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Freitag, 11. November 2022

Ortsgedächtnis oder die unsichtbare Nabelschnurr

Nathaniel  Hawthorne schrieb über das Ortsgedächtnis: "Durch die lange Verbindung einer Familie mit einer bestimmten Stelle, dem Ort von Geburt und Begräbnis, wird eine Art Verwandtschaft zwischen Örtlichkeit und Menschen geschaffen die gänzlich unabhängig ist von landschaftlichen Reiz oder moralischer Bedeutung.Diese Beziehung ist nicht auf Liebe, sondern auf Instinkt gegründet. Der neue Bewohner, der aus einem fremden Land kommt oder dessen Vater und Großvater von dort gekommen sind...hat wenig Ahnung von dieser austernhaften Zähigkeit, mit der ein alter Siedler, über den das dritte Jahrhundert hinwegzieht, sich an die Stelle klammert, wo seine Ahnen, über Generationen begraben liegen..." 
Es gibt nun mal die besonderen Orte mit denen man verbunden ist wie mit einer unsichtbaren Nabelschnurr. 
hukwa

Sonntag, 6. November 2022

loci et imagines oder Erinnerungsräume

"...dass die Orte zu Trägern der Erinnerungen werden können und womöglich über ein Gedächtnis verfügen". 
Aleida Assmann 
Wenn man älter wird erscheint das Leben oftmals wie ein Spinnenetz. Irgendwann erwacht man und ist erstaunt darüber mit was man und mit wievielen man verbunden ist. man fühlt sich wie eine Spinne mitten in ihrem Netz umgeben von Erinnerungen. 
hukwa  
Erinnerungen wollen sorgfältig überprüft sein, schließlich geht es um Erinnerungen und nicht um Konstruktionen. 
hukwa 
Kindheitserinnerungen das sind immer auch Erinnerungen an Gewinne und Verluste. 
hukwa 
Das fahle Licht 
am frühen Morgen 
wenn der Tag erwacht 
ein Pfeil abgeschossen von 
Chronos 
der die Schatten frißt 
und die Erinnerungsräume öffnet 
verweile am Ort 
der versteckt ist 
hinter den Nebeln. 
hukwa