Samstag, 20. Januar 2018

Morgenstrahl

Wie weiße Schlangen
winden sich um die Bäume
die Nebel
aus der Ferne
ein Echo
es ist als sei die Stille hörbar
an diesem Morgen
einige sind da
doch keiner nimmt etwas wahr.
hukwa

Dienstag, 16. Januar 2018

Rauscht der Wildbach

Atem der Erde
rauscht der Wildbach mir am Morgen
zeigt mir neue Ufer
doch die Kunst bleibt
gegen die Strömung zu Schwimmen.
hukwa

Montag, 15. Januar 2018

Es ist ein Geschenk unsichtbar zu sein

Jeden Abend eine Stunde des alleinseins
hier in Gottes grünem Hain
sagt mir eine Stimme
ich bin Teil
des ewigen Stamm 
ein Ast
eine Borke von ihm
dem ewigen Baum
und meine Träume sind wie Vögel
ich bin jener der neben mir herläuft
an dem die Anderen vorbeilaufen
es ist ein Geschenk unsichtbar zu sein.
hukwa

Sonntag, 7. Januar 2018

Der Saltuarius von der Heidelsburg

Doppelsinnigkeit bei gallo–römischen Grabsteinen am Beispiel der Axtdarstellungen auf der Heidelsburg bei Waldfischbach–Burgalben und der Heidenburg in Oberstaufenbach bei Kusel.

Die symbolische Waldaxt ist uns vor allem aus der Literatur über die pfälzischen Haingeraiden bekannt. Axtdarstellungen finden wir schon bei den Kelten, wie etwa dem tau gallicum, Symbol der Doppelaxt, die auch als Abwehrmittel gegen den bösen Blick und die Pest verwendet wurde. Noch in christlicher Zeit wurden solche Zeichen auf den Mauern der Stadt Clermont abgebildet, um die Bewohner vor der Pest zu schützen. Die bekanntesten Axtdarstellungen sind die beiden Steinreliefs von der Heidelsburg bei Waldfischbach. Der Großteil der pfälzischen Heimatforscher ging bisher davon aus, dass es sich bei den Axtdarstellungen von der Heidelsburg um die einzigen Steindenkmäler dieser Art in unserem Raum handelt.
Vor einiger Zeit entdeckte ich bei Recherchen einen weiteren Stein, bei dem es sich ebenfalls, wie bei den Denkmälern von der Waldfischbacher Heidelsburg um einen Grabstein mit Grabinschrift sowie zwei Ritzzeichnungen von einer Axt und einem Dechsel handelt. Der Stein der sich heute im Historischen Museum in Speyer befindet, stand einst auf dem Friedhof der Heidenburg bei Oberstaufenbach im Landkreis Kusel. Während der Römerzeit wurde die Dechsel als Attribut der Zimmerleute dargestellt. Die Axt hingegen war das Attribut des römischen Försters, eines saltuarius.

Foto © Ute Knieriemen-Wagner– Steinrelief auf der Heidelsburg: gallo-römischer Forstbeamter
Der Stein von Oberstaufenbach enthält neben den Werkzeugdarstellungen nur noch ein Inschriftenfragment, welches ihn als Grabdenkmalfragment erkennen lässt, da die Mutter des Verstorbenen als Stifterin in der Inschrift erwähnt wird. Zusätzlich zur Inschrift trägt der Stein die bereits erwähnten Attribute der Werkzeuge die anzeigen, dass der Verstorbene in der Holzverarbeitung tätig war.
Darstellungen von Äxten auf Grabdenkmälern gelten auch als apotropäische (Übel abwehrende) Zeichen. Auch in der Antike wurde schon Grabräuberei und Grabschändung betrieben.
Mit der römischen Okkupation des gallisch–germanischen Raumes gelangt auch die Sitte, Grabinschriften zu setzen, in diese Region. Für die Römer war es von großer Bedeutung zu zeigen wem dieses Grabmal errichtet wurde und wer es errichten ließ. Dadurch findet man Informationen die allein durch das Bildmaterial nicht erschlossen werden können.


Als Beispiel hier die Grabschrift für den Dendrophoren L. Sabinius Cassianus in Lyon:
D/is) M(anibus) et quieti aeternae / L(uci) Sabini Cassiani / dendrophoro Au/ gustal(i) q(uaestori) corporis e/iusd(em) duplicario ex/ consensu univer/sorum omnibus ho/noribus apud eosd (em)/ functo homini op/timo et incompara/ bili Flavia Livia/ coniugi rarissi/ mi exempli er/ Priscius Eustochius/ collliberto sans/ tissimo inscriben/dum curaverunt / Priscius Eustochius/ colliberto sanc/tissimo inscriben/dun curaverunt/ et sub ascia dedi/ caverunt.

Den Manen und der ewigen Ruhe des Lucius Sabinius Cassianus, aus dem Collegium der Dendrophori Augustales, Quaestor desselbem Collegiums, mit Einverständnis aller Mitglieder mit doppelter Besoldung, der alle Ehrenämter bei ihnen durchlaufen hat, dem besten und unvergleichlichen Menschen, Flavius Livia, ihrem Gatten seltenen Beispieles, und Priscius Eustochius, seinem makellosestem Mitfreigelassenen. Sie haben dafür gesorgt, dass ihm die Inschrift geschrieben wurde und haben ihn unter der Axt geweiht.

Die Grabschrift des Freigelassenen L. Sabinius Cassianus wurde von seiner Gattin Flavia Livia und von seinem Mitfreigelassenem Priscius Eustochius besorgt. Sabinius war Quaestor des Vereines der augustalischen Dendrophoren gewesen, einer Handwerkerzunft die mit dem Magna – Mater – Kult in Lyon verbunden war. Er hatte in diesem Verein alle Chargen durchlaufen und war von den Mitgliedern zum Vereinskassierer mit doppelter Besoldung gewählt worden, eine besondere Auszeichnung für die Ehrlichkeit des Verstorbenen. Was die religiöse Formel sub ascia dedicare bedeutet, welcher Ausdruck auf vielen gallo–römischen Grabsteinen vorkommt, ist bisher nicht eindeutig geklärt. Einige sehen in dieser Axt das Symbol des gallischen Unterweltgottes, andere halten sie für eine Androhung göttlicher Strafe gegen Grabschänder.
Bemerkenswert ist auch noch das Eseus, der bei verschiedenen keltischen Stämmen als ein Unterweltsgott gilt, in der Regel ebenfalls mit einer Axt dargestellt wird.

