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Donnerstag, 14. Februar 2019

Judasohr - Holunderpilz

Fotos©UteKW

Diesen schönen Frühlingspilz habe ich heute im Garten entdeckt, er ist übrigens ein vorzüglicher Speisepilz und wächst vorwiegend am Holunder.
hukwa

Freitag, 18. Oktober 2013

Die Morchel - kleine Pilzvolkskunde

In Schlesien glaubte man, dass der Teufel, als er einmal sehr übel gelaunt war, eine alte Frau gepackt, sie in Stücke zerrissen und diese überall in der Gegend verstreut habe. Wo immer eines dieser Stücke den Boden berührte, soll eine Morchel gewachsen sein, die der alten Frau mit ihrem verrunzelten Gesicht ähnlich sah.
hukwa

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Die Stinkmorchel - kleine Pilzvolkskunde

Wenn man sie nicht sieht riecht man sie, pflegte mein Großvater zu mir zu sagen wenn wir in die Pilze gingen . Gemeint ist die Stinkmorchel. In einigen Teilen Deutschlands glaubten die Jäger, dass die phallusähnlichen Pilze an den Brunstplätzen der Hirsche wüchsen. Ihre eigenartigen "Eier", ihre Gestalt und ihr widerlicher Geruch machten es nur natürlich dass man sie mit Hexen und bösen Geistern in Verbindung brachte.
Die Stinkmorchel wurde aber auch regelmäßig als Zutaten zu Liebestränken oder als Aphrodisiakum benutzt. Man verfütterte auch diesen Giftpilz ans Vieh, um so seine Fruchtbarkeit zu vermehren. Im Mittelalter verwendete man Stinkmorcheln auch als Zubereitung eines Öles, das Gichtschmerzen lindern sollte. Es wurde auch zur Behandlung von Rheuma und sogar Epilepsie verwendet.
hukwa

Kleine Pilzvolkskunde

"Schwämme und Pilze wachsen bis zum Allerheiligenfest" habe ich Gestern in einem alten Kalender gelesen. Nun eigentlich wachsen sie ja das ganze Jahr über.
Pilze haben die Menschen jahrhundertelang fasziniert. Sie waren Symbole des Verfalls und entwickelten sich an feuchten, ungemütlichen Stellen, an denen sich auch Kröten, Fledermäuse und Schlangen gerne aufhielten. Da Schlangen oft giftig sind, hielt man Pilze und Schwämme ebenfalls für böse. In Wales nennt man Giftpilze heute noch "Fleisch der Gnome".
Wegen ihrer Eigenschaft, urplötzlich und auf Wunderbare Art aufzutauchen, brachte man sie in Verbindung mit den Göttern, mit dem Donnerschlag, mit Blitz und mit dem Mond. 

Wenn der Mond voll ist,
kannst du Pilze jederzeit ernten;
ist er jedoch abnehmend,
so warte besser, bis du sie wieder nimmst,
sagt eine alte Volksweisheit.

In einigen Teilen Europas erzählt man sich folgende Geschichte: Eines Tages ging Petrus mit Christus durch einen Wald und aß von dem Brot, das ihm die Einwohner eines Dorfes gegeben haben. Dabei spuckte er etwas davon auf den Boden. Daraus wurden Pilze. Der Teufel, der den beiden folgte, spuckte ebenfalls aus. Sofort wuchsen auf dem Platz, wo sein Speichel die Erde berührt hatte, die Giftpilze. Es heißt in alten Schriften das Manna des alten Testaments seien Pilze gewesen, da sie wie durch ein Wunder über Nacht aus dem Boden schießen.
hukwa

