Donnerstag, 24. Mai 2018

Flammenblüte

Lieblich aus dem Leib der Nacht geboren
ergießt sich die Maisonne über das Land
Licht das zu neuem Lichte strebt
das sich mit der Löwenzahnblüte verwebt
Ginster strahlt so wunderbar
Flammenblüte überall
ruft uns auf zu neuem Tun
Auferstanden aus den Nebeln
einer lang vergessenen Zeit
sollten wir uns wieder binden
an das Wesen neuer Zeit.
hukwa

Sonntag, 20. Mai 2018

Teil der Gegenwart

Um die Erfahrung der realen Wirklichkeit zu machen muss ich mich täglich mehrere Stunden im freien aufhalten, als freier Mensch in der Natur und nicht als Gefangener in der Stadt. Der Aufenthalt unter Bäumen gibt mir die Gewissheit ein Teil der Gegenwart zu sein und nicht in Illusionen zu verweilen.
hukwa

Samstag, 19. Mai 2018

Früh am Morgen

Auferstanden aus den Wirren
einer Traum durchtränkten Nacht
will der Morgen uns versöhnen
mit dem Schattenland der Nacht.

In der frühen Morgen Stunde
scheint die helle Wolkenpracht
und in dem verklärten Scheine
eine Andere Welt erwacht.
hukwa

Donnerstag, 17. Mai 2018

Momentaufnahme

Ich sitze im Garten unter dem Holunderbusch und erfreue mich am Duft den seine sternigen Dolden ausstrahlen. Die Zeit zieht vorüber und treibt wie die Wasser des alten Waldbachs. Es ist als sei ich Eins mit dem Holunderstrauch.
hukwa

Dienstag, 15. Mai 2018

Hoch zum Berg

Geballtes Grün am Wegrand
Kiefernduft liegt in der Luft
Zilp Zalp warnt im Dickicht
Fichten ragen hoch
Adlerfarn in Büschen
schenken Trost
Maisonne scheint wieder
Ginster strahlt wie Flieder
Ruhig wie ein Buddha
thront der Scharderkopf.
hukwa

Sonntag, 13. Mai 2018

Dunkelndes Du

Holunder und Ebereschenblüte
des Frühlings rätselhafte Grüsse
im Schattengarten verweile ich
Echsenauge im Baumgesicht
Königslibelle geht auf Jagd
Sperlingsgezwitscher in Sonnenglut
es spricht das dunkelnde Du
im Dunkel und Duft des Holundergebüschs.
hukwa

Freitag, 11. Mai 2018

Spinnensilberfinger

Einsamer Mond
in stiller dunkler Nacht
wie Spinnensilberfinger
die Äste der Birke
bewegen sich sacht
der Wald schläft tief
nur unter nassem grünen Stein
die schwarze Unke wacht
ein einzelner Stern
gesellt sich zum Mond
schenkt neue Kraft
der frühlingshaften Erde.
hukwa

Montag, 30. April 2018

Maigebet

Befrage ich den Krähenflug 
schau was sich unter der Eiche tut
das alte Holz vom Weidezaun
ertönt im Wildbienen Gesumm
Maisonne schenkt Verwandlung
ich ruhe unter der Blutbuche
am Horizont der Bussard schwebt
ich gehe in mich wie im Gebet.
hukwa

Frühlingshaiku

Im frühlingshaften Wildbach
steht einsam am Morgen
der Graureiher.
Heute Morgen beobachtet. 
hukwa

Mittwoch, 25. April 2018

Frühlingsmusik

Des Frühlings erwachen 
verborgen 
im frühen Lied des Zilp Zalp. 

Den Frühling kündet der 
Zilp Zalp 
auf dem alten Weidepfosten.  

Frühling
ein neues Erwachen
ein neues sich sehnen
geballte Kraft
ausschlagender Bäume
Demeter breitet aus
ihren grünen Tisch
Taubengurren
Blätterduft
stille Gänge durchs weite Land
Frühling hat seine Kraft entfacht.
hukwa
 

Montag, 23. April 2018

Erwartung

Gelb leuchtet auf der Wiese der Löwenzahn
Wind weht seinen Duft heran
Ein Seelenschlag aus Kindheitstagen
Ein Junge der über eine Wiese geht
Am blauen Himmel der Falke steht
Ein leichter Windzug
Die alte Feldulme bebt
In flehender Erwartung
der Ginster am Wegrand steht.
hukwa

Frei sein

wie soll der Mensch Frei sein wenn er sich täglich durch seine Gier nach Konsum ein neues Gefängnis errichtet.
hukwa

Montag, 16. April 2018

Buschwindröschen Meditation

Foto©UteKW

Grünes Land

Und wieder grünt das weite Land
des Dichters Feuer ist neu entbrannt
Demeter hat es an den Tag gebracht
das Feuerwerk des Frühlings entfacht
Worte sprudeln aus tiefen Brunnen
die Weiden am Bachrand laden ein
Aurora zu ehren
sich in die Wälder zu begeben
Zugvögel sind zurückgekehrt
auch Diana ist wieder heimgekehrt
unterm Weißdornbusch
ist Merlin erwacht 
Der Frühling hat dies Wunder vollbracht.
hukwa

Montag, 9. April 2018

Der Wald als Psychotherapeut

Wandern ist Erlebnis. Therapie auch. Die Verbindung Wandern und Therapie kann ich nur erfahren und erleben, wenn ich selbst wandere, weil ich mich dann selbst erfahre und bemerke das Wandern eine innere und äußere Angelegenheit ist.
Als Wanderführer ist es meine Aufgabe Menschen durch den Wald zu führen und dabei mit den Leuten Gespräche zu führen. Es liegt in der Natur der Sache dass Menschen während einer Wanderung durch die Natur tiefere Gespräche führen als wenn man sich gerade einmal auf der Strasse oder im Kaffee trifft.
Die Natur ist nicht nur die größte Lehrmeisterin sondern auch die beste Therapeutin. Ich persönlich begebe mich einmal am Tag in eine Therapiestunde, nämlich dann wenn ich mich zu einer Wanderung aufmache. Meditatives Wandern ist mehr als nur laufen, es ist eine kleine Lebenseinstellung. Therapie wie ich sie verstehe hat vor allen Dingen etwas mit Wachstum zu tun, einem inneren ganzheitlichen Wachstum.
Im Wald, in der freien Natur fällt vieles von uns ab was uns ansonsten im täglichen Leben belastet. Ich finde sehr viel schneller zu mir selbst, zu meinem „inneren Kern“, jenen Teil von mir den man in der Philosophie „Selbst“ nennt also zu dem Wesen das ich in Wirklichkeit bin.
Es gibt Menschen die versuchen jemand anderes zu sein, warum auch immer, als sie selbst es sind. Solche Menschen haben das gleiche Problem wie jene die meinen dass die schönste Zeit die sie in ihrem Leben verbracht haben irgendwo in ihrer Vergangenheit liegt. Das ist ein Trugschluss! Manche glauben das ihr Bestes in der Zukunft liegt und sind fest davon überzeugt das irgendwann einmal das Happy – End an ihre Tür anklopft. Wer so lebt der rennt einer Illusion nach. Die Natur lehrt uns das wir unser Leben im Hier und Jetzt gestalten müssen.
Wir haben das Leben uniformiert und es seiner ursprünglichen Vielheit beraubt. Uns interessiert nicht mehr das Ganze sondern nur ein Teilausschnitt. Wir ahnen eine Innenwelt, doch wir flüchten in die Außenwelt. Anstatt die „Welten“ zu verbinden, nämlich die Immanenz des Transzendenten im diesseitigen Leben zu erkennen und die tiefere Wesenheit von uns selbst im Alltag zu finden.
Der große Vorteil beim meditativen Wandern ist die relativ schnelle Erfahrung das ich mich während des Wanderns ganz im Hier und Jetzt aufhalte. Das ich dass Gefühl in mir spüre ganz bei mir selbst zu sein.
Für mich bedeutet Wandern nicht Energie abzugeben sondern das Gegenteil ist der Fall: Ich lade Energie auf.
Bei jeder Wanderung erlebe ich Neues, mit jedem Schritt denn ich im Wald tätige, entgehe ich der inneren Versteinerung und Lethargie. Dies ist jedes mal der Gedanke in mir wenn ich mich zu einer Wanderung aufmache.
Das was uns im Wald, wenn wir tiefer in ihn eingedrungen sind als erstes fasziniert, manchmal auch ängstlich macht ist die Stille. In den Wäldern spüren wir plötzlich eine bisher unbekannte Freiheit, die es uns erlaubt, mit dem wesentlichen des Lebens in Kontakt zu treten. Es ist die Stille des Waldes, die uns eine bisher nicht gekannte, schweigende Aufmerksamkeit schenkt. Fern dem unbarmherzig ewig geräuschvoll laufenden Motor der Großstadt finden wir im Wald nun eine ganz andere psychologische Dimension der inneren Einkehr und Ruhe vor. In einer Zeit der entfesselten Mächte, der ökonomischen Unsicherheiten und ökologischen Katastrophen wird uns der Wald zu einer Insel der Erholung, zu einem Ort der Therapie und des inneren Wachstums.

