Dienstag, 17. Mai 2011

Alte Wanderwege

Euch grüße ich
meine alten Wanderwege
die ich gegangen bin und die
mich führten
zu hohen Geistgefilden
zu Waldbrunnen und Bäumen
euch gilt mein Sehen
euch gilt mein Verlangen
ihr alten Wanderwege
die ich so oft gegangen.
hukwa

Über objektive Spiritualität

Objektive Spiritualität ist unter anderem das Studium von Energien, Kräften und Feldern die uns umgeben, in denen wir leben. Die objektive Spiritualität wie ich sie verstehe und praktiziere erforscht weitgehend die unsichtbaren Kräfte der Natur und des Menschen der ja Natur ist. In der objektiven Spiritualität geht es auch immer wieder darum wie der Mensch als geistig Suchender in Kontakt mit der spirituellen Zwischenwelt bleiben kann ohne das er durch die Störungen materialistischer Weltanschauungen immer wieder aus diesen "Welten" herausgerissen wird. Es geht also auch um die Verbindung von dem was wir als Realität bezeichnen und dem was wir als "Über-Realität" wissen. Beide müssen eine Verbindung eingehen, zwischen beiden findet ein ständiger Austausch statt. Die Energieebenen dieses Austauschprozesses bestimmen das Ergebnis nach dem der spirituell Suchende sucht.
hukwa

Montag, 9. Mai 2011

Heimatkundliches Bewusstsein als Einstieg in die praktische Geomantie Ein Versuch heimatliches erleben und Erdenergien zu verbinden

Das Trippstadter Schloss gehört zu den wenigen guterhaltenen pfälzischen Profanbauten und wichtigeren Baudenkmälern aus der Zeit der politischen Kleinstaaterei in Deutschland vor Ausbruch der französischen Revolution.

Erbaut wurde es 1766 von dem kurpfälzischen Obristjägermeister Franz Karl Josef Freiherr von Hacke und dessen Frau, Amöna Maria Karolina, geborene Freiherrin von Sturmfeder.

Wenn man den ästhetischen Aspekt des ländlichen Raumes um Trippstadt erfasst, so steht das Schloss an einem idealen Platz. In dichter Nachbarschaft die ebenfalls von Hacke erbaute katholische Kirche und hinter dem Schloss schließt gleich der Park an.

Wenn wir am frühen Morgen an den alten efeuumrankten Schlossparkmauern unter den mächtigen Altbäumen stehen, haben wir einen wunderschönen Ausblick in Richtung Karlstal und auf den Hochwald der dieses romantische Tal in einem grünen Kranz von Wäldern umschließt.

Genau von diesem Aussichtspunkte aus wird für den Parkbesucher der emotional erlebbare Erholungswert den die Trippstadter Landschaft besitzt besonders erfahrbar.

Etwa 15 Minuten Wegstrecke ist von hier die Entfernung zur Burgruine Willenstein. Die Geschichte des Trippstadter Schlosses und des Ortes Trippstadt beruht auf derjenigen von Burg und Amt Willenstein und bildet deren neuere Fortsetzung.

Die alte Burg erscheint schon früh in alten Urkunden als Reichslehen der Grafen zu Leiningen, welche im ersten Drittel des 12.Jahrhunderts die Besitzung den Herrn von Willenstein in Afterlehen gaben. Als eigentlicher Stifter der Willensteiner Linie wird aber erst Marbod, ums Jahr 1219 genannt.

Mit dem schon 1347 erfolgten Aussterben dieser Linie fiel das Lehen wieder an die Leininger zurück. Dieselben behielten es jedoch nicht für sich, sondern gaben es, nunmehr in zwei Hälften oder Huben, wieder in Afterlehen: die vordere, daher auch Falkensteiner Hub genannt, an die Grafen von Falkenstein, die hintere oder Flörsheimer Hub an Frau Agnes von Stein.

Die Lehenhoheit über den Falkensteiner Anteil erlangte im leiningischen Erbschaftsstreit ums Jahr 1481 Kurfürst Philipp von der Pfalz. Als sich jedoch 1664 langwierige Streitigkeiten wegen dieser Hube entspannen, erhielt sie im Jahre 1716 der kurpfälzische Obristjägermeister Freiherr von Hacke zu Schwainspaint als Entschädigung für die Richterämter Salern und Saidlern zu Kurpfalz in Erblehen.

Aus dem Sichtwinkel der Geomantie enthält die Trippstadter Landschaft, ausgehend vom Schloss- und Schlosspark, alle Objekte die sie für diese Wissenschaft und Kunst interessant macht.

Kulturdenkmäler finden sich sowie Sehenswürdigkeiten, Berggipfel, Waldbesäumte Täler, Quellen und Bäche, bestimmte Vegetationsformen- und Arten, alles Koordinationspunkte die eine Landschaft prägen die für die Geomantie wichtig ist.

Mit dem anschließenden Karlstal und der höher gelegenen Amseldell befinden wir uns hier in einer der ganz individuellen, spirituellen und sakralen Landschaften des Pfälzerwaldes.

Wenn wir nun während einer Wanderung die äußere Landschaft als Erfahrung in unseren inneren Besitz nehmen, wird in uns sozusagen die „die innere Landschaft“ erweckt. Diese ist ein gedankliches Abbild unserer „Mitweltwahrnehmung“. Ich betone: Mitwelt- nicht Umwelt! Die Umwelt ist das uns umgebende- die Mitwelt aber ist die Welt in der wir leben, die wir Mit- nehmen vom außen ins Innern. Wir machen uns also ein realistisches Bild der Landschaft und Ver – Innern diese und erst jetzt können wir die Erfahrung der spirituellen Landschaft und Mitwelt machen. Platonisch gesprochen könnten wir auch sagen: all das was uns hier begegnet liegt eine metaphysische Idee, ein platonisches Urbild zu Grunde.

Geomantie ist eine Erfahrungswissenschaft. Die Erdkräfte, die Energieströme über die wir in der Geomantie sprechen will man natürlich auch spüren, in der Regel muss man lernen diese Kräfte in sich zu sammeln und zu konzentrieren.

Ich spreche von der Empfänglichkeit die wir benötigen um den Strom der Erdkräfte zu erfahren, also das auf- und abschwingen der kosmischen Energie.

Es ist eigentlich nur eine Übung sich auf diese Energieströme einzustimmen. Mit gezielten Übungen sensitivviert man sich und nimmt die Gegenwart als Energiestrom auf. Was Anfangs als verschwommen aufgenommen wird können wir bald als Erlebnis spüren.

Als nächstes werden wir spürbar erfahren dass wir in die jeweilige Landschaft hineingehören oder zumindest mit ihr verbunden sind, dass wir ein Teil von ihr sind, wir sind mit der Natur und der Geschichte der Landschaft verbunden. Das Gefühl für die uns umgebenden und in uns einfließende Energieströme wir unmissverständlich wahrgenommen. Es handelt sich um ein definitives Einströmen von kosmischer und erdenergetischer Strömung. Wir spüren sehr bewusst dieses neue Gefühl, das wir nun der uns umgebenden Landschaft entgegenbringen. Es ist der Moment wo die bisher profane Landschaft etwas sakrales erhält.

hukwa

Donnerstag, 5. Mai 2011

Geh in die Wälder

Denke daran: Du kannst nicht verlassen, was du nicht kennst. um jenseits deiner Selbst zu gelangen, musst du dich selbst kennen.
Sri Nisargadatta Mahara

Wo können wir uns besser kennen lernen als in der inneren Stille und der Stille der Natur. Nach taoistischer Auffassung führen zwei Wege zur Erleuchtung, ming oder ontologische Erkenntnis, und ching oder Stille. Beides finden wir auch in der Natur vor. Ja, es ist der Natur inhärent auch ontologische Erkenntnis finden wir in der Natur. Wer wenn nicht Mutter Natur kann uns die wahren Weisheiten lehren. Nämlich im Sinne von Bernhard von Clairvaux:

Du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern. Die Bäume und die Steine werden dich Dinge lehren, die dir kein Mensch sagen wird.
Bernhard von Clairvaux

Dieser Spruch ist sehr taoistisch finde ich.
hukwa

Mittwoch, 4. Mai 2011

Spirituelle und reale Landschaft

Aus dem Sichtwinkel der Geomantie enthält die Landschaft bei Trippstadt alle Dimensionen und Objekte die sie zu einer geomantisch wertvollen Landschaft macht.
Kulturdenkmäler, Sehenswürdigkeiten, Berggipfel, Waldbesäumte Täler, Quellen und Bäche, bestimmte Vegetationsformen und -arten, alles Koordinationspunkte die eine Landschaft prägen, die für die Geomantie interessant ist.
Mit dem wildromantischen Karlstal und der höher gelegenen Amseldell, mit dem Schaderkopf als Kraftplatz und der Diana- Höhle mit ihrem Bildnis, dem versteckten Felsenbrunnen und einigen einsam gelegenen Waldwoogen sind die Voraussetzungen für eine schamanistisch und geomantisch geprägte Landschaft vorgegeben. Dazu der geheimnisvolle Geomantiepfad mit seinen verschlungenen Seitenpfaden führen den Geomanten recht bald zu den hier vorhandenen Ley Lines.
hukwa

Über die Harmonie des Universums

Man fragt sich manchmal natürlich warum die einen in Frieden leben und die anderen in Zwietracht. Ich glaube das die einen das gefunden haben was die anderen wohl nie finden werden die Harmonie mit dem Universum. Es gibt eine Harmonie die dem Menschen und dem Universum inhärent ist. Aus diesem Urgrund aller Harmonien strahlt die All- entfaltende Energie aus, die ständig ein neues Universum erschafft. Ohne diese Harmonie wäre keine Wirklichkeit möglich meinen die Taoisten. Sie ist unsichtbar und unergründlich, jenseits des Bereiches diskursiven Denkens. Sie kann nur erfahren werden als ein tiefes inneres Gefühl, eine unmittelbare Reflexion metaphysischer Erkenntnis.
hukwa in Anlehnung an die "Goldene Blüte".

Nachtwanderung entlang des Geomantiepfades

Die wahre Entdeckungsreise besteht nicht in der
Suche nach neuen Landen, sondern im Besitz
neuer Augen.
Marcel Proust

Vergangene Nacht habe ich eine Wanderung entlang des Geomantiepfades unternommen. Ich beobachtete das kosmische Schauspiel am Universum lief lange und weit und setzte mich schließlich an einer Waldquelle unter einer alten verknöcherten Eiche nieder. Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt sind der niemals endende Kreislauf unserer kosmischen Heimat schien mir die alte Eiche zuzuflüstern. Von Moment zu Moment sind wir Teil des lebendigen Schöpfungsprozesses dieses sich immer wiedergebärenden Universums. In solchen Nächten wird man zur puren Energie und spürt so ganz deutlich die Tiefen Verbindungen mit unserer Mitwelt Mutter Natur.
hukwa

Montag, 2. Mai 2011

Anleitung zum Bau einer Schwitzhütte

Seit über 15.Jahren führe ich im Jahr mindestens zwei Schwitzhüttenrituale durch. Bisher habe ich diese Workshops und Zeremonien nicht fotografisch dokumentiert und zwar aus Rücksicht auf meine Kursteilnehmer. Ich möchte nun einmal berichten wie man eine Schwitzhütte baut, weil ich in letzter Zeit mehrmals darauf angesprochen wurde.

