Mittwoch, 30. Oktober 2013

Wald und Mythos

Wer täglich in den Wäldern ist denn erreicht keine Langeweile. Er bringt von seinen Waldgängen genügend Material mit damit er zu Hause schreiben oder werken kann. Was man in die Wälder mit nehmen soll ist Gelassenheit, Geduld und Gelöstheit von gesellschaftlichen Verpflichtungen. Dann wird der Wald zu einem Spielplatz für erwachsene Kinder. wir können mit dem Geist der Bäume Zwiesprache halten und einsteigen in den Mythos des Waldes, der sich von den Menschen in dem Maße zurückzieht wie dieser sich egoistisch voran bewegt.
hukwa

Dienstag, 29. Oktober 2013

Spiritualität und Realität

"Worüber man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen". Ein wahrer Satz von Wittgenstein. In meiner eigenen Erfahrung übersetze ich ihn folgt:"Man muss die spirituelle Ebene von der rationalen Ebene trennen, im Wissen das beides zusammengehört".
Friedrich Cramer schrieb zu Wittgensteins Worten: "Ich will mich nicht zufrieden geben und das Dilemma von den zwei Kulturen nicht akzeptieren. Ich will die Kluft zwischen der technisch - naturwissenschaftlichen und der philosophisch - künstlerischen Welt überbrücken helfen".
Ich denke ähnlich wie Cramer. Ich denke aber auch wie Dogen, der Zen Mönch:
"Da gibt es keine Kluft
zwischen dem
spirituellen und dem weltlichen."
hukwa

Montag, 28. Oktober 2013

Über Gotteserkenntnis

Es gibt eine Erkenntnisphobie, welche sich mit der aussage begnügt, dass man Gott nicht begreifen könne. Dieser Einstellung möchte ich nicht widersprechen. Trotz dem steht dieser Tatsache entgegen, dass man Gott und das Jenseits erfahren kann, und über diese Erfahrung kann man schreiben.
hukwa

Sonntag, 27. Oktober 2013

Lauf hinter die Nebelwand - dort wirst du Herr deiner früheren Leben sein

Die Worte reichen in das Schweigen hinein
sie brechen das Eis der Seele
ein Fluss aus glühender Lava
taucht aus Urgründen auf
Verweilend
an jenem Ort
wo Träume voller Schönheit
ihren Anfang nehmen
dort hinter der Nebelwand
wo deine anderen Leben zu Hause sind
wo du der Herr deiner früheren Leben bist
kehre ein und
schütte das weiße Licht
in die goldene Landschaft
deines wahren Seins
fern deiner Trugbilder
die dich täglich umgeben
trennst du das Seiende vom Sein
kehre ein in das Land hinter der Nebelwand
Dort
wo du Herr deiner früheren Leben bist.
hukwa

Freitag, 25. Oktober 2013

Jetzt schlafen alle Nymphen

jetzt schlafen alle Nymphen
der Herbst hat dies vollbracht
die Sommerträume ruhen
in uralt verinnerlichter Nacht
der winterliche Greis wird bald erscheinen
lässt sich in Waldesschluchten nieder
Willkommen Einsamkeit
ich lausche deinen Liedern.
hukwa

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Ich wohne gern in Geisterhäusern

Schon viele Jahre wohne ich in diesem alten Haus am Waldrand. Es hat Augen und Ohren und in seinen uralten Mauern muss schon viel seltsames passiert sein, das sich regelrecht in den Wänden, der Decke und dem Fußboden festgesetzt hatte. Es ist mir oft unheimlich in diesem Haus dennoch möchte ich nicht in einem anderen leben. Die alten, vom Holzwurm angefressenen Möbel, das Knarren der Dielen, das Klopfen der Poltergeister möchte ich nicht missen. Was ist schon ein Haus das keine Geheimnisse hat? In solchen Häusern wohnen nur uninteressante Menschen, eben, Herr und Frau Niemand. Kein Gespenst kommt dich besuchen, geschweige den Geister oder Dämonen. Ich wohne jetzt 15. Jahre in diesem Haus aber davor habe ich schon in anderen Gespensterhäuser gewohnt. Wahrscheinlich ist es mein Schicksal das ich mein Leben in solch okkulten Anwesen verbringe, die anderen Furcht einflößen.
Es ist gewöhnungsbedürftig sich in solchen Gebäuden zu recht zu finden, die Geister treiben allerlei Schabernack mit einem. In den Nächten wird man manchmal wach durch ein Flüstern, durch schlürfende Geräusche oder man erwacht weil man den eiskalten Hauch eines Geistes neben sich im Bett spürt.
Auch ist es mir schon passiert das Bewohner aus einem früheren Jahrhundert zurückgekehrt sind, natürlich in ihrem Geistergewand. Meistens sehe ich sie in den Herbstnächten, wenn sie sich im Garten während des Vollmondes unter der alten Weide aufhalten.
Vor dem Schlafen gehen, lese ich regelmäßig Blackwood, Lovecraft oder einen anderen phantastischen Autor, das ist die beste Stimuli um Geister anzulocken. Aber sie kommen auch so.
Die Wesen von „drüben“ mögen keinen Beton, sie stehen auf Holz und Sandstein. Einmal habe ich in einem Haus gewohnt dass auf einem ehemaligen Friedhof stand. Doch das war mir Zuviel, da habe ich überhaupt keine Ruhe mehr gefunden. An Schlafen war da nicht zu denken. Da gaben sich in jeder Nacht gleich zehn Geister ein Stelldichein.
Ein guter Hausgeist ist wie ein guter Hund oder eine liebe Katze, man gewöhnt sich an sie, das Wichtigste ist dass man mit ihnen kommuniziert. 
hukwa

