Sonntag, 30. Januar 2011
Karlstalschlucht
Holundergebüsch Brennesselgerank
an den Hängen wie kaltes schwarzes Eisen
steinerne Kuppen Blöcke Baumstämme
Im Abenddämmern gleichen sie riesigen Leibern
Manchmal am Rand
so wirr so kraus
ein einsamer Weißdornstrauch
Wie Steinmetzmeiseln klingts vom Hochwald herab
des Schwarzspechts hämmern
verliert sich wildem im rauschenden Bach
verklingt im glutigen Abenddämmern
Die letzten Sonnenstrahlen dringen schwach in den Buchenwald
ein einsamer Fingerhut
harrt aus im Opferbrand
wie Götterstatuen
die Fichten am Uferrand.
hukwa
Freitag, 28. Januar 2011
Jahresring - Gedicht auf die alte Eiche im Trippstadter Schlosspark
so jugendlich dennoch verknöchert
die prallen Knospen recken nach den
Sternennächten
kurz vor der Dämmerung erscheinen die Krähen
in deinen laublosen Ästen
o alter Heidengott
O Priester unter Baumgenossen
tust du für sie die Heidenmesse sprechen
blank glänzt der Schnee
auf deinen starken Ästen
im Frühlingsregen ergrünen deine ersten Blätter
wenn andere Bäume schon
im vollen Grün dastehen
erwachst du erst
aus deinem grüblerischen Dämmern
O Herr o Priester
von andern Baumgenossen
des Kuckucksruf
erklingt aus deinen Wipfeln
geballte Kraft der festen Blättermassen
stehst du gelassen in der Mittagshitze
einsaugend brütende Sommerglut
ertönt aus deinen Kronen der Tauben Gurren
im Herbst erstarren deine grünen Blätter
des Eichelhähers buntes Gefieder
erblinkt aus deinem Geäste
Fruchthüllen spreneg goldfarben
deine Eicheln auf schwarzem Waldboden
du stiller Wandler iom Jahreslauf
Eiche
ein Jahresring hat sich für dich geschlossen.
hukwa
Donnerstag, 27. Januar 2011
Monade
Aus des Unbewussten Schäumen
Aus dem tiefsten Dunkel der Nächte
Steigen auf die Seelenkräfte
In dem Sausen der Sturmkräfte
In des Mondes weißem Schimmer
Im Geflimmer silberner Sterne
Tief versteckt und ganz verborgen
Ist das Reich der Monaden.
hukwa
Montag, 24. Januar 2011
All - Seele
Dies hat mich um den Schlaf gebracht
Ätherklang und Sternenblut
Lässt meine Seele beben
Zum All sich meine Gedanken und Gefühle erheben
Es drückt sie oft der Tag doch nicht die Nacht
Meine Seele liebt der Sterne diamantene Pracht
Zu neuem Dasein tut sie sich dort oben erheben
In der Akasha Chronik lernt sie lesen
Wie neues erst geborenes Leben
Geist will ich sein
Will ohne Zügel leben
Lichtjahre fern von dieser Erde schweben
Es schreckt kein Morgen
Schwing auf astrale Seele
Erhebe dich und Schwebe
Vereinige dich mit der Allseele.
hukwa
Montag, 17. Januar 2011
Eine Einführung in die astrologische Pflanzenkunde Teil 1
Die planetarische Übereinstimmung einheimischer Pflanzen
Wenn ich versuche einen Vortrag wie diesen zu eröffnen bin ich mir von vorneherein klar darüber, das es zum Teil ein etwas schwieriges Unterfangen ist. Schwierig aus dem Grundweil es sich um Dinge handelt, die nicht gerade dem alltäglichen Leben angehören und deshalb eben auch keine allgemeingültige Terminologie haben. Ich bitte den Hörer, als auch den Leser dieses Vortrages folgendes zu beachten :
1. Ich beziehe mich in meinem Vortrag vorwiegend auf Wildpflanzen.
2. Es gibt kein simples Nachschauen, auf Tabellen, auch beruht die Planetenzugehörigkeitder Pflanzen nicht nur auf der reinen Notwendigkeit der Mathematik sondern in Verbindjung derer mit der Intuition. Dies bedeutet also, der Pflanzenkundige muss in die Geheimnisse der Astrologie, als auch der Pflanzenkunde eingeweiht sein..
Das Wissen um die Metamorphose der Pflanzen, als auch die Konstellation der Gestirne, sind demnach eine wichtige Voraussetzung um diese Thematik praktisch umzusetzen.
Wenn wir verschiedene Kräuterbücher betrachten, dabei feststellen das es keine Übereinstimmung innerhalb der Tabellen gibt, bedeutet dies nicht ihre Verfasser hätten
Unrecht, sondern lediglich, das diese die Thematik aus verschiedenen Gesichtspunkten
betrachten. So wussten bereits die meisten Gelehrten des Mittelalters um die sichtbare
Schöpfung durch kosmische, dynamische Interaktion. Durch diese universelle Interaktion,
kommt die Durchschneidung und gegenseitige Durchdringung, der sieben planetarischen
Kräfteeinflüsse zusammen. Das " wie oben, so unten," finden wir aufs deutlichste bei
Hermes Trismegistos.
Logischer Weise erkennen wir Oberflächlich nur die mineralisch – physische Gestalt der
Pflanze, ihre Lebenskraft, das geheime Wesen der Pflanze, bleibt dem Betrachter verborgen,
wenn dieser nicht die Kraft der persönlichen Intuition nutzt.
Diese Intuition benutzte ohne Zweifel auch Goethe als dieser über seine Idee der Urpflanze schrieb. Goethe war klar, eine Pflanze ist kein Ding, kein lebloser Gegenstand, sondern ein Wesen, das beseelt ist. Natürlich ist alles was die Astralität der Pflanze betrifft unseren Augen verborgen. Dennoch – auch der trockenste Realist, wird zugeben – eine Pflanze ist ein Wesen in dem verschiedene Lebenskräfte wirken. Die Pflanze ist ein lebendiger Vorgang, ein ewiges,
ständiges Entstehen, Entfalten und im Werden begriffenes Sein, das in seinem Fortgang die
mineralischen Baustoffe erfasst und nutzt, um sie schließlich als fertige Gestalt
( Blätter, Blüten, Äste, Hülsen ), als Spur des fließenden, wandelnden Lebens hinterlässt.
Wenn die ätherischen Lebenskräfte durch den Stoff hindurchgeflossen sind, werden die zurückgelassenen Strukturen den mechanischen Gesetzen der physischen Materie überlassen.
Verwesung, Abbau, Verrottung tritt ein; in Luft, Wasser, Erde und Hitze, löst sich das Gewordene wieder auf.
Es verhält sich so wie mit der Rose Platons :
In ihrer wandelnden Erscheinung ist uns nie die ganze Pflanze gegenwärtig. Immer ist es nur
eine Phase, ein kleiner Ausschnitt, der sich im Hier – und – Jetzt manifestiert. Die größere Ganzheit verweilt im Unsichtbaren. Jede einzelne Rose ist ein Abbild der archetypischen Rose, der Urrose, die, indem sie in das materielle Dasein hinuntersteigt, in Abertausende
Einzelexemplare zerschellt. Die Einzelpflanze verhält sich zur Pflanze, ähnlich wie die
Einzelbiene zum Stock, die Einzelzelle zum Organismus, der Tropfen zum Meer. So opfert
sich die Pflanze, in die Welt der Erscheinungen hinein, und wir dürfen getrost das Opfer, das unser hiesiges Leben ja erst ermöglicht dankbar annehmen.
Die Pflanzenmetamorphose fängt mit dem sandkornähnlichen Samen – dem unscheinbaren,
harten, trockenen Eiweißsteinchen – an. Wenn die Sonnenwärme und das Wasser im Frühling an seinem Panzer rütteln, erwacht es und fängt zu wachsen an. Es wächst, wird dabei aber ein nicht immer größeres Samenkorn, sondern schwillt auf, sprengt die enge Schale, und in erstaunlichem Wandel jagt eine Senkwurzel Richtung Erdmitte, und Keimblätter streben
Richtung Sonne. Polarität – Merkmal des Lebens! Im Einklang mit kosmischen Rhythmen schreitet die Pflanze von Knospe zu Knospe, Blatt zu Blatt – nicht wie ein Mechanismus, sondern organisch mit kaum merkbaren Ahnbahnungen und plötzlich sprunghaften Schüben.