hukwa



Mittwoch, 4. April 2018

Korrespondenz mit dem Mythos

Wir stehen mit dem Mythos in einer ständigen Verbindung. Die meisten wissen es nur nicht. Selbst ein Realist wie Walter Benjamin schrieb in seinem "Passagenwerk": "...dass zwischen der Welt der modernen Technik und der archaischen Symbolwelt der Mythologie Korrespondenzen bestehen...dass die Merkwelten sich immer schneller zersetzen und das Mythische in ihnen immer schneller und krasser zum Vorschein kommt...". Das was die Verbindung zum Mythos herstellt ist das "wilde Denken".
Wenn der Mythos anklopft kommt er auch herein, ob wir wollen oder nicht!
hukwa

Sonntag, 1. April 2018

Das Herz des Himmels

Gestern Abend
kurz vor der Dämmerung
zog es mich noch einmal hinaus
in den Wald
beim Waldweiher herrschte schon
starkes Dämmerlicht vor
es war mild
Frühlingsmild
der kleine Teich lag da
wie ein Auge von Altmutter Erde
das letzte Himmelslicht und die Schatten 
der Wolken
spiegelten sich in seinen Wassern
ein Reiher suchte seinen Schlafplatz auf
das Gezwitscher der Vögel verstummte
Stille
der Mond kam hinter einer Wolke hervor
leuchtete so friedlich
wie das Herz des Himmels.
hukwa

Samstag, 31. März 2018

Erdung

Oft sitze ich mitten im Wald
zwischen Birken, farn und grünbemoosten Felsen
sanft zwitschert der Zaunkönig
durch die Dämmerung schleicht der Fuchs
Stille Nebel Feuchtigkeit
Harzgeruch Spinnweben
aber es ist die Welt
wenige Kilometer von hier
die Geräusche der Konsumgesellschaft
das Herz des Maschinenzeitalters pocht unerbittlich
sein Computergehirn denkt präzise
hier hat die Erde noch ihre alte Bedeutung
dort
erziehen sie ihre Kinder im
unerbittlichen Gütesiegel
des Turbokapitalismus
hier in der Stille
werden auch meine Gedanken still
die Erde
ein einziges Ritual
der Schwarzspecht klopft.
hukwa

Freitag, 30. März 2018

Donnerstag, 29. März 2018

Märzgeist Haikus

Des Frühlings Nahen
verborgen
im Lied der Amsel.
hukwa

Märzwind spricht in der
Weide
dem Wildbach lauschend.
hukwa

Beim eiskalten Wildbach
das Blühen
der Weidekätzchen.
hukwa

Dienstag, 27. März 2018

Krähennotizen oder was den Mensch so antreibt

Gestern Abend in den Nachrichten: In Frankenthal will man die Saatkrähen Kolonien weghaben. Sie machen zu viel Dreck, beschmutzen die Autos und machen einen kaum noch ertragbaren Lärm. Sie sind so laut das sie sogar die Autogeräusche übertönen.
Die deutsche Sauberfrau und der deutsche Saubermann lassen sich das nicht länger bieten. Die Krähen müssen weg! Man überlegt schon ob man ihre Nistbäume absägen soll, das wäre der einfachste Weg. Die Bäume stören im Herbst noch wegen des Laubfalls.
Noch weiß man nicht genau wie man dieser Plage Herr werden kann. Wer des Deutschen Lieblingskind - das Auto - verschmutzt wird zum Staatsfeind erklärt.Hinzu kommt dass diese Krähen die in Massen auftreten aus dem Osten kommen und hier gar nichts verloren haben.
Egal, die Krähen müssen weg.
Das Leid der gequälten Kreatur schreit zum Himmel!
Meiner Meinung nach gehören die Krähen eher zur Krone der Schöpfung als der Mensch.
Keine Krähe hat die Vernichtung des Planeten vor. Der Mensch aber dieses verruchte Wesen vernichtet tagtäglich.
Die Dummheit und Rohheit des Menschen ist grenzenlos.
hukwa

