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Dienstag, 3. Juni 2025

Literarisches Labyrinth der Labyrinthe

 "Jede Farbe ergießt und fügt sich 
in die andere Farbe 
um noch gesondert für sich zu sein,
wenn du sie anschaust. 
            G.Ungaretti
Gestern intensiv Borges gelesen. Der Großteil seiner Schriften sind literarische Labyrinthe. ähnlich wie bei Kafka. Borges entführt den Leser in sein magisches Universum. Ein symbolisches Labyrinth wird bei ihm zu einem "unsichtbaren Labyrinth" der Zeit. Er dachte dabei an ein "Labyrinth der Labyrinthe" das die Vergangenheit und die Zukunft einschließt. 
hukwa

Freitag, 23. Mai 2025

Über mein Tagebuch

Man kann beim philosophisch geführten Tagebuch von einer gnostischen Technik sprechen, einer Art literarisch-alchemistischen Schreibens. 
hukwa 

Dienstag, 10. Dezember 2024

Shakespeare und Okkultismus

 In den vergangenen Tagen viel englische Literatur gelesen. Vor allem englische Renaissance. In England wie fast überall in Europa war die Renaissance eine Zeit in der die okkultistische Philosophie in höchster Blüte stand. Einer ihrer größten Zauberer und Sprachmagier war William Shakespeare. Das elisabethanische Zeitalter war eine verwirrende und geheimnisvolle Epoche, wenn man von den Philosophen und Dichtern ausgeht, die diese Zeit prägten. Dichtung, Philosophie, Theater und Okkultismus gehen in dieser Zeit eine einzigartige Verbindung ein. Dafür stehen Namen wie Shakespeare, Marlowe, Chapman, Spencer, Heywood, John Dee und einige andere. 
hukwa

Donnerstag, 10. Oktober 2024

Wiederverzauberung der Welt

 In einer von Materilsmus und Oberflächlichkeit beherrschten Zeit sind die Voraussetzungen zu einer neuen Verzauberung der  Welt durch die romantische Philosophie gegeben. Der Romantiker fühlt sich zwar mit der Vergangenheit verbunden allerdings nicht in einem intellektuellem Prozess sondern es ist ihm ein Erinnern an etwas Vergangenes das als Gegenwärtiges in ihm fortwirkt. Im gewißen Sinne ist es eine Flucht vor einer Welt die für ihn unter dem Zeichen der Apokalypse steht. Der Romantiker kehrt Descartes den Rücken und hofft auf die Wiederverzauberung der Welt. 
hukwa

Freitag, 4. Oktober 2024

Symbol

 Stiller Herbstmorgen 
ein Weidenblatt fällt 
Symbol der Vergänglichkeit. 
hukwa 
Der Oktober ist die Zeit die Früchte einzubringen die im Frühjahr und Sommer gewachsen sind. Sehr viele Haikus sind in diesem Jahr entstanden. Jetzt naht die Zeit noch stärkerer Verinnerlichungen. Botschaften der anderen Seite wollen entziffert werden. Die innere Alchemie ist am Gären. 
hukwa

Donnerstag, 12. September 2024

Finden

 Das Fallen  der Herbstblätter 
erinnert 
an die Vergänglichkeit des Daseins. 
hukwa 
"Ich selbst bin der Gegenstand meines Buches", schrieb Montaigne. Dies gilt natürlich besonders für das Tagebuch schreiben. Das Tagebuch ist eine Vivisektion des Ichs. Goethe schrieb einma in sein Tagebuch: "Ich kehre in mich selbst zurück und finde eine Welt." In solch einer Stimmung sollte man Tagebuch schreiben. 
hukwa

Sonntag, 7. Januar 2024

Der Schriftsteller als Nekromant

 Eines Fürsten Statue 
sei sie aus Marmor geschnitten oder aus Stahl oder Gold gefertigt 
und zur besseren Erhaltung auf hohen Säulen oder Pyramiden aufgestellt 
diese Statue wird die Zeit in unscheinbare Ruinen verwandeln 
wird dagegen sein tugendreiches Bild 
in gelebten Versen gezeichnet 
dann wird sein Ruhm vom Sarkophag des Vergessens ertönen 
bis Gräber von ihrem Schall aufbrechen und die Toten wiederauferstehen. 
                                             George Chapmann (1559-1634)  
Niedergeschriebene  Biographien sind oft Totenbeschwörungen. Sein Buch "Shakesperean Negatiations" begann Stephen Greenblatt mit den Worten: "Ich begann mit dem Wunsch, mich mit den Toten zu unterhalten". Greenblatt spricht von "Textspuren" die tief in die Vergangenheit führen. Über diese Art der Schriftstellerei schrieb Aleida Assmann: "Sie sind auch Menschen im okkulten Sinne, indem sie zum allgemeinen Wohl Kontakt mit der transzendenten Welt der Vergangenheit herstellen und aufrechterhalten". Auch hier treffen wir wieder auf das Goethe-Wort: "Nichts kann zu Nichts zerinnen". 
hukwa