Man betrachte genau, wie die Blattformen die Elementeileiter hinaufwandeln. Schwere, erdhafte, runde, wässrige Blättchen gehen allmählich in fein – gezeichnete, spitzige, offenbar
dem Luft und Feuerelement verwandte – Gestalten über. Dann ein plötzlicher Einschlag:
Wie von einem ätherisch / Astralieschen Blitz getroffen, lodern die bunten Blütenblätter in wundersamen Farben auf. Es erscheinen Staubblätter, Stempel, Fruchtknoten – Bestäubung -,
schwellende Früchte, Samen ! Ein Reigen der Zusammenziehung und Ausdehnung, an dem sich schon Goethe erfreute ! Ist der Samen reif, schwindet die Lebenskraft. Persephone die
Vegetationsgöttin, muss sich als Same, Knolle oder Zwiebel wieder in das Erddunkel begeben, dort frische Lebensimpulse aufsaugen, die ihr von den Erdgöttern und zugleich aus dem fernen Sternenhimmel zustrahlen, ehe ein neuer Jahreslauf beginnt.
Betrachten wir nun einmal die Siegelabdrucke der Planeten im Pflanzenreich :
1. Der Mond: Der Luna untersteht alles Keimen und Aufsprießen, Faulen und Verrotten im Pflanzenreich. Wässrig aufgedunsene, schlingpflanzenähnliche Gebilde, wie Gurken und
Melonen, sind lunarer Natur. Ebenso solche mit Milchsaft, wie Mohn, Salat und Wolfsmilchpflanzen – alles giftige, schmerzstillende beziehungsweise narkotisch wirkende
Gewächse. Die Blüten der Mondpflanzen sind oft groß, ihre Farben zart Pastell bis ins Lila reichend; manche öffnen ihre Blütentrichter nur nachts.
2. Merkur: Der flinke Planet äußert sich auch im Pflanzenreich durch schnelles Sprießen und Schießen sowie raschen Wandel. Von besonderen Farben kann man weniger sprechen, eher von einem Leuchten wie man es bei einer frisch aufgehenden Weizensaat erleben kann.
Merkuriale Pflanzen haben oft schleimige, heilkräftige Säfte, wie die Aloe Vera, Hauswurz
( die übrigens auch dem Jupiter geweiht ist ), das Bingelkraut ( Mercurialis sp. ) oder das
Springkraut, das seine Samen oft meterweit streut. Merkuriale Pflanzen verholzen selten, sie
nehmen gern kriechende, windende Gestalt an.
3. Venus : Die holde Göttin schenkt der Natur ihre grüne Farbe. Venusblüten sind wohlriechend und Zart gefärbt : mit Ausnahmen reicht ihre Farbskala von
Grünlich – weiß bis ins Rosa. Medizinisch wirken diese Pflanzen kühl und lindernd;
wenn sie aber wie im Fall der Aphrodisiaka, mit Mars im Bunde stehen, ist ihre Wirkung sehr erhitzend.
4. Sonne : Die Sonnenkraft zieht die Pflanzen in die Höhe, gibt ihnen gerade Stengel und
veranlasst sie, sich rhytmisch und harmonisch zu entfalten. Der Geschmack dieser Pflanzen ist kräftig und angenehm, sowie das frische süßsauer der Äpfel. Sonnenhafte Blumen blühen weiß bis strahlend goldgelb; oft drehen sie im Tageslauf der Sonne ihr Gesicht zu. Medizinisch wirken viele der Sonnenpflanzen herzstärkend und ermutigend.
5. Mars : Dem roten Planeten gehören alle rotblühende, mit Dornen, Stacheln sowie tiefen
Pfahlwurzeln versehen, scharf, pfeffrig oder hitzig schmeckende Pflanzen. Die Staubblätter
aller Blüten gehören dem Mars. Der Mars ist Hüter vieler Heil – und Wundpflanzen.
6. Jupiter : Der Göttermonarch ist verantwortlich für das Reifen der Früchte. Ihm gehören alle aromatisch – würzigen, mit ätherischen Ölen versehene Kräuter und das süße Obst. Ölpflanzen, wie Raps und der Ölbaum unterstehen ihm. Jupiterpflanzen blühen in einer
prächtigen Farbskala von gelborange bis zum majestätischen Purpur. Relativ langsam wachsende, mehrjährige Pflanzen, darunter staatliche Bäume gehören zum Jupiter.
7. Saturn : Saturn trocknet die Pflanzen aus, lässt sie welken und sterben, dafür bildet er in ihnen die Samen aus. Langsam wachsende, dunkle, graue Gewächse mit bitterem Geschmack,
aber auch solche mit duftenden, zähflüssigen Harzen und Balsamen, wie die Tannen, gehören diesem Planeten, ebenso himmelblau blühende Blumen.
Die Wirkung der Planeten, indem sie den inneren und äußeren Kosmos, die Metalle, Steine, Pflanzen, Tiere und Menschen prägen, nannte man zur Zeit des Paracelsus die astralen
( griechisch aster = Stern ) Einflüsse. Die Astrologie versucht diese Einflüsse genau zu bestimmen. In unserer Sprache leben immer noch die Begriffe dieses Weltbildes fort, wenn wir von der Influenza ( Grippe ), also Ein – fluß, oder dem Desaster ( lateinisch des + astrum = schlechter Stern ) sprechen.
In jeder Einzelpflanze wirkt der Mond am stärksten in den Wurzeln, der Merkur in den Sprossen und Knospen, die Sonne in der Aufrichtekraft des Stammes und der Stengel,
Venus in den Blättern und Blüteblättern, Mars in den Staubgefäßen, Jupiter in den früchten und Saturn im Samen.
Die " unteren " Planeten ( Mond, Merkur, Venus ) wirken direkt über die Atmosphäre oder
indirekt über Wasser, Humus und Kalk auf die Pflanzen ein.
Die " oberen " Planeten ( Mars, Jupiter, Saturn ) werden den Pflanzen durch Kieselsteine und
Quarze vermittelt; sie strahlen sozusagen " von unten, nach oben " und kommen in Blütenfarbe, Frucht – und Samenbildung zum Ausdruck.
Im Menschen ( und im Tier ) strahlen die oberen Planeten in den oberen Teil ( Kopfende )
des Leibes ein; die unteren Planeten dagegen in die unteren Körperhälfte. wie wir schon gesehen haben, bauen die Strahlenwirkungen der Planeten verschiedene Gewebe auf und setzen Funktionen in Gang, ehe sie sich schließlich erschöpfen und in einem ihnen zugehörigen Organ, Abrundung und Ausklang finden ( z. B. Jupiter in der Leber, Merkur in der Lunge, Saturn in der Milz u.s.w. ). Das Erkennen der Planetenwirkungen in der Pflanzenwelt und in der Menschen / Tierwelt erlaubt dem Pflanzenkundigen, korrespondierende Heilpflanzenarten und – Teile mit den Körpergebieten und – Funktionen
in Zusammenhang zu bringen.
Planetenpaare
Die übereinandergeschichteten Ebenen des Kosmos muten wie eine Sahnetorte, eine
russische Puppe oder die Schalen einer Zwiebel an, wobei jede schicht die andere durchstrahlt. Dazu kommt noch die Vorstellung der Planeten als Gegensatzpaare.
So wird zum Beispiel der weiche, wässrige lebensfrische Mond, dem trockenen,
bitteren, harten Saturn gegenübergestellt. In der Volkskunde erscheinen sie als das
alte sklerotische Jahr, das vom lustigen Neujahrswickelkind abgelöst wird. Der feurige,
draufgängerische Mars gesellt sich zur kühlen, empfänglichen Venus – das Urbild des
Liebespaares. der dicke Jupiter und der gauklerische Merkur – Stetigkeit und Wandel
versinnbildlichend – erscheinen im Märchen als der König und der Schelm. Die sonne ist bei all dem die Achse und die Mitte.
Die Kräuterärzte machen von diesen Gegensatzpaaren reichlich Gebrauch, indem sie Pflanzen mit der Signatur, die einer Krankheit entgegengesetzt ist, allopathisch ( contraria ) oder Pflanzen mit der gleichen Signatur homöopathisch ( similia ) anwenden.
Das Verhältnis der Planeten zu den Elementen
Die sieben planetarischen Kräftestrahlungen, die alles formen und durchwirken, bleiben unsichtbar, bis sie sich der vier Elemente bedienen, um sich ihnen wie ein Siegelring in heißem Wachs einzuprägen und damit der Erscheinungswelt ihre Physiognomie zu schenken.