Sonntag, 13. Oktober 2013

Pilze - die Unverzichtbaren

Es ist ein wunderschöner Oktobermorgen, grau und düster fast Novemberhaft. In die Wälder ist der Landschaftsmaler Herbst eingezogen. Die Laubwälder präsentieren sich in ihrem Farbenrausch. Eine Vielzahl von Pilzen bedeckt den Waldboden. In dieser Jahreszeit sind es besonders viele Arten die oft ganz eng nebeneinander wachsen. Die "Wesen der Nacht" wie Shakespeare die Pilze nannte, erfüllen ihre wichtige Aufgabe im ökologischen Kreislauf. Manche von ihnen können so alt werden wie die Bäume mit denen sie in Symbiose leben. ihre Schwammflocke verwächst mit dem Wurzelgeflecht der Bäume. In dieser Beziehung bietet der Baum dem Pilz die benötigten Nährstoffe. Der Pilz vergrößert dem Baum die Möglichkeit, Wasser und Nährstoffe aufzunehmen. Auf diese Weise profitieren beide voneinander. Der Fliegenpilz unterhält ein Gemeinwesen mit Fichte, Tanne und vor allem der Birke. Den Zimtfarbigen Milchpilz findet man nur zusammen mit einem Eichbaum. Solche symbiotisch lebende Pilze werden so alt wie der Baum mit dem sie zusammen leben. Es kommt aber auch umgekehrt vor das Pilze ihrem Wirt großen Schaden zufügen. Dann spricht man von einem Parasitenverhalten. Der Pilz stiehlt dann die Nahrung von seinem Wirt so das dieser darunter leidet und sogar absterben kann. Der Honigpilz, Birkenpilz und Kiefermörder sind hierfür bekannte Vorbilder. Der Großteil der Pilze jedoch wirkt in den Wäldern wie ein Aufräumer, der Samen mit Schimmelpilz und Bakterien versorgt, damit organisches Material abegebaut wird. Pilze sind wahrlich die Unverzichtbaren in unseren Wäldern.
hukwa

Montag, 8. Oktober 2012

Pilzmythologie Teil 1



Wenn die Pilze aus dem Waldboden "schießen", ist zumeist Spätsommer oder Herbst. Viele Pilze gedeihen auch das ganze Jahr über, manche sogar im Winter unter Schnee und Eisdecke. Für Pilzsammler scheint es so als ob Pilze dann am besten gedeihen, wenn die Waldbäume zu ruhen beginnen. Eng ist die Verbindung zwischen Baum und Pilz und die Botaniker nennen solche Beziehungen Symbiose. Die Schwammflocke der Pilze verwächst mit dem Wurzelgeflecht eines Baumes. In dieser Beziehung bietet der Baum dem Pilz die benötigten Nährstoffe. Die beiden betreiben sozusagen eine Versorgungsgemeinschaft. Die mit dem bloßen Auge nicht erkennbaren Pilzfäden lassen ein regelrechtes Geflecht um die Saugwurzeln der Bäume entstehen. Beim Steinpilz messen diese Wurzelfäden ungefähr 100 Kilometer. Der Pilz vermag die meist mineralischen Stoffe pflanzlichen und tierischen Ursprungs leichter aufzuschließen und tritt sie als Mineralsalze, Stickstoff und Phosphor an die Baumwurzeln ab. Der Baum wiederum gibt seinem Partner vor allem Kohlehydrate ab. Diese kann er dann am besten entbehren, wenn das Sprossenwachstum beendet ist. So wird auch klar, warum zum Ende einer Vegetationsperiode der Bäume, die Saison der Pilze beginnt.

Ein Knollenblätterpilz geht nur mit Eichen und Buchen eine "Ehe" ein. Der Fliegenpilz liebt die Birke unter ihnen finden wir ihn am häufigsten, er mag aber auch Fichten und Tannen. Der zimtfarbige Milchpilz hält es nur mit den Eichen. Solch symbiotisch lebende Pilze können genau so alt wie ein lebender Baum werden! Ein biblisches Alter also wenn man bedenkt wie alt vor allem Eichen werden können. Der Pilz ist somit ein unverzichtbares Bindeglied im ökologischen Kreislauf und weil dem so ist, geben sie uns einen guten Zustandsbericht von dem Milieu in dem sie leben.

Jeder weiß Heute, dass durch zunehmende Luftbelastung und Übersäuerung unsere Wälder in einem schlechten Zustand sind. Somit auch viele Pilze, namentlich die Sorten, die in Symbiose mit Bäumen leben, einige davon sind stark im Zurückgehen, was ein eindeutiges Zeichen dafür ist, dass unser Wald an Vitalität eingebüßt hat. Der Pilz ist daher ein ausgezeichneter Gradmesser für die Gesundheit seines Umfeldes.

In den 50zigern Jahren gab es in Mitteleuropa ein drastisches Ulmensterben, Auslöser dafür war eine Pilzkrankheit. Wenn der Pilz der Wirtspflanze, auf der er wächst, keinen Vorteil bietet, spricht man von einem Parasiten–Verhalten: Der Pilz stiehlt sich dann Nahrung von seinem Wirt. Dieser kann darunter letztendlich so leiden, dass er abstirbt.
Der Honigpilz, Birkenpilz und Kiefernmörder sind hierfür bekannte Vorbilder, ebenso der bekannte Hallimasch, bei ihm ist das Verhältnis zu seinem Wirtsbaum, das zwischen Räuber und Ausgeraubten.


