Sonntag, 5. April 2020

Musik des Waldes

Auch an diesem Morgen lausche ich den Geräuschen des Waldes. Schon früh zog es mich hinaus. Keine Menschen sind unterwegs. Allein mit den Elementen spüre ich das Sein der Bäume und Sträucher.

Ich  laufe durch die Wälder
denke an Blake
ein sanfter Frühjahrswind
streichelt mein Gesicht 
knorrige Äste
rauhe Kiefernzapfen
altes Laub
unter meinen Füßen
in die Ouvertüre des aufbrausenden Windes
mischt sich Vogelgezwitscher
die Musik des Waldes
erweitert meinen Geist
und ich spüre wie es ist
als Buchenblatt
durch Zeit und Raum zu schweben.
hukwa

Samstag, 4. April 2020

Zusammenspiel

Wenn man sich in den Wäldern aufhält berühren uns immer wieder Momente und Augenblicke die unserem Leben das Gefühl von Vollständigkeit und Ganzheit geben. Diese Momente der Einheit sind das Zusammenspiel von persönlichem Sein und Natur.
hukwa

Freitag, 3. April 2020

Erwachen aus dem Alptraum

Der weltweit vorherrschende Rationalismus in Politik, Naturwissenschaften und den philosophischen Gegenwartströmungen lässt ein ganzheitliches Bild des Menschen nicht aufkommen. So wird den nicht-materiellen Aspekten der menschlichen Existenz kein Platz eingeräumt. Der in der positivistischen Ideologie vorherrschende Kältestrom misstraut Gefühlen und Emotionen. Diese "Gefühlswelten" werden als Störfaktor betrachtet die den politischen Geschäftsablauf stören. Doch gerade diese "Gefühlswelten" sind es die zur bereienden Umgestaltung der Gesellschaft drängen. Das wahre Kapital des Menschen ist seine Kreativität und nicht die Anhäufung materiellen Besitzes. Eine menschenwürdige Politik der Zukunft benötigt eine menschliche Philosophie als Fundament, die Zwischenmenschliche Wärme erzeugt und so hinwirkt auf die Eine-Welt.
Die Situation in unserer Welt ist derzeit so wie sie Stephen Daedalus in Joyce "Ullyses" prophestisch formuliert hat: Die Geschichte ist ein Alptraum aus dem ich zu erwachen versuche. Nach diesem Erwachen sollten wir darauf achten dass wir nicht wieder Einschlafen.
hukwa

Mittwoch, 1. April 2020

Verknüpfungen

Nichts in der Natur geschieht unabhängig voneinander. Alles ist verknüpft. Die Meere, die Wälder, die Tiere, die Pflanzen. Der Mensch hat sich aus dieser Verknüpfung gelöst, er täte gut daran das alte Netz wieder zu flicken und von neuem am Tanz des Lebens teilzunehmen. Leider ist er das einzige Wesen in dieser großen Gemeinschaft dass aus der Reihe tanzt.
hukwa

Dienstag, 31. März 2020

Enträtselung

Der Naturphilosoph wird von dem Gedanken der schöpferischen Macht des Daseienden regelrecht überfallen, wenn er die Natur meditativ schaut. So vermag er im "Buche der Natur" zu lesen und das Erfassste und Erahnte in seine Gedanken zu übertragen, weil er weiß das er selbst Teil der Natur ist. Natur ist ihm verdinglichte Sprache der Schöpfung, die er enträtselt und in die menschliche Sprache übersetzt - sein Sein hat Anteil am Sein der Natur.
Naturphilosophie ist immer auch Mitphilosophieren mit den Erscheinungen mit der Natur. Wie ich ein philosophisches Werk nur verstehen kann wenn ich während des Lesens Mitphilosophiere, so finde ich Naturerkenntnis nur in dem ich die Werke der Natur enträtsele. "Enträtseln" ist hier in einem metaphysischen und nicht im wissenschaftlichen Sinn gedacht.
hukwa

Montag, 30. März 2020

Naturgerechtigkeit

Am frühen Morgen bin ich ins Waldtal gelaufen und habe es mir unter einer alten Weide auf einer Wiese bequem gemacht. Ich las in den Fragmenten der Vorsokratiker und philosophierte über den Satz des Anaximander. Aus dem Dunkel des Mythos trat dieser Philosoph als erster ins Tageslicht des Logos. Von ihm ist nur ein einziges Fragment überliefert, das aber heute aktueller den je ist:
"alles, was eine Form annimt, eine Schuld verursacht, die durch seine Auflösung bezahlt werden muss, so dass sich daraus wieder neue Dinge bilden können".
Anaximander sah darin eine Art von Gerechtigkeit, jedes Ding oder jede Kreatur, das sich aus den Vorräten der Natur bediente, musste diese Entnahme wieder an die Natur zurückgeben: Naturgerechtigkeit!
hukwa

Sonntag, 29. März 2020

Es ist jetzt an der Zeit...

