 
es nahen 
die Geister der Vergangenheit. 
hukwa

Sonntag, 24. Januar 2021

Selbst-Begegnung

 Um unser wahres Wesen, unser wirkliches Angesicht zu erkennen, müssen wir die Reise in unsere persönliche Vergangenheit antreten. Wir arbeiten uns durch die Schichten und Ablagerungen von Infamitäten, Erfahrungen und Erlebnissen hindurch, erleben uns sozusagen ein zweites mal um irgendwann, wenn wir angekommen sind vielleicht jenem wahrhaftigen Wesen zu begegnen, das wir selbst sind. Dies wäre dann die Begegnung mit unserem wirklichen Selbst. 
hukwa

Mittwoch, 20. Januar 2021

Vom richtigen Philosophieren

 Der einzige richtige Weg Philosophie zu betreiben und sich selbst zu einem Denkarbeiter auszubilden ist: sich ein Buch zu kaufen über die Geschichte der Philosophie, es zu lesen und selber mit dem Philosophieren zu beginnen. Indem ich dies tue habe ich mich unter die Führung der Philosophie begeben. Philosophieren ist nicht nur Denken, es ist auch in einer Stimmung zu leben. Sich in die Stimmung des Philosophierens zu begeben, bedeutet "Witterung" aufzunehmen. Ähnlich dem Instinkt des Tieres das plötzlich etwas aufnimmt dass außerhalb von ihm ist, das es bemerkt bevor es dieses gesehen hat. 
hukwa

Dienstag, 19. Januar 2021

Kristallmorgen

 "Philosophie und Poesie sind in ihrem innersten Urprung miteinander verbunden und besitzen eine geheime Verwandtschaft in der Seele". Edmund Husserl  

Versunken in der Ruhe eines kalten Wintermorgens 
an den Fenstern Eisblumen 
unter meinen Füßen knirscht der Schnee 
der einsame Birnbaum am Feldrand 
hoch oben in seiner Krone 
eine Krähe 
zersaust ihr Gefieder 
unruhig ihr Blick 
der frühe Morgen 
weitet die Seele 
vielleicht ist sie 
ein eiskalter Kristall.  
hukwa
 

Samstag, 16. Januar 2021

Mond der dunklen Schatten

Es fliegen weiße Tauben 
durch die Winterträume 
hin zu dem Regenbogenglanz 
in das verborgene Reich 
zum Land der Kindheit 
wo schattenhafte Geister 
aus schwarzen Fenstern starren 
noch stehen Häuser in der dunklen Gasse 
fern der Lügenhellen Existenz der Massen 
dort tief im Abgrund des verlorenen Herzen 
wo weiße Tauben Gurren 
durchhellt der Mond die dunklen Schatten 
hier schleicht der Traum sich in die 
Träume anderer Träume. 
hukwa
 

Freitag, 15. Januar 2021

Schmetterlings Sein

Lass und lauschen 
dem wohltönenden Weinen des Windes  
wenn er sich in den Nächten 
am Fenster bricht  
jetzt da die Stunde des Träumens naht 
lege den Echsenpanzer des Tages ab  
ein zerbrechlicher faden von Harmonie 
winde um deinen Geist 
und gebe dich hin 
einem Schmetterlings Sein. 
hukwa 

Montag, 11. Januar 2021

Gezeiten

Werde nie der Suche satt 
jedem Tag 
ein Geheimniß abzuringen 
nimm die Tage wie ein Schild  
rastlos 
umgetrieben 
suchst du Neues 
in der Gezeiten Winde. 
hukwa 

Mittwoch, 6. Januar 2021

Schneewanderung

Heute morgen ist endlich wieder mehr Schnee gefallen. Im Wald herrscht nun eine winterliche Stille vor. Die richtige Stimmung um sich unter die Führung der Philosophie zu begeben. Jetzt werden die Gedanken besonders tief.  
 