Vollendung der alten Zeit

Schweige schweige
jetzt da du die Wälder betrittst
da sich der grüne Faun zur ruhe legt
sein Sommer ist vorbei
jetzt
kommt die Zeit
denn Winter zu verschlafen
im Geheimnisvollen das
keine Schatten wirft
nur so vollendet sich die Zeit
in den winterlichen Wäldern
höre was der Stein dir erzählt
jetzt
da er nach Jahrtausenden
sein Schweigen gebrochen hat.
hukwa

Dienstag, 22. Oktober 2013

Halloween und Samhain

Halloween ist heute auch in Deutschland, wie seit Jahrzehnten in Amerika, zu einem Modefest von dem ein ganzer Industriezweig lebt geworden. In der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November werden allerorts Partys gefeiert, man verkleidet sich und die Kinder ziehen durch die Straßen wie in der Walpurgisnacht. Halloween hat seine Wurzeln im keltischen Samhain Fest.
Alle Sagen und Bräuche um Halloween wurden in Irland und anderen keltischen Ländern erst in den letzten 200 Jahren überliefert. Mit der keltischen Mythologie haben sie allerdings nur indirekt zu tun.
So ist das Symbol von Halloween, der Halloween – Kürbis kein keltisches Symbol sondern Jack o Lantern, so bezeichnet man in den USA diesen Kürbis, geht auf eine alte Sage zurück die irische Auswanderer mit nach Amerika brachten.
In Irland erzählte man sich die Sage von Jack O Lantern, einem ständig betrunkenen Schmied, dessen Seele sich der Teufel schon gewiss war. Doch Jack überlistete den Teufel und konnte seine Seele behalten. Nach seinem Tod wollte aber auch der Himmel nichts mit diesem Sünder zu tun haben, so das Jack gezwungen war in einem Zwischenreich (Anderswelt) umherzuirren. Der Teufel hatte Mitleid mit ihm und warf ihm ein Stück brennende Kohle zu, die ihm Licht spenden sollte. Jack steckte es in eine ausgehöhlte Rübe, an dessen Stelle in Amerika der Kürbis trat – beide gelten als Symbol der verdammten Seele.
In Irland haben keltische Bräuche und Symbole bis heute zum Teil überlebt. Im frühen Mittelalter, als man dort das Allerheiligenfest einführte stand man den damals schon zersplitterten Resten der keltischen Mythologie noch näher. Denn Allerheiligen fiel so mit der Feier des wichtigsten altirischen Festes zusammen, nämlich mit Samhain. An diesem Tag begann nach keltischem Glauben der Winter und das neue Jahr. Zum gleichen Termin feierten die alten Iren auch noch ihr Erntedankfest. Man beging diese Nacht und den darauffolgenden Tag mit einer Reihe von Festlichkeiten.
Die alten Kelten wussten, dass sich zu Samhain die Tore zur keltischen „Anderswelt“ öffneten. Aus den Hügeln strömten Elfen und Geister und die Tür zum keltischen Jenseits öffnete sich in dieser Nacht einen Spalt. Zweifelsohne besteht hier auch eine Analogie zum Allerheiligen- und Allerseelenfest.
Samhain bedeutet etymologisch „Ende des Sommers“ also Winteranfang.
Am Samhain Fest mussten alle Mitglieder der Gemeinschaft teilnehmen. In der Samhain Nacht wurde für die Kelten ihre Mythologie zur Realität. Ihre Druiden reisten in dieser Nacht in die „Autre Monde“ – die keltische Anderswelt. Am Vorabend vor dem Fest wurden in ganz Irland sämtliche Feuer gelöscht, ein Zeichen dafür, dass das alte Jahr „gestorben“ war. Die Wiedergeburt des „neuen Jahres“ begann in dem Augenblick wenn die Druiden neue Feuer entzündeten.
In dieser Nacht verbindet sich die Welt der Götter mit der Welt der Menschen.
Das Samhain Fest dauerte drei Tage und drei Nächte. 
hukwa

