Jeder Wald hat seine eigene Geschichte, eine Naturgeschichte und eine Geschichte die der Mensch in ihm hinterlassen hat. Auf meinen Wanderungen durch die Wälder begegne ich immer wieder dieser Geschichte. Unterm Laub finde ich einen alten Köhlerplatz wo Köhler vor zwei hundert Jahren gekohlt haben. oft fand ich schon Hufeisen aus dem Mittelalter. Diese Fundstücke erzählen mir von der Geschichte des Waldes. Einmal fand ich auf einem alten Römerweg, Sandalennägel, die ein römischer Legionär vor 2000 Jahren verloren hat. So ist der Wald eine historische Fundgrube. Wenn ich einen solchen Fund in der Hand halte eilen meine Gedanken Jahrhunderte zurück in die Vergangenheit. Manchmal sind sie wie Erinnerungen so als wäre ich dabei gewesen.
hukwa
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Sonntag, 24. März 2019
Freitag, 12. Oktober 2018
Jetzt ist die Zeit...
Goldener Oktober. Stundenlang kann ich nun durch die Wälder streifen und die Farben des Herbst bewundern. Es ist eine magische Zeit, kurz aber sehr intensiv. In den gelbrot gefärbten Blättern der Eichen blitzt das blaurote Gefieder der Eichelhäher. Sie streiten den ganzen Tag um die Eicheln, manchmal tönt der Ruf des Schwarzspechts durch die Baumkronen. Die Kastanien sind reif und die Apfelbäume hängen voller Früchte. Der Herbst ist auch eine Zeit der Häutung. Die Eidechsen dösen in der Sonne. Herbst - Zeit des Wandels und der Vorbereitungen auf einen langen meditativen Winter. Jetzt werden die Gedanken klar und hart, streben in die Höhe wie die alten Eschen im Wald.
hukwa
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Mittwoch, 3. Oktober 2018
"Im Wald sind alle Wunder wach"...
"...im Wald sind alle Wunder wach"... schrieb ein Dichter einmal. Und Aristoteles schrieb: "Die Heimat des Philosophen ist dort wo er am besten Denken kann!" Ich selbst kann im Wald am besten denken. So ist er aus diesem Grund wohl auch meine Heimat. Jetzt im Oktober erzählt uns der Wald die Geschichte des Werden und Vergehen besonders intensiv. Der gang in den Wald wird um diese Jahreszeit zu einem besonders spirituellen Spaziergang. Ich lasse auf meinen Waldgängen das Profane hinter mir, denn vor mir liegt eine transzendentale Wirklichkeit.
hukwa
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Samstag, 7. Juli 2018
Lesender im Sein der Natur
Während meiner Spaziergänge in die Wälder die im Sommer am frühen Morgen erfolgen gebe ich mich ganz meinen Sinnen hin. Ich versuche mich in die Adern eines Eichblatts, in die Wellen des Waldweiher und in den Vogelflug hinein zu versetzen. Es ist ein Lesen im "Buche der Natur". Und ich möchte aus diesem Buch soviel Früchte als möglich mit nach Hause tragen.
hukwa
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Freitag, 6. Juli 2018
Daseinsform
Jetzt im Sommer da alles blüht und grünt kommt mir oft der Gedanke eine Existenzform anzustreben die wie die Pflanzen und die Bäume des Waldes ganz in der jeweiligen Jahreszeit existiert. Ein "Leben und Weben" im Dasein der Natur.
Ganz in einer Jahreszeit zu leben bedeutet sie ganz aufzunehmen.
hukwa
Ganz in einer Jahreszeit zu leben bedeutet sie ganz aufzunehmen.
hukwa
Freitag, 15. Dezember 2017
Sumpfmeisen
Heute Morgen herrschte starker Schneefall vor. Als ich tiefer in den Wald lief erfreute ich mich an der Stille. Nur das leise Piepsen der Sumpfmeise drang an mein Ohr. Auf den Ton dieser Meise ist auch im Winter verlass. Im dichten Fichtendickicht kommt es mir vor als sei sie der einzige Bewohner des Winterwaldes. Dennoch weiß ich das mich viele Tieraugen beobachten. Auch jene Wesen die wir nicht sehen im Wald machen seinen Mythos aus.