Ich liebe es wenn der Schnee 
auf den Dächern liegt 
 die Nebel aufsteigen 
und die Dämmerung herauf zieht 
wenn der Tag in die Stille einkehrt 
und die VIELEN sich in ihre 
Betonhöhlen flüchten 
dann 
wenn der Abend naht 
beginnt für mich 
der Tag. 
hukwa 

Dienstag, 5. Januar 2021

Ruf

Der Schlaf des Vergessens 
 in der Tretmühle eines dörflichen Alltags 
wusste ich zu meiden 
die Aufbrüche überfielen mich 
wie Ausbrüche aus dem Eidos 
den Gewohnheiten 
der Vielen entfernt 
erwarte ich 
den Ruf der Jugend. 
hukwa 

Sonntag, 3. Januar 2021

Poesie und Traum

Ich bin fest davon überzeugt das dass dichterische Wort in einem Zwischenraum angesiedelt ist. In einem Reich unserer Existenz die nur über das Symbol erreichbar ist. Jedes "wirkliche" Gedicht das einer poetischen Tiefe entspringt steht in Beziehung zu den "latenten Träumen", geht also weit über den manifestierten Traum hinaus. Des Dichters "Rohstoff" sind nichts anderes als die Symbole einer Sprache die es zu entziffern gilt. Jedes gedicht dass hermetischer, also dunkler Herkunft ist, können wir niemals ganz entziffern, weil es absolut subjektiv ist und ganz dem jeweiligen poetischen Universum des Dichters entspringt. 
hukwa

Donnerstag, 31. Dezember 2020

Auf den alten Birnbaum bei den "Zwei Steinen"

Es steht im Winterkleide 
ein alter Birnenbaum  
mit Schnee so zart behangen 
im großen freien Raum. 
 
Es scheint als will er Träumen 
doch wer so denkt der irrt 
es steckt in jedem Greise 
was diesen Baum umgibt. 
 
Er steht hier ganz verloren 
als träumte er einen Traum 
schmiegt sich dabei so sanft 
an des Ackers braunen Saum. 
 
Die Äste sind so alt 
und tragen kaum die Last 
sie hängen tief nach unten 
als wären sie Ballast. 
 
Doch bald kehren die Zugvögel wieder 
setzen sich auf ihn nieder 
sträuben ihr Frühlingsgefieder 
und hüpfen von Ast zu Ast. 
hukwa 

Dienstag, 29. Dezember 2020

Tägliche Erkenntnis

Die Gedankenarbeit des Philosophen bedarf täglich neuer Impulse. Das heißt aus allem was mir täglich begegnet muss ich versuchen eine Erkenntnis zu ziehen. 
hukwa

Montag, 28. Dezember 2020

Ein Jahresring schließt sich

So still und streng verzückt  
so jugendlich dennoch verknöchert 
die prallen Knospen recken nach den 
                  Sternennächten 
kurz vor der Dämmerung erscheinen die Krähen 
in deinen laublosen Ästen 
                  O alter Heidengott  
O Priester unter Baumgenossen 
tust du für sie die Heidenmesse sprechen  
blank glänzt der Schnee auf deinen starken Ästen 
im Frühlingsregen dann 
ergrünen deine ersten Blättersprossen 
wenn andere Bäume schon 
in vollem grün dastehen 
erwachst du erst 
aus deinem grüblerischen Dämmern 
des Kuckucks Ruf erklingt aus deinen Wipfeln 
geballte Kraft der festen Blätttermassen 
stehst du gelassen in der Mittagsglut
einatmend des Sommers schwüle Hitze 
ertönt aus deinen Kronen der Tauben gurren  
im Herbst erstarren deine grünen Blätter 
des Eichelhähers buntes Gefieder 
erblinkt aus deinem Geäste 
Fruchthüllen sprengen goldfarben 
deine Eicheln auf schwarzem Boden 
             du stiller Wandler 
jetzt am Jahresende 
              Eiche 
ein Jahresring hat sich für dich geschlossen. 
hukwa

 