Die Axt als Symbol des Försterberufes dürfte wohl eindeutig auf den beiden Steinreliefs von der Heidelsburg bei Waldfischbach-Burgalben zu erkennen sein. Die Inschrift saltuarius bestätigt diese Annahme. Verwunderlich ist der Vergleich mit heutigen Äxten, die fast identisch sind. Otto Roller schreibt zu recht: „Der Nachweis weiterer solcher Beispiele technischer Kontinuität scheint mir ein gewichtiger Beitrag zu unserer noch immer relativ geringen Kenntnis vom Vorgang der Landnahme zu sein, der wohl häufig ein Prozess der Übernahme bestehender Einrichtungen, wie Grenzen, Siedlungsstellen und vor allem Anwendungstechniken aus den Bereichen Landwirtschaft und Handwerk war“.
Gerade die Hortfunde von Werkzeugen auf der Heidenburg bei Kreimbach und auf der Heidelsburg bei Waldfischbach bestätigen die Annahme von Roller.
Der Hortfund von Waldfischbach zeigt gemischtes Inventar. Darunter Werkzeuge, Geräte aus der Landwirtschaft, Beschläge für Wagen oder Küchengerät. Während in dem Waldfischbacher Fund Werkzeuge zur Holzbearbeitung überwiegen, fanden sich im Kreimbacher Depot vorwiegend Schmiedewerkzeuge. Die Grabungsleiter verwiesen damals auf die Ähnlichkeit des gefundenen Werkzeuges mit dem der Gegenwart. Der formale Unterschied sei so gering, dass ein Laie, der die Fundumstände nicht kenne, zur Meinung komme, er habe moderne Eisensachen gefunden.

Eine weitere kontinuierliche Symbolik lässt sich bei der Waldaxt auch als Statussymbol erkennen.
Irgendwie hat die Waldaxt zu den Haingeraidenschultheißen der frühen fränkischen Siedlungen gefunden und war schließlich bis in die Neuzeit Forstsymbol. Eine Möglichkeit wäre, dass nachdem die Römer die Pfalz verlassen hatten, in der Abgeschiedenheit der Wälder einige gallo-römische Siedlungen weiterexistierten und diese Bewohner ihr Wissen um die Symbolhaftigkeit der Waldaxt an die Franken weitergaben. Ihre besondere Symbolik fand die Waldaxt in den Haingeraidenwäldern der fränkischen Eroberer der Pfalz.
Zu jeder fränkischen Ansiedlung gehörte ein ungeteilter Anteil an der gemeinen Mark, der das Recht auf Nutzung von Wald, Weide und Jagd umfasste. Dadurch bildeten sich im 7. Jahrhundert Markgenossenschaften die man „Haingeraide“ nannte. Auch das Gebiet dieser Genossenschaften nannte man Haingeraide. Jeder Genosse besaß das gleiche Maß des Nutzungsrechtes und der allgemeine Nutzen reichte hin, um sämtliche Bedürfnisse, der in den Geraidedörfern wohnende Einwohner zu decken.
Zur Aufrechterhaltung der Geraideordnungen wuren Geraideschultheißen, Zentmeister, Waldmeister und Waldknechte ernannt. Das Geraidegericht oder der Geraidestuhl setzte sich aus dem Geraideschultheiß oder Zentschultheiß, dem Ortsschultheiß und einer Anzahl von Schöffen zusammen. An bestimmten Geraidelagen wurde vom Geraidegericht am Geraidestuhl nach der Geraideordnung in Geraidedingen verhandelt und der Geraidespruch gefällt. Als wichtigstes Symbol der Geraideordnung überhaupt galt die Geraide– oder Loogaxt. Der Geraideschultheiß war berechtigt die Waldaxt zu tragen und zu nutzen, also damit Bäume zu markieren. Die Axt wurde niemals am Ort aufbewahrt an dem der Geraideschultheiß wohnte, sondern immer in einem anderen Dorf. Benötigte der Schultheiß die Axt,musste er sie nach der Geraideordnung anfordern.
Die Auflösung der Haingeraiden geschah um 1825.

Bis in die Zeit hinein wo vermehrt Grenzsteine gesetzt wurden, war die Loog- oder Lochaxt das unentbehrliche Werkzeug des Försters und seiner zuständigen Herrschaft. Als Loch – oder Loogbäume, auch Markbäume genannt, bezeichnete man auf oder an der Grenzlinie stehende Bäume, die beiderseits mit der Lochaxt gefitscht, angeschalmt wurden, indem man ein Stück Rinde entfernte. Auf die Lache, die freigelegte Stelle, wurde das Symbol der jeweiligen Herrschaft eingeschlagen. Wenn man auch bevorzugt wegen ihrer langen Lebensdauer Eichen als Lochbäume aussuchte, hatten diese Grenzzeichen dennoch eine beschränkte Dauer und mussten immer wieder durch neue Lochbäume ersetzt werden.
Das Recht eine eigene Waldaxt zu führen, stand nicht jeder Herrschaft zu. Auch durfte der jeweilige Loogaxt Inhaber nicht einfach außerhalb seines Waldes seine eigene Loogaxt zum Bäumezeichnen nutzen. Ein Beispiel dafür erwähnte der Heimatforscher Karl Munzinger aus Trippstadt in seiner Abhandlung über die „Trippstadter Waldungen der Freiherren von Hacke“ hier schreibt Munzinger: „Im Dezember 1777 ordnete die kurpfälzische Verwaltung an, dass künftig im Meiser und Harderwald, beides Hackescher Wald, aber im Amte Fischbach und damit im Kurpfälzischen Hoheitsgebiet gelegen, künftig die kurpfälzische und nicht die Hackesche Axt zu verwenden sei“.
Franz Karl Joseph v. Hacke richtete daraufhin im Januar 1778 eine Bittschrift an den Kurfürsten, in der er bat, das uralt hergebrachte Recht der eigenen Waldaxtung bestehen zu lassen und ihm zu gestatten, weiterhin ruhig und ungestört wie seine Vorfahren in seinem „adeligen, ritterschaftlichen Meißer- und Haderwald“ seine eigene Waldaxt gebrauchen zu dürfen, „wann einiges Holtz“ darin gefällt werden sollte. Dass dies immer so gehandhabt wurde, könnte der kurpfälzische Forstmeister zu Lautern, Herr Rettig, bestätigen, nicht alleine für seine Amtszeit, sondern auch für die Zeiten seines Vaters, Groß- und Urgroßvaters. Auch andere Adelsgeschlechter, die Waldungen in kurpfälzischen Gebieten besäßen, würden ihre eigenen Waldäxte gebrauchen, ebenso die Herzöge von Zweibrücken im Holzland, obwohl es kurpfälzisches Gebiet sei. Bei Keiper können wir nachlesen, dass in der kurpfälzischen Zeit die Oberforstmeister, also auch die Freiherren von Hacke, als Zeichen ihrer Würde eine Waldaxt aus Elfenbein trugen, die von der linken Schulter zur rechten Hand herabhing.