Doch nicht nur Bäume, auch unsere heimischen Orchideen und verschiedene Flechtarten und Moose sind auf Pilze angewiesen. Als Einzelkämpfer könnten sie überhaupt nicht überleben, nur in der Partnerschaft mit Pilzen haben sie eine Zukunft.

Auch viele Insekten die in Bäumen leben sind auf Pilze angewiesen, so die Larven der Riesenholzwespe. Doch vor allem die Borkenkäfer. In ihrer regelrechten "Vernichtungswut" bedienen sie sich der Arbeit von Pilzen, die der Mutterkäfer in seinem Magen mitbringt und in den Gängen auslegt. Die Pilze treiben Fäden in das Holz und beginnen es zu zersetzen. Die weißen Larven der Käfer leben von den nährstoffreichen Enden der Pilze. Die Larven sind also bestens versorgt, zumal der Mutterkäfer die Exkremente der Jungen aus den Gängen räumt und sogar den Eingang bewacht. Während die Gänge vom Pilz anfänglich noch weiß verfärbt sind, erhalten sie durch die zersetzende Arbeit der Pilze auf Dauer eine schwarze Farbe. Am Schluss fressen die fertigen Käfer  die Pilzkultur restlos auf.
Pilze sind von einem geheimnisvollen Schleier umwoben und noch lange nicht, hat die Wissenschaft ihr wundersames Leben ergründet.

Literaturhinweise:
C.L. Duddington : Baupläne der Pflanzen; suhrkamp TB.
Duddington : Pflanzen als Architekten; suhrkamp TB


Mythologisches und Kulturgeschichtliches von Pilzen


In der Kulturgeschichte der Menschen nehmen Pilze einen eigenen Platz ein, in allen Kulturkreisen haben sie eine eigene Stellung. Nie waren sie den Menschen nur Dinge neben anderen Dingen, ihre seltsamen Erscheinungen nur Formen neben anderen Formen. Wohl schon früh ahnten die Menschen, dass in Pilzen seltsame Kräfte wohnen. Sie galten als Träger geheimer Kräfte, waren dem Menschen Gleichnis ewigen Wachstums, steter Erneuerung, und oft nicht ganz geheuer. Wesen der Finsternis oder auch Kinder der Nacht wurden sie gerne genannt.

Weil Pilze so ganz anders sind, als andere Lebewesen um uns herum, haben wir sie lange Zeit ins Reich der Hexen, Teufel und Geister verbannt. Ihre volkskundlichen Namen geben uns zum Teil noch eine Ahnung davon: Teufelspilz, Hexenpilz, Satanspilz, Eselsohr, Fliegenpilz usw. Wenn es im Frühherbst nicht zu kalt ist und es dazu noch einige Tage geregnet hat, "schießen" die Pilze aus dem Boden. Ihr erstaunlich schneller Wuchs bewirkte, dass die Menschen sie von Alters her als rätselhafte Verbindung zwischen der gewohnten Welt und der Welt der Geheimnisse ansahen. Eine Welt, die von wunderbaren und seltsamen Wesen bewohnt war. Pilze umhüllt die Aura des Mysteriösen. Sie sehen so ganz anders aus als die anderen Organismen, die wir in der Natur vorfinden. Sie haben meist eigenartige Formen und auffallende Farben. Dadurch brachte man sie eben eher mit der Welt der Gnomen und Zwergen in Verbindung als mit der uns umgebenden und angenommenen Wirklichkeit. So ist es auch kein Wunder, dass die Pilze seit ältesten Zeiten in Verdacht stehen, Werkzeuge von Hexen und Zauberern zu sein. Meint der Wissenschaftler Pilze, so spricht er stets von Myzelien, denn das, was der Mensch normalerweise zu Gesicht bekommt und als "Pilz" bezeichnet, ist nicht der eigentliche Pilz, sondern nur deren Fruchtkörper. Das Wort "mykes" stammt aus dem Griechischen, wo es sowohl Pilz als auch pilzförmig bedeutete. Auch die Stadt Mykene leitet ihren Namen von diesem Wort ab. Man nimmt zwei verschiedene Erklärungen dafür an: Die eine Geschichte erzählt, das Perseus die Stadt an dem Platz gegründet habe, an dem er den Knauf seines Sichelschwertes verloren habe. Die andere sagt, er habe die Stadt an einem Ort gegründet, wo er einen Pilz gefunden habe, der seinen Durst gestillt habe(!). Von Mykes kommt auch das Wort Mykologie, also der wissenschaftliche Name für Pilzkunde.

