Donnerstag, 29. Januar 2015

Der heilige Hain von Nemi

Uns heutigen erscheint die magische Welt sogenannter primitiver Völker als in sich geschlossen und wunderbar, aber wir können das Denken dieser Völker überhaupt nicht mehr nachvollziehen. Für uns gibt es die Beseelung der leblosen Natur nicht mehr. Seit Jahrtausenden erlebt die zivilisierte Welt eine zunehmende Entmagiesierung der Sprach- und Vorstellungswelt.
Wenn man sich der Herkunft sogenannter „Vegetationsfeste“ (Pfingstquak, Maibaum, Frühlingsfeste, alte Jahresfeste wie Johannistag ect.) annähern will, wenn man sie erforschen will, muss man das Problem der Bedeutung von Riten aufrollen.
Vegetationsfeste haben ihre Wurzeln in jenem Zeit und Raum den wir das Neolithikum nennen und es handelt sich dabei ausschließlich um Sexual- und Fruchtbarkeit Festlichkeiten.
Es dürfte eindeutig klar sein dass Vegetationsfeste wie z.B. das Pfingstquak ihre Wurzeln nicht im Mittelalter haben, wie dies Helmut Seebach in seinem Buch „Alte Feste in der Pfalz“ behaupten möchte. Einen sehr guten Artikel zum Pfingstquak hat Adam Gerlach in den „Blättern zur Trippstadter Heimatgeschichte“ geschrieben,
Wenn man die verschiedenen Deutungen der Heimatforscher über Brauchtumsfeste gegeneinander hält, gewinnt man den Eindruck, das die Brauchtumsforschung noch keineswegs abgeschlossen. Seit dem Erscheinen von Sir James George Frazer Monumentalwerk „der goldene Zweig“ ist die Brauchtumsforschung damit beschäftigt, das Wesen und die Besonderheit dieser Feste zu ermitteln. Die meisten von Frazers Einzeltheorien, wie die der Entwicklung von Magie und Religion und von Ursprung und Entwicklung des Totemismus, sind heute nicht mehr haltbar. Aber die unglaubliche Fülle der Fakten, die er ansammelte, bilden nicht nur ein beeindruckendes Monument, sondern sind eine Sammlung volkskundlicher Schriften auf die wohl jeder Volkskundler irgendwann zurückgreifen muss. Und es darf wohl Heute noch das gelten was A.E.Housmann über den „goldenen Zweig“ in seiner Laudatio im Jahr 1921 sagte:
„Dort findet man Wissenschaft vermählt mit Literatur, mühevolle Arbeit, mit leichter Hand präsentiert, und ein Museum voll dunklen, geheimnisvollen Aberglaubens, ausgestattet mit dem Charme einer wahrhaft sympathetischen Magie. Dort haben sie als Mahnung für eine stolze, vergessliche Rasse die verstreuten, vergänglichen Relikte – ob nun unter wilden Völkern in fernen Ländern oder unbeachtet vor unserer Tür liegend. Die vergessenen Meilensteine der Landstrasse, auf der der Mensch gereist ist, die Labyrinthe und Irrwege seines Fortschreitens durch die Zeiten werden durch ihre Kunst und ihren Genius erhellt und die fernsten und ältesten Dinge den Sinnen und Herzen Ihrer Zeitgenossen nahegebracht.“
Das Wissen dass Vegetationsfeste wie das pfälzische Pfingstquak in ganz Europa gefeiert wurden verdanken wir Frazer, der solche Brauchtumsfeste als erster Weltweit sammelt. Was beim Pfingstquak und ähnlichen Vegetationsfesten im Lauf eines Jahreszyklus „zelebriert“ wird ist nichts anderes als der „Mythos von Nemi“, der sich auch wie ein roter Faden durch den „goldenen Zweig“ schlängelt.
Dieser Mythos betrifft die Regeln der priesterlichen Nachfolge im geheiligten Hain der Diana in Nemi, in den Albaner bergen in Italien. Der See (Nemi) und der Hain waren einmal bekannt als der See und der Hain von Aricia, einer kleinen Stadt in etwa fünf Kilometer Entfernung von Nemi. Der Priester – König dieses heiligen Hains steht unausgesetzt mit gezogenem Schwert unter einem bestimmten Baum des Gehölzes; er ist immer auf der Wacht. Er hatte dieses Amt errungen, nachdem er seinen Vorgänger mit einem Schössling des Mistelzweigs ermordete, der hoch oben in dem Baum wuchs (Anspielung auch auf den Vegetationsgott Baldur), und er ist seinerseits vom Schicksal dazu bestimmt, durch einen erfolgreichen Herausforderer auf die gleiche Weise hingerichtet zu werden. Er verteidigte sich nur solange erfolgreich wie seine Wachsamkeit, sein Geschick und seine Stärke nicht nachließen. Sobald seine Aufmerksamkeit erlosch, wurde er ermordet, und sein Mörder nahm seinen Platz ein.
Der „Mythos von Nemi“ ist ein magischer Mythos. Nach Frazer konnte Religion erst auftreten, nachdem der Mensch zu einem Zustand der höheren Intelligenz fortgeschritten und in der Lage war, seine eigene Ohnmacht gegenüber der Natur zu erkennen, also versuchte er die Natur Rituell zu beeinflussen. Die frühen Stammesführer, Könige und Priester wurden mit Naturkräften wie Wachstum und Fruchtbarkeit identifiziert. Aber auch mit Teilen der Natur so mit Sonne, Mond und dem Wald. Der König Priester zu Nemie und auch die heilige Diana galten als solche Naturgottheiten. Als Königin und König des Waldes waren sie verantwortlich für das Wohl der Menschen, und ihre Vereinigung war wesentlich für die Fruchtbarkeit der Erde, des Viehs und der Menschen.
Ein allgemeines Symptom für das Schwinden der Kraft des Königs wurde im Nachlassen der sexuellen Kraft im Alter gesehen. Wenn das Wohlergehen der Menschen in einer Gesellschaft, vom König abhing, so erwartete man damals das dieser immer Zeugungsfähig ist, denn ist er dies nicht mehr dann betrifft seine Entkräftung alle – vor allem aber die Natur. Die Tötung des Königs von Nemi ist also nichts anderes als ein Opfer an Mutter Erde. Wenn man den König aber tötete, bevor seine Kräfte nachzulassen begannen, dann konnte seine Seele zur Zeit ihrer größten Kraft befreit werden und durch Vererbung oder Übertragung in einen Nachfolger übergehen. Dies ist die Vorstellung die hinter der Priester Nachfolge von Nemi steht.