Es ist recht kühl, ja, kalt geworden. Eine Weile saß ich unter der alten Eiche und sinnte so vor mich hin. Inzwischen scheint es so das wir nicht mehr die Natur im Experiment erfassen sondern dass wir selbst zum Experiment der Natur geworden sind. Zu einem verdammt gefährlichen Experiment dass uns alle bedroht. Mit dem selbstverschuldeten verlust der biologischen Vielfalt haben wir den Weg für solch tödliche Viren wie das derzeit grassierende freigemacht. So etwas kann man nicht besiegen, wir können es hoffentlich Überwinden und dann in Schach halten. Es ist jetzt an der Zeit dass uns raikal bewusst wird das der morsche Ast auf dem wir sitzen einen gefährlichen Riß bekommen hat. Jetzt müssen wir alle Ankämpfen gegen die menschliche Dummheit, Gier und Technologiebesessenheit die den Planeten in den Abgrund treibt. Die Natur zeigt uns immer wieder das die natürliche Ordnung durch Veränderungen erhalten werden kann - wenn nötig sogar durch katastrophale Veränderungen.
hukwa

Samstag, 28. März 2020

Trivialität des Alltags

Heute Morgen in der Frühe bewunderte ich die Buschwindröschenblüte, die heute Nacht einsetzte. Lange Zeit beobachtete ich Käfer und Insekten die sich an dieser Frühlingsblüte erfreuten. Dabei dachte ich: Viele Menschen verbringen ihr Leben damit, die Dinge aus der Nähe zu betrachten und doch können sie ihre Bedeutung nicht erfassen. Die Trägheit zieht sie in einen dunklen Korridor in dem sie sich verstecken. Das schlimmste in solch einem Leben ist die Trivialität ihres Alltages sie können das Besondere nicht mehr erfassen und wollen es auch nicht. Sie leben in einer Art von Wachschlaf. Ich verlasse diesen Platz der wunderbaren Frühlingsblüte und weiß es gibt noch vieles zu entdecken.
hukwa

Frühlingsleben

 Vom Winde verweht 
die Schlehenblüten 
meine Seele reist mit.
Heute morgen sehr früh ging ich zum Wildbach. Unterwegs beobachtete ich zwei Krähen die einen Bussard bedrängten. Der gab bald auf und flog davon, zu heftig war der Angriff der schwarzen Vögel. Ganz in der Nähe des Bachlaufs fand ich einen alten bemoosten Fuchsschädel, mystisch lag er im feuchten Gras unter den Weidenbäumen. In der Nacht sind die Buschwindröschen aufgegangen, ein blühender Teppich entlang des Waldpfades. Überall klingen nun Vogelstimmen durch den Wald, es ist noch kein Konzert wie ende April aber es ist Frühlingsleben. Auf dem Nachhauseweg konnte ich eine große Anzahl von Ringeltauben auf dem Feld beobachten. Frühlingsleben.
hukwa

Freitag, 27. März 2020

Es ist der Geist...

In diesen Zeiten kann uns die Natur viel Besinnung geben, nämlich in dem Sinne das wir nach ihr Leben - secundum naturam vivere. Wir benötigen nun die rechte Einsicht in die Dinge. Auch an diesem Morgen saß ich unter der alten Eiche und ließ die Umgebung auf mich einwirken. Und ich spüre es ist der Geist der reich macht.
Auf dem Nachhause Weg fand ich einen achtlos zertetenen Winterling:
Am Wegesrand 
von Menschendummheit zertreten  
der gelbe Winterling. 
hukwa

Donnerstag, 26. März 2020

Ferne Ewigkeit

Gleich neben der alten Feldeiche unter der ich so oft ruhe, steht ein großes Schlehendickicht. ich bewundere die weißen Blüten und genieße den wilden Duft der von dem Dickicht zu mir her weht. Für Momente ahne ich hier jene zeitlose Ewigkeit einer fernen Welt die immer wieder einmal mein Realitätsbewusstsein durchbricht.
hukwa
In den weißen Blüten der Schlehen 
spiegelte sich in der Nacht 
die gelbe Sichel des Mondes. 
hukwa

