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Dienstag, 2. August 2022

Des grünen Gottes Angesicht

Der Ruf der Wildgans 
erzählt vom nahenden Herbst 
Meisengezwitscher im Gebüsch 
Waldwelt 
entlegene Welt 
dort 
wo des grünen Gottes Angesicht 
sich spiegelt im Waldesdickicht 
die Wiese vom Tau durchtränkt 
ein leichter Wind 
niemand stört das Schweigen. 
hukwa

Donnerstag, 4. März 2021

Märzregen im Wald

 Ein leichter Märzregen fiel heute, während meines Spaziergangs durch den Wald. Einige Zeit saß ich am Ufer des Waldbachs den ich öfters aufsuche und dachte:   
Leben sollte etwas Fließendes sein, es sollte Ähnlichkeit mit einem Fluss oder Wildbach haben.  
Indem ich mich hier vom Tag durchdringen lasse ist alles Enge weit weg von mir. 
hukwa 

Dienstag, 2. März 2021

Dem Märzgeist entgegen

Während meiner Wanderungen  durch die Wälder möchte ich meine Ruhe haben. Ich laufe so dass ich nicht mit anderen Menschen zusammentreffe. Der Wald ist mir ein Heiligtum und die banalen Gespräche meiner Mitbürger stören meine Intuition. In den Wäldern werden meine Gedanken zu wehenden Winden, die ich in die Weite fliegen lasse. Ich setze mich auf einen alten, morschen Baumstumpf und schreibe ein Haiku und gebe mich den Betrachtungen der Natur hin.   
Im alten Laub vom Vorjahr 
die gelben Blüten des Winterlings 
strecken sich dem Märzgeist entgegen. 
hukwa

Samstag, 17. Oktober 2020

Waldtempel

 Es gibt Wälder die betrete ich wie einen Tempel, einfach mit Andacht. Denn was ist der Wald anderes als ein großer Tempel. Und wer seinen Dreck in den Wäldern hinterlässt ist ein Tempelbeschmutzer. 

Wenn die Wälder sich verdunkeln 
flackert meine Seele auf  
wenn die ersten Sterne funkeln 
stehe ich überwältigt da 
denn der Wald das ist mein Tempel  
wo die Seele sich entfaltet. 
hukwa

Montag, 11. Mai 2020

Gartenwunder

Mein erster Weg am frühen Morgen führt in den Garten. Das geballte Grün nehme ich mit allen Sinnen auf. Jetzt blühen Akelei und Schöllkraut. Die Krähe Kra sitzt im Ahorn und wartet auf ihr Frühstück. Unter einem vermoosten Stein haust seit Jahren eine Unke, ich besuche sie fast täglich. Meisen und Grasmücken, Sperling und Zaunkönig zwitschern fröhlich. Der kleinste Garten ist ein Wunder, ein einziger Kosmos wenn man sich Mühe gibt ihn zu entdecken.
hukwa

Donnerstag, 7. Mai 2020

Denken in den Wäldern

Die Menschen sind so profan geworden dass sie überhaupt nicht wissen dass alles Lebendige ein Wunder ist. Heute Morgen saß ich an einer freudig sprudelnden Quelle im Wald, lauschte dem Konzert der Singvögel und bewunderte die Pracht der Wildblumen. Meine Gedanken weilten bei den Bäumen, Felsen, Tieren und Pflanzen die um mich herum waren. Reine Gedanken! Befreit von den Konsum- und Schmutzwässern der Gesellschaft. In den Wäldern soll der Mensch metaphysisch denken.
hukwa

Mittwoch, 6. Mai 2020

Pantha rei oder das Symbolon

Am frühen Morgen saß ich im Auwald und las in Vladimirs Soloukhins Buch "die Pflanzen". Darinnen diesen Abschnitt gefunden: "Wir zertrampeln die Kräuter zu Staub, wir entblößen die Erde durch Bulldozer und Traktoren, wir bedecken sie mit Beton und glühendem Asphalt. um uns von den Abfällen zu befreien, den unsere Höllenmaschinen übrig lassen übergießen wir sie mit Öl, Asphalt, Säuren, Alkalis und anderen Giften. Verfügen wir über so viele Pflanzen? Ich kann mir vorstellen das der Mensch gezwungen ist irgendwann in einer Wüste zu leben, weil er allles Lebnswerte vernichtet".
Die alte griechiche Weisheit pantha rei, alles fließt - zog durch meine Gedanken nach dem Lesen. Ich betrachtete die wunderschöne Blütenpracht und der Logos Gedanke des heraklit kam mir in den Sinn, demzufolge der Logos sich als ein und derselbe sowohl in unserer Seele als auch in der Welt befinde und es deshalb dem Menschen möglich sei, mit seinem Verstand zu deuten, was die Sinne ihm andeuten. In solchen Momenten werden die philosophischen Symbole (symbolon) zur äußeren und inneren Wirklichkeit.
hukwa