Samstag, 24. März 2018

DIE ESCHE Fraxinus excelsior

Das Kuratorium – Baum des Jahres – in Berlin wählte die Esche 2001 zum Baum des Jahres und begründete seine Entscheidung mit der Einmaligkeit der Baumart „ die viele botanische und ökologische Besonderheiten und Rätsel aufweist " . Die Esche ist ein Ölbaumgewächs und kann bis zu 40 m hoch werden. Sie ist vor allem an den schwarzen , zwiebelspitzigen Knospen, ihren gefiederten Blättern und der silbrigen bis aschgrauen Rinde zu erkennen.
Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Europa bis nach Vorderasien. Wenn viele unserer einheimischen Bäumen, schon ihr neues Blattkleid tragen, trägt die Esche oft noch kein einziges Blatt. Dies ist auf ihre Frostempfindlichkeit zurückzuführen. Sie wartet ab bis auch tatsächlich kein Frost mehrzu erwarten ist. 
Wohl deshalb schrieb die Baum – und Kräuterkundige Hildegard v.Bingen mit Recht : „ Sie ist ein Sinnbild der besonnenen Einsicht „. Wenn sie dann im April oder Mai ihre schwarzen Knospen sprengt , hängen kleine, violette Blütenbüschel heraus, die ihre Bestäubung dem Wind anvertrauen. Bei der Esche gibt esmännliche,weibliche und gemischt –geschlechtliche Bäume.
Das Holz der Esche ist hart, zäh und besonders elastisch.Schon in der Antike verwandte man es zur Herstellung von Handwaffen wie Armbrüste, Speere, Lanzen und Bögen. Der bekannteste Eschenholzspeer ist der des Kentauren Chiron.
Diese Sagengestalt halb Mensch, halb Pferd bewohnte den sagenumwobenen Berg
Pelion in Thessalien. Auf diesem heiligen Berg wuchsen die berühmten Eschen und
Eichen, eine davon fällte Chiron und fertigte daraus jenen Speer, mit dem Achilles
hektor besiegte. Natürlich ist die Esche auch im Keltischen Baumalalphabet ver –
treten. „ Nion „ hießen Baum und Laut. Sie war eines der Symbole für Nacht und wasser. Was uns nicht zu wundern braucht, denn die Esche liebt feuchte Standorte.
Die Eschen gaben den Kelten Schutz vor der zerstörerischen Kraft der Wasserdämonen. Die Druiden benutzten Eschenholz als Regenzauber. In der germanischen Mytologie ist die Esche der wichtigste Baum – hier steigt sie zum Weltenbaum empor. Ygdrasil-so wird die Esche in der germanischen Mytologie genannt – ist der schönste aller Bäume und heiligste der Germanen.Seine Zweige erstrecken sich über alle Welten hinaus und erreichen den Himmel. Er hat drei Wurzeln die ihn aufrecht erhalten; sie sind außergewöhnlich groß. Eine taucht in den Äsir, die Unterwelt der Asen, der Götter hinunter, die zweite zu den Frostriesen den Vorgängern, der Menschen, die dritte greift nach Niflheim, dem Reich der Toten. Bei dieser letzteren Wurzel entspringt der Brunnen Hvergelmir, die Quelle aller rauschenden Flüsse die, die Erde bewässern und sie für den Menschen bewohnbar macht. Neben der zweiten Wurzel sprudelt die Quelle von Mimir. Dem der dort die Lippen netzt, schenkt sie Wissen und Weisheit, aber ihr Besitzer, dessen Name „ Meditation „ bedeutet, hat es verboten, sich ihr zu nähern; er selbst ist voll tiefsten Wissens, dass er täglich aus diesem Wasser schöpft. Unter der ersten Wurzel, die der Überlieferung zufolge entweder die unterirdische Behausung der Götter oder ihren himmlischen Wohnort erreicht – die übrigens durch Bifrost, den Regenbogen verbunden werden-gibt es eine dritte Quelle, die heiligste von allen:
den Brunnen über den Urd die älteste der Nornen wacht. Als Hüterinnen der Gesetze und alten Bräuche sind nur die Nornen in der Lage, die Geschicke der Menschen und sogar der Götter selbst zu lenken, die nicht ewig sind und dem Los, das alle trifft, nicht entrinnen können. Ursprünglich war Urd, die älteste unter ihnen, deren Name Schicksal bedeutet, wahrscheinlich allein. Möglicherweise waren die Legenden von den drei spinnenden Nornen, als sie uns erreichten, schon
von den Moiren ( dem Personifizierten Schicksal ) und den Parzen der griechischen
und der römischen Mytologie beeinflusst. Wie diese stellten auch jene die drei Mondphasen-zunehmend-voll-abnehmend dar, deren Rhythmus das Leben der Natur bestimmt und die auch den drei menschlichen Lebensaltern, Jugend, Reife, Alter entsprechen. Jeden Tag schöpfen die Nornen aus dem Brunnen Wasser und schlamm und begießen damit die Esche, damit ihre Zweige weder vertrocknen noch verfaulen. 
Was immer in die Quelle fällt, wird so weiß wie das Häutchen im Innern der Eierschale, das heißt, es kehrt zu seiner früheren Reinheit zurück, zu seinem Vorgeburtlichem Ursprung.Dieses Makellose Weiß kleidet auch das paar Schwäne, die die Quelle bewohnen und von denen die Vögel dieses namens abstammen. Urds Quelle ist also ein Jungbrunnen. Bei ihr versammeln sich die Götter, um Rat zu halten, Streitigkeiten zu schlichten und Recht zu sprechen.Dieser Schicksals –
brunnen verkörpert die Welt der Möglichkeiten, der Samen, der Keime, eine nächt-
liche Welt aus Wasser und Erde , aus der alle Lebewesen hervorgegangen sind.
wenn es Ygdrasil dank seiner Wurzeln den drei übereinandergeschichteten Reichen
dem der Götter, dem der prähistorischen Riesen und dem der Vorfahren des Menschen gestattet, an der Erdoberfläche zu erscheinen, so erstreckt sich der Stamm der Esche, durch das Zwischen Himmel und Erde gelegene mittlere Gebiet das Midgart, wo die Menschen leben und ihr Wipfel erhebt sich bis zu Asgard, dem Domizil der Götter. Trotz seiner Mächtigkeit ist der Kosmische Baum stets bedroht.
Die riesige Schlange Nioggrh nagt heimlich an der dritten Wurzel, wird aber selbst Tag für Tag vom Adler angegriffen, der in seinen höchsten Zweigen wohnt. Vier Hirsche kommen und gehen im Gezweige und fressen die jungen Triebe kaum dass sie erschienen sind. Ygdrasils Laub beherbergt noch weitere Tiere, die aber nützlich sind, so die Ziege Heidrun, die mit ihrer Milch Odins Krieger ernährt oder das Eichhörnchen Ratatosk, das am Stamm hinauf und hinunterläuft und die
wechselseitigen Auseinandersätzungen zwischen Schlange und Adler vermittelt. Letzterer weiß viele Dinge und beobachtet von seinem hohen Standpunkt aus den Horizont, um die Götter zu warnen, wenn ihre Uralten Widersacher, die Riesen, sich zum Angriff anschicken.In manchen Versionen sitzt ein goldener Hahn im Baumwipfel: er hat die selbe Aufgabe. Man könnte nicht, bilderreicher ausdrücken, dass die Welt der Spielball in einem unablässigen Kampf zwischen den Mächten des Lebens undderen Zerstörung ist.
Nun ist der Kosmische Baum Heute aktueller denn je, denn gerade Heute, da die Katastrophale Ausmaße des Waldsterbens nicht mehr zu übersehen sind, ist es für die Menschheit wichtig, wieder einen Bezug zu dem Wesen Baum aufzubauen. Und die Esche ist in diesem Sinne ein wirklicher Lebensbaum.
hukwa

Sonntag, 11. März 2018

Die Linde

Die Winterlinde ( Tilia cordata Miller )
Die Sommerlinde ( Tilia platyphyllos Scop. )

Die Linde kann ein Alter von etwa 1000 Jahren erreichen und eine Höhe von über 30m. Mit Hainbuchen und Eichen gemischt bildete sie einst im Osten Deutschlands ausgedehnte Wälder. In den lockeren Bewaldungen der Berghänge und in den bunt gemischten Auwäldern, die größere Flüsse begleiten, ist sie recht verbreitet. Die Linde ist einer unserer Lieblingsbäume und wird gerne an Strassen, auf freien Plätzen oder vor Wohnhäusern angepflanzt. Zahlreiche Sagen und Lieder knüpfen sich an sie; unseren Vorfahren war sie ein heiliger Baum und unter der ehrwürdigen Dorflinde berieten einst die ältesten der Gemeinde. Die Sommerlinde entfaltet ihr Laub bereits Anfang Mai und hat große Blätter, in den Winkeln der Blattadern weißliche Härchen, die Winterlinde hat an gleicher Stelle bräunliche Härchen. Sie schlägt erst Mitte Mai aus. Der Stamm ist im Alter mit einer dunklen, rissigen, Borke bekleidet und verzweigt sich schon in geringer Höhe. Voll entwickelte Lindenblätter sehen herzförmig aus und haben ungleich große Hälften – sie sind also unsymetrisch- und laufen in eine lange Spitze aus. Der Blattrand ist scharf gesägt.In den Knospen sind keine Blütenanlagen vorhanden.Die Blüten müssen sich an den jungen Trieben also erst bilden. Daher blüht die Linde auch verhältnismäßig spät im Jahr. Bei der Sommerlinde sind die Blütenstände gewöhnlich aus 2 oder 3, bei der Winterlinde dagegen aus 5 bis 7 gestielten Blüten
zusammengesetzt. Der untere Teil des Hauptblütenstiels ist mit einem bleichen, pergamentartigen Deckblatt verwachsen. Jede Blüte besteht aus 5 kleinen gelblichen Kelch- und 5 Blumenblättern, zahlreichen Staubblättern und einem Stempel.
Da die Blüten reich an Nektar sind und einen herrlichen Duft aussenden, ist die blühende Linde oft von Tausenden von Insekten umschwärmt. Im Herbst löst sich der Fruchtstand mit dem Flügelartigen Deckblatt vom Zweig und fällt in langsam drehender Bewegung zur Erde herab. Hierbei wird er leicht vom Wind erfasst und weit verweht. Das Deckblatt ist also ein Mittel zur Verbreitung der Pflanze. Die Nussartigen Früchte enthalten gewöhnlich nur einen Samen. Sie öffnen sich bei der Reife nicht. Beide Lindenarten bastardieren oft miteinander so das in manchen
Gegenden reine Arten seltener anzutreffen sind. Einer dieser Kreuzungen ist die Holländische Linde ( Tilia x europae ). Diese Form übertrifft ihre Eltern meist an Wuchshöhe ( bis 40m ) und Schönheit der Kronenentwicklung. Die meisten Merkmale stehen ziemlich in der Mitte der Elternarten.Am zuverlässigsten sind vielleicht die weißlich-bräunlichen Haarbüscheln auf der Blattunterseite in den Achseln der Blattnerven und die leicht eiförmigen, bis 8mm großen, undeutlich kantigen und behaarten Kapselfrüchten. Die Krimm-Linde ( Tilia xeuchlora ) ist ein Bastard unbekannter Herkunft, der durch seine sehr großen, bis 15cm langen, am Grund stark schief-herzförmigen, oberseits glänzend dunkelgrünen Blätter gekennzeichnet ist.
Es ist ein meist kleinerer Baum bis 15m Höhe, immer mit überhängenden Zweigen, auch weitere Äste meist stark hängend. Häufig in Alleen und Parks gepflanzt. Eine weitere Lindenart die bei uns in Parks zu finden ist, ist die aus Südosteuropa und Asien stammende Silberlinde ( Tilia tomentosa ). Diese Art hat sich in den vergangenen Jahren als wesentlich beständiger gegen die Luftverschmutzung mit Staub und Abgasen von Verkehr, Industrie und haushalten erwiesen. Eine als Hängenden-Silber-Linde ( Tilia petiolaris ) bezeichnete form ist möglicherweise keine selbstständige Art, sondern eine seit langem angepflanzte Varietät, der Silber-Linde, eventuell auch ein Bastard mit einer vorderasiatischen Art.