Zeichnung Loogaxt © Ute Knieriemen-Wagner

Die Symbolik der Axtdarstellung reicht zurück bis in schriftlose Zeiten der Geschichte. Die Worte Beil und Axt sind mesopotamischer Herkunft. Das Wort Axt entspricht dem griechischen axine, lateinischen ascia, gotisch aquizi. Assyrisch heißt es chasinu, hebräisch chasin und sumerisch cha-zi. Das Wort ist von Mesopotamien nach Kleinasien gebracht worden und ist im Reich der Hethiter, in Ägypten und im Berberischen ein Fremdwort.
Das Wort Beil, griechisch pelekys stammt auch aus dem akkadischen Wort pillaku. In akkadischen Zeiten, zwischen 2350 und 2200 v.Chr., gab es wohl nahe Beziehungen des Vorderen Orients ins indoeuropäische Europa. Vor allem in Kreta hat die Axt große Symbolik erlangt, so dass das Zeichen der Doppelaxt welches griechisch labrys heißt, oft an Häusern, Steinen und Geräten erscheint.
Die Griechen nennen nach diesem Zeichen den Palast des Minos auf Kreta das „Labyrinth“.
Mit dem Heraufdämmern der Bronzezeit und der Erfindung der Bronzeaxt verbreitet sich das Symbol der Axt vor allem als Verehrung des Donnergottes. Diese Verehrung der Axt findet man in Kreta, Mykenä, in den Balkanländern, wie auch im germanischen Norden. In Skandinavien fand man im Jahre 1864 zwei besonders schöne Bronzeäxte die reichlich mit Bronze und Bernstein verziert waren. Sie waren nicht massiv sondern nur aus dünner Bronze gegossen, die einen Kern aus Ton hatte. So kann man davon ausgehen, dass sie niemals als Werkzeug genutzt wurden sondern dass es sich um einen symbolischen Ritualgegenstand handelt. Äxte dieser Art sind auch auf einem Wandstein der Grabkammer von Kivik in Schonen dargestellt dort findet sich auch ein weiteres Bild (Felszeichnung) das einen phallischen Mann zeigt mit einer riesigen Axt über dem Kopf.
Wir können daraus schließen, dass die Axt in Europa genau wie in Vorderasien kultische Verehrung genoss. Diese kultische und magische Bedeutung der Axt lässt sich bis in unsere jüngste Vergangenheit verfolgen. Beispiele findet man hierfür in der Volkskunde:
In Dänemark und Schweden werden am Vorabend des Gründonnerstag Beile auf die Saatfelder geworfen. Dies geschieht zu ehren Thors, der ja unter anderem auch ein Gott der Fruchtbarkeit ist.
Der Axtwurf des Gottes hatte einst den Donner zur Folge und sollte somit den befruchtenden Regen bewirken. Vor allem in der pfälzischen Volkskunde findet man immer wieder den sogenannten „Dunnerkeil“ (Donnerkeil). So schreibt Albert Becker in seinem Standartwerk über „Pfälzische Volkskunde“: „Wenn der Pfälzer Bauer das steinzeitliche Beil...auch als Dunnerkeil bezeichnet, der mit dem Blitz auf die Erde niedersaust, bei jedem Einschlag sieben Klafter tief in die Erde fährt und bei jedem Donnerschlag oder auch alle sieben Jahre um eine Klafter in die Höhe steigt, wenn er den Donnerkeil zu abergläubischen Zwecken verwendet oder damit „braucht“, so huldigt er heute noch fetischistischem Steinkult. Widersteht der Donnerkeil einem Schlag mit dem Hammer so ist er echt, leistet das Gespinst eines Fadens, mit dem man ihn umwindet, dem Feuer widerstand, so ist seine überirdische Herkunft erwiesen...
Als Ausdruck des Fluches ist das Wort „Donnerkeil“ noch heute allgemein gebräuchlich- „Herrgott Dunnerkeil“ so in der Pfalz.
Das Symbol der Axt war also vor allem ein Symbol der Fruchtbarkeit. So wurden im alten England die Ehen nochmal zusätzlich mit der „heidnischen Axt“ geweiht, diese symbolische Weihung findet man auch in der Thrynskvida in der Edda:

Da sagte Thrym,
Der Thursen König:
Bringt den Hammer,
die Braut zu weihn!
Leget Mjölnir
Der Maid in den Schoß
Mit der Hand der War
Weiht uns zusammen.“


Literatur Hinweise:
W. Liebenam: Zur Geschichte und Organisation des römischen Vereinswesens. Leipzig 1890.
Otto Roller: Axtdarstellungen auf den Förstergrabsteinen der Heidelsburg. Mitteilungen des
Historischen Vereins der Pfalz. Band. 84.
Karl Moersch: Geschichte der Pfalz.
Hans Wagner: Die pfälzischen Haingeraiden.
Karl Munzinger: Die Trippstadter Waldungen der Freiherren von Hacke 1716 – 1833
Blätter z. Heimatgeschichte v. Tripppstadt Sonderheft.
Bilfinger,E.: Johanniskreuz eine Pfälzerwaldgeschichte. 1904
Eitelmann, W: Rittersteine im Pfälzerwald.
Herbert Kühn: Die Felsbilder Europas. Kohlhammer Verlag Stuttgart. 1952.
Albert Becker: Pfälzer Volkskunde. Schroeder Verlag Bonn. 1925. 