In der antiken Welt hielt man Pilze manchmal auch für ein Gärungsprodukt der Erde nach Regenfällen. Nikandros von Kolophon nannte sie im dritten Jahrhundert vor Christus in seinen naturwissenschaftlichen Lehrgedichten "das teuflische Enzym der Erde". Im sechsten nachchristlichen Jahrhundert taucht die Bezeichnung "mussiriones" in "De Observatione Liborum" (Beobachtungen bei Lebensmitteln) auf, die Anthimas, der Leibarzt des Ostgotenkönigs Theoderich d. G. verfasst hat. Die lateinische Bezeichnung für Moose ist muscus. Und Moos ist weich und schwammig wie Pilze. Das Altfranzösische Wort für Pilz lautete "mocheron", das auch als "mousseron" oder "moisseron" Verwendung fand und weich bedeutete. Die Angelsachsen benutzten das Wort "muscheron", das wohl aus dem altenglischen "mues" (Feld) und "rhum" (etwas das sich aufbläht) abgeleitet ist und sich bis ins 15. Jahrhundert hielt. Im englischen heißt der Pilz heute "mushroom". Es ist seltsam, dass Pilze weder in der Bibel noch in den Apokryphen erwähnt sind, eine Ausnahme bildet der Taumel Lolch. Unseren Vorfahren galten Pilze und Schwämme zweifelsohne als etwas geheimnisvolles. Sie konnten sie weder dem Reich der Pflanzen noch dem der Tiere zuordnen. Schließlich hatten Pilze die Gewohnheit, plötzlich an irgendeiner Stelle aufzutauchen um dann wieder spurlos zu verschwinden. Man ging davon aus, es handele sich um die Zusammenarbeit jenseitiger Kräfte mit Mutter Erde.

Besonders Hexenringe waren für die Menschen sehr faszinierend. Man dachte, diese Spuren düsterer Aktivitäten habe etwas mit Hexen und Elfen zu tun. Manche glaubten, dass die Pilze in dem seltsamen Kreis die Spuren eines nächtlichen Tanzes beim Hexensabbat waren. Andere wieder dachten, der Ring bezeichne den Platz, wo der Blitz in die Erde gefahren sei. Dabei habe er elektrische Energien entwickelt, die sich sternförmig ausbreiteten. Oder: Er würde von Schlangen gebildet, die im Kreis kröchen oder von Hexen, die grasende Füllen bestiegen und mit ihnen immer im Kreis herumritten. Er wurde dem Aberglauben nach auch durch unterirdische Dämpfe gebildet, die Geheimnisvollerweise als ringförmiger Rauch auf die Erde kamen. Oder der Teufel stellte zu dieser Nacht an diesem Platz Butter in einem Fass her. Zu einer Zeit in der man noch an die Existenz von Elfen, Geistern und Hexen glaubte, entstanden die Bezeichnungen "Hexenring" und "Elfenhof". Im fahlen Licht des Mondes tanzten Feen und Elfen auf einer kreisrunden Tanzfläche und ruhten sich auf kleinen Pilzen aus. In seinem Sturm deutet Shakespeare dies an:

"...  halbe Zwerge die ihr
Bei Mondschein grüne saure Ringlein macht,
Wovon das Schaf nicht frisst; die ihr zur Kurzweil
die nächtgen Pilze macht; die ihr am Klang
der Abendglock euch freut;..."

In Deutschland glaubte man dass diese Ringe vor allem in der Walpurgisnacht wuchsen, wenn sich die Hexen zum Tanz versammelten. In Holland hielt man sie für ein Werk des Teufels. Und eine Kuh, die an einem derartigen Ort graste, gab bestimmt keine gute Milch. In Frankreich hält man Hexenringe für die Heimat großer Kröten mit hervorquellenden Augen. Interessante Verbindungen zwischen
Kröten und Pilzen tauchen immer wieder in der Mythologie auf.