hukwa
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Donnerstag, 14. Dezember 2017
Morgens im Wald
An einem frühen Wintermorgen zeigt sich der Wald in seiner ganzen Vollendung. Wenn die Bäume in Eis oder Schnee gehüllt sind strahlen sie eine flüchtige Schönheit aus. Es sind dies kurze Momente zum Innehalten. Bäume und Sträucher verharren in Meditation. Jetzt kann man ihrem Wesen besonders nahe sein.
hukwa
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Montag, 16. Oktober 2017
Begegnungen
Es ist die Freude an der Schöpfung und die Freude an den Schöpfungen der Jahreszeit die wir jetzt in den Wäldern erfahren. Der herbstliche Blätterfall kommt mir oft vor wie ein wehender Vorhang der zeitweise den Blick in eine transzendentene Wirklichkeit freigibt. Im schweigenden Begegnen mit der Natur, im Gegenüber von Baum und Pflanze tut sich uns diese Wirklichkeit auf. Es ist das Gespür einer mystischen Einheit der wir jetzt überall in den Herbstwäldern begegnen.
hukwa
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Dienstag, 4. Juli 2017
Zwiesprache im Wald
Auf der Strasse habe ich ein kurzweiliges Gespräch mit Bekannten geführt. Dann bin ich in den Wald spaziert, habe mich unter einer Eiche niedergelassen und dem Zwitschern der Vögel und dem Summen der Insekten gelauscht. Was diese mir erzählten fand ich interessanter als das Gerede meiner Bekannten. Die Menschen reden zu viel unnötiges. Ich lausche daher lieber den Stimmen der Natur, erzählen sie mir doch Geheimnisse des Seins. Dieses Sein begegnet uns in den Wäldern öfters als in den Behausungen der Menschen.
hukwa
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Donnerstag, 22. Juni 2017
Die Seele der Erde spüren
Alles in der Natur spricht und kommuniziert miteinander. Ich bewundere das Wurzelgeflecht einer Eiche. Sie klammert sich an das Ufer des Waldweiher und festigt dadurch die Uferböschung. Wie Echsen schlängeln sich die starken Wurzeln in Richtung Wasser. Echsenhaft auch ihre Rinde- Echsenhaut. Es ist ein Ringen um Form, Gestalt und Ausdruck.
"Die Natur liebt es sich zu verbergen", sagte Heraklit. Natur ist immer von einem Schleier umgeben. Goethe nannte dies "geheimnisvoll-offenbar". Erst wenn wir mit unserem ganzen Gefühlsleben in die Natur vordringen spüren wir die Seele der Erde.
hukwa
"Die Natur liebt es sich zu verbergen", sagte Heraklit. Natur ist immer von einem Schleier umgeben. Goethe nannte dies "geheimnisvoll-offenbar". Erst wenn wir mit unserem ganzen Gefühlsleben in die Natur vordringen spüren wir die Seele der Erde.
hukwa
Dienstag, 14. März 2017
Meine Bedürfnisse
Ich bin der Überzeugung dass je weniger Bedürfnisse ein Mensch hat um so näher ist er sich selbst. So halte ich es auch mit dem Besitz: Je weniger ich besitze desto mehr Zeit bleibt mir um mich mit mir selbst zu beschäftigen. Wenn ich am Nachmittag aus den Wäldern mit einer Tasche voll Eicheln nach Hause komme viele ich mich wohler als mit einer Tasche voller Geld!
In diesem Sinne unterscheide ich mich von meinen Mitbürgern.
Geld sehe ich als ein Mittel an das mir dabei hilft meine täglichen Mindestbedürfnisse zu stillen. Was darüber hinaus geht ist Luxus für mich.
hukwa
In diesem Sinne unterscheide ich mich von meinen Mitbürgern.
