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Sonntag, 25. Januar 2015

Druiden im Pfälzerwald

Vom Druidentum im Pfälzerwald gibt es so gut wie keine Überlieferungen, nicht nur weil die Druiden ihre Überlieferungen nur im Geheimen weitergaben, auch von den Druiden selbst wissen wir nichts, weil es hierüber keine Aufzeichnungen antiker Autoren aus diesem Gebiet gibt, wie wir es aus anderen Landschaften kennen. Dennoch waren die Druiden im Pfälzerwald denn die Kelten siedelten hier und das Druidentum gehört zur keltischen Welt wie die Kelten zu den Druiden, das eine ist ohne das andere nicht denkbar.
In der Zeit der gallo – römischen Besiedelung des Pfälzerwaldes gab es wahrscheinlich schon keine Druiden mehr in unserem Landstrich. Mit dem eindringen der Römer wurden sie aufs heftigste und mörderische von diesen verfolgt.
Schauen wir einfach einmal auf das europäische Druidentum, lesen wir was Zeitzeugen uns hinterlassen haben und versuchen eine Deutung so weit dies möglich ist.
In der Pfalz wurden einige Keltengräber gefunden.Vor allem die sogenannten „Fürstengräber“ von Rodenbach und von Bad Dürkheim, gehören mit zu den bekanntesten in ganz Europa.
„Druidengräber“ hat man noch keine gefunden. Man muss davon ausgehen dass die Druiden eine einfachste Erdbestattung vorzogen und daher nichts mehr von ihnen übrig geblieben ist.

Bei den Festlandkelten, also den Galliern, gab es drei Kasten die besondere privilegierte Stellungen innehatten: die Barden, die vates und die Druiden. Diese Nachricht die wir Strabo verdanken, wird durch eine ähnliche Stelle bei Ammianus Marcellinus bestätigt: „Nachdem nun die Bewohner dort allmählich eine höhere Kulturstufe erreicht hatten, entwickelten Kunst und Wissenschaft, geweckt durch Barden, Euhagen und Druiden, ein starkes Leben. Die Barden feierten, begleitet von den süßen Weisen der Harfe, die Heldentaten berühmter Männer in epischen Gesängen, während die Euhagen sich um die Erforschung der höchsten Dinge mühten und die verborgenen Gesetze der Natur zu erklären versuchten. Die Druiden, Männer von weit überragender Geisteskraft, waren – so wie Pythagoras es vorgeschrieben hatte – in Bruderschaften zusammengeschlossen; ihre Beschäftigung mit den verborgensten und höchsten Geheimnissen machte sie erhaben; in ihrer Verachtung für alles Menschliche erklären sie die Seele für unsterblich“.
Das sich Marcellinus hier auch auf Pythagoras bezog darf man nicht so wörtlich nehmen, es ist allemal nur ein Vergleich.
Die Barden hatten keine direkte religiöse Funktionen und die Euhagen waren lediglich Priester und Wahrsager. Die Macht bei den Kelten hatten letztendlich die Druiden. Sie waren bei jedem Opfer und jeder kultischen Handlung anwesend, dennoch waren sie weit mehr als nur Priester. Sämtliche antiken Texte bezeichnen sie als Philosophen, denn sie waren nicht nur die Bewahrer der Tradition, die sie in England in einer Druidenschule lernten, wo das Studium zwanzig Jahre dauerte. Doch die Religion war nur ein Teil ihres Einflussbereiches, Cäsar berichtet uns:
„Die Druiden stehen an der Spitze des gesamten Gottesdienstes, sie besorgen die öffentlichen und privaten Opfer, sie sind die Lehrer und Vertreter der Religion; bei ihnen sucht die Jugend des Landes ihre Ausbildung, und sie stehen überhaupt bei den Galliern in hohen Ehren. Denn sie entscheiden auch fast über alle öffentliche und privaten Streitigkeiten. Wurde irgendein Verbrechen begangen, ist ein Mord vorgefallen, handelt es sich um einen Erbschafts - oder Grenzstreit, überall entscheiden und bestimmen sie über Bestrafung und Belohnung. Will sich ein einzelner oder ein Volksstamm ihrem Spruche nicht fügen, so verstoßen die Druiden den Schuldigen aus der Gemeinschaft. Das ist die härteste Strafe, die es bei den Galliern gibt. An der Spitze der Druiden aber steht einer, der unter ihnen das höchste Ansehen genießt. Stirbt dieser, und ist einer da, der sich unbestritten vor allen anderen auszeichnet, so folgt ihm dieser nach. Können mehrere den gleichen Anspruch erheben, so wird von den Druiden über sie abgestimmt, oder sie machen zuweilen den Streit um die Nachfolge mit den Waffen aus. Zu einer bestimmten Zeit des Jahres halten die Druiden im Carnutenlande, das als der Mittelpunkt von ganz Gallien gilt, an einem geweihten Ort einen Gerichtstag ab. Die lehre der Druiden stammt, wie man glaubt aus Britannien und ist erst von da nach Gallien verpflanzt worden, und auch jetzt noch begeben sich diejenigen, welche die Sache recht gründlich lernen wollen, zu ihrer Ausbildung nach Britannien. Die Druiden nehmen gewöhnlich nicht am Kriege teil und zahlen auch keine Steuern wie die übrigen; sie sind vom Heerdienst wie überhaupt von allen Lasten befreit. Diese großen Vorteile sind die Ursache, dass viele teils aus eigenem Entschluss, teils von Eltern und Verwandten dafür bestimmt werden. Sie sollen eine große Menge von Versen auswendig lernen. Einige bleiben daher zwanzig Jahre in der Lehre. Es ist nämlich streng verboten, jene Sachen niederzuschreiben, während sich die Gallier sonst in geschäftlichen und privaten Angelegenheiten des griechischen Alphabets bedienen. Wie es mir scheint hat jene Satzung zwei Gründe: einmal wollen die Druiden nicht, dass ihre Lehre unter das Volk kommen, dann sollen die Zöglinge nicht im Vertrauen auf die Schrift die Ausbildung des Gedächtnisses vernachlässigen. Denn das kommt ja sehr häufig vor, dass man sich auf die Schrift verlässt und dabei auf das Auswendig lernen und Behalten des Gelernten nicht den gehörigen Fleiß verwendet. Vor allen Dingen suchen die Druiden die Unsterblichkeitslehre zu fördern. Außerdem beschäftigen sie sich ausgiebig mit den Gestirnen und ihren Bewegungen, mit der Größe der Welt und der Erde, der Natur der Dinge, der Macht und Gewalt der unsterblichen Götter, und in diesem allen unterrichten sie auch die Jugend“.
Cäsars Aussagen über die Druiden und die das druidische Keltentum muss man immer sehr sorgsam und kritisch lesen.
Die Römer verfolgten die Druiden wussten sie doch wie gefährlich ihre lehre dem römischen Staat werden konnte.
In seinem Buch „die Keltische Frau“ begründet Professor Jean Markale der bekannte Kelten und Druiden Forscher, den Versuch das Druidentum zu unterdrücken folgendermaßen:
„...die Druiden stellten für den römischen Staat eine absolute Bedrohung dar, weil ihre Wissenschaft und Philosophie der römischen Orthodoxie in gefährlicher Weise widersprach. Die Römer waren materialistisch, die Druiden spirituell. Für die römer war der staat eine monolithische Struktur, die sich über bewusst hierarchisch organisierte Territorien erstreckte. Für die Druiden stellte er eine auf freier Übereinkunft beruhende moralische Ordnung mit einem rein mythischen zentralen Grundgedanken dar. Das römische Recht basierte auf privatem Grundbesitz, wobei die Eigentumsrechte ausschließlich in den Händen der Familienoberhäupter lagen, während für die Druiden Eigentum immer etwas kollektives war. Die Römer betrachteten Frauen lediglich als Gebärmaschinen und Lustobjekte, die Druiden bezogen sie in ihr politisches und religiöses Leben mit ein. Daraus lässt sich ermessen wie sehr, wie sehr das subversive Gedankengut der Kelten die römische Ordnung bedrohte, obwohl dies nie offen ausgedrückt wurde...“
Einer der ersten antiken Historiker, der nach den Gründen für den Niedergang des Druidentums fragte war Plinius der Ältere. Dabei zögerte er nicht ihn der römischen Unterdrückung anzulasten. Allerdings darf man seine Behauptung, dies sei auf die Empörung der Römer, wegen der keltischen Menschenopfer in ihren Ritualen, die ja die Druiden vollzogen, nicht als glaubwürdig anerkennen. Schließlich brachten ja die Römer selbst Menschenopfern ihren Göttern dar.
In Wirklichkeit aber beunruhigte die Macht der Druiden die politischen Kreise in Rom. Auch dort, wo die Kelten einen Teil ihrer Selbstständigkeit behalten konnten, wurden die Druiden beseitigt oder mussten nach Irland fliehen.
Im irischen Epos schließlich wurden sie von den filid, von den Wahrsagern und Priestern, die bei Ammianus Marcellinus als Euhagen erscheinen, in den Hintergrund gedrängt.
Im Jahre 52 n.Chr. Wurden die Kelten bei Alesia, den genauen Ort kennen wir nicht, vernichtend geschlagen. Gallien wurde ins römische Reich einverleibt. Von nun an herrschte eine römisch – gallische Kultur in ganz Gallien und somit auch in unserem Landstrich. Die uralte spirituelle Tradition der Druiden ging im Dunkel der Geschichte verloren. Wer die Druiden wirklich waren und worin das Druidentum im einzelnen wirklich bestand werden wir wohl nie klären können. Zu tief war die Verschwiegenheit dieser keltischen Weisen.
Doch jede Religion und sei sie auch vor noch so langer Zeit untergegangen hinterlässt Spuren und Fragmente. Wir finden sie in den steinernen Hinterlassenschaften, in alten Gräbern und versteckt auch schriftlich in Märchen, Sagen und Überlieferungen.
So können wir davon ausgehen das in den Pfälzer Märchen zum Teil keltische Überlieferungen enthalten sind. Auch sie müssen auf ihre keltischen Wurzeln überprüft werden.
Zwischen der Lehre der Druiden und dem Christentum gibt es eine besonders auffällige Identität: nämlich jene Vision von der Unsterblichkeit der Seele und der Auferstehung. Das frühe Christentum hat ohne Zweifel einiges von der keltischen Religion übernommen.
So lebt die Philosophie der Druiden auch heute noch, wenn auch versteckt, in vielen Überlieferungen fort.