Samstag, 6. Januar 2024

Anteische Magie und Reinkarnation

 Nämlich die Gespenster schlafen nicht 
Ihre bevorzugte Nahrung sind unsere Träume. 
Heiner Müller
 In seiner "Gräbersymbolik" schreibt J.J. Bachofen; "Es gibt zwei Wege zu jeder Erkenntnis, der weitere, langsamere, mühsamere verständiger Kombination, und der kürzere, der mit der Kraft und Schnelligkeit der Elekrtizität durchschritten wird, der Weg der Phantasie, welche vor dem Anblick und der unmittelbaren Berührung der alten Reste angeregt, ohne Mittelglieder das Wahre wie mit einem Schlag erfasst." Der Begriff anteische Magie stammt von Aby Warburg, er meinte damit eine durch direkte Berührung ausgelöste Entladung latender Erinnerungsgehalte (unseres Unbewussten). Je tiefer wir in die persönliche Geschichte "hineinwandern", desto mehr kommen wir mit unserer persönlichen "Urgeschichte" (Reinkarnationsablagerungen) in Kontakt. Es tauchen vergessene Erinnerungen im Gedächtnis auf, die uns anfangs fremd erscheinen, jedoch durch intensives Nachdenken plötzlich erfahrbar werden. Mit der anteischen Magie kann man sich Schritt für Schritt in die eigene Urgeschichte hineinbewegen. 
hukwa

Freitag, 5. Januar 2024

"Nichts kann zu Nichts zerinnen".

 "Nichts kann zu Nichts zerinnen", schrieb Goethe in einem Gedicht. Es war die Ansicht der vorsokratischen Philosophen, das keine geschaffene Dinge sterben, Tod ist ein leerer Begriff ohne etwas das mit ihm verbunden ist. Denn was gewöhnlich Tod genannt wird, ist nichts anderes als Transformation. Hippokrates schreibt: "Nichts vergeht oder entsteht, was nicht schon zuvor existiert hat; die Dinge werden verändert, indem sie miteinander vermischt oder voneinander getrennt werden(...)". Und Hermes Trismegistos meinte: "Auflösung ist nicht Tod sondern Auflösung einer Mischung, es wird nicht Aufgelöst um zerstört zu werden, sondern damit es erneuert werden kann". 
Hermes und Hippokrates, Goethe natürlich auch sprechen hier von einer lebensspendenden- und lebensbejahenden Natur die ganz vom Geist der Anima Mundi durchdrungen ist. 
hukwa

Donnerstag, 4. Januar 2024

Robert Fludd und das Unbegrenzte

Am Anfang, herrscht jene Einheit, die von der Kabbala Ain Soph genannt wird, schreibt Robert Fludd. Jene Einheit die man auch als das Nichts (im positiven Sinn), das Unerkennbare, das Absolute nennt. aus diesem geht die ganze Schöpfung hervor, bedingt durch eine Folge von Metamorphosen. Diese Einheit ist die Substanz, die Ur-Monade, die Ganzheit. Die Substanz ist die Wurzel unseres Seins. Den Begriff Monade hat Giordano Bruno in die Philosophie eingeführt. Es ist die Grundsubstanz-die "die Arche" der vorsokratischen Philosophie und das Tao der taoistischen Philosophie. Das Apeiron des Anaximander. Dieses Unbegrenzte ist Bestandteil jeder okkulten Philosophie, erwähnt schon bei hermes Trismegistos. 
hukwa 

Mittwoch, 3. Januar 2024

Shakespeare und das Elisabethanische Zeitalter

 "Wir wandern unter Trug und Blendwerk hier; 
Ein guter Geist enrführ`uns bald von hinnen!" 
 In letzter Zeit mal wieder Shakespeare gelesen. Wenn man ihn wirklich verstehen will, muss man ihn aus seinem persönlichen Zeitfenster heraus betrachten. Dies war die Renaissance und das Elisabethanische Zeitalter. Hier muss man ihn im Kreise seiner Zeitgenossen erforschen. Dazu gehören u.a. John Dee, George Chapman, Edmund Spencer und Raleigt. Dazu kommt noch die starke Beeinflußung von Agrippa, Francesco Giorgie, Ficinio und Pico della Mirandola. Die Philosophie dieser Dichter und Denker haben das Werk Shakespearce geprägt. 
Diesen noch nicht erforschten Bezirk des Lebens Shakespearce gilt es zu untersuchen. 
hukwa