Dienstag, 29. März 2011
Filmbeitrag leider verschoben
der Filmbeitrag über mich wurde seitens des Senders leider verschoben. Tut mir leid. Er wird in der nächsten "Grünsendung" ausgestrahlt. Mir wurde der heutige Sendetermin schon vor 14.Tagen mitgeteilt. Also sorry! Gebe den neuen Termin frühzeitig bekannt.
hukwa
Trippstadter Geomantiepfad
Innerhalb Deutschlands gibt es einen solchen Pfad noch nicht, in Österreich sollen zwei existieren. Für Trippstadt wäre ein solches Projekt damit auch eine weitere touristische Attraktion und eine Bereicherung der Angebote im Bereich des Fremdenverkehrs. Die Einbindung eines solchen Weges in das touristische Leitbild unserer Gemeinde unter dem Aspekt des Landschaftserlebnisses der Landschaftsästhetik und der Naherholung soll die kulturellen und landschaftlichen Schönheiten der region dem Besucher nahebringen. In nächster Zeit werde ich deswegen auch vermehrt geomantische Wanderungen anbieten.
hukwa
Dienstag, 22. März 2011
Filmbeitrag: Der Schamane aus dem Pfälzerwald
der zehnte Filmbeitrag über mein spirituelles Schaffen ist fertig und wird am Dienstag den 29.3.2011 im Südwestrundfunk- Fernsehen ausgestrahlt. In der Sendung - Im Grünen - Sendezeit ist 18.10 Uhr.
Viel Freude beim Zuschauen
hukwa
Dienstag, 15. März 2011
Leserbrief an Tageszeitung
Leserbrief: Die Rheinpfalz vom 15.3.2011; Pfälzische Volkszeitung
Artikel: Frustriert über gefällten Baum
Es tut weh wenn man erfährt, dass immer mehr alte Bäume wegen einigen wenigen Ignoranten im Landkreis, langsam verschwinden. Gut, dass uns die Tageszeitung darüber auf dem laufenden hält, sonst wären gewiss schon mehr Bäume klammheimlich abgesägt worden.
Manchmal frage ich mich was das für Menschen sind denen manche Bäume ein „Dorn im Auge“ ist. Ich kann die Frustration von Frau Groß verstehen, vor allem über die typischen amtlichen Kleinkariertheiten. Man kennt ja die Argumentationen Pilzbefall, Verholzung, Morsch etc. Die Stockborner Eiche so wie diese in der Landschaft stand stellte doch keine Gefahr für die Öffentlichkeit dar. Auch kann ich mir nicht vorstellen das sich während eines Sturmes irgendjemand unter einen Baum setzen würde. Es ist wie überall heutzutage, man fällt die alten ehrwürdigen Bäume und argumentiert damit ein „neuer Baum würde hinterher gleich gepflanzt“ und schon meint man seine Hände in Unschuld zu waschen. Einfache Schildbürgermentalität! Die Baumfäller und Verantwortlichen sollten sich in Zukunft bei solchen Raubbau – Aktionen etwas ökologisch kundig machen, das ist heutzutage im Zeitalter der Information nicht schwer, für Menschen die im 21.Jahrhundert angekommen sind. Nur ein Beispiel: Ein etwa 80 bis 90 jähriger Laubbaum tut den Menschen nur gutes. Wenn solch ein Baum im Licht photosynthetisch aktiv ist, gibt er etwa genau so viel Sauerstoff an die Atmosphäre ab, wie er an Kohlendioxid aus dem Luftraum zur Bindung in organischen Molekülen aufnimmt. Schon eine einzige ausgewachsene Eiche oder Buche kann an einem Tag ungefähr 7000 Liter Sauerstoff freisetzen. Das ergibt etwa 35m³ sauerstoffreicher Atemluft- genug um den Tagesbedarf von über 50 Menschen sicher zustellen. Ohne diese ausgleichende und regenerierenden Leistungen der Bäume gäbe es auf Dauer kein höheres Leben in der jetzigen Form auf der Erde.
Nebenbei noch bemerkt: Das Jahr 2011 wurde zum „Jahr der Wälder“ gekürt, so dass wir einen sensibleren Umgang mit unserem Freund dem Baum lernen sollen. Könnte es möglich sein, dass die Verantwortlichen bisher davon noch nichts gehört haben? Da wären wir schon wieder bei der Information und ein bekannter Ökologe hat vor einiger Zeit behauptet: „Ökologische Information sei die härteste Währung“, darüber sollte man in einer Zeit der Umweltkrisen unbedingt einmal nachdenken, bevor man die Motorsägen aufheulen lässt. Bliebe noch zu bemerken, dass Bäume dem Allgemeinwohl dienen was man leider von einigen Menschen nicht behaupten kann, vor allem wenn es um unsere Mit- und Umwelt geht.hukwa
Sonntag, 13. März 2011
Neuer Fernsehfilm über Hukwa
hukwa
Dienstag, 8. März 2011
Baumpersönlichkeiten
hukwa
Montag, 7. März 2011
Mittwoch, 2. März 2011
Frühlingsimpressionen aus dem Karlstal
Wer das Karlstal bei Trippstadt aufsucht wird auf Anhieb von dieser Landschaft begeistert sein. Die wildrauschende Moosalb in der Karlstalschlucht, die gr0ßen mächtigen erhabenen Buntsandsteinfelsen, die dieser Schlucht ihr besonderes Gepräge geben und die urwüchsigen Buchen und Eichen, verleihen, vor allem im Frühjahr, dieser Landschaft eine Archaische, wildromantische Aura.
Bevor die Bäume ausschlagen, hat sich der Boden leicht begrünt und unter dem Altlaub strecken die ersten Frühjahrsblüher sich dem Lichte entgegen. Vereinzelt finden sich nun Buschwindröschen, Lungenkraut, Leberblume, Schlüsselblume und Waldmeister ein. Bereits am ende der Schlucht bilden sie einen bunten Frühlingsblumenteppich. Im dichten Unterholz entfaltet nun auch der giftige Seidelbast seine duftende, rosafarbene Blüten. Folgt der Wanderer nun dem Verlauf der Moosalb wird er mit etwas Glück einigen selten gewordenen Tier- und Pflanzenarten begegnen.
In den krautreichen Gebüschen längs der Moosalb, wird er alsbald einen braunvioletten Kolben entdecken, der vor allem in den Abendstunden einen Aasähnlichen Geruch ausströmt; es ist der mystisch aussehende Aronstab. Sein deutscher Name beruht auf einer Fehldeutung des griech. aron, eines alten Pflanzennamens, der angesichts des merkwürdigen Kolbens, mit dem ergrünenden Stab des biblischen Hohenpriesters Aron in Verbindung gebracht wurde. Der deutsche Naturphilosoph Gustav Schenk hat ein romantisches, mysteriöses doch sehr naturphilosophisches Buch über diese geheimnisvolle Pflanze geschrieben.
An den Ufern der Moosalb finden sich vereinzelt stehende Erlen und Haselbüsche, die den Vorbeiwandernden den Blick auf sumpfige Wiesen freigeben. In vereinzelten Gruppen stehen hier die gelben Wasserschwerlilien. Auch unsere heimischen Schlüsselblumenarten, gedeihen, wenn auch nur spärlich im Tal. Mit großer Wahrscheinlichkeit findet man die Gebräuchliche Schlüsselblume, die im Volksmund auch den Namen Himmelsschlüssel trägt. Die Tatsache ihres frühzeitigen Blühens hat der Pflanze den Namen gegeben. Der botanische Name der Schlüsselblume heißt nämlich Primula, was als Verkleinerungsform des Wortes primus = der erste, also kleiner Erstling anzusehen ist. Der Pfälzer Botaniker Oskar Sommer schreibt in seinem Buch „Rätselhafte Pflanzenwelt – von Pflanzen der Pfälzerlandschaft und ihren Geheimnissen“: „Der Name Himmelsschlüssel findet sich bereits im Althochdeutschen und zwar als himilsuzzil. Schlüsselblume ist eine jüngere Bildung und erscheint erst im 16.Jahrhundert. Die durch das ganze deutsche Sprachgebiet verbreiteten Namen beziehen sich auf die schlüsselähnliche Gestalt der Blüten, da der Blütenstand an einen Schlüsselbund erinnert. In der Eifel heißt die Pflanze Kirchenschlüssel, in Kärnten Burgenschlüssel, in Tirol Petersschlüssel“.
Bereits Anfang April wo es noch Nachtfröste gibt, fliegen über Tage schon die Hummelköniginnen auf der suche nach einem Nistplatz. Ist das Nahrungsgebot ausreichend, kann man an sonnenreichen Frühlingstagen Erdbiene, Wollbiene und Goldbiene beobachten. Viele dieser Wildbienen haben eine Pelzartige Behaarung, die es ihnen ermöglicht, auch bei kaltem Wetter Blütenpflanzen anzufliegen.