Dienstag, 5. Mai 2020

Früh am Morgen

Am frühen Morgen noch vor Sonnenaufgang in den Wald gegangen. Eine Stunde lang dem Vogelkonzert gelauscht.
Auferwacht aus den Wirren 
einer Traum durchtränkten Nacht  
will der Morgen uns versöhnen 
mit dem Schattenland der Nacht. 

In der frühen Morgenstunde 
scheinst du uns in roter Pracht 
und in dem verklärten Scheine 
eine andere Welt erwacht. 
hukwa
 

Sonntag, 3. Mai 2020

Maiblüte beim Haselbrunnen

Früh am Morgen war ich in dem kleinen Auwäldchen beim Haselechterbrunnen. Die Sumpfdotterblummen stehen in voller Blüte, ein gelbes sonniges Meeer mitten im Wald, wunderschön. Ich achtete mal genau daruf was hier so alles wächst und blüht und wurde überrascht. So fand ich. Scharbockskraut, Aronstab, Maiglöckchen, Wiesenschlüsselblume, Rasenschmiele, Gelber Eisenhut, Gemeine Waldrebe und Bärlauch auf engstem Raum.
hukwa

Dienstag, 28. April 2020

Theophanie

Jeder Baum, jede Pflanze, jedes Tier sind eine Theophanie des grünen Gottes. Nur der Mensch scheint eine Geburt des Dämonischen zu sein schließlich empfindet er eine große Freude an der Zerstörung der Natur.
hukwa

Freitag, 24. April 2020

Die tiefliegenden Dinge

Ich saß heute Morgen beim alten Apfelbaum an der "Plätschenmauer", diese Mauer ist uralt. ich bin das Jahr über öfters hier und beobachte die Erscheinungen der Natur. Von hier aus kann man wunderbar den Flug des Baumfalken betrachten. Oft steht er über den Feldern um einen Augenblick später in die Tiefe zu stoßen. Ich lausche dem Gesumm der Insekten und bewundere die Pflanzenwelt um mich herum. Da kommt mir ein Satz Platons in den Sinn:  "Die tieferliegenden und ursprünglichen Dinge kennt Gott allein", sagt Platon im Timaios: "Von den Menschen nur der, den er lieb hat". 
hukwa

Donnerstag, 23. April 2020

Auferstehung

Ich sitze am Ufer des kleinen Wildbachs, versunken in philosophischer Schau. Über mir ein wolkenloser blauer Himmel. Aus dem Dickicht dringt das Gezwitscher eines Zaunkönigs und direkt vor mir haben die ersten Sumpfdotterblumen zu blühen begonnen. Die Natur lehrt uns eine Wiederauferstehung. Täglich kann man das nun beobachten und der Mensch ist Teil dieser Auferstehung.
hukwa

Mittwoch, 22. April 2020

Flackerndes Erwarten

Am Mittag saß ich einige Zeit an der alten Mauer am Dorfrand, bei strahlendem Sonnenschein dachte ich an den Satz des Parmenides: Warum ist eigentlich Sein und nicht Nichtsein? Neben der Mauer fängt eine große Wiese an voller gelber Löwenzahnblüten und mitten auf der Wiese blüht nun auch der Ginster. Ich holte den Stift hervor und schrieb ein Gedicht:
Gelb leuchtet auf der Wiese 
der Löwenzahn 
Wind weht seinen Blütenduft heran 
ein Seelenhauch 
mir aus der Kindheit herweht   
ein Junge der über eine Wiese geht  
am blauen Himmel der Turmfalke steht 
ein leichter Windzug 
die alte Feldulme bebt 
in flackernden Erwarten 
der Ginster auf der Wiese steht. 
hukwa

Sonntag, 19. April 2020

Naturdialoge

Ich bewundere die starken Keimlinge des Knöterichs im Garten und schaue in den blauen Himmel und erwarte bald die ersten Schwalben. Der Holunder strotzt in seinem frühen Grün. Täglich blüht und grünt nun eine neue Kreatur der Natur auf. Ich lebe ganz in diesem kreatürlichen Wachstum der wahren Geschöpfe um mich herum. Eine Wollbiene lässt sich auf meinem Tagebuch nieder und ich denke: in diesen Tiefen der Natur finden die wahren Dialoge statt.

