Dienstag, 28. September 2010

Ein Waldspaziergang

Heute haben wir einen kühlen regnerischen Herbsttag. Dennoch kann man an solchen Tagen wunderbare Stimmungen in der freien Natur vorfinden und bei einem Waldspaziergang immer wieder Neues entdecken.
Im Wald duftet es nun nach Moos und feuchtem Laub und manchmal dringt der Geruch der Stinkmorschel zu mir. Einige Zeit beobachte ich ein Reh das einsam auf einer Waldwiese äst. Irgendwann verrät mich der Eichelhäher, elegant verschwindet das Reh im Dickicht. Ein schwarzbraunes Eichhörnchen schimpft mit mir als ich mich dem Baum nähere in dessen Äste es sich bequem gemacht hat. Von weitem dringt der Trommelwirbel des Buntspechts zu mir. Als ich mich auf den Nachhause Weg mache entdecke ich in einem kleinen Birkenwäldchen einen wunderschönen Hexenring von Fliegenpilzen. Ich setze mich in die Mitte des Kreises und verweile hier einge Zeit, ganz Gebannt von Amanita. In der Gemeinschaft mit ihm und den Birken werden nun viele Erinnerungen geweckt die ich mit diesem Pilz erlebte. Die Natur ist ein mythischer Raum, bevölkert von vielen Geistwesen zu denen wir ein gutes Verhältnis herstellen sollten. Die äußere Naturkulisse die ich hier beobachte, ist das Sinnbild meiner Innenwelt. Deshalb können wir Natur nur deuten, wenn, und soweit, unser eigenes Wesen von innen her in lebendigen Bezug zu seinem schöpferischen Urgrund steht. Von dort empfängt es den Sinn seines äußeren Erlebens, von dort erhält unser Bewusstsein seinen Inhalt, den wir dann in rationalen Formen kleiden. Aus den Tiefen der Natur erhält unser Leben seinen Sinn.
hukwa

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