Gras- und Wasserfrosch sind aus ihrem Winterschlaf erwacht. Ende April bis Anfang Mai ist die Paarungszeit der Grasfrösche, während die Wasserfrösche etwas später laichen. In das Konzert der Frösche mischt sich nun immer öfters der Ruf des Schwarzspechts und das Lied der Amsel, ein untrüglicher Beweis das der Lenz zurückgekommen ist.
Es ist eine jährlich immer wiederkehrende Freude wenn im Vorfrühling das unterschiedlich abgestufte Grün der au7streibenden Bäume, Sträucher und anderer Wildpflanzen erscheint, grüne Farbabstufungen wie sie kein Landschaftsmaler mischen kann. Mutter Natur ist eben doch noch die größte Künstlerin. Die einheimische Vegetation präsentiert sich im Karlstal um diese Jahreszeit in einem zwar zaghaften doch wunderschönem Kleid.
hukwa
Sonntag, 27. Februar 2011
Tiefe des Seins
Gedanken zu Heraklit Dschuang Dsi und Giordano Bruno
„Dschuang Dsi lässt sich wohl äußerlich einreihen unter die Denker des objektiven Idealismus. Er ist ein Glied in der großen Kette, die im westlichen Denken durch die Namen Heraklit, Bruno, Spinoza, Goethe, Schelling, Schopenhauer und Schleiermacher bezeichnet wird. Aber seine eigentliche Bedeutung beruht nicht darauf, dass er eine Weltanschauung vermittelt- im Gegenteil er will gerade die Weltanschauung zur Ruhe bringen- sondern darin, dass er zu dem zentralen Erlebnis führen will, das jenseits des Denkens liegt und von der Wissenschaft nur unvollkommen erfasst wird.“ (Richard Wilhelm).
Obwohl die westliche Welt seit über fünf Jahrzehnten mit dem religionsphilosophischen Schrifttum des Ostens konfrontiert und regelrecht überschwemmt wird, fällt es dem westlichen Menschen schwer das Tao zu begreifen, weil eben der Sinn des Taos im Unbegreiflichen, im jenseits von Denken beheimatet ist. Es sind Heraklit und Giordano Bruno die von den abendlichen Denkern Dschuang Dsi und Lao Tse in ihrem philosophischen Denken am nächsten verwandt sind.
Jochen Kirchhoff schrieb einmal „über die Notwendigkeit Giordano Bruno zu verstehen“, ein Vorschlag den ich selbst nur weitergeben kann. Brunos Philosophie ist eine Philosophie des kosmischen Seins und seine Gedanken sind heute aktueller denn je. Ja, mir scheint als hätte Bruno nicht für das 15. und 16. Jahrhundert geschrieben sondern für das 21.Jahrhundert. Bruno der am 14. Februar 1600 als „Fürst der Ketzer“ von der Kirche verbrannt wurde war der erste kosmologische Philosoph des Abendlandes.
„Schon im Ansatz seines Denkens verknüpft Bruno die Weitung des kosmischen Horizonts ins Unendliche mit der Vision eines neuen Menschentums jenseits der irdischen Begrenztheiten und Projektionen.“ (Kirchhoff).
Was unsere abendländische Kultur entwickelt hat, ist die Welt des Begrenzbaren, die christliche Kultur hatte nie die Begabung für das Unendliche, das Unbegrenzbare, das Eine, das dass Tao der Taoisten repräsentiert, als auch die Monas Giordano Brunos.
„Hier werden wir den wahren Weg zur wahren Sittlichkeit finden, werden lernen, hochherzige Verächter aller Dinge zu sein, welche kindisches Denken hochschätzt und werden größer sein als selbst jene die der blinde Pöbel als Götter verehrt, als wahrhafte Forscher der Geschichte der Natur, die in uns selbst geschrieben steht, und als gehorsame Befolger der göttlichen Gesetze welche dem Zentrum unseres Herzens eingemeißelt sind.“ (G. Bruno).
Die Welt des begrenzten ist die der Stagnation, des Mangels, des Streitens, der christlichen Dogmatik, des Habens und Anhäufens. Die Welt des Dschuang Dsi, des Heraklit und die von Bruno ist die Welt der Unbegrenztheiten, des Fließens, des Tao, es ist die Welt des kosmischen Seins.
„Das ist die Philosophie, welche die Sinne auftut, den Geist befriedigt, den Verstand erweitert und den Menschen zur wahren Glückseligkeit zurückführt,“ schrieb Bruno, der Satz könnte auch von Heraklit und Dschuang Dsi stammen.
„so werden wir doch, wenn wir das Sein und wesen dessen tiefer erwägen, in dem wir unwandelbar sind, finden, dass es nicht nur für uns, sondern überhaupt für keine wahre Substanz einen Tod gibt, das im wahren Sinne nichts vergeht, sondern das jegliches durch den unendlichen Raum dahinwallend nur sein Angesicht ändert“, schreibt Bruno.
Nur in den Tiefen unseres Seins erfahren wir das Eine, die gemeinsame Wurzel aller Erscheinungen, dies zu erfahren ist der Sinn des menschlichen Daseins.
hukwa
Dienstag, 22. Februar 2011
Alte Gemäuer
Auf dem Lande suche ich die alten Bäume auf, in den Städten die alten Gemäuer.
hukwa
Sonntag, 20. Februar 2011
Keltische Wurzeln im Pfälzer Märchen
Die wichtigste Rolle im Leben der keltischen Stämme, ja die zentrale Rolle, spielten die Druiden. So überliefert uns Cäsar in seiner De bello gallico: „In ganz Gallien gibt es zwei Klassen von Menschen, die Geltung und ehre genießen, denn das niedere Volk nimmt beinahe die Stellung von Sklaven ein…Die eine Klasse ist die Klasse der Druiden, die andere Klasse die der Equites. Die Druiden versehen den Götterdienst, besorgen die öffentlichen und privaten Opfer und legen die Religionssatzungen aus. Bei ihnen finden sich junge Männer in großer Zahl zur Unterweisung ein, und sie genießen hohe Verehrung, denn sie entscheiden bei fast allen öffentlichen und privaten Streitigkeiten. Sie sprechen das Urteil, wenn ein Verbrechen begangen wurde, ein Mord geschah, Erbschafts- oder Grenzstreitigkeiten ausbrechen, sie setzen Belohnungen und Strafe fest. Fügt sich ein Einzelner oder ein Volksstamm ihren Entscheidungen nicht, so schließen sie die Betroffenen vom Götterdienst aus. Dies stellt bei den Galliern offenbar die härteste Strafe dar…An der Spitze aller Druiden steht derjenige, der bei ihnen das größte ansehen genießt…Die Druiden ziehen gewöhnlich nicht in den Krieg und zahlen auch keine Abgaben wie die übrigen Gallier. Sie sind vom Waffendienst befreit und haben keine anderen Verpflichtungen“.
(De bello gallico, VI, 13/14)
Wenn wir die Autoren der klassischen Antike lesen und ihre Überlieferungen über die Druiden so bemerken wir schnell dass sie in den Druiden keine primitiven Zauberer sahen sondern mit großer Bewunderung von diesen sprachen und schrieben.
Cicero der sich öfters mit dem Druiden Diviciacus traf schrieb über diesen:
„Er behauptete, die Naturgesetze zu kennen- das, was bei den Griechen Physiologie heißt-, und er besaß die Fähigkeit, durch Beobachtung und Deutung der Zeichen die Zukunft vorauszusagen…“ (De Divinatione, I, 40)
Wir wissen das man in Griechenland das Druidentum als ein vollständiges philosophisches System ansah, manche sahen sogar einen Zusammenhang zwischen den Lehren des Pythagoras und den geheimen Überlieferungen der Druiden. Clemens von Alexandria berichtet uns von einer Überlieferung, nach der Pythagoras nicht nur Schüler der Brahmanen, sondern auch ein Schüler der Druiden der Galater gewesen sei.
Die „Hinterlassenschaften“ der Druiden finden sich vor allem in den Märchen. Da die Druiden ihre Lehren nur mündlich und an auserwählte Schüler weitergaben, ist es nicht möglich auf irgendwelche Texte zu verweisen, außer eben jener der griechischen und römischen Historiker und Zeitzeugen.
Ausgrabungen und historische Stätten beweisen das dass Gebiet des Pfälzerwaldes eine bedeutungsvolle keltische Vergangenheit besitzt. Nun wissen wir zwar wenig über das gesellschaftliche Leben der Kelten, über die lehren der Druiden wissen wir so gut wie gar nichts und somit auch fast nichts über die Religion der Kelten, denn diese war ja das Druidentum.