Donnerstag, 24. Dezember 2020

Verborgen

Wie in die Wolken 
hinein tätowiert 
die Gestalt 
des alten Winters 
fürchtet ihn nicht 
sein Mantel 
enthält 
eine Welt des Schweigens 
weit weg von Euch 
wo sein Echo verklingt  
hat er in der gefrorenen Erde 
sein Kind verborgen 
das wartet 
auf die ersten lauen Lüfte 
der Märzwinde. 
hukwa
 

Dienstag, 22. Dezember 2020

Narziß

 Er sieht sein Bild in der Quelle 
und lächelt sich zu 
aus seinem Goldmund 
fließen Worte wie Gedichte 
seine Augen strahlen wie Neonlicht 
die Wahrheit sieht er nicht. 
hukwa

Sonntag, 20. Dezember 2020

Die Quelle philosophischen Denkens

Denken ist eine allgemeine Fähigkeit". Heraklit (fr.3)
Philosophishes und mystisches Denken sind aus nichts anderem entsprungen als aus dem Ungenügen der Religion. Religion bedeutet nichts anderes als Herrrschaft. Die Philosophie ist die Emanzipation des Geistes aus den Fesseln der Religion. Mystik ist persönliche Religion eines Einzelnen und somit die einzige wahre Religion. Keine Institution kann den Einzelnen Mystik lehren zu ihr gelangt man nur auf dem Weg der Selbsterfahrung. Ebenso wenig sollte man die Philosophie eines Philosophen einfach übernehmen, diese Philosophien sind nur (wichtige) "Geländer" die einen Halt geben. Die Quelle des philosophischen Denkens muss jeder selbst suchen. 
hukwa

Samstag, 19. Dezember 2020

Der alte Spiegel

 Bewahrer der 
Erinnerungen 
ein kristallenes Gedächtnis 
ohne Phrasen 
doch mit verstummten Lippen 
manchmal bringt er Licht 
in die dunklen Abgründe 
das man einen Schatten erhascht  
wie einen Blumenmantel 
ein Frostgewand 
ein kurzer Saum 
der Ewigkeit 
der alte Spiegel. 
hukwa


Freitag, 18. Dezember 2020

Hexe

In letzter Zeit habe ich einiges über Hexenverfolgungen im südwetdeutschen Raum gelesen. dabei habe ich folgendes Gedicht verfassst. 
Auf eine Hexe 
Im Mondschein wird gerichtet  
die Frau mit rotem Haar 
der Exorzist berichtet 
schwarzer Kater 
rotes Haar 
die Beweislage ist klar 
doch war es nicht die Katze 
auch nicht das rote Haar 
es war ihr Stil zu leben 
der Eigensinn war da   
sie buhlte mit dem Teufel 
das sagte man ihr nach 
sie sprach auch mit den Bäumen 
sah Geister in den Pflanzen 
sie war eine Gefahr. 
hukwa

Donnerstag, 17. Dezember 2020

BaumZeuge

 Baum 

Zeuge aus besseren Tagen 
Mahnmal des Augenblicks 
Verbinden sich deine Lebensringe 
mit dem Geäder der Zeit 
Weisend 
auf die Unberechenbarkeit der Gegenwart. 
hukwa

Dienstag, 15. Dezember 2020

Phantasien

 Früh am Morgen wo jener Dämmerzustand vorherrscht der den täglichen Dingen ein anderes Aussehen gibt, ist der Moment wo wir aus den Nachtträumen die zum Teil noch unseren Gesit beherrschen hinübergehen in das neue Morgenrot. Dies ist jener Augenblick da die Wirklichkeit zwiespältig wird und ihr wahres Gesicht zeigt, das so ganz anders ist als die umgebende Realität. In solchen Momenten da man dem Übernatürlichen begegnet werden die Grenzen der äußeren Alltagswirklichkeit geöffnet, damit der Bewusstseinsbeton zerbröckeln kann und wir endlich SCHAUEN können. 
hukwa