hukwa

Sonntag, 20. Juli 2014

Auf den Spuren der Mediomatriker im Landkreis Kaiserslautern



Das keltische Wegesystem


Die uns heute noch bekannten Römerstraßen waren zu keltischer Zeit fast alles einmal Keltenwege. So geht das keltische Wegenetz bei Johanniskreuz, sogar noch in vorkeltische Zeiten zurück, wie die Hundsstraße dort.
Von der Altstraße von Metz nach Saarbrücken führte eine Abzweigung nach Osten über Zweibrücken, Niederauerbach, wo ein römischer Burgus, stand. Von dort weiter an Waldfischbach vorbei, wo die keltische Fliehburg Heidelsburg (später römische Straßenstadion) war. Dann zog diese Straße vorbei an der Wüstung „Hundsborn“, wo später ein fränkischer Königshof errichtet wurde, bis hinauf an den seit ältesten Zeiten vorhandenen Altstraßenknotenpunkt Johanniskreuz.
Umgekehrt zieht die Hundsstraße über den Hundsberg an der Hundsweiher – Sägmühle und dem Hundsbächel vorbei zur Wüstung „Hundsborn“, dann wieder ins Schwarbachtal. Die dort fließende Schwarzbach hieß noch bis ins 16. Jh. hinein Schwarzalb.
Von Johanniskreuz aus verband ein Keltenweg weitere keltische Siedlungen. So verlief der Weg von Johannniskreuz auch nach Kaiserslautern: über den Dansenberg herkommend, über die Pfaffenbergstrasse in die Innenstadt einmündende Römerstrasse. Sie überquerte die Lauter in Richtung Donnersberg. Beim Martinsplatz gab es eine Abzweigung in Richtung Morlautern. Von dort aus zog die Straße gegen das heutige Kreuznach hin, wo eine keltische Siedlung stand.
Das wohl älteste Teilstück dieses Wegesystems geht wohl noch in vorkeltische Zeit zurück. Es ist dies die alte Salzstraße (Salzvorkommen in Nancy) kommend von Nancy über den Bliesgau zur Sickinger Höhe und hinab zur Kaiserslauterer Senke von dort zum Rhein hin strebend.
Diese Straße ist in ihrem Teilstück westlich von Kaiserslautern als „Bännerweg“ bekannt. Der Talkessel von Kaiserslautern wurde ebenfalls von Keltenwegen durchzogen. So tritt die genannte „Salzstraße“ als „Bännerweg“ direkt ins heutige Zentrum von Kaiserslautern ein. Sie zog sich südlich am Fuß des „Großen Berges“ (keltische Siedlung bei Kindsbach) her, die Bännjerstraße ist heute Teil ihrer Trasse. Nördlich vom großen Berg kam von Landstuhl her ein Keltenweg der bis zur Galgenschanze führte, hier vereinten sich die Wege mit der vorbeiziehenden Salzstraße. Von hier ab ging eine Abzweigung zum Pfaffplatz, Bleichstraße und Altenhof, sie mündete am Brunnen bei der heutigen Stiftskirche wo sie sich wieder mit der von Johanniskreuz kommenden Straße verband.
Ein weiterer Keltenweg der von Johanniskreuz ausging ist die „Hochstraße“ die nach Weidenthal führt. Von hier ging ein weiterer Keltenweg nach Bad Dürkheim.
Entlang dieser Wege finden sich einige Grabhügelgruppen und Menhire.
Die vom Wasser abhängigen keltischen Siedlungen bevorzugten Hangterrassen und Höhentäler an Quellen und Bächen, während oberhalb auf der Höhe in Anschluss an das Agrarland und an den, die Hochfläche überziehenden Fernwegen oftmals Grabhügel (bzw. Johanniskreuz) lagen.
Ein regelrechtes keltisches „Ballungsgebiet“ in unserem Landkreis war zweifelsfrei die Kaiserslauterer Senke. Sowie das Gebiet um Weilerbach – Rodenbach mit seinen berühmten Fürstengräbern.
Lit. Quellennachweise:
Karlwerner Kaiser: Der Raum Kaiserslautern in vor- und frühgeschichtlicher Zeit. Jhb. Für Geschichte des LKR. Kaiserslautern Bd. 20/21 – 1986/87
Werner Weidmann: Schwerpunkte der frühesten mittelpfälzischen wirtschafts- und Sozialgeschichte bis zu den Römern. Jahrbuch zur Gesch. des LDK. Kaiserslautern. B. 20721- 1982/83.
Hukwasearthartblog: Die Pfalzkelten, keltische Wege, die Mediomatriker, Höhenheiligtümer der Kelten in der Pfalz.