Der keltenforscher Jean Markale bemerkt in seinem Buch „Die Druiden- Gesellschaft und Götter der Kelten“ : Das Druidentum hat keinerlei Bedeutung oder Existenzgrundlage außerhalb der keltischen Gesellschaft, aus deren geist es geboren wurde. In gewisser Weise ist das Druidentum sowohl die Grundlage der keltischen Gesellschaft als auch ihre Folgeerscheinung. Daraus ergibt sich die gesellschaftliche Funktion des Druiden“.
Die soziale Stellung des Druiden stand noch über der des keltischen Fürsten oder Königs. In der bekannten irischen Erzählung vom „Rausch des Ulates“, lesen wir: Die Ulates durften nicht sprechen, bevor der König das Wort ergriffen hatte, und der König durfte nicht sprechen, bevor die Druiden das Wort ergriffen hatten“.
Dion Chrysostomos, ein Zeitgenosse von Plutarch, Tacitus und Plinius dem Jüngeren schreibt: „Die Kelten nannten ihre Priester Druiden; sie beherrschten die Kunst des Weissagens und jede andere Wissenschaft; ohne ihre Zustimmung durfte der König weder handeln, noch eine Entscheidung treffen, so dass in Wirklichkeit sie die Herrscher waren, während die Könige nur wie Diener ihren Willen vollstreckten“.
Über die Philosophie und das Wissen der Druiden ist uns nichts überliefert. In den Märchen jedoch finden wir Bruchstücke, dieses alten druidischen Wissens.
Mit dem Untergang des Keltentums, dass im Jahre 52 unserer Zeitrechnung eingeleitet wurde durch die tragische und verheerende Schlacht bei Alesia, trat auch eine Änderung im denken der europäischen Völker ein. Die griechisch- römische Geisteshaltung der Logik begann sich durchzusetzen und die heidnisch – spirituelle Welt der Kelten geriet in Vergessenheit. Ein winziger Teil des religiösen Denkens der Kelten erhielt sich in den Schatztruhen der europäischen Märchenwelt, wo es seither ein geheimnisvolles Leben führt und das dass Unbewusste der Menschen bis heute auf seine ganz eigene Art Inspirierte. Joseph Campbell schrieb daher zu recht:…“das aus dem keltischen Feenreich eine wilde Wunderwelt heraufbeschwor: verzaubert schlafende Prinzessinnen, einsame Schlösser im gefährlichen Wald, rauschende Drachen in reifbedeckten Höhlen, der Merlinzauber, die Fee Morgane und kichernde alte hexen, die durch einen Kuss in die schönste Jungfer der Welt verwandelt wurde. Fast alle Einzelheiten seines Märchenlandes entnahm Europa der Phantasiewelt der Kelten. Die Jugend Siegfrieds, Brunhilds Schlaf, das Schwert im Baum (und Stein, Anmerkung des Verfassers) und das zerbrochene Schwert sind aus der keltischen Tradition übernommene Motive“. (Joseph Campbell – Der Flug der Wildgans).
Diese Motive sind auch Teil unseres kollektiven Unbewussten, anhand solcher Motive lässt sich tatsächlich eine Art „geistiger Stammbaum“ errichten, denn es müsste ja richtig sein, das immerwiederkehrende Motive einer bestimmten durchgehenden Linie entstammen, so dass Einzelne auf Berufung ihrer Träume herausfinden können, wo ihre vorgeschichtlichen Wurzeln zu finden sind. So kann man mit Heinrich Zimmer übereinstimmen wenn dieser schreibt:…Es ist die Sphäre des Ewig – Weiblichen, Stätte der Zeitlosigkeit und des unerschöpflichen Lebens. Quelle des Todes, aus dem das Leben sich ständig wiedergebiert. Es ist der geheimnisumwobene ort, von zahllosen Helden in Märchen und Legenden der ganzen Welt aufgesucht, unter vielen historischen Verwandlungen wiederzuerkennen: er gehört zu unserem universalen Vorrat archetypischer Sinnbilder. Die Fassung, die uns die keltischen Märchen und der Artuszyklus übermitteln stammt aus dem mythischen Bilderschatz der altertümlichen mütterrechtlichen Ordnung, wie sie der vorkeltischen Kultur des westlichen Frankreichs und der britischen Inseln eigen war“.
Als die keltische Welt unterging, ging auch das Druidentum und somit die alte Religion der Kelten unter. Die Druiden wurden zu Zaubermeistern erklärt und lebten wohl noch längere Zeiten abgelegen in den Wäldern wo sie ihren Riten nachgingen und diese auch zelebrierten. Diese untergegangenen Druiden sind es vor allem die uns in den Märchen als zaubergewaltige Hexen und Zauberer begegnen.
Das pfälzische Märchen ist in seiner Poesie sehr karg, nicht besonders ausgeschmückt und oft endet es abrupt oder man hat das Gefühl ihm fehlt etwas, als sei es manchmal unvollständig. Das keltische Material im pfälzischen Märchen ist nur sehr schwer Fassbar, weil wir eben überhaupt nichts mehr wissen über die religiösen Überlieferungen aus dieser keltischen Zeit und somit den Druiden die ja die Bewahrer der keltischen Religion und Spiritualität waren.
Um mit Jean Markale zu sprechen: „Die griechisch – römische Geisteshaltung, die auf dem Glauben an den Universalismus und an die Logik des ausgeschlossenen Dritten basiert, begann langsam, aber sicher das sogenannte „barbarische“ Denken der Kelten zu verdrängen.
So vergaßen die Westeuropäer allmählich, dass sie Söhne der Kelten und Erben der spirituellen Tradition der Druiden sind.
Vor der Katastrophe von Alesia sah die Welt ganz anders aus: Es gab ein anderes Wertsystem, eine andere Wirklichkeitsauffassung, eine andere Art zu Denken und zu Empfinden, andere geistige Konzepte. Das alles ist nicht spurlos verschwunden; von dieser Vergangenheit zeugen Spuren in Museen und Bibliotheken, und es gibt darüber hinaus noch lebendige Keime, die nur des geeigneten Bodens harren, um sich wieder zu entfalten“.
An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen das Markale mit „entfalten“ nicht eine Widerbelebung des Druidentums meint, wie wir dies Heute vielfach in oft hausbackener und kindischer Aufmachung vorfinden, sondern hier sind die keime des kollektiven Unbewussten gemeint, wie dies auch Heinrich Zimmer gesehen hat.
Hukwa
Der erste Teil dieses Artikels findet ihr in meinem Gesamtkunstwerkblog unter dem Titel:
Die Kelten im Pfälzerwald.
hukwa
Mittwoch, 16. Februar 2011
Dienstag, 15. Februar 2011
Merlin in der Baumkunde
Montag, 7. Februar 2011
Erwachen
Geld Eigentum Macht
Doch wie die Wolken dort oben ziehen
Zieht vorrüber die materielle Pracht
Kaum hast du dich selbst erkannt
Wirst du von der Zeit verbannt
Zum wirklichen Wandern im Leben
Brauchst du nur Schuh und innere Ruh
Werde endlich wach
Das wirkliche Werk ist dann vollbracht
Du bist von der Raupe zum Schmetterling erwacht.
hukwa
Sonntag, 6. Februar 2011
Als Goethes Geist auf Trippstadt schien
Geliebtes gibt es, das im Sarge ruhen bleibt, vielleicht am
Trauernsten beweint um sein Totsein; und andres gibt es, das
Jeglichem, was uns sich noch ereignen mag, lebendig
Antwortet, in Zwiesprache, als würde es selber daran immer
Erneute Wirklichkeit, weil sie das anrührt, was uns mit Tod
Und Leben ewig zusammenschließt.
Lou Andreas – Salome
Wer einen Spaziergang über den Trippstadter Friedhof unternimmt findet in der vierten Grabreihe links ein Grabmal aus Sandstein mit einem aufgesetzten eisernen Kreuz. Hier liegt Carl Friedrich Brion begraben ehemaliger Hüttenwerksleiter der Gienantschen Werke in Trippstadt und Neffe von Frederike Elisabeth Brion, einer Jugendliebe von Johann Wolfgang von Goethe, die in Seesenheim, bei Strassburg gelebt hatte.
Als Goethe 1770 Frederike Brion kennen lernte, entwickelte sich aus dieser Beziehung eine der bekanntesten Liebesepisoden der deutschen Literaturgeschichte.