Geld sehe ich als ein Mittel an das mir dabei hilft meine täglichen Mindestbedürfnisse zu stillen. Was darüber hinaus geht ist Luxus für mich.
hukwa
Montag, 6. März 2017
Begegnung mit Altmutter Natur
Jetzt im Frühjahr sind es die ewigen Gestalten der Natur die mich in die Wälder ziehen. Ihre jährliche Wiederauferstehung ist eines der größten Wunder der Natur. Eine Kraft von der alle Dinge erfüllt sind ist jetzt spürbar. Nur in den Wäldern finden wir noch jene Zauber und Wunder die die Zivilisation lange schon verloren hat. Es sind gleichbleibende Gesetze die hier vorherrschen und doch ist auch eine stete Veränderung bemerkbar. Wir selbst stehen nicht außerhalb von ihr, sind wir doch eine Form und Kraft von ihr.
hukwa
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Dienstag, 24. Januar 2017
Einmal am Tag muss ich mich mit der Natur verbinden. Auch an eiskalten Wintertagen wie heute zieht es mich hinaus. Lasst es das Wetter einmal nicht zu dass ich nach draußen gehe, dann schicke ich wenigstens meinen Geist in die Natur. Ich schicke ihn los zu den ewigen Wahrheiten, zu den Pflanzen und Tieren, nicht aber in das eintönige Reich meiner Mitmenschen.
Ich laufe durch die gefrorene Natur und spüre deutlich, dass ich teilhabe an einem großen Mysterium.
Die Tiere und Pflanzen ziehen mich auch an weil das Schwatzen und Unsinn erzählen nicht zu ihrer Natur gehört.
hukwa
Ich laufe durch die gefrorene Natur und spüre deutlich, dass ich teilhabe an einem großen Mysterium.
Die Tiere und Pflanzen ziehen mich auch an weil das Schwatzen und Unsinn erzählen nicht zu ihrer Natur gehört.
hukwa
Sonntag, 8. Januar 2017
Dem Absoluten nahe
Gerade im Winter erscheint die Natur dem der in ihr Lesen kann, als Verkörperung der Einsamkeit. Vor allen an den Abenden wenn die Vögel ihre Schlafplätze in den Wäldern aufsuchen und eine mystische Stimmung über der Landschaft liegt, sind wir dem Absoluten sehr nahe.
hukwa
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Mittwoch, 10. August 2016
Geheimnisvoller Wald
Leise
betritt der Wanderer das Reich der Bäume, unwillkürlich atmet er
auf und sein Auge erfreut sich an den grünen Schatten die die
mächtigen Bäume werfen. Aus den Baumkronen dringt das Summen und
Schwärmen geflügelter Insekten. Zwischen den Zweigen lassen Vögel
ihr Gezwitscher ertönen und je tiefer man in den Wald eindringt,
desto mehr Wildpfade kreuzen die Wanderwege.
Gefüllt
vom ewigen Leben der Natur ist der Wald. Stets keimt es im grünen
Reich der Bäume, immer wird geboren, wächst heran, kämpft und
stirbt es in der Natur. Manche Tiere legen sich am Abend zur Ruhe und
die anderen erwachen nun erst. Der Pulsschlag von Mutter Natur pocht
unaufhörlich.
| Fotos © Ute Knieriemen-Wagner |
Der
Winter lässt ihn für einige Zeit in eine Starre fallen, doch auch
während des tiefsten Frostes finden wir noch Lebensspuren in ihm.
Der hohe Sommer jedoch, ist die wahre Zeit der Wälder. Der Wald ist
wahrlich freigiebig und beschenkt sogar jene, die nicht unbedingt
nach seinem Reichtum streben.
Es
ist als strahle die Kraft des ewigen Kreislaufes des Lebens aus
seinem Dunkel heraus und dringe in die menschliche Seele ein. Die
erhabene Schönheit der alten Bäume, ihre majestätische Ruhe, in
der sie seit Jahrzehnten und Jahrhunderten in ihrem Boden leben hat
seit jeher bei den Menschen Respekt erweckt.
Der
französische Philosoph Jean
Jaques Rousseau schrieb
einst an einen Verwandten:
„Die
Natur ist voller Wunder, lieber Cousin; uns wird nur der Einblick in
einen sehr kleinen Teil gewährt; es besteht also wenig Hoffnung,
dass wir ihre Prinzipien einmal gänzlich verstehen oder all ihre
Geheimniss enthüllen können.“
Ähnlich
drückte es auch Bernhard
von Clairvaux aus:
„Du
wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern. Die Bäume und
die Steine werden dich Dinge lehren, die dir kein Mensch sagen wird.“
Wenn
man die Formen von Pflanzen, Bäumen und Felsen betrachtet, wenn wir
in den Nächten zu den aufblinkenden Sternen schauen, kommen wir
schnell hinter das Geheimnis der Natur das die Philosophen und
Dichter so oft beschrieben und besungen haben.