Mittwoch, 25. März 2020

Schlehenhaiku

Des Frühlings Gesicht
erkenne ich
im weißblühenden Schlehenbaum.
hukwa 

Im Abendrot fliegen
die weißen Blüten
der Schlehe.
hukwa

Unter Frühlingssternen

Heute Morgen ging ich noch vor der Morgendämmerung zur alten Eiche in den Wald. Als ich unter ihr saß, fest an ihren mächtigen stamm gelehnt betrachtete ich den Sternenhimmel. Wenn die alten Vorsokratiker, die Naturphilosophen, zum Himmel hoch schauten, sahen sie nicht nur Sonne, Mond und Sterne, die Planeten der Sphärenmusik sie ahnten, sie sahen ein insich geschlossenes Ganzes. Ein Universum voller Schönheit, Wahrheit und Vernunft. Diese Schönheit und metaphysische Wahrheit war Philosophen wie Anaximander und heraklit Vorbild für ihr eigenes Leben.
Langsam erwachte die Natur um mich herum und ich verließ den Wald innerlich gestärkt.
hukwa

Dienstag, 24. März 2020

Mit ihr...

Wie jeden Morgen zog es mich auch Heute nach dem Aufwachen in den Wald. Jeden tag blüht nun ein anderer Strauch und eine neue Blütenpflanze kann man entdecken. Die Natur lehrt uns das die Ordnung durch Veränderungen erhalten wird - nötigenfalls durch katastrophale Veränderungen. Also: Führen wir ein Leben mit ihr und nicht gegen sie!
hukwa

Montag, 23. März 2020

Doppelsonne

Heute Morgen gegen sieben Uhr in der Frühe saß ich im Moosalbtal beim Wildbach unter einer starken Ohrweide und beobachtete wie das Waldtal erwachte. Ich lauschte dem Vogelsang der jetzt täglich immer stärker wird und beobachtete den Flug des Reihers. Eine mystische Morgenstimmung herrschte vor und als die Sonne das Tal erreichte machte ich mich auf den Heimweg.
Warte 
bis die Silberfinger 
aus den Ästen der Weide 
sich zurückziehen 
noch herrscht die Dämmerung vor 
und die Gedanken die aus der Tiefe emporsteigen 
ähneln der Doppelsonne des Empedokles. 
hukwa

Sonntag, 22. März 2020

Einheit

Am frühen Morgen es war noch recht duster, in den Wald gegangen. Mich ganz den elementaren Kräften der Natur hingegeben. Der Wald verzaubert immer wieder aufs neue meinen Geist. In den Wald gehen bedeutet mir aus einer Entzauberten Welt in eine Verzauberte zu laufen.

Früher Morgen 
der Mond spiegelt sich noch im Waldteich 
ein leichter Wind 
Bewegung im Wasser 
langsam fallen einige Tropfen 
Landregen 
es ist richtig 
die Dämmerung ist die Trennung der Welten 
Wolken schieben sich vor den Mond 
verzauberter Wald 
ein leichter Nebel überm Weiher 
ich spüre das es so etwas gibt 
wie eine 
Einheit des Lebens. 
hukwa

Samstag, 21. März 2020

Weltverdüsterung

Unser Leben sollte denkendes Dasein sein, einen Sinn besitzen der unser Dasein trägt. In unserer momentanen Geschichtszeit leben wir gerade eine Grenzsituation. Es ist etwas eingetreten was wir eigentlich bisher nur aus utopischen Erzählungen kennen. Ein unsichtbarer Feind bedroht unser Dasein, unser In-der-Welt-sein. Dies erfordert ein allgemeines Sichverstehen im Miteinanderhandeln, im Miteinanderverstehen. Was wir jetzt benötigen ist die Besinnlichkeit von Vernunft. Praktische vernunft ist eine den Willen bestimmende Ursache die Notwendigkeiten fordert, nämlich mit gutem Willen in der Zeit zu wirken. In solchen Zeiten werden viele Menschen ihrer Existenz erst inne. Denn es geht um unser ganzes Sein. Und vielleicht musste diese Weltverdüsterung kommen damit der Einzelne sich wieder seines Seins und seiner Existenz erinnert. Wenn wir diese Krise überwunden haben werden wir es wissen. Vielleicht werden wir dann weniger egoistisch sein, wir werden vielleicht erkennen, dass wir nicht mehr so weitermachen dürfen wie bisher.
hukwa

