Donnerstag, 17. Oktober 2013

Kleine Pilzvolkskunde

"Schwämme und Pilze wachsen bis zum Allerheiligenfest" habe ich Gestern in einem alten Kalender gelesen. Nun eigentlich wachsen sie ja das ganze Jahr über.
Pilze haben die Menschen jahrhundertelang fasziniert. Sie waren Symbole des Verfalls und entwickelten sich an feuchten, ungemütlichen Stellen, an denen sich auch Kröten, Fledermäuse und Schlangen gerne aufhielten. Da Schlangen oft giftig sind, hielt man Pilze und Schwämme ebenfalls für böse. In Wales nennt man Giftpilze heute noch "Fleisch der Gnome".
Wegen ihrer Eigenschaft, urplötzlich und auf Wunderbare Art aufzutauchen, brachte man sie in Verbindung mit den Göttern, mit dem Donnerschlag, mit Blitz und mit dem Mond. 

Wenn der Mond voll ist,
kannst du Pilze jederzeit ernten;
ist er jedoch abnehmend,
so warte besser, bis du sie wieder nimmst,
sagt eine alte Volksweisheit.

In einigen Teilen Europas erzählt man sich folgende Geschichte: Eines Tages ging Petrus mit Christus durch einen Wald und aß von dem Brot, das ihm die Einwohner eines Dorfes gegeben haben. Dabei spuckte er etwas davon auf den Boden. Daraus wurden Pilze. Der Teufel, der den beiden folgte, spuckte ebenfalls aus. Sofort wuchsen auf dem Platz, wo sein Speichel die Erde berührt hatte, die Giftpilze. Es heißt in alten Schriften das Manna des alten Testaments seien Pilze gewesen, da sie wie durch ein Wunder über Nacht aus dem Boden schießen.
hukwa

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