Die Elemente soll man sich nicht einfach aus passiven Stoff vorstellen. Sie entsprechen dynamischen Zuständen der Urmaterie, wobei Erde als trocken, kalt und fest gilt, Wasser als feucht, kalt und beweglich, Luft als alles was leicht, feucht, warm und sehr beweglich gilt, und Feuer als heiß, trocken und höchst wandelbar.
Die oberen Planeten stehen logischerweise in bezug zu den beweglichen, nicht wägbaren
( imponderaplen ) ( Luft, Feuer ); die unteren Planeten dagegen zu wägbaren, kalten, schweren Elementen. Diese haben mit Quantitäten, jene mit Qualitäten der Erscheinungen zu tun. Der Naturhellsichtigkeit – das wusste auch Paracelsus – erscheinen die Kräfte der vier
Elemente als Elementarwesen: Gnome ( Erde ), Nymphen ( Wasser ), Sylphen ( Luft ) und
Salamander oder Vulkani ( Feuer ). Die nächste Tabelle zeigt einige dieser Kreuzbeziehungen an.
Das Verhältnis der Planeten zum Tierkreis
Die Planeten folgen der Sonnenbahn ( Ekliptik ) von Westen nach Osten ( direkte Bewegung )
indem sie das Feld der Fixsterne durchlaufen; manchmal machen sie Schleifen in entgegengesetzte ( indirekte ) Richtung. Dabei weichen sie von der Sonnenbahn nie weiter als
15. Grad ab. Die festen Sternbilder im Hintergrund erlauben dem irdischen Beobachter, die genaue Position sowie die relative Bewegung und Geschwindigkeit festzustellen. Die alten Babylonier gliederten die Bahn der Wandelsterne und sonne in zwölf gleichmäßige Teile und gaben uns damit den Tierkreis ( Zodiakus ). Die Sonne durchwandert den Tierkreis vom tiefsten Stand ( Wintersonnenwende ) bis zum höchsten ( Sommersonnenwende ) und wieder zurück in 365 Tagen. der Mond wird inzwischen die selbe Bahn zwölfmal durchwandert haben.
Man stellt sich den Tierkreis als einen Riesenleib, den Leib des Kosmischen Urmenschen,
des Makroanthropos, vor. Jede der zwölf Regionen entspricht einer Körperregion im
mikrokosmischen Menschen.
Schöpferische Urmächte strömen aus diesem Riesenleib, aus jedem Tierkreisbild pulsieren
die Kräfte herab auf die Erde.
Sammelzeiten von Heilkräutern und planetarische Konstellation:
Es war die Kunst der alten Rosenkreuzer, deren Werke sich eingehend mit biologischen und kosmischen Rhythmen beschäftigen, die optimalen Zeiten – Jahreszeit, Mondstellung, Tag der Woche und Tageszeit – zu kennen, an denen die Heilpflanzen gesammelt werden sollen und zu denen die daraus entstandene Präparate richtig einschlagen. Das Bemühen, die richtigen
Stunden und Zeiten zu treffen, geht auf die Babylonier zurück. Die christlichen Kräutersammler ließen sich jedoch auch nicht davon abhalten : Schließlich hat König Salomo gesagt : Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde ( Pred. 3:1 )."
hukwa
Sonntag, 16. Januar 2011
Auf einen alten Freund
Freund aus Kinderzeit
Doch Frevlerhände brachten
über dich den Entscheid.
Ich höre noch dein raschelndes Lied
Wenn der Wind in deinen Blättern sang
seh noch das Licht das klare
das täglich zu deinem Haupte stand.
Du Freund meiner Kindertage.
Ein faulender Stumpf erinnert
an dein weisglühendes Blütengewebe
ein Lebenstraum schlummert
in dem was du einmal bist gewesen.
Doch wirst du wieder ausschlagen
Frucht an deinen Zweigen tragen
Ein anderes Kind wird unter deinem Schatten lagern
einen neuen Lebenstraum webend.
Wohl an schlag aus
Alter Freund
Meiner und zukünftiger Kindertage.
hukwa
Donnerstag, 13. Januar 2011
Samstag, 1. Januar 2011
Der Naturbegriff in meinem philosophischen und künstlerischen Werk
Miguel Serrano schrieb einmal über C.G.Jung: "Jung erzählte, wie er in den Augen von Tieren, die ihre Jungen auf die Welt brachten, den Ausdruck ungeheuren Leidens, der Furcht vor dem Unbekannten, gesehen habe. Er war überzeugt,, dass diese Tiere uns brauchen und darauf warten, das wir ihnen das Wesen der Natur und das Geheimnis ihres mühevollen Daseins erklären. Uns allein ist es vergönnt,, diese Dunkelheiten zu erhellen. Mit einem Wort, wir werden zum Spiegel aller Schöpfung: der Tiere, Bäume, Flüsse, Steine, Felsen und- vielleicht- sogar von Gott, denn schließlich sind wir das Bewusstsein der Welt und die Wiederspiegelung der Blume. erst nach Äonen hat uns die Natur hervorgebracht, damit wir sie in ihrer Vergänglichkeit betrachten und in ihrer Ganzheit offenbaren können. All die Elemente der Schöpfung sind sakramentale Dinge, die auf unser Kommen warten."
hukwa
Sonntag, 12. Dezember 2010
Universum und Geist sind aus dem selben Stoff
In die Regionen des Geistes vorzudringen bedeutet in den Kosmos einzugehen, denn All und Geist sind aus dem selben Stoff.
hukwa
Mittwoch, 1. Dezember 2010
Sonntag, 28. November 2010
Montag, 22. November 2010
Gedanken im Neblung
hukwa
Donnerstag, 18. November 2010
Sonntag, 7. November 2010
Die Kunst des meditativen Wanderns
Wer sich zu einer Wanderung aufmacht sollte dies bewusst tun. Wandern bedeutet sich bewegen, sich bewusst bewegen. Wenn wir spazieren gehen, laufen wir oftmals einfach los. Wenn wir zu einer Wanderung aufbrechen, haben wir in der Regel ein Ziel vor Augen: Eine Burg, ein Baum, ein Ort, eine Quelle oder sonst eine Sehenswürdigkeit. Doch wenn wir uns Wochen später an unsere Wanderung zurückerinnern, fällt uns auf, dass in der Erinnerung vor allem jene Dinge und Erlebnisse zurückgeblieben sind, die wir auf unserem Wanderweg gesehen oder erlebt haben. Denn: Der Weg ist das Ziel! Dies ist eine Weisheit die jeder erfahrene Wanderer schon einmal gemacht hat. Wandern hat viel mit „er-fahren“ zu tun. Das alte Wort fahren umfasst jede Art von Fortbewegung, wie z.B. das Wort Pilgerfahrt, Zugfahrt oder Autofahrt uns zeigt. Erfahren kommt von ervan und heißt ursprünglich nichts anderes als „reisend erkunden“. Wenn wir also etwas er-fahren wollen müssen wir uns auf den Weg machen. Meditatives Wandern hat eine Ähnlichkeit mit pilgern, auch jene die sich auf eine Pilgerreise begeben, lassen für einige Zeit ihr Alltagsbewusstsein hinter sich und machen ihren Geist offen für neue Erfahrungen.
Beim meditativen Wandern sind wir mit unserem ganzen Bewusstsein unterwegs. Das bedeutet, dass wir uns nicht nur im geographischen Sinn auf den Weg machen, sondern auch geistig. Wandern ist eben etwas Ganzheitliches.
In den gesammelten Werken Christian Morgensterns findet sich folgende Tagebuchnotiz: „Ich bin wie eine Brieftaube, die man vom Urquell der Dinge in ein fernes, fremdes Land getragen hat und dort freigelassen hat. Sie trachtet ihr ganzes Leben nach der einstigen Heimat, ruhelos durchmisst sie das Land nach allen Seiten. Und oft fällt sie zu Boden in ihrer großen Müdigkeit und man kommt, hebt sie auf und pflegt sie und will sie ans Haus gewöhnen. Aber sobald sie die Flügel nur wieder fühlt, fliegt sie von neuem fort, auf die einzige Fahrt, die ihrer Sehnsucht genügt, die unvermeidliche Suche nach dem Ort ihres Ursprungs“.
Wandern und Pilgern sind keine zwei verschiedenen Paare von Wanderschuhen, jedenfalls nicht beim meditativen Wandern. Denn bei dieser Art des Wanderns nähern wir uns wieder jenem „Urquell der Dinge“, oder versuchen es wenigstens, die Christian Morgenstern in seiner Tagebuchnotiz beschrieb. So kann meditatives Wandern zu einer „Quest“, einer Sinnsuche werden.