Bei
einem meditativen Spaziergang durch den Wald, durch die Feld- und
Wiesenflur spürt der Wanderer alsbald die Beziehung die zwischen ihm
und Allmutter Natur besteht. Die ganze Natur scheint ihm beseelt. Die
Bewegungen der Pflanzen im Wind scheinen ihm vertraut. Der Gang zu
den Bäumen ist doch letztendlich wie eine Andacht, ein Gang der
Freude, denn dort, wo Bäume wachsen scheint uns die Natur besonders
freundlich gesinnt zu sein.
Es
waren nicht nur die Philosophen und Dichter die sich von den
Geheimnissen des Waldes inspirieren ließen, auch die Künstler
versuchten in das Rätsel der Natur einzudringen und dies in ihren
Werken darzustellen. Einer von ihnen war der Maler Karl
Wilhelm Kolbe der vor
langer Zeit schrieb:
„Was
seit jeher in der Natur mich am meisten angezogen hat, sind Bäume
und Kräuter... und die Sonne, die ihnen Licht und Wärme mitteilt.
Hier rührt und reizt mich alles, die schöne grüne Farbe, die dem
Auge so wohl tut, die unendliche Mannnigfaltigkeit der Formen und die
verschiedenheit des Ausdrucks, die in jeder derselben liegt; vor
allem aber das Leben, dass sie beseelt, dass ihre Welt an die meinige
schließt... Dies alles... berührt wie mit einem Zauberstabe meine
rege gewordene Phantasie... „
Mit
vollem Recht durfte Kolbe von sich sagen: „Bäume
sind es, die mich zum Künstler gemacht haben“.
Denn die Gestalten die er schuf, sind nichts anderes als die
Vermenschlichung des Lebens und Schicksals, das ihm Bäume und Wälder
offenbarten. Er gestand offen, das wenn im „Paradies
keine Bäume wären, er für seine Seligkeit keinen Pfifferling geben
möchte“.
Auch
Goethe empfand so. Sein „Baum
– und Waldvermächtnis“
hinterließ er uns in einem wunderschönen Gedicht:
Sag
ichs euch geliebte Bäume
Die
ich ahndevoll gepflanzt,
als
die wunderbarsten Träume
morgenrötlich
mich umtanzt.
Ach,
ihr wißt es, wie ich liebe,
Die
so schön mich wiederliebt,
Die
den reinsten meiner Triebe
Mir
noch reiner wiedergibt.
Wachset
wie aus meinem Herzen,
Treibet
in die Luft hinein,
Denn
ich grub viel Freud und Schmerzen
unter
eure Wurzeln ein.
Bringet
Schatten, traget Früchte,
Neue
Freude jeden Tag;
Nur
dass ich sie dichte, dichte,
Dicht
bei ihr genießen mag.
hukwa
Montag, 4. April 2016
Der kosmische Reigen
Heute morgen beobachtete ich für eine kurze Weile eine Krähe die einen Bussard Angriff, weil dieser sich in der Nähe ihres Horstes aufhielt. Während des Fluges hackte sie nach ihm. Der Bussard zog schließlich ab.
Überall blühen jetzt die Buschwindröschen und langsam kommt das Grün der Bäume stärker zum Vorschein. Die Natur spricht jetzt sehr intensiv in ihrer "natürlichen Sprache", in der sich jetzt auch eine höhere Wirklichkeit offenbart. Im Frühling fühle ich mich ganz besonders eingebunden in die Materie der Pflanzen und Tiere. Was man um diese Jahreszeit in der Natur erkennt gehört zum großen kosmischen Reigen.
hukwa
Überall blühen jetzt die Buschwindröschen und langsam kommt das Grün der Bäume stärker zum Vorschein. Die Natur spricht jetzt sehr intensiv in ihrer "natürlichen Sprache", in der sich jetzt auch eine höhere Wirklichkeit offenbart. Im Frühling fühle ich mich ganz besonders eingebunden in die Materie der Pflanzen und Tiere. Was man um diese Jahreszeit in der Natur erkennt gehört zum großen kosmischen Reigen.
hukwa
Dienstag, 1. September 2015
Waldspuren
Die
Flurnamen verbinden die Menschen der Gegenwart mit der Vergangenheit,
sie geben uns Kunde über die Siedlungsvorgänge, über die
landwirtschaftliche Bebauung des Bodens sowie über das
gesamt-kulturelle Leben unserer Vorfahren. Manche dieser Flurnamen
erinnern an alte Besitzverhältnisse, an längst vergessene
Rechtsbräuche aber auch an ehemalige Waldberufe und
Waldnutzungsrechte. Dem Kundigen, der sie lesen kann, geben sie ein
lebendiges Bild der Vergangenheit.