Montag, 14. Dezember 2020

Meditationsgang


 Wenn nämlich die Welt der Traum eines Jemand ist, 
Wenn es Jemanden gibt, der uns in diesem Augenblick träumt und der 
die Geschichte der Welt träumt, dann hat die Vernichtung der Künste, 
die allgemeine Verbrennung der Bibliotheken nicht viel mehr zu bedeuten als 
die Verbrennung der Einrichtungsgegenstände eines Traums. 
Der Geist der sie einmal geträumt hat, wird sie abermals träumen; 
solange der Geist zu träumen fortfährt, 
ist nichts verlorengegangen. 
Jorge Louis Borges

Freitag, 11. Dezember 2020

Heimkehr in "Axels Schloss"

 Ich kehre jetzt immer öfters ein in "Axels Schloss", wohin die Abwässer der Gesellschaft nicht hin gelangen. Die Mauern sind so stark das dass Gejaule der Orks und und Zombies daran abprallen. Der Wunsch sich von der Alltäglichkeit dieser Ork-Mentalität der Gesellschaft zurückzuziehen ist groß in mir. Ich baue mir eine Welt der Fantasie auf und benutze den Schreibstift als Zauberstab. Schließlich habe ich ihn lange genug als Schwert genutzt und damit für ökologische Gerechtigkeit gestritten. Doch dieser Menschheit ist nicht mehr zu helfen. Den letzten Rest an Natur und Schönheit werden sie auch noch in ihrer unersättlichen Gier verschlingen. Aber die alte Erdmutter ist dabei sich aufs Heftigste zu wehren doch keiner will es wahrhaben. 
hukwa

Donnerstag, 10. Dezember 2020

Sternengucker

 Jetzt in den kalten Nächten ist der Himmel besonders klar und ich über mich am Morgen gegen vier Uhr als Sternengucker. 
Nacht bder Sternengötter 
Schau ich euch herrliche Sterne 
von der Erde wo ich gehe 
fühl ich wie mein Auge sich 
sonnenhoch erhebt 
heilig sind die Götter 
strahlend die Unsterblichkeit  
Macht der Sternengötter 
mit dem All und mit dem Einen 
wandere ich zusammen 
fühle den Zusammenhang 
dieses Ein und Alles 
Mondschein leuchtet zu mir nieder 
bin vereint im Weltinnenraum 
mit dem ewigen All. 
hukwa

Montag, 7. Dezember 2020

Winternacht im Garten

Goldfarbener Mond 
in stiller Winternacht 
am Himmel stehen die Sterne 
beleuchten die weiße Birke 
ihre Zweige bewegen sich sacht 
hier stehe ich 
im Frost um Mitternacht 
betört von des Winters 
schneeweißer Pracht. 
hukwa 

Sonntag, 6. Dezember 2020

Über phantastisch-mythologisches Denken

Es ist die phantastische Tätigkeit des antiken Geistes der immer noch in unserem kollektiven Unbewussten vorhanden ist und dort wo er an die Oberfläche des realen Bewusstseins drängt begegnet dem Einzelnen die Phantastik. Er will Phantasieren - ein solches ist nichts anderes als eine gelenkte Imagination. Solche subjektive Phantasien schaffen eine Welt der positiven Unmöglichkeiten, eine Welt des Tagtraums. Während der Imagination brechen unsere Träume ins Tagesbewusstsein ein. Bei dieser Art des phantastisch-mythischen Denkens (Wildes Denken) geht man während des Wachseins in Fühlung mit dem kollektiven Unbewussten, wir bewegen uns also geistig in archaischen Gefilden. 
hukwa

Samstag, 5. Dezember 2020

Grün wie das Gras...