Quellheiligtümer, Tempelbezirk und Götterverehrung

Die hier siedelten Kelten gehörten dem Stamm der Mediomatriker an, deren Siedlungsgebiet sich zwischen der Mass im Westen und dem Westrand des waldigen Pfälzer Berglandes und sich im Osten mit den Flusstälern der Steinalb und der Lauter dehnte. Ihr Hauptsitz war Divodurum (Metz). Hier stand die zentrale Burg der Gottheit, des Druiden und des Stammeskönigs.
Im Bereich von Kaiserslautern finden sich einige Grabhügel. Sie gehören der Zeit von 800 v.Chr. Bis zur römischen Kaiserzeit an. Diese Grabhügel richten sich ganz nach der Beschaffenheit des Geländes. So finden sich reine Erdhügel im steinfreien Gelände, aber auch aus kleinen Sandsteinen aufgeschüttete Hügel. Der Umfang der Hügel war in der Regel mit einem oder zwei Steinkreisen markiert. Solche Steinkreise sind meist aus Findlingen gelegt. Die Erdhügel konnten für eine Einzelbestattung errichtet sein, aber auch einen kleinen Friedhof darstellen.
In Aufbau und Ausstattung heben sich die Adelsgräber deutlich von denen des einfachen Volkes ab.
Sie bestehen in der Regel aus einer aus Holz gezimmerten Grabkammer die das Haus des Verstorbenen darstellen soll. Denn Frauen gab man reichlich Schmuck mit in die „keltische Anderswelt“, den Männern Ritualwaffen. Gefäße mit Nahrung, Wein und Met, gehörten ebenso zum Grabinventar.
Manchen gab man Pferd und Wagen mit. Eine wichtige Grabbeigabe war der Bronzekessel. Auf die Gräber wurde manchmal eine Grabstele, Obelisk, gestellt.
Der größte Fund im Landkreis Kaiserslautern ist der des „Fürstengrabes von Rodenbach“, das 1874 entdeckte Hügelgrab wurde auf 400 v. Chr. datiert, also in die La – tene Zeit hinein. Dabei wurde unter anderem ein goldener Armreif gefunden. Als man diesen Armreif damals fand ging man von skythischer, griechischer oder etruskischer Arbeit aus. Erst in neuerer Zeit stellte man fest, dass es sich um einen neuen keltischen Stil handelte. Ein weiterer Schmuckfund aus diesem Fürstengrab ist ein kunstvoll gearbeiteter Goldring.
Es ist ein rätselhafter Zauber der die keltische Kultur umgibt. Ihre Mythologie verzaubert uns heute noch und bleibt uns zum großen Teil unverständlich. Sie waren Meister der Schmiedekunst und ihre Kunsthandwerker waren Genies. Kein Volk „Alteuropas“ um ein Wort des Keltologen Jan de Vries zu nutzen, hinterließ uns so viele Rätsel.

Im Bereich der Pfalz also des Teils vom ostgallischen Gebietes der Treverer und Mediomatriker, deren Hauptstädten Trier und Metz waren, pflegte man besonders die alten heiligen Kultplätze. In der Regel lagen diese tief in den Wäldern. Von den Vogesen, in den heutigen Pfälzerwald über den Hunsrück bis in die Eifel und die Ardennen.
In der römischen Kaiserzeit verbanden sich die keltischen Naturkulte mit römischen Steinreliefs.
Hier sei auch an die Gestalt des „Bumberhannes“ erinnert, denn man bis in fränkische Zeiten im Elsass und Pfälzerwald kultisch verehrte. Seine Verehrung fiel wohl in die Zeit der gallo-römischen Kultur, wo man den Kult der keltischen Götter mit römischen verband. Im keltischen Matronenkult der „Muttergottheiten“ flossen vor allem keltische und germanische Vorstellungen zusammen, während sich die römischen Einflüsse in Namenskombinationen und Götterpaaren fanden.
Bei den Matronenheiligtümern im Pfälzerwald fällt die Nähe zu Brunnen, Quellen und Flüssen auf. So vor allem am „Gutenborn“ bei Kindsbach (nähe Kaiserslautern), dort wird die Frucht- und heilbringende Symbolik der „Mütter“ besonders sichtbar.
Wenn man über die Kelten forscht fällt es einem manchmal schwer auf dem gebiet der historischen Geschichtsschreibung und der Geschichtswissenschaft zu bleiben. Die Geheimnisse dieses Volkes, ihre Mythologie und Religion verführen uns ganz schnell in jenes „Autre Monde“, also in die „keltische Anderswelt“, die auch in der Kunst der Kelten eine große Symbolik innehat.

Die Mythologie über diese Welt haben uns vor allem die Inselkelten überliefert. Doch es dürfte kein Zweifel bestehen dass auch die Festlandkelten eine Vorstellung von einer „anderen Welt“ hatten, die mit denen der Inselkelten identisch war.
Wir wissen das es zwischen Cornwall und dem Festland einen regen Zinnhandel gab und es wird wohl niemand ausschließen dass hier wohl auch ein religiöser Austausch stattfand. Wir können davon ausgehen dass auch die Mediomatriker an die Anderswelt glaubten. In jener Epoche war Handel und Handwerk auch immer mit Götterkult verbunden. Jacques Moreau schrieb einmal: „Die Kelten denen der Gebrauch der Schrift durchaus bekannt war, hielten es zweifellos für nicht erlaubt, die Eingebungen ihrer Dichter – diese unmittelbaren Lebensoffenbarungen – einem toten und erstarrten Medium, dem Buchstaben anzuvertrauen.“
Wahrscheinlich hüteten sich die Kelten geschickt davor, das ihre Mythologie ihr heiliges Inneres, nicht durch das Profane gestört wurde.