hukwa 

Montag, 1. Januar 2018

Der Menhir von Hochspeyer

Menhir von Hochspeyer




Der Menhir von Hochspeyer ist nur wenigen Leuten bekannt. Er ist der Mittelpunkt eines abgeflachten Hügels wahrscheinlich eines Grabhügels aus der Bronzezeit. Auf dem Kopf des Steines befinden sich zwei Kreuze 12x12 cm, wahrscheinlich von frühen Christen angebracht um dem Menhir seine „heidnische, magische Zauberkraft“ zu nehmen. Ein weiterer Menhir befindet sich etwa 100m östlich.
Der Stein steht ganz in der Nähe der alten Kelten- und Römerstrasse, diese alte Strasse gab es wahrscheinlich schon als Weg in der Bronzezeit.
Die meisten Menhire wurden während des Mittelalters vom heidnischen Kultmal zum weltlichen Grenzmal- Grenzstein umfunktioniert. Da man in der Bevölkerung von seiner „Unantastbarkeit“ wusste versah man sie mit christlichen Zeichen.
Ein weiteres Zeichen das wir oft in Menhire eingeritzt vorfinden ist der sogenannte „Hühnerfuß“. Dieses Zeichen ist zur Römerzeit das Sternzeichen Jupiters gewesen, des Beschützers der Grenzen und Wahrer des Rechts. Im Mittelalter aber war es ein apotropäisches Zeichen, das die bösen Geister von den Grenzen abhalten sollte, die hier ihr Unwesen trieben. 
hukwa 

Sonntag, 31. Dezember 2017

Silvesterspaziergang

Foto©UteKW
An solchen Orten erkennnnt man, dass Natur vielmehr ist als das wissenschftlich Messbare oder wirtschaftlich Verwertbare. Solche Plätze sind ein Sinnbild für seelische und kosmische Verbindungen. Es sind Landschaftsräume von Andacht, Demut und Stille. Wenn man sich hier aufhält kommt der Moment wo der Geist zwischen Tag und Nacht, Wachheit und Phantasie, zwischen Gegenwart und ältester Vergangenheit weilt.
Einsam auf einem Bergrücken im Pfälzerwald gelegen steht eine seltsame Formation von Buntsandsteien. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren als wären sie einst von Riesen errichtet worden. Es handelt sich natürlich um ein Steingebilde das in der Eiszeit entstand.
Die Anordnung der Felsen ist so bizarr das man davon ausgehen muss dass sich hier in der Frühgeschichte ein heidnischer Kultplatz befand. Verwitterte Ritzungen in den Steinen und kaum noch deutbare Felszeichnugen lassen ahnen dass dieser Platz einst für religiöse Handlungen genutzt wurde.
Etwas entfernt im Gebüsch, von Farn und Brombeerranken bedeckt, liegt ein spitz zu laufender Stein von etwa drei Meter Länge bei dem es sich um einen Menhir handeln dürfte. Eine Vertiefung auf der Buntsandstein Formation hat die gleichen Umrisse wie der Sockel dieses Steins. Noch etwas weiter entfernt findet sich eine Steinanlage die mit Sand ausgefüllt ist und bei der es sich wohl um einen urzeitlichen Grabhügel handeln muss.
Wenn man die Felsformation erklettert hat und auf der Plattform steht auf der mindestens zehn Menschen Platz haben empfängt einem das erhabene Schweigen dieser mystischen Waldlandschaft. Wie Mahner oder Wächter stehen die mächtigen Buchen und Eichbäume hier. Die darauf achten dass die moderne und entmytologisierte Gegenwart hier nicht so einfach eindringen kann. Der Weg hier herauf führt vorbei an abgelegenen Felsplateaus, verwunschenen Steinen und dichtem Wald. Die Moose an den mächtigen Buntsandsteinblöcken erscheinen wie Metaphern für das zähe Überleben dieses mythischen Raums. Wie schlafende Riesen mahnen sie uns an ein goldenes mythisches Zeitalter. Auf der Bergkuppe weilend scheint sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu Vereinen. Es ist der Moment wo sich die Gedanken einem Höherem, einem Anderen zuwenden. Und dieses Andere scheint jetzt in seiner urgewaltigen, archaischen Sprache zu sprechen. Es ist als würde sich ein Vorhang Lüften der für einge Sekunden einen Blick in die Frühgeschichte der Menschheit preisgibt. Und im leisen rauschen der Bäume, im Rascheln der trockenen Blätter und im Wispern des Windes scheint plötzlich die Stimme Goethes zu ertönen:
In diesem Augenblick, da die inneren anziehenden und bewegenden Kräfte der Erde gleichsam unmittelbar auf mich wirken, da die Einflüsse des Himmels mich anher umschweben, werd ich zu höheren Betrachtungen der Natur hinaufgestimmt, und wie der Menschen Geist alles belebt, so wird auch ein Gleichnis in mir rege, dessen Erhabenheit ich nicht widerstehen kann. So einsam sage ich zu mir selber, in dem ich diesen ganzen nackten Gipfel hinabsehe und kaum in der Ferne ein gering wachsendes Moos erblicke, so einsam sage ich, wird es dem Menschen zu Mute, der nur den ältesten, ersten, tiefsten Gefühlen der Wahrheit seiner Seele öffnen will. Da kann er zu sich sagen: Hier, auf dem ältesten ewigen Altare, der unmittelbar auf die Tiefe der Schöpfung gebaut ist, bringe ich dem Wesen aller Wesen ein Opfer dar“.

hukwa

Mittwoch, 27. Dezember 2017

Zwölf Nächte

Die entlaubte Buche vor meinem Arbeitszimmer
in ihrem Geäst eine einsame Krähe
ein Morgen im Dezember.
hukwa 

Heute ist Stephanstag. An diesem Tag beginnen die Rauhnächte: 
Es ist wie ein Singen
Flüstern und Klagen
es schwebt durch die Lüfte
ein einsames Klagen
lange zwölf Nächte
es ist wie ein Heer
so braust es umher
tut sich Offenbaren
in Regen und Wind
in diesen zwölf Nächten
kehrt Wotan zurück
zieht einsam umher
zwölf lange Nächte
schafft sich einen neuen Erdenleib
reitet auf seinem Ross
zur uralten Quelle
wo Mimir haust
wo der Erde entquillt
Nebel und Rauch
wo die Seherin noch wacht
wo der Zwerg das Erz bewacht
das heidnische Echo kehrt zurück
Wotan ist aus Walhall entrückt.
hukwa

Dienstag, 26. Dezember 2017

Vom wahren Schauen

Versunken in der Stille eines winterlichen Morgens
zieht es mich hinaus in die Wälder
unter meinen Schritten knirscht das alte Laub vom Sommer
vor mir eine Eiche
hoch oben in seiner Krone
eine einsame Krähe
zerzaust ihr Gefieder
unruhig ihr Blick
hier weitet sich die Seele
zum wahren Schauen.
hukwa

