Mittwoch, 14. Januar 2015

Der Habicht - ein Freibeuter der Lüfte

Das standorttreue Habichtspaar zeigt sich im Vorfrühling beim Balzflug über dem Trippstadter Wald, in dem der Horst liegt. Dabei kreisen die Vögel bis in große Höhe, das Männchen fliegt in Wellen dahin, dem sogenannten „Girlandenflug“. Meist wird der vorjährige Horst bezogen und aufgestockt, manche Paare verfügen aber über mehrere Horste, die sie wechselweise benützen. Die Brutzeit beginnt im April und dauert 40 Tage. In der Regel liegen 4. Eier im Horst doch werden meist nur zwei Junge Flügge. Vor allem bei anhaltendem Regen können die Altvögel nicht genug Beute erjagen, weil sie mit dem durchnässtem Gefieder nicht so gut jagen können wie bei trockenem Wetter.
Nach dem schlüpfen bleibt das Weibchen noch etwa zehn Tage auf seiner Brut sitzen, weitere zehn Tage verbringt es wachend in Horst nähe und wärmt die Jungen über Nacht: von da an sind sie allein und bekommen täglich ein Beutetier auf den Nestrand gelegt.
Der Habicht ist auch ein Ansitzjäger. Er setzt sich dabei auf einer verborgenen, aber aussichtsreichen Stelle an, und sobald sich ein Beutetier zeigt, schlägt er im Überraschungsflug zu. Er schlägt seine Beutetiere in der Luft und am Boden. Etwa siebzig Tierarten gehören zu seiner Jagdbeute: von der Maus bis zum Hasen, vom Mauswiesel bis zur Hauskatze, vom Neuntöter bis zum Mäusebussard, vom Sperling bis zum Fasan. Das über ein Kilogramm schwere Habichtsweibchen ist in der Lage, auch kräftige Hasen zu schlagen, während das wesentlich kleinere Männchen nur Tiere bis zu Kaninchen- und Fasanengröße greifen kann.
Der Habicht hat kaum noch natürliche Feinde, lediglich Adler oder Uhu wären in der Lage ihn anzugreifen.
So bleibt sein größter Feind der Mensch der durch seine technisierte und verschmutzte Umwelt diesem Freibeuter der Lüfte das Leben immer schwerer macht.


Beim Beobachten des Habichts

Es ist die Zeit des „Altweibersommers“. Früh am Morgen sitze ich am Kohlenmeiler und beobachte die Natur und ihre wundervolle Wesen. Die ganze Nacht hindurch hat ein Hirsch „geröhrt“. Etwa zweihundert Meter von mir entfernt beginnt ein dichter Fichtenwald. Davor liegt noch eine kleine Waldwiese auf der eine Schar von Goldammern nach Futter suchen. Am Rand des Fichtenwaldes taucht kurz ein Fuchs auf verschwindet aber gleich wieder als er meine Witterung aufnimmt.
Plötzlich schießt aus dem Fichtenwald dicht über dem Boden ein Schatten pfeilschnell heran. Mit kräftigen Flügelschlägen nähert sich ein Habicht. Kurz vor der Goldammerschar breitet er für Sekunden die Schwingen starr aus, bremst, zeigt die Krallen und schlägt zu. Bevor die Ammern überhaupt was bemerken ist alles schon Geschehen.
Mit kräftigen Flügelschlägen fliegt der Habicht in Bodenhöhe etwa etwa 20 meter von mir entfernt in ein nah gelegenes Hainbuchenwäldchen. Für einen kurzen Augenblick kann ich sein Gefieder genau erkennen. Ich konnte an seiner Größe und dem für einen Altvogel charakteristischem weiß und schwarz quer gebändertem Brustgefieder deutlich erkennen, dass es sich um ein älteres bussardgroßes Weibchen handelte. Dies unterscheidet sich deutlich vom kleineren Männchen und den Jungvögeln, deren auffälligstes Kennzeichen das gelbliche Jugendkleid mit den schwarzbraunen Längsflecken ist.
Schon als Kind war ich fasziniert von diesem stolzen Raubvogel, der regelmäßig einige Brieftauben aus dem Taubenschlag meines Bruders riss. Solche Naturerlebnisse vergisst man nie.
Ich mache einige Luftlöcher in den Kohlenmeiler dann setze ich mich wieder auf einen Baumstumpf und beobachte noch intensiver diese wundervolle mich umgebende Natur.

hukwa

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