Herbst im Garten

Sieh die alte Tür am Gartenpfosten
Ihre Angeln werden witer rosten
Sieh die Sparren an der alten Laube
Ist es nicht der Balken des verlierens
Sie die Mauer die schon bröckelt
Ist sie nicht ein Sinnbild unseres Lebens
Sieh die letzte Frucht am Apfelbaume
Bald fällt der Apfel und ein neuer Baum wird keimen
Sieh die Ganzheit dieses Gartens
Dann wirst du den Sinn des Lebens erraten.
hukwa

Sonntag, 20. Oktober 2013

Höhenheiligtümer und Götter der keltischen Mediomatriker im Pfälzerwald

Im Pfälzerwald finden wir einige alte Kultstätten der Kelten. Hier im ostgallischen Gebiet der Treverer und Mediomatriker, deren Hauptstätte Trier und Metz waren, pflegte man besonders die heiligen Kultstätten. Diese lagen in den weiten Wäldern der Mittelgebirge, also von den Vogesen zum Pfälzerwald hin zum Hunsrück bis zu der Eifel und den Ardennen. Im Bereich des Pfälzerwaldes verbanden sich keltische Kultstätten in denen sie ihre Naturkulte zelebrierten mit römischen Steinbauten, so z.B. auf dem „großen Berg“ bei Kindsbach oder auf der „Haidelsburg“ bei Waldfischbach Burgalben. Im bereich des Pfälzer Waldes finden sich noch Heute aus dem Buntsandstein heraus gehauene Stelen und Reliefbilder.
Mediomatriker und Treverer errichteten sie für Diana, die römische Göttin der Jagd und des Wildes, die man mit der keltischen Arduinna gleichsetzte, in ihr verbirgt sich der Name Ardennen, wie in dem römischen Gott Vosagus der Name Vogesen steckt. Vosagus ist römisch. In ihrer ursprünglichen Ausdehnung reichten die Vogesen vom Südelsaß bis in den Hunsrück hinein und der alte keltische Namen für dieses Gebirge lautete „Wassichin“ was Auerochsengebirge bedeutet.
In der Zeit um 200 n.Ch. Waren römische Götter mit keltischen bereits verschmolzen und wir können von gallo – römischen Kulten sprechen. Ein Beweis hierfür ist der „große Berg“ bei Kindsbach, wo sich einst ein Quellheiligtum mit Tempel befand.
Einen weiteren Beleg finden wir auf der Burg Nanstein. Hier kündet ein Götterdenkmal, das den keltischen Himmelskönig in Gestalt des römischen Gottes Mercurius in einer Nische im hochrelief zeigt. Der nur im Oberteil erhaltene Götterstein ist im Innenhof der Burg Nanstein über dem Tor eingemauert.
Karlwerner Kaiser berichtet uns: „Eine ähnliche Situation haben wir auf Burg Trifels. Mit einer solchen Version steht der Nanstein mit dem Drachenfels bei Busenberg, dem Drachenfels bei Bad Dürkheim, dem Lemberg im Wasgau, dem Kästenberg bei Hambach, dem Hochstein bei Dahn, dem Trifels und schließlich dem Donnersberg in der Reihe nachgewiesener oder zu erwartender vorchristlicher Heiligtümer. Sie dienten von der heiligen Erdschlange bis zu Mercurius und Jupiter (= die keltischen Gottheiten Taranis/ Taranunus und Esus) dem Götterkult“.
Taranis galt als Gott des Donners und wurde deswegen mit Jupiter gleichgesetzt. Auf einem Pariser Altar wird Esus als Holzfäller dargestellt. Auf der Haidelsburg fand man einen Grabstein, der ein Ehepaar in keltischer Tracht zeigt, das dort wohl den Tod gefunden hat. Der Mann trägt um den Hals einen Halsring (Torques) und als Amtszeichen ein kleines Beil. Es war ein Waldhüter im römischen Dienst (saltuarius), gleichzeitig stellt dieser Mann auch einen Bezug zum Gott Esus dar.