Als erstes muss man einen guten Platz ausfindig machen. Hierbei sollte man sich Zeit lassen und so lange suchen bis man in sich selber spürt dies ist der „richtige Platz“, dieser Platz wird uns finden wir nicht ihn.

Wenn uns der Platz gefunden hat sollte man ihn „einsegnen“, d.h. mit Kräutern beschmücken und einige Zeit meditativ dort verharren.

Wir beginnen mit dem Bau der Schwitzhütte in dem wir die Steingrube ausheben. Diese ist in der Regel in der Mitte der Schwitzhütte, kann aber auch an der Seite neben dem Eingang sein. Wir heben ein ca.40cm tiefes Erdloch aus mit einem Durchmesser von etwa 70cm. Das ausgehobene Erdmaterial wird für den Bau des Opferaltars gebraucht. Diesen Altar errichten wir etwas seitlich zwischen dem Pfad von der Schwitzhütte zur Feuerstelle. Ob wir das Feuer im Osten oder Westen planen ist von der örtlichen Topografie abhängig.

Zwischen dem Rand der Steingrube und dem Rand der Feuergrube sollten genau 7.oder 9. Schritte liegen. Die 7.und 9. sind schamanische Zahlen. Der Schamane spricht von sieben oder neun Himmeln, der Weltenbaum hat sieben oder neun Äste und sieben oder neun Hilfsgeister besitzt ein Schamane.

Es ist wichtig das wir die Feuergrube rund ausheben, sie symbolisiert gleichzeitig das Medizinrad, Erde und Kosmos. Mit dem ausgehobenen Material wird hinter der Feuergrube ein Wall aufgeschüttet. Die oberste Erdschicht stechen wir ab um sie später wieder auf natürliche Weise der Erde zurück geben zu können. So wird das Gras leichter wieder anwachsen.

Jetzt benötigen wir 27. oder 29. Steine. Wir suchen sie nicht, sie „finden“ wieder uns. Dort wo wir die Steine „finden“ hinterlassen wir als Opfergabe ein wenig Tabak oder getrocknete Kräuter, damit das Energiefeld keinen Schaden bekommt. Es ist sehr wichtig nach dem Tiefenökologischen Grundsatz zu arbeiten: Nicht nur nehmen sondern auch geben!

Jetzt werden Weidenruten oder Haselzweigen geschnitten. Beide Sträucher Hasel- und Weide besitzen eine vielseitige geheimnisvolle Mythologie. Nach Möglichkeit schneiden wir diese Zweigen zur Zeit des Neumondes so nehmen die Pflanzen keinen Schaden. Mit Tabak, Kräutern und etwas Meditation bedanken wir uns bei den Bäumen.

Jetzt können wir mit dem Bau der Schwitzhütte beginnen:

Vom Rande der Steingrube wird ein großer Schritt nach vorn gemacht. Das Loch in das wir die Weidenzweige stecken, bohren wir mit einem Holpfahl mindestens 20cm tief vor. Genau auf der gegenüber liegenden Seite- wieder ein Schritt vom unteren Rand der Steingrube entfernt- wird die nächste Rute gesteckt. Jetzt biegen wir die Weiden gegeneinander zu und binden sie fest so das ein Bogen entsteht. Etwa 150cm soll die Höhe des Bogens betragen. Die ersten beiden Bogen müssen parallel stehen, genau über der Steingrube, von Ost nach West. Die nächsten beiden Bogen verbinden Nord- und Süd miteinander. In die Diagonalen kommen auch je zwei parallele Bogen, so das bis jetzt acht Bogen gebaut sind. Jetzt setzen wir einen weiteren Bogen so dass wir auf die Schamanistische Zahl neun kommen.

Nach dem das Eingangstor mit einer kleinen Rute festgebunden ist wird die ganze Schwitzhütte auf ihre Festigkeit überprüft. Überstehende Ruten werden abgeschnitten und um den Altar herum in die Erde gesteckt.

Auf den Altar legen wir Kraftobjekte, Kräuter und Tabak. Vor die Hütte stecken wir einen langen Stab aus Eibe oder Eschenholz (eine andere Holzart tut’s auch) dieser repräsentiert den Welten- und Lebensbaum.

Die fertige Schwitzhütte decken wir mit Tüchern aus Wolle oder Leinen ab. Den Boden legen wir mit Farnen, Salbei und Beifuß aus. Jetzt bereiten wir die Feuerstelle vor. Wir stapeln trockene Äste so das ein tragfähiges Gerüst entsteht. Auf dieses Gerüst werden die Steine pyramidenförmig aufgebaut. Nun werden längere Holzscheite gegeneinander aufgestellt. Die Zwischenräume füllen wir mit Kleinholz und zum Schluss werden große Buchenholzscheite angelehnt.

Jetzt entzünden wir das Feuer und ziehen uns zur Meditation zurück. Nach ca. 4.Stunden sind die Steine genügend erhitzt. Die Feuerfrau oder der Feuermann tragen mit einer Schaufel nun diese Steine in die Schwitzhütte. Von jetzt an sammeln wir unsere eigene Erfahrungen.

Das nächste Schwitzhüttenritual findet am 15.6. 2011 bei Vollmond statt. Wer Interesse hat mitzumachen kann sich bei mir melden.

hukwa

Sonntag, 1. Mai 2011

Schwarze Teufelskralle im Schlosspark

Die schwarze Teufelskralle (Phytema nigrum)

Die schwarze Teufelskralle und ihre Verwandte die Ährige Teufelskralle (Phyteuma spicatum) sind reichlich vertreten in Trippstadt und Umgebung. Einen gesunden bodenständigen Bestand findet man unter anderem im Schlosspark von Trippstadt, hier nur die schwarze Teufelskralle. Die seit dem Altertum kultivierte Pflanze wird bis zu 50 cm hoch.

Sie hat langgestielte, rundliche Grundblätter und ist im Dickicht nicht gleich erkennbar. Dies liegt unter anderem an ihrer violett bis schwarzblauen Blüte die sich gut dem Unterholz von Bäumen anpasst. Noch "getarnter" ist die Ährige Teufelskralle. Diese besitzt eine Blütenkrone aus fünf schmalen Zipfeln, die zuerst miteinander verbunden sind, sich dann aber beim Aufblühen abspalten um die Staubbeutel freizugeben. Im Knospenzustand sind die Blüten krallenförmig gebogen, dadurch haben sie der Pflanze ihren Namen eingebracht. Sie bevorzugt Böschungen und Waldsäumungen. In Trippstadt findet sie sich hier und da in den Mauerlücken der zahlreichen Trockenmauern, Laubwälder scheint die Ährige Teufelskralle anscheinend zu meiden.

hukwa

Montag, 25. April 2011

Orte der Kraft – die Botschaft der Heilbäume und Kraftplätze

Wer einen Ort der Kraft oder einen Heilbaum besucht und sich auf eine Kommunikation mit dem Ort einlässt, sollte verschiedene Voraussetzungen mitbringen. Die wohl wichtigste Vorraussetzung ist sich " leer " zu machen um sich somit für die spirituelle Frequenz des Platzes zu öffnen. Das Instrument für die Wahrnehmung der Energien des Ortes oder des Heilbaumes, ist ein erweitertes Bewusstsein. Mancher wird sich fragen: Wie finde ich einen Ort der Kraft, wie unterscheide ich einen Baum von einem Heilbaum? Die meisten Kraftplätze haben auffällige geomantische Besonderheiten, wie bestimmte gemeinsame Höhenlinien oder bizarre Felsformationen. Oft liegen sie in Fluchtlinie zu herausragenden Landschaftsformationen. Aber auch die Umgebung des Kraftplatzes weist auf seine besondere Bedeutung hin. Nicht selten wachsen hier Pflanzen, die man nicht überall findet,

oder mächtige Bäume, stehen schützend um einen solchen Platz. Kraftorte sind orte mit enorm starken Schwingungsmustern und Schwingungsfrequenzen. Wir sollten beim Besuch eines solchen Ortes auf ALLES achten! Die Vegetation, die Tiere, die Elemente, die Felsen, die Symbole bilden zusammen mit dem Kraftplatz ein Individuelles Muster. Das wohl allerwichtigste ist wenn wir einen solchen Platz aufsuchen ist das wir uns ihm mit Respekt nähern. Dann kann ein Austausch, ein Dialog stattfinden. Sobald wir ins " Gespräch " mit dem Kraftort, dem Heilbaum treten, tritt auch er in Austausch mit uns. Diese Plätze sind Orte der Harmonie und wir sollten uns ja davor hüten unseren Psychomüll dort abzuladen.

Schon in den Märchen heißt es, dass sich besondere Orte nur denen auftun die reinen Herzen sind. Mit einem Kraftplatz in Kontakt zu treten, bedeutet mit den eigenen inneren

Kraftquellen in Berührung zu kommen. Klarheit und Übersicht über das eigene Leben zu bekommen, zu wissen das wir Teil eines UR – Ganzen sind. Wenn wir die Literatur durchforsten lassen sich zahlreiche Belege dafür finden, das selbst Menschen wie Goethe

überzeugt von Kraftplätzen und Heilbäumen waren. Endlose Belege lassen sich zusammentragen für die Verehrung von Plätzen und Bäumen. Unseren Vorfahren den Germanen und Kelten sind Bäume von je Heilig gewesen, ja Baumfrevel konnte mit dem

Tode bestraft werden. So empfand auch der junge Goethe. Werther, als er hörte, das die beiden hohen Nussbäume des Pfarrhofs auf Befehl der neuen Pfarrerin abgehauen worden waren, konnte sich nicht fassen: " Abgehauen! Ich möchte Toll werden, ich könnte den Hund ermorden, der den ersten Hieb daran tat..." In dem leidenschaftlichen Ausbruch des jungen Goethe klingen noch der Zorn und das Entsetzen, über die Untat nach, die es für unsere Vorväter war, wenn die Sendboten des neuen Gottes die Heiligen Bäume und Haine umschlugen. Denn " wer ist nicht beim Eintritt in einen heiligen Wald von Schauer überfallen worden?" Schon den Knaben hatte, wie Dichtung und Wahrheit erzählt, das heilige Geheimnis, des Waldes angezogen, und als er das einem älteren Freund gestand, war es ihm eine Offenbarung, zu hören, das die Germanen und Kelten ihre Götter, in Wälder wohnend gedacht, Bäume ihren Göttern geweiht hatten. " Gewiss ist es keine schönere Gottesverehrung, als die, zu der man kein Bild bedarf, die bloß aus dem Wechselgespräch mit der Natur in unserem Busen entspringt.

hukwa

Meditation als Existenzerhellung

Meditation ist einem Weg vergleichbar, der durch einen großen Wald führt. Wenn man diesen Wald durchforstet hat, stehen wir irgendwann vor einigen Berggipfeln, die wir erklettern können.