Die Heidenfelsen bei Kindsbach
ein keltisches Quellheiligtum mit Tempelbezirk

Die bereits erwähnten „Heidenfelsen“ bei Kindsbach stellten ein keltisches Quellheiligtum dar an das sich ein Tempelbezirk anschloss.
Die beiden „Heidenfelsen“ liegen im Biedenbachtal bei Kindsbach etwa 13. Kilometer von Kaiserslautern entfernt. Der „Bieten“- das bedeutet Grenzbach bildet hier die Grenze zwischen den Gemarkungen Landstuhl und Kindsbach. Am südlichen Talschluss liegen zwei wenig in den steilen Hang eingeschnittene Mulden. In der östlichen der beiden entspringt der „Gutenborn“. Seit dem ersten Jahrhundert vor Chr., wahrscheinlich schon früher, wird der Gutenborn als heilkräftig angesehen und verehrt. Bei der Quelle wurde eine Töpferei aus dem 3.Jh. Ausgegraben, die ausschließlich Henkelkrüge herstellte. Die einheimische gallorömische Bevölkerung die hier lebte, hat also dieses Wasser genutzt und auch mitgenommen. In den beiden Heidenfelsen sind Reliefs eingemeißelt, die keltische Fruchtbarkeitsgöttinnen und Priester vor einem Opferaltar darstellen. Hier handelt es sich um einen „heiligen Bezirk“ der keltischen Mediomatriker. In den letzten Jahren ergaben Untersuchungen des Wassers vom Gutenborn das dieses borhaltig ist und nur das Wasser dieser Quelle und nicht dass der umliegenden Brunnen und Quellen.
Wenn wir nun einige der Gesamtfunde die bei den Heidenfelsen gemacht wurden, sie befinden sich heute zum großen Teil im historischen Museum in Speyer, ansehen bekommen wir einen ersten Einblick in Religion und Mythologie der Mediomatriker.
Wenn wir uns mit der Götterverehrung der Kelten beschäftigen, sind wir auf wenige und spärliche Texte antiker Autoren, fast ausschließlich griechischer und römischer Herkunft angewiesen. Die Gallier haben keine schriftliche Zeugnisse ihrer Religion hinterlassen, abgesehen von wenigen in gallischen Wörtern und griechischer oder römischer Schrift verfassten äußerst kurzen Weiheinschriften in Steinreliefs, wie z.b. in Weilerbach (Trier) Bei diesen finden wir lediglich einige wenige Götternamen oder religiöse Monatsbezeichnungen. Wir werden auf der Suche nach „den Göttern der Kelten“ auch immer wieder auf weibliche Gottheiten stoßen: die Provence, Irland, das Rheinland und das Gebiet dass in dieser Abhandlung im Vordergrund steht.
Wir können mit Sicherheit davon ausgehen dass die Natur mit ihren Bergen, Höhen, Quellen, Bäumen und Pflanzen von altersher im Kult der Kelten eine äußerst wichtige Rolle spielten. Es sind vor allem die Baum- und Quellenkulte die bei den Galliern in ihren heiligen Riten wichtig waren. Aber auch die Tierverehrung wird uns immer wieder begegnen. Bei der Verehrung heiliger Bäume stoßen wir immer wieder auf Namen wie Robus einem Eichngott, deus Fagus- der Buchengott und Sex Arbores den „sechsbäumigen Gott“. Wir finden einen deus Alisanus als Ebereschengott und Abellio als Apfelbaumgott. Der Apfelbaum dürfte neben der Eiche einer der wichtigsten Kultbäume der Kelten gewesen sein.


Die kultische Verehrung der Tiere finden wir wie schon erwähnt ebenfalls. Merkur als Nachfolger eines keltischen Gottes wird vor allem bei den Galliern meistens von einem Widder begleitet. Dem Mars war der Stier geweiht, wir wissen von den Stieropfern der Druiden. Hund und Hase gehören zur Symbolik der Muttergottheiten. Ein bekannter keltischer Gott ist Cernunnos, der Hirschgott. Epona, eine Pferdegöttin wurde auch in unserem Gebiet verehrt. Von Artio, der Bärengöttin, finden wir eine steinerne Inschrift bei Weilerbach (Landkreis Trier). Bei den Vögeln sind es Reiher, Rabe und Taube die in der Mythologie eine bedeutende Rolle spielten. Es waren Raben die einst den Wanderzug der Kelten unter Bellovesus und Segovesus begleitet haben, und man nennt sie „göttliche Raben“.
Wir finden vor allem im Gebiet der Belger und Remer immer wieder Darstellungen des dreiköpfigen Gottes. Hier handelt es sich um die belgische Version des gallischen Gottes Mars – Teutates. Seine Attribute sind: Hahn, Schildkröte, Widder, Beutel. Dieser Gott wird auch gern mit Mercurius identifiziert. Die Dreiheit spielt in Religion und Mythologie der Kelten eine große Rolle. Aus dem irischen Sagenkreis sind Gestalten bekannt die sich verdreifachen können, in Gallien finden wir Tierdreiheiten, wie die drei Kraniche, die den Stier begleiten (Tarwos, Trigaranos). Vor allem aber finden wir Stiere mit drei Hörnern und die Götterdreiheiten (Matres).
Bei den Kelten symbolisiert die Dreiheit - Kraft und Vollkommenheit, so stellt die dreiköpfige Gottheit die „mächtige“ Gottheit dar.
Der Schlangengott wird meist mit dem Hirschgott dargestellt. Die Schlange repräsentiert zum einen die Unterwelt, wird aber auch als heilige Erdschlange gedacht.
Ein weiterer wichtiger Gott war der Hammer- und Schlegelgott der auch in unserem Gebiet verehrt wurde. Dieser wird oft von einem Hund begleitet.
Karlwerner Kaiser der die Kelten in unserem Gebiet lange erforschte hat über deren Götterkult geschrieben: „Im Kult hat sich bei dem Keltentum des oberrheinischen Raumes seit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert ein Götterhimmel mit Hochgöttern entwickelt. An der Spitze steht der Himmels- und Sonnenkönig, Herr der Gewitter, Taranis oder Taranucmus. Neben ihm findet die große Erdmutter Verehrung. Schutzgottheiten und Heilgottheiten wie die Pferdegöttin Epona und der Gott der Wälder Vosegus, auch Silvanus in dieser Rolle, so wie Sivona werden wie alle in einem bildlosen und bis zum ende der Vorzeit noch tempellosen Kult in heiligen Hainen und auf heiligen Bergeshöhen angerufen“.
Der Fruchtbarkeitskult einer naturnahen Bevölkerung findet auf diese Weise in großen Steinstelen als Himmelsträger seinen Ausdruck.
Mit der Eingliederung der Gallier unseres Gebietes in die Kultur des römischen Imperiums nehmen die keltischen Gottheiten auch in unserem Raum Gestalt in Stein an und werden zunehmend in heiligen Tempelbezirken angebettet.
Diese gallorömische Entwicklung, also dass ineinanderfließen römischer und keltischer Götter können wir am Beispiel der Heidenfelsen bei Kindsbach genau feststellen. Dieses wahrscheinlich in spätrömischer Zeit zerstörte Quellheiligtum verdient daher besondere Erwähnung.
Das mit einer kleinen Tempelanlage verbundene Heiligtum war wohl mit einer großen Anzahl von Steinreliefs bestückt von denen heute noch einige existieren. Man erkennt Götterdarstellungen und Opferszenen.
Merkur und Rosmerta sind vertreten, ebenso Jupiter und drei weibliche Fruchtgottheiten, wahrscheinlich Eponen, Pferdegottheiten. Es handelt sich hier mit größter Wahrscheinlichkeit um Muttergottheiten halten sie doch im Schoß einen Korb mit Früchten oder ein Füllhorn und die mittlere könnte auch ein Kleinkind halten. Wir erkennen eine Göttin auf einem Pferd, wahrscheinlich Epona. Hier ist zu vermerken das vor allem in der Westpfalz die Gallier eine Intensive Pferdezucht betrieben.