Der Oxforder Literaturprofessor und Kenner der antiken Mysterien, Robert Ranke Graves berichtet uns in seiner Griechischen Mythologie: "Die hundertköpfige Schlange, die über dem Juwelengarten der Hesperiden wacht, und die hundertkrallige Kröte, die ein kostbares Juwel auf dem Kopf trägt (von dem Shakespeares Duke Senior spricht), gehörten beide zu den alten Krötenpilz-mysterien".

Es kann entweder Glück oder Unglück bringen, wenn man einen Hexenring betritt. Der Tau des ersten Maitages, der einen schönen Teint machen soll, wurde innerhalb von Hexenringen nicht benutzt, da die jungen Mädchen glaubten, Feen und Elfen seien eifersüchtig auf ihre Schönheit und würden versuchen, sie durch diesen Tau zu verderben. Es war nicht einmal erlaubt, einen Fuß in den Ring zu setzen, da man sich selbst dem Zauber der bösen Geister ausliefern würde. Lang schon hat die Wissenschaft das Rätsel um die Hexenringe gelöst und wir wissen heute dass ein solcher Kreis aus einer Gruppe Pilze von einem Schwammgewebe besteht, die zusammen einen Kreis bilden. Dies wird verursacht dadurch, dass der Schwamm im Laufe der Jahre alle Nährstoffe im Boden aufgebraucht hat. Um weiterhin wachsen zu können, muss das Pilzgeflecht sich in Ringen zur Aussenkante hin ausbreiten. Die Pilze, die dann entstehen, kommen am Rande des Gebietes vor. Wenn sich unterirdisch keine Ausläufer befinden, kann so ein Ring vollkommen symmetrisch geformt sein. Hexenringe verschiedener Pilzarten können gut neben einander bestehen. Sie überwuchern einander nicht, wenn zwei verschiedene Schwämme im Erdreich zusammentreffen, wachsen beide nicht mehr weiter. In Schlesien glaubte man, dass der Teufel, als er einmal sehr übel gelaunt war, eine alte Frau gepackt, sie in Stücke gerissen und diese überall in der Gegend verstreut habe. Wo immer eines dieser Stücke den Boden berührte, soll eine Morchel gewachsen sein, die der alten Frau mit ihrer verrunzelten Haut ähnlich sah. Und in einigen Teilen Deutschlands glaubten die Jäger, dass die phallusähnlichen Pilze an den Brunftplätzen der Hirsche wüchsen. Ihre eigenartige "Eier", ihre Gestalt und ihr widerlicher Geruch machten es nur natürlich, dass man sie mit Hexen und bösen Geistern in Verbindung brachte. Die Stinkmorchel wurde aber auch regelmäßig als Zutat zu Liebestränken oder als Aphrodisiakum benutzt. Hierzu erklärte sie auch Wolfram von Eschenbach in seinem "Parzival". Im Mittelalter verwendete man Stinkmorcheln auch zur Zubereitung eines Öls, das Gichtschmerzen und Rheumatismus heilen sollte. Die Stinkmorchel produziert unsichtbare Strahlen, die einen Pappkarton durch-dringen und eine Photoplatte darin beleuchten können. Anscheinend gibt es tatsächlich so etwas wie Leuchtpilze. "Ich schreibe Dir im Schein von fünf Pilzen", schreibt während des zweiten Weltkrieges ein Soldat aus den Dschungeln Neu-Guineas. In den Tropen existieren einige Arten von "Leuchtpilzen". Doch auch auf dem europäischen Festland und in Amerika durchleuchten einige Pilze die Waldeinsamkeit. Trichterlinge, Geweihförmige Holzkeule und Hallimasch lassen das Holz, an dem sie wachsen, leuchten, vermutlich auf die gleiche Art, auf die auch Glühwürmchen und Feuerfliegen ihr Licht verströmen. Um Zusammen-stöße im Dunkel der Nacht zu vermeiden, steckten sich während des ersten Weltkrieges die Soldaten im Schützengraben leuchtende Holzstücke an ihre Helme. In Arnheim fanden während des zweiten Weltkrieges Soldaten, die sich gerade eingruben, leuchtendes Holz vor.

In Holzlagern leuchteten manche Stöße so stark, dass man sie mit einer Zeltplane abdecken musste. Und die alten Köhler steckten "Leuchtholz" in die Erde, um so leichter den Weg während der Nacht zu ihren Meilern zu finden.