Ein schöner Morgen

Heute Nacht hat es leichten Frost gegeben. Als ich heute morgen in den Wald kam fiel mir sofort das starke Rauschen des Wildbachs auf. Schon aus einiger Entfernung drang es an mein Ohr und ich hörte deutlich den Märzgeist heraus. Ich ging dicht zum Ufer und folgte ihm eine zeitlang bachaufwärts. Am kleinen Waldweiher angekommen setzte ich mich nieder um die Stimmung aufzunehmen. Die laute von Elster und Eichelhäher mischten sich in das Wasserrauschen und Kleinvögel flogen froh gelaunt umher.Als ich mich auf den Heimweg machte fiel leichter Märzschnee. Auf dem Feld ging ein einsames Reh spazieren und der Bussard zog am Himmel seine Kreise. Ein schöner Morgen.
hukwa

Freitag, 20. März 2020

Der Tag könnte kommen...

Als ich heute Morgen im Wald unter meiner alten Eiche saß ging mir eine philosophische Meditation durch den Kopf: Der Tag könnnte kommen in dem die Evolution über das menschliche Geschlecht hinwegfegt und dabei vergißt dass es uns gibt. Wobei die Möglichkeit offen bleibt ob wir uns weiter entwickeln oder in unserem derzeit stumpfsinnnigen, rationalen Denken verharren und mit ihm untergehen. Im Menschen selbst wird sich die Schöpfung erstmals ihrer Selbst bewusst, was bedeuten könnte dass zumindest die Möglichkeit einer bewusst positiven Steuerung des künftigen Geschicks der Menschheit besteht.
hukwa

Donnerstag, 19. März 2020

Elementarische Tiefen

Heute Morgen schon früh im Wald gewesen und nach Pflanzen gesucht. Die gelben Blüten des Scharbockskrautes und der Sumpfdotterblume fallen jetzt ins Auge. Beides sind Hahnenfussgewächse. Der Haselnußstrauch stäubt besonders stark. Es ist die elementarische Tiefe der Natur die man jetzt besonders gut beobachten kann. Ich habe mir eine Wurzel des Allermannsharnisch mit nach Hause genommen. Getrocknet sieht die Wurzel aus wie eine Alraunwurzel. Auch die Wasseramsel konnte ich beobachten und habe diesen Augenblick in einem Haiku festgehalten:
Über den Wassern  
des Wildbachs 
die Wasseramsel. 
Den Zilp Zalp beobachtete ich auf einem Weidepfosten:
Des Frühlings Nahen 
verkündet der Zilp Zalp 
auf dem alten Weidepfosten. 
Hukwa

Mittwoch, 18. März 2020

Frühlingstanz

Heute habe ich im Wald Brennesseln gesammelt. Ein teil kommt in den Frühlingstrank und aus dem Rest wird Spinat gekocht. Ich bevorzuge Pflanzen aus dem Wald. Im  Gegensatz zur synthetisch hergestellten Monosubstanz, einem einzelnen Wirkstoff, besteht die Heilpflanze aus einer von der Natur natürlich zusammengesetzten Wirkstoffkombination, die in ihrer Ganzheit, mehr ist und anders wirkt als die Summe ihrer Bestandteile
Frühlingstanz 
Im abgelegenen Tal zu suchen 
die Heilkräuter 
wo das Steintor steht 
ein Wächter des Waldes 
früh am Morgen 
noch leuchtet der Mond 
im kleinen Weiher 
nur ich 
streifend durch Efeugerank 
aus der Ferne 
der Ruf des Grünspechts 
Frühlingsdunst und feiner Regen 
aus dem Dickicht 
das Singen der Amsel. 
hukwa

Dienstag, 17. März 2020

Frühlingstrank

 Gestern war ich unterwegs um Kräuter zu sammeln. Jetzt ist die Zeit sich einen Frühlingstrank zu zubereiten. Ich benutze dazu die ersten Frühlingskräuter die jetzt sprießen. Allem voran den Löwenzahn, der zwar noch recht bitter ist, dafür aber sehr heilkräftig. Ich trinke ihn als Tee in der Mischung mit anderen Kräutern und esse ihn als Salat, mit Kartoffeln und Eiern vermengt schmeckt er sehr gut. Die geröstete Wurzel kommt in den Kaffee und ab April gibts dann Löwenzahnsirup dazu.
hukwa

