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Dienstag, 26. Mai 2026

Unter der alten Trauerweide

Ort von Urerinnerung 
Weltinnenraum. 
hukwa  
 
Unter Trauerweidenzweigen 
eine Wasserrose blüht 
dort am Weiher stand ich lange 
sah der Rose herrlich weiß 
aus den Trauerweidenzweigen 
klang der Amsel Morgenlied   
in einer seltsamen Weise. 
hukwa  

Donnerstag, 14. Mai 2026

Ophelia

 Wie eine Feuerrose 
flog an mir vorbei 
derDompfaff. 
hukwa 
Am Abend zog der Bussard 
seine Kreise am Himmel 
Heugeruch 
weht vom Feld herüber 
unter feuchten Sandstein 
schläft die Ringelnatter 
eine goldene Krone schmückt ihr Haupt 
lasst sie schlafen wie Ophelia 
in ihrem Märchenreich 
der Bussard ist weitergezogen. 
hukwa

Donnerstag, 23. Oktober 2025

Poesie des Morgen

 Die Poesie erschafft das 
was wir nie 
sehen werden. 
Sechs Uhr Morgen 
Regen und Sturm 
dunkler Herbstmorgen 
Katzendämonie 
Gedanken der Tiefe 
Katzendämonie 
"Beraube dich nicht deiner Einsamkeit" 
schrieb der Dichter Jimenez 
Ich achte darauf das man sie mir nicht wegnimmt. 
hukwa

Freitag, 10. Januar 2025

Dunkelmond nach einem Traum

 Maske Maske 
tanzt vor mir 
Eva und die Schlange 
tief verborgen ist in dir 
ein ewig dunkler Schatten 
greifst du nach der Feigenfrucht 
wird dein Wesen Lüge 
Maske Maske 
zwischen Engel und Dämon 
machst den Geist zu Mohn 
tauchst du auf aus 
Dunkelmond. 
hukwa

Donnerstag, 19. Dezember 2024

Dezembersturm

 Dezemberregen 
der frühe Morgen 
die Tränen Nervals 
des Suchenden 
der die Seelen der Steine schaute 
auf dem Kirchturm schwankt der Wetterhahn 
mondgebleicht 
die Pappeln im Park 
erscheinen sie wie schwarze Leiber 
ihr Flüstern im Sturm 
im Unterholz 
wie ein Echo aus fernen Tagen  
erwärmt es für einen Moment 
die eisige Stille des Alters. 
hukwa

Sonntag, 2. Oktober 2022

Zeitatem

 Die alte Erde atmet Zeit 
die Erinnerungen wachhält 
das Rad der Geschichte 
das die Seele bewegt 
ist wie eine Saat Gottes 
wo du auch gehst 
die Erde atmet Zeit. 
hukwa

Montag, 19. September 2022

Demiurgische Phantastik

 "Wortlabyrinthe sind nicht nur Ausdruck einer höchsten Subtilität. Sie dienen auch einer Verschlüsselung der Welt." R.G.Hocke 
In einem Traum 
begegnete mir der uralte Mann 
aus Edmund Spensers Turmzimmer  
the fairie Queen 
im Turm Poesie 
wo ich in dieser Nacht 
den süßen Biss 
der Erinnerung spüre 
fern dem 
Codex Atlanticus 
des Leonardo da Vinci. 
hukwa  
Mallarme hat den Dichter einen Buchstabenzauberer genannt und in einem Brief die Alchimisten als Vorfahren bezeichnet. 

Montag, 3. Januar 2022

Lästert nicht des Winters Tristesse

 Stille winterlicher Zeit 
Tage in dunklen Wäldern 
in der Eibenrinde 
eingewachsen 
ein Naturgesicht 
Grüner Gott der Wälder 
wie Stein so hart 
wirkt er auf mich 
Schneegewordene Zeit 
wie eisige Flammen 
die Träume in der Nacht 
aufsteigend aus dunklem Verlies 
draussen 
brausender Westwind 
entreißt der alten Buche 
das letzte Blatt 
wie ein Gruss 
vom alten Herbst 
das neue Jahr 
hüllt noch nicht ein 
die neuen Gedanken 
den bitteren Geschmack 
des Januar auf der Zunge 
der erst zerrinnt 
wenn wir dem Winter unser Vertrauen 
entgegenbringen 
Lästert nicht des Winters Tristesse 
dieses Seelenheil 
vergesst die Welt und 
begrüsst den Schneekristall 
im Gedenken an Blake 
ein Eismeer ist die Seele nun 
im Wissen 
das Lied des Dompfaffs kehrt bald wieder 
wie in die Wolken gesprochen 
verklingt das Echo 
im sanften treiben des Schneegestöbers. 
hukwa

Samstag, 1. Januar 2022

Erwartung

 Jetzt 
im aufsteigendem Jahr 
sollten wir die kalten Flammen 
vergangener Tage sammeln 
den Schrei des Habichts 
können wir auch im Winter hören 
doch sein Ton ist dunkler 
während der Himmel 
kristallen über den Wäldern steht 
beginnt ein neues warten 
während der Mond in den Nächten 
die Träume bewegt 
beginnt die Erwartung 
tief unter der winterlichen Erde 
beginnt Demeter sich zu regen 
verborgen in der Dämmerung 
versteckt sich die Antwort. 
hukwa

Sonntag, 12. Dezember 2021

Schneespaziergang zum Feuerkristall

Die große Fichte 
wirft ihre Schatten wie ein Speer 
Nebelgesichter spiegeln sich  
im tauenden Schnee 
der Flug der Krähe 
durchtrennt die Landschaft 
es fallen weiße Rosen in das Feuer 
die gefrorene Flamme der Vergangenheit 
leuchtet wie ein 
Feuerkristall. 
hukwa 