Dr. Heinrich Marzell schreibt in seinem volkskundlichen Baumbuch: Wenn einmal in allen deutschen Landen, die Lindenbäume zusammengestellt werden sollten, an die sich Sagen, Legenden , oder irgendwelche geschichtlichen Erinnerungen knüpfen, so bekäme man eine recht stattliche Zahl zusammen. Vielleicht würde hier sogar die Linde , der eiche den Rang ablaufen, die man doch sonst gemeinhin als den volkstümlichsten Baum der Deutschen betrachtet. Wohl das größte Lindendenkmal pflanzte Ovid in seinem Philemon und Baucis in dem er Baucis von den Göttern in eine Linde verwandeln ließ. Philemon wurde zur Eiche. In Griechenland galt die Linde als der heilende Baum schlechthin; ihre Blüten galten als eines der ältesten bekannten Heilmittel. Außerdem nutzte man den Lindenbast zur Herstellung von Papier; in Streifen zerrissen diente der Bast zur Weissagung.
Die Linde ist der klassische Baum unserer Dörfer und Städte. Unter einer Linde soll der Zwergenkönig Laurin, die Schwester Dietrichs von Bern geraubt haben und unter ihr besiegte Siegfried den Drachen. Die Germanen, verehrten Freya, die Göttin der Liebe und des Glücks in der Linde. Walther von der Vogelweide bereitete sein berühmtes Liebeslager aus Heidenkraut und Rosen unter einer Linde. In seiner Geschichte, „ die drei Linden „ hat Hermann Hesse über ein Lindenurteil geschrieben. Sehr häufig ist auch in der frommen christlichen Legenden von der Linde die Rede. Die Kirche hat aus den alten Freya-Linden, die Maria-Linden gemacht. Die Linde galt im Mittelalter als ein Baum der Hexen abwehrt. Damit die Hexen in der Walpurgisnacht keinen Zutritt zu den Ställen haben sollten, band man dem Vieh Lindenbast um die Hörner. Über die Linde in der Pfalz schreibt Julius Wilde 1936 : „ Schulz bezeichnet nach den Angaben Kochs die Großblätterige Linde nur auf dem Remigiusberg bei Kusel als wirklich einheimisch, während er für die kleinblättrige Art die Wälder bei Stromberg, Wolfstein, Kaiserslautern und den Hagenauer Forst als wirklich ursprünglich ansieht. Er vermerkt jedoch weiter, das beide Arten, viel in Wäldern und an Spazierwegen angepflanzt werden. Heute hat sich die Linde wieder mehr aus den Wäldern zurückgezogen, den nach Angaben von Forstdirektor Keiper ( 1936 ) sind in unserer Pfalz von 57 Forstämtern, 15 völlig Lindenleer, während sie in 18 vereinzelt, in 16 mehrfach und nur in 8 verhältnismäßig häufig vorkommen. Es sind dies: im südlichen Pfälzerwald, Fischbach und Schönau, im mittleren, Waldleiningen und Johanniskreuz und am Donnersberg , Kirchheimbolanden und Winnweiler.
Heute finden wir die Linde auch an vielen Autorastplätzen, die jedoch Autofahrer in der Regel meiden, da sie den Honigtau auf dem Lack ihres Lieblingskindes fürchten.
In vielen Orten Deutschlands ranken sich Sagen und Legenden um den Lindenbaum. In der Pfalz kennt man das „Lindenmütterchen“, das einst im Schlosshof der Burg Lindelbrunn einen Lindenzweig mit den Worten in die Erde stieß: „Wachse und falle mit diesem edlen Haus auch die Erzählungen vom „Lindenschmied“ und „Lindelbrunn“. Auf dem „Lindenplatz“ bei der Hartenburg stehen einige alte Linden worüber eine pfälzische Sage erzählt: Die Linden waren den Herren der Hartenburg der liebste Baum. Wurde dem Hause der Leininger ein Sohn geboren, wurde auf dem Vorplatz des Schlosses auch eine Linde gepflanzt. Wie wichtig die Linde den Leiningern war, zeigt ihr Wappen: ein Lindenbaum mit silbernen Blüten im Helmzier ihres Wappens.

Der einzige Baum der im Nibelungenlied erwähnt wird ist die Linde weil unter ihr Siegfried den Lindwurm tötete. Als er im Blut des Drachens badete fiel ein Lindenblatt zwischen seine Schulter und schuf damit jene verwundbare Stelle in die später Hagen seinen Speer bohrte, dies geschah am von einer Linde beschatteten Brunnen. Von der „Korbianslinde“ bei Freising erzählt die Sage: „Solange die Linde besteht wird Freising gedeihen“. In der schweiz in der Nähe von Habsburg steht eine Linde unter der schon der heilige Gallus (550-645 n. Chr.) gepredigt und geweissagt hat von ihr heißt es „wenn einst der Schatten dieser Linde die Habsburg erreicht, wird die Welt untergehen.“
Wir begegnen der Linde auch oft als Schicksals und Familienbaum. Nach einer schwedischen Sage sollen die Familiennamen Linnaeus, Lindelius und Tiliander nach einer mächtigen Linde mit drei starken Hauptästen, ihren Namen genommen haben. Als die Familie Lindelius ausstarb, vertrocknete einer dieser Hauptäste. Nach dem Tode der Tochter des berühmten Botanikers Linne, hörte der zweite Ast auf Blätter zu treiben, und als der letzte der Familie Tiliander starb vertocknete auch der dritte Ast. Mannhardt berichtet in seiner „Wald- und Feldkunde“, dass der abgestorbene Stamm dieser Linde noch lange Zeit stand und vom Volk verehrt wurde.
Alfred Klos berichtet in seinem Artikel: Volkskundlicher Beitrag zu Freyas heiligem Baum: „Eine Legende bringt die Linde in enge Verbindung mit dem Ursprung eines bekannten Wallfahrtsortes in Ostpreußen (heute polnisch). In der Stadt Rastenburg war einst ein Angeklagter zum Tode verurteilt worden. Da erschien ihm die heilige Jungfrau, tröstete ihn und gab ihm ein Stück Holz und ein Messer, mit dem Auftrag etwas zu schnitzen. Er schnitzte daraus ein Marienbild mit dem Christuskind auf den Armen. Als die Gerichtsherrn das Bild sahen und von der Erscheinung der Jungfrau hörten, erachteten sie dies als ein Wink von oben und gaben dem verurteilten die Freiheit. Dieser trug das Bild zu einer alleinstehenden Linde und hängte es an ihr auf. Seitdem verlor der Baum seine Blätter nicht mehr und blieb immer grün. Wegen dieses Wunders holten die Rastenburger das Bild von seinem Platze und brachten es in ihre Kirche. Da es aber am nächsten Morgen wieder an der Linde hing, baute man unter ihr eine Kapelle. So soll der im Osten so bekannte Wallfahrtsort „Heiligelinde“ entstanden sein.“
Die Linde war der Freya geweiht und war somit gegen Blitz gefeit. In manchen ländlichen Gegenden ist es heute noch üblich nach einem gewitterregen unter eine Linde zu eilen und sich von dem herabfallenden Tropfen etwas benetzen zu lasen; denn dieses „Lindenwasser“ schützt nach einem Volksglauben gegen viele Krankheiten und Unglück.
Natürlich musste der Linde auch ein Baumgeist innew(ohnen der die Menschen vor Zauberei und Bösen schützte. In Niederösterreich steckt man am Johanni Tag vor Sonnenaufgang Lindenzweige über die Haustüre um somit Einbrecher fernzuhalten. Damit die Hexen in der Johannisnacht nicht die Viehställe aufsuchen, bindet man den Kühen Lindenbast um ihre Hörner. Ein Lindenast an die Türe angebracht hält Hexen fern. Wer auf zauberische Weise Ungeziefer auf seinen Getreideacker bekam, konnte diese durch streuen von Lindenkohlenasche wieder vertreiben, lässt und Kloss wissen und fährt fort…Früher gab es kaum eine Kirche bei uns, vor deren Eingang keine Linden standen; denn wenn Hochzeitspaare (nach altem Glauben) unter Linden in die Kirche gehen können, dann gab das eine glückliche Ehe. Erst im Jahre 1962 wurden die letzten 220jährigen Linden vor dem Kircheneingang in Miesau niedergelegt. Noch vor siebzig Jahren war es in Miesau Brauch, dem geliebten Mädchen in der Walpurgisnacht einen schönen Lindenzweig vor die Haustür zu stellen.
In vielen Flurnamen taucht die Linde auf. Im Stiftswald bei Kaiserslautern gibt es „Lindenköpfe“, bei Kriegsfeld einen „Lindenbühl“. In Gehrsweiler, Dellfeld und Fleckenfeld sind „Lindenberge“ bekannt. In Jakobsweiler gibt es einen „Lindenbusch“, in Nussbach ein „Lindenthal“ und in Schopp einen „Linnedeich“. In Blieskastel finden wir einen „Lindenfels“. Einen Lindenhof gibt es in Kaiserslautern, Rockenhausen und bei Steinweiler. „Lindenschachen“ werden um 1600 im Reichswald und Jägersburg und 1547 bei Ottweiler und Einsiedlerhof benannt. Eppenbrunn und Ludwigswinkel haben einen „Lindelkopf“. 