Der Weg der durch den Wald führt hat viele Nebenpfade, diese kann man als die verschiedenen Meditationsrichtungen sehen. Auch die Nebenpfade führen zu den Gipfeln. Der eine ist einfacher begehbar, der andere schwieriger. Wer sich in der Meditationspraxis übt, wird seinen Weg von selbst finden und seinen Gipfel erstürmen. Mit Ausdauer und Übung wird jeder sein Ziel erreichen. Bergsteiger brauchen Kondition und Konzentration, wer sich in den höheren Stufen der Meditationspraxis übt, benötigt dies ebenfalls. Wenn der Meditierende seinen Gipfel erreicht hat, kann es vorkommen, das er in der Ferne, einen weiteren Höhenrücken erkennt, denn er da er nun mit ersten Erfahrungen ausgerüstet ist ebenfalls erklimmen will. Wollte ich Bergsteiger werden würde ich im Mittelgebirge üben, dann vielleicht in den Alpen, habe ich hier meine ersten Erfahrungen gesammelt, würde ich meine Augen auf die schneebedeckten Höhenzügen des Himalaya richten. So ist es auch in der Meditation. Warum immer gleich in orientalische Paläste eindringen, wenn wir die Kleinode unserer eigenen Umgebung noch nicht durchforstet haben. Meditation ist eben ein Weg und der Weg ist das Ziel, dieser Weg hat seinen Anfang, nicht in den esoterischen Gewändern des "Licht des Morgenlandes", dieses Licht leuchtet in unserem eigenen Haus, denn es flackert in unserem Geiste. Wenn man Nachts durch einen Wald läuft, benötigt man eine Taschenlampe sonst verirrt man sich. Wenn man unterwegs ist zu den Tiefen des eigenen Unbewussten brauchen wir auch eine Lampe, die uns durch das Dickicht unserer Psyche den Weg weist. Diese Lampe ist die Meditation, auf einer höheren Stufe der Praxis wird der Geist das Dickicht unseres inneren nächtlichen Waldes erhellen.

Meditation ist also auch ein Weg der zur Existenzerhellung führt, wie es eben auch Schnellstrassen im Leben gibt, die weil wir unbewusst und Oberflächlich auf ihr rasen, zur Existenzverdunkelung führen kann.

Meditation fordert unsere Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit wir bei jedem von uns täglich herausgefordert, so das es dem Einzelnen große Schwierigkeiten bereiten kann, im Alltag zur Kontemplation zu finden. Es hat einen Sinn das Mönche sich in ein Kloster zurückziehen um einen kontemplativen Lebensstil zu führen. Sie wollen Ruhe, ein Leben Abseits der "zehntausend Dinge", würde der Taoist sagen.

Da wir nun aber nicht in einem Kloster leben, auch nicht auf einer einsamen Insel, sondern in der Welt zu Hause sind, werden wir immer den Umständen und Zufälligkeiten dieser Welt ausgeliefert sein. Kloster und "Inselbewohner" übrigens auch, es ist nur ein spiritueller Trugschluss zu glauben man könne sich der Welt entziehen. Man kann sie aus Abstand manchmal sehen, aber nie so nebenbei aus ihr austreten, das erwachen bei der Rückkehr die garantiert ist wäre fatal.

Aktive Meditation ist daher nie Weltflucht sonder immer Teilhabe. Ich bin Teilhaber dieser Welt und versuche mit meinen persönlichen Mitteln diese Welt einfach auch Mit – Zu – Gestalten.

Da wir nun täglich von Dingen und Ereignissen beeinflusst sind, müssen wir unsere persönliche Desorganisation in ein ordnendes Verhältnis bringen. Der Ursprung dieser persönlichen Desorganisation, liegt meist in oberflächlichen Denkgewohnheiten versteckt, schon nach kurzer Meditationspraxis bemerken wir das sich unser Denken positiv ändert.

Wir werden bemerken das wir uns nun selbst denken. In einem Konsum und ökonomisch abhängigen Lebensstil, in dem wir alle mehr oder weniger leben und den wir alle meistern müssen, ist es einfach Tatsache, das wir uns Denkgewohnheiten aneignen, die eigentlich ganz im Gegensatz zu unserer Persönlichkeit stehen.

Die "Gewohnheit" ist der erste Gegner der uns auf dem Weg der meditativen Praxis begegnen wird. Diese Gewohnheit gilt es zu Überwinden. Wir müssen aussteigen aus unserer uns selbst aufgezwungenen Routine. Hier wird der eine oder andere sagen, das geht nicht dadurch gefährde ich meine Ökonomie, meinen Arbeitsplatz etc. Das stimmt nicht! Hier denken wir wieder an den Mönch. Auf den ersten Blick ist ein Klosteralltag absolute Routine, er scheint eine weit aus größere Routine zu erhalten als das Leben "draußen?" Dennoch erkennt der Mönch keine Routine in seinem Leben, der absolut stündlich geregelte Tagesablauf, ist für den Klosterbewohner keine Gewohnheit. Sie versuchen ihren Alltag zum ALL – TAG zu gestalten. Dieser ALL – TAG ist eine Existenzerhellung wohingegen die Routine des Alltags früher oder später in eine Art Existenzverdunkelung führt. Es ist wie beim Lesen: Wenn ich im Platon lese springt mir aus seinen Zeilen Existenzerhellung entgegen, lese ich eine Camus überkommt mich während des Lesens eine große Existenzverdunkelung. Meditation bedeutet eben auch sich den Infamitäten des Lebens zu stellen und das positive aufzusuchen anstatt in der Rolle eines Sisyphus zu verharren. Denn: Meditation ist eine Art von Lebensphilosophie.

So lange wir gefangene der Infamitäten dieser Gesellschaft sind leben wir ein Leben aus zweiter Hand. Sich zu lösen aus den Verstrickungen bedeutet sein eigenes leben zu führen. Psychologisch bedeutet Meditation auch: "Herr im eigenen Haus zu werden!"

Jede Stufe wo wir in der Meditation weiterkommen ist eine innere Stufe, eine Entwicklungsstufe – wir ent – wickeln – uns aus den Zwängen einer gesellschaftlichen Zwangsjacke, in der wir oft seit unserer Kindheit stecken. Während dieser Entwicklung finden wir auf unserem weg etwas, das wir vor unseren Übungen vielleicht nie wahrgenommen haben: eine eigene Identität! An diesem Punkt wird uns bewusst das in uns eine sprudelnde, zu erschließende Energiequelle ist aus der uns klares frisches Wasser entgegenspringt, das ganz anderen Geschmack hat, als jene gesellschaftlich kanalisierten Abwässer die wir bisher für Trinkwasser hielten.

hukwa

Samstag, 23. April 2011

Sumpfdotterblumen

Wildblumen – Träger geheimer Kräfte


Sie sind die Sprache der Frühlingsgöttin Aurora, Kinder von Ostara, umgeben von Mythen und Geheimnissen, sind Wohnorte von Feen und Elfen. Wildblumen. Der Dichter weiß das in ihnen ein höheres Leben waltet für ihn sind sie Träger geheimer Kräfte, was auch nicht verwundert, die meisten unserer heimischen Wildblumen sind zugleich auch Heilpflanzen. Es ist als offenbare sich in ihnen jener Zustand der Weltharmonie nach dem auch der Mensch sich sehnt.
Jede Landschaft bringt ihre eigenen Blumenarten hervor und sie sind mit den Mythen und Legenden jener Landschaft in der sie wachsen aufs engste verknüpft.
Bereits der griechische Mythos beschäftigte sich mit den Wildblumen. Im altijonischen Hymnus an Demeter heißt es: „Wir spielten und pflückten die Blumen, miteinander gemischt, Krokus, Iris und Hyazinth, Rosen, Lilien und den Narziss, den die Erde wie einen Krokus hervorsprießen ließ“. Wildblumen sind aufs engste mit dem Mythos verflochten. Auch bei Aphrodite und Artemis sind Wildblumen Offenbarungen göttlichen Seins. Die Begleiterinnen der Artemis, die Nymphen leben in den Blumen, ebenso die Blumenfeen des europäischen Märchens. Diese Nymphen und Elfen leben auf den unberührten einsamen Waldwiesen und trinken in Vollmondnächten vom Tau der wunderschönen Wildblumen. Von einer solch geheimen und romantischen Blumenwiese bringt Hippolythos in der gleichnamigen Tragödie des Euripides Wildblumen, um sie als Huldigung vor dem Altar der Artemis niederzulegen:
Dir, teure Herrin, bringe ich diesen Kranz
Von Blumenflor der nie berührten Wiese.
Wo nie der Hirte seine Schafe weidet
Und nie die Sichel klang, wo nur die Biene
Durch unberührte Fluren schwärmt im Lenz.
Man muss die Sphäre der Wildblumen auf sich einwirken lassen um in ihre Geheimnisse einzudringen. Ihr Nektar ist die Nahrung der Wesen des Zwischenreiches und ihre Blätter, Blüten, Wurzeln und Stengeln sind Arznei für die Menschen.
Die Blumenwiese, vor allem die Frühlingsblumenwiese erscheint dem Menschen der noch einen Bezug zur mütterlichen Natur in sich spürt wie ein großes Sternenmeer. Betrachten wir doch einfach eine Wiese voll gelber Löwenzahnblüten und schon nähern wir uns jener kosmischen Sphäre des „so oben wie unten“.
Wildblumen sind Mittler im platonischen Sinne zwischen irdischen und kosmischen. Sie blühen uns einen Sommer lang, erfreuen uns durch ihre Schönheit, bis ihre Strahlkraft im späten Herbst erlischt um uns im nächsten Sommer wieder zu erfreuen. So wird die Wildblume auch zur Metapher von Leben, tod und Auferstehung. Dies will uns auch der Mythos der Demeter mitteilen. In den Worten Goethes ausgedrückt: „Geprägte Form, die lebend sich verwandelt“.
hukwa

Dienstag, 19. April 2011

Trost der Bäume


Wandern in Johanniskreuz

Heute eine mehrstündige Wanderung in die Wälder von Johanniskreuz unternommen. Die absolute Stille dieses mächtigen Waldes mit seinem alten Baumriesenbestand genossen. Einsame versteckte romantische Waldwiesen entdeckt. Immer wenn ich einen solch mächtigen Wald erwandere denke ich in meinem nächsten Leben möchte ich als Reh oder Fuchs hier wiedergeboren werden. Dieser Wald ist groß, tief und erhaben.
hukwa

Montag, 18. April 2011

Sonnenuntergang im Karlstal

Die Pflanze ist immer das Ganze - Gedanken zu meinen Heilpflanzenführungen

Das Problem vieler Heilkräuterbücher liegt in oft ungenauen Wirkungs- und Dosierungsangaben. Eine meiner wichtigsten Aufgaben während meiner naturkundlichen Exkursionen die ich führe besteht darin dass ich ausschließlich Heilpflanzen vorstelle und erkläre die ich selbst mehrfach ausprobiert habe. Ich gehe also ganz von der Selbsterfahrung aus, wie anders soll ich auch etwas erklären, wenn nicht aus der eigenen Erfahrung.

Die von mir vertretene Richtung der Heilkräuterkunde wurzelt in einer ganzheitlichen Sichtweise; ich sehe die Pflanze als Ganzheit und nicht nur ihre einzelnen Wirkstoffe. Auch die Naturheilkunde wurzelt in einer ganzheitlichen Sicht- sie soll- heil also wieder Ganz machen.

Jede Pflanze stellt eine Ganzheit dar; nur ein ganzheitliches Mit feuchten und schattigen Plätzen.tel kann einer ganzheitlichen Behandlung oder Therapie dienlich sein.