Goethe studierte zu dieser zeit in Straßburg. Im Herbst 1770 unternahm er zusammen mit seinem Elsässer Freund Friedrich Leopold Weyland ausgedehnte Ausritte in die Umgebung von Straßburg. Bei einem dieser Ausflüge lernte er „Rikchen“, wie er sie dann liebevoll nennen sollte, kennen. In „Dichtung und Wahrheit“ berichtet uns Goethe vierzig Jahre später über diese erste Begegnung mit Frederike Brion: „Schlank und leicht,…schritt sie, und beinahe schien für die gewaltigen blonden Zöpfe des niedlichen Köpfchens der Hals zu zart. Aus heiteren blauen Augen blickte sie sehr deutlich umher, und das artige Stumpfnäschen forschte so frei in die Luft, als wenn es in der Welt keine Sorgen geben könnte…“
An anderer Stelle schreibt Goethe in „Dichtung und Wahrheit“: „Es gibt Frauenpersonen die uns im Zimmer besonders wohlgefallen, andere, die sich besser im Freien ausnehmen; Frederike gehörte zu den letzteren.“
Goethes Liebe zu Frederike war eine sehr arkadische Liebe. Es folgten viele „folles chevaucheès“ (tolle Ritte) Goethes nach Sessenheim denen ausgedehnte Aufenthalte im Hause der Brions folgten. Unbeobachtet durchstreiften er und Frederike die Umgebung von Sessenheim, unternahmen Wasserfahrten zu den damals noch näher an den Ort heranreichenden Rheininseln, sie besuchten Bekannte Friederikes, mit denen sie Pfändnerspiele veranstalteten oder bis spät in die Nacht dem Tanzvergnügen huldigten. Ein Jahr lang wurde Sessenheim nun für Goethe „der Mittelpunkt der Erde“.
Es war zweifelsohne die Ausstrahlung Frederikes die bei Goethe „unversehens die Lust zu dichten“ aufkeimen ließ, die Quelle der Poesie, die Goethe „lange nicht gefühlt hatte“, trat, mit aller Macht wieder hervor. Es waren genau diese „Sessenheimer Lieder“, die so bedeutungsschwer in den „Sturm und Drang“ einflossen. Diese Liebesgedichte, die Goethe manchmal mit „bemalten Bändern“, an „Rikchen“ schickte sollten den Ruf Goethes als Lyriker begründen und Literaturgeschichte schreiben. Im Mai 1771 dichtete er in Sessenheim am frühen Morgen:
„Erwache Frederike,
Vertreib die Nacht,
Die einer deiner Bilder,
Zum Tage macht.
Der Vögel sanft Geflüster
Ruft liebevoll,
Das mein geliebt Geschwister,
Erwachen soll.“
Viele berühmte Lieder Goethes, wie das „Mailied“ entstanden in Sessenheim. Im Nachwort von Goethes Liebesgedichten, schreibt Emil Staiger: „In aller Einfalt kündigen diese Verse jenes Wechselspiel von Geben und Empfangen an, auf dem für Goethe die glückliche Liebe und damit der Sinn des Lebens beruht, eine Liebe, die von vorneherein die ganze Welt umfasst: Wie er Frederike liebte, so liebt die Lerche Gesang und Luft und lieben die Morgenblumen den Himmelsduft. Die Liebe, die sein Herz beseligt, ist dieselbe Liebe, die als göttlicher Hauch das All durchdringt.“
Aber es sollte keine Liebe von Dauer sein. Schon im Frühjahr 1771 dachte er, der seine unruhige Seele mit dem „Wetterhähnchen drüben auf dem Kirchturm“ verglich, daran die Beziehung zu beenden. „Es waren peinliche Tage“, erinnerte er sich in „Dichtung und Wahrheit“ an den für viele Jahre letzten Besuch bei Frederike, der am 7.August 1771 stattfand: „Als ich ihr die Hand noch vom Pferde reichte, standen ihr die Tränen in den Augen, und mir war sehr übel zu mute.“
Eine Woche später nahm Goethe Abschied vom „herrlichen Elsass“ und kehrte aus Straßburg über die Pfalz nach Frankfurt zurück.
Am 28.September 1779 schrieb Goethe an Frau von Stein über seinen Besuch, denn er acht Jahre später bei der Familie Brion tat: „Die zweite Tochter von Hause hatte mich ehemals geliebt, schöner als ich’s verdiente, und mehr als andere, an die ich viel Leidenschaft und Treue verwendet habe; ich musste sie in einem Augenblick verlassen, wo es ihr fast das Leben kostete, sie ging leise darüber hinweg, mir zu sagen, was ihr von einer Krankheit jener Zeit noch überbliebe, betrug sich allerliebst mit so viel herzlicher Freundschaft, vom ersten Augenblick, da ich ihr unerwartet auf der Schwelle ins Gesichte trat und wie wir mit den Nasen aneinander stießen, dass mir ganz wohl wurde. Nachsagen muss ich ihr, dass sie auch nicht durch die leiseste Berührung irgend ein altes Gefühl in meiner Seele zu wecken unternahm. Sie führte mich an jede Laube und da musste ich sitzen, und so wars gut…Die Alten waren treuherzig, man fand, ich sei jünger geworden. Ich blieb die Nacht, und schied den andern Morgen bei Sonnenaufgang, von freundlichen Gesichtern verabschiedet, das ich nun auch wieder mit Zufriedenheit an das Eckchen der Welt hindenken und in Friede mit dieser Ausgesöhnten in mir leben kann.“
Frederike Brion hatte nie geheiratet. Als sie 1813 starb setzte man ihr eine Grabinschrift die lautete: „Ein Strahl der Dichtersonne fiel auf sie, so reich, das er Unsterblichkeit ihr lieh.“
Jahre zuvor dichtete der unglückliche Dichter Michael Reinhold Lenz, der sich unsterblich in Fredericke verliebt hatte:
Denn immer, immer doch
Schwebt ihr das Bild an Wänden nach,
Von einem Menschen, welcher kam
Und ihr als Kind das Herzen nahm.
Fast ausgelöscht ist sein Gesicht,
Doch seiner Worte kraft noch nicht.
Der in Trippstadt begrabene Neffe von Frederike Brion, war zeitlebens nicht gut zu sprechen auf den Genius der europäischen Literatur. Das alte Grab auf dem Trippstadter Friedhof ist nicht nur ein Kulturdenkmal sondern steht auch als eine kulturelle Verbindung, wenn auch sehr kleine, Trippstadts, mit dem sprachmächtigsten Dichter der Literaturgeschichte.
hukwa
Sonntag, 30. Januar 2011
Karlstalschlucht
Holundergebüsch Brennesselgerank
an den Hängen wie kaltes schwarzes Eisen
steinerne Kuppen Blöcke Baumstämme
Im Abenddämmern gleichen sie riesigen Leibern
Manchmal am Rand
so wirr so kraus
ein einsamer Weißdornstrauch
Wie Steinmetzmeiseln klingts vom Hochwald herab
des Schwarzspechts hämmern
verliert sich wildem im rauschenden Bach
verklingt im glutigen Abenddämmern
Die letzten Sonnenstrahlen dringen schwach in den Buchenwald
ein einsamer Fingerhut
harrt aus im Opferbrand
wie Götterstatuen
die Fichten am Uferrand.
hukwa
Freitag, 28. Januar 2011
Jahresring - Gedicht auf die alte Eiche im Trippstadter Schlosspark
so jugendlich dennoch verknöchert
die prallen Knospen recken nach den
Sternennächten
kurz vor der Dämmerung erscheinen die Krähen
in deinen laublosen Ästen
o alter Heidengott
O Priester unter Baumgenossen
tust du für sie die Heidenmesse sprechen
blank glänzt der Schnee
auf deinen starken Ästen
im Frühlingsregen ergrünen deine ersten Blätter
wenn andere Bäume schon
im vollen Grün dastehen
erwachst du erst
aus deinem grüblerischen Dämmern
O Herr o Priester
von andern Baumgenossen
des Kuckucksruf
erklingt aus deinen Wipfeln
geballte Kraft der festen Blättermassen
stehst du gelassen in der Mittagshitze
einsaugend brütende Sommerglut
ertönt aus deinen Kronen der Tauben Gurren
im Herbst erstarren deine grünen Blätter
des Eichelhähers buntes Gefieder
erblinkt aus deinem Geäste
Fruchthüllen spreneg goldfarben
deine Eicheln auf schwarzem Waldboden
du stiller Wandler iom Jahreslauf
Eiche
ein Jahresring hat sich für dich geschlossen.
hukwa
Donnerstag, 27. Januar 2011
Monade
Aus des Unbewussten Schäumen
Aus dem tiefsten Dunkel der Nächte
Steigen auf die Seelenkräfte
In dem Sausen der Sturmkräfte
In des Mondes weißem Schimmer
Im Geflimmer silberner Sterne
Tief versteckt und ganz verborgen
Ist das Reich der Monaden.