Im Bereich des südlichen Pfälzerwaldes finden wir eine Reihe von Säulen und Skulpturen zum Teil auf Menhiren, zum Teil auch an Kirchen die den elsäßischen Volksgott „Bumberhannes“ darstellen. Dieser alte heidnische Gott stellt einen bärtigen Mann mit einer Tunika dar, der in seiner linken Hand alsAttribut ein vierspeichiges Rad trägt und dessen rechte Hand das Blitzsymbol hält. Auf anderen abbildungen hält er den Schlegel in der Hand. Der Schlegelgott, dessen Symbol eindeutig auf den Tod hinweist, ist keine dunkle Erscheinung; er ist auch ein Gott wohltätigen Wirkens.
Über die Mythologie dieser „Pfalzkelten“ wissen wir so gut wie nichts.

Wir finden im Landkreis Kaiserslautern, auf der Sickinger Höhe und in der Gegend um Landstuhl einige Denkmäler aus keltischer und gallo – römischer Zeit. Auch Grabhügelgruppen künden deutlich von der vorchristlichen Bevölkerung dieser Gegend. So bei Johanniskreuz, dann im südlichen Bogen um Landstuhl, bei Kaiserslautern, in Weilerbach und Rodenbach (Fürstengrab).
Menhire finden sich bei Martinshöhe und Bann, aber auch anderen Orts im Landkreis KL.
Die in diesem Artikel aufgezählten Höhenheiligtümer kann man fast ausschließlich dem keltischen Stamm der Mediomatriker zurechnen, während auf dem Donnersberg Treverer siedelten.

hukwa





Samstag, 19. Oktober 2013

Der Stein im Brunnen

Das Anbrechen des Tages
Melancholie eines Oktobermorgens
Wälder im dichten Nebel
Das Auge der Unke hinter feuchtem Stein
Cono piedra en un pozo
Lass den Stein im Brunnen liegen
Als das grüne Einhorn seine Höhle aufsuchte
sind die Kraniche nach Süden geflogen.
hukwa

Freitag, 18. Oktober 2013

Gemeinschaft Wald - Baumspruch

"...der Wald ist deshalb eine Gemeinschaft, vor der wir Ehrfurcht empfinden, weil darin Jungwuchs und Altholz und Überständer beisammen wohnen, so wie in der rechten Ordnung der Menschen Kinder und Greise einander die Hand reichen sollten. liebend schauen wir Bäume an. In all dem Wechsel und Austausch schenken sie uns Bewahrung; sie sind ein Sinn; ein Vorbild in unser immer wieder verzweifelnden, immer wieder neu belebten Hoffnung auf ewige Dauer".
Frederico Hindermann

Die Morchel - kleine Pilzvolkskunde

In Schlesien glaubte man, dass der Teufel, als er einmal sehr übel gelaunt war, eine alte Frau gepackt, sie in Stücke zerrissen und diese überall in der Gegend verstreut habe. Wo immer eines dieser Stücke den Boden berührte, soll eine Morchel gewachsen sein, die der alten Frau mit ihrem verrunzelten Gesicht ähnlich sah.
hukwa

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Die Stinkmorchel - kleine Pilzvolkskunde

Wenn man sie nicht sieht riecht man sie, pflegte mein Großvater zu mir zu sagen wenn wir in die Pilze gingen . Gemeint ist die Stinkmorchel. In einigen Teilen Deutschlands glaubten die Jäger, dass die phallusähnlichen Pilze an den Brunstplätzen der Hirsche wüchsen. Ihre eigenartigen "Eier", ihre Gestalt und ihr widerlicher Geruch machten es nur natürlich dass man sie mit Hexen und bösen Geistern in Verbindung brachte.
Die Stinkmorchel wurde aber auch regelmäßig als Zutaten zu Liebestränken oder als Aphrodisiakum benutzt. Man verfütterte auch diesen Giftpilz ans Vieh, um so seine Fruchtbarkeit zu vermehren. Im Mittelalter verwendete man Stinkmorcheln auch als Zubereitung eines Öles, das Gichtschmerzen lindern sollte. Es wurde auch zur Behandlung von Rheuma und sogar Epilepsie verwendet.
hukwa

Kleine Pilzvolkskunde

"Schwämme und Pilze wachsen bis zum Allerheiligenfest" habe ich Gestern in einem alten Kalender gelesen. Nun eigentlich wachsen sie ja das ganze Jahr über.
Pilze haben die Menschen jahrhundertelang fasziniert. Sie waren Symbole des Verfalls und entwickelten sich an feuchten, ungemütlichen Stellen, an denen sich auch Kröten, Fledermäuse und Schlangen gerne aufhielten. Da Schlangen oft giftig sind, hielt man Pilze und Schwämme ebenfalls für böse. In Wales nennt man Giftpilze heute noch "Fleisch der Gnome".
Wegen ihrer Eigenschaft, urplötzlich und auf Wunderbare Art aufzutauchen, brachte man sie in Verbindung mit den Göttern, mit dem Donnerschlag, mit Blitz und mit dem Mond. 

