Montag, 2. Mai 2011

Anleitung zum Bau einer Schwitzhütte

Seit über 15.Jahren führe ich im Jahr mindestens zwei Schwitzhüttenrituale durch. Bisher habe ich diese Workshops und Zeremonien nicht fotografisch dokumentiert und zwar aus Rücksicht auf meine Kursteilnehmer. Ich möchte nun einmal berichten wie man eine Schwitzhütte baut, weil ich in letzter Zeit mehrmals darauf angesprochen wurde.

Als erstes muss man einen guten Platz ausfindig machen. Hierbei sollte man sich Zeit lassen und so lange suchen bis man in sich selber spürt dies ist der „richtige Platz“, dieser Platz wird uns finden wir nicht ihn.

Wenn uns der Platz gefunden hat sollte man ihn „einsegnen“, d.h. mit Kräutern beschmücken und einige Zeit meditativ dort verharren.

Wir beginnen mit dem Bau der Schwitzhütte in dem wir die Steingrube ausheben. Diese ist in der Regel in der Mitte der Schwitzhütte, kann aber auch an der Seite neben dem Eingang sein. Wir heben ein ca.40cm tiefes Erdloch aus mit einem Durchmesser von etwa 70cm. Das ausgehobene Erdmaterial wird für den Bau des Opferaltars gebraucht. Diesen Altar errichten wir etwas seitlich zwischen dem Pfad von der Schwitzhütte zur Feuerstelle. Ob wir das Feuer im Osten oder Westen planen ist von der örtlichen Topografie abhängig.

Zwischen dem Rand der Steingrube und dem Rand der Feuergrube sollten genau 7.oder 9. Schritte liegen. Die 7.und 9. sind schamanische Zahlen. Der Schamane spricht von sieben oder neun Himmeln, der Weltenbaum hat sieben oder neun Äste und sieben oder neun Hilfsgeister besitzt ein Schamane.

Es ist wichtig das wir die Feuergrube rund ausheben, sie symbolisiert gleichzeitig das Medizinrad, Erde und Kosmos. Mit dem ausgehobenen Material wird hinter der Feuergrube ein Wall aufgeschüttet. Die oberste Erdschicht stechen wir ab um sie später wieder auf natürliche Weise der Erde zurück geben zu können. So wird das Gras leichter wieder anwachsen.

Jetzt benötigen wir 27. oder 29. Steine. Wir suchen sie nicht, sie „finden“ wieder uns. Dort wo wir die Steine „finden“ hinterlassen wir als Opfergabe ein wenig Tabak oder getrocknete Kräuter, damit das Energiefeld keinen Schaden bekommt. Es ist sehr wichtig nach dem Tiefenökologischen Grundsatz zu arbeiten: Nicht nur nehmen sondern auch geben!

Jetzt werden Weidenruten oder Haselzweigen geschnitten. Beide Sträucher Hasel- und Weide besitzen eine vielseitige geheimnisvolle Mythologie. Nach Möglichkeit schneiden wir diese Zweigen zur Zeit des Neumondes so nehmen die Pflanzen keinen Schaden. Mit Tabak, Kräutern und etwas Meditation bedanken wir uns bei den Bäumen.

Jetzt können wir mit dem Bau der Schwitzhütte beginnen:

Vom Rande der Steingrube wird ein großer Schritt nach vorn gemacht. Das Loch in das wir die Weidenzweige stecken, bohren wir mit einem Holpfahl mindestens 20cm tief vor. Genau auf der gegenüber liegenden Seite- wieder ein Schritt vom unteren Rand der Steingrube entfernt- wird die nächste Rute gesteckt. Jetzt biegen wir die Weiden gegeneinander zu und binden sie fest so das ein Bogen entsteht. Etwa 150cm soll die Höhe des Bogens betragen. Die ersten beiden Bogen müssen parallel stehen, genau über der Steingrube, von Ost nach West. Die nächsten beiden Bogen verbinden Nord- und Süd miteinander. In die Diagonalen kommen auch je zwei parallele Bogen, so das bis jetzt acht Bogen gebaut sind. Jetzt setzen wir einen weiteren Bogen so dass wir auf die Schamanistische Zahl neun kommen.

Nach dem das Eingangstor mit einer kleinen Rute festgebunden ist wird die ganze Schwitzhütte auf ihre Festigkeit überprüft. Überstehende Ruten werden abgeschnitten und um den Altar herum in die Erde gesteckt.

Auf den Altar legen wir Kraftobjekte, Kräuter und Tabak. Vor die Hütte stecken wir einen langen Stab aus Eibe oder Eschenholz (eine andere Holzart tut’s auch) dieser repräsentiert den Welten- und Lebensbaum.

Die fertige Schwitzhütte decken wir mit Tüchern aus Wolle oder Leinen ab. Den Boden legen wir mit Farnen, Salbei und Beifuß aus. Jetzt bereiten wir die Feuerstelle vor. Wir stapeln trockene Äste so das ein tragfähiges Gerüst entsteht. Auf dieses Gerüst werden die Steine pyramidenförmig aufgebaut. Nun werden längere Holzscheite gegeneinander aufgestellt. Die Zwischenräume füllen wir mit Kleinholz und zum Schluss werden große Buchenholzscheite angelehnt.

Jetzt entzünden wir das Feuer und ziehen uns zur Meditation zurück. Nach ca. 4.Stunden sind die Steine genügend erhitzt. Die Feuerfrau oder der Feuermann tragen mit einer Schaufel nun diese Steine in die Schwitzhütte. Von jetzt an sammeln wir unsere eigene Erfahrungen.

Das nächste Schwitzhüttenritual findet am 15.6. 2011 bei Vollmond statt. Wer Interesse hat mitzumachen kann sich bei mir melden.

hukwa

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