Vor
allem Heute, wo vielerorts durch Landwirtschaft und Siedlungsbau
ganze Ortsstrukturen verändert wurden deuten Flurnamen noch auf
geschichtliche Zusammenhänge hin.
An
die Tätigkeit von Daubenhauer, Köhler, Glasbrenner und
Pottaschsieder erinnern einige Flurnamen in der Waldlandschaft von
Trippstadt. Die Pottasche verwendete man zur Glasherstellung, zur
Düngung und zum Wäsche waschen, sie war das erste Waschmittel. Auch
der Name Eschkopf bei Johanniskreuz erinnert an die Pottaschsiederei,
er leitet sich von Asche her und nicht von Esche. Ein weiterer
Flurname der an diese alte Tätigkeit erinnert, ist das
„Eschhebelloch“ im Neuhöfertal. Die Bezeichnungen Glastal und
Glashald am Schwanenberg, ebenfalls im Neuhöfertal, verraten uns,
dass hier einmal eine Glashütte stand. Dabei handelte es sich um
sogenannte Waldglashütten. Als Waldglas bezeichnete man durch
Eisenoxide grünlich gefärbtes Pottascheglas, welches vom
Mittelalter bis etwa ins 17. Jahrhundert hergestellt wurde.
Um
Glas herzustellen benötigte man einen geeigneten Sand, den man
möglichst in der Nähe der Glashütte abbauen konnte. Geeignet war
angeschwemmter verwitterter Sandstein in Bachbetten. Pottasche wurde
dazu als Schmelzmittel verwendet.
Die
Abteilung Harzofeneck zwischen Forsthaus Antonihof und Mölschbach
weist auf einen Harzofen hin der hier einmal betrieben wurde. In
solchen Öfen wurde aus Kiefernholz das Harz (Pech) herausgekocht.
Auch
die Namen der Bäche verraten uns viel über die Geschichte einer
Landschaft. Vor allem der Bachname „alb“, der ja die Moosalb
auszeichnet, die durch Trippstadter Gebiet fließt.
Der
Namensbestadteil – „alb“, stellt eine altwestische
(vorindogermanische) Bezeichnung für Fluss- und Bachbette sowie
Weißwasser dar, die sich im keltischen Sprachschatz als „albis“
widerspiegelt. Man kann daher davon ausgehen, dass dort wo Bäche mit
diesem Namensbestandteil vorkommen, einst keltisches Siedlungsgebiet
war.
Im
Laufe der Geschichte veränderten sich diese Namen manchmal oder
wurden in Nachbargemeinden anders genannt. Was man sehr deutlich bei
der Moosalb verfolgen kann. Im Jahre 1600 hatte die Moosalb mehrere
Namen, wie aus Velmanns
Beforschung zu ersehen
ist.
So
nannte man sie unter anderem „Fischbach“, „Diemersteinerbach“,
„Hertersweilerbach“, „Humbergerbach“ und „Horkosterbach“.
Je nachdem durch welches Herrschaftsgebiet sie floß. Jener Bachteil
der den Sickingern gehörte nannte man „Sickingenbach“. Ihr
ältester Name ist wohl „Muschalb“. In der Flurnamenforschung ist
es sehr wichtig immer nach der ältesten bekannten Form zu suchen, da
sie viel über die Dorf- und Landschaftsgeschichte aussagen kann.
Über
die erste Nutzung der Trippstadter Waldrechte erfahren wir einiges
aus dem Flörsheimer – Lagerbuch und aus dem Weistum von Wilenstein
und Trippstadt.
Hier
einige Ausschnitte aus dem Weistum:
- Der Wald, das Erbe genannt, steht den Herren von Flörsheim (Unterburg) zu.