„Im Gegensatz zur synthetisch hergestellten Monosubstanz, einem einzelnen Wirkstoff, besteht die Heilpflanze aus einer von der Natur kunstvoll zusammengesetzten Wirkstoffkombination, die in ihrer Ganzheit mehr ist und anders wirkt als die Summe ihrer Bestandteile. Den Störungen, die ein künstlicher Einzelwirkstoff häufig im organischen Geschehen neben seiner beabsichtigten Wirkung hervorruft, steht die oft bessere Verträglichkeit der pflanzlichen Gesamtdroge gegenüber.(R.Jung;Heilkräuter)“

Ein bloßes aneinander reihen und Aufzählen der Inhaltsstoffe einer Heilpflanze erklärt in vielen Fällen deren Gesamtwirkung nicht ausreichend.

Geblendet von Technik, Konsum und materiellen Fortschritt sind die meisten Menschen blind geworden gegenüber der Wunder der Natur, diese alte Mutter Gaia, wie die alten Griechen sie nannten, diesem verstrickten Lebensnetz zu dem auch wir gehören, dem Menschen wieder näher zu bringen ist auch Sinn meiner Heilpflanzenführungen.

„Alle Wiesen und Matten,

alle Berge und Hügel sind Apotheken“, schrieb Paracelsus. Die mich umgebende Natur ist der größte und schönste aller Kräutergärten.

hukwa

Freitag, 15. April 2011

Vom Licht der Natur und des Geistes

Jetzt wo draußen alles blüht und wuchert bin ich täglich einige Stunden bei den Bäumen und Pflanzen. Ich möchte keine Baumblüte verpassen. Während meiner Wanderungen setze ich mich oft unter einen Baum und lese im Werk des Paracelsus.

Vom Licht der Natur und des Geistes- dieser Satz des Paracelsus, der ja in der Medizingeschichte solch außerordentliches geleistet hat, das man die höchste deutsche Auszeichnung die für Ärzte vergeben wird- die Paracelsusmedaille für Medizin – nach ihm benannte ist für mich eine Bestätigung dass er auch mit seinen Okkulten Schriften nicht so weit daneben gelegen haben kann.

Paracelsus der von sich selbst sagte: „Man lästert und schreit- zwar von mir, ich sei nicht zur rechten Tür zu den Geheimnissen der Kunst eingegangen, allein, welches ist die rechte? Galenus, Avicenna, Mesua, Rhases, oder die offene Natur? Durch diese Tür ging ich ein: das Licht der Natur und kein Apothekerlämpchen leuchtete mir auf meinem Wege.“

Mit atavistisch-hellsichtiger Begabung vermochte Paracelsus durch „Wesensbetrachtung“ eine Pflanze als Heilpflanze zu erahnen. Ein Teil davon ist als „Signaturenlehre“ (signum= Zeichen, Merkmal) bekannt.

Paracelsus interessiert mich vor allem weil er eine ganzheitliche Sicht der Heilpflanze vertrat.

hukwa

Mittwoch, 13. April 2011

Mein Bezug zum Schamanismus

Nach dem Filmbeitrag über mich im SWR Fernsehen der den Titel trug „der Schamane aus dem Pfälzerwald“, wurde ich von vielen Leuten gefragt, welche Art von Schamanismus ich „betreiben“ würde? Als erstes möchte ich klarstellen das meine Arbeit keine esoterische ist sondern eine naturphilosophisch, tiefenökologische Richtung beschreitet. Philosophisch bin ich ein Anhänger der Philosopia perenis, ökologisch vertrete ich die klassische Tiefenökologie im Sinne ihres Begründers Arne Naess und Schamanistisch habe ich mich immer dem nordeurasischen Schamanentum zugehörig gefühlt. Also jener Form des Schamanismus wie er von Mircea Eliade und Findeisen uns nahe gebracht wurde.

Diesen Schamanismus kann man nicht erlernen man wird in ihn hineingeboren, in unserer modernen westlichen Welt ist es so das der Schamanismus den angehenden Schamanen findet. Ich meine damit, man bringt ihn mit aus einer anderen Welt. Dieser nordeurasische Schamanismus wie ich ihn vertrete ist eine Art von spiritueller Psychotherapie für die Erde und somit auch für den Menschen.

hukwa

Dienstag, 12. April 2011

Gedanken während einer Wanderung entlang des Trippstadter Geomantie Weges

Immer wenn ich Gruppen entlang des Geomantieweges führe versuche ich im Gespräch „tiefer“ zu reden. Ganz im Sinne von Arne Naess der einmal sagte: „Das Wesen der Tiefenökologie besteht darin, tiefere Fragen zu stellen“. Jetzt im April wo überall Buschwindröschen und Sauerklee entlang des Weges blühen, da aus den dunklen Wäldern der Duft der Wildkirschblüte- und des Schlehdorn zu mir herströmt, wo im saftigen Grün des frischen Aprilgrases die gelbfarbene Sumpfdotterblume den Wanderer erfreut, spüre ich besonders deutlich meine Vernetzung mit der Erde. Hier auf diesem Weg erscheint mir die Natur wie ein heiliger, mythischer Raum bevölkert von zahlreichen Wesen der sichtbaren und nichtsichtbaren Mitwelt. Wer hier bewusst geht dem erzählt die Landschaft ihre Geschichte. Es kann schnell passieren das sich bei einer solchen Wanderung die linearen Zeitabläufe auflösen und wir ins kosmische hinein wandern. Ich spüre hier auf dem Geomantie Weg immer sehr deutlich das der Naturraum der mich hier umgibt, sinnlich und metaphysisch so stark auf mich einwirkt, das hier besondere Erdkräfte am Werk sein müssen. Man muss sich selbst eben nur „tief“ genug fragen, dann erhalten wir auch eine weise Antwort. Auf diesem Weg und an verschiedenen Plätzen, die der Weg hier für den Wandernden bereithält spüre ich Kräfte walten die ich an anderen Orten nicht vorfinde. So ist der Trippstadter Geomantiepfad für mich Erdung mit dem Planeten und zugleich Verbindung ins Kosmische. Wenn ich hier laufe bin ich ganz im Hier und Jetzt. Ich habe diesen Pfad ja nicht erfunden – der Weg hat mich gefunden. Bevor ich überhaupt auf die Idee einen solchen Pfad zu benennen und zu beschreiben kam, bin ich ihn ja schon viele Male gegangen, weil er mir gefiel und mich regelrecht anzog, weil er mir seine Geschichte erzählte. Der Weg erzählt mir seine Geschichte durch die Steine die ich hier vorfinde, die Pflanzen die hier wachsen, die Tiere die hier leben, die Vögel, Schmetterlinge und Libellen die hier fliegen. Seine Geschichte erzählt mir der Teichrohrsänger der hier sein Lied singt und dessen Nest ich kenne. Ich lese seine Geschichte und die seiner Landschaft im Flug der Vögel die ich hier beobachte, im Verbiss des Rotwildes das hier äst und lese sie in den Kratzspuren die der Dachs hier in den Nächten hinterlässt.

In diesem Schöpfungsalphabet zu lesen ist mir eine tägliche Freude. Darinnen lesen zu können heißt auch den ökologischen Analphabetismus überwunden zu haben und Tiefenökologisches Bewusstsein erreicht zu haben.

Alles ist vernetzt dies ist eine Lehre die ich auf diesem Weg gelernt habe. Dies ist auch der Grund warum ich Gruppen auf diesem Weg führe- um sie für die Vernetzung der Erde zu öffnen.

hukwa

Freitag, 8. April 2011

Die alten Zaubergärten

Ich habe in meinem Leben viele gärten kennengelernt. Meine Eigene, Fremdgärten, Themengärten, Gartenanlgen von Bekannten. Sehr früh am Morgen bin ich schon in den Gärten, wenn ich längere zeit in einem Garten arbeite, kann ich recht gut in ihm Lesen. Es ist als erzähle mir der Garten seine Geschichte. An der Form der jeweiligen Anlage, an den angesiedelten Pflanzen, am Schnitt der Bäume, den alten und neuen Wegen und Beeten, erkenne ich viel über die Gärtner die vor mir hier gewirkt haben. Leidenschaftliche Gärtner, leidenschaftslose Gärtner, oberflächliche Gärtner, Gärtner die noch mit der alten Gaia in Verbindung standen.
Die Rosen, Tulpen und Nelken Gärten habe ich immer gemieden. Meine Liebe gilt den alten Anlagen: Denn Bauerngärten und den Parkanlagen mit ihren uralten von Efeu überwucherten Bäumen. Ich liebe Gärten in denen die Vorherrschaft der Natur noch nicht gebrochen ist. Parkanlgen die sich im Laufe vieler Jahre wie von selbst zu mystischen Zauberhainen geformt haben, die ihren eigenen Geist entwickelt haben. Wo die alten Baumriesen das sagen haben. Parks und Gärten die sich selbst gehören. In ihnen gibt es nichts robotisches, die Pflanzen stehen nicht in Reih und Glied.
Manchmal findet man solche Anlagen nur wenige Meter Abseits von unserer hektischen Welt dennoch scheinen sie unberührt zu sein von den giftigen Abwässern unserer konsumistischen und rationalistischen Welt. Solche alten Zaubergärten gibt es immer weniger, ihnen steht das gleiche Schicksal bevor wie den alten Bäumen. Sie gehören einer Zeit an die schon lange nicht mehr ist. Ich mag es auch nicht wenn man sie wieder in ihren alten Stil hineinzwingen will, solche Bäume haben sich entwickelt, haben ihre eigene, geheimnißvolle Aura bekommen, die nur zu dem jeweiligen Garten gehört, das kann man nicht wiederholen. Irgendwann kommt dann irgend ein schlauer Gartenarchitekt und zwingt diesen Gärten ein Korset um das ihnen überhaupt nicht steht. Frevlerhaft stutzt man die Bäume, man reißt die Wildpflanzen aus der Erde, säubert die Sandsteine vom Moos, Motorsensen- und sägen heulen auf. Es ist als seien die Tartaren in den heiligen Hain der Diana von Nemi eingedrungen und schlagen nun alles kurz und klein. das ist meistens das Los der alten Zaubergärten.
hukwa

Donnerstag, 7. April 2011

Vom Kalmus

Neben dem Baldrian habe ich heute auch meine Kalmuspflanzen umgetopft. Alle Pflanzen stammen von einer Mutterpflanze ab die nun schon über zwanzig Jahre alt ist. Zu diesen alten Pflanzen von denen ich einige habe hat sich im Lauf der Jahre eine besonders enge Beziehung aufgebaut, für mich persönlich sind sie Kraftpflanzen. ich trinke regelmäßig in meinem Kräutertee auch Kalmus mit. Für mich hat diese Pflanze einen besonders vorzüglichen Geschmack. Der Wurzelstock des Kalmus kann bis zu 1,20m lang werden in ihm liegt auch die Heilkraft der Pflanze.
hukwa

Dienstag, 5. April 2011

Baum und Landschaft

Bäume prägen eine Landschaft sehr stark, sie geben ihr eine Struktur und ein Gesicht. Stehen sie vereinzelt im Landschaftsraum so kommt ihre Persönlichkeit besonders stark zur Geltung. Neben ihrer ökologischen Funktion, haben sie vor allem eine ästhetische und raumbildende Wirkung auf die jeweilige Landschaft in der sie wachsen. Solch einzelne Bäume sind ein Kulturgut und müssen unbedingt erhalten werden. Auch wenn sie auf Privatgrund stehen, gehören sie ähnlich wie Märchen und Mythen der Allgemeinheit und letztendlich natürlich sich selbst. An vielen solch alter Bäume "hängen" wie Früchte an Zweigen regionale Mythen und Geschichten. Von allen Naturobjekten sind es die Bäume die als ein Symbol des Lebens gelten. Viele religionen haben ihre Welt- und Lebensbäume. Auch heute noch sind sie Plätze des Erinnerns, des meditativen Verweilens. Einzelbäume dienten schon immer als Wegzeichen und Grenzmarkierungen, sie waren Gerichtbäume und Thingbäume, Hofbaum und Dorfmittelpunkt.
Solch markante Einzelbäume verschönern das Landschaftsbild und geben der jeweiligen Landschaft in der sie wachsen eine eigene Identität.
hukwa