Lit: Hinweise

James George Frazer: Der golden Zweig; Das Geheimnis von Glauben und Sitten der Völker;
Abraham Kardinier; Edward Preble: Wegbereiter der modernen Anthropologie;
Hans Wagner: Zeitschrift: Der Hain.

hukwa

Dienstag, 27. Januar 2015

Totemismus und Ahnenkult

Ich betreibe im gewissen Sinne eine Art Totemismus und Ahnenkult. Denn ich bin davon überzeugt das wir mit unseren Ahnen in Geisteskontakt stehen. In seinem wunderschönen Buch „Abenteuer und Fahrten der Seele“ schreibt der Indologe und Kenner der keltischen Mythologie Heinrich Zimmer: ...Doch sind die Generationen die diesen Roman gestaltet, nicht nur unsere geistigen, sondern bis zu einem gewissen Grade auch unsere leiblichen Vorfahren. Sie leben – ohne dass wir es wissen – in uns, und wenn wir zuhören, hören sie mit. Beim lesen nickt vielleicht, ein dämmerhaftes Ahnen – Ich, dessen wir nicht inne sind, seine Zustimmung, wenn es seine alte Geschichte hört, und freut sich, wiederzuerkennen, was einst Teil seiner alten Weisheit war. Wenn wir darauf achten, vermag uns dieser in uns Anwesende vielleicht zu lehren, wie wir diese alten Erzählungen hören, wie wir darauf reagieren, wie wir sie verstehen und in unserer Alltagswelt anwenden sollten.“
Ob dem so sei oder nicht, das muss jeder für sich selbst entscheiden, mir tut solches zu Glauben besser als das mich die nihilistische Realität vieler Zeitgenossen umfängt. Zeitgenossen die aufgewachsen sind mit einer Philosophie die, die Natur entpersonifiziert und die Seele leugnet, weil man sie wissenschaftlich nicht beweisen kann. Ich bin davon überzeugt das auch Tiere und Pflanzen eine Seele besitzen. Hierin wurzeln meine Anschauungen über Totemismus mit dem ich mich schon sehr lange beschäftige. Dieser Glaube ist für mich nichts anderes als die Beseeltheit aller Dinge in der Natur. Wir leben in einer Zeit wo die Familien- und Verwandtschaftsbeziehungen immer mehr zerfallen, nun das ist der Zeitgeist.

hukwa






Sonntag, 25. Januar 2015

Druiden im Pfälzerwald

Vom Druidentum im Pfälzerwald gibt es so gut wie keine Überlieferungen, nicht nur weil die Druiden ihre Überlieferungen nur im Geheimen weitergaben, auch von den Druiden selbst wissen wir nichts, weil es hierüber keine Aufzeichnungen antiker Autoren aus diesem Gebiet gibt, wie wir es aus anderen Landschaften kennen. Dennoch waren die Druiden im Pfälzerwald denn die Kelten siedelten hier und das Druidentum gehört zur keltischen Welt wie die Kelten zu den Druiden, das eine ist ohne das andere nicht denkbar.
In der Zeit der gallo – römischen Besiedelung des Pfälzerwaldes gab es wahrscheinlich schon keine Druiden mehr in unserem Landstrich. Mit dem eindringen der Römer wurden sie aufs heftigste und mörderische von diesen verfolgt.
Schauen wir einfach einmal auf das europäische Druidentum, lesen wir was Zeitzeugen uns hinterlassen haben und versuchen eine Deutung so weit dies möglich ist.
In der Pfalz wurden einige Keltengräber gefunden.Vor allem die sogenannten „Fürstengräber“ von Rodenbach und von Bad Dürkheim, gehören mit zu den bekanntesten in ganz Europa.
„Druidengräber“ hat man noch keine gefunden. Man muss davon ausgehen dass die Druiden eine einfachste Erdbestattung vorzogen und daher nichts mehr von ihnen übrig geblieben ist.