hukwa

Dienstag, 27. Februar 2018

Zwiesprache im Wald

Wer täglich in den Wäldern ist denn erreicht keine Langeweile und er bringt von seinen Waldgängen genügend Material mit nach Hause um zu schreiben oder zu werken. Was man in die Wälder mitnehmen sollte ist Gelassenheit, Geduld und Losgelöstheit von ökonomischen Verpflichtungen. Dann wird uns der Wald zu einem großen Spielplatz für Erwachsene Kinder. wir können mit dem Geist der Bäume Zwiesprache halten und einsteigen in den Mythos Baum der sich vom Menschen soweit zurückzieht wie dieser sich egoistisch vorwärtsbewegt.
hukwa

Sonntag, 25. Februar 2018

In den nächtlichen Wäldern

In der nächtlichen Schneelandschaft
alles ist hart gefroren
suche ich auf
die schwarzen Seen
und erdbraune Felder
grau ist das Haar der alten Weide
sehnt sich nach sommerlicher Weite
so ziehts mich in die dunklen Wälder
wo die Erinnerungen wie gefallene Blätter
in den Baumästen ruhen.
hukwa

Mittwoch, 21. Februar 2018

Altes Hügelgrab bei Johanniskreuz

Uralt Gestein
überwuchert von Farnen und Gräsern
Sand und Gestein 
aufgeschichtet auf zerpulverten Körpern
Trollblumen blühen
Holunder grünt darüber
verflogene Seelen
Tonscherben
Hügel
seit tausenden Jahren vergessen
nicht ändert die Zeit
diese vergessene Urne
menschliche Blicke
streifen nichts wissend darüber hinweg.
hukwa

Sonntag, 11. Februar 2018

Baumwesen

Vor meinem Fenster stehst du Baumesecht
am Morgen scheinst du voller Licht
dein mächtig glatter Leib
eine einzigartige Pracht
die Kirche unter dir
versteckt sich hinter deiner
BaumesAllMacht
als ob ein uralter Gott
dich in seinem Atem hält
dein Wunsch ist nach oben zu streben
die unter dir stehen
beachtest du nicht
dein ganzes Wesen ist
irdisches Licht.
hukwa

Dienstag, 6. Februar 2018

Schneegang

Die weiße Magie von Neuschnee verzaubert die Landschaft. Wie schwarze Flecken in den Feldern, die Krähen. Ich lausche ihrem Geschrei. Am Waldrand ein einsames Reh. Momente tiefer Stille. Ich stehe bewegungslos am Feldrand. Nehme Stift und mein Notizbuch zur Hand und reihe diesen Morgen mit einem Gedicht in meine Erinnerungen ein:

Februar treibt nochmals Schnee
Schwarze Schwärme in weißem Land
Krähenschrei über Äcker
Und im feuchten Wiesenland
Dämmrig bleibt der ganze Tag
Nur ein Reh steht einsam am Waldesrand
Sich verlierend in der weißen Nebelwand.
hukwa

Sonntag, 4. Februar 2018

Noch schläft Demeter

Schnee Zeit ziehende Wolken
Krähe fliegt zum steinernen Tor
es wartet der Zaunkönig
auf das Frühjahr
Waldhasenspur im Schnee
es lauert der Fuchs
hinter der Schlehenhecke
schweigende Wälder
einsam in der Weißdornhecke
eine Amsel
wartet darauf
das Demeter gähnt.
hukwa

Samstag, 3. Februar 2018

Eibengeflüster

Februarmorgen
in den Wäldern
wo ich einsame Landschaften erwandere
wo grüne Eiben
sich im Eichenhain verstecken
Eibe
Telefon zu den Göttern
fern ab dem Lärm der Welt
lausche ich
dem Eibengeflüster.
hukwa

Mittwoch, 31. Januar 2018

Jene Zeit will ich beschwören

 
Foto©UteKW


Jene Zeit will ich beschwören
da ich jung und winzig war
und flink wie der Distelfink
durch die Äste des Kirschbaums im Garten mich schwang
da die Alte meinen Namen rief
der Hofhund bellte im Zwinger
und der Truthahn klammerte seinen Schnabel an mein Hemd
grün war das Wiesental
das dem Dorf seinen Namen gab
wo der Duft des Flieders in die Stube drang
dort weckte mich am Morgen der krähende Hahn

Grün wie das Gras ist die Seele der Jugend und
jeder Tag war so jung wie die Erde es auch war.

Die Schwalben zogen ihre Kreise
das Mondlicht beleuchtete in den Nächten mein Bett
die Träume reisten mit dem Rufen des Kauzes
der über Tag im alten Kirschbaum schlief
und Nachts von dort in die Welt hineinrief
zwischendurch rief manchmal der Dachs.

Grün wie das Gras ist die Seele der Jugend
lauscht sie den Tönen der Sphärenmusik.

Ich spüre wie der Wurm sich unter der Erde krümmt
es ist die spürbare Lust die der Frühling mit sich bringt
so laufe ich entlang jener Schmerzstrasse
hin zu dem gläsernen Meer
das nur in meiner Erinnnerung existiert. 
 
hukwa

Dienstag, 30. Januar 2018

Am Wegrand

Am Wegrand die alte Eiche steht
wieviel Zeitgeiste hat sie schon erlebt
von Gewittern gezeichnet
von Blitzen und Sonne gebräunt
von Stürmen gedarbt
hat der Baum doch festen stand 
der Waldkauz der hier in den Nächten haust
kennt sich mit der Signatur der alten Eiche aus
was könntest du uns erzählen alter Heidenbaum
doch niemand ist da der dir zuhören kann.
hukwa

Montag, 29. Januar 2018

Verheißungsvolle Mächte

Auf ätherischen Pfaden
wandere ich durch die Nacht
wie Engelflügel zart
spür ich der Dunkelheit Macht
der Purpurraum ist erfüllt
von schlaftrunkenen Gesängen
und wieder wird enthüllt
die Nacht in ihrer Fülle
ihr dunkelgraue Nächte
verheißungsvolle Mächte.
hukwa

Donnerstag, 25. Januar 2018

Rief da eben Jemand...

Alte Eiche
sprichst du die Sprache des Winters
ein Laubloser Gott
fährt durch dein Geäst
schon suchen die Vögel nach Futter
noch wartet der Schnee in den Wolken
die grüne Mistel wirft schon ihre Samen
rief da eben nicht
Joringel nach Jorangel.
hukwa

Samstag, 20. Januar 2018

Morgenstrahl

Wie weiße Schlangen
winden sich um die Bäume
die Nebel
aus der Ferne
ein Echo
es ist als sei die Stille hörbar
an diesem Morgen
einige sind da
doch keiner nimmt etwas wahr.
hukwa

Dienstag, 16. Januar 2018

Rauscht der Wildbach

Atem der Erde
rauscht der Wildbach mir am Morgen
zeigt mir neue Ufer
doch die Kunst bleibt
gegen die Strömung zu Schwimmen.
hukwa

Montag, 15. Januar 2018

Es ist ein Geschenk unsichtbar zu sein

Jeden Abend eine Stunde des alleinseins
hier in Gottes grünem Hain
sagt mir eine Stimme
ich bin Teil
des ewigen Stamm 
ein Ast
eine Borke von ihm
dem ewigen Baum
und meine Träume sind wie Vögel
ich bin jener der neben mir herläuft
an dem die Anderen vorbeilaufen
es ist ein Geschenk unsichtbar zu sein.
hukwa

Sonntag, 7. Januar 2018

Der Saltuarius von der Heidelsburg

Doppelsinnigkeit bei gallo–römischen Grabsteinen am Beispiel der Axtdarstellungen auf der Heidelsburg bei Waldfischbach–Burgalben und der Heidenburg in Oberstaufenbach bei Kusel.