Dienstag, 29. März 2011

Filmbeitrag leider verschoben

Liebe Freunde,
der Filmbeitrag über mich wurde seitens des Senders leider verschoben. Tut mir leid. Er wird in der nächsten "Grünsendung" ausgestrahlt. Mir wurde der heutige Sendetermin schon vor 14.Tagen mitgeteilt. Also sorry! Gebe den neuen Termin frühzeitig bekannt.
hukwa

Trippstadter Geomantiepfad

Derzeit arbeite ich an der Umsetzung eines Geomantiepfades in Trippstadt. ausgangspunkt dafür ist das Wegesystem um Trippstadt. Dieses besitzt hervorragende Landschaftsästhetische Qualitäten die sich für ein solches Projekt geradezu anbieten.
Innerhalb Deutschlands gibt es einen solchen Pfad noch nicht, in Österreich sollen zwei existieren. Für Trippstadt wäre ein solches Projekt damit auch eine weitere touristische Attraktion und eine Bereicherung der Angebote im Bereich des Fremdenverkehrs. Die Einbindung eines solchen Weges in das touristische Leitbild unserer Gemeinde unter dem Aspekt des Landschaftserlebnisses der Landschaftsästhetik und der Naherholung soll die kulturellen und landschaftlichen Schönheiten der region dem Besucher nahebringen. In nächster Zeit werde ich deswegen auch vermehrt geomantische Wanderungen anbieten.
hukwa

Dienstag, 22. März 2011

Filmbeitrag: Der Schamane aus dem Pfälzerwald

Liebe Freundinnen und Freunde,
der zehnte Filmbeitrag über mein spirituelles Schaffen ist fertig und wird am Dienstag den 29.3.2011 im Südwestrundfunk- Fernsehen ausgestrahlt. In der Sendung - Im Grünen - Sendezeit ist 18.10 Uhr.
Viel Freude beim Zuschauen
hukwa

Dienstag, 15. März 2011

Leserbrief an Tageszeitung

Leserbrief: Die Rheinpfalz vom 15.3.2011; Pfälzische Volkszeitung

Artikel: Frustriert über gefällten Baum

Es tut weh wenn man erfährt, dass immer mehr alte Bäume wegen einigen wenigen Ignoranten im Landkreis, langsam verschwinden. Gut, dass uns die Tageszeitung darüber auf dem laufenden hält, sonst wären gewiss schon mehr Bäume klammheimlich abgesägt worden.

Manchmal frage ich mich was das für Menschen sind denen manche Bäume ein „Dorn im Auge“ ist. Ich kann die Frustration von Frau Groß verstehen, vor allem über die typischen amtlichen Kleinkariertheiten. Man kennt ja die Argumentationen Pilzbefall, Verholzung, Morsch etc. Die Stockborner Eiche so wie diese in der Landschaft stand stellte doch keine Gefahr für die Öffentlichkeit dar. Auch kann ich mir nicht vorstellen das sich während eines Sturmes irgendjemand unter einen Baum setzen würde. Es ist wie überall heutzutage, man fällt die alten ehrwürdigen Bäume und argumentiert damit ein „neuer Baum würde hinterher gleich gepflanzt“ und schon meint man seine Hände in Unschuld zu waschen. Einfache Schildbürgermentalität! Die Baumfäller und Verantwortlichen sollten sich in Zukunft bei solchen Raubbau – Aktionen etwas ökologisch kundig machen, das ist heutzutage im Zeitalter der Information nicht schwer, für Menschen die im 21.Jahrhundert angekommen sind. Nur ein Beispiel: Ein etwa 80 bis 90 jähriger Laubbaum tut den Menschen nur gutes. Wenn solch ein Baum im Licht photosynthetisch aktiv ist, gibt er etwa genau so viel Sauerstoff an die Atmosphäre ab, wie er an Kohlendioxid aus dem Luftraum zur Bindung in organischen Molekülen aufnimmt. Schon eine einzige ausgewachsene Eiche oder Buche kann an einem Tag ungefähr 7000 Liter Sauerstoff freisetzen. Das ergibt etwa 35m³ sauerstoffreicher Atemluft- genug um den Tagesbedarf von über 50 Menschen sicher zustellen. Ohne diese ausgleichende und regenerierenden Leistungen der Bäume gäbe es auf Dauer kein höheres Leben in der jetzigen Form auf der Erde.

Nebenbei noch bemerkt: Das Jahr 2011 wurde zum „Jahr der Wälder“ gekürt, so dass wir einen sensibleren Umgang mit unserem Freund dem Baum lernen sollen. Könnte es möglich sein, dass die Verantwortlichen bisher davon noch nichts gehört haben? Da wären wir schon wieder bei der Information und ein bekannter Ökologe hat vor einiger Zeit behauptet: „Ökologische Information sei die härteste Währung“, darüber sollte man in einer Zeit der Umweltkrisen unbedingt einmal nachdenken, bevor man die Motorsägen aufheulen lässt. Bliebe noch zu bemerken, dass Bäume dem Allgemeinwohl dienen was man leider von einigen Menschen nicht behaupten kann, vor allem wenn es um unsere Mit- und Umwelt geht.
hukwa

Sonntag, 13. März 2011

Neuer Fernsehfilm über Hukwa

Gestern hatte ich eine Art Jubiläum, ich habe meinen zehnten Fernsehfilm gedreht. Der Film wird in etwa 14.Tagen im Südwestrundfunk ausgestrahlt. Es ist ein sehr mystischer Filmbeitrag in dem es auch um Tiefenökologie und Geomantie geht. Sobald ich weiß wenn der Filmbeitrag gesendet wird gebe ich ihn im blog bekannt. Einige alte Baumgenossen die ich in meinen blogs gepostert habe spielen auch eine Rolle.
hukwa

Im Innern des Baumes und Skulptur von Mutter Natur


Dienstag, 8. März 2011

Baumpersönlichkeiten

Das wunderschöne Märzwetter treibt mich täglich in die heimischen Wälder. Derzeit suche ich besondere Baumpersönlichkeiten auf. Bäume die sich durch ihren auffallenden Wuchs und ihre Baumgestalt auszeichnen.Es haftet solchen Baumwesen etwas phänomenologisches an. Sie zeigen ihr Wesen durch seltsame Verwachsungen ihres Stammes und ihrer Äste. Man muss schon tief in den Wald hinein laufen um solchen Wesen zu begegnen. Ihre Geheimnisse geben sie nicht auf den ersten Blick frei, vor oberflächlichem Schauen tun sie sich regelrecht verbergen. Ich besuche sie oft diese alten Baumveteranen.
hukwa

Mittwoch, 2. März 2011

Im Karlstal

Frühlingsimpressionen aus dem Karlstal

Wer das Karlstal bei Trippstadt aufsucht wird auf Anhieb von dieser Landschaft begeistert sein. Die wildrauschende Moosalb in der Karlstalschlucht, die gr0ßen mächtigen erhabenen Buntsandsteinfelsen, die dieser Schlucht ihr besonderes Gepräge geben und die urwüchsigen Buchen und Eichen, verleihen, vor allem im Frühjahr, dieser Landschaft eine Archaische, wildromantische Aura.

Bevor die Bäume ausschlagen, hat sich der Boden leicht begrünt und unter dem Altlaub strecken die ersten Frühjahrsblüher sich dem Lichte entgegen. Vereinzelt finden sich nun Buschwindröschen, Lungenkraut, Leberblume, Schlüsselblume und Waldmeister ein. Bereits am ende der Schlucht bilden sie einen bunten Frühlingsblumenteppich. Im dichten Unterholz entfaltet nun auch der giftige Seidelbast seine duftende, rosafarbene Blüten. Folgt der Wanderer nun dem Verlauf der Moosalb wird er mit etwas Glück einigen selten gewordenen Tier- und Pflanzenarten begegnen.

In den krautreichen Gebüschen längs der Moosalb, wird er alsbald einen braunvioletten Kolben entdecken, der vor allem in den Abendstunden einen Aasähnlichen Geruch ausströmt; es ist der mystisch aussehende Aronstab. Sein deutscher Name beruht auf einer Fehldeutung des griech. aron, eines alten Pflanzennamens, der angesichts des merkwürdigen Kolbens, mit dem ergrünenden Stab des biblischen Hohenpriesters Aron in Verbindung gebracht wurde. Der deutsche Naturphilosoph Gustav Schenk hat ein romantisches, mysteriöses doch sehr naturphilosophisches Buch über diese geheimnisvolle Pflanze geschrieben.

An den Ufern der Moosalb finden sich vereinzelt stehende Erlen und Haselbüsche, die den Vorbeiwandernden den Blick auf sumpfige Wiesen freigeben. In vereinzelten Gruppen stehen hier die gelben Wasserschwerlilien. Auch unsere heimischen Schlüsselblumenarten, gedeihen, wenn auch nur spärlich im Tal. Mit großer Wahrscheinlichkeit findet man die Gebräuchliche Schlüsselblume, die im Volksmund auch den Namen Himmelsschlüssel trägt. Die Tatsache ihres frühzeitigen Blühens hat der Pflanze den Namen gegeben. Der botanische Name der Schlüsselblume heißt nämlich Primula, was als Verkleinerungsform des Wortes primus = der erste, also kleiner Erstling anzusehen ist. Der Pfälzer Botaniker Oskar Sommer schreibt in seinem Buch „Rätselhafte Pflanzenwelt – von Pflanzen der Pfälzerlandschaft und ihren Geheimnissen“: „Der Name Himmelsschlüssel findet sich bereits im Althochdeutschen und zwar als himilsuzzil. Schlüsselblume ist eine jüngere Bildung und erscheint erst im 16.Jahrhundert. Die durch das ganze deutsche Sprachgebiet verbreiteten Namen beziehen sich auf die schlüsselähnliche Gestalt der Blüten, da der Blütenstand an einen Schlüsselbund erinnert. In der Eifel heißt die Pflanze Kirchenschlüssel, in Kärnten Burgenschlüssel, in Tirol Petersschlüssel“.

Bereits Anfang April wo es noch Nachtfröste gibt, fliegen über Tage schon die Hummelköniginnen auf der suche nach einem Nistplatz. Ist das Nahrungsgebot ausreichend, kann man an sonnenreichen Frühlingstagen Erdbiene, Wollbiene und Goldbiene beobachten. Viele dieser Wildbienen haben eine Pelzartige Behaarung, die es ihnen ermöglicht, auch bei kaltem Wetter Blütenpflanzen anzufliegen.

Gras- und Wasserfrosch sind aus ihrem Winterschlaf erwacht. Ende April bis Anfang Mai ist die Paarungszeit der Grasfrösche, während die Wasserfrösche etwas später laichen. In das Konzert der Frösche mischt sich nun immer öfters der Ruf des Schwarzspechts und das Lied der Amsel, ein untrüglicher Beweis das der Lenz zurückgekommen ist.