Bei den Festlandkelten, also den Galliern, gab es drei Kasten die besondere privilegierte Stellungen innehatten: die Barden, die vates und die Druiden. Diese Nachricht die wir Strabo verdanken, wird durch eine ähnliche Stelle bei Ammianus Marcellinus bestätigt: „Nachdem nun die Bewohner dort allmählich eine höhere Kulturstufe erreicht hatten, entwickelten Kunst und Wissenschaft, geweckt durch Barden, Euhagen und Druiden, ein starkes Leben. Die Barden feierten, begleitet von den süßen Weisen der Harfe, die Heldentaten berühmter Männer in epischen Gesängen, während die Euhagen sich um die Erforschung der höchsten Dinge mühten und die verborgenen Gesetze der Natur zu erklären versuchten. Die Druiden, Männer von weit überragender Geisteskraft, waren – so wie Pythagoras es vorgeschrieben hatte – in Bruderschaften zusammengeschlossen; ihre Beschäftigung mit den verborgensten und höchsten Geheimnissen machte sie erhaben; in ihrer Verachtung für alles Menschliche erklären sie die Seele für unsterblich“.
Das sich Marcellinus hier auch auf Pythagoras bezog darf man nicht so wörtlich nehmen, es ist allemal nur ein Vergleich.
Die Barden hatten keine direkte religiöse Funktionen und die Euhagen waren lediglich Priester und Wahrsager. Die Macht bei den Kelten hatten letztendlich die Druiden. Sie waren bei jedem Opfer und jeder kultischen Handlung anwesend, dennoch waren sie weit mehr als nur Priester. Sämtliche antiken Texte bezeichnen sie als Philosophen, denn sie waren nicht nur die Bewahrer der Tradition, die sie in England in einer Druidenschule lernten, wo das Studium zwanzig Jahre dauerte. Doch die Religion war nur ein Teil ihres Einflussbereiches, Cäsar berichtet uns:
„Die Druiden stehen an der Spitze des gesamten Gottesdienstes, sie besorgen die öffentlichen und privaten Opfer, sie sind die Lehrer und Vertreter der Religion; bei ihnen sucht die Jugend des Landes ihre Ausbildung, und sie stehen überhaupt bei den Galliern in hohen Ehren. Denn sie entscheiden auch fast über alle öffentliche und privaten Streitigkeiten. Wurde irgendein Verbrechen begangen, ist ein Mord vorgefallen, handelt es sich um einen Erbschafts - oder Grenzstreit, überall entscheiden und bestimmen sie über Bestrafung und Belohnung. Will sich ein einzelner oder ein Volksstamm ihrem Spruche nicht fügen, so verstoßen die Druiden den Schuldigen aus der Gemeinschaft. Das ist die härteste Strafe, die es bei den Galliern gibt. An der Spitze der Druiden aber steht einer, der unter ihnen das höchste Ansehen genießt. Stirbt dieser, und ist einer da, der sich unbestritten vor allen anderen auszeichnet, so folgt ihm dieser nach. Können mehrere den gleichen Anspruch erheben, so wird von den Druiden über sie abgestimmt, oder sie machen zuweilen den Streit um die Nachfolge mit den Waffen aus. Zu einer bestimmten Zeit des Jahres halten die Druiden im Carnutenlande, das als der Mittelpunkt von ganz Gallien gilt, an einem geweihten Ort einen Gerichtstag ab. Die lehre der Druiden stammt, wie man glaubt aus Britannien und ist erst von da nach Gallien verpflanzt worden, und auch jetzt noch begeben sich diejenigen, welche die Sache recht gründlich lernen wollen, zu ihrer Ausbildung nach Britannien. Die Druiden nehmen gewöhnlich nicht am Kriege teil und zahlen auch keine Steuern wie die übrigen; sie sind vom Heerdienst wie überhaupt von allen Lasten befreit. Diese großen Vorteile sind die Ursache, dass viele teils aus eigenem Entschluss, teils von Eltern und Verwandten dafür bestimmt werden. Sie sollen eine große Menge von Versen auswendig lernen. Einige bleiben daher zwanzig Jahre in der Lehre. Es ist nämlich streng verboten, jene Sachen niederzuschreiben, während sich die Gallier sonst in geschäftlichen und privaten Angelegenheiten des griechischen Alphabets bedienen. Wie es mir scheint hat jene Satzung zwei Gründe: einmal wollen die Druiden nicht, dass ihre Lehre unter das Volk kommen, dann sollen die Zöglinge nicht im Vertrauen auf die Schrift die Ausbildung des Gedächtnisses vernachlässigen. Denn das kommt ja sehr häufig vor, dass man sich auf die Schrift verlässt und dabei auf das Auswendig lernen und Behalten des Gelernten nicht den gehörigen Fleiß verwendet. Vor allen Dingen suchen die Druiden die Unsterblichkeitslehre zu fördern. Außerdem beschäftigen sie sich ausgiebig mit den Gestirnen und ihren Bewegungen, mit der Größe der Welt und der Erde, der Natur der Dinge, der Macht und Gewalt der unsterblichen Götter, und in diesem allen unterrichten sie auch die Jugend“.