Wenn wir uns zu einer Wanderung aufmachen sollten wir die Banalitäten des Alltags hinter uns lassen, den wir wollen doch vom Alltagseinerlei in den All – Tag hineinwandern. Wir sollten während unserer Wanderung ein Allumfassendes Bewusstsein mit uns führen. Wir wollen die Wunder der Natur sehen und spüren, wollen im Schöpfungsalphabet von Mutter Natur lesen und den „Zuspruch“ der Wald- und Wiesenwege in uns einfließen lassen.
Während des meditativen Wanderns kehren wir zu unserem inneren Selbst zurück so ist Wandern auch ein Stückchen Therapie und Selbsterfahrung. In der freien Natur begegnet uns immer wieder Neues, jede Wanderung ist eine Erfahrung und es kann ja nur vernünftig sein den eigenen Hintergrund zu erweitern und somit für neue Erfahrungen empfänglicher zu werden. Denn beim Wandern finden wir viel Zeit für uns selbst und dies sollten wir als ein recht bedeutendes persönliches Kapital ansehen. Denn was unser heutiges Dasein ganz besonders hemmt und verwickelt macht, ist die Vorstellung der Zweckbestimmtheit, die ja inzwischen schon fast jeden Vorgang des menschlichen Lebens beherrscht. Diese Vorstellung ist ja insofern in Ordnung soweit sie unsere wirtschaftliche und verstandesmäßige Existenz betrifft, beim meditativen Wandern allerdings tritt man in eine Bewusstseinsphäre ein, die eben nicht Zweckbestimmt ist denn wir fühlen uns bei dieser Art des Wanderns der Natur und ihren Schöpfungen sehr nahe. Denn durch meditatives Wandern gewinnen wir neue Erfahrungen und erweitern somit auch unser Bewusstsein, denn die Natur ist ein Ort der Besinnung und des Entzückens. Durchdrungen von ihr kann der Mensch seine Allverbundenheit mit dem Kosmos erfahren, Natur soll uns eine Sache der Andacht sein und nicht der Ausbeutung.
hukwa
Montag, 1. November 2010
Denksatz
hukwa
Mittwoch, 20. Oktober 2010
Gespräche mit Bäumen
hukwa
Dienstag, 19. Oktober 2010
Gedanken beim Holunderstrauch
hukwa
Montag, 18. Oktober 2010
Birke am Morgen
hukwa
Sonntag, 17. Oktober 2010
Waldgedanken bei Johanniskreuz
im bunten Herbstlaub
dazu
der ruhige Flug des Bussards
unterm klaren blauen Himmel
die Haselmaus
die unter der Erde ruht
Das letzte Aufbäumen
der Herbstzeitlosen
Der Fliegenpilz
der unter der weißen Birke glüht
Geruch von Laub und Stinkmorschel
kommt mit dem Wetwind her geweht
Einsame Hirschkuh im Hochwald
wo ich alleine gehe
auf herbstlichen einsamen Wegen.
hukwa
Mittwoch, 13. Oktober 2010
(S)INNE (er)HALTEN
(S) INNE (er) HALTEN
Es gibt verschiedene Weisen die Natur zu sehen und zu erfassen, sie hat für alle nur möglichen Fragen eine Antwort bereit. Wenn wir uns in ihr bewegen müssen wir nur immer wieder einmal innehalten – dann werden wir von der Natur auch Sinn erhalten.
Während einer Wanderung durch den Trippstadter Wald wird die umgebende Mitwelt uns dies bestätigen. Menschen von heute begegnet die Natur anders als sie z.B. unseren Urgroßeltern begegnete. Sahen diese in den unendlichen Räumen des Kosmos das Himmels- und Sternenzelt, Sonne und Mond noch als Licht und Lampe eines friedvoll in sich ruhenden Erdentages und die alte Mutter Erde als fruchtbaren Boden allen Lebens, so können viele Menschen von heute diese Anschauungen oft nicht mehr nachempfinden. Und dennoch, wenn wir den Wald betreten, scheint es uns da nicht, dass mit einem Mal manches Schwere von uns fällt, dass wir Stress und Hektik plötzlich hinter und lassen können? Der Wald wird uns zu einem letzten Reservat eines romantischen Gefühles. Wälder öffnen nicht nur unsere Sinne, sie schenken unserem Leben auch Sinn, wir müssen nur Ausschau halten nach den „Kindern des Waldes“, den Pflanzen, Vögeln, Bäumen und Tieren. Was kann uns bei einem Waldspaziergang doch alles begegnen? Der plötzliche Ruf des Schwarzspechtes, das leise Klagen eines einsamen Vogels, im Gebüsch taucht plötzlich ein Reh auf, im Wind ächzen die Bäume.
Wir müssen nur immer wieder inne halten können, dann können wir auch teilnehmen an den Wundern der uns umgebenden Natur, an ihrer Fülle, an ihrem Reichtum.
Der deutsche Naturphilosoph und Ethnobotaniker Gustav Schenk schrieb einmal: „Die blaue Blume der Romantik wuchs nirgendwo – aber sie lebte, wenn auch nur als Sinnbild grenzenlosen Geistes. Sie war ein Ziel das von vorneherein nicht erreicht werden konnte. Sie war Geist und Fülle einer leidenschaftlichen Sehnsucht und nicht würdiger und weiser konnte eine an das unendliche verlorene Seele irdische Gestalt annehmen als in einer Pflanze. Sie hatte vor aller Wirklichkeit eines voraus: Ebenso wie sie nie gefunden wurde, konnte sie niemals verloren gehen – und kein Stachel des Schmerzes blieb zurück.“
Dies ist es, was wir von der großen Lehrmeisterin Natur lernen können, wenn wir bereit sind manchmal innezuhalten. Jenes Gefühl einer Wiederverzauberung mit der uns umgebenden Natur, eben: Im Leben einen Sinn erhalten.
Es soll Menschen geben die über das „Schweigen“ im Wald erschrecken, doch ist diese Stille des Waldes nicht gerade seine Antwort an uns?
Der chilenische Dichter Pablo Neruda drückte das so aus:
Ich, der ich in einem Baum aufgewachsen,
hätte mancherlei zu erzählen,
doch da ich viel erfuhr von der Stille,
habe ich mancherlei zu verschweigen.
Dies ist eine der Philosophien des Waldes, seine Antwort an uns. Wir können dies jederzeit feststellen, dann, wenn wir ihn aufsuchen und bereit sind für einen Moment innezuhalten.
Montag, 11. Oktober 2010
Spaziergang entlang des Philosophenweges
Ein Spaziergang entlang des Trippstadter Philosophenweges
Wer im Spätherbst oder im Winter sich zu einem Spaziergang entlang des Trippstadter Philosophenweges aufmacht, wird von der romantischen Herbheit dieses Landstriches gewiss begeistert sein.
Hier, wo dunkel bewaldete Hügel den Horizont verstellen und zugleich eine Weite ahnen lassen, versinkt der Wanderer schnell in tiefe Gedanken.Selten, dass man auf diesem Weg jemandem begegnet. Was hier vorherrscht ist Stille.
„Nur wer in die Stille geht, kann sich selbst und der Welt wirklich begegnen“ schrieb einst ein großer Philosoph. Wir dürfen natürlich nicht mit dem Körper in den Wald gehen, „ohne mit dem Geist angekommen zu sein“.
Ist es nicht gerade die raue, karge Jahreszeit, der Spätherbst und der Winter, die oft für den Wanderer die ergiebigsten sind? Sie fordern seinen Geist und seine Phantasie heraus. Dass rauhes Wetter das Denken fördert ist in der Philosophie allgemein bekannt. Wenn Regen und Schnee die äußere Sicht einschränken, wendet der Blick sich nach innen. Und wenn auf den Feldern die Ernte eingebracht ist, fährt auch der ernsthafte Wanderer seine Ernte ein.
Wer denkt der Wald wirke im Winter eintönig, der täuscht sich gewaltig. Gerade jetzt kann man die Phänomene der wandelbaren Natur besonders gut erkennen und viel Neues entdecken: Die wunderbaren Farbnuancen der flüchtigen Wolken am Abendhimmel, die Wirkung des Lichts das im Winter besonders sanft in die Baumkronen fällt. Das weiche und zarte Gezwitscher der Meisen, die Spuren von Vögeln und Wild im Schnee.