Sonntag, 7. Oktober 2012

Pilze in der Volkskunde: Die Stinkmorchel

Früher glaubten die Jäger in vielen Teilen unseres Landes, dass die phallusähnlichen Pilze an den Brunftplätzen der Hirsche wuchsen. Ihre eigenartigen "Eier", ihre Gestalt und ihr widerlicher Geruch machten es nur natürlich, dass man sie mit Hexen und bösen Geistern in Verbindung brachte. Die Stinkmorchel wurde als Zutat zu Liebestränken oder als Aphrodisisakum benutzt. Und bis vor einiger Zeit verfütterte man in einigen Ländern diesen Giftpilz ans Vieh, weil man glaubte so vermehre sich die Fruchtbarkeit des Hausvieh. Im Mittelalter verwendete man Stinkmorscheln auch zur Zubereitung eines Öls, das Gichtschmerzen lindern sollte. Es wurde auch zur Behandlung von Rheumatismus und sogar Epilepsie eingesetzt.
hukwa

Hexenringe

Hexenringe wurden in früheren Tagen als Sporen düsterer Aktivitäten bezeichnet. Man glaubte, dass die Pilze in dem Hexenring die Sporen eines nächtlichen Tanzes beim Hexensabbat waren. Das war eine Begegnung zwischen Hexen und dem Teufel. Die Hexen rieben sich mit Hexensalbe ein, die zu Wahnvorstellungen und wunderlichen Träumen führt. Es ranken sich viele Märchen und Legenden um Hexenringe.
Ein Hexenring besteht aus einer Gruppe Pilze von einem Schwammgewebe, die zusammen einen Kreis bildet. Dies wird verursacht dadurch, dass der Schwamm im Laufe der Jahre alle Nährstoffe im Boden aufgebraucht hat. Um weiterhin wachsen zu können, muss das Pilzgeflecht sich Ringe zur Außenkante hin ausbreiten. Die Pilze, die dann entstehen, kommen am Rande des Gebietes vor. Wenn sich unterirdisch keine Ausläufer befinden, kann so ein Ring vollkommen symmetrisch geformt sein. Hexenringe verschiedenartiger Pilzsorten können gut nebeneinander bestehen. Sie überwuchern einander nicht, wenn zwei verschiedene Schwämme im Erdreich zusammentreffen, wachsen beide nicht weiter.
hukwa

Freitag, 30. September 2011

Der Habicht-Stoppelpilz oder die Einheit des Waldes

Heute habe ich bei wunderschönem Wetter eine lange Waldwanderung unternommen. Ich wunderte mich über die Vielfalt der Pilze die ich fand obwohl das Wetter ja nicht gerade feucht war in den letzten Wochen. In einem Fichtendickicht entdeckte ich den selten vorkommenden Habicht-Stoppelpilz. Ich hatte leider keine Kamera dabei. Nicht weit von diesem Pilz der auch Rehpilz genannt wird fand ich den Hexenbutter einen "wandernden Schleimpilz". Im Fichtenwald lag der Geruch von Stinkmorscheln in der Luft. An gebrochenen Bäumen entdeckte ich jede Menge Porlinge. Über und über war dieser Fichtenwald mit Flechten bewachsen die sich ja recht gut mit Pilzen verstehen und eine Gemeinschaft bilden. Der Wald braucht eben die Pilze zum wachsen als auch zum Verwesen. Er braucht die Flechten und vor allen Dingen die Moose die hier auch stark wucherten, sie halten den Wald feucht und schaffen daher die Voraussetzungen zum Leben von Pilzen und Bakterien. Gerade bei den Pilzen erkennen wir was der Wald ist eine große brüderliche Einheit.
hukwa

Donnerstag, 16. September 2010

Pilze die an Bäumen wachsen

Wenn wir uns im Wald auf Pilzsuche begeben, schauen wir in der Regel nach gewissen Baumarten, um dann unseren Blick suchend auf den Boden zu richten.
Doch es gibt auch Pilze die wir in Luftiger Höhe suchen müssen, so genannte Baumpilze. Hier handelt es sich in der Regel um Porlinge (Aphyllophorales).
Sie wurden schon in den Kräuterbüchern der Antike als Heilmittel geschätzt, so bei Dioskurides und bei Plinius.
Ein Teil unserer heimischen Porlinge sind essbar, ein Großteil ungenießbar. Ihre Unterscheidung ist nicht leicht und der unerfahrene Pilzsammler kann sie schnell verwechseln.