- Wasser und Weide werden den beiden Herren der Ober- und Unterburg gemeinsam gewiesen zu gleichen Teilen.
- Beide Teile haben auch in den hohen Wäldern gemeinsam zu hagen und zu jagen. Niemand darf ohne Erlaubnis der Herren jagen oder fischen. Wird einer dabei ergriffen, muss er als Strafe 30 Schillinge Heller bezahlen.
- Eichen, die Bauholz liefern oder Eckerich tragen, dürfen von den Einwohnern nicht abgehauen oder gestümmelt oder gar nach auswärts verkauft werden, es sei denn mit Genehmigung der Herrschaft.
- So sich Feuer in den Wäldern oder sonst erhebe, soll jeder schuldig sein herbeizulaufen und beim Löschen zu helfen. Tut er es nicht, soll er der Gemeinde ein halbviertel Wein zu vertrinken geben.
- Wenn in den Wäldern Eckerich vorhanden ist, darf jeder, der im Wilensteiner Gericht wohnt, soviel Schweine in den Ecker treiben als er auf seinem Mist gezogen hat. Doch ist dem Herrn der Oberburg (den Grafen von Falkenstein) der Dehm zu entrichten, nämlich von jedem Schwein sechs Pfennig und ein Heller, wovon der Förster den Heller erhält. Der fremde Schweine eintreiben will, muss die selbe Gebühr bezahlen wie Auswärtige.
- Wer im Gebiet „Drippstadt“ bauen will, dem soll seine Herrschaft, auf deren Grund er baut, zwölf Stück Holz (Stämme) geben.
- Ein jeglicher armer Mann (Einwohner), der zu „Drippstadt“ seßhaft ist, hat Macht in den Wäldern der Herrn der Oberburg und der Flörsheimer ziemlich (ausreichend) Holz zu hauen für Wagen und Pfluggeschirr und auch um sein Haus und Garten zu machen. Doch vorher muss er dem jeweiligen Amtmann Bescheid geben, der ihm die Stelle angibt, wo er hauen soll. Als Brennholz dürfen Windfälle und Taubholz aus den Wäldern entnommen werden.
Im
Jahre 1600 fertigte der kurpfälzische Forstmeister Philipp
Velmann von mehreren
Waldungen, die an die Herrschaft Wilenstein angrenzen, sogenannte
„Waldbeforschungen“. Darin beschreibt er die Grenzsteine, die
Grenzbäume, die auch Lach- oder Lochbäume genannt wurden, denn sie
waren mit einer Lache (einem Zeichen) gekennzeichnet. Des weiteren
schrieb er über die Jagd- und Fischereiverhältnisse sowie über die
Baumarten und ihren Standort. Die „Beforschung“ ,zum Beispiel des
Lauberwaldes, ist recht kurz gehalten. Aus diesen Aufzeichnungen
lässt sich entnehmen, dass in diesem Wald die Eiche gut verbreitet
war. Es werden 13 Eichen- doch nur 2 Buchen–Lochbäume erwähnt.
Von zwei Stellen am Steinberg und am Pferdsgarten, schreibt er, dass
dort Auerhähne balzen.
Der
Flurname Pferdsgarten geht auf ein altes Gestüt zurück. Ebenso der
Name Stüterwald.
Für
jeden Heimatforscher sind Flurnamen eine geschichtliche Fundgrube.
Eine
der historischsten Stätten im Trippstadter Wald ist die im Haderwald
liegende Amseldell. Der älteste bekannte Flurname von diesem Tal ist
„Ramseldell“ was Rabental bedeutet.
Um
das Jahr 1860 hat Karl Freiherr von Gienanth hier eine extravagante
Waldanlage erbaut. Mit Irrgarten, Kegelbahn und Schutzpavillon. Hier
empfing er immer wieder hohen Besuch, vom niederen Adel bist zum
hohen Prinzregenten. Wovon heute noch die Denkmäler und zwei
gußeiserne Tafeln mit Inschriften berichten.
Weit
über die Grenzen der Pfalz hinaus wird das romantische Karlstal als
ein Kleinod unter den Tälern des Pfälzerwaldes geschildert. Kein
geringerer als der bekannte Gartenarchitekt F.