Montag, 25. Dezember 2017

In achtungsvoller Entfernung

Als ich heute Morgen gegen 5.Uhr aufwachte wehte durchs Fenster ein klarer, kalter Wind ins Zimmer. Bald wird der Morgen dämmern. Ich schlage ein Buch von Thoreau auf und lese folgenden wunderbaren Abschnitt:
"Wir dürfen nicht erwarten, mit unseren Fingern in das Heiligtum des Lebens eindringen zu können, sei es pflanzlicher oder tierischer Art. Wenn wir es tun werden wir nichts entdecken als noch mehr Oberfläche. Die Quintessenz oder die Frucht jedes erschaffenen Dinges ist ein feiner Ausfluss, den nur der unschuldige Verehrer in achtungsvoller Entfernung wahrnimmt".
hukwa

Samstag, 23. Dezember 2017

Ruf

Uralte Eiche
sprichst du die Sprache des Winters
ein Laubloser Gott
fährt windig durch dein Geäst
schon suchen die Vögel nach Futter
noch wartet der Schnee in den Wolken
doch die grüne Mistel wirft ihre Samen
rief da eben nicht
Joringel nach Jorangel?

Dienstag, 19. Dezember 2017

Der Zorn des Planeten

Was wir Heute als Gesellschaft bezeichnen ist nichts anderes als eine kollektive Vision von Spekulationen von Selbstsüchtigen und Egoisten.
hukwa

Die Entscheidungen über die Zukunft unseres Planeten werden von Geistern gefällt deren Denken auf dem Prinzip "nach mir die Sintflut" aufgebaut ist. Manche von ihnen sind einfach nur dumm, doch die meisten lassen sich von der Gier und dem Egoismus leiten. Selbst jetzt da uns seit längerer Zeit schon "der Zorn des Planeten" trifft, macht man sich keine Gedanken über Nachhaltigkeit. Irgendwann wird immer eine Sache zur Worthülse und ihr Sinn geht verloren. Die unheilbare Gier nach Rohstoffen ist die gefährlichste Perversität in unserer Gesellschaft. Ein Kronos der seine Kinder frisst.
hukwa

Montag, 18. Dezember 2017

Winterwachstum

Der Schnee verwandelt die Landschaft 
während sich das Jahr langsam
seinem Ende zuneigt
ein Jahresring ist dabei sich zu schließen
neues beginnt zu Wachsen
wachse mit ihm
denn Leben ist Wachstum
wie der Dompfaff dort in der Birke
solltest du dem Tag begegnen
nimm ihn und
forme ihn.
hukwa

Freitag, 15. Dezember 2017

Sumpfmeisen

Heute Morgen herrschte starker Schneefall vor. Als ich tiefer in den Wald lief erfreute ich mich an der Stille. Nur das leise Piepsen der Sumpfmeise drang an mein Ohr. Auf den Ton dieser Meise ist auch im Winter verlass. Im dichten Fichtendickicht kommt es mir vor als sei sie der einzige Bewohner des Winterwaldes. Dennoch weiß ich das mich viele Tieraugen beobachten. Auch jene Wesen die wir nicht sehen im Wald machen seinen Mythos aus.
hukwa

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Morgens im Wald

An einem frühen Wintermorgen zeigt sich der Wald in seiner ganzen Vollendung. Wenn die Bäume in Eis oder Schnee gehüllt sind strahlen sie eine flüchtige Schönheit aus. Es sind dies kurze Momente zum Innehalten. Bäume und Sträucher verharren in Meditation. Jetzt kann man ihrem Wesen besonders nahe sein.
hukwa

Montag, 11. Dezember 2017

Altes und neues

Für die meisten Menschen ist die Weisheit einfach nur Narrheit. Sie können die Hintergründe des Daseins nicht schauen. Für diese Menschen hat nur das Neue Bedeutung. Sie spotten über das Althergebrachte, dabei merken sie nicht dass sie den Ast auf dem sie Sitzen zersägen. Wenn wir der Geschichte der Natur innewerden, wenn sie uns immer bewusst begleitet, öffnet sich uns ein mystischer Vorhang dabei können wir einen Blick in die wirkliche Realität tun.
hukwa

Samstag, 9. Dezember 2017

Spalt in der Zeit

Es ist die Magie des Neuschnee
was mich heute in die Wälder lockt
das Pochen eines einsamen Grünspechts
tönt aus dem Gehölz zu mir herüber
der Schneefall wird stärker
in der Ferne entschwindet ein Fuchs ins Feldgebüsch
die Stimmung des Waldes erfasst mich nun ganz
das einsame Piepsen einer Meise
ansonsten Stille
die Magie von Neuschnee
verzaubert die Landschaft
jetzt kann man ihn erkennen
den Spalt in der Zeit.
hukwa

Freitag, 8. Dezember 2017

Freundschaften zwischen Mensch und Tier

Ich glaube an die Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Ja, ich möchte behaupten, das diese Beziehung tiefer ist als die Beziehungen die ich mit Menschen pflege, vor allem die Freundschaft zu Wildtieren. Hat man einmal ihr Vertrauen gewonnen pflegen sie eine erhabene Freundschaft. Jeden Morgen ist es mir immer wieder etwas ganz besonderes meine Freunde begrüßen zu dürfen.
hukwa

Donnerstag, 30. November 2017

Innere Stimmung bei Neuschnee

Heute morgen bin ich aufgewacht und als ich aus dem Fenster schaute war die Landschaft über Nacht weiß geworden. Dem Schnee wohnt eine Magie inne. Jedenfalls empfinde ich dies als Landbewohner so. Neuschnee macht in mir Platz für Phantasie und Romantik. Ich komme dann in die Stimmung Gedichte zu schreiben. Wie andere eine Stimmung mit dem Fotoapparat auffangen tue ich dies mit Versen. Es zieht mich hinaus in die Wälder und von dort bringe ich die Poesie mit nach Hause.
hukwa

Tagesspruch

In jedem Winkel meiner Seele steht ein Altar für einen
anderen Gott.
Fernando Pessoa


Mittwoch, 29. November 2017

Dienstag, 28. November 2017

Ewiger Augenblick

Am Wegrand sammelt sich das Regenwasser
in den Blattlosen Eichen
summt der  Novemberwind wie Geisterschar
rief da nicht Jorinde
das sie der Geliebte finde
ewig ist der Augenblick
in Gedicht und Sagenzeit
hier im Wald
im Wurzelstock
schaue ich Kentaurengestalt.
hukwa