Montag, 13. April 2020

Bei der alten Wildkirsche

In der Nacht dachte ich an die Wildkirsche die nahe dem Fichtenhain steht denn ich öfters aufsuche. Gleich heute Morgen ging ich aus dem Haus um sie zu besuchen. Eine Weile stand ich unter ihren Blüten ganz meditativ versunken und in Kommunikation mit diesem Baumwesen. 
Der Wind weht mir den Duft 
von Kirchblüten entgegen 
treibt Lichtmuster über den Waldweiher 
hier 
im innern der Wälder 
herrscht immer Bewegung 
eine Unsichtbare Energie  
entströmt dem Wald 
ich bewundere das Rindenmuster der Wildkirsche   
am Waldweiher 
stand der Reiher am Ufer
hukwa

Freitag, 10. April 2020

Innen und Außen

Früh am Morgen saß ich beim alten Birnbaum am Feldweg und beobachtete eine Kreuzspinne die ihr Netz spannte. Einen Organismus kann man auf zweierlei Arten betrachten: entweder als aus Teilen oder Einzelorganen aufgebaut, dann erkenne ich auch nur einen Teil des Seins oder als ein in sich geschlossenes wirkendes Ganzes. Das Problem ist dass der Großteil der Menschen nur die Teile sieht und das Ganze nicht erfassen kann. Es gibt eben noch eine andere Seite der Betrachtung der Natur: die metaphysische. Sie zeigt uns das die Erscheinungswelt der Sinne, Symbole einer Wesenhaften Innenwelt sind.
hukwa

Mittwoch, 8. April 2020

Lebe dich selbst

Wir haben derzeit einen besonders schönen Frühlingsvollmond. Ich genieße ihn früh am Morgen, gegen 4.Uhr wenn die Gedanken noch rein sind und die Schmutzwässer der Gesellschaft noch nicht rauschen. Wenn die Roboter und Lemminge noch in ihrem Wohstandsschlaf liegen und ihre Konsumträume träumen beginnt meine Zeit. Um 6.Uhr bin ich dann schon im Wald und erwarte den Sonnenaufgang.
Beswegt von der Zeit
die auf ihr Ziel zusteuert
die Winde
Umwehen mich
das Rauschen der Bäume
das Murmeln der Gewässer
ich ziehe mit den Winden
allein in die Wälder
fern den Robotern
lebe ich mich selbst.
hukwa

Dienstag, 7. April 2020

Schauspiel am Morgen

Es war ein großartiges Bild das ich heute Morgen betrachten durfte. Der Volllmond ging langsam hinter den Bäumen unter und es herrschte ein orangenes Licht vor. Die Mystik des Morgens ist eine ganz andere wie die am Abend. mein ganzes Sein war von diesem Schauspiel des frühen Morgens durchdrungen. Deutlich spürte ich meine Entfernung zur Gesellschaft und dachte einen Moment lang in einem früheren Leben wäre ich Heraklit gewesen, der Verachtungsvoll auf die Dummheit der "Vielen" herabschaute. Ich spürte wieder einmal dass ich nicht klar komme mit dieser Gesellschaft und der Rückzug von ihr für mich nur Vorteile hat.
hukwa

Sonntag, 5. April 2020

Musik des Waldes

Auch an diesem Morgen lausche ich den Geräuschen des Waldes. Schon früh zog es mich hinaus. Keine Menschen sind unterwegs. Allein mit den Elementen spüre ich das Sein der Bäume und Sträucher.

Ich  laufe durch die Wälder
denke an Blake
ein sanfter Frühjahrswind
streichelt mein Gesicht 
knorrige Äste
rauhe Kiefernzapfen
altes Laub
unter meinen Füßen
in die Ouvertüre des aufbrausenden Windes
mischt sich Vogelgezwitscher
die Musik des Waldes
erweitert meinen Geist
und ich spüre wie es ist
als Buchenblatt
durch Zeit und Raum zu schweben.
hukwa

Samstag, 4. April 2020

Zusammenspiel

Wenn man sich in den Wäldern aufhält berühren uns immer wieder Momente und Augenblicke die unserem Leben das Gefühl von Vollständigkeit und Ganzheit geben. Diese Momente der Einheit sind das Zusammenspiel von persönlichem Sein und Natur.
hukwa