L. Sckell, der für
München den englischen Garten erbaute, hat vor fast 200 Jahren über
das Tal folgendes geschrieben: „Eines
der schönsten Täler, die ich in dieser Art gesehen und auch
bearbeitet habe, nämlich in dem ich die hinter den Ästen der Bäume
und Sträucher versteckt gelegenen Felsmassen mit ihren Wasserfällen
dem Genusse unter bildlichen Formen näher brachte und durch Zugänge
die Möglichkeit bewirkte, diese ausgezeichneten Ruysdaels in ihrer
ganzen Schönheit zu sehen, liegt in der Herrschaft Trippstadt in der
Rheinpfalz, damals das Karlstal genannt. Ein kräftiger Bach stürzt
sich da hinab in ein romantisches und durch die ehrwürdigen
Buchenbäume in ein feierliches Dunkel gehülltes Tal. Kolossale
Felsenstücke denen die Natur die ausgezeichnetsten malerischen
Formen verliehen hat, wie ich sie fast nie schöner gesehen habe,
liegen z. T. an den Berghängen und in der Tiefe, wo sie dem Bache
auf eine Länge von ¾ Stunden unaufhörliche und abwechselnde
Hindernisse darbieten, über die er bald mit einem Lärm, der im Tale
widerhallt, herabfällt, bald murmelnd und ruhig bis zu einem neuen
Kampfe dahingleitet. Nachdem sich aber der Bach durch dieses
romantische Tal und zwischen diesen Felsmassen gewaltsam
durchgedrängt und eine Menge Wasserfälle von vorzüglicher
Schönheit und hohem Kunstwerke unter den verschiedensten Umrissen
und Wirkungen gebildet hat, ergießt er sich am Ende in einen ruhigen
Teich, in welchem sich die Trümmer einer längst zerfallenen
Ritterburg, Wilenstein, von einer Anhöhe spiegeln. Hier hört aller
Lärm auf und die Natur ist wieder in ihren ruhigen Zustand
getreten“.
Auch
die Sage weiß uns einiges aus alten Zeiten über das Tal zu
berichten. So erzählt eine Legende von einer uralten Eisenschmelz
die hier einst gestanden habe und die dem, in einen alten Eichbaum
verwandelten, Grafen von Wilenstein jährlich eine Eisenrüstung
liefern musste.
Sagenhaft
ist auch die Verbindung zur Burg Wilenstein: „Einst
verdingte sich ein schöner Jüngling – man wusste nicht, woher er
gekommen war – in die Nähe des Schlosses als Schäfer. Seine
Schönheit und sein edles Wesen machten ihn bald bemerklich, so dass
alles von ihm redete. Der Ruf von dem rätselhaften Hirten drang auch
zu der Tochter des Ritters von Flörsheim auf Wilenstein und sie war
begierig ihn zu sehen.
Beim
Blumensuchen fand das Fräulein den Schäfer schlafend auf einer
Wiese. Als dieser erwachte floh die Jungfrau mit raschem Schritte zur
Burg, doch trug sie sein Bild mit sich fort im Herzen. Als sie ihn
nach kurzer Zeit wiedertraf, wechselten beide einige Worte. Täglich
war sie nun auf dem Erker des Schlosses, wenn der Schäfer mit seiner
Herde hier vorbeikam. Alle Bewerber, die auf Wilenstein erschienen
und um ihre Hand anhielten, wurden abgewiesen. Als aber ein Graf
Siegbert um ihre Hand anhielt, drang der Vater auf Zusage und die
folgsame Tochter schwankte schon. Nur noch einmal wollte sie vorher
von ihrem Erker den Schäfer sehen, doch dieser kam nicht mehr.
Bangen
Herzens eilte sie an den Ort, wo er gewöhnlich seine Herde weidete,
dort traf sie einen anderen von dem sie hörte, wie dem schönen
Hirten das Herz vor Gram gebrochen war und er im kühlen Grabe
schlummerte. Leichenblass und wankend suchte sie bei einem nahen
Klausner Trost. Aber auf dem Rückweg zur Burg fiel die vor Schreck
noch halb Betäubte von einem Steg, den sie überschreiten wollte,
ins Wasser und ertrank.