Sonntag, 15. März 2020

Waldgedanken

Wenn ich am frühen Morgen durch die Wälder wandere, lasse ich nur meine eigene Gedanken meinen Geist durchdringen. Alles Gesellschaftliche muss draußen bleiben, damit mein inneres nicht entweiht wird, so bin ich den Bäumen in diesen Stunden näher als dem Menschen.
hukwa

Freitag, 13. März 2020

Tagespreis

Das Licht dieses frühen Mlorgen
vermischt sich mit der dunklen Flut
der nächtlichen Psyche
das nackte meer der unvergänglichen Erinnerungen 
überschwemmt auch diesen Tag das Dasein
der Tag ist oft der Preis
des nächtlichen Traumes.
hukwa

Donnerstag, 12. März 2020

Ein alter Freund

Heute Morgen besuchte ich mal wieder einen alten Freund:
Am Wegrand die alte Eiche steht
Wieviel Zeitgeist hat sie schon erlebt
Von Gewittern gezeichnet
Von der Sonne gebrannt
Doch der alte Baum hat festen Stand
Der Waldkauz der Nachts hier haust
kennt sich mit der Signatur des Baumes aus
Was kannst du alles erzählen alter Baum
doch niemand ist da der dir zuhören kann.
hukwa

Mittwoch, 11. März 2020

Ewiger Ablauf

Naturerkenntnis ist nicht nur Wissen um den "rational-mechanischen" Ablauf von Naturerscheinungen, sondern ist, tiefe Innere Beziehung dem ganzen Dasein gegenüber.
Nebel und Dämmerung verhüllen 
den anbrechendenMorgen 
tausend jahre nach rückwärts flüchten 
dort verstecke ich den neuen Tag 
wie alles stirbt und fällt 
wie alles sprießt und spendet 
so lebt der Mensch 
nach des Universums ewigen Gesetzen. 
hukwa
 

Dienstag, 10. März 2020

Verinnerlichung

Es schmelzen die Wintertage 
wie Schnee von Gestern 
und kalte Nächte treiben 
im Märzwind ziellos dahin 
den Menschen ist es entglitten 
was einst als ihr Eigen erschien 
ihr Sein ist lang schon verloren 
im Trübsinn schwand es dahin. 
hukwa

Heute ist wieder mal ein Tag an dem es Duster bleiben wird. Regen und Wind, in der Nacht haben einige Sträucher im Garten erstes zartes Grün angesetzt. Das wetter treibt den Geist zur Verinnerlichung, zu philosophischen Meditationen. Ich lese Heraklit und fühle mich ganz in dieser Philosophie zu Hause. Es ist die Einkehr in sich - zum Sein selber. Die Chiffren des Seins erkunde ich mit Hilfe der Dichtung und Kunst. Ich dringe in sie ein durch philosophische Vergegenwärtigung.
hukwa

Montag, 9. März 2020

Schweigender Wald

Schlaffe Brombeerranken
fahles Geäst
Gräser schwanken
morsches Laub
braun und verfault
im dunklen Schweigen
sinnt der Wald.
hukwa
Tiefer im Wald herrscht immer ein besonderes Schweigen vor, doch heute Morgen war es eine besondere Stille. Sie führt dazu das man mehr sieht, das auch die unscheinbarsten Dinge plötzlich eine seltsame Aura erhalten. 
hukwa

Samstag, 7. März 2020

Frühes Morgenlicht

Heute Morgen klopfte ein sanfter Landregen an das Fenster und weckte mich schon sehr früh. So als wolle er mir sagen: Gehe nach draussen der Märzgeist wartet, was ich dann auch tat.
Noch ruhen Baum und Strauch
in feuchten Schauern
noch schläft im Schilf die Ente
im stummen Bann
der späten Nacht
der Sandstein kalt und spröde
unter gefrosteten Buchengeäst
Kontur von Felsenschwellen
im grauen ersten Licht.
hukwa  

Freitag, 6. März 2020

Märzwald

Überall macht sich nun der Märzgeist bemerkbar. Im Wald merkt man jetzt wie sich die Natur aus ihrem Winterschlaf befreit, überall beginnnt es zart zu grünen. Im gebüsch raschelt es leise und erstes keimendes Knospenleben zeigt sich an den Sträuchern. Der März erwacht. Es ist die erste geistige Trunkenheit im Jahr man spürt den Monat des Werdens, seine intensive Kraft von der nun die ganze Natur erfüllt ist.
Dort an der Mauer 
bei Efeu und Stein  
sprießen die ersten Buschwindröschen 
dem nahenden Frühling entgegen 
noch duckt sich das Wiesel im Gestrüpp 
die haselmaus lauert schon im Gebüsch 
ganz sanft und sacht ist in der Nacht 
der Märzgeist erwacht. 
hukwa
 