Die symbolische Waldaxt ist uns vor allem aus der Literatur über die pfälzischen Haingeraiden bekannt. Axtdarstellungen finden wir schon bei den Kelten, wie etwa dem tau gallicum, Symbol der Doppelaxt, die auch als Abwehrmittel gegen den bösen Blick und die Pest verwendet wurde. Noch in christlicher Zeit wurden solche Zeichen auf den Mauern der Stadt Clermont abgebildet, um die Bewohner vor der Pest zu schützen. Die bekanntesten Axtdarstellungen sind die beiden Steinreliefs von der Heidelsburg bei Waldfischbach. Der Großteil der pfälzischen Heimatforscher ging bisher davon aus, dass es sich bei den Axtdarstellungen von der Heidelsburg um die einzigen Steindenkmäler dieser Art in unserem Raum handelt.
Vor einiger Zeit entdeckte ich bei Recherchen einen weiteren Stein, bei dem es sich ebenfalls, wie bei den Denkmälern von der Waldfischbacher Heidelsburg um einen Grabstein mit Grabinschrift sowie zwei Ritzzeichnungen von einer Axt und einem Dechsel handelt. Der Stein der sich heute im Historischen Museum in Speyer befindet, stand einst auf dem Friedhof der Heidenburg bei Oberstaufenbach im Landkreis Kusel. Während der Römerzeit wurde die Dechsel als Attribut der Zimmerleute dargestellt. Die Axt hingegen war das Attribut des römischen Försters, eines saltuarius.

Foto © Ute Knieriemen-Wagner– Steinrelief auf der Heidelsburg: gallo-römischer Forstbeamter
Der Stein von Oberstaufenbach enthält neben den Werkzeugdarstellungen nur noch ein Inschriftenfragment, welches ihn als Grabdenkmalfragment erkennen lässt, da die Mutter des Verstorbenen als Stifterin in der Inschrift erwähnt wird. Zusätzlich zur Inschrift trägt der Stein die bereits erwähnten Attribute der Werkzeuge die anzeigen, dass der Verstorbene in der Holzverarbeitung tätig war.
Darstellungen von Äxten auf Grabdenkmälern gelten auch als apotropäische (Übel abwehrende) Zeichen. Auch in der Antike wurde schon Grabräuberei und Grabschändung betrieben.
Mit der römischen Okkupation des gallisch–germanischen Raumes gelangt auch die Sitte, Grabinschriften zu setzen, in diese Region. Für die Römer war es von großer Bedeutung zu zeigen wem dieses Grabmal errichtet wurde und wer es errichten ließ. Dadurch findet man Informationen die allein durch das Bildmaterial nicht erschlossen werden können.


Als Beispiel hier die Grabschrift für den Dendrophoren L. Sabinius Cassianus in Lyon:
D/is) M(anibus) et quieti aeternae / L(uci) Sabini Cassiani / dendrophoro Au/ gustal(i) q(uaestori) corporis e/iusd(em) duplicario ex/ consensu univer/sorum omnibus ho/noribus apud eosd (em)/ functo homini op/timo et incompara/ bili Flavia Livia/ coniugi rarissi/ mi exempli er/ Priscius Eustochius/ collliberto sans/ tissimo inscriben/dum curaverunt / Priscius Eustochius/ colliberto sanc/tissimo inscriben/dun curaverunt/ et sub ascia dedi/ caverunt.

Den Manen und der ewigen Ruhe des Lucius Sabinius Cassianus, aus dem Collegium der Dendrophori Augustales, Quaestor desselbem Collegiums, mit Einverständnis aller Mitglieder mit doppelter Besoldung, der alle Ehrenämter bei ihnen durchlaufen hat, dem besten und unvergleichlichen Menschen, Flavius Livia, ihrem Gatten seltenen Beispieles, und Priscius Eustochius, seinem makellosestem Mitfreigelassenen. Sie haben dafür gesorgt, dass ihm die Inschrift geschrieben wurde und haben ihn unter der Axt geweiht.

Die Grabschrift des Freigelassenen L. Sabinius Cassianus wurde von seiner Gattin Flavia Livia und von seinem Mitfreigelassenem Priscius Eustochius besorgt. Sabinius war Quaestor des Vereines der augustalischen Dendrophoren gewesen, einer Handwerkerzunft die mit dem Magna – Mater – Kult in Lyon verbunden war. Er hatte in diesem Verein alle Chargen durchlaufen und war von den Mitgliedern zum Vereinskassierer mit doppelter Besoldung gewählt worden, eine besondere Auszeichnung für die Ehrlichkeit des Verstorbenen. Was die religiöse Formel sub ascia dedicare bedeutet, welcher Ausdruck auf vielen gallo–römischen Grabsteinen vorkommt, ist bisher nicht eindeutig geklärt. Einige sehen in dieser Axt das Symbol des gallischen Unterweltgottes, andere halten sie für eine Androhung göttlicher Strafe gegen Grabschänder.
Bemerkenswert ist auch noch das Eseus, der bei verschiedenen keltischen Stämmen als ein Unterweltsgott gilt, in der Regel ebenfalls mit einer Axt dargestellt wird.

Die Axt als Symbol des Försterberufes dürfte wohl eindeutig auf den beiden Steinreliefs von der Heidelsburg bei Waldfischbach-Burgalben zu erkennen sein. Die Inschrift saltuarius bestätigt diese Annahme. Verwunderlich ist der Vergleich mit heutigen Äxten, die fast identisch sind. Otto Roller schreibt zu recht: „Der Nachweis weiterer solcher Beispiele technischer Kontinuität scheint mir ein gewichtiger Beitrag zu unserer noch immer relativ geringen Kenntnis vom Vorgang der Landnahme zu sein, der wohl häufig ein Prozess der Übernahme bestehender Einrichtungen, wie Grenzen, Siedlungsstellen und vor allem Anwendungstechniken aus den Bereichen Landwirtschaft und Handwerk war“.
Gerade die Hortfunde von Werkzeugen auf der Heidenburg bei Kreimbach und auf der Heidelsburg bei Waldfischbach bestätigen die Annahme von Roller.
Der Hortfund von Waldfischbach zeigt gemischtes Inventar. Darunter Werkzeuge, Geräte aus der Landwirtschaft, Beschläge für Wagen oder Küchengerät. Während in dem Waldfischbacher Fund Werkzeuge zur Holzbearbeitung überwiegen, fanden sich im Kreimbacher Depot vorwiegend Schmiedewerkzeuge. Die Grabungsleiter verwiesen damals auf die Ähnlichkeit des gefundenen Werkzeuges mit dem der Gegenwart. Der formale Unterschied sei so gering, dass ein Laie, der die Fundumstände nicht kenne, zur Meinung komme, er habe moderne Eisensachen gefunden.

Eine weitere kontinuierliche Symbolik lässt sich bei der Waldaxt auch als Statussymbol erkennen.
Irgendwie hat die Waldaxt zu den Haingeraidenschultheißen der frühen fränkischen Siedlungen gefunden und war schließlich bis in die Neuzeit Forstsymbol. Eine Möglichkeit wäre, dass nachdem die Römer die Pfalz verlassen hatten, in der Abgeschiedenheit der Wälder einige gallo-römische Siedlungen weiterexistierten und diese Bewohner ihr Wissen um die Symbolhaftigkeit der Waldaxt an die Franken weitergaben. Ihre besondere Symbolik fand die Waldaxt in den Haingeraidenwäldern der fränkischen Eroberer der Pfalz.
Zu jeder fränkischen Ansiedlung gehörte ein ungeteilter Anteil an der gemeinen Mark, der das Recht auf Nutzung von Wald, Weide und Jagd umfasste. Dadurch bildeten sich im 7. Jahrhundert Markgenossenschaften die man „Haingeraide“ nannte. Auch das Gebiet dieser Genossenschaften nannte man Haingeraide. Jeder Genosse besaß das gleiche Maß des Nutzungsrechtes und der allgemeine Nutzen reichte hin, um sämtliche Bedürfnisse, der in den Geraidedörfern wohnende Einwohner zu decken.
Zur Aufrechterhaltung der Geraideordnungen wuren Geraideschultheißen, Zentmeister, Waldmeister und Waldknechte ernannt. Das Geraidegericht oder der Geraidestuhl setzte sich aus dem Geraideschultheiß oder Zentschultheiß, dem Ortsschultheiß und einer Anzahl von Schöffen zusammen. An bestimmten Geraidelagen wurde vom Geraidegericht am Geraidestuhl nach der Geraideordnung in Geraidedingen verhandelt und der Geraidespruch gefällt. Als wichtigstes Symbol der Geraideordnung überhaupt galt die Geraide– oder Loogaxt. Der Geraideschultheiß war berechtigt die Waldaxt zu tragen und zu nutzen, also damit Bäume zu markieren. Die Axt wurde niemals am Ort aufbewahrt an dem der Geraideschultheiß wohnte, sondern immer in einem anderen Dorf. Benötigte der Schultheiß die Axt,musste er sie nach der Geraideordnung anfordern.
Die Auflösung der Haingeraiden geschah um 1825.