hukwa
Montag, 24. Januar 2011
All - Seele
Dies hat mich um den Schlaf gebracht
Ätherklang und Sternenblut
Lässt meine Seele beben
Zum All sich meine Gedanken und Gefühle erheben
Es drückt sie oft der Tag doch nicht die Nacht
Meine Seele liebt der Sterne diamantene Pracht
Zu neuem Dasein tut sie sich dort oben erheben
In der Akasha Chronik lernt sie lesen
Wie neues erst geborenes Leben
Geist will ich sein
Will ohne Zügel leben
Lichtjahre fern von dieser Erde schweben
Es schreckt kein Morgen
Schwing auf astrale Seele
Erhebe dich und Schwebe
Vereinige dich mit der Allseele.
hukwa
Montag, 17. Januar 2011
Eine Einführung in die astrologische Pflanzenkunde Teil 1
Die planetarische Übereinstimmung einheimischer Pflanzen
Wenn ich versuche einen Vortrag wie diesen zu eröffnen bin ich mir von vorneherein klar darüber, das es zum Teil ein etwas schwieriges Unterfangen ist. Schwierig aus dem Grundweil es sich um Dinge handelt, die nicht gerade dem alltäglichen Leben angehören und deshalb eben auch keine allgemeingültige Terminologie haben. Ich bitte den Hörer, als auch den Leser dieses Vortrages folgendes zu beachten :
1. Ich beziehe mich in meinem Vortrag vorwiegend auf Wildpflanzen.
2. Es gibt kein simples Nachschauen, auf Tabellen, auch beruht die Planetenzugehörigkeitder Pflanzen nicht nur auf der reinen Notwendigkeit der Mathematik sondern in Verbindjung derer mit der Intuition. Dies bedeutet also, der Pflanzenkundige muss in die Geheimnisse der Astrologie, als auch der Pflanzenkunde eingeweiht sein..
Das Wissen um die Metamorphose der Pflanzen, als auch die Konstellation der Gestirne, sind demnach eine wichtige Voraussetzung um diese Thematik praktisch umzusetzen.
Wenn wir verschiedene Kräuterbücher betrachten, dabei feststellen das es keine Übereinstimmung innerhalb der Tabellen gibt, bedeutet dies nicht ihre Verfasser hätten
Unrecht, sondern lediglich, das diese die Thematik aus verschiedenen Gesichtspunkten
betrachten. So wussten bereits die meisten Gelehrten des Mittelalters um die sichtbare
Schöpfung durch kosmische, dynamische Interaktion. Durch diese universelle Interaktion,
kommt die Durchschneidung und gegenseitige Durchdringung, der sieben planetarischen
Kräfteeinflüsse zusammen. Das " wie oben, so unten," finden wir aufs deutlichste bei
Hermes Trismegistos.
Logischer Weise erkennen wir Oberflächlich nur die mineralisch – physische Gestalt der
Pflanze, ihre Lebenskraft, das geheime Wesen der Pflanze, bleibt dem Betrachter verborgen,
wenn dieser nicht die Kraft der persönlichen Intuition nutzt.
Diese Intuition benutzte ohne Zweifel auch Goethe als dieser über seine Idee der Urpflanze schrieb. Goethe war klar, eine Pflanze ist kein Ding, kein lebloser Gegenstand, sondern ein Wesen, das beseelt ist. Natürlich ist alles was die Astralität der Pflanze betrifft unseren Augen verborgen. Dennoch – auch der trockenste Realist, wird zugeben – eine Pflanze ist ein Wesen in dem verschiedene Lebenskräfte wirken. Die Pflanze ist ein lebendiger Vorgang, ein ewiges,
ständiges Entstehen, Entfalten und im Werden begriffenes Sein, das in seinem Fortgang die
mineralischen Baustoffe erfasst und nutzt, um sie schließlich als fertige Gestalt
( Blätter, Blüten, Äste, Hülsen ), als Spur des fließenden, wandelnden Lebens hinterlässt.
Wenn die ätherischen Lebenskräfte durch den Stoff hindurchgeflossen sind, werden die zurückgelassenen Strukturen den mechanischen Gesetzen der physischen Materie überlassen.
Verwesung, Abbau, Verrottung tritt ein; in Luft, Wasser, Erde und Hitze, löst sich das Gewordene wieder auf.
Es verhält sich so wie mit der Rose Platons :
In ihrer wandelnden Erscheinung ist uns nie die ganze Pflanze gegenwärtig. Immer ist es nur
eine Phase, ein kleiner Ausschnitt, der sich im Hier – und – Jetzt manifestiert. Die größere Ganzheit verweilt im Unsichtbaren. Jede einzelne Rose ist ein Abbild der archetypischen Rose, der Urrose, die, indem sie in das materielle Dasein hinuntersteigt, in Abertausende
Einzelexemplare zerschellt. Die Einzelpflanze verhält sich zur Pflanze, ähnlich wie die
Einzelbiene zum Stock, die Einzelzelle zum Organismus, der Tropfen zum Meer. So opfert
sich die Pflanze, in die Welt der Erscheinungen hinein, und wir dürfen getrost das Opfer, das unser hiesiges Leben ja erst ermöglicht dankbar annehmen.
Die Pflanzenmetamorphose fängt mit dem sandkornähnlichen Samen – dem unscheinbaren,
harten, trockenen Eiweißsteinchen – an. Wenn die Sonnenwärme und das Wasser im Frühling an seinem Panzer rütteln, erwacht es und fängt zu wachsen an. Es wächst, wird dabei aber ein nicht immer größeres Samenkorn, sondern schwillt auf, sprengt die enge Schale, und in erstaunlichem Wandel jagt eine Senkwurzel Richtung Erdmitte, und Keimblätter streben
Richtung Sonne. Polarität – Merkmal des Lebens! Im Einklang mit kosmischen Rhythmen schreitet die Pflanze von Knospe zu Knospe, Blatt zu Blatt – nicht wie ein Mechanismus, sondern organisch mit kaum merkbaren Ahnbahnungen und plötzlich sprunghaften Schüben.
Man betrachte genau, wie die Blattformen die Elementeileiter hinaufwandeln. Schwere, erdhafte, runde, wässrige Blättchen gehen allmählich in fein – gezeichnete, spitzige, offenbar
dem Luft und Feuerelement verwandte – Gestalten über. Dann ein plötzlicher Einschlag:
Wie von einem ätherisch / Astralieschen Blitz getroffen, lodern die bunten Blütenblätter in wundersamen Farben auf. Es erscheinen Staubblätter, Stempel, Fruchtknoten – Bestäubung -,
schwellende Früchte, Samen ! Ein Reigen der Zusammenziehung und Ausdehnung, an dem sich schon Goethe erfreute ! Ist der Samen reif, schwindet die Lebenskraft. Persephone die
Vegetationsgöttin, muss sich als Same, Knolle oder Zwiebel wieder in das Erddunkel begeben, dort frische Lebensimpulse aufsaugen, die ihr von den Erdgöttern und zugleich aus dem fernen Sternenhimmel zustrahlen, ehe ein neuer Jahreslauf beginnt.
Betrachten wir nun einmal die Siegelabdrucke der Planeten im Pflanzenreich :
1. Der Mond: Der Luna untersteht alles Keimen und Aufsprießen, Faulen und Verrotten im Pflanzenreich. Wässrig aufgedunsene, schlingpflanzenähnliche Gebilde, wie Gurken und
Melonen, sind lunarer Natur. Ebenso solche mit Milchsaft, wie Mohn, Salat und Wolfsmilchpflanzen – alles giftige, schmerzstillende beziehungsweise narkotisch wirkende
Gewächse. Die Blüten der Mondpflanzen sind oft groß, ihre Farben zart Pastell bis ins Lila reichend; manche öffnen ihre Blütentrichter nur nachts.
2. Merkur: Der flinke Planet äußert sich auch im Pflanzenreich durch schnelles Sprießen und Schießen sowie raschen Wandel. Von besonderen Farben kann man weniger sprechen, eher von einem Leuchten wie man es bei einer frisch aufgehenden Weizensaat erleben kann.
Merkuriale Pflanzen haben oft schleimige, heilkräftige Säfte, wie die Aloe Vera, Hauswurz
( die übrigens auch dem Jupiter geweiht ist ), das Bingelkraut ( Mercurialis sp. ) oder das
Springkraut, das seine Samen oft meterweit streut. Merkuriale Pflanzen verholzen selten, sie
nehmen gern kriechende, windende Gestalt an.