Donnerstag, 5. März 2020

Morgenwald

Schon früh am Morgen im Wald. Mit dem ersten Tageslicht wieder auf den Heimweg gemacht. Die späte Dunkelheit vor dem anbrechenden Morgen hat einen besonderen Zauber der besonders in den Wäldern zur Wirkung kommt. Eine spirituelle Verklärung herrscht dann in der Einsamkeit der Landschaft vor.
Aus frostgebannter Quelle 
ein leiser Ton entweicht 
windkühle 
mondeshelle 
strömt aus dem Wolkenschweif 
es weicht in feuchter Frühe 
die Dunkelheit ganz sacht 
in wolkenroten Glanz sich zeigt 
der Wald in voller Pracht.  
hukwa  

Solche Gedichte entstehen in jenen Momenten wo ich mit dem Wald Eins werde!
hukwa

Mittwoch, 4. März 2020

Abendliche Ruhe

Gestern Abend habe ich einige Zeit bis zur Dunkelheit im Wald verbracht. Am Bachlauf unter einer Weide sitzend kam mir dieses Gedicht in den Sinn:
Wald  Farn  Baum 
dir ewig zu getan 
die Sonne sinkt 
und durch die Stille dringt 
das Gezwitscher des Zilp Zalp 
von Menschen keine Spur 
Wassermurmeln und Gestein  
eine graue Wolke lächelt mir zu 
der Wald in abendlicher Ruh. 
hukwa

Dienstag, 3. März 2020

Eidos, gelenktes Träumen und Traumexerzitien

Die Formen und Gebilde abstrakter Malerei sind nichts anderes als Ahnungen von einer Realität die hinter der uns bekannten Materie verborgen ist. 
Die Eidos-Zeichnungen an denen ich derzeit arbeite sind nichts anderes als Symbole einer Urwirklichkeit. Ich bin davon überzeugt sie sind ein Gemeingut der Menschheit, fest im Unbwewussten inkarniert. Sie gehören in die Sphäre der Imagination, des Gedachten, des Abstrakten. Diese Zeichnungen besitzen eine tiefe Symbolik und sind völlig abgelöst von der umgebenden Realität. Ich hatte vor einiger Zeit einen intensiven Traum. Ich befand mich während des Träumens in einer Höhle deren Wände ganz mit solchen Zeichnungen bemalt waren, also begann ich mich mit der Symbolik solcher prähistorischer Ideogramme zu beschäftigen. Auch versuche ich durch gelenktes Träumen immer wieder in den Bereich des kolllektiven Unbewussten einzudringen. Von diesen Traumexerzitien bringe ich die Symbolik der Zeichnungen mit in die mich umgebende Realität. Da sich Träume niemals ganz "Lenken" lassen, finden sich in ihen auch Traumfetzen der Jetztzeit. So verbindet sich eine Symbolik des Neolithikums mit den Symbolen des Hier und Jetzt.
hukwa

Montag, 2. März 2020

Inneres Gründen

Wir leben auf diesem Planeten, zu dieser Zeit, zu dieser Stunde. Doch unser Geist weiß um die ewigen Regionen, um das Hier und Jetzt, um das ewige Kommen und Gehen.
Es ziehen die Jahre dahin 
Frühling Sommer Herbst und Winter  
Kindheit Jugend Reife Alter 
das ewig Gleiche trägt in sich Veränderungen  
dies ist das Werden 
die Transzendenz des Selbst 
das Werde der du bist 
das Suchen und Finden 
den Inneren Kern zu Gründen. 
hukwa

Sonntag, 1. März 2020

Der Frühling naht ganz sacht...

Heute Morgen war es im Wald sehr stürmisch. Überall kann man nun frühes Grün erkennen. Die vergangenen tage hatt es ein wenig Schnee gegeben, doch jetzt im März steht endlich der Frühling vor der Tür, die Zeit intensiv die Natur zu beobachten naht. 