Sonntag, 26. November 2017

Zeitstufen

Foto©hukwa

Zeitstufen

Bemoostes Gestein
alter Weg
belagert von Zeit
erobert im Sommer von Farnen
im Winter Grüngrau
behauener Stein
denn keiner mehr begeht
alte Zeitruine
niemand gedenkt mehr deiner Erbauer
verschwunden im Nebel der Zeit 
Schlaf weiter in der Zeit.
hukwa

Mein geheimes Leben

Die wirklichen Erfahrungen habe ich immer in der Abgeschiedenheit gemacht. Nach einer Zeit der gesellschaftlichen Aktivitäten ziehe ich mich zurück in den innersten Teil meines Selbst. Hier finden die wahren Reisen (Zeitreisen) und Abenteuer statt.
hukwa

Dienstag, 21. November 2017

Mein Reich

Kristallen die Landschaft
eisig und einsam am Wegrand
der alte Wildapfelbaum
wie Silberfinger
im weißen Strahlenkranz
zwischen Baum und Fels
die Novembersonne
Atem der Frühe
eines herrlichen Herbstmorgens
jetzt da das Licht des
frühen Morgen aufgeht.
hukwa

Mittwoch, 15. November 2017

Im Brombeerhag

Foto © hukwa
hukwa

Wo innen und außen eins sind

Die flüchtigen Wolken am Himmel
spiegeln sich im Wasser des Wildbachs
die Farben des Morgenhimmels
fordern die Phantasie heraus
hinein zu laufen in eine
transzendente Wirklichkeit
aufnehmend
das schöpferische Dasein
bleibt der Blick nach innen gerichtet
hier in den Wäldern
sind innen und außen eins.
hukwa

Dienstag, 14. November 2017

Die Vergangenheit in uns

Der romantisch veranlagte Mensch, der Romantiker, hat einen unmittelbaren
Zugang zur Vergangenheit. Er will nicht der Gegenwart entfliehen, er fühlt sich
einfach mit den Tiefen der Zeiten verbunden.
Er erkennt das Ewige das in seinen eigenen Tiefen schlummert.
hukwa

Montag, 13. November 2017

Irrlicht

Schon hat Novembernebel
die Wiese sanft getränkt
und silberner Mondscheinschimmer
sich über den Waldteich gesenkt.

Die Nacht ist kalt und neblig
es säuselt der Wind im Baum
verfängt sich in den Weiden
erzählt von alten Zeiten.

Ich schau in den Waldweiher
der magisch zu mir spricht
ich spüre ein dunkles Grauen
im Schilf leuchtet ein Irrlicht.
hukwa

Sonntag, 12. November 2017

Schneelandschaft

Foto © Ute Knieriemen-Wagner
hukwa

Sonntagsgedanken

Aus dem Fenster meines Ateliers sehe ich direkt auf die Kirche. Jetzt, am Sonntagmorgen gehen die Leute in die Messe. Ich denke für mich so dahin, bevor ich in die Kirche gehe um ein Stück totes Holz anzubeten, gehe ich lieber in den Wald und bete den lebendigen Baum an.
hukwa

Samstag, 11. November 2017

Während meiner Wanderungen

Ich denke während meiner Wanderungen selten an die Gesellschaft oder die Menschen. Ich versuche mit meiner Umgebung zu verschmelzen. Einfach Eins zu sein. In solch abgeschiedenen Situationen denke ich oft an ein Zitat von Thoreau: "Wenn ein Mann sein Leben mit Geschäften verbracht hat, wodurch er lediglich reich geworden ist, das heißt eine Menge Geld, viele Häuser und Grundstücke erworben hat, ist er in meinen Augen gescheitert".
hukwa

Sonntag, 5. November 2017

Meine Jahreszeiten

Heute Morgen bin ich sehr früh aufgewacht. Wie ein wärmender Mantel umhüllte mich der Herbst. Jede Jahreszeit hat ihren eigenen Geist. Der Herbst ist die Zeit der tiefen Gedanken. Der Winter die zeit wo ich mit dem Unbewussten Kontakt suche. Der Frühling bringt ein neues Erwachen. Der Sommer ist eine sehr profane Jahreszeit.
hukwa

Freitag, 3. November 2017

Uralter Hauch der Ewigkeit

Von weitem schon höre ich es rauschen
was einstmals auf dem Berg geschah
wo Trümmer im Dickicht verborgen
aus alter Zeit ich sah.

Hier hatten Kelten ihren Hain
und Römer strömten hin zum Berg
hier oben werd ich selbst Geschichte
hier kehre ich ein.

So oft ich komm um hier zu lauschen
dem Ruf aus der Vergangenheit
er rauscht mir zu aus den Eichbäumen
uralter Hauch der Ewigkeit.
hukwa

Donnerstag, 2. November 2017

Scharderkopf

Fotos © hukwa




hukwa

Fülle den Kelch

Das letzte Licht
getragen von einem jungen Wind
bringt die Offenbarungen
der Wälder
wenn das grüne Einhorn
sich auf seinen Winterschlaf vorbereitet
sprudelt wieder
die alte Quelle
jetzt
fülle den Kelch.
hukwa