Cäsars Aussagen über die Druiden und die das druidische Keltentum muss man immer sehr sorgsam und kritisch lesen.
Die Römer verfolgten die Druiden wussten sie doch wie gefährlich ihre lehre dem römischen Staat werden konnte.
In seinem Buch „die Keltische Frau“ begründet Professor Jean Markale der bekannte Kelten und Druiden Forscher, den Versuch das Druidentum zu unterdrücken folgendermaßen:
„...die Druiden stellten für den römischen Staat eine absolute Bedrohung dar, weil ihre Wissenschaft und Philosophie der römischen Orthodoxie in gefährlicher Weise widersprach. Die Römer waren materialistisch, die Druiden spirituell. Für die römer war der staat eine monolithische Struktur, die sich über bewusst hierarchisch organisierte Territorien erstreckte. Für die Druiden stellte er eine auf freier Übereinkunft beruhende moralische Ordnung mit einem rein mythischen zentralen Grundgedanken dar. Das römische Recht basierte auf privatem Grundbesitz, wobei die Eigentumsrechte ausschließlich in den Händen der Familienoberhäupter lagen, während für die Druiden Eigentum immer etwas kollektives war. Die Römer betrachteten Frauen lediglich als Gebärmaschinen und Lustobjekte, die Druiden bezogen sie in ihr politisches und religiöses Leben mit ein. Daraus lässt sich ermessen wie sehr, wie sehr das subversive Gedankengut der Kelten die römische Ordnung bedrohte, obwohl dies nie offen ausgedrückt wurde...“
Einer der ersten antiken Historiker, der nach den Gründen für den Niedergang des Druidentums fragte war Plinius der Ältere. Dabei zögerte er nicht ihn der römischen Unterdrückung anzulasten. Allerdings darf man seine Behauptung, dies sei auf die Empörung der Römer, wegen der keltischen Menschenopfer in ihren Ritualen, die ja die Druiden vollzogen, nicht als glaubwürdig anerkennen. Schließlich brachten ja die Römer selbst Menschenopfern ihren Göttern dar.
In Wirklichkeit aber beunruhigte die Macht der Druiden die politischen Kreise in Rom. Auch dort, wo die Kelten einen Teil ihrer Selbstständigkeit behalten konnten, wurden die Druiden beseitigt oder mussten nach Irland fliehen.
Im irischen Epos schließlich wurden sie von den filid, von den Wahrsagern und Priestern, die bei Ammianus Marcellinus als Euhagen erscheinen, in den Hintergrund gedrängt.
Im Jahre 52 n.Chr. Wurden die Kelten bei Alesia, den genauen Ort kennen wir nicht, vernichtend geschlagen. Gallien wurde ins römische Reich einverleibt. Von nun an herrschte eine römisch – gallische Kultur in ganz Gallien und somit auch in unserem Landstrich. Die uralte spirituelle Tradition der Druiden ging im Dunkel der Geschichte verloren. Wer die Druiden wirklich waren und worin das Druidentum im einzelnen wirklich bestand werden wir wohl nie klären können. Zu tief war die Verschwiegenheit dieser keltischen Weisen.
Doch jede Religion und sei sie auch vor noch so langer Zeit untergegangen hinterlässt Spuren und Fragmente. Wir finden sie in den steinernen Hinterlassenschaften, in alten Gräbern und versteckt auch schriftlich in Märchen, Sagen und Überlieferungen.
So können wir davon ausgehen das in den Pfälzer Märchen zum Teil keltische Überlieferungen enthalten sind. Auch sie müssen auf ihre keltischen Wurzeln überprüft werden.
Zwischen der Lehre der Druiden und dem Christentum gibt es eine besonders auffällige Identität: nämlich jene Vision von der Unsterblichkeit der Seele und der Auferstehung. Das frühe Christentum hat ohne Zweifel einiges von der keltischen Religion übernommen.
So lebt die Philosophie der Druiden auch heute noch, wenn auch versteckt, in vielen Überlieferungen fort.