Wer genau hinschaut, wer sie beobachtet die Wunderwelt am Wegesrand, dem offenbart sich in der kalten Jahreszeit die Natur als eine „Sprache“ in der sich eine höhere Wirklichkeit offenbart. „Die Natur ist ein so riesiges und allumfassendes Wesen, dass wir ihr Antlitz nicht einmal ansatzweise erkennen können“, schrieb Henry David Thoreau. Nun, er musste es wissen, schließlich ist er der berühmteste Spaziergänger der Literaturgeschichte. „Um ein Wanderer zu sein, braucht man eine Berufung direkt vom Himmel. Man muss in die Familie der Spaziergänger hineingeboren werden. Ambulator nascitur, non fit – Spaziergänger kann man nicht werden – man ist es durch Geburt“, war seine Meinung.
Gerade hier, bei einem gemütlichen Spaziergang entlang des Philosophenweges kann in uns der Gedanke aufkeimen, dass die äußere Natur auch ein Weg sein kann die eigene wahre innere Natur wieder zu entdecken.
In der waldreichen Umgebung von Trippstadt finden Wanderer und Spaziergänger immer wieder jene kleinen Wunder der Natur die Fauna und Flora hier zu bieten haben. Schließlich ist die Natur weit mehr als nur eine Welt materieller Erscheinungen, für den berühmten amerikanischen Philosophen Ralph Waldo Emerson war sie: „die sprachliche Offenbarung des immateriellen Seinsgrundes der Allseele“.
Hier im winterlichen Pfälzerwald kann es passieren, dass der Wanderer sich plötzlich eingebunden fühlt in den Kreislauf der Natur, dass er mit einem Male jenes „Licht der Natur“ von dem der deutsche Philosoph Schilling so begeistert schrieb, in sich aufgehen spürt.
Der Spaziergänger wird auf jeden Fall viel mitnehmen von den winterlich-einsamen und romantischen Waldwegen des Pfälzerwaldes.
Sonntag, 10. Oktober 2010
Brunnen der Erinnerung
hukwa
Dienstag, 5. Oktober 2010
Wiederverzauberung der Natur
hukwa
Sonntag, 3. Oktober 2010
Fensterblick oder Gespräch mit der Erdmutter
Wenn ich jetzt da der Morgen heraufdämmert nach Westen blicke, sehe ich einen bewaldeten Bergrücken. Davor ein tiefes Waldtal. Feuchter, weißer Nebel steigt aus dem Tal empor und schenkt der Landschaft einen bizarren Ausdruck. Bald taucht der erste Schwarm schwarzer Krähen, geheimnißvoll aus den Nebeln auf. Ich ziehe tief die Morgenfrische in mich hinein, stimme ein in das Gespräch der Krähen, spanne meinen Körper und fühle die innere, nie verloren gegangene Beziehung zur Erde in mir. Zu Licht, zu Luft, zu Bäumen, Pflanzen, Käfern und Würmern, zur alten Erdmutter selbst. Ich höre ihre Lieder und die ganze Landschaft ist ihr Gemälde. Ich fühle mich den Waldnebeln näher verwandt als den Menschen, fühle ganz die alte Erdmutter in mir.
hukwa
Dienstag, 28. September 2010
Ein Waldspaziergang
Im Wald duftet es nun nach Moos und feuchtem Laub und manchmal dringt der Geruch der Stinkmorschel zu mir. Einige Zeit beobachte ich ein Reh das einsam auf einer Waldwiese äst. Irgendwann verrät mich der Eichelhäher, elegant verschwindet das Reh im Dickicht. Ein schwarzbraunes Eichhörnchen schimpft mit mir als ich mich dem Baum nähere in dessen Äste es sich bequem gemacht hat. Von weitem dringt der Trommelwirbel des Buntspechts zu mir. Als ich mich auf den Nachhause Weg mache entdecke ich in einem kleinen Birkenwäldchen einen wunderschönen Hexenring von Fliegenpilzen. Ich setze mich in die Mitte des Kreises und verweile hier einge Zeit, ganz Gebannt von Amanita. In der Gemeinschaft mit ihm und den Birken werden nun viele Erinnerungen geweckt die ich mit diesem Pilz erlebte. Die Natur ist ein mythischer Raum, bevölkert von vielen Geistwesen zu denen wir ein gutes Verhältnis herstellen sollten. Die äußere Naturkulisse die ich hier beobachte, ist das Sinnbild meiner Innenwelt. Deshalb können wir Natur nur deuten, wenn, und soweit, unser eigenes Wesen von innen her in lebendigen Bezug zu seinem schöpferischen Urgrund steht. Von dort empfängt es den Sinn seines äußeren Erlebens, von dort erhält unser Bewusstsein seinen Inhalt, den wir dann in rationalen Formen kleiden. Aus den Tiefen der Natur erhält unser Leben seinen Sinn.
hukwa
Freitag, 24. September 2010
Das Licht der Natur
hukwa
Donnerstag, 23. September 2010
Werde der du bist
hukwa
Mittwoch, 22. September 2010
Unter Herbstbäumen
Es ist die Zeit, da der Spätsommer dem Herbst den Weg nicht mehr versperrt, der Augenblick, wo der Wald jene Farben zaubert, wie sie selbst auf der Palette eines Landschaftsmalers nicht entstehen können: „Goldener Oktober“!
Wer jetzt die waldreiche Umgebung von Trippstadt erwandert wird reichlich belohnt. Es ist die Zeit in der jeder einzelne Baum sich zu einer eigenen Persönlichkeit zu färben scheint.
Kurz ist der „Goldene Oktober“, der ein einziger Herbststrauß zu sein scheint. Kommt der Wanderer durch Buchenwald, versinkt er bis zu den Knöcheln im sanften Laub.
In einem Laubwald dauert es mitunter bis zu fünf Jahren, bis ein Buchenblatt als solches nicht mehr zu erkennen ist. Bis dahin geht es in Teilen durch Dutzende von Mägen der so genannten Zersetzer, also von Tieren die vom „Abfall“ der Natur leben. Im Laubwald fallen jährlich pro Hektar vier Tonnen Pflanzenmasse an, die es zu verwerten gilt. Mutter Natur bewältigt diese Mengen mit einem Heer von hungrigen Mäulern. Die Erstverwerter der Laubstreu sind Springschwänze, Asseln, Milben, Regenwürmer und Tausendfüßler.
Diese kleinen Bodentiere können jedoch die pflanzlichen Reststoffe nur durchlöchern. Das weitere Zerkleinern obliegt winzigen Bodenbewohnern, die insgesamt noch einmal das hundertfache der Regenwürmer auf die Waagschale bringen. Diese Mikrowelt ist mit mehreren Milliarden Tieren pro Quadratmeter so groß, dass sie der Mensch bisher kaum erfassen und bestimmen konnte. Diese Winzlinge stellen das Bindeglied zwischen der toten Pflanzenmaterie und den größeren Zersetzern der Streu dar. Einige wenige aus diesem Mikrokosmos sind in der Lage, die schwer verdaulichen Teile wie Zellulose und Lignin zu knacken. Sie besitzen hierfür Enzyme, über die nur wenige Abfallverwerter verfügen. Anschließend machen sich Mikroorganismen über den Nahrungsbrei her. Sie verdauen ihren eigenen Kot mit den darauf lebenden Kleinstlebewesen. Die Energieausbeute erhöht sich damit um mehr als das Doppelte. Entgegen der Welt der Menschen kann die Natur ihre „Abfallprobleme“ äußerst nachhaltig regeln.
Es hat etwas tröstliches an sich, im Herbst durch den bunten Buchenwald zu wandern. Der Dichter Sepp Skalitzky hat es vor einem halben Jahrhundert in den schönen Versen uns mitzuteilen versucht:
Das letzte Blatt, ein strahlender Gedanke,
schließt ihm die Welt der schönen Träume auf,
vertönt als Scheidegruß des wachen Lebens
im Abendwind, der Gottes Harfen schlägt.
Ich bin ein Blatt, nur an dem Weltenbaume,
bin das geringste, das der Schöpfer löst
mit seinem Atem, der das Leben lieh,
als Brücke in die ewigen Gefilde.
Es ist so tröstlich wenn die Blätter fallen.
Es sind nicht nur die Buchen die im Herbst in purpurner Farbe zu brennen scheinen. Der wilde Kirschbaum entfaltet um diese Jahreszeit eine üppige Strahlkraft. Erfreut er im Frühling das Herz des Wanderers mit seinen schneeweißen Blüten, so wirkt nun das Rot seines Herbstkleides fast magisch auf uns ein. Aber auch ein Nadelbaum wirft seinen Zauber über uns: Wie brennende Fackeln stehen die Lärchen am Bergeshang. In den frühen Morgenstunden funkeln tausende von silberfarbenen Spinnweben in den Büschen. Wie versponnene Elfenlocken scheinen die Fruchtstände des Waldweidenröschens ineinander verwoben, wenn man Mitte Oktober durch die Trippstadter Wälder streift.