Der
Klausner berichtete alles dem verzweifelten Vater. Der ließ zum
Gedenken ein Kirchlein bauen und Hirtenstab und Flöte gehauen in
Stein am Turme einfügen. Beide Zeichen sind am Turm der
untergegangenen Kirche beim Aschbacherhof noch heute zu sehen“.
Eine
andere Sage erzählt von einer ledernen Brücke die einst die Burg
mit dem Wilensteinerhof verbunden haben soll. Auch von einem Hund mit
einem Schlüssel im Rachen der einen Schatz bewacht, erzählt uns
eine alte Legende.
Solche
Sagen, wie die aus dem Karlstal, nennt die Volkskunde ätiologische
Sage, d.h. sie liefern eine „Erklärung“ für die Entstehung oder
Herkunft eines augenfälligen Wahrzeichens der örtlichen Umgebung.
Im Karlstal sind dies neben einigen Felsen, vor allem die
Einsiedlerhöhle in der Karlstalschlucht. Ein bestimmter Platz oder
Gegenstand regt die Sagenbildung an, gerade weil er den in der
nächsten Umgebung Lebenden einzigartig erscheint; doch die daraus
entstehenden Geschichten sind alles andere als einzigartig, sie
ordnen sich vielmehr fast immer in bestimmte Muster ein, die der
Volkskundler als weit verbreitet erkennt.
Lit.
Hinweise:
Weistum
von Wilenstein und Trippstadt. Staatsarchiv Speyer Abt. Falkenstein
St. 107, Seite 118f.
Ernst
Bilfinger: Johanniskreuz eine Waldgeschichte.
Ernst
Christmann: Pfälzische Glashütten der alten Zeit.
Erich
Bauer: An der Wiege der deutschen Forstwissenschaft.
Ernst
Bilfinger: Das Holzland.
Julius
Wilde: Kulturgeschichte der rheinpfälzischen Baumwelt und ihrer
Naturdenkmale.
Hans
Wagner: Alte Waldberufe.
Alte
Waldprotokolle aus dem Privatarchiv von Herrn Geißenbauer, Mannheim.
hukwa
| Karlstal/Foto/Copyrights Ute Knieriemen-Wagner |
| Karlstal/Foto/Copyrights Ute Knieriemen-Wagner |
| Amseldell/Foto/Copyrights Ute Knieriemen-Wagner |
Montag, 8. Dezember 2014
Die Unschuld findest du nur in den Wäldern
Ich fand und finde wahre Zufriedenheit nur in den Wäldern. Jetzt im Winter wenn man für längere Zeit auch mal ans Haus gebunden ist, weilt mein Geist dennoch draußen in den Wäldern.
Im Jahre 1841 schrieb Thoreau folgenden Satz in sein Tagebuch: " Ich möchte so sein wie ihr meine Wälder, und werde nicht eher ruhen, bis ich eure Unschuld erlangt habe".
Ein solches Denken führt zu einer inneren Harmonie.
hukwa
Im Jahre 1841 schrieb Thoreau folgenden Satz in sein Tagebuch: " Ich möchte so sein wie ihr meine Wälder, und werde nicht eher ruhen, bis ich eure Unschuld erlangt habe".
Ein solches Denken führt zu einer inneren Harmonie.
hukwa
Dienstag, 21. Oktober 2014
Überall in der Natur regt sich Leben
In den Wäldern findet man noch das Besondere und Geheimnisvolle. Der Wald spricht in wunderschönen Bildern zu uns. Vor einigen Tagen, es war ein warmer und sonniger Herbsttag, konnte ich einige Zeit eine Ameisenkönigin beobachten. Sie kann über zwanzig Jahre alt werden. Auf dem Nachhauseweg beobachtete ich einen Eichelhäher wie er Eicheln versteckte und so einen neuen Wald pflanzte. Überall in der Natur regt sich Leben, man muss nur genau hinschauen.
hukwa
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Montag, 20. Oktober 2014
Naturkraft
In der Natur herrscht eine Kraft vor die alle Wesen und Dinge erfüllt. Auch der Mensch ist eine Form dieser Kraft. Sie wirkt in uns, in den Pflanzen, in den Tieren, in den Mineralien. Durch seine Entfremdung von der Natur, hat sich der Mensch auch von dieser Kraft entfernt. Wir täten gut daran wenn wir uns ihr wieder nähern würden.
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