hukwa

Freitag, 23. Januar 2015

Beim betrachten des Sandsteins

Im Wald studiere ich die Adern des Sandsteins. Ich greife und fühle das feuchte Moos das auf dem Stein wächst. Da erinnere ich mich an eine stelle in Thoreaus Tagebüchern, wo geschrieben steht: "Es genügt nicht, ein Phänomen flüchtig zu kennen, wenn es zu einer wirklichen Inspiration werden soll. Du musst so vertrauten Umgang mit ihm haben, dass du dich seiner erinnerst und es lange im Gedächtnis behältst, selbst wenn seine Schönheit am fernen Horizont schon verschwunden ist".
So ergeht es mir oft vor allem wenn ich das Spiel der Wolken beobachte. Jeden Morgen und jeden Abend nehme ich mir die Zeit sie zu beobachten.
hukwa

Mittwoch, 21. Januar 2015

Hieronymus Bock

Hieronymus Bock Botaniker, Pfarrer und Arzt war zweifelsohne einer der bekanntesten Kräuterkundigen seiner Zeit. 1498 geboren ist sein wirklicher Geburtsort nicht mehr sicher nachzuweisen. Gleich drei Orte beanspruchen sein Geburtsort zu sein: Heidersbach im Odenwald, Heidelsheim bei Bruchsal und Queidersbach im Pfälzerwald. Das Bock tatsächlich aus Queidersbach stammt versuchte 1968 Gerhard Staat im „Heimatkalender für die Stadt und den Landkreis Kaiserslautern“ nachzuweisen. Dieser interessante Artikel ist nicht ganz ohne Logik, Bock könnte tatsächlich in Queidersbach das Licht der Welt erblickt haben. Auch viele zeitgenössischen Autoren und Hieronymus Bock Experten sehen die Heimat dieses großen Botanikers und Arztes im „westlichen Pfälzerwald“. Bock gab im Jahre 1546 ein Kräuterbuch heraus, das zu den besten seiner Zeit zählt, dieses Buch enthält neben der medizinischen Verwendung der Pflanzen auch Angaben über Fundorte im westlichen Pfälzerwald.
Über die Jugend von Hieronymus Bock ist wenig bekannt, sicher ist dass seine Eltern zwischen 1519 und 1530 in Schifferstadt lebten. Bock studierte in Heidelberg wo er sich 1519 immatrikulierte. 1522 finden wir ihn als Lehrer und Botaniker in Zweibrücken, damals Residenz Herzog Ludwig II, bei dem er eine Anstellung bekam. Im März 1532 wurde Bock Leibarzt Ludwigs, für den Fürsten konnte er allerdings nichts mehr tun dieser starb noch im selben Jahr an den folgen seines jahrelangen schweren Alkoholmissbrauchs. In Zweibrücken begegnete er Johann Schwefel dem späteren Reformator der Stadt. Diese Begegnung wurde für Bocks weiteren Lebensweg sehr prägend.
Er heiratete die Zweibrücker Bürgerstochter Eva Victor, betätigte sich als Alchimist und legte einen botanischen Garten für herzog Wolfgang des Sohnes von Ludwig II an. 1533 erhielt er als verheirateter Laie eine Pfründe im Hornbacher Fabiansstift. Diese bekam er wohl um ihm eine Lebensgrundlage zu geben aber auch um ihn in Zweibrücken halten zu können. Zu dieser Zeit galt Hieronymus Bock schon als renommierter Wissenschaftler und Kräuterkundiger. Seinen Pflichten als Stiftsherr kam er nur mäßig nach was schließlich zu Streiterein mit den anderen Stiftsherren führen musste. Der Streit wurde 1536 für ihn in einem Vergleich günstig beigelegt woraus man schließen kann dass er beste Beziehungen zum Fürstenhaus pflegte. Er wurde von den Lehrverpflichtungen an der Schule befreit und musste auch am Chorgebet (Stundengebet) und den Kapitelsitzungen nur teilnehmen wenn es seine öffentliche Pflichten und botanische Studien erlaubten.
Um 1538 übernahm Bock das Pfarramt der Gemeinde Hornbach.
Mit dem Augsburger Interim von 1548 erlitt die Reformation einen herben Rückschlag, nach dem verlorenen Schmalkaldischen Krieg gerieten die evangelischen Fürstenstände und Reichsstädte in arge Bedrängnis. Das Interim stieß auf protestantischer als auch auf katholischer Seite auf heftigen Widerstand. In den süddeutschen protestantischen Gebieten wurde es mit staatlichem Zwang, in den norddeutschen Gebieten nur oberflächlich durchgeführt. Bereits 1552 wurde das Augsburger Interim nach Protesten der protestantischen Fürsten wieder zurückgenommen und die konfessionelle Spaltung des Reiches wurde angenommen.
Während des Interims musste der mit Hieronymus Bock befreundete Abt des Klosters Hornbach Kintheuser dem katholischen Johann Bonn von Wachenheim seinen Platz räumen. Dieser sperrte Bock und den anderen lutherischen Stiftsherren und Pfarrern die Einkünfte und forderte sie auf dem protestantischen Glauben zu entsagen. Hieronymus Bock verließ Hornbach und ende Juli 1550 finden wir ihn in Saarbrücken als Leibarzt von Graf Philipp II. Dieser war Hieronymus sehr verbunden hatte dieser ihn doch einst von einer lebensgefährdeten Krankheit geheilt. Auch hier legte er gleich nach seiner Ankunft einen großen Kräutergarten an.
Das Saarbrücker Exil dauerte zwei Jahre von hier aus schrieb er seinen bekannten Sendbrief an seine ehemalige Gemeinde in Hornbach. In diesem Schreiben, seinem einzig überlieferten theologischen Text, das nur handschriftlich erhalten ist wendet er sich an seine Gemeinde und mahnt sie an fest an den Werten des lutherischen Glaubens sich zu halten.
1552 kehrte er nach Hornbach zurück. Vermutlich gleich nach dem Passauer Vertrag, der den Interimsbestimmungen ein Ende setzte. Er setzte nun seine Predigertätigkeit wieder fort und konnte sich auch ungehindert wieder seinen botanischen Studien widmen.
Hieronymus Bock starb am 21. Februar 1554 und wurde in der Stiftskirche St. Fabian beigesetzt. Die lateinische Grabschrift lautet in der Übersetzung: Am 21. Februar im Jahre des Herrn 1554 entschliefen Seele und Körper von Hieronymus Bock, der Arzt und Stiftsherr dieses Hauses war, im Herrn Jesus; dessen Seele Ruhe in der Gemeinschaft der Seligen. Amen.