Wenn der Mond voll ist,
kannst du Pilze jederzeit ernten;
ist er jedoch abnehmend,
so warte besser, bis du sie wieder nimmst,
sagt eine alte Volksweisheit.

In einigen Teilen Europas erzählt man sich folgende Geschichte: Eines Tages ging Petrus mit Christus durch einen Wald und aß von dem Brot, das ihm die Einwohner eines Dorfes gegeben haben. Dabei spuckte er etwas davon auf den Boden. Daraus wurden Pilze. Der Teufel, der den beiden folgte, spuckte ebenfalls aus. Sofort wuchsen auf dem Platz, wo sein Speichel die Erde berührt hatte, die Giftpilze. Es heißt in alten Schriften das Manna des alten Testaments seien Pilze gewesen, da sie wie durch ein Wunder über Nacht aus dem Boden schießen.
hukwa

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Herbstraum

Der Sommer ging
der Abend naht
die Krähen fliegen in die nahen Wälder
und auf den Gräsern liegt Oktobertau
der Stunden Wucht erfasst mich voll
vom Sommer blieb ein Traum
wo vor kurzem noch die amsel rief
breitet sich die Stille aus
der Wald schläft tief.
hukwa

Baum und Mensch

In der Geschichte des Menschen gab es einstmals eine Zeit da Baum und Mensch aufs engste miteinander verbunden waren. In den  altindischen Upanishaden las ich heute Morgen folgendes: 

Dem Baume gleich, dem Fürsten des Waldes,
Gewiß, ihm gleicht der Mensch.
Seine Haare entsprechen den Blättern,
Der Außenrinde gleicht die Haut. 
Es strömt das Blut aus seiner Haut
Wie aus der Rinde des Baumes der Saft.
Aus dem Verwundeten fließt Blut.
Wie Saft aus einem Baum, den man verletzte.
Dem Holze vergleichbar ist das Fleisch,
So wie dem Bast die starke Sehne.
Die Knochen sind das Innenholz,
Das Mark vergleicht dem Marke sich...

Ist dies nicht das Urbild des "baumfaften Menschen"?
hukwa

Dienstag, 15. Oktober 2013

Durchs Laub laufen

Zu jeder Jahreszeit haben Bäume ihre besondere Ausstrahlungskraft. Jetzt im Oktober, wo das Laub fällt, ist es eine besondere Freude für mich durch die Wälder zu streifen. Es kommt mir vor als wollten die Bäume mir ihr Wesen nun besonders intensiv mitteilen. Der ganze Wald ist nun ein gelb, roter und brauner Farbenrausch und in wenigen Tagen kann man schon Knöcheltief durch das Laub laufen.
hukwa

Der Wald- eine Theophanie des grünen Gottes

Jeder Baum, jede Pflanze, jedes Tier sind eine Theophanie des grünen Gottes. Bernhard von Clairvaux schrieb einmal:
"Du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern. Die Bäume und die Steine werden dich Dinge Lehren, die dir kein Mensch sagen wird".

Wir sind Teil dieser großen Natur haben es aber vergessen.
hukwa

Montag, 14. Oktober 2013

Gedanken beim Fliegenpilz

Als ich heute in den Wald ging um die Herbstpilze zu bewundern ging mir bei einem kleinen Fliegenpilz ein Spruch Thoreaus durch die Gedanken:
"In der Gesellschaft wirst du dein Heil nicht finden, wohl aber in der Natur, weil sie nicht Mensch ist, sondern Zuflucht".
hukwa

Nützlichkeitsgeist

Der materialistische Nützlichkeitsgeist des Menschen ist eine Entwürdigung der Seele. Die Menschen entfernen sich immer mehr von ihrem Selbst. So wird das Dasein zu einem Gefängnis und der Mensch zu einem Roboter.
hukwa