Die unruhige schlanke Birke in ihrem gelbfarbenen Herbstkleid fällt dem Wanderer besonders auf. In ihrer Nähe befinden sich oft die roten Fruchtknollen des Fliegenpilzes. Beide, Baum und Pilz sind durch Symbiose verbunden.
An den Abenden ist es nun schon sehr kühl geworden. Ein Blick in den Herbststernenhimmel zeigt uns das der Winter bald seinen Einzug hält. Tief im Norden werden schon die ersten Vorboten des Winterhimmels sichtbar, insbesondere in Gestalt des Sternbildes Stier, das zumindest für Mittel- und Nordeuropa bereits vollständig aufgegangen ist. Sein Hauptstern heißt Aldebaran, wie ein großer Juwel funkelt er nun am nächtlichen Sternenhimmel.
Herbstzeit ist Wanderzeit!
hukwa
Donnerstag, 16. September 2010
Pilze die an Bäumen wachsen
Doch es gibt auch Pilze die wir in Luftiger Höhe suchen müssen, so genannte Baumpilze. Hier handelt es sich in der Regel um Porlinge (Aphyllophorales).
Sie wurden schon in den Kräuterbüchern der Antike als Heilmittel geschätzt, so bei Dioskurides und bei Plinius.
Ein Teil unserer heimischen Porlinge sind essbar, ein Großteil ungenießbar. Ihre Unterscheidung ist nicht leicht und der unerfahrene Pilzsammler kann sie schnell verwechseln.
Unser bekanntester Porling ist wohl der „Zunderschwamm“ (Fomes formentarius) was „zum Zunder gehörend“ bedeutet. Er befällt geschwächte und verwundete Bäume, deren Holz er als Weißfäuleerreger ziemlich rasch zerstört. Er ist ungenießbar.
Der „Schwefelporling“ (Laetiporus sulphureus) ist ein schöner, auffallender Baumpilz. Die Farbe der Hutoberseite geht von Ziegelrot oder Gelbrot, bei jungen Hüten, über Schwelgelb bei reifen Fruchtkörpern, bis zu schmutzigem Weiß im Alter. Seine Wirtsbäume sind vor allem lebende und tote Laubbäume. Er mag Eichen, Pappeln, Ahorn ebenso wie Obstbäume. Der schöne und auffallende Pilz ist ein meisterhafter Holzzerstörer. Mit seinem ausdauernden Myzel erzeugt er eine intensive Braunfäule. Das Kernholz des Stammes an dem er wächst, wird in eine braunrote, leicht zerreibbare und bröckelige Masse verwandelt. Der Stamm wird ausgehöhlt und bricht früher oder später ab. „Sulphureus“ bedeutet „schwefelgelb“. Der junge Pilz ist essbar, sollte aber ausgewässert werden um den säuerlichen Geschmack zu entfernen.
Ein Fichtenbegleiter ist der graugelblich gefärbte „Schafporling“ (Albatrellus ovinus), ein essbarer Baumpilz dessen Fleisch jedoch meistens von Maden bewohnt wird. Er kann leicht mit dem „Semmelporling“ verwechselt werden. „Ovinus“ bedeutet „das Schaf betreffend“.
Streng an eine Baumart gebunden ist der weiß-bräunliche „Birkenporling“ (Piptoporus betulinus), was „zur Birke gehörend“ bedeutet.
Der rostbraune „Tropfende Schillerporling“ (Inonotus dryadeus), was „Baumbewohnend“ bedeutet, ist ein treuer Eichenbegleiter. Die Weißfäule die er erzeugt greift nur die Wurzel des Baumes an den er bewohnt.
Der „Rote Zinnoberschwamm“ (Pycnoporus cinnabarinus) auch „Zinnobertramete“ genannt, ist einer der selteneren Baumpilze. Der wunderschöne Pilz, der Laubbäume bevorzugt, mag sonnige Lagen und die Gesellschaft mit der „Striegeligen Tramete“ und dem „Spaltblättling“, mit denen er eine Pilzgesellschaft auf lagernden Stämmen und Ästen bildet. Das prächtige Rot des Pilzes wird verursacht durch den roten Farbstoff „Cinnabarin“. Selbst das Myzel im Holzinnern ist noch rot gefärbt. Der Zinnoberschwamm ist ein saprophytischer Pilz, das heißt er befällt nur totes Holz und hilft als Weißfäuleerreger bei dessen natürlichem Abbau. „Cinnabarinus“ bedeutet „zinnoberrot“.
Ein wohl vielen Wanderern bekannter Baumbewohner ist die „Schmetterlingstramete“, „Bunte Tramete“ oder „Schmetterlingsporling“ (Trametes versicolor) genannt. Dieser häufige Pilz wächst flach fächerförmig in Gruppen neben- und übereinander und ist ungestielt am Holz angewachsen. Seinen bunt getonten fächerartigen Hüten verdankt er seinen Namen. Der Pilz wächst das ganze Jahr über und die im Herbst nicht ausgewachsenen Fruchtkörper vollenden ihre Entwicklung im Frühjahr. Gemeinsam mit der „Zonen Tramete“ die eine weißliche Behaarung hat, besiedelt der Pilz vorwiegend Birken, Pappeln und Weiden.
Ein weiterer interessanter Baumpilz ist der wie ein Ohr aussehende Hirneola auricula was „Judasohr“ bedeutet. Der Pilz wächst vorzugsweise am schwarzen Holunder, dem Baum an dem sich Judas Ischariot erhängt haben soll.
Ein im Pfälzerwald häufig vorkommender Pilz ist die seltsame „Gelbe Lohblüte“ auch „Hexenbutter“ (Fuligo septica) genannt. Der oft knallgelbe Schleimpilz bewohnt morsches Holz.
hukwa
Abstrakter Herbst
hukwa
Sonntag, 12. September 2010
Heimat
Als kleiner Junge hatte ich in meinem Heimatort ein seltsames Erlebnis. Ich saß unter einer großen, mächtigen Fichte, es war die Zeit des Frühherbstes, der moosige Boden war voller Morgentau und Tausende silberner Spinnweben durchfunkelten den morgendlichen Wald. Ich schwänzte mal wieder die Schule und fühlte mich so richtig wohl, bei dem Gedanken an meine Pflichtbewussten Mitschüler, sollten die nur einmal lernen. Direkt vor mir wuchs ein herrlicher Fliegenpilz, er gefiel mir so gut, dass ich ihn ewig lange anstarrte, plötzlich regten sich in mir Gedanken, wie ich sie nie zuvor gedacht hatte. Ich wollte mit einem Male so sein wie dieser Pilz hier in seiner einzigartigen Schönheit, einfach nur Tag und Nacht an diesem Platz hier verweilen, den Liedern der Vögel lauschen, Rehe und Hasen beobachten, den gleitenden Flug des Bussards erspähen, ja dies war für mich etwas ganz Neues und Großartiges damals und dieser Gedanke hat mich mein Leben lang nicht mehr losgelassen, und oft habe ich später dieses Gefühl wieder in mir gefunden: Dieses in der großen Gemeinschaft mit Baum, Stein und Tier bin ich nicht alleine. Erst später wurde mir klar das jenes Erlebnis damals etwas mit dem Begriff denn wir Heimat nennen zu tun hatte.
Diese Erfahrung war so eindrucksvoll dass ich sie immer mit mir trage.
Nach meinen Lehr- und Wanderjahren wurde mir bewusst dass dieses Erlebnis so etwas wie ein philosophisch – heimatliches Schlüsselerlebnis für mich war. Heimat ist mir dort wo auch Wald ist. Nicht der hat am meisten erlebt der am weitesten gereist ist, sondern der das erforscht hat was man gemeinhin Heimat nennt, die äußere und innere Umgebung der Landschaft die er bewohnt.
Aristoteles meinte der Mensch sei dort zu Hause wo er am besten Denken kann, dem stimme ich zu und ich selbst kann am besten dort Denken wo der Wald am dichtesten ist, hier in dem Ort den ich mir als Heimat ausgesucht habe. Wo ein Kranz von Wäldern mein Heimatdorf warm umgibt. Vor über zwanzig Jahren zog ich in dieses Walddorf, wollte Anfangs nur mal vorrübergehend hier wohnen. Mit den Jahren wurde diese Landschaft zu meiner „zweiten Heimat“, wie man so banal dahinsagt.