hukwa

Tagesspruch

"In Wissen zu investieren, ist das sicherste Geschäft, denn aller Voraussicht nach, wirst du es mitnehmen können, wohin du auch gehst".
Thoreau

Dienstag, 20. Januar 2015

Die Bergfinken sind da

Heute Nacht ist Schnee gefallen und am Morgen waren die Bergfinken da. Sie treten in der Regel in Gruppen auf. Dieser Verwandte des Buchfinks besucht uns regelmäßig im Winter. Im Februar 1865 durchzogen 60 Millionen Bergfinken Luxemburg. 1951 übernachteten an einem Schlafplatz in der Schweiz zwischen 50 - 70 Millionen Bergfinken. Damals überwinterten dank der guten Bucheckernmast in der Schweiz 100 Millionen Bergfinken. Ihre Zahl machte die gesamte Bergfinkenbevölkerung von Skandinavien bis an den Ural aus. Noch erstaunlicher als diese gewaltigen Zahlen ist die Fähigkeit der Bergfinken über Kontinente hinweg jenen kleinen Bezirk zu finden, wo es das meiste Futter gibt.
hukwa

Freitag, 16. Januar 2015

Betäubung und Vergessen

Geburt ist nur
Betäubung und Vergessen
wer kann in solchen Zeiten
seine Seele noch ermessen
und ist der Geist auch
nackt und bloß
Erinnerung
umgibt ihn wie einen Hof
es naht der Traum
nach deinen Erinnerungen
schenkt dir Vision und
ahnendes Vertrauen
es ist die Welt
mit ihren materiellen Strahlen
die Grenzen zieht
und Kerkermauern um dich richtet
so das wir denken
die Heimat sei so fern
gerade sie ist es
die uns leuchtet
wie ein Stern.
hukwa

Donnerstag, 15. Januar 2015

Mittwoch, 14. Januar 2015

Der Habicht - ein Freibeuter der Lüfte

Das standorttreue Habichtspaar zeigt sich im Vorfrühling beim Balzflug über dem Trippstadter Wald, in dem der Horst liegt. Dabei kreisen die Vögel bis in große Höhe, das Männchen fliegt in Wellen dahin, dem sogenannten „Girlandenflug“. Meist wird der vorjährige Horst bezogen und aufgestockt, manche Paare verfügen aber über mehrere Horste, die sie wechselweise benützen. Die Brutzeit beginnt im April und dauert 40 Tage. In der Regel liegen 4. Eier im Horst doch werden meist nur zwei Junge Flügge. Vor allem bei anhaltendem Regen können die Altvögel nicht genug Beute erjagen, weil sie mit dem durchnässtem Gefieder nicht so gut jagen können wie bei trockenem Wetter.
Nach dem schlüpfen bleibt das Weibchen noch etwa zehn Tage auf seiner Brut sitzen, weitere zehn Tage verbringt es wachend in Horst nähe und wärmt die Jungen über Nacht: von da an sind sie allein und bekommen täglich ein Beutetier auf den Nestrand gelegt.
Der Habicht ist auch ein Ansitzjäger. Er setzt sich dabei auf einer verborgenen, aber aussichtsreichen Stelle an, und sobald sich ein Beutetier zeigt, schlägt er im Überraschungsflug zu. Er schlägt seine Beutetiere in der Luft und am Boden. Etwa siebzig Tierarten gehören zu seiner Jagdbeute: von der Maus bis zum Hasen, vom Mauswiesel bis zur Hauskatze, vom Neuntöter bis zum Mäusebussard, vom Sperling bis zum Fasan. Das über ein Kilogramm schwere Habichtsweibchen ist in der Lage, auch kräftige Hasen zu schlagen, während das wesentlich kleinere Männchen nur Tiere bis zu Kaninchen- und Fasanengröße greifen kann.
Der Habicht hat kaum noch natürliche Feinde, lediglich Adler oder Uhu wären in der Lage ihn anzugreifen.
So bleibt sein größter Feind der Mensch der durch seine technisierte und verschmutzte Umwelt diesem Freibeuter der Lüfte das Leben immer schwerer macht.