3. Venus : Die holde Göttin schenkt der Natur ihre grüne Farbe. Venusblüten sind wohlriechend und Zart gefärbt : mit Ausnahmen reicht ihre Farbskala von
Grünlich – weiß bis ins Rosa. Medizinisch wirken diese Pflanzen kühl und lindernd;
wenn sie aber wie im Fall der Aphrodisiaka, mit Mars im Bunde stehen, ist ihre Wirkung sehr erhitzend.
4. Sonne : Die Sonnenkraft zieht die Pflanzen in die Höhe, gibt ihnen gerade Stengel und
veranlasst sie, sich rhytmisch und harmonisch zu entfalten. Der Geschmack dieser Pflanzen ist kräftig und angenehm, sowie das frische süßsauer der Äpfel. Sonnenhafte Blumen blühen weiß bis strahlend goldgelb; oft drehen sie im Tageslauf der Sonne ihr Gesicht zu. Medizinisch wirken viele der Sonnenpflanzen herzstärkend und ermutigend.
5. Mars : Dem roten Planeten gehören alle rotblühende, mit Dornen, Stacheln sowie tiefen
Pfahlwurzeln versehen, scharf, pfeffrig oder hitzig schmeckende Pflanzen. Die Staubblätter
aller Blüten gehören dem Mars. Der Mars ist Hüter vieler Heil – und Wundpflanzen.
6. Jupiter : Der Göttermonarch ist verantwortlich für das Reifen der Früchte. Ihm gehören alle aromatisch – würzigen, mit ätherischen Ölen versehene Kräuter und das süße Obst. Ölpflanzen, wie Raps und der Ölbaum unterstehen ihm. Jupiterpflanzen blühen in einer
prächtigen Farbskala von gelborange bis zum majestätischen Purpur. Relativ langsam wachsende, mehrjährige Pflanzen, darunter staatliche Bäume gehören zum Jupiter.
7. Saturn : Saturn trocknet die Pflanzen aus, lässt sie welken und sterben, dafür bildet er in ihnen die Samen aus. Langsam wachsende, dunkle, graue Gewächse mit bitterem Geschmack,
aber auch solche mit duftenden, zähflüssigen Harzen und Balsamen, wie die Tannen, gehören diesem Planeten, ebenso himmelblau blühende Blumen.
Die Wirkung der Planeten, indem sie den inneren und äußeren Kosmos, die Metalle, Steine, Pflanzen, Tiere und Menschen prägen, nannte man zur Zeit des Paracelsus die astralen
( griechisch aster = Stern ) Einflüsse. Die Astrologie versucht diese Einflüsse genau zu bestimmen. In unserer Sprache leben immer noch die Begriffe dieses Weltbildes fort, wenn wir von der Influenza ( Grippe ), also Ein – fluß, oder dem Desaster ( lateinisch des + astrum = schlechter Stern ) sprechen.
In jeder Einzelpflanze wirkt der Mond am stärksten in den Wurzeln, der Merkur in den Sprossen und Knospen, die Sonne in der Aufrichtekraft des Stammes und der Stengel,
Venus in den Blättern und Blüteblättern, Mars in den Staubgefäßen, Jupiter in den früchten und Saturn im Samen.
Die " unteren " Planeten ( Mond, Merkur, Venus ) wirken direkt über die Atmosphäre oder
indirekt über Wasser, Humus und Kalk auf die Pflanzen ein.
Die " oberen " Planeten ( Mars, Jupiter, Saturn ) werden den Pflanzen durch Kieselsteine und
Quarze vermittelt; sie strahlen sozusagen " von unten, nach oben " und kommen in Blütenfarbe, Frucht – und Samenbildung zum Ausdruck.
Im Menschen ( und im Tier ) strahlen die oberen Planeten in den oberen Teil ( Kopfende )
des Leibes ein; die unteren Planeten dagegen in die unteren Körperhälfte. wie wir schon gesehen haben, bauen die Strahlenwirkungen der Planeten verschiedene Gewebe auf und setzen Funktionen in Gang, ehe sie sich schließlich erschöpfen und in einem ihnen zugehörigen Organ, Abrundung und Ausklang finden ( z. B. Jupiter in der Leber, Merkur in der Lunge, Saturn in der Milz u.s.w. ). Das Erkennen der Planetenwirkungen in der Pflanzenwelt und in der Menschen / Tierwelt erlaubt dem Pflanzenkundigen, korrespondierende Heilpflanzenarten und – Teile mit den Körpergebieten und – Funktionen
in Zusammenhang zu bringen.
Planetenpaare
Die übereinandergeschichteten Ebenen des Kosmos muten wie eine Sahnetorte, eine
russische Puppe oder die Schalen einer Zwiebel an, wobei jede schicht die andere durchstrahlt. Dazu kommt noch die Vorstellung der Planeten als Gegensatzpaare.
So wird zum Beispiel der weiche, wässrige lebensfrische Mond, dem trockenen,
bitteren, harten Saturn gegenübergestellt. In der Volkskunde erscheinen sie als das
alte sklerotische Jahr, das vom lustigen Neujahrswickelkind abgelöst wird. Der feurige,
draufgängerische Mars gesellt sich zur kühlen, empfänglichen Venus – das Urbild des
Liebespaares. der dicke Jupiter und der gauklerische Merkur – Stetigkeit und Wandel
versinnbildlichend – erscheinen im Märchen als der König und der Schelm. Die sonne ist bei all dem die Achse und die Mitte.
Die Kräuterärzte machen von diesen Gegensatzpaaren reichlich Gebrauch, indem sie Pflanzen mit der Signatur, die einer Krankheit entgegengesetzt ist, allopathisch ( contraria ) oder Pflanzen mit der gleichen Signatur homöopathisch ( similia ) anwenden.
Das Verhältnis der Planeten zu den Elementen
Die sieben planetarischen Kräftestrahlungen, die alles formen und durchwirken, bleiben unsichtbar, bis sie sich der vier Elemente bedienen, um sich ihnen wie ein Siegelring in heißem Wachs einzuprägen und damit der Erscheinungswelt ihre Physiognomie zu schenken.
Die Elemente soll man sich nicht einfach aus passiven Stoff vorstellen. Sie entsprechen dynamischen Zuständen der Urmaterie, wobei Erde als trocken, kalt und fest gilt, Wasser als feucht, kalt und beweglich, Luft als alles was leicht, feucht, warm und sehr beweglich gilt, und Feuer als heiß, trocken und höchst wandelbar.
Die oberen Planeten stehen logischerweise in bezug zu den beweglichen, nicht wägbaren
( imponderaplen ) ( Luft, Feuer ); die unteren Planeten dagegen zu wägbaren, kalten, schweren Elementen. Diese haben mit Quantitäten, jene mit Qualitäten der Erscheinungen zu tun. Der Naturhellsichtigkeit – das wusste auch Paracelsus – erscheinen die Kräfte der vier
Elemente als Elementarwesen: Gnome ( Erde ), Nymphen ( Wasser ), Sylphen ( Luft ) und
Salamander oder Vulkani ( Feuer ). Die nächste Tabelle zeigt einige dieser Kreuzbeziehungen an.
Das Verhältnis der Planeten zum Tierkreis
Die Planeten folgen der Sonnenbahn ( Ekliptik ) von Westen nach Osten ( direkte Bewegung )
indem sie das Feld der Fixsterne durchlaufen; manchmal machen sie Schleifen in entgegengesetzte ( indirekte ) Richtung. Dabei weichen sie von der Sonnenbahn nie weiter als
15. Grad ab. Die festen Sternbilder im Hintergrund erlauben dem irdischen Beobachter, die genaue Position sowie die relative Bewegung und Geschwindigkeit festzustellen. Die alten Babylonier gliederten die Bahn der Wandelsterne und sonne in zwölf gleichmäßige Teile und gaben uns damit den Tierkreis ( Zodiakus ). Die Sonne durchwandert den Tierkreis vom tiefsten Stand ( Wintersonnenwende ) bis zum höchsten ( Sommersonnenwende ) und wieder zurück in 365 Tagen. der Mond wird inzwischen die selbe Bahn zwölfmal durchwandert haben.
Man stellt sich den Tierkreis als einen Riesenleib, den Leib des Kosmischen Urmenschen,
des Makroanthropos, vor. Jede der zwölf Regionen entspricht einer Körperregion im
mikrokosmischen Menschen.
Schöpferische Urmächte strömen aus diesem Riesenleib, aus jedem Tierkreisbild pulsieren
die Kräfte herab auf die Erde.