Lit. Quellenangaben und Lit. Hinweise

Karlwerner Kaiser : der Große Berg bei Kindsbach in
Pfälzerwaldkalender 1988
K. Kaiser: Der Raum Kaiserlautern in vor- und frühgeschichtlicher Zeit
Jacques Moreau: Die Welt der Kelten Verlag Phaidon
Arnulf Krause: Die Welt der Kelten- Geschichte und Mythos eines rätselhaften Volkes
Verlag Nicol
Fritz Baumgart: Dumonts kleine Kunstgeschichte
Pierre Grimal: der Hellenismus und der Aufstieg Roms; Verlag Fischer TB.





Das gallische Heiligtum
Heiligtümer, Tempelanlagen und heilige Plätze der Gallier

Es ist uns Heutigen nicht möglich dass Denken der Kelten zu verstehen. Zu dunkel ist die Geschichte der keltischen Stämme. Mehr als die Geschichtswissenschaft ist die Archäologie die Wissenschaft die immer wieder einen Lichtstrahl ins Dunkel der Geschichte wirft.
Mit einiger Sicherheit wissen wir dass die Gallier ein sehr ausgeprägtes transzendentales Denken hatten und sich in ständiger Abhängigkeit von übernatürlichen Mächten umgeben fühlten. Mit diesen „Natur- und Allmächten“ standen sie in regem Kontakt, an Plätzen von denen sie annahmen dass sich dort diese Mächte offenbarten und das man über Opferhandlungen mit ihnen in Kontakt treten konnte und sie günstig stimmen konnte.
Dennoch können wir trotz der sensationellen Grabfunde (vor allem Fürstengräber) der letzten Jahrzehnten, aber auch darüber hinaus uns dem religiösen Denken dem kultischen Handeln der Kelten nur annähern ohne dabei uns eine objektive Meinung zu bilden.
Die Erforschung der gallischen Heiligtümer erweist sich im Gegensatz zu Siedlungen, Oppidas und Gräbern als weitaus schwieriger. Dies hat verschiedene Gründe. Zum einen bestanden diese Heiligtümer in der Regel aus Holzbauten, also einem sehr vergänglichen Material wenn wir in den Zeiträumen der Geschichte messen. Zum anderen kannten die Gallier nicht die Trennung zwischen religiöser und profaner Welt. Die Religion war untrennbar mit den Handlungen des Alltags verbunden, handelte es sich um das Mahlen von Getreide, um den Hausbau oder die Herstellung von Werkzeugen, Waffen und Textilien.

Natio est omnis Gallorum admodum detita religioni bus: „Das ganze Volk der Gallier hält viel von rituellen Handlungen und Magie“, lesen wir bei Cäsar.
Plinius der Ältere berichtet, dass die Druiden Eichenhaine besonders pflegten da der Eichenlaubschmuck wichtig für die Opfer sei, auch die auf den Eichen wachsende Misteln seien heilig und heilend. Von Eichenhainen als heilige Plätze wussten auch Lukan und Tacitus zu berichten.
Der gallische Begriff für Kultstätte ist uns überliefert. So heißt es in einer, in gallischer Sprache und griechischer Schrift verfassten Weiheinschrift aus der Provence, dass ein Segomaros der Göttin Bellisama ein „nemeton“, ein Heiligtum gestiftet habe. 
hukwa

Sonntag, 25. Mai 2014

Die Heidenfelsen bei Kindsbach - ein keltisches Quellheiligtum mit Tempelbezirk

Die„Heidenfelsen“ bei Kindsbach stellen ein keltisches Quellheiligtum dar, an das sich ein Tempelbezirk anschloss.
Die beiden „Heidenfelsen“ liegen im Biedenbachtal bei Kindsbach etwa 13 km von Kaiserslautern entfernt. Der „Bieten“- das bedeutet Grenzbach, bildet hier die Grenze zwischen den Gemarkungen Landstuhl und Kindsbach. Am südlichen Talschluss liegen zwei ein wenig in den steilen Hang eingeschnittene Mulden. In der östlichen der beiden entspringt der „Gutenborn“. Seit dem ersten Jahrhundert vor Christus, wahrscheinlich schon früher, wird der Gutenborn als heilkräftig angesehen und verehrt. Bei der Quelle wurde eine Töpferei aus dem 3. Jahrhundert ausgegraben, die ausschließlich Henkelkrüge herstellte. Die einheimische gallorömische Bevölkerung die hier lebte, hat also dieses Wasser genutzt und auch mitgenommen. In den beiden Heidenfelsen sind Reliefs eingemeißelt, die keltische Fruchtbarkeitsgöttinnen und Priester vor einem Opferaltar darstellen. Hier handelt es sich um einen „heiligen Bezirk“ der keltischen Mediomatriker. In den letzten Jahren ergaben Untersuchungen des Wassers vom Gutenborn, das dieses borhaltig ist. Dies betrifft nur das Wasser dieser Quelle, nicht das der umliegenden Brunnen und Quellen.
Wir können mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Natur mit ihren Bergen, Höhen, Quellen, Bäumen und Pflanzen von altersher im Kult der Kelten eine äußerst wichtige Rolle spielten. Es sind vor allem die Baum- und Quellenkulte die bei den Galliern in ihren heiligen Riten wichtig waren.