Es ist eine jährlich immer wiederkehrende Freude wenn im Vorfrühling das unterschiedlich abgestufte Grün der au7streibenden Bäume, Sträucher und anderer Wildpflanzen erscheint, grüne Farbabstufungen wie sie kein Landschaftsmaler mischen kann. Mutter Natur ist eben doch noch die größte Künstlerin. Die einheimische Vegetation präsentiert sich im Karlstal um diese Jahreszeit in einem zwar zaghaften doch wunderschönem Kleid.

hukwa

Sonntag, 27. Februar 2011

Tiefe des Seins

Gedanken zu Heraklit Dschuang Dsi und Giordano Bruno

„Dschuang Dsi lässt sich wohl äußerlich einreihen unter die Denker des objektiven Idealismus. Er ist ein Glied in der großen Kette, die im westlichen Denken durch die Namen Heraklit, Bruno, Spinoza, Goethe, Schelling, Schopenhauer und Schleiermacher bezeichnet wird. Aber seine eigentliche Bedeutung beruht nicht darauf, dass er eine Weltanschauung vermittelt- im Gegenteil er will gerade die Weltanschauung zur Ruhe bringen- sondern darin, dass er zu dem zentralen Erlebnis führen will, das jenseits des Denkens liegt und von der Wissenschaft nur unvollkommen erfasst wird.“ (Richard Wilhelm).

Obwohl die westliche Welt seit über fünf Jahrzehnten mit dem religionsphilosophischen Schrifttum des Ostens konfrontiert und regelrecht überschwemmt wird, fällt es dem westlichen Menschen schwer das Tao zu begreifen, weil eben der Sinn des Taos im Unbegreiflichen, im jenseits von Denken beheimatet ist. Es sind Heraklit und Giordano Bruno die von den abendlichen Denkern Dschuang Dsi und Lao Tse in ihrem philosophischen Denken am nächsten verwandt sind.

Jochen Kirchhoff schrieb einmal „über die Notwendigkeit Giordano Bruno zu verstehen“, ein Vorschlag den ich selbst nur weitergeben kann. Brunos Philosophie ist eine Philosophie des kosmischen Seins und seine Gedanken sind heute aktueller denn je. Ja, mir scheint als hätte Bruno nicht für das 15. und 16. Jahrhundert geschrieben sondern für das 21.Jahrhundert. Bruno der am 14. Februar 1600 als „Fürst der Ketzer“ von der Kirche verbrannt wurde war der erste kosmologische Philosoph des Abendlandes.

„Schon im Ansatz seines Denkens verknüpft Bruno die Weitung des kosmischen Horizonts ins Unendliche mit der Vision eines neuen Menschentums jenseits der irdischen Begrenztheiten und Projektionen.“ (Kirchhoff).

Was unsere abendländische Kultur entwickelt hat, ist die Welt des Begrenzbaren, die christliche Kultur hatte nie die Begabung für das Unendliche, das Unbegrenzbare, das Eine, das dass Tao der Taoisten repräsentiert, als auch die Monas Giordano Brunos.

„Hier werden wir den wahren Weg zur wahren Sittlichkeit finden, werden lernen, hochherzige Verächter aller Dinge zu sein, welche kindisches Denken hochschätzt und werden größer sein als selbst jene die der blinde Pöbel als Götter verehrt, als wahrhafte Forscher der Geschichte der Natur, die in uns selbst geschrieben steht, und als gehorsame Befolger der göttlichen Gesetze welche dem Zentrum unseres Herzens eingemeißelt sind.“ (G. Bruno).

Die Welt des begrenzten ist die der Stagnation, des Mangels, des Streitens, der christlichen Dogmatik, des Habens und Anhäufens. Die Welt des Dschuang Dsi, des Heraklit und die von Bruno ist die Welt der Unbegrenztheiten, des Fließens, des Tao, es ist die Welt des kosmischen Seins.

„Das ist die Philosophie, welche die Sinne auftut, den Geist befriedigt, den Verstand erweitert und den Menschen zur wahren Glückseligkeit zurückführt,“ schrieb Bruno, der Satz könnte auch von Heraklit und Dschuang Dsi stammen.

„so werden wir doch, wenn wir das Sein und wesen dessen tiefer erwägen, in dem wir unwandelbar sind, finden, dass es nicht nur für uns, sondern überhaupt für keine wahre Substanz einen Tod gibt, das im wahren Sinne nichts vergeht, sondern das jegliches durch den unendlichen Raum dahinwallend nur sein Angesicht ändert“, schreibt Bruno.

Nur in den Tiefen unseres Seins erfahren wir das Eine, die gemeinsame Wurzel aller Erscheinungen, dies zu erfahren ist der Sinn des menschlichen Daseins.

hukwa

Dienstag, 22. Februar 2011

Alte Gemäuer

Ob alte Burgen, Schlösser, Kirchen oder Dome, ich liebe alte Gebäude. Sie haben Ausstrahlungskraft und erzeugen Wärme. Mit solch alten Bauwerken ergeht es mir wie mit alten Bäumen, sie können Geschichte erzählen. Aus ihren Sandsteinmauern scheint etwas herauszurieseln was sie mir sympathisch machen. Wenn ich in einer Stadt bin und ich sehe keine alte Kirche oder ehemalige Stadtmauern, erscheint mir die Stadt noch trostloser als Städte für mich persönlich sowieso schon sind. Die großen alten Kirchen und Dome sind für mich der Mittelpunkt der Städte. Sie erzählen mir Geschichte und Geschichten. Es ruht etwas ewig geistiges in ihren starken und wuchtigen Mauern. Ein altes Sandsteingebäude strahlt immer Wärme aus- Beton immer Kälte. Mit beton kann man niemand imponieren. Beton macht die Menschen depressiv Sandstein wirkt wärmend auf das menschliche Gemüt. Jede zerfallene efeuumrankte Burgruine schenkt den Menschen einen Trost in einer immer kälter werdenden Gesellschaft.
Auf dem Lande suche ich die alten Bäume auf, in den Städten die alten Gemäuer.
hukwa

Sonntag, 20. Februar 2011

Keltische Wurzeln im Pfälzer Märchen

Die wichtigste Rolle im Leben der keltischen Stämme, ja die zentrale Rolle, spielten die Druiden. So überliefert uns Cäsar in seiner De bello gallico: „In ganz Gallien gibt es zwei Klassen von Menschen, die Geltung und ehre genießen, denn das niedere Volk nimmt beinahe die Stellung von Sklaven ein…Die eine Klasse ist die Klasse der Druiden, die andere Klasse die der Equites. Die Druiden versehen den Götterdienst, besorgen die öffentlichen und privaten Opfer und legen die Religionssatzungen aus. Bei ihnen finden sich junge Männer in großer Zahl zur Unterweisung ein, und sie genießen hohe Verehrung, denn sie entscheiden bei fast allen öffentlichen und privaten Streitigkeiten. Sie sprechen das Urteil, wenn ein Verbrechen begangen wurde, ein Mord geschah, Erbschafts- oder Grenzstreitigkeiten ausbrechen, sie setzen Belohnungen und Strafe fest. Fügt sich ein Einzelner oder ein Volksstamm ihren Entscheidungen nicht, so schließen sie die Betroffenen vom Götterdienst aus. Dies stellt bei den Galliern offenbar die härteste Strafe dar…An der Spitze aller Druiden steht derjenige, der bei ihnen das größte ansehen genießt…Die Druiden ziehen gewöhnlich nicht in den Krieg und zahlen auch keine Abgaben wie die übrigen Gallier. Sie sind vom Waffendienst befreit und haben keine anderen Verpflichtungen“.

(De bello gallico, VI, 13/14)

Wenn wir die Autoren der klassischen Antike lesen und ihre Überlieferungen über die Druiden so bemerken wir schnell dass sie in den Druiden keine primitiven Zauberer sahen sondern mit großer Bewunderung von diesen sprachen und schrieben.

Cicero der sich öfters mit dem Druiden Diviciacus traf schrieb über diesen:

„Er behauptete, die Naturgesetze zu kennen- das, was bei den Griechen Physiologie heißt-, und er besaß die Fähigkeit, durch Beobachtung und Deutung der Zeichen die Zukunft vorauszusagen…“ (De Divinatione, I, 40)

Wir wissen das man in Griechenland das Druidentum als ein vollständiges philosophisches System ansah, manche sahen sogar einen Zusammenhang zwischen den Lehren des Pythagoras und den geheimen Überlieferungen der Druiden. Clemens von Alexandria berichtet uns von einer Überlieferung, nach der Pythagoras nicht nur Schüler der Brahmanen, sondern auch ein Schüler der Druiden der Galater gewesen sei.

Die „Hinterlassenschaften“ der Druiden finden sich vor allem in den Märchen. Da die Druiden ihre Lehren nur mündlich und an auserwählte Schüler weitergaben, ist es nicht möglich auf irgendwelche Texte zu verweisen, außer eben jener der griechischen und römischen Historiker und Zeitzeugen.

Ausgrabungen und historische Stätten beweisen das dass Gebiet des Pfälzerwaldes eine bedeutungsvolle keltische Vergangenheit besitzt. Nun wissen wir zwar wenig über das gesellschaftliche Leben der Kelten, über die lehren der Druiden wissen wir so gut wie gar nichts und somit auch fast nichts über die Religion der Kelten, denn diese war ja das Druidentum.

Der keltenforscher Jean Markale bemerkt in seinem Buch „Die Druiden- Gesellschaft und Götter der Kelten“ : Das Druidentum hat keinerlei Bedeutung oder Existenzgrundlage außerhalb der keltischen Gesellschaft, aus deren geist es geboren wurde. In gewisser Weise ist das Druidentum sowohl die Grundlage der keltischen Gesellschaft als auch ihre Folgeerscheinung. Daraus ergibt sich die gesellschaftliche Funktion des Druiden“.

Die soziale Stellung des Druiden stand noch über der des keltischen Fürsten oder Königs. In der bekannten irischen Erzählung vom „Rausch des Ulates“, lesen wir: Die Ulates durften nicht sprechen, bevor der König das Wort ergriffen hatte, und der König durfte nicht sprechen, bevor die Druiden das Wort ergriffen hatten“.

Dion Chrysostomos, ein Zeitgenosse von Plutarch, Tacitus und Plinius dem Jüngeren schreibt: „Die Kelten nannten ihre Priester Druiden; sie beherrschten die Kunst des Weissagens und jede andere Wissenschaft; ohne ihre Zustimmung durfte der König weder handeln, noch eine Entscheidung treffen, so dass in Wirklichkeit sie die Herrscher waren, während die Könige nur wie Diener ihren Willen vollstreckten“.

Über die Philosophie und das Wissen der Druiden ist uns nichts überliefert. In den Märchen jedoch finden wir Bruchstücke, dieses alten druidischen Wissens.