Donnerstag, 25. November 2021

Zeitatem der Bäume

 Herbstgrau 
neblige Landschaft 
des Novembers 
Gedanken 
Treibgut der Erinnerungen 
Suche 
die uralte Nacht 
kennt keine Trugbilder 
Stille und Schweigen 
Balllast der Träume 
wärmende Flamme aus Eis 
der Nachtspecht ruft 
im Zeitatem der Bäume 
versteckt 
der Dämon des anbrechenden Tages. 
hukwa

Samstag, 13. November 2021

Das ganz Andere

 Jeder Tag ist eine neue Morgenröte 
der Geist entfernt sich von den Dingen 
um in einem Gewölbe 
abstrakter Symbole 
das ganz Andere zu finden. 
hukwa

Sonntag, 7. November 2021

Enthüllungen

 Der Traum ist die unmittelbare Manifestation des Unbewussten. 
hukwa  

Ich begebe mich immer mal wieder hinein in die alltäglich zermürbende Realität - dann erkenne ich bei meiner Rückkehr nach Phantasia, wo meine wirkliche Heimat ist. 
hukwa  

Am Abend im N ebel 
über der Burgruine 
ein wilder Wolkenhimmel 
verloren im Unendlichen 
beobachte ich die 
fliegenden Herbstblätter 
ein flüchtiges inneres Bild 
Ruf aus der Kindheit 
das andere Ich 
wie an einem Spinnennetzfaden 
aufgehängt 
der Mond 
sich verlierend 
im Nebel 
Enthüllung des Ich. 
hukwa

Freitag, 5. November 2021

Am Kreuzweg

 Im Nebel dusterer Novembertage 
habe ich das grüne Einhorn gesucht 
beobachtet vom Blick des Fuchses 
den Wald durchforscht 
am Kreuzweg habe ich gestanden 
um jenen Weg zu finden 
der führt zu meinem Ich 
durchs Labyrinth gegangen 
habe ich mich endlich gefunden. 
hukwa

Sonntag, 24. Oktober 2021

Wirklichkeit und Traum

Wenn das Leben nicht mehr Wirklichkeit beanspruchen kann als ein Traum, dann kann ein Traum so wahr und wirklich wie das wahre Leben sein- ja, manchmal wirklicher.  Allen Posener 

Das Wortlos-Wahre 
im Worte finden 
des Menschen Reise 
durch die Zeit 
und noch am Tage 
fliegt der Nachtgeist 
weg von der Jetztheit 
aus abgrundtiefen Tiefen 
hinterm Vorhang der Natur 
verstehst du erst 
Gongoras Verse 
hinter einer Mauer 
von Tränen. 
hukwa

Samstag, 23. Oktober 2021

Gegenzauber

 Hermetische Dichtung ist Gegenzauber gegen die Entzauberung des Lebens. 
Es spricht zu mir 
der Wind aus entlaubten Bäumen 
die Schnecke im Gehäuse 
träumt vom warmen Frühlingsregen 
sie weiß 
in jedem Schneekristall verborgen 
existiert ein eigenes Universum. 
hukwa

Freitag, 22. Oktober 2021

Esoterismen aus dem Denklabor eines Hermetikers

Man kann die Hermetische Dichtung mit den Dreamings und Songlines der Aborigines vergleichen, in dem die Realität immer wieder in eine Über-Realität verwandelt-verzaubert wird. Diese Dichtung ist nicht für die Vielen sondern für die Wenigen- die große Minderheit der Eingeweihten. Vor jedem hermetischen Gedicht steht ein Engel mit einem Flammenschwert der die Profanen nicht eintreten lässt ins Denklaboratorium des Hermetikers. 

Bedeckt vom Raureif 
der alte Zaunpfosten 
es ist die Zeit des fahlen Lichtes 
wenn die Dunkelheit naht 
ertönt jetzt wieder der Ruf 
des Nachtspechts 
das Leben ein Anagramm 
verborgen in einem Labyrinth 
das Grüne Einhorn 
Geist der Stille 
Herbstblätter fallen 
Vollmond im Nebel 
Beschwörung der Tage. 
hukwa
 

Donnerstag, 21. Oktober 2021

Kassandra des Schweigens

Die tropfenden Minuten 
im Flackerlicht der Kerze 
die alten Möbel 
die Bilder an den Wänden 
die Bücher und Büsten in den Regalen  
ausserhalb der Wohnung 
die Moderne der Orks 
ich schreibe im Duster meines Arbeitszimmers 
entwinde mich dem Fluch der Gewohnheiten 
und dringe vor in die geheime Wirklichkeit 
der Möbel Büsten Bücher und Bilder 
hier 
wo keine acedia herrscht 
und mein Denken 
zu einer 
Kassandra des Schweigens wird. 
hukwa
 
 
 
 

Wirkkraft

 Die höchste Wirkkraft der Sprache ist die Dichtung. 

Seltsamer Ton 
der aus dem Schlehendickicht dringt 
Ich stehe ganz still 
wer schleicht hier einsam durchs Gebüsch 
durch Nebelwand und Farngestrüpp 
ihr seht und hört es nicht 
Ich weiß 
ihr seht und hört so vieles nicht. 
hukwa

Freitag, 28. Mai 2021

Morgenröte

 Es ist das Verstummen einer 
Stumpfsinnigen Menschheit 
die Kraniche sind gezogen 
nur Antäus 
macht den Versuch 
aus der geschundenen Erde 
neue Kraft zu ziehen 
nehmen wir uns ein Beispiel an ihm 
und warten darauf 
das bald die Kraniche wieder ziehen 
die sich in die 
Morgenröte vrabschiedet haben. 
hukwa