Mit der Eingliederung der Gallier unseres Gebietes in die Kultur des römischen Imperiums nehmen die keltischen Gottheiten auch in unserem Raum Gestalt in Stein an und werden zunehmend in heiligen Tempelbezirken angebetet.
Diese gallorömische Entwicklung, also dass ineinanderfließen römischer und keltischer Götter können wir am Beispiel der Heidenfelsen bei Kindsbach genau feststellen. Dieses wahrscheinlich in spätrömischer Zeit zerstörte Quellheiligtum verdient daher besondere Erwähnung.
Das mit einer kleinen Tempelanlage verbundene Heiligtum war wohl mit einer großen Anzahl von Steinreliefs bestückt von denen heute noch einige existieren. Man erkennt Götterdarstellungen und Opferszenen.
Merkur und Rosmerta sind vertreten, ebenso Jupiter und drei weibliche Fruchtbarkeitsgottheiten, wahrscheinlich Eponen, die Pferdegottheiten. Es handelt sich hier um Muttergottheiten, halten sie doch im Schoß einen Korb mit Früchten oder ein Füllhorn. Die mittlere könnte auch ein Kleinkind halten. Wir erkennen eine Göttin auf einem Pferd, Epona. Hier ist zu vermerken, dass die Gallier vor allem in der Westpfalz eine intensive Pferdezucht betrieben.
Das Quellheiligtum ist für jeden, der sich für die Kultur der Kelten interessiert, einen Besuch wert!
hukwa

Literaturhinweise

Karlwerner Kaiser : der Große Berg bei Kindsbach in Pfälzerwaldkalender 1988
K. Kaiser: Der Raum Kaiserlautern in vor- und frühgeschichtlicher Zeit


Sonntag, 2. Februar 2014

Die Mediomatriker im Landkreis Kaiserslautern - Quellheiligtümer, Tempelbezirk und Götterverehrung

Die hier siedelten Kelten gehörten dem Stamm der Mediomatriker an, deren Siedlungsgebiet sich zwischen der Mass im Westen und dem Westrand des waldigen Pfälzer Berglandes und sich im Osten mit den Flusstälern der Steinalb und der Lauter dehnte. Ihr Hauptsitz war Divodurum (Metz). Hier stand die zentrale Burg der Gottheit, des Druiden und des Stammeskönigs.
Im Bereich von Kaiserslautern finden sich einige Grabhügel. Sie gehören der Zeit von 800 v.Chr. Bis zur römischen Kaiserzeit an. Diese Grabhügel richten sich ganz nach der Beschaffenheit des Geländes. So finden sich reine Erdhügel im steinfreien Gelände, aber auch aus kleinen Sandsteinen aufgeschüttete Hügel. Der Umfang der Hügel war in der Regel mit einem oder zwei Steinkreisen markiert. Solche Steinkreise sind meist aus Findlingen gelegt. Die Erdhügel konnten für eine Einzelbestattung errichtet sein, aber auch einen kleinen Friedhof darstellen.
In Aufbau und Ausstattung heben sich die Adelsgräber deutlich von denen des einfachen Volkes ab.
Sie bestehen in der Regel aus einer aus Holz gezimmerten Grabkammer die das Haus des Verstorbenen darstellen soll. Denn Frauen gab man reichlich Schmuck mit in die „keltische Anderswelt“, den Männern Ritualwaffen. Gefäße mit Nahrung, Wein und Met, gehörten ebenso zum Grabinventar.
Manchen gab man Pferd und Wagen mit. Eine wichtige Grabbeigabe war der Bronzekessel. Auf die Gräber wurde manchmal eine Grabstele, Obelisk, gestellt.
Der größte Fund im Landkreis Kaiserslautern ist der des „Fürstengrabes von Rodenbach“, das 1874 entdeckte Hügelgrab wurde auf 400 v. Chr. datiert, also in die La – tene Zeit hinein. Dabei wurde unter anderem ein goldener Armreif gefunden. Als man diesen Armreif damals fand ging man von skythischer, griechischer oder etruskischer Arbeit aus. Erst in neuerer Zeit stellte man fest, dass es sich um einen neuen keltischen Stil handelte. Ein weiterer Schmuckfund aus diesem Fürstengrab ist ein kunstvoll gearbeiteter Goldring.
Es ist ein rätselhafter Zauber der die keltische Kultur umgibt. Ihre Mythologie verzaubert uns heute noch und bleibt uns zum großen Teil unverständlich. Sie waren Meister der Schmiedekunst und ihre Kunsthandwerker waren Genies. Kein Volk „Alteuropas“ um ein Wort des Keltologen Jan de Vries zu nutzen, hinterließ uns so viele Rätsel.

Im Bereich der Pfalz also des Teils vom ostgallischen Gebietes der Treverer und Mediomatriker, deren Hauptstädten Trier und Metz waren, pflegte man besonders die alten heiligen Kultplätze. In der Regel lagen diese tief in den Wäldern. Von den Vogesen, in den heutigen Pfälzerwald über den Hunsrück bis in die Eifel und die Ardennen.
In der römischen Kaiserzeit verbanden sich die keltischen Naturkulte mit römischen Steinreliefs.
Hier sei auch an die Gestalt des „Bumberhannes“ erinnert, denn man bis in fränkische Zeiten im Elsass und Pfälzerwald kultisch verehrte. Seine Verehrung fiel wohl in die Zeit der gallo-römischen Kultur, wo man den Kult der keltischen Götter mit römischen verband. Im keltischen Matronenkult der „Muttergottheiten“ flossen vor allem keltische und germanische Vorstellungen zusammen, während sich die römischen Einflüsse in Namenskombinationen und Götterpaaren fanden.
Bei den Matronenheiligtümern im Pfälzerwald fällt die Nähe zu Brunnen, Quellen und Flüssen auf. So vor allem am „Gutenborn“ bei Kindsbach (nähe Kaiserslautern), dort wird die Frucht- und heilbringende Symbolik der „Mütter“ besonders sichtbar.
Wenn man über die Kelten forscht fällt es einem manchmal schwer auf dem gebiet der historischen Geschichtsschreibung und der Geschichtswissenschaft zu bleiben. Die Geheimnisse dieses Volkes, ihre Mythologie und Religion verführen uns ganz schnell in jenes „Autre Monde“, also in die „keltische Anderswelt“, die auch in der Kunst der Kelten eine große Symbolik innehat.

Die Mythologie über diese Welt haben uns vor allem die Inselkelten überliefert. Doch es dürfte kein Zweifel bestehen dass auch die Festlandkelten eine Vorstellung von einer „anderen Welt“ hatten, die mit denen der Inselkelten identisch war.
Wir wissen das es zwischen Cornwall und dem Festland einen regen Zinnhandel gab und es wird wohl niemand ausschließen dass hier wohl auch ein religiöser Austausch stattfand. Wir können davon ausgehen dass auch die Mediomatriker an die Anderswelt glaubten. In jener Epoche war Handel und Handwerk auch immer mit Götterkult verbunden. Jacques Moreau schrieb einmal: „Die Kelten denen der Gebrauch der Schrift durchaus bekannt war, hielten es zweifellos für nicht erlaubt, die Eingebungen ihrer Dichter – diese unmittelbaren Lebensoffenbarungen – einem toten und erstarrten Medium, dem Buchstaben anzuvertrauen.“
Wahrscheinlich hüteten sich die Kelten geschickt davor, das ihre Mythologie ihr heiliges Inneres, nicht durch das Profane gestört wurde.