 Jene Zeit will ich beschwören 
da ich jung und winzig war 
und flink wie der Distelfink 
durch die Äste des Kirschbaums 
im Garten schlüpfte 
da die Großmutter meinen  Namen rief 
der Hofhund bellte im Zwinger 
und der Truthahn 
schnappte nach mir 
grün war das Wiesental 
dass dem Dorf seinen Namen gab 
als ich am Morgen aufwachte vom Krähen der Hähne 
grün wie das Gras ist die Seele der Jugend. 
hukwa
 

Freitag, 4. Dezember 2020

Naturerkenntnis

 Naturerkenntnis ist immer Daseinserkenntnis. Erkennen und Erkenntnis ist nicht nur Wissen um den rationalen und mechanischen Ablauf der Naturerscheinungen, sondern ist im letzten eigentlichen Sinn verstanden, immer Verbindlichkeit des ganzen Menschen dem Dasein gegenüber. Ist vor allem Respekt vor der geringsten Kreatur. 
hukwa

Dienstag, 1. Dezember 2020

Erster Schnee im Jahr

Wenn die Wälder sich verdunkeln 
wird in meiner Seele Licht 
wenn die ersten Sterne funkeln   
flieht alles Gewohnte von mir 
und im Schnee bekränzten Walde 
stehe ich überwältigt da.  

Heute Nacht fiel der erste Schnee für dieses Jahr. Am Morgen waren die Wälder weiß. Ein kleines Gedicht habe ich von meinem ersten Schneegang in diesem Jahr mitgebracht. 
hukwa
 
 

Samstag, 28. November 2020

Im Wald meiner Phantasie

Forelle die Bach durchschnellt 
Excalibur im Wasser funkelt 
Unterm Weißdornbusch Merlin schläft  
im grünen Tannenhain 
Jorinde nach Joringel rief 
Wurzelstock ist Kentaurengestalt 
Alter Stein Gorgonenhaupt 
Habicht überm Tale schwebt 
Wahrheit in der Sage lebt. 
hukwa 
In den tiefen Gründen der Wälder, wo wir dem Rauschen der Baumwipfel lauschen, wo unser Auge im herbstlichen Sonnenschein die Bachforelle im eiskalten Wasser erblickt, dringen wir auch in die unbewussten Zonen unserer Seele ein. 
hukwa
 
 

Freitag, 27. November 2020

Phantastik

Aus dem Dunkel 
der Gezeiten 
scheint sie herüber 
schleicht sich durch das Tempeltor 
wie Wogenrausch 
überfällt sie unseren Geist 
der Phantastik glorreiches Reich. 
hukwa 

Donnerstag, 26. November 2020

Realität und Phantasie

 Die Realität der Zeit ist dem Unbewussten fremd, denn hier herrscht Gleichzeitigkeit. Hermetische Gedichte gehören wie die Erzählungen phantastischer Geschichten dem Bereich der Traumsprache an. Es ist vollkommen unwichtig darüber zu dikutieren ob phantastische Welten jemals existiert haben. Wichtig und realistisch ist dass die Phantasie existiert. Wenn die Phantasie in uns zu wirken beginnt schüttelt man die Gedichte sozusagen aus "dem Ärmel". Ich versuchs mal: 

Die Erlenbüsche silbergrau 
verweben sich wie im Traum 
mit den Novembernebeln 
hier unter dichten Baumeszweigen 
kann ich mich endlich wieder 
der Freiheit nahe bewegen.  
Dieses Gedicht brachte ich heute Morgen von einem Waldspaziergang durch das Morgendunkel mit. 
hukwa

Dienstag, 24. November 2020

Brunnennixe

Es Rinnen und Raunen die Wasser 
Es sprudelt aus gehauenem Stein 
Quelle im Eichenhaine 
Wo noch die Nixe haust 
Wo noch im Laubgestühle 
Geheimnisvoll die Winde flüstern 
Künden die Jahreszeiten 
Geborgen in zeitlosen Welten 
Das Geisterhafte Siegel 
Im klaren Wasserspiegel.  
hukwa 

Montag, 23. November 2020

Die einsame Wassernixe

Am Ufer des Waldweihers entlang 
das durchnässte weiße Gewand 
bedeckt die zartfleischende elfenbeinfarbene Haut 
allein folgt ihr ins tiefe Schilf 
ein Schatten der Vergangenheit  
dem Urstoff gleich 
aus Träumen gewebt 
das Märchenreich der Realität 
taucht dunkel empor 
aus den Wassern des Woog 
die nebel sind ihr Kleid 
einsam ist ihr Leid. 
hukwa