Sammelzeiten von Heilkräutern und planetarische Konstellation:
Es war die Kunst der alten Rosenkreuzer, deren Werke sich eingehend mit biologischen und kosmischen Rhythmen beschäftigen, die optimalen Zeiten – Jahreszeit, Mondstellung, Tag der Woche und Tageszeit – zu kennen, an denen die Heilpflanzen gesammelt werden sollen und zu denen die daraus entstandene Präparate richtig einschlagen. Das Bemühen, die richtigen
Stunden und Zeiten zu treffen, geht auf die Babylonier zurück. Die christlichen Kräutersammler ließen sich jedoch auch nicht davon abhalten : Schließlich hat König Salomo gesagt : Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde ( Pred. 3:1 )."
hukwa
Sonntag, 16. Januar 2011
Auf einen alten Freund
Freund aus Kinderzeit
Doch Frevlerhände brachten
über dich den Entscheid.
Ich höre noch dein raschelndes Lied
Wenn der Wind in deinen Blättern sang
seh noch das Licht das klare
das täglich zu deinem Haupte stand.
Du Freund meiner Kindertage.
Ein faulender Stumpf erinnert
an dein weisglühendes Blütengewebe
ein Lebenstraum schlummert
in dem was du einmal bist gewesen.
Doch wirst du wieder ausschlagen
Frucht an deinen Zweigen tragen
Ein anderes Kind wird unter deinem Schatten lagern
einen neuen Lebenstraum webend.
Wohl an schlag aus
Alter Freund
Meiner und zukünftiger Kindertage.
hukwa
Donnerstag, 13. Januar 2011
Samstag, 1. Januar 2011
Der Naturbegriff in meinem philosophischen und künstlerischen Werk
Miguel Serrano schrieb einmal über C.G.Jung: "Jung erzählte, wie er in den Augen von Tieren, die ihre Jungen auf die Welt brachten, den Ausdruck ungeheuren Leidens, der Furcht vor dem Unbekannten, gesehen habe. Er war überzeugt,, dass diese Tiere uns brauchen und darauf warten, das wir ihnen das Wesen der Natur und das Geheimnis ihres mühevollen Daseins erklären. Uns allein ist es vergönnt,, diese Dunkelheiten zu erhellen. Mit einem Wort, wir werden zum Spiegel aller Schöpfung: der Tiere, Bäume, Flüsse, Steine, Felsen und- vielleicht- sogar von Gott, denn schließlich sind wir das Bewusstsein der Welt und die Wiederspiegelung der Blume. erst nach Äonen hat uns die Natur hervorgebracht, damit wir sie in ihrer Vergänglichkeit betrachten und in ihrer Ganzheit offenbaren können. All die Elemente der Schöpfung sind sakramentale Dinge, die auf unser Kommen warten."
hukwa
Sonntag, 12. Dezember 2010
Universum und Geist sind aus dem selben Stoff
In die Regionen des Geistes vorzudringen bedeutet in den Kosmos einzugehen, denn All und Geist sind aus dem selben Stoff.
hukwa
Mittwoch, 1. Dezember 2010
Sonntag, 28. November 2010
Montag, 22. November 2010
Gedanken im Neblung
hukwa
Donnerstag, 18. November 2010
Sonntag, 7. November 2010
Die Kunst des meditativen Wanderns
Wer sich zu einer Wanderung aufmacht sollte dies bewusst tun. Wandern bedeutet sich bewegen, sich bewusst bewegen. Wenn wir spazieren gehen, laufen wir oftmals einfach los. Wenn wir zu einer Wanderung aufbrechen, haben wir in der Regel ein Ziel vor Augen: Eine Burg, ein Baum, ein Ort, eine Quelle oder sonst eine Sehenswürdigkeit. Doch wenn wir uns Wochen später an unsere Wanderung zurückerinnern, fällt uns auf, dass in der Erinnerung vor allem jene Dinge und Erlebnisse zurückgeblieben sind, die wir auf unserem Wanderweg gesehen oder erlebt haben. Denn: Der Weg ist das Ziel! Dies ist eine Weisheit die jeder erfahrene Wanderer schon einmal gemacht hat. Wandern hat viel mit „er-fahren“ zu tun. Das alte Wort fahren umfasst jede Art von Fortbewegung, wie z.B. das Wort Pilgerfahrt, Zugfahrt oder Autofahrt uns zeigt. Erfahren kommt von ervan und heißt ursprünglich nichts anderes als „reisend erkunden“. Wenn wir also etwas er-fahren wollen müssen wir uns auf den Weg machen. Meditatives Wandern hat eine Ähnlichkeit mit pilgern, auch jene die sich auf eine Pilgerreise begeben, lassen für einige Zeit ihr Alltagsbewusstsein hinter sich und machen ihren Geist offen für neue Erfahrungen.
Beim meditativen Wandern sind wir mit unserem ganzen Bewusstsein unterwegs. Das bedeutet, dass wir uns nicht nur im geographischen Sinn auf den Weg machen, sondern auch geistig. Wandern ist eben etwas Ganzheitliches.
In den gesammelten Werken Christian Morgensterns findet sich folgende Tagebuchnotiz: „Ich bin wie eine Brieftaube, die man vom Urquell der Dinge in ein fernes, fremdes Land getragen hat und dort freigelassen hat. Sie trachtet ihr ganzes Leben nach der einstigen Heimat, ruhelos durchmisst sie das Land nach allen Seiten. Und oft fällt sie zu Boden in ihrer großen Müdigkeit und man kommt, hebt sie auf und pflegt sie und will sie ans Haus gewöhnen. Aber sobald sie die Flügel nur wieder fühlt, fliegt sie von neuem fort, auf die einzige Fahrt, die ihrer Sehnsucht genügt, die unvermeidliche Suche nach dem Ort ihres Ursprungs“.
Wandern und Pilgern sind keine zwei verschiedenen Paare von Wanderschuhen, jedenfalls nicht beim meditativen Wandern. Denn bei dieser Art des Wanderns nähern wir uns wieder jenem „Urquell der Dinge“, oder versuchen es wenigstens, die Christian Morgenstern in seiner Tagebuchnotiz beschrieb. So kann meditatives Wandern zu einer „Quest“, einer Sinnsuche werden.
Wenn wir uns zu einer Wanderung aufmachen sollten wir die Banalitäten des Alltags hinter uns lassen, den wir wollen doch vom Alltagseinerlei in den All – Tag hineinwandern. Wir sollten während unserer Wanderung ein Allumfassendes Bewusstsein mit uns führen. Wir wollen die Wunder der Natur sehen und spüren, wollen im Schöpfungsalphabet von Mutter Natur lesen und den „Zuspruch“ der Wald- und Wiesenwege in uns einfließen lassen.
Während des meditativen Wanderns kehren wir zu unserem inneren Selbst zurück so ist Wandern auch ein Stückchen Therapie und Selbsterfahrung. In der freien Natur begegnet uns immer wieder Neues, jede Wanderung ist eine Erfahrung und es kann ja nur vernünftig sein den eigenen Hintergrund zu erweitern und somit für neue Erfahrungen empfänglicher zu werden. Denn beim Wandern finden wir viel Zeit für uns selbst und dies sollten wir als ein recht bedeutendes persönliches Kapital ansehen. Denn was unser heutiges Dasein ganz besonders hemmt und verwickelt macht, ist die Vorstellung der Zweckbestimmtheit, die ja inzwischen schon fast jeden Vorgang des menschlichen Lebens beherrscht. Diese Vorstellung ist ja insofern in Ordnung soweit sie unsere wirtschaftliche und verstandesmäßige Existenz betrifft, beim meditativen Wandern allerdings tritt man in eine Bewusstseinsphäre ein, die eben nicht Zweckbestimmt ist denn wir fühlen uns bei dieser Art des Wanderns der Natur und ihren Schöpfungen sehr nahe. Denn durch meditatives Wandern gewinnen wir neue Erfahrungen und erweitern somit auch unser Bewusstsein, denn die Natur ist ein Ort der Besinnung und des Entzückens. Durchdrungen von ihr kann der Mensch seine Allverbundenheit mit dem Kosmos erfahren, Natur soll uns eine Sache der Andacht sein und nicht der Ausbeutung.
hukwa
Montag, 1. November 2010
Denksatz
hukwa
Mittwoch, 20. Oktober 2010
Gespräche mit Bäumen
hukwa
Dienstag, 19. Oktober 2010
Gedanken beim Holunderstrauch
hukwa
Montag, 18. Oktober 2010
Birke am Morgen
hukwa
Sonntag, 17. Oktober 2010
Waldgedanken bei Johanniskreuz
im bunten Herbstlaub
dazu
der ruhige Flug des Bussards
unterm klaren blauen Himmel
die Haselmaus
die unter der Erde ruht
Das letzte Aufbäumen
der Herbstzeitlosen
Der Fliegenpilz
der unter der weißen Birke glüht
Geruch von Laub und Stinkmorschel
kommt mit dem Wetwind her geweht
Einsame Hirschkuh im Hochwald
wo ich alleine gehe
auf herbstlichen einsamen Wegen.
hukwa
Mittwoch, 13. Oktober 2010
(S)INNE (er)HALTEN
(S) INNE (er) HALTEN
Es gibt verschiedene Weisen die Natur zu sehen und zu erfassen, sie hat für alle nur möglichen Fragen eine Antwort bereit. Wenn wir uns in ihr bewegen müssen wir nur immer wieder einmal innehalten – dann werden wir von der Natur auch Sinn erhalten.