Die Heidenfelsen bei Kindsbach
ein keltisches Quellheiligtum mit Tempelbezirk

Die bereits erwähnten „Heidenfelsen“ bei Kindsbach stellten ein keltisches Quellheiligtum dar an das sich ein Tempelbezirk anschloss.
Die beiden „Heidenfelsen“ liegen im Biedenbachtal bei Kindsbach etwa 13. Kilometer von Kaiserslautern entfernt. Der „Bieten“- das bedeutet Grenzbach bildet hier die Grenze zwischen den Gemarkungen Landstuhl und Kindsbach. Am südlichen Talschluss liegen zwei wenig in den steilen Hang eingeschnittene Mulden. In der östlichen der beiden entspringt der „Gutenborn“. Seit dem ersten Jahrhundert vor Chr., wahrscheinlich schon früher, wird der Gutenborn als heilkräftig angesehen und verehrt. Bei der Quelle wurde eine Töpferei aus dem 3.Jh. Ausgegraben, die ausschließlich Henkelkrüge herstellte. Die einheimische gallorömische Bevölkerung die hier lebte, hat also dieses Wasser genutzt und auch mitgenommen. In den beiden Heidenfelsen sind Reliefs eingemeißelt, die keltische Fruchtbarkeitsgöttinnen und Priester vor einem Opferaltar darstellen. Hier handelt es sich um einen „heiligen Bezirk“ der keltischen Mediomatriker. In den letzten Jahren ergaben Untersuchungen des Wassers vom Gutenborn das dieses borhaltig ist und nur das Wasser dieser Quelle und nicht dass der umliegenden Brunnen und Quellen.
Wenn wir nun einige der Gesamtfunde die bei den Heidenfelsen gemacht wurden, sie befinden sich heute zum großen Teil im historischen Museum in Speyer, ansehen bekommen wir einen ersten Einblick in Religion und Mythologie der Mediomatriker.
Wenn wir uns mit der Götterverehrung der Kelten beschäftigen, sind wir auf wenige und spärliche Texte antiker Autoren, fast ausschließlich griechischer und römischer Herkunft angewiesen. Die Gallier haben keine schriftliche Zeugnisse ihrer Religion hinterlassen, abgesehen von wenigen in gallischen Wörtern und griechischer oder römischer Schrift verfassten äußerst kurzen Weiheinschriften in Steinreliefs, wie z.b. in Weilerbach (Trier) Bei diesen finden wir lediglich einige wenige Götternamen oder religiöse Monatsbezeichnungen. Wir werden auf der Suche nach „den Göttern der Kelten“ auch immer wieder auf weibliche Gottheiten stoßen: die Provence, Irland, das Rheinland und das Gebiet dass in dieser Abhandlung im Vordergrund steht.
Wir können mit Sicherheit davon ausgehen dass die Natur mit ihren Bergen, Höhen, Quellen, Bäumen und Pflanzen von altersher im Kult der Kelten eine äußerst wichtige Rolle spielten. Es sind vor allem die Baum- und Quellenkulte die bei den Galliern in ihren heiligen Riten wichtig waren. Aber auch die Tierverehrung wird uns immer wieder begegnen. Bei der Verehrung heiliger Bäume stoßen wir immer wieder auf Namen wie Robus einem Eichngott, deus Fagus- der Buchengott und Sex Arbores den „sechsbäumigen Gott“. Wir finden einen deus Alisanus als Ebereschengott und Abellio als Apfelbaumgott. Der Apfelbaum dürfte neben der Eiche einer der wichtigsten Kultbäume der Kelten gewesen sein.


Die kultische Verehrung der Tiere finden wir wie schon erwähnt ebenfalls. Merkur als Nachfolger eines keltischen Gottes wird vor allem bei den Galliern meistens von einem Widder begleitet. Dem Mars war der Stier geweiht, wir wissen von den Stieropfern der Druiden. Hund und Hase gehören zur Symbolik der Muttergottheiten. Ein bekannter keltischer Gott ist Cernunnos, der Hirschgott. Epona, eine Pferdegöttin wurde auch in unserem Gebiet verehrt. Von Artio, der Bärengöttin, finden wir eine steinerne Inschrift bei Weilerbach (Landkreis Trier). Bei den Vögeln sind es Reiher, Rabe und Taube die in der Mythologie eine bedeutende Rolle spielten. Es waren Raben die einst den Wanderzug der Kelten unter Bellovesus und Segovesus begleitet haben, und man nennt sie „göttliche Raben“.
Wir finden vor allem im Gebiet der Belger und Remer immer wieder Darstellungen des dreiköpfigen Gottes. Hier handelt es sich um die belgische Version des gallischen Gottes Mars – Teutates. Seine Attribute sind: Hahn, Schildkröte, Widder, Beutel. Dieser Gott wird auch gern mit Mercurius identifiziert. Die Dreiheit spielt in Religion und Mythologie der Kelten eine große Rolle. Aus dem irischen Sagenkreis sind Gestalten bekannt die sich verdreifachen können, in Gallien finden wir Tierdreiheiten, wie die drei Kraniche, die den Stier begleiten (Tarwos, Trigaranos). Vor allem aber finden wir Stiere mit drei Hörnern und die Götterdreiheiten (Matres).
Bei den Kelten symbolisiert die Dreiheit - Kraft und Vollkommenheit, so stellt die dreiköpfige Gottheit die „mächtige“ Gottheit dar.
Der Schlangengott wird meist mit dem Hirschgott dargestellt. Die Schlange repräsentiert zum einen die Unterwelt, wird aber auch als heilige Erdschlange gedacht.
Ein weiterer wichtiger Gott war der Hammer- und Schlegelgott der auch in unserem Gebiet verehrt wurde. Dieser wird oft von einem Hund begleitet.
Karlwerner Kaiser der die Kelten in unserem Gebiet lange erforschte hat über deren Götterkult geschrieben: „Im Kult hat sich bei dem Keltentum des oberrheinischen Raumes seit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert ein Götterhimmel mit Hochgöttern entwickelt. An der Spitze steht der Himmels- und Sonnenkönig, Herr der Gewitter, Taranis oder Taranucmus. Neben ihm findet die große Erdmutter Verehrung. Schutzgottheiten und Heilgottheiten wie die Pferdegöttin Epona und der Gott der Wälder Vosegus, auch Silvanus in dieser Rolle, so wie Sivona werden wie alle in einem bildlosen und bis zum ende der Vorzeit noch tempellosen Kult in heiligen Hainen und auf heiligen Bergeshöhen angerufen“.
Der Fruchtbarkeitskult einer naturnahen Bevölkerung findet auf diese Weise in großen Steinstelen als Himmelsträger seinen Ausdruck.
Mit der Eingliederung der Gallier unseres Gebietes in die Kultur des römischen Imperiums nehmen die keltischen Gottheiten auch in unserem Raum Gestalt in Stein an und werden zunehmend in heiligen Tempelbezirken angebettet.
Diese gallorömische Entwicklung, also dass ineinanderfließen römischer und keltischer Götter können wir am Beispiel der Heidenfelsen bei Kindsbach genau feststellen. Dieses wahrscheinlich in spätrömischer Zeit zerstörte Quellheiligtum verdient daher besondere Erwähnung.
Das mit einer kleinen Tempelanlage verbundene Heiligtum war wohl mit einer großen Anzahl von Steinreliefs bestückt von denen heute noch einige existieren. Man erkennt Götterdarstellungen und Opferszenen.
Merkur und Rosmerta sind vertreten, ebenso Jupiter und drei weibliche Fruchtgottheiten, wahrscheinlich Eponen, Pferdegottheiten. Es handelt sich hier mit größter Wahrscheinlichkeit um Muttergottheiten halten sie doch im Schoß einen Korb mit Früchten oder ein Füllhorn und die mittlere könnte auch ein Kleinkind halten. Wir erkennen eine Göttin auf einem Pferd, wahrscheinlich Epona. Hier ist zu vermerken das vor allem in der Westpfalz die Gallier eine Intensive Pferdezucht betrieben.