Sonntag, 13. Oktober 2013

Pilze - die Unverzichtbaren

Es ist ein wunderschöner Oktobermorgen, grau und düster fast Novemberhaft. In die Wälder ist der Landschaftsmaler Herbst eingezogen. Die Laubwälder präsentieren sich in ihrem Farbenrausch. Eine Vielzahl von Pilzen bedeckt den Waldboden. In dieser Jahreszeit sind es besonders viele Arten die oft ganz eng nebeneinander wachsen. Die "Wesen der Nacht" wie Shakespeare die Pilze nannte, erfüllen ihre wichtige Aufgabe im ökologischen Kreislauf. Manche von ihnen können so alt werden wie die Bäume mit denen sie in Symbiose leben. ihre Schwammflocke verwächst mit dem Wurzelgeflecht der Bäume. In dieser Beziehung bietet der Baum dem Pilz die benötigten Nährstoffe. Der Pilz vergrößert dem Baum die Möglichkeit, Wasser und Nährstoffe aufzunehmen. Auf diese Weise profitieren beide voneinander. Der Fliegenpilz unterhält ein Gemeinwesen mit Fichte, Tanne und vor allem der Birke. Den Zimtfarbigen Milchpilz findet man nur zusammen mit einem Eichbaum. Solche symbiotisch lebende Pilze werden so alt wie der Baum mit dem sie zusammen leben. Es kommt aber auch umgekehrt vor das Pilze ihrem Wirt großen Schaden zufügen. Dann spricht man von einem Parasitenverhalten. Der Pilz stiehlt dann die Nahrung von seinem Wirt so das dieser darunter leidet und sogar absterben kann. Der Honigpilz, Birkenpilz und Kiefermörder sind hierfür bekannte Vorbilder. Der Großteil der Pilze jedoch wirkt in den Wäldern wie ein Aufräumer, der Samen mit Schimmelpilz und Bakterien versorgt, damit organisches Material abegebaut wird. Pilze sind wahrlich die Unverzichtbaren in unseren Wäldern.
hukwa

Der Herbst und die Nebeln von Trippstadt

Der Herbst ist meine Jahreszeit. Die Bäume werfen ihre Früchte und die Blätter fallen. Es ist aber auch die Jahreszeit des geistigen Sammeln. Ein gelebter Sommer liegt hinter mir und ein dunkler, langer Winter erwartet mich. Die Symbole des Unbewussten treten nun besonders häufig auf. Sie wollen sich mitteilen, wollen etwas ausdrücken. In dieser Jahreszeit sollte man besonders auf die Zeichen und Metaphern aus der eigenen Tiefe achten. Beachtet man sie nicht verliert man sich sehr schnell in den Nebeln des Profanen.
hukwa

Die innere Sehnsucht

Man muss nicht unbedingt zum Einsiedler oder Asketen werden um das Ganze unseres daseins zu erfassen. Ich bin davon überzeugt dass in jedem von uns eine Sehnsucht zu Hause ist nach einer Welt jenseits der üblichen Relativität. In dieser Welt ist unsere Seele zu Hause.
hukwa

Mythischer Wald Wanderer

Ihr mögt mich fragen
woher ich komme
doch es gibt kein woher meines Kommens
meine Behausung
ist das Dickicht der Wälder
hier lausche ich wie ein Vogel
den Winden und
dem Wispern der Zweige
ich brauche kein Haus
ich habe die dunklen Wälder
sie sind meine Heimat
nicht gehöre ich zur Welt des Menschen
meine Leben sind der Wandlung unterworfen
dem Gesetz der ewigen Wiedergeburt
wenn im späten Herbst der Frost
den Boden versteinert
ist meine Zeit gekommen
ich ziehe fortan mit den Wildgänsen
und singe mein Lied
zwischen Einbildung und Wirklichkeit
zwischen Tanz und Ekstase
im Hintergrund des Daseins
dass die meisten
nur von seiner Oberfläche her kennen.
hukwa

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Spruchweisheit von Thoreau

"Keine schalen Stunden haben,sondern dankbar sein für jede und hinnehmen, was sie bringt...Kein Tag wird völlig vergeudet sein, an dem man eine aufrichtige, nachdenkliche Seite geschrieben hat."
Thoreau

Ich finde dass ist ein wunderbarer Spruch und eine große Weißheit.
hukwa

Der Wald ist meine Zuflucht

Der Oktober ist der Monat in dem der bunte Herbst seinen Höhepunkt erreicht. In den Wäldern können wir nun eine Freiheit spüren, die uns erlaubt mit den wesentlichen Dingen des Lebens in Kontakt zu treten. Es ist die Stille des Herbstwaldes, die uns eine bisher nicht gekannte, schweigende Aufmerksamkeit schenkt. Viel intensiver spüren wir nun die Beziehungen zum Wechsel der Jahreszeiten. Fern dem unbarmherzigen ewig geräuschvoll laufenden Motor der Großstadt finden wir im Herbstwald nun eine ganz andere psychologische Dimension der inneren Einkehr und Ruhe vor. In einer Zeit der entfesselten Märkte wird der Wald für mich zu wahren Zufluchtstätte.
hukwa