Wie die alten Eichen und Buchen die hier wachsen, begann auch ich Wurzeln zu ziehen, begann dieses Stückchen Erde zu lieben und mich damit zu identifizieren. Die romantischen Quellen und Brunnen in den dunklen Wäldern von Trippstadt, die kleinen Bäche und dunklen Wooge singen das natürlichste Heimatlied dem man lauschen kann.
Entlang dieser natürlichen Wasserläufe gibt es viel zu beobachten. Das geschmeidige Gefieder des Eisvogels blitzt oft im Duster des Waldes auf, die Wasseramsel fliegt geschickt über den Wassern der Moosalb. Moose, Flechte und Farne verzaubern die Ufer des Waldbachs. Wie Trolle und Kobolde ragen abgestorbene Äste und Baumstümpfe aus dem eiskalten Wasser. Alte Bäume erzählen ihre Geschichte.
Das ist es was mir Heimat gibt, die Verbundenheit mit den Felsen, Pflanzen und Tieren meiner näheren Umgebung. Immer wenn ich hier wandere nähere ich mich dem Schlüsselerlebnis meiner Knabenzeit. Es gibt sie tatsächlich, jene besondere Orte in der Landschaft, wo die Zeit beinahe still zu stehen scheint, die einem ganz plötzlich und ohne Ankündigungen überraschen, vielleicht auch bestürzen oder bebend machen, Momente wo ich fühle hier bin ich zu Hause. Es kommt einem dann vor als wenn man von jemanden berührt oder umarmt wird, es ist der Moment wo der Ort oder die Landschaft zu uns spricht. Eben, die heimatliche Landschaft oder der Heimatort. Und wir wissen mit einem Mal hier möchte ich Leben, hier will ich Wurzeln schlagen. Vielleicht ist es ein innerer Zwang, ein „Back to the Roots“, das sich bemerkbar macht in uns.
Heimat ist auch ein Spiegel seelischer Prozesse in dem Innen und Außen, Vergangenheit und Gegenwart dicht ineinander verwoben sind. Heimat das ist für mich eine Synthese aus Ratio, Spiritualität und Verwurzelung mit der Erde über die ich täglich gehe.
Das Spirituelle an dem Begriff Heimat ist, das Heimat etwas ist wo ich mich nicht fremd fühle, es ist auch etwas das unsere Existenz erhellt, das Wort Heimat hat so etwas wie einen Wärmecharakter, ja, ich möchte behaupten Heimat ist ein Existential, eine Grundstruktur des menschlichen Seins. Jenen die diese Grundstruktur verloren haben fehlt etwas.
hukwa
Donnerstag, 9. September 2010
An eine Pflanze
die meine Sinne so durchhellen
Wundervolle Pflanzenkraft
die mein Auge sehend macht
Unschätzbarer Pflanzensaft
der mich wahres sehen lässt
ob als Rauch oder als Wasser
Seelentröster und Erfasser
Senk in meine Sinnen dich ein.
hukwa
Donnerstag, 26. August 2010
Das Tal
dass ich täglich erwandere
der stille See
die alten Bäume
an den Abenden liegt der Nebel
wie Rauch über den feuchten Wiesen
das Tal ist friedlich
aber dennoch
es duldet nur jene
die es lieben
wenn man es durch das Herz schaut
erahnen wir seine Tiefe.
hukwa
Dienstag, 24. August 2010
Dunkler Waldweiher
tauche ich in dir
meine Seele über deinen grünen Wassern
ganz hinten wo der Fischreiher sich versteckt
ist auch mein Zuhause
was wartet dort
Waldsee der Unendlichkeit
ich möchte es Erfassen.
hukwa
Montag, 23. August 2010
Freitag, 20. August 2010
Sonntag, 15. August 2010
Morgen im Spätsommer
der klaren Morgenfrühe
Noch schweigt der Reiher
kein Krähen Morgengruß
doch schon quillt wie goldenes Leuchten
silberne Tautropfen
in von Busch und Baum
bekränzten Räumen
verworrene Träume der Nacht
hinter mir
vor mir
der klare Morgen.
hukwa
Sonntag, 8. August 2010
Waldwiese im Spätsommer
Habicht überm Felde steht
Grillen zirpen Krähe schreien
Eidechse am Sandstein döst.
Nachtkerze und Fingerhut
Habichtskraut Johannisblut
Hummel fliegt in Nebelglut
Siebenschläfer im Eichbaum ruht.
Thymian und Silberdistel
Wiesenhafer Löwenmaul
Arnika und Pfauenauge
Distelfalter schwebt davon.
Bläuling Weißling Zitronenfalter
Knötterisch und Natternköpfe
Wucherblume Skabiose
Glockenblume blüht ganz sanft.
Gleich dort hinten in der Halde
Tanzt mal wieder der Uralte
Dompfaff ruft zur Mittagsruh
wo der alte Pan gern ruht.
hukwa
Mittwoch, 4. August 2010
Sommermüde
aufgeschrieben wie in einem alten Buch
alter Köhlerplatz
von Moos und Farnen zugedeckt
moodriger Geruch
Regen rieselt
Buchen ächzen
Eichen stöhnen
Fichten wispern
tief im Karlstal singt die Bach
Sommermüde wird das Jahr
erstes Laub färbt sich schon rötlich
Meisengezwitscher stimmt tröstlich
Hier am alten Köhlerplatz
denk ich gern der alten Zeit
Vogelbeere
Hagebutte
Sommermüde wird das Jahr
alter Waldgott weint.
hukwa
Sonntag, 1. August 2010
Wir alle lieben dich
Manchmal erscheint es dem Wanderer als ob die „Zeit“ ein leerer Begriff sei in diesem Tal, sie rinnt so leise plätschernd dahin wie die Moosalb in seiner Mitte.
Jetzt, im September wo die Landschaft von der Magie des „Altweibersommers“ verzaubert wird, wo an jedem Busch und Baum hunderte von Spinnweben in der goldenen Morgensonne blinken, wo die alten Weiden und Erlen wie Wesen aus dem Feenreich am Bachlauf der Moosalb erscheinen, liegt ein besonders romantischer Zauber über dem Karlstal.
In einer solch naturhaften Landschaft wie dem Karlstal, spürt der Wanderer das Herz von Mutter Natur pochen. Die größte Freude, die der Wald uns bereitet, ist die Andeutung einer dunklen Beziehung zwischen Mensch und Pflanzenwelt.
„Ich bin nicht alleine und unerkannt“, schrieb der amerikanische Philosoph Emerson einmal, „die Pflanzen nicken mir zu, das Schwanken der Zweige im Wind ist mir vertraut und unvertraut zugleich“.
Hier im Karlstal kann es einem erscheinen, als schenke der Wald uns ein uraltes Gleichgewicht, das wir seit langem vermissen, wieder zurück. Eine Essenz die wir lange Zeit vermisst haben. Am Himmel schwebt einsam der Bussard, vom Waldhang tönt der Ruf des Schwarzspechts herunter ins Tal und bei den Flockenblumen steht das Taubenschwänzchen wie ein Kolibri flatternd vor den dunkelroten Blüten der Pflanze.
Die eigentliche Heimat dieses Schwärmers liegt in Südeuropa. Alljährlich fliegen sie von dort über die Alpen nach Mitteleuropa, und auch im Karlstal können wir sie dann beobachten. Der winzige Schmetterlingsartige Flieger ist regelmäßig Sommergast im Tal.
Eine recht hohe biologische Vielfalt kann der Wanderer in dieser Landschaft noch vorfinden, vielleicht wird dem einen oder anderen dieses Wort hier erst richtig bewusst.
Unter biologischer Vielfalt ist die Vielfalt an Lebensräumen und die Vielfalt der Lebewesen einer Art untereinander zu verstehen. Biologische Vielfalt ist damit mehr als die reine Artenvielfalt. Es beinhaltet Landschaft und den Menschen der in dieser Landschaft lebt.
Buntsandstein und dichte Wälder umgeben das Tal, durchbrochen von sumpfigen Wiesen, in denen einige bedrohte Pflanzenarten ein letztes Refugium gefunden haben.
Das Karlstal liegt im Biosphärenreservat Pfälzerwald. Dieser Begriff hat aber eine weitergehende Bedeutung, weil er eben nicht nur die biologischen Phänomene anspricht. Innerhalb eines Biosphärenreservates geht es vor allem um die nachhaltige Entwicklung der jeweiligen Region, also um das Arbeiten, Wirtschaften und das gesellschaftliche Zusammenleben des Menschen mit der ihn umgebenden Natur.