Sonntag, 29. Oktober 2017

Der Schlüssel zum Universum oder die kosmische Bestimmung des Menschen

Aus Indien wird uns eine uralte Legende überliefert: Vor Anbeginn der Welt war nur Gott. Das war für ihn wohl recht langweilig. Aufgrund seiner Allmacht schuf er deswegen die Welt aus sich selbst heraus, um damit spielen zu können. Die ersten Wesen aber die er dabei geschaffen hatte, kannten ihre Herkunft und fanden die Welt nicht so interessant und wussten den Weg zurück zu Gott immer wieder zu finden. Der war damit bald wieder in der gleichen Situation als zu Anfang. Also berief er eine Konferenz aller Götter ein, die er dazu gezeugt hatte das sie ihm beim regieren der Welt ein wenig zur Hand gingen. Diese schlugen ihm nun hinsichtlich seiner Probleme vor, den Himmel doch einfach abzuschließen und den Schlüssel zu verstecken. Aber wo? Viele Vorschläge wurden gemacht, ohne das man sich hätte einigen können. Die menschlichen Wesen, die nun die Erde bevölkerten, waren sehr intelligent und würden ihn sicher überall suchen, selbst in den Tiefen der Meere und Ozeane, ja selbst im Universum, wenn sie einst die Möglichkeit dazu haben.
Niemals aber werden die Menschen nur einen Schritt in sich selbst hineintun, meinte Gott, daher werde ich denn Schlüssel zum Universum im Menschen selbst verstecken. In der Tiefe des menschlichen Unbewussten also versteckte Gott den geheimnisvollen Schlüssel.
Was könnte der Schlüssel wohl darstellen, denn Gott Tief in uns versteckt hatte? Vielleicht ist der Schlüssel ein Symbol für etwas das mit unserer verbindjung zum Kosmos zu tun haben könnte? Vielleicht ist es dass was die alten Taoisten Chi nannten? Jene Ur-Einheit aus der die universellen Gegensätze von Ying und Yang hervorgehen, die durch ihr Wechselspiel denn Grundstein für die Vielfältigkeit unserer sichtbaren Welt legen. Das gleiche wiederholt sich bei den Hindus in dem Sanskritbegriff Mulaprakriti, einer Urquelle, aus der durch Involution und anschließende Evolution alle Dinge entspringen. Das chinesische Tao hat die gleiche Bedeutung. Die Upanishaden sprechen von der "Mutter aller Dinge", die Brahman ist.
"Brahman dehnt sich aus; aus ihm ist die Materie hervorgegangen, und aus der Materie das Leben, der Geist, die Wahrheit und die Unsterblichkeit...(Mundaka, Upanishaden, Vers8).
In seinem Essay, Kosmos, Geburt und Wiedergeburt einer Vision, schreibt Ervin Laszlo:" Die Vision, die in den neuesten Kosmologientheorien wieder auftaucht, drückt sich vielleicht am deutlichsten im Raja-Yoga aus; "der königliche Weg", wird in Pantanjalis-Yoga – Sutra dargestellt, und östliche Gelehrte halten ihn für die wirkungsvollste Möglichkeit die Einheit zwischen dem Menschlichen und dem Göttlichen zu erlangen. Yogi Swami Vivekananda beschreibt die Kosmologie des Raja – Yoga anhand zweier Grundelemente: Akasha und Prana. Akasha ist die Substanz, die allem, was existiert, zugrunde liegt, während Prana die Urenergie ist, die auf alles einwirkt und alles formt. Am Anfang gab es nur Akasha, und am Ende wird es wieder nur Akasha geben. Akasha wird zur Sonne, zur Erde, zum Mond, zu Sternen und zu Kometen; aus ihm wird der tierische und der menschliche Körper, die Pflanzen, und alles was existiert. Prana hingegen ist die unendliche und allgegenwärtige Kraft, die auf Akasha einwirkt. Prana ist Bewegung, Gravitation und Magnetismus; es ist gegenwärtig in den Handlungen der Menschen, in den Nervenströmen des Körpers und sogar in der Kraft der Gedanken. Am Ende einer kosmischen Phase lösen sich alle Kräfte wieder in Prana auf, so wie alle Dinge in Akasha vergehen. Und Akasha ist nicht passiv: Als legendäre
"Akasha Chronik" bewahrt es die Spuren von allem auf, das im Kosmos stattfindet".
Leider ist der Mensch von heute zu rational eingestellt als dass er in dieser Chronik noch lesen könnte, er ist von der ihn umgebende Wirklichkeit so überzeugt, dass er andere Wirklichkeiten und Ebenen, in seiner Welt, nicht als existierend anerkennt. Aber dennoch wird er hineinwachsen müssen, durch die kosmische Evolution an der er ja beteiligt ist. S. Radhakrishnan schreibt in seiner wunderbaren Bhagavadgita – Übersetzung folgendes..."Der Mensch befindet sich auf der vierten Stufe, vijnana oder Vernunft. Er ist nicht der Herr seiner Handlungen. Er hat Kenntnis von der allumfassenden Wirklichkeit, die in dem ganzen Weltenplan wirkt. Er scheint Materie, Leben und Geist zu kennen. Er beherrscht in einem hohen Grade die materielle Welt, das Leben und selbst die dunklen Regungen seiner Wesensanlagen, ist aber noch kein vollkommen erleuchtetes Bewusstsein geworden. Wie die Materie vom Leben, das Leben vom Geist und der Geist durch die Vernunft abgelöst wird, so wird der verständige Mensch in ein höheres, göttliches Leben hineinwachsen. Fortschreitende Selbsterweiterung ist ein Naturtrieb. Gottes Weltplan oder die kosmische Bestimmung des Menschen besteht in der Verwirklichung des unsterblichen Bestrebens durch den sterblichen Körper, der Erfüllung des göttlichen Lebens in diesem und durch dieses physische Gefäß und das intellektuelle Bewusstsein."
Das Göttliche wohnt im innersten Wesenskern des Menschen und kann nicht ausgelöscht werden. Es ist das innere Licht, der Schlüssel zum Universum, die kosmische Bestimmung des Menschen.
Gleiche Ansichten finden wir bei Platon, bei Spinoza und Leibnitz. In Platons Ideenlehre sind die Ideen objektiv und göttlichen Ursprungs, sie gehen auf das Eine zurück. In einem jenseitigen Raum hinter der sichtbaren materiellen Welt sind sie das Ziel allen menschlichen Strebens. Das irdisch-materielle ist nur ein Schatten (Maya?), denn die eigentliche Wirklichkeit beginnt außerhalb des stofflichen Lebens, in einer anderen zeitlichen Dimension.
Nach Spinoza gibt es drei Gattungen von Erkenntnis. Die Sinneswahrnehmung, das rationale Denken und die intuitive Erkenntnis: "Die rationale Erkenntnis geht diskursiv vor, während die intuitive Erkenntnis mit einem Blick in die ontologische Tiefe dringt. Sie erfasst die Modi als Ableitungen aus der Substanz, sie sieht in ihnen die Substanz selbst und ihre Notwenigkeiten. In der Wissenschaft, in der rationalen Erkenntnis, verbinden wir einen Modus mit einem anderen Modus in der Kette der Ursachen. In der intuitiven Erkenntnis dagegen verknüpfen wir nicht mehr Modus mit Modus, sondern wir verbinden die Modi mit ihrer kausalen Notwendigkeit mit der ontologischen Notwendigkeit der Substanz". (Jean Hersch). Also, nicht Modus an Modus, sondern Modus an Substanz. Zu dem Begriff Modi schreibt Spinoza:"...unter Modus verstehe ich die Affektionen (vorübergehende Zuständlichkeiten) der Substanz". Modi sind alle endlichen, unselbstständigen Einzeldinge, Einzelheiten, die in den zwei gänzlich getrennten Reichen des Räumlichen und des Denkens als vorübergehende Formen der unterschiedlichen Substanz existieren.
Man kann also sagen: Die Substanz ist in jenem jenseitigen platonischen Raum der Ideen zu Hause. Über die Modi erreichen uns sozusagen "Wellen" der Substanz. Der Mystiker würde sagen: Uns erreichen schwache Lichtstrahlen des göttlichen Lichtes.
Leibnitz erklärt uns das ähnlich in seiner Mondalogie: Die wahren Substanzen sind selbsttätige, kraftbegabte, seelische Einheiten, Monaden, deren Wesen vorstellen ist. Jede Monade ist ein Spiegel des Universums. Die Monaden bilden eine Stufenfolge von der untersten schlummernden Monade, deren Seelenleben noch unbewusst ist, bis zur göttlichen Monade, der Monade der Monaden.
Dies ist Philosophia perennis, die ewige Philosophie, mit ihren immer und ewig geltenden Wahrheiten, die zusammen das höchste, aufgerichtete Wissen verkörpern.