Lit. Quellenangaben und Lit. Hinweise

Karlwerner Kaiser : der Große Berg bei Kindsbach in
Pfälzerwaldkalender 1988
K. Kaiser: Der Raum Kaiserlautern in vor- und frühgeschichtlicher Zeit
Jacques Moreau: Die Welt der Kelten Verlag Phaidon
Arnulf Krause: Die Welt der Kelten- Geschichte und Mythos eines rätselhaften Volkes
Verlag Nicol
Fritz Baumgart: Dumonts kleine Kunstgeschichte
Pierre Grimal: der Hellenismus und der Aufstieg Roms; Verlag Fischer TB.


hukwa

Mittwoch, 22. Januar 2014

Das keltische Wegesystem im Pfälzerwald

Die uns heute noch bekannten Römerstraßen waren zu keltischer Zeit fast alles einmal Keltenwege. So geht das keltische Wegenetz bei Johanniskreuz, sogar noch in vorkeltische Zeiten zurück, wie die Hundsstraße dort.
Von der Altstraße von Metz nach Saarbrücken führte eine Abzweigung nach Osten über Zweibrücken, Niederauerbach, wo ein römischer Burgus, stand. Von dort weiter an Waldfischbach vorbei, wo die keltische Fliehburg Heidelsburg (später römische Straßenstadion) war. Dann zog diese Straße vorbei an der Wüstung „Hundsborn“, wo später ein fränkischer Königshof errichtet wurde, bis hinauf an den seit ältesten Zeiten vorhandenen Altstraßenknotenpunkt Johanniskreuz.
Umgekehrt zieht die Hundsstraße über den Hundsberg an der Hundsweiher – Sägmühle und dem Hundsbächel vorbei zur Wüstung „Hundsborn“, dann wieder ins Schwarbachtal. Die dort fließende Schwarzbach hieß noch bis ins 16. Jh. hinein Schwarzalb.
Von Johanniskreuz aus verband ein Keltenweg weitere keltische Siedlungen. So verlief der Weg von Johannniskreuz auch nach Kaiserslautern: über den Dansenberg herkommend, über die Pfaffenbergstrasse in die Innenstadt einmündende Römerstrasse. Sie überquerte die Lauter in Richtung Donnersberg. Beim Martinsplatz gab es eine Abzweigung in Richtung Morlautern. Von dort aus zog die Straße gegen das heutige Kreuznach hin, wo eine keltische Siedlung stand.
Das wohl älteste Teilstück dieses Wegesystems geht wohl noch in vorkeltische Zeit zurück. Es ist dies die alte Salzstraße (Salzvorkommen in Nancy) kommend von Nancy über den Bliesgau zur Sickinger Höhe und hinab zur Kaiserslauterer Senke von dort zum Rhein hin strebend.
Diese Straße ist in ihrem Teilstück westlich von Kaiserslautern als „Bännerweg“ bekannt. Der Talkessel von Kaiserslautern wurde ebenfalls von Keltenwegen durchzogen. So tritt die genannte „Salzstraße“ als „Bännerweg“ direkt ins heutige Zentrum von Kaiserslautern ein. Sie zog sich südlich am Fuß des „Großen Berges“ (keltische Siedlung bei Kindsbach) her, die Bännjerstraße ist heute Teil ihrer Trasse. Nördlich vom großen Berg kam von Landstuhl her ein Keltenweg der bis zur Galgenschanze führte, hier vereinten sich die Wege mit der vorbeiziehenden Salzstraße. Von hier ab ging eine Abzweigung zum Pfaffplatz, Bleichstraße und Altenhof, sie mündete am Brunnen bei der heutigen Stiftskirche wo sie sich wieder mit der von Johanniskreuz kommenden Straße verband.
Ein weiterer Keltenweg der von Johanniskreuz ausging ist die „Hochstraße“ die nach Weidenthal führt. Von hier ging ein weiterer Keltenweg nach Bad Dürkheim.
Entlang dieser Wege finden sich einige Grabhügelgruppen und Menhire.
Die vom Wasser abhängigen keltischen Siedlungen bevorzugten Hangterrassen und Höhentäler an Quellen und Bächen, während oberhalb auf der Höhe in Anschluss an das Agrarland und an den, die Hochfläche überziehenden Fernwegen oftmals Grabhügel (bzw. Johanniskreuz) lagen.
Ein regelrechtes keltisches „Ballungsgebiet“ in unserem Landkreis war zweifelsfrei die Kaiserslauterer Senke. Sowie das Gebiet um Weilerbach – Rodenbach mit seinen berühmten Fürstengräbern.
Lit. Quellennachweise:
Karlwerner Kaiser: Der Raum Kaiserslautern in vor- und frühgeschichtlicher Zeit. Jhb. Für Geschichte des LKR. Kaiserslautern Bd. 20/21 – 1986/87
Werner Weidmann: Schwerpunkte der frühesten mittelpfälzischen wirtschafts- und Sozialgeschichte bis zu den Römern. Jahrbuch zur Gesch. des LDK. Kaiserslautern. B. 20721- 1982/83.
Hukwasearthartblog: Die Pfalzkelten, keltische Wege, die Mediomatriker, Höhenheiligtümer der Kelten in der Pfalz.
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