Beim Beobachten des Habichts

Es ist die Zeit des „Altweibersommers“. Früh am Morgen sitze ich am Kohlenmeiler und beobachte die Natur und ihre wundervolle Wesen. Die ganze Nacht hindurch hat ein Hirsch „geröhrt“. Etwa zweihundert Meter von mir entfernt beginnt ein dichter Fichtenwald. Davor liegt noch eine kleine Waldwiese auf der eine Schar von Goldammern nach Futter suchen. Am Rand des Fichtenwaldes taucht kurz ein Fuchs auf verschwindet aber gleich wieder als er meine Witterung aufnimmt.
Plötzlich schießt aus dem Fichtenwald dicht über dem Boden ein Schatten pfeilschnell heran. Mit kräftigen Flügelschlägen nähert sich ein Habicht. Kurz vor der Goldammerschar breitet er für Sekunden die Schwingen starr aus, bremst, zeigt die Krallen und schlägt zu. Bevor die Ammern überhaupt was bemerken ist alles schon Geschehen.
Mit kräftigen Flügelschlägen fliegt der Habicht in Bodenhöhe etwa etwa 20 meter von mir entfernt in ein nah gelegenes Hainbuchenwäldchen. Für einen kurzen Augenblick kann ich sein Gefieder genau erkennen. Ich konnte an seiner Größe und dem für einen Altvogel charakteristischem weiß und schwarz quer gebändertem Brustgefieder deutlich erkennen, dass es sich um ein älteres bussardgroßes Weibchen handelte. Dies unterscheidet sich deutlich vom kleineren Männchen und den Jungvögeln, deren auffälligstes Kennzeichen das gelbliche Jugendkleid mit den schwarzbraunen Längsflecken ist.
Schon als Kind war ich fasziniert von diesem stolzen Raubvogel, der regelmäßig einige Brieftauben aus dem Taubenschlag meines Bruders riss. Solche Naturerlebnisse vergisst man nie.
Ich mache einige Luftlöcher in den Kohlenmeiler dann setze ich mich wieder auf einen Baumstumpf und beobachte noch intensiver diese wundervolle mich umgebende Natur.

hukwa

Dienstag, 13. Januar 2015

Landschaftsbild mit Krähe

Versunken in die Ruhe eines kalten
Wintertages
an den Fenstern Eisblumen
unter den Füßen knirscht Schnee
der einsame Birnbaum am Feldrand
hoch oben in seinen Wipfeln
eine noch
einsamere
Krähe
zerzaust ihr Gefieder
unruhig ihr Blick
vergraben in unendliche Einsamkeit
der frühe Morgen
hier weitet sich die Seele
man spürt sie
wie ein eiskalter
Kristall.
hukwa

Sonntag, 11. Januar 2015

Eine Februarnacht im Pfälzerwald

Hornung, nannten ihn die Altvorderen. Sein Herz ist die Narrenzeit. Liegt oft auch noch Eis und Schnee, so spürt der aufmerksame Beobachter doch, das nun die Tage langsam und leise heller werden. Selbst wenn noch bittere Kälte im Februar vorherrscht, spürt man, das Frühjahr ist nicht mehr fern.
In den sternenklaren Nächten erscheint uns der Himmel wie ein großes kosmisches Gemälde und man bekommt das Gefühl nicht los das unsere Augen immer tiefer in die Weiten des Universums vordringen. Mitten im Meridian flackert nun das Sternbild des Orions. Über ihm erstrahlt das Sternenpaar Kastor und Pollux. Die Götter haben sie zu glühenden, nie versinkenden Diamanten gemacht. Der Löwe, mit dem königlichen Stern Regulus im Herzen ist bereit, durch den Feuerreif der perlmutternen Milchstrasse zu springen. Der gesamte südliche Himmel bis hoch in den Zenit leuchtet hell durch die Sternbilder des Wintersechsecks. Das geheimnisvollste Sternbild des Winterhimmels ist der mythische Jäger Orion mit seinem Gürtel und Schwertgehänge.
Der Jäger Orion rühmte sich in der altgriechischen Sage, alle Tiere besiegen zu können. Deswegen entbrannte zwischen ihm und dem Skorpion ein heftiger Kampf. Die Götter versetzten Orion und Skorpion an zwei gegenüberliegende Stellen des Himmelsgewölbes, so das sie nie gleichzeitig über dem Horizont stehen. Die Sage berichtet weiter, das Odysseus bei seiner Fahrt in die Unterwelt dem großen Jäger Orion begegnet sei. Er führte ihn mit dem Vorzeitriesen Otos und Ephialtes auf. Sie seien nach Orion die schönsten Riesen gewesen. Orion wurde also noch vor ihnen eingestuft! Orion galt auch als der große Wanderer und mit seiner unendlichen Kraft als ein Wohltäter der Menschen. Er hatte drei Väter: Zeus, Poseidon und Hermes. Etwas weiter südöstlich funkelt Sirius der heilige Stern der alten Ägypter. Auch in den eiskalten Februarnächten weiß uns die Natur vieles zu erzählen und spricht sie nicht über die Pflanzen und Tierwelt zu uns, dann tut sie sich uns über die Sternenwelt mitteilen.
Warum sitze ich hier draußen in der kalten Winternacht und betrachte den funkelnden Sternenhimmel? Vielleicht gehöre ich zu jenen Menschen, deren Seele noch eingespannt ist in den Rhythmus des kosmischen Geschehens. In das Stirb und Werde von Mutter Natur. Vor mir plätschert der alte Candidusbrunnen, ein Käuzchen lockt, knacken im Unterholz verrät wild, oder sind es Waldelfen die mich hier umschleichen? Der nächtliche Wald öffnet nicht nur das Gedankenmeer, er ist auch eine Pforte ins reich der Phantasie. Im Osten erscheint nun der Morgenstern, mehr ahnend als sehend bewege ich mich durch den noch dunklen Wald. In den Städten rauscht nun schon der Motor der Welt. Die ersten Vögel machen sich mit leisem Winterpiepsen bemerkbar. In einem großen Schlehenbusch streiten sich die Tannenmeisen. Dann der Laut eines zu früh heimgekehrten Finken. Am Ufer bei den Weihern nahe des Aschbacherhofes springen die ersten Weidekätzchen auf, die Knospen der Kornellkirsche sind schon saftig und dick. Ich schlage mich ins Dickicht hinein, erklimme einen Waldhügel und stehe vorm Felsenbrunnen im Aschbacherwald, mystisch blinkt der Vollmond durch den Mischwald und mir scheint als rausche das Wasser des Brunnens schon lauter als im Januar. Ich bleibe für einige Zeit versunken an diesem orte stehen, meine Gedanken fließen mit dem Wasser. Bald werden die ersten Zugvögel hier eintreffen. Wohl spüren sie es jetzt schon im tiefen Süden, das sich der Lenz dem Pfälzerwald nähert. unruhig wird wohl ihr Blick sein, sie prüfen ihr Gefieder ob es Reisefertig ist, sammeln sich in Scharen, bereit zur Heimreise ins herz des Pfälzerwaldes, hinein zu fliegen in diesen grünen Kranz der Wälder. Ich laufe weiter zum letzten Brunnen auf meiner nächtlichen Wanderung, der mich aus der Waldnacht hinein in einen klaren Morgen führt. Der Morgen dämmert als ich am Osterheldbrunnen ankomme. Die Erde ist hier aufgewühlt von den Wildschweinen die jede Nacht hier vorbeischauen. Nach nahem Frühling duftet sie die Pfälzer Erde. Die Buchen und Eichen die hier stehen, zeigen schon dicke Knospen und man spürt die Natur erwacht nach einem harten Winter zu neuem Leben.