hukwa
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Freitag, 27. Oktober 2017

Abseits im Wald

Gedicht:  Diana vom Karlstal
Sie lächelt sanft
Hinein ins Fichtendickicht
Ihre Lippen sind der Mythe Licht
Gehauen in den Fels
Lebt sie im Schatten
Ihr Glanz wie Bernstein
in dem sich Jahrhunderte spiegeln
Vor ihr feiern Hornissen ihre Hochzeit
Die Welt von Heute vermisst sie nicht


hukwa

Gestern zogen die Kraniche

Gestern Abend sind die Kraniche über das Dorf gezogen. Auf der großen Wiese beim Park haben sie eine Rast gemacht. Mir ist es jedes Jahr wieder eine Freude wenn ich ihre Überflug beobachten kann. Im Herbst höre oder sehe ich sie immer erst gegen Abend. Im Frühjahr ziehen sie meistens gegen Morgen über den Ort. Etwas mystisch-archaisches strahlt dieser Zug für mich aus. Jedes Jahr bin ich aufs Neue davon fasziniert. Ach könnt ich nur Nils Holgerson sein!
hukwa

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Rationales und spirituelles Denken

Das transzendent-spirituelle Denken weigert sich dem logischen Realismus zu folgen, weil es davon ausgeht das in unserem Bewusstsein eine geistige Substanz vorhanden ist, die weit über das rationale Denken hinausgeht. So ist das spirituelle Denken ein gleiches Werkzeug des Geistes wie das rationale Denken. Nur eine Art des Denkens, also rational oder spirituell, genügt nicht um das Ganze zu erfassen.
hukwa

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Spaziergang im Nebel

Regenwetter und Herbst Tristesse herrschen vor auch solches Wetter muss man genießen können. Man muss es zu nutzen wissen. Bei solcher Wetterlage komme ich mir manchmal vor als würde ich mich in einem Kokon bewegen. Vergangenheit und Gegenwart begegnen begegnen sich jetzt besonders intensiv. Es tut gut bei solchem Wetter im Freien zu sein. Obwohl der Wald teilweise von Nebel verhangen ist weisen die Gedanken tief in den Geist hinein.
hukwa

Sonntag, 22. Oktober 2017

Altvater Winter

November naht
der Stille und Neblige
abgeblättert sind die Bäume
Wind pfeift durch die Äste
Stimme des nahenden Altvater Winters
die ersten Meisen plustern sich auf
von Reif überzogen
der Fliegenpilz im Fichtenhain
Neblung naht
der Düstere und Nachdenkliche
Zeit für Gedichte und Verse zu schmieden
im Garten die Windsbraut tanzt
Einäugiger Odin wandert durch die Wälder
der Wolf kehrt bald wieder
mit Stille und Nebel.
hukwa

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Belanglose Gespräche

Während ich den herbstlichen Blätterfall beobachte spüre ich in den tiefen meines Geistes, das es tausendmal nützlicher ist sich vom Herbst tragen zu lassen, als belanglose Gespräche mit meinen Mitbürgern zu führen.
hukwa

Dienstag, 17. Oktober 2017

Bestättigung

Wo sind wir wenn wir Träumen? Das Frage ich mich oft. Gestern Abend habe ich ein wenig in den Tagebüchern von Thoreau gelesen, dabei stieß ich auf folgenden Satz: "Mein Leben ist am heiligsten, wenn ich Morgens erwache. Oft umgibt mich dann eine Aura, als wären meine Träume, deren ich mich nicht entsinnen kann, göttlich gewesen, als hätte mein Geist eine Reise in seine Heimat angetreten."
Dies ist genau die selbe Ansicht wie ich sie vertrete. Im Schlaf reisen wir ins wahre Reich des Geistes.
hukwa

Montag, 16. Oktober 2017

Begegnungen

Es ist die Freude an der Schöpfung und die Freude an den Schöpfungen der Jahreszeit die wir jetzt in den Wäldern erfahren. Der herbstliche Blätterfall kommt mir oft vor wie ein wehender Vorhang der zeitweise den Blick in eine transzendentene Wirklichkeit freigibt. Im schweigenden Begegnen mit der Natur, im Gegenüber von Baum und Pflanze tut sich uns diese Wirklichkeit auf. Es ist das Gespür einer mystischen Einheit der wir jetzt überall in den Herbstwäldern begegnen.
hukwa

Sonntag, 15. Oktober 2017

Gedanken am Morgen

Das Schlimmste ist das wir in einer Gesellschaft leben die zum größten Teil mit Statisten der Oberflächlichkeiten bevölkert ist. Diese Gesellschaft von Durchschnittsmenschen des Kalibers 08/15 erstreben ein immer bequemeres und angenehmeres Leben auf Kosten der Natur und ihrer Mitmenschen. Das wahre Ziel einer demokratischen Gesellschaft, ein friedliches Zusammenleben unterschiedlicher Menschen, an dieser Aufgabe mitzuwirken haben die wenigsten ein Interesse.
hukwa

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Wachstum

Der ständige Umgang mit der Natur, das sich beschäftigen mit ihr, sorgt dafür das mein Geist immer hellwach ist. In der Gesellschaft können wir nur einen Bruchteil unseres Lebens wahrnehmen, meistens jenen Teil der ökonomisch orientiert ist. In der Natur gehen die Gedanken tiefer. Eine natürliche Umgebung trägt dafür Sorge das unser Denken bewusster wird so das wir in der Versuchung leben nicht nur einen Teil zu sehen sondern das Ganze soweit dies überhaupt möglich ist. Dann fällt es leichter auch unser inneres Wachstum wahrzunehmen.
hukwa