Die Natur, der Wald schenkt dem der ihn aufsucht Ruhe, Harmonie und Gesundheit und wir, die wir die Natur aufsuchen, sollten sie respektieren und schützen, sollten den Wald lieben.
hukwa
Die Köhlerei in Trippstadt und Umgebung
Der Köhler
Ach wer hätte das gedacht,
dass man aus Holz noch Kohle macht.
Schon dreitausend Jahr
und noch viel länger
gibt es die braven Männer,
die aus Eichen und aus Buchen
viele solche Meiler schufen.
Die schwarze Kohl’ aus Labung-
bei Bauchweh und auch Darmversagung.
Auch zum Glockenguss und Pulver machen
benötigt man die schwarzen Sachen.
So ist es schad um diese Zunft
denn „Köhlern“ – dies ist eine Kunst.
Altes Köhlergedicht, Verfasser unbekannt
Das Köhlerleben war in alten Zeiten ein hartes und entbehrungsreiches Dasein. Tief in den Wäldern errichtete der Köhler seinen Meiler. Diese Kohlenmeiler fand man damals in großer Zahl da Holzkohle früher dringend gebraucht wurde: für die Schmelzöfen des Erzes, die Schmiedewerkstätten, zur Färberei, in Chemie und Heilkunde und zur Herstellung von Schießpulver, auch die Großmutter heizte ihr Bügeleisen mit Holzkohle.
Der Köhler begann seine Arbeit damit, dass er eine kreisrunde Stelle ebnete und Erde ring am Rande des Kreises zu einem kleinen Wall aufschüttete. Genau in der Mitte baute er nun aus Buchenstangen den Kamin, also die Feuerstelle auch Quandel genannt, in dem später der Meiler angezündet wurde. Nun setzte er Holz um diesen Quandel. Alle diese Hölzer hatten einen Meter Länge und wurden ganz eng aneinander gesetzt. Zuerst senkrecht und später etwa gegen die Mitte zu geneigt, dann folgte eine zweite Schicht Holz. Der Köhler achtete darauf, dass der Meiler nicht „spitz“ also Kegelförmig wurde, sondern oben oval blieb. Ein altes Köhlersprichwort sagt: „ Auf einem Meiler muss man tanzen können!“
Zwischen 15 und 25 Ster Holz wurden im Meiler gebrannt. Nun musste das Holz mit einer feuerfesten Decke ringsum verschlossen werden. Dabei stach der Köhler mit der Schaufel aus dem Waldboden breite, aber nicht zu dicke Rasenstücke aus und setzte sie unten gegen das Holz des Meilers. Der obere Teil des Meilers wurde mit Erde aus dem alten Meiler geschlossen. Das Erddach war somit fertig, es musste den Zutritt der Luft verhindern.
Erst nach vielen Tagen fleißiger Arbeit konnte der Kohlenmeiler angezündet werden. Natürlich wurde dies nicht mit einer offenen Flamme gemacht. Von oben schüttete der Köhler in den Kamin des Meilers fast bis zur Hälfte kalte Holzkohle. Darauf kam glühende Holzkohle und darauf wiederum bis zum Ende kalte Holzkohle. Der Kamin wurde geschlossen. Langsam fing die Holzkohle an zu schwelen und griff nun auch auf das Holz über, ganz langsam zur Außenseite des Meilers und von oben nach unten.
Damit das Feuer trotz des völligen Luftabschlusses nicht auslöschen konnte, machte man ringsherum kleine Löcher in das Erddach. Durch sie konnte das Feuer langsam schwelen und kam durch die geringe Luftzufuhr nicht zum brennen. Da solch ein Meiler je nach Größe fünf bis acht Tage brannte, musste der Köhler die ganze Zeit über dort am Meiler verbleiben. Eine einfache Laub- und Mooshütte war dann seine Behausung.
In der Broschüre „Natur und Kultur“ schreibt Helmut Seebach über das Köhlerhandwerk: „Ihre weltabgeschiedenen Arbeitsstätten machten sie zu scheuen und verschlossenen Menschen, die jedem misstrauten, nicht selten ledigen Standes blieben und immer darauf gefasst waren, sich gegen wilde Tiere und das umherstreunende Gesindel zu wehren, das aus ihren Hütten stahl während sie Tag und Nacht bei ihren Meilern wachen mussten.“ Die fertige Holzkohle verwahrten sie in trockenen Erdgruben die mit dürrem Reisig ausgelegt und mit Rinde abgedeckt waren. Ihr Geld trugen sie bei sich, oder vergruben es im Wald. Durch den jahrelangen Aufenthalt in den Wäldern verwilderten sie, ließen Haar und Bart wachsen und wuschen nur selten den Ruß von der Haut.
All diese Umstände waren der Boden für viele Geistergeschichten und Goldschatzsagen, die um die Kohlebrenner entstanden.“
Um die Versorgung seiner Hütten und Eisenwerke im Moosalbtal zu sichern, erwarb Freiherr von Gienanth 1833 den Trippstadter Wald. Brauchte er doch 70 Festmeter Holz um eine Tonne Eisen zu erzeugen. Zeitweise arbeiteten für die Hütten im Moosalbtal bis zu 100 Köhler. Im Jahrbuch zur Geschichte von Stadt und Landkreis Kaiserslautern Band 18/19 schrieb W. Frenzel: „ Zur Erhaltung unserer Wälder war es eine glückliche Fügung, dass bald die Verhüttung von Eisenerz mit Steinkohlekoks im Saarland in schnell wachsendem Umfang aufgenommen wurde.....“
Gienanth, der im 18. und 19. Jahrhundert mehrere Eisenwerke in der Pfalz betrieb, kaufte regelmäßig große Mengen Kohlholz im Lauterer Stadt- und Reichswald. Auf den „Hütten“, der ältesten Stadtrandsiedlung von Kaiserslautern, ließ Gienanth nach Erz graben.
1796 wird darüber Klage geführt, dass der Hüttenherr Gienanth von Winnweiler im Kaiserslauterer Stiftswald Kohlenmeiler errichtet habe. Die Stadt Kaiserslautern fühlte sich hierdurch in ihrem Holzbezug beeinträchtigt. Man beschwerte sich deshalb beim Oberamt und sagte dabei, dass nach einer kurpfälzischen Anordnung einem „Ausländer“ der Holzkauf in der Kurpfalz verboten sei. Die Stadtrandsiedlung Erzhütten/Wiesenthalerhof wurde im 18. Jahrhundert auch „Gienanthhausen“ genannt. Neben Erzgräbern beschäftigte Gienanth in dieser Siedlung auch mehrere Köhler. Die gewonnenen Holzkohle wurde mit dem gereinigten Erz im Lautertal auf Ochsenkarren und Eselsrücken verladen und später nach der „Schmelz“ im Karlstal und über die Eselsfürth (bei Kaiserslautern) in die Gienanth’sche Schmelz nach Hochstein transportiert.
Einige Pfälzer Gemeinden erinnern mit jährlichen „Köhlerfesten“ auch heute noch an das alte Köhlerhandwerk. So Fischbach bei Hochspeyer, Erfweiler, Lembach, Petersbächel und der Ortsteil Wiesenthalerhof bei Kaiserslautern.
Das Trippstadter Kohlenbrennerfest, das jeweils zum ersten Wochenende im September stattfindet und weit über die Pfalz hinaus bekannt ist, findet nun zum 31. mal statt. Die Ausrichtung des Kohlenbrennerfestes, das in diesem Jahr am 04. und 05. September gefeiert wird, obliegt im Regelfall den Trippstadter Vereinen und örtlichen Wirten. Schon in der letzten Augustwoche herrscht eine allgemeine „Unruhe“ im Dorf. Am Meilerplatz, jener Stelle wo jedes Jahr der Kohlenmeiler qualmt, sind fleißige Helfer dabei den traditionellen Meiler zu errichten. Die Köhlerhütte wird aufgebaut und in der alten Schmiede am Eisenhüttenmuseum sind die Schmiede dabei ihre Vorbereitungen zu treffen, damit am ersten Septemberwochenende die Hämmer der „schwarzen Männer“ erklingen können. Hier zeigen dann zwei Tage lang Schmiede aus ganz Deutschland, Luxemburg und Holland ihr fachliches Können.
hukwa
Literaturhinweise:
Natur und Kultur
W. Frenzel: „Die Forstwirtschaft in der Franzosenzeit“
Ludwig Müller: „ Chronik von Erzhütten/Wiesenthalerhof“