MorgenMeditation

Ich habe immer das Empfinden dass der Morgen viel zu schnell vergeht. Es ist die Zeit die ich am nötigsten brauche. Ruhe und Meditation das ist mir der Morgen. An einem Morgen wie Heute ist man dem Tao sehr nahe. Es sind Satori Stunden die ich in Abgeschiedenheit verbringe. Je näher es an den Mittag geht um so stärker beginnen die Abwässer der Gesellschaft zu fließen. Die Menschen werden lauter und eilen immer schneller ihren meist unnötigen Geschäften nach. Sollen sie doch ihr schnelles Leben führen, ich bevorzuge die Kunst der Langsamkeit.
hukwa

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Wildapfel bei den zwei Steinen Trippstadt




Fotos Hans Wagner



Dazu habe ich auch folgenden Artikel geschrieben: Mythologie des Wildapfels

Oktobermorgen

Bunt ist die Landschaft
einsam im Wald
der alte Wildapfelbaum
wie Silberfinger
die Spinnweben
zwischen Baum und Fels
die erste Strahlen der Herbstsonne
dies ist die Aura der Frühe
eines einsamen herrlichen
Oktobermorgens.
hukwa

Dienstag, 8. Oktober 2013

Weisheit von Thoreau

Ich glaube, dass der Geist entweiht werden kann durch die Angewohnheit, sich belanglosen Dingen hinzugeben, so dass alle unsere Gedanken einen Anflug  von Belanglosigkeit bekommen.
Thoreau

Aus den Wäldern drangen Lieder

Aus den Wäldern drangen Lieder
wie ich sie noch nie gehört hatte
und unter den Bäumen
flimmerten seltsame Lichter
der abnehmende Mond
spendete genug Licht
um seltsame Gestalten erkennen zu können
da entsinne ich mich der Tage
da man mir sagte
in den Wäldern geschehen seltsame Dinge
in manchen Vollmondnächten
treffen sich hier die Geister der Bäume
diese Treffen werden nicht angekündigt
und die Mehrzahl der Menschen
wissen überhaupt nichts davon
doch glaubt mir
in dieser Nacht
drangen aus den Wäldern Lieder
und unter den Bäumen
flimmerten seltsame Lichter.
hukwa

Samstag, 5. Oktober 2013

Der Baummarder von der Amseldell

Wenn sich die Dämmerung wie Nebel zwischen die Bäume bei der Amseldell legt, verlässt der Baummarder seinen Unterschlupf, in einer Höhle der alten knorrigen Traubeneiche und geht auf die Jagd. Er klettert kopfüber den dicken, starken Stamm hinunter, springt einige Sätze durch raschelndes Buchenlaub, steckt immer mal wieder seine Nase in ein Bodenloch und hebt sie witternd hoch. Dann setzt er an einem morschen Baumstumpf und auf den mit Porlingen bewachsenen Buchenstämmen, die hier liegen, seine Duftmarke ab.
Nachdem er auf diese Weise seinen Wechsel und Pass markiert hat, der schon von Mardergenerationen vor ihm eingehalten wurde, setzt er seinen Weg fort. Mit einem Male hält er inne, weil sein scharfes Gehör ein ihm bekanntes Geräusch wahrgenommen hat. Sofort ortet er woher das Geräusch stammt. Schnell wie ein Blitz springt er zu, reißt die Spitzmaus aus dem Laub und verschlingt sie gierig. Hinter der alten Amseldellhütte, wo ein Unwetter einige Fichten zusammengedrückt hat, windet sich der Marder schlangengleich durch Dickicht und Unterwuchs der Bäume. Durch enge Löcher, unter herausgerissenen Wurzeln hindurch. Es gibt kaum einen Spalt, durch den er sich nicht geschickt hindurch zwängen kann. Hoch oben beim Scharderkopf, wo jetzt der Vollmond auf die mystischen Steingebilde fällt, schnappt er einen Nachtfalter. Am alten Fuchsbau verweilt er einige Zeit am Himbeergebüsch und frisst von den süßen Früchten, dann zieht er hungrig weiter. Im Morgengrauen, als er schon in seinen Schlupfwinkel bei der alten Eiche zurückkehren will, entdeckt er ein Eichhörnchen. Als dieses den Marder erkennt, klettert es in Schraubenwindungen eine alte Fichte hoch. Dann springt es von einer Baumkrone zur nächsten, der Marder immer hinterher. Aufwärts und abwärts geht die Jagd. Schließlich springt das Eichhörnchen mit einem mutigen Satz ins Leere. Diesen Luftsprung kann der Marder nicht nachmachen. Das Eichhörnchen verschwindet in einem Versteck und der Jäger pirscht hungrig weiter. Noch bevor die Sonne aufgeht hat er seinen Unterschlupf an der Amseldell erreicht. Hier verschläft er den Tag und träumt von der nächsten Jagd.