Es spricht so sacht 
der Märzwind in der Nacht 
erzählt vom Lenz der bald erwacht 
die erste Amselstrophe 
wird in den Morgen aufsteigen 
bringt die Gewissheit 
der Frühling naht ganz sacht 
noch schlägt die Drossel leise 
noch schweigt des Dompfaffs Weise 
in meiner Seele erwacht ein Sehnen 
nach des Frühlings frischem Leben. 
hukwa

Samstag, 29. Februar 2020

Traumhafte Wirklichkeit

Wenn man dem Leben auf der Spur ist, wird einem ganz schnell bewusst, das wir nur einen Bruchteil dieses Lebens wirklich bewusst leben. Deshalb übe ich mich täglich in Achtsamkeit.

Wieder durchlaufe ich 
die Traumhafte  Wirklichkeit 
eines Wintertages 
nahe vorm Frühling 
letzter Schnee 
Eiskristalle 
Begegnung mit der Glorie 
dieses frühen Morgens 
Duft des Winters 
wie Treibgut aus vergangenen Jahren  
die Erinnerungen 
biegsam und elastisch 
der sinnende Geist. 
hukwa
 

Freitag, 28. Februar 2020

Schneetag

Versunken in der Stille eines eiskalten Wintertages
an den Fenstern Eisblumen
unter den Füßen knirscht der Schnee
der einsame Birnbaum am Feldrand
hoch oben in seiner Krone
eine einsame Krähe
vergraben in unendlicher Einsamkeit
dieser Wintertag.
hukwa


Donnerstag, 27. Februar 2020

Zugehörigkeit

Endlich ein wenig Winter. Schneefall und angenehme Kälte. Auch bei einem solchen Wetter lockt der Wald mit seinen Geheimnissen.

Dieser Morgen in seiner winterlichen Einsamkeit 
mit unaufhörlichen Verströmen 
einer geheimnisvollen Energie 
die mich aus Sternenferne grüßt 
Eiskristalle wie Edelsteine 
auf der Waldwiese 
alter versteinerter Schoß der Erde 
einsam der alte Wildapfelbaum 
eine fliehende Stunde 
genieße ich 
hier 
alleine in den Wäldern 
zugehörig 
dem Reich 
der Erde und den Sternen. 
hukwa

Mittwoch, 26. Februar 2020

Waldgebet

Heute Nacht fiel Schnee und am Morgen war die Welt in weiß getaucht, jedenfalls im Wald, denn ich schon recht früh aufsuchte und ein kleines Gedicht mit nach hause nahm.

Befrage ich den Krähenflug 
schau was sich unter der Eiche tut  
das alte Holz vom Weidenzaun   
ertönt bald wieder voller Bienengesang 
dann schenkt Märzsonne Verwandlung  
die grüne Wiese wird eine große Blüte 
ich sitze unter der alten Buche 
am Himmel hoch der Bussard schwebt 
ich gehe in mich 
wie im Gebet. 
hukwa

Dienstag, 25. Februar 2020

In solchen Momenten...

Ich weiß ich bin dem Leben am Nächsten, wenn ich am Morgen aufwache. Dies ist der Moment wo sich mein Traumleben der vergangenen Nacht mit der Gegenwart eines neuen Tages verbindet. Noch im Bett liegend kehren dann meine Gedanken aus einer weit entfernten Heimat zurück. In solchen Momenten spüre ich die Ganzheit des Lebens.
hukwa

Versteinerung

Das erste Grün am Waldeshang
der Duft von Kiefernharz
leises Gezwitscher
der Zilp Zalp ruft
schenkt mit seinen zarten Tönen
ersten Frühlingstrost
zerbröckelte Mauern
im Waldesdickicht
vom Alter gebeugt
von Moosen und Farnen bewacht
laden ein
in den Nächten lebendig zu sein
doch am tage werde ich Stein.
hukwa

Montag, 24. Februar 2020

Der Märzgeist ruft

Jetzt zieh hinaus
der Märzgeist ruft
sein Ton ertönt
im Vogelruf
der Dompfaff lockt
im Fichtenhain
und über dir
der Kranichzug
jetzt ist die Zeit
verpass sie nicht
geh in den Wald
er führt dich zu deinem wahren Sein zurück.
hukwa

Sonntag, 23. Februar 2020

Birken-Signatur

Foto©UteKW
hukwa

Von Angesicht zu Angesicht

In seinem  Taktat von der Malerei  empfiehlt Leonardo da Vinci seinen Malerkollegen unverwandt auf die alten Flecken von Mauern und Steinen zu starren bis sie darinnen "himmlische Landschaften, Gestalten und andere Wesen" erkennen. Dieses "Spiel" mache ich oft mit Baumrinden und Felsen.