Mit dem Untergang des Keltentums, dass im Jahre 52 unserer Zeitrechnung eingeleitet wurde durch die tragische und verheerende Schlacht bei Alesia, trat auch eine Änderung im denken der europäischen Völker ein. Die griechisch- römische Geisteshaltung der Logik begann sich durchzusetzen und die heidnisch – spirituelle Welt der Kelten geriet in Vergessenheit. Ein winziger Teil des religiösen Denkens der Kelten erhielt sich in den Schatztruhen der europäischen Märchenwelt, wo es seither ein geheimnisvolles Leben führt und das dass Unbewusste der Menschen bis heute auf seine ganz eigene Art Inspirierte. Joseph Campbell schrieb daher zu recht:…“das aus dem keltischen Feenreich eine wilde Wunderwelt heraufbeschwor: verzaubert schlafende Prinzessinnen, einsame Schlösser im gefährlichen Wald, rauschende Drachen in reifbedeckten Höhlen, der Merlinzauber, die Fee Morgane und kichernde alte hexen, die durch einen Kuss in die schönste Jungfer der Welt verwandelt wurde. Fast alle Einzelheiten seines Märchenlandes entnahm Europa der Phantasiewelt der Kelten. Die Jugend Siegfrieds, Brunhilds Schlaf, das Schwert im Baum (und Stein, Anmerkung des Verfassers) und das zerbrochene Schwert sind aus der keltischen Tradition übernommene Motive“. (Joseph Campbell – Der Flug der Wildgans).

Diese Motive sind auch Teil unseres kollektiven Unbewussten, anhand solcher Motive lässt sich tatsächlich eine Art „geistiger Stammbaum“ errichten, denn es müsste ja richtig sein, das immerwiederkehrende Motive einer bestimmten durchgehenden Linie entstammen, so dass Einzelne auf Berufung ihrer Träume herausfinden können, wo ihre vorgeschichtlichen Wurzeln zu finden sind. So kann man mit Heinrich Zimmer übereinstimmen wenn dieser schreibt:…Es ist die Sphäre des Ewig – Weiblichen, Stätte der Zeitlosigkeit und des unerschöpflichen Lebens. Quelle des Todes, aus dem das Leben sich ständig wiedergebiert. Es ist der geheimnisumwobene ort, von zahllosen Helden in Märchen und Legenden der ganzen Welt aufgesucht, unter vielen historischen Verwandlungen wiederzuerkennen: er gehört zu unserem universalen Vorrat archetypischer Sinnbilder. Die Fassung, die uns die keltischen Märchen und der Artuszyklus übermitteln stammt aus dem mythischen Bilderschatz der altertümlichen mütterrechtlichen Ordnung, wie sie der vorkeltischen Kultur des westlichen Frankreichs und der britischen Inseln eigen war“.

Als die keltische Welt unterging, ging auch das Druidentum und somit die alte Religion der Kelten unter. Die Druiden wurden zu Zaubermeistern erklärt und lebten wohl noch längere Zeiten abgelegen in den Wäldern wo sie ihren Riten nachgingen und diese auch zelebrierten. Diese untergegangenen Druiden sind es vor allem die uns in den Märchen als zaubergewaltige Hexen und Zauberer begegnen.

Das pfälzische Märchen ist in seiner Poesie sehr karg, nicht besonders ausgeschmückt und oft endet es abrupt oder man hat das Gefühl ihm fehlt etwas, als sei es manchmal unvollständig. Das keltische Material im pfälzischen Märchen ist nur sehr schwer Fassbar, weil wir eben überhaupt nichts mehr wissen über die religiösen Überlieferungen aus dieser keltischen Zeit und somit den Druiden die ja die Bewahrer der keltischen Religion und Spiritualität waren.

Um mit Jean Markale zu sprechen: „Die griechisch – römische Geisteshaltung, die auf dem Glauben an den Universalismus und an die Logik des ausgeschlossenen Dritten basiert, begann langsam, aber sicher das sogenannte „barbarische“ Denken der Kelten zu verdrängen.

So vergaßen die Westeuropäer allmählich, dass sie Söhne der Kelten und Erben der spirituellen Tradition der Druiden sind.

Vor der Katastrophe von Alesia sah die Welt ganz anders aus: Es gab ein anderes Wertsystem, eine andere Wirklichkeitsauffassung, eine andere Art zu Denken und zu Empfinden, andere geistige Konzepte. Das alles ist nicht spurlos verschwunden; von dieser Vergangenheit zeugen Spuren in Museen und Bibliotheken, und es gibt darüber hinaus noch lebendige Keime, die nur des geeigneten Bodens harren, um sich wieder zu entfalten“.

An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen das Markale mit „entfalten“ nicht eine Widerbelebung des Druidentums meint, wie wir dies Heute vielfach in oft hausbackener und kindischer Aufmachung vorfinden, sondern hier sind die keime des kollektiven Unbewussten gemeint, wie dies auch Heinrich Zimmer gesehen hat.

Hukwa

Der erste Teil dieses Artikels findet ihr in meinem Gesamtkunstwerkblog unter dem Titel:

Die Kelten im Pfälzerwald.

hukwa

Dienstag, 15. Februar 2011

Merlin in der Baumkunde


Wer sich mit der Mythologie und Geschichte des Baumkultes in Europa beschäftigt, wird unweigerlich auf die geheimnisvolle und sagenhafte Gestalt von Merlin treffen. Neben der Eiche gibt es drei weitere Baumarten die ihm zugewiesen werden. Der Weißdorn, die Kiefer und der Apfelbaum.
In dieser Abhandlung interessiert uns Merlin als „Waldmensch“ der untrennbar mit dem europäischen Baumkult verbunden ist, denn er scheint Seher und Prophet gewesen zu sein, der durch die Bäume sprach. Als solcher hatte er an der Seite von König Artus, dem er zur Einrichtung des Ordens der Tafelrunde geraten hatte, gegen die barbarischen Eroberer der Bretagne gekämpft.
Wegen des Todes seiner Brüder dem Wahnsinn verfallen und der Gesellschaft der Menschen überdrüssig, zog er sich in den Wald von Broceliande zurück, den er nur noch verließ um düstere Prophezeiungen zu machen über die dem Bösen verfallene Welt. Diesem Bösen muss Merlin zeitlebens begegnet sein, den der Mythos berichtet er sei ein Sohn finsterer Mächte und seine Mutter sei eine Nonne gewesen, der Vater der leibhaftige Teufel. Was wohl nichts anderes bedeuten kann, als das er zwei Seelen in sich trug, das gute und das Böse. An jenem Tag als er der Fee Vivianne begegnete, besiegte er das Böse in sich. Er der mächtigste aller Zauberer lehrte Vivianne seine ganze Zauberkunst und ließ sich zuletzt von ihr in einem „Glashaus“ einschließen, nach anderen Berichten verschwand er in einer Höhle hinter einem Weißdornbusch. Nach Jean Markale und seinem Buch „Merlin Enchanteur“ soll dieses „Glashaus“ eine geschlossene Welt in der Mitte des Waldes darstellen, die in ihren unsichtbaren Mauern eine jenseitige Welt einschließt wohl das keltische Autre Monde. Also eine Welt in einer anderen Sphäre, die Ähnlichkeit mit einem Obstgarten hat. Hier findet die Dyade statt, die heilige Vermählung des göttlichen Bruders, mit der göttlichen Schwester. Fern unserer Welt leben sie in vollkommener, harmonischer Liebe, die sie ihrem Wesen nach von der Gesellschaft trennt. Merlin und Vivianne genügen sich selbst und benötigen diese Welt nicht mehr, sie leben sozusagen in einer Noos- Sphäre. Sie stellen ähnlich wie Adam und Eva, die Welt vor dem Sündenfall dar, also bevor sich der Mensch der äußeren Welt bewusst war. Nach J. Brosse: „Merlin und Vivianne ziehen sich von einer profanvisierten, unwiderruflich dem Untergang verfallenen menschlichen Welt zurück und kehren miteinander zum Ursprung, zum Naturzustand zurück, in diesen Obstgarten, wo sie als Herren der Pflanzen und Tiere regieren, schützen, was noch zu retten ist, und, unsichtbar geworden, die Wiedergeburt des Heiligen vorzunehmen“.
Wir haben es hier mit einer Geschichte zu tun die weit über die keltische Welt hinausweist und ihre Ursprünge im prähistorischen hat.
Nach Robert von Ranke – Graves dürfte jener Obstgarten identisch sein mit der „Insel der Apfelbäume“, in der „weißen Göttin“, schreibt Graves:“Glastonbury oder Inus Gutrin, ist auch die Isle of Avalon (Insel der Apfelbäume)“.
Der Bezug Merlins zu den Bäumen, also zum europäischen Baumkult, seine Rolle als Waldmensch ist tief im Schamanimus verwurzelt, Brosse schreibt hierzu: „…Die Birke, der typischste der Schamanistischen Bäume, und die Apfelbäume, mit deren Zweigen die Feen Sterbliche, in ihr Reich, die jenseitige Welt locken. Manche texte präzisieren, das Merlin gelegentlich unter einem Apfelbaum lehrte. Noch wichtiger in seiner Geschichte, ist die Kiefer, die sich oberhalb des Brunnens von Barenton in der Mitte der Lichtung des memeton erhebt. Dieser Brunnen ist die Wohnstatt Viviannes, die also eine Nymphe ist. Vivianne die Verkörperung der Quelle, hat magische Kräfte. Sie lässt es regnen, mehr noch, wenn man Wasser auf die Treppe gießt die den Brunnen umgibt, kann man ein erhebliches Gewitter heraufbeschwören; im übrigen heilt das Wasser des Brunnens die Tollheit, wie Vivianne Merlin von seinem Wahn befreit hatte. J.Markale betont das der Brunnen von Barenton niemals wie die Mehrheit der bretonischen Quellen christianisiert wurde, sondern durch die Jahrhunderte heidnisch geblieben ist, was die Bewohner der Gegend allerdings nicht daran hindert, sich in Dürrejahren dorthin zu begeben, und Geistliche schreiten der Prozession zügig voran“.
Die Quelle, die Kiefer, die Nymphe Vivianne, alles spricht hier für das Reich der großen Mutter, der „weißen Göttin“, wie sie Ranke – Graves für uns erforschte. Mit den Worten von Heinrich Zimmer: „…Es ist die Stätte des ewig Weiblichen, Stätte der Zeitlosigkeit und des unerschöpflichen Lebens, Quelle des Todes, aus dem das leben sich ständig wiedergebiert. Es ist der geheimnisumwobene Ort, von zahllosen Helden in Märchen und Legenden der ganzen Welt aufgesucht, unter vielen historischen Verwandlungen wieder zu erkennen: er gehört zu unserem universalen Vorrat archetypischer Sinnbilder. Die Fassung, die uns die keltischen Märchen und der Artuszyklus übermitteln, stammt aus dem mythischen Bilderschatz der altertümlichen mutterrechtlichen Ordnung, wie sie der vorkeltischen Kultur des westlichen Frankreichs und der britischen Insel eigen war. Im Reich der Mütter findet das schweifende Mannkind heim zum Mutterstamm von der Urmutter her. Hierher ist er gekommen- zu diesem verborgenen Heiligtum des Urquells-, um das Rätsel von Leben und Tod zu lösen. Hier wird er die langersehnte, lang versagte Antwort finden. Durch sein Orakel wird er vom mütterlich –weiblichen empfangen, von der unausgesprochenen intuitiven Weisheit der Lebenskraft, in deren leibhaftiger Gegenwart ihm das Geheimnis ihrer ständig erneuerten Wiedergeburt von Generation zu Generation gewahr wird“.
Zweifelsfrei spielt Vivianne die Rolle der „großen Mutter“, sie holte Merlin aus dem Männerbund der Tafelrunde zurück ins Reich der Mutter- der alten Göttin Gaia. Nach meiner Ansicht war Merlin nicht der Sohn des Teufels, sondern der Sohn Pans. In der keltischen Mythologie gibt es gar keinen Teufel. Pan wurde ja von der Kirche verteufelt. Der Ur- Merlin, der nichts anderes als ein Schamane sein konnte, war eindeutig ein Initiierter des Waldes, der Teufel jedoch ist eine Gestalt der christlichen Zivilisation. Das keltische Gegenstück des Pans war der Gott Cernunnos. Erst Robert de Boron machte Merlin in seinem Merlinroman zum Sohn des Teufels. Merlin aber ist durch und durch heidnischer Natur. Er besitzt magische Macht über die Wesen der Natur, die Fähigkeit seine gestalt zu vertauschen und kann in die Zukunft schauen, all diese Dinge sind typisch für einen Schamanen, einen, Eingeweihten der Wälder. Doch vor allem sein Bezug zu Bäumen zeichnen ihn als Herr des Waldes aus. So lesen wir bei Brosse: „Die Kiefer von Barenton hat Merlin nach Art der Schamanen bestiegen; in ihren Wipfeln, hat er die höchste Erkenntnis erlangt, und hier wohnt er seit dem, denn das „Glashaus“ ist nichts anderes als die Spitze des grünen Baumes, wo Merlin schließlich die Gesamtheit all seiner Kräfte zuteil wurde: die Gabe des Hellsehens, die Verwandlung, die Unsichtbarkeit, die Allgegenwart der Macht über die Elemente, die Gabe die Sprache der Tiere (und der Orakelbäume) zu verstehen und ihnen zu befehlen, die Gabe der Heilkunst und manchmal der Wiedererweckung vom Tod, die Gabe, Quellen hervorzurufen, Wesen und Dinge erscheinen zu lassen, die nicht existieren, auf das Pflanzenreich einzuwirken und sich fliegend durch die Luft zu bewegen. Dieselben Kräfte schreibt aber die literarische Überlieferung in Irland und Wales, auch den Druiden zu, und die sibirischen Schamanen nehmen sie auch für sich in Anspruch“,
Jean Markale beschreibt in seinem Buch „die Druiden – Gesellschaft und Götter der Kelten“ folgendes. „So betrachtet, ist der Druide ein „Medizinmann“ in der Art des Schamanen, in dessen Nähe er vor allem durch seine magischen Inkanationen rückt, da der Schamane seine ekstatische Reise mit dem Ziel unternimmt, in den Grenzregionen der Autr Monde die Seelen eines Kranken, eines Verletzten, eines Sterbenden oder gar Toten aufzusuchen. Wir werden noch auf andere Analogien zwischen dem Druidentum und dem Schamanismus stoßen, auch wenn dafür gewisse Positionen der Schule von George Dumezil aufgegeben werden müssen, nach der die Wurzeln des Druidentums ausschließlich innerhalb des indoeuropäischen Bereichs liegen. Man sollte aber keine Informationsquelle ungenutzt lassen, vor allem weil bekannt ist, welche Bedeutung der Schamanismus in Zentralasien und Mitteleuropa gehabt hat- und von dort kamen ja auch die Kelten.“
hukwa