Foto Hans Wanger

Der Baummarder

Wenn sich die Nacht über den Wald legt, zieht der Baum- oder Edelmarder auf Raub aus. Gegenüber seiner Zwillingsart, dem Steinmarder bevorzugt der Baummarder große, geschlossene Wälder mit Altbaumbestand. Solche ausgedehnte Waldungen bieten ihm genügend Schlupfwinkel. Bei Tage sieht man ihn höchst selten, er ist dämmerungsaktiv.
Am liebsten sind ihm Mischwälder mit altem Baumbestand und dichtem Unterholz, wo sich Mäuse und Kleinvögel in reicher Zahl vorfinden. An Ästen, Baumstümpfen, Steinen und Erdhügeln setzt der Marder mit einem stark übelriechenden Sekret, dass er aus zwei Analdrüsen hervor drückt, sogenannte Duftmarken ab, mit denen er sein Revier abgrenzt und seinen Wechsel markiert.
Der Baummarder hat ein kastanien- bis dunkelbraunes Fell und einen gelblichen Kehlfleck. Beim Steinmarder ist dieser Kehlfleck eher weiß. Außerdem ist der Baummarder größer als der Steinmarder.
Seinen Unterschlupf sucht er sich in hohlen Bäumen, in verlassenen Krähen-, Greifvogel- und Taubennestern, in den Kobeln der Eichhörnchen, in Holzstößen und in größeren Vogelnistkästen. Für seine Jagdzüge durch die Wälder ist er bestens ausgerüstet. Der Baummarder ist ein wendige Kletterer und in dieser Hinsicht den meisten anderen europäischen Säugetieren überlegen. Er springt mit bis zu vier Meter weiten Sätzen durch die Baumkronen, läuft die Stämme hinauf und kopfüber wieder herab, fast so als ob er sich auf dem Boden bewegen würde. Er besitzt eine sehr gelenkige Wirbelsäule und keine Schlüsselbeine. Daher kann er sich durch enge Löcher winden und praktisch aus jeder Stellung plötzlich abspringen. Dies kommt ihm natürlich bei der Jagd bestens zu statten. Da er absolut furchtlos ist, wird er allen Waldsäugern, bis hin zum Jungreh gefährlich! Natürlich auch den Vögeln, sie und Eichhörnchen zählen zur Lieblingsbeute. Doch auch Bilche, wie Siebenschläfer und Haselmaus müssen sich vor dem Baummarder in acht nehmen, genau wie Mäuse. Bei größeren Säugern, wie Hase und Kaninchen verbeist er sich im Genick und versucht dem Beutetier mit den Hinterbeinen kräftige Stöße zu versetzen, um ihm die Halswirbel zu brechen. Auch die Vögel verschont er nicht, die er mit seinen Pranken sogar aus den Nistkästen zu ziehen versucht. Meistens frisst unser Edelmarder zuerst den Kopf seines Beutetieres, weil ihm das lecithinreiche Gehirn besonders zu schmecken scheint. Aber auch Insekten verschmäht er nicht und im Sommer und Herbst labt er sich ausreichend an Obst, Beeren, Bucheckern und Haselnüssen, Auch Hummel- und Wespennester stehen auf seinem Speiseplan.

Baummarder halten keinen Winterschlaf, durch ihr dickes Fell sind sie bestens geschützt. Außerhalb der Paarungszeit leben die sie als Einzelgänger. In den Monaten Juni bis August, vor allem im Juli, werden sie besonders lebhaft und unruhig. Die Paarungszeit zieht sie ganz in ihren Bann. Die Mardermännchen hetzen dann die Weibchen stundenlang durch den Wald. Durch eine Verzögerung der Keimentwicklung wird nach der Paarung die Tragzeit der weiblichen Baummarder hinausgezögert und die Jungen kommen erst im April zur Welt. Die Jungtiere bleiben bis zum nächsten Frühling bei der Mutter. Ab dem zweiten Lebensjahr sind sie dann geschlechtsreif. Baummarder haben außer dem Fuchs, kaum noch natürliche Feinde. Sie können bis zu 16 Jahre alt werden. Aber meist sterben sie vorher durch Bejagung, an einer Krankheit oder werden im Straßenverkehr getötet.