Heute Morgen ist es stürmisch im Wald
ich lausche dem Gezwitscher der Meisen
weiß um den grünen Gott
der durch die Wälder streift
in Mooos und Farn
Stein und Fels
in Baumesrinde
von Angesicht zu Angesicht
schlanke Buchenleiber raunen
im Dämmerlicht der Zeit
bald öffnen sich die Holunderblättter
Märzgeist naht
fern dem Stumpfsinn
dieser Zeiten
erlebe ich noch Wunder.
hukwa

Samstag, 22. Februar 2020

Die Planetenfresser

Der Gesang des Satyrs
dringt aus dem Fichtendickicht
sein Lied ist meine Freude
die anderen hören ihn nicht
erzählt es mir doch dass ich noch nicht Taub geworden bin
für die Sinfonie des grünen Gottes
frißt weiter am Herz des Planeten
ich lausche der Sinfonie der Wälder.
hukwa

"Im Wald sind alle Wunder wach..."

Im Wald sind alle Wunder wach, schrieb ein Dichter einmal. Und Aristoteles meinte: "Die Heimat des Philosophen ist dort wo er am besten Deneken kann".  Nun, ich kann im Wald am besten Denken, also ist er aus diesem Grund schon meine Heimat. Jetzt während des nahenden Frühlings erzählt der Wald besonders ausführlich, ich lausche ihm.
Im grünen Wasser des Wildbaches 
steht einsam die Forelle 
kurzer Sperberschrei 
beeindruckt die Meisen nicht 
frühlingshaftes Zwitschern 
als singen sie für mich 
es knackt im Unterholz 
welches Wesen schleicht durchs Gebüsch  
am waldhang der Rehbock 
steht ganz still 
Bussard zieht einsam seine Kreise 
Salamander verschwindet im Laub 
des grünen Gottes Angesichts 
spiegelt sich im Waldesdickicht. 
hukwa

Freitag, 21. Februar 2020

Unterm Strich

Ich bin davon überzeugt das der Wald der Lehrmeister meiner Kindheit war. Wenn ich zurückdenke rauscht mir auch heute immer noch jener Wind aus den Wäldern der mir schon damals entgegen schlug. Jene Signaturen im geäder von Baumrinden und Steinen in den ich schon früh lesen lernte bgrüssen mich heute noch auf meinen Waldgängen.
Es ist die kausale Sprache 
der Bäume 
der Steine 
die in mich Eindringen  
ich laufe durch den Wald 
kühle Morgenluft schlägt mir entgegen 
allein mit dem Rauschen der Bäume 
auf der feuchten Waldwiese 
allein mit meinen Gedanken 
den Brüchen meines Lebens 
die unterm Strich 
auch meine Stärken sind. 
hukwa
 

Donnerstag, 20. Februar 2020

Gelebte Poesie

Der Dichter muss manchmal auf seine Gedichte recht lange warten bis sie hervorquellen. Sie stecken dann in den Tiefen des Bewusstseins und wollen hervorgelockt werden. Es ist wie wenn man vor dem kleinen Eingang der Erdgrille sitzt. Man hört sie zirpen doch man sieht sie nicht, man muss sie hervor locken, so ist es auch mit Gedichten.  
Ich gehe Schlafen
ganz spontan
so erwache ich auch
denn Tag über übe ich mich im Einssein
mit Vogel Baum Stein und Strauch
ich möchte leben wie der Reiher hier im Tal
bewundere Mondlicht und lausche dem Wind
leben im Augenblick
das ist Dichtung.
hukwa

Mittwoch, 19. Februar 2020

Lebenslied

Durch der Zeiten tiefes Gefälle
taucht die Frage schweigend auf
sag wer bist du der hier wandelt
Körper mehr
als nur aus Fleisch und Blut erbaut
wie ein Schatten mahnt mich oftmals
wie des Sandes rinnen im Glas
wie das Ticken einer Wanduhr
kannte ich mich den jemals
sah ich mich den wohl schon einstmal
in ganz anderer Form
wie ein Bann aus alten Nächten
wie Magie und Mystenlied
kommt über mich mein Lebenslied
steht vor mir mit einem male
was vor grauer Zeit ich lebte.
hukwa

Dienstag, 18. Februar 2020

Lied des Nachtfalters

Wer denkt
das Lied des Nachtfalters
sei reine Vision
der kann nicht hinter die Vision schauen
er ist gefangen in einem Betonpanzer
wenn Delphine sprechen
und Wale singen
dann ist das Lied des Nachtfalters keine Vision
es ist so real wie der Sonnenuntergang.
hukwa