Bis in die Zeit hinein wo vermehrt Grenzsteine gesetzt wurden, war die Loog- oder Lochaxt das unentbehrliche Werkzeug des Försters und seiner zuständigen Herrschaft. Als Loch – oder Loogbäume, auch Markbäume genannt, bezeichnete man auf oder an der Grenzlinie stehende Bäume, die beiderseits mit der Lochaxt gefitscht, angeschalmt wurden, indem man ein Stück Rinde entfernte. Auf die Lache, die freigelegte Stelle, wurde das Symbol der jeweiligen Herrschaft eingeschlagen. Wenn man auch bevorzugt wegen ihrer langen Lebensdauer Eichen als Lochbäume aussuchte, hatten diese Grenzzeichen dennoch eine beschränkte Dauer und mussten immer wieder durch neue Lochbäume ersetzt werden.
Das Recht eine eigene Waldaxt zu führen, stand nicht jeder Herrschaft zu. Auch durfte der jeweilige Loogaxt Inhaber nicht einfach außerhalb seines Waldes seine eigene Loogaxt zum Bäumezeichnen nutzen. Ein Beispiel dafür erwähnte der Heimatforscher Karl Munzinger aus Trippstadt in seiner Abhandlung über die „Trippstadter Waldungen der Freiherren von Hacke“ hier schreibt Munzinger: „Im Dezember 1777 ordnete die kurpfälzische Verwaltung an, dass künftig im Meiser und Harderwald, beides Hackescher Wald, aber im Amte Fischbach und damit im Kurpfälzischen Hoheitsgebiet gelegen, künftig die kurpfälzische und nicht die Hackesche Axt zu verwenden sei“.
Franz Karl Joseph v. Hacke richtete daraufhin im Januar 1778 eine Bittschrift an den Kurfürsten, in der er bat, das uralt hergebrachte Recht der eigenen Waldaxtung bestehen zu lassen und ihm zu gestatten, weiterhin ruhig und ungestört wie seine Vorfahren in seinem „adeligen, ritterschaftlichen Meißer- und Haderwald“ seine eigene Waldaxt gebrauchen zu dürfen, „wann einiges Holtz“ darin gefällt werden sollte. Dass dies immer so gehandhabt wurde, könnte der kurpfälzische Forstmeister zu Lautern, Herr Rettig, bestätigen, nicht alleine für seine Amtszeit, sondern auch für die Zeiten seines Vaters, Groß- und Urgroßvaters. Auch andere Adelsgeschlechter, die Waldungen in kurpfälzischen Gebieten besäßen, würden ihre eigenen Waldäxte gebrauchen, ebenso die Herzöge von Zweibrücken im Holzland, obwohl es kurpfälzisches Gebiet sei. Bei Keiper können wir nachlesen, dass in der kurpfälzischen Zeit die Oberforstmeister, also auch die Freiherren von Hacke, als Zeichen ihrer Würde eine Waldaxt aus Elfenbein trugen, die von der linken Schulter zur rechten Hand herabhing.

Zeichnung Loogaxt © Ute Knieriemen-Wagner

Die Symbolik der Axtdarstellung reicht zurück bis in schriftlose Zeiten der Geschichte. Die Worte Beil und Axt sind mesopotamischer Herkunft. Das Wort Axt entspricht dem griechischen axine, lateinischen ascia, gotisch aquizi. Assyrisch heißt es chasinu, hebräisch chasin und sumerisch cha-zi. Das Wort ist von Mesopotamien nach Kleinasien gebracht worden und ist im Reich der Hethiter, in Ägypten und im Berberischen ein Fremdwort.
Das Wort Beil, griechisch pelekys stammt auch aus dem akkadischen Wort pillaku. In akkadischen Zeiten, zwischen 2350 und 2200 v.Chr., gab es wohl nahe Beziehungen des Vorderen Orients ins indoeuropäische Europa. Vor allem in Kreta hat die Axt große Symbolik erlangt, so dass das Zeichen der Doppelaxt welches griechisch labrys heißt, oft an Häusern, Steinen und Geräten erscheint.
Die Griechen nennen nach diesem Zeichen den Palast des Minos auf Kreta das „Labyrinth“.
Mit dem Heraufdämmern der Bronzezeit und der Erfindung der Bronzeaxt verbreitet sich das Symbol der Axt vor allem als Verehrung des Donnergottes. Diese Verehrung der Axt findet man in Kreta, Mykenä, in den Balkanländern, wie auch im germanischen Norden. In Skandinavien fand man im Jahre 1864 zwei besonders schöne Bronzeäxte die reichlich mit Bronze und Bernstein verziert waren. Sie waren nicht massiv sondern nur aus dünner Bronze gegossen, die einen Kern aus Ton hatte. So kann man davon ausgehen, dass sie niemals als Werkzeug genutzt wurden sondern dass es sich um einen symbolischen Ritualgegenstand handelt. Äxte dieser Art sind auch auf einem Wandstein der Grabkammer von Kivik in Schonen dargestellt dort findet sich auch ein weiteres Bild (Felszeichnung) das einen phallischen Mann zeigt mit einer riesigen Axt über dem Kopf.
Wir können daraus schließen, dass die Axt in Europa genau wie in Vorderasien kultische Verehrung genoss. Diese kultische und magische Bedeutung der Axt lässt sich bis in unsere jüngste Vergangenheit verfolgen. Beispiele findet man hierfür in der Volkskunde:
In Dänemark und Schweden werden am Vorabend des Gründonnerstag Beile auf die Saatfelder geworfen. Dies geschieht zu ehren Thors, der ja unter anderem auch ein Gott der Fruchtbarkeit ist.
Der Axtwurf des Gottes hatte einst den Donner zur Folge und sollte somit den befruchtenden Regen bewirken. Vor allem in der pfälzischen Volkskunde findet man immer wieder den sogenannten „Dunnerkeil“ (Donnerkeil). So schreibt Albert Becker in seinem Standartwerk über „Pfälzische Volkskunde“: „Wenn der Pfälzer Bauer das steinzeitliche Beil...auch als Dunnerkeil bezeichnet, der mit dem Blitz auf die Erde niedersaust, bei jedem Einschlag sieben Klafter tief in die Erde fährt und bei jedem Donnerschlag oder auch alle sieben Jahre um eine Klafter in die Höhe steigt, wenn er den Donnerkeil zu abergläubischen Zwecken verwendet oder damit „braucht“, so huldigt er heute noch fetischistischem Steinkult. Widersteht der Donnerkeil einem Schlag mit dem Hammer so ist er echt, leistet das Gespinst eines Fadens, mit dem man ihn umwindet, dem Feuer widerstand, so ist seine überirdische Herkunft erwiesen...
Als Ausdruck des Fluches ist das Wort „Donnerkeil“ noch heute allgemein gebräuchlich- „Herrgott Dunnerkeil“ so in der Pfalz.
Das Symbol der Axt war also vor allem ein Symbol der Fruchtbarkeit. So wurden im alten England die Ehen nochmal zusätzlich mit der „heidnischen Axt“ geweiht, diese symbolische Weihung findet man auch in der Thrynskvida in der Edda:

Da sagte Thrym,
Der Thursen König:
Bringt den Hammer,
die Braut zu weihn!
Leget Mjölnir
Der Maid in den Schoß
Mit der Hand der War
Weiht uns zusammen.“


Literatur Hinweise:
W. Liebenam: Zur Geschichte und Organisation des römischen Vereinswesens. Leipzig 1890.
Otto Roller: Axtdarstellungen auf den Förstergrabsteinen der Heidelsburg. Mitteilungen des
Historischen Vereins der Pfalz. Band. 84.
Karl Moersch: Geschichte der Pfalz.
Hans Wagner: Die pfälzischen Haingeraiden.
Karl Munzinger: Die Trippstadter Waldungen der Freiherren von Hacke 1716 – 1833
Blätter z. Heimatgeschichte v. Tripppstadt Sonderheft.
Bilfinger,E.: Johanniskreuz eine Pfälzerwaldgeschichte. 1904
Eitelmann, W: Rittersteine im Pfälzerwald.
Herbert Kühn: Die Felsbilder Europas. Kohlhammer Verlag Stuttgart. 1952.
Albert Becker: Pfälzer Volkskunde. Schroeder Verlag Bonn. 1925. 