Während einer Wanderung durch den Trippstadter Wald wird die umgebende Mitwelt uns dies bestätigen. Menschen von heute begegnet die Natur anders als sie z.B. unseren Urgroßeltern begegnete. Sahen diese in den unendlichen Räumen des Kosmos das Himmels- und Sternenzelt, Sonne und Mond noch als Licht und Lampe eines friedvoll in sich ruhenden Erdentages und die alte Mutter Erde als fruchtbaren Boden allen Lebens, so können viele Menschen von heute diese Anschauungen oft nicht mehr nachempfinden. Und dennoch, wenn wir den Wald betreten, scheint es uns da nicht, dass mit einem Mal manches Schwere von uns fällt, dass wir Stress und Hektik plötzlich hinter und lassen können? Der Wald wird uns zu einem letzten Reservat eines romantischen Gefühles. Wälder öffnen nicht nur unsere Sinne, sie schenken unserem Leben auch Sinn, wir müssen nur Ausschau halten nach den „Kindern des Waldes“, den Pflanzen, Vögeln, Bäumen und Tieren. Was kann uns bei einem Waldspaziergang doch alles begegnen? Der plötzliche Ruf des Schwarzspechtes, das leise Klagen eines einsamen Vogels, im Gebüsch taucht plötzlich ein Reh auf, im Wind ächzen die Bäume.
Wir müssen nur immer wieder inne halten können, dann können wir auch teilnehmen an den Wundern der uns umgebenden Natur, an ihrer Fülle, an ihrem Reichtum.
Der deutsche Naturphilosoph und Ethnobotaniker Gustav Schenk schrieb einmal: „Die blaue Blume der Romantik wuchs nirgendwo – aber sie lebte, wenn auch nur als Sinnbild grenzenlosen Geistes. Sie war ein Ziel das von vorneherein nicht erreicht werden konnte. Sie war Geist und Fülle einer leidenschaftlichen Sehnsucht und nicht würdiger und weiser konnte eine an das unendliche verlorene Seele irdische Gestalt annehmen als in einer Pflanze. Sie hatte vor aller Wirklichkeit eines voraus: Ebenso wie sie nie gefunden wurde, konnte sie niemals verloren gehen – und kein Stachel des Schmerzes blieb zurück.“
Dies ist es, was wir von der großen Lehrmeisterin Natur lernen können, wenn wir bereit sind manchmal innezuhalten. Jenes Gefühl einer Wiederverzauberung mit der uns umgebenden Natur, eben: Im Leben einen Sinn erhalten.
Es soll Menschen geben die über das „Schweigen“ im Wald erschrecken, doch ist diese Stille des Waldes nicht gerade seine Antwort an uns?
Der chilenische Dichter Pablo Neruda drückte das so aus:
Ich, der ich in einem Baum aufgewachsen,
hätte mancherlei zu erzählen,
doch da ich viel erfuhr von der Stille,
habe ich mancherlei zu verschweigen.
Dies ist eine der Philosophien des Waldes, seine Antwort an uns. Wir können dies jederzeit feststellen, dann, wenn wir ihn aufsuchen und bereit sind für einen Moment innezuhalten.
Montag, 11. Oktober 2010
Spaziergang entlang des Philosophenweges
Ein Spaziergang entlang des Trippstadter Philosophenweges
Wer im Spätherbst oder im Winter sich zu einem Spaziergang entlang des Trippstadter Philosophenweges aufmacht, wird von der romantischen Herbheit dieses Landstriches gewiss begeistert sein.
Hier, wo dunkel bewaldete Hügel den Horizont verstellen und zugleich eine Weite ahnen lassen, versinkt der Wanderer schnell in tiefe Gedanken.Selten, dass man auf diesem Weg jemandem begegnet. Was hier vorherrscht ist Stille.
„Nur wer in die Stille geht, kann sich selbst und der Welt wirklich begegnen“ schrieb einst ein großer Philosoph. Wir dürfen natürlich nicht mit dem Körper in den Wald gehen, „ohne mit dem Geist angekommen zu sein“.
Ist es nicht gerade die raue, karge Jahreszeit, der Spätherbst und der Winter, die oft für den Wanderer die ergiebigsten sind? Sie fordern seinen Geist und seine Phantasie heraus. Dass rauhes Wetter das Denken fördert ist in der Philosophie allgemein bekannt. Wenn Regen und Schnee die äußere Sicht einschränken, wendet der Blick sich nach innen. Und wenn auf den Feldern die Ernte eingebracht ist, fährt auch der ernsthafte Wanderer seine Ernte ein.
Wer denkt der Wald wirke im Winter eintönig, der täuscht sich gewaltig. Gerade jetzt kann man die Phänomene der wandelbaren Natur besonders gut erkennen und viel Neues entdecken: Die wunderbaren Farbnuancen der flüchtigen Wolken am Abendhimmel, die Wirkung des Lichts das im Winter besonders sanft in die Baumkronen fällt. Das weiche und zarte Gezwitscher der Meisen, die Spuren von Vögeln und Wild im Schnee.
Wer genau hinschaut, wer sie beobachtet die Wunderwelt am Wegesrand, dem offenbart sich in der kalten Jahreszeit die Natur als eine „Sprache“ in der sich eine höhere Wirklichkeit offenbart. „Die Natur ist ein so riesiges und allumfassendes Wesen, dass wir ihr Antlitz nicht einmal ansatzweise erkennen können“, schrieb Henry David Thoreau. Nun, er musste es wissen, schließlich ist er der berühmteste Spaziergänger der Literaturgeschichte. „Um ein Wanderer zu sein, braucht man eine Berufung direkt vom Himmel. Man muss in die Familie der Spaziergänger hineingeboren werden. Ambulator nascitur, non fit – Spaziergänger kann man nicht werden – man ist es durch Geburt“, war seine Meinung.
Gerade hier, bei einem gemütlichen Spaziergang entlang des Philosophenweges kann in uns der Gedanke aufkeimen, dass die äußere Natur auch ein Weg sein kann die eigene wahre innere Natur wieder zu entdecken.
In der waldreichen Umgebung von Trippstadt finden Wanderer und Spaziergänger immer wieder jene kleinen Wunder der Natur die Fauna und Flora hier zu bieten haben. Schließlich ist die Natur weit mehr als nur eine Welt materieller Erscheinungen, für den berühmten amerikanischen Philosophen Ralph Waldo Emerson war sie: „die sprachliche Offenbarung des immateriellen Seinsgrundes der Allseele“.
Hier im winterlichen Pfälzerwald kann es passieren, dass der Wanderer sich plötzlich eingebunden fühlt in den Kreislauf der Natur, dass er mit einem Male jenes „Licht der Natur“ von dem der deutsche Philosoph Schilling so begeistert schrieb, in sich aufgehen spürt.
Der Spaziergänger wird auf jeden Fall viel mitnehmen von den winterlich-einsamen und romantischen Waldwegen des Pfälzerwaldes.
Sonntag, 10. Oktober 2010
Brunnen der Erinnerung
hukwa
Dienstag, 5. Oktober 2010
Wiederverzauberung der Natur
hukwa
Sonntag, 3. Oktober 2010
Fensterblick oder Gespräch mit der Erdmutter
Wenn ich jetzt da der Morgen heraufdämmert nach Westen blicke, sehe ich einen bewaldeten Bergrücken. Davor ein tiefes Waldtal. Feuchter, weißer Nebel steigt aus dem Tal empor und schenkt der Landschaft einen bizarren Ausdruck. Bald taucht der erste Schwarm schwarzer Krähen, geheimnißvoll aus den Nebeln auf. Ich ziehe tief die Morgenfrische in mich hinein, stimme ein in das Gespräch der Krähen, spanne meinen Körper und fühle die innere, nie verloren gegangene Beziehung zur Erde in mir. Zu Licht, zu Luft, zu Bäumen, Pflanzen, Käfern und Würmern, zur alten Erdmutter selbst. Ich höre ihre Lieder und die ganze Landschaft ist ihr Gemälde. Ich fühle mich den Waldnebeln näher verwandt als den Menschen, fühle ganz die alte Erdmutter in mir.
hukwa