Montag, 7. Februar 2011

Erwachen

Alles sei uns verliehen
Geld Eigentum Macht
Doch wie die Wolken dort oben ziehen
Zieht vorrüber die materielle Pracht
Kaum hast du dich selbst erkannt
Wirst du von der Zeit verbannt
Zum wirklichen Wandern im Leben
Brauchst du nur Schuh und innere Ruh
Werde endlich wach
Das wirkliche Werk ist dann vollbracht
Du bist von der Raupe zum Schmetterling erwacht.
hukwa

Grabmal von Carl Friedrich Brion in Trippstadt

Sonntag, 6. Februar 2011

Als Goethes Geist auf Trippstadt schien

Geliebtes gibt es, das im Sarge ruhen bleibt, vielleicht am

Trauernsten beweint um sein Totsein; und andres gibt es, das

Jeglichem, was uns sich noch ereignen mag, lebendig

Antwortet, in Zwiesprache, als würde es selber daran immer

Erneute Wirklichkeit, weil sie das anrührt, was uns mit Tod

Und Leben ewig zusammenschließt.

Lou Andreas – Salome



Wer einen Spaziergang über den Trippstadter Friedhof unternimmt findet in der vierten Grabreihe links ein Grabmal aus Sandstein mit einem aufgesetzten eisernen Kreuz. Hier liegt Carl Friedrich Brion begraben ehemaliger Hüttenwerksleiter der Gienantschen Werke in Trippstadt und Neffe von Frederike Elisabeth Brion, einer Jugendliebe von Johann Wolfgang von Goethe, die in Seesenheim, bei Strassburg gelebt hatte.

Als Goethe 1770 Frederike Brion kennen lernte, entwickelte sich aus dieser Beziehung eine der bekanntesten Liebesepisoden der deutschen Literaturgeschichte.

Goethe studierte zu dieser zeit in Straßburg. Im Herbst 1770 unternahm er zusammen mit seinem Elsässer Freund Friedrich Leopold Weyland ausgedehnte Ausritte in die Umgebung von Straßburg. Bei einem dieser Ausflüge lernte er „Rikchen“, wie er sie dann liebevoll nennen sollte, kennen. In „Dichtung und Wahrheit“ berichtet uns Goethe vierzig Jahre später über diese erste Begegnung mit Frederike Brion: „Schlank und leicht,…schritt sie, und beinahe schien für die gewaltigen blonden Zöpfe des niedlichen Köpfchens der Hals zu zart. Aus heiteren blauen Augen blickte sie sehr deutlich umher, und das artige Stumpfnäschen forschte so frei in die Luft, als wenn es in der Welt keine Sorgen geben könnte…“

An anderer Stelle schreibt Goethe in „Dichtung und Wahrheit“: „Es gibt Frauenpersonen die uns im Zimmer besonders wohlgefallen, andere, die sich besser im Freien ausnehmen; Frederike gehörte zu den letzteren.“

Goethes Liebe zu Frederike war eine sehr arkadische Liebe. Es folgten viele „folles chevaucheès“ (tolle Ritte) Goethes nach Sessenheim denen ausgedehnte Aufenthalte im Hause der Brions folgten. Unbeobachtet durchstreiften er und Frederike die Umgebung von Sessenheim, unternahmen Wasserfahrten zu den damals noch näher an den Ort heranreichenden Rheininseln, sie besuchten Bekannte Friederikes, mit denen sie Pfändnerspiele veranstalteten oder bis spät in die Nacht dem Tanzvergnügen huldigten. Ein Jahr lang wurde Sessenheim nun für Goethe „der Mittelpunkt der Erde“.

Es war zweifelsohne die Ausstrahlung Frederikes die bei Goethe „unversehens die Lust zu dichten“ aufkeimen ließ, die Quelle der Poesie, die Goethe „lange nicht gefühlt hatte“, trat, mit aller Macht wieder hervor. Es waren genau diese „Sessenheimer Lieder“, die so bedeutungsschwer in den „Sturm und Drang“ einflossen. Diese Liebesgedichte, die Goethe manchmal mit „bemalten Bändern“, an „Rikchen“ schickte sollten den Ruf Goethes als Lyriker begründen und Literaturgeschichte schreiben. Im Mai 1771 dichtete er in Sessenheim am frühen Morgen:

„Erwache Frederike,

Vertreib die Nacht,

Die einer deiner Bilder,

Zum Tage macht.

Der Vögel sanft Geflüster

Ruft liebevoll,

Das mein geliebt Geschwister,

Erwachen soll.“

Viele berühmte Lieder Goethes, wie das „Mailied“ entstanden in Sessenheim. Im Nachwort von Goethes Liebesgedichten, schreibt Emil Staiger: „In aller Einfalt kündigen diese Verse jenes Wechselspiel von Geben und Empfangen an, auf dem für Goethe die glückliche Liebe und damit der Sinn des Lebens beruht, eine Liebe, die von vorneherein die ganze Welt umfasst: Wie er Frederike liebte, so liebt die Lerche Gesang und Luft und lieben die Morgenblumen den Himmelsduft. Die Liebe, die sein Herz beseligt, ist dieselbe Liebe, die als göttlicher Hauch das All durchdringt.“

Aber es sollte keine Liebe von Dauer sein. Schon im Frühjahr 1771 dachte er, der seine unruhige Seele mit dem „Wetterhähnchen drüben auf dem Kirchturm“ verglich, daran die Beziehung zu beenden. „Es waren peinliche Tage“, erinnerte er sich in „Dichtung und Wahrheit“ an den für viele Jahre letzten Besuch bei Frederike, der am 7.August 1771 stattfand: „Als ich ihr die Hand noch vom Pferde reichte, standen ihr die Tränen in den Augen, und mir war sehr übel zu mute.“

Eine Woche später nahm Goethe Abschied vom „herrlichen Elsass“ und kehrte aus Straßburg über die Pfalz nach Frankfurt zurück.

Am 28.September 1779 schrieb Goethe an Frau von Stein über seinen Besuch, denn er acht Jahre später bei der Familie Brion tat: „Die zweite Tochter von Hause hatte mich ehemals geliebt, schöner als ich’s verdiente, und mehr als andere, an die ich viel Leidenschaft und Treue verwendet habe; ich musste sie in einem Augenblick verlassen, wo es ihr fast das Leben kostete, sie ging leise darüber hinweg, mir zu sagen, was ihr von einer Krankheit jener Zeit noch überbliebe, betrug sich allerliebst mit so viel herzlicher Freundschaft, vom ersten Augenblick, da ich ihr unerwartet auf der Schwelle ins Gesichte trat und wie wir mit den Nasen aneinander stießen, dass mir ganz wohl wurde. Nachsagen muss ich ihr, dass sie auch nicht durch die leiseste Berührung irgend ein altes Gefühl in meiner Seele zu wecken unternahm. Sie führte mich an jede Laube und da musste ich sitzen, und so wars gut…Die Alten waren treuherzig, man fand, ich sei jünger geworden. Ich blieb die Nacht, und schied den andern Morgen bei Sonnenaufgang, von freundlichen Gesichtern verabschiedet, das ich nun auch wieder mit Zufriedenheit an das Eckchen der Welt hindenken und in Friede mit dieser Ausgesöhnten in mir leben kann.“

Frederike Brion hatte nie geheiratet. Als sie 1813 starb setzte man ihr eine Grabinschrift die lautete: „Ein Strahl der Dichtersonne fiel auf sie, so reich, das er Unsterblichkeit ihr lieh.“

Jahre zuvor dichtete der unglückliche Dichter Michael Reinhold Lenz, der sich unsterblich in Fredericke verliebt hatte:

Denn immer, immer doch

Schwebt ihr das Bild an Wänden nach,

Von einem Menschen, welcher kam

Und ihr als Kind das Herzen nahm.

Fast ausgelöscht ist sein Gesicht,

Doch seiner Worte kraft noch nicht.

Der in Trippstadt begrabene Neffe von Frederike Brion, war zeitlebens nicht gut zu sprechen auf den Genius der europäischen Literatur. Das alte Grab auf dem Trippstadter Friedhof ist nicht nur ein Kulturdenkmal sondern steht auch als eine kulturelle Verbindung, wenn auch sehr kleine, Trippstadts, mit dem sprachmächtigsten Dichter der Literaturgeschichte.

hukwa