hukwa 

Montag, 1. Januar 2018

Der Menhir von Hochspeyer

Menhir von Hochspeyer




Der Menhir von Hochspeyer ist nur wenigen Leuten bekannt. Er ist der Mittelpunkt eines abgeflachten Hügels wahrscheinlich eines Grabhügels aus der Bronzezeit. Auf dem Kopf des Steines befinden sich zwei Kreuze 12x12 cm, wahrscheinlich von frühen Christen angebracht um dem Menhir seine „heidnische, magische Zauberkraft“ zu nehmen. Ein weiterer Menhir befindet sich etwa 100m östlich.
Der Stein steht ganz in der Nähe der alten Kelten- und Römerstrasse, diese alte Strasse gab es wahrscheinlich schon als Weg in der Bronzezeit.
Die meisten Menhire wurden während des Mittelalters vom heidnischen Kultmal zum weltlichen Grenzmal- Grenzstein umfunktioniert. Da man in der Bevölkerung von seiner „Unantastbarkeit“ wusste versah man sie mit christlichen Zeichen.
Ein weiteres Zeichen das wir oft in Menhire eingeritzt vorfinden ist der sogenannte „Hühnerfuß“. Dieses Zeichen ist zur Römerzeit das Sternzeichen Jupiters gewesen, des Beschützers der Grenzen und Wahrer des Rechts. Im Mittelalter aber war es ein apotropäisches Zeichen, das die bösen Geister von den Grenzen abhalten sollte, die hier ihr Unwesen trieben. 
hukwa 

Sonntag, 31. Dezember 2017

Silvesterspaziergang

Foto©UteKW
An solchen Orten erkennnnt man, dass Natur vielmehr ist als das wissenschftlich Messbare oder wirtschaftlich Verwertbare. Solche Plätze sind ein Sinnbild für seelische und kosmische Verbindungen. Es sind Landschaftsräume von Andacht, Demut und Stille. Wenn man sich hier aufhält kommt der Moment wo der Geist zwischen Tag und Nacht, Wachheit und Phantasie, zwischen Gegenwart und ältester Vergangenheit weilt.
Einsam auf einem Bergrücken im Pfälzerwald gelegen steht eine seltsame Formation von Buntsandsteien. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren als wären sie einst von Riesen errichtet worden. Es handelt sich natürlich um ein Steingebilde das in der Eiszeit entstand.
Die Anordnung der Felsen ist so bizarr das man davon ausgehen muss dass sich hier in der Frühgeschichte ein heidnischer Kultplatz befand. Verwitterte Ritzungen in den Steinen und kaum noch deutbare Felszeichnugen lassen ahnen dass dieser Platz einst für religiöse Handlungen genutzt wurde.
Etwas entfernt im Gebüsch, von Farn und Brombeerranken bedeckt, liegt ein spitz zu laufender Stein von etwa drei Meter Länge bei dem es sich um einen Menhir handeln dürfte. Eine Vertiefung auf der Buntsandstein Formation hat die gleichen Umrisse wie der Sockel dieses Steins. Noch etwas weiter entfernt findet sich eine Steinanlage die mit Sand ausgefüllt ist und bei der es sich wohl um einen urzeitlichen Grabhügel handeln muss.
Wenn man die Felsformation erklettert hat und auf der Plattform steht auf der mindestens zehn Menschen Platz haben empfängt einem das erhabene Schweigen dieser mystischen Waldlandschaft. Wie Mahner oder Wächter stehen die mächtigen Buchen und Eichbäume hier. Die darauf achten dass die moderne und entmytologisierte Gegenwart hier nicht so einfach eindringen kann. Der Weg hier herauf führt vorbei an abgelegenen Felsplateaus, verwunschenen Steinen und dichtem Wald. Die Moose an den mächtigen Buntsandsteinblöcken erscheinen wie Metaphern für das zähe Überleben dieses mythischen Raums. Wie schlafende Riesen mahnen sie uns an ein goldenes mythisches Zeitalter. Auf der Bergkuppe weilend scheint sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu Vereinen. Es ist der Moment wo sich die Gedanken einem Höherem, einem Anderen zuwenden. Und dieses Andere scheint jetzt in seiner urgewaltigen, archaischen Sprache zu sprechen. Es ist als würde sich ein Vorhang Lüften der für einge Sekunden einen Blick in die Frühgeschichte der Menschheit preisgibt. Und im leisen rauschen der Bäume, im Rascheln der trockenen Blätter und im Wispern des Windes scheint plötzlich die Stimme Goethes zu ertönen:
In diesem Augenblick, da die inneren anziehenden und bewegenden Kräfte der Erde gleichsam unmittelbar auf mich wirken, da die Einflüsse des Himmels mich anher umschweben, werd ich zu höheren Betrachtungen der Natur hinaufgestimmt, und wie der Menschen Geist alles belebt, so wird auch ein Gleichnis in mir rege, dessen Erhabenheit ich nicht widerstehen kann. So einsam sage ich zu mir selber, in dem ich diesen ganzen nackten Gipfel hinabsehe und kaum in der Ferne ein gering wachsendes Moos erblicke, so einsam sage ich, wird es dem Menschen zu Mute, der nur den ältesten, ersten, tiefsten Gefühlen der Wahrheit seiner Seele öffnen will. Da kann er zu sich sagen: Hier, auf dem ältesten ewigen Altare, der unmittelbar auf die Tiefe der Schöpfung gebaut ist, bringe ich dem Wesen aller Wesen ein Opfer dar“.

hukwa

Mittwoch, 27. Dezember 2017

Zwölf Nächte

Die entlaubte Buche vor meinem Arbeitszimmer
in ihrem Geäst eine einsame Krähe
ein Morgen im Dezember.
hukwa 

Heute ist Stephanstag. An diesem Tag beginnen die Rauhnächte: 
Es ist wie ein Singen
Flüstern und Klagen
es schwebt durch die Lüfte
ein einsames Klagen
lange zwölf Nächte
es ist wie ein Heer
so braust es umher
tut sich Offenbaren
in Regen und Wind
in diesen zwölf Nächten
kehrt Wotan zurück
zieht einsam umher
zwölf lange Nächte
schafft sich einen neuen Erdenleib
reitet auf seinem Ross
zur uralten Quelle
wo Mimir haust
wo der Erde entquillt
Nebel und Rauch
wo die Seherin noch wacht
wo der Zwerg das Erz bewacht
das heidnische Echo kehrt zurück
Wotan ist aus Walhall entrückt.
hukwa

Dienstag, 26. Dezember 2017

Vom wahren Schauen

Versunken in der Stille eines winterlichen Morgens
zieht es mich hinaus in die Wälder
unter meinen Schritten knirscht das alte Laub vom Sommer
vor mir eine Eiche
hoch oben in seiner Krone
eine einsame Krähe
zerzaust ihr Gefieder
unruhig ihr Blick
hier weitet sich die Seele
zum wahren Schauen.
hukwa

Montag, 25. Dezember 2017

In achtungsvoller Entfernung

Als ich heute Morgen gegen 5.Uhr aufwachte wehte durchs Fenster ein klarer, kalter Wind ins Zimmer. Bald wird der Morgen dämmern. Ich schlage ein Buch von Thoreau auf und lese folgenden wunderbaren Abschnitt:
"Wir dürfen nicht erwarten, mit unseren Fingern in das Heiligtum des Lebens eindringen zu können, sei es pflanzlicher oder tierischer Art. Wenn wir es tun werden wir nichts entdecken als noch mehr Oberfläche. Die Quintessenz oder die Frucht jedes erschaffenen Dinges ist ein feiner Ausfluss, den nur der unschuldige Verehrer in achtungsvoller Entfernung wahrnimmt".
hukwa

Samstag, 23. Dezember 2017

Ruf

Uralte Eiche
sprichst du die Sprache des Winters
ein Laubloser Gott
fährt windig durch dein Geäst
schon suchen die Vögel nach Futter
noch wartet der Schnee in den Wolken
doch die grüne Mistel wirft ihre Samen
rief da eben nicht
Joringel nach Jorangel?