Unser bekanntester Porling ist wohl der „Zunderschwamm“ (Fomes formentarius) was „zum Zunder gehörend“ bedeutet. Er befällt geschwächte und verwundete Bäume, deren Holz er als Weißfäuleerreger ziemlich rasch zerstört. Er ist ungenießbar.

Der „Schwefelporling“ (Laetiporus sulphureus) ist ein schöner, auffallender Baumpilz. Die Farbe der Hutoberseite geht von Ziegelrot oder Gelbrot, bei jungen Hüten, über Schwelgelb bei reifen Fruchtkörpern, bis zu schmutzigem Weiß im Alter. Seine Wirtsbäume sind vor allem lebende und tote Laubbäume. Er mag Eichen, Pappeln, Ahorn ebenso wie Obstbäume. Der schöne und auffallende Pilz ist ein meisterhafter Holzzerstörer. Mit seinem ausdauernden Myzel erzeugt er eine intensive Braunfäule. Das Kernholz des Stammes an dem er wächst, wird in eine braunrote, leicht zerreibbare und bröckelige Masse verwandelt. Der Stamm wird ausgehöhlt und bricht früher oder später ab. „Sulphureus“ bedeutet „schwefelgelb“. Der junge Pilz ist essbar, sollte aber ausgewässert werden um den säuerlichen Geschmack zu entfernen.


Ein Fichtenbegleiter ist der graugelblich gefärbte „Schafporling“ (Albatrellus ovinus), ein essbarer Baumpilz dessen Fleisch jedoch meistens von Maden bewohnt wird. Er kann leicht mit dem „Semmelporling“ verwechselt werden. „Ovinus“ bedeutet „das Schaf betreffend“.
Streng an eine Baumart gebunden ist der weiß-bräunliche „Birkenporling“ (Piptoporus betulinus), was „zur Birke gehörend“ bedeutet.
Der rostbraune „Tropfende Schillerporling“ (Inonotus dryadeus), was „Baumbewohnend“ bedeutet, ist ein treuer Eichenbegleiter. Die Weißfäule die er erzeugt greift nur die Wurzel des Baumes an den er bewohnt.

Der „Rote Zinnoberschwamm“ (Pycnoporus cinnabarinus) auch „Zinnobertramete“ genannt, ist einer der selteneren Baumpilze. Der wunderschöne Pilz, der Laubbäume bevorzugt, mag sonnige Lagen und die Gesellschaft mit der „Striegeligen Tramete“ und dem „Spaltblättling“, mit denen er eine Pilzgesellschaft auf lagernden Stämmen und Ästen bildet. Das prächtige Rot des Pilzes wird verursacht durch den roten Farbstoff „Cinnabarin“. Selbst das Myzel im Holzinnern ist noch rot gefärbt. Der Zinnoberschwamm ist ein saprophytischer Pilz, das heißt er befällt nur totes Holz und hilft als Weißfäuleerreger bei dessen natürlichem Abbau. „Cinnabarinus“ bedeutet „zinnoberrot“.

Ein wohl vielen Wanderern bekannter Baumbewohner ist die „Schmetterlingstramete“, „Bunte Tramete“ oder „Schmetterlingsporling“ (Trametes versicolor) genannt. Dieser häufige Pilz wächst flach fächerförmig in Gruppen neben- und übereinander und ist ungestielt am Holz angewachsen. Seinen bunt getonten fächerartigen Hüten verdankt er seinen Namen. Der Pilz wächst das ganze Jahr über und die im Herbst nicht ausgewachsenen Fruchtkörper vollenden ihre Entwicklung im Frühjahr. Gemeinsam mit der „Zonen Tramete“ die eine weißliche Behaarung hat, besiedelt der Pilz vorwiegend Birken, Pappeln und Weiden.

Ein weiterer interessanter Baumpilz ist der wie ein Ohr aussehende Hirneola auricula was „Judasohr“ bedeutet. Der Pilz wächst vorzugsweise am schwarzen Holunder, dem Baum an dem sich Judas Ischariot erhängt haben soll.

Ein im Pfälzerwald häufig vorkommender Pilz ist die seltsame „Gelbe Lohblüte“ auch „Hexenbutter“ (Fuligo septica) genannt. Der oft knallgelbe Schleimpilz bewohnt morsches Holz.
hukwa