hukwa

Sonntag, 4. Januar 2015

Über die Gewissheit meiner Traumerfahrungen - Paläontologie der Seele

Ich bin fest von einer Paläontologie der menschlichen Seele überzeugt. Irgendwie ist alles in uns „geschichtet“. Schon Nietzsche sagte: „Im Schlaf und Traum machen wir das Pensum früheren Menschentums noch einmal durch“. Weiter sagte er: „Der Traum bringt die ferne Zustände der menschlichen Kultur wieder zurück und gibt ein Mittel an die Hand, sie besser zu verstehen“.
Über meine Träume und meine Ahnungen bin ich mir sicher dass ich schon oft in diese „fernen Zustände der menschlichen Kultur“ gereist bin. Mein Leben lang habe ich mich für jene Momente immer besonders offen gehalten in denen die große Vergangenheit der Menschheit in mir aufdämmert.
Der Paläontologe Edgar Dacque glaubte durch Zergliedern von Mythen und Sagen einen „paradiesischen“ Restbestand in der menschlichen Seele aufgedeckt zu haben; er schrieb dem Urmenschen den Besitz „paradiesischer Kräfte“ zu, eine Natursichtigkeit, die näher ans Wesen der Natur heranreiche als der heutige Menschenverstand. Als letzter Rest jenes inneren Schauen gilt ihm der Tieftraum und das Hellgesicht. Träume, die aus der Sphäre des Unbewussten im Menschenwesen stammen, erschließen uns den Schatz seelischer Inhalte, welche die Menschenseele im Laufe der Stammesgeschichte gesammelt hat. Aus diesem Gattungsgedächtnis sollen sich die großen Mythen ins Bewusstsein gedrängt haben. Sie erzählen in einer Symbolsprache, die wir heute nicht mehr verstehen, wie Mensch und Natur einst zueinander standen. Auch nach C.G.Jung ist die Einzelseele keineswegs eine Tabula rasa, auf die sich nur die rein persönlichen Erfahrungen des Einzellebens einzeichneten. Sie soll vielmehr beladen sein mit den Erfahrungen der ganzen Stammesentwicklung vormenschlicher und menschlicher Art, mit den Instinkten, Trieben und Ideen (Archetypen) auch dieser Geschichte. Das „kollektive Unbewusste“ ist für diese Psychologie der Entstehungsgrund der menschlichen Mythen. In den Träumen des Tiefschlafs soll die mythische Tiefenschicht aus ihrer Verborgenheit heraustreten und von sich Kunde geben.
Das ich mich an verschiedene frühere Leben erinnern kann, ist für mich keine Annahme von irgendetwas sondern einfach die Gewissheit meiner Traum- und Selbsterfahrung.

hukwa

ZeitenWechsel

Der SCHNEE blinkt in der Sonne
der WALD atmet meditativ
ich trete mit meinen Schuhen
auf dürres Geäst
es hört sich an
als brechen
GLÄSERNE KNOCHEN
durch den Glasklaren eisernen Himmel
fliegt Pfeilschnell ein Düsenjäger
einst
zogen
hier
ANDERE JÄGER.
hukwa

Freitag, 2. Januar 2015

Über die eleusinischen Mysterien

Welch großartige Verschwiegenheit hatte die Priesterschaft von Delphi über die Mysterien
verhängt, dass dieses Mysterium bis in unsere heutigen Tage, nur auf Vermutungen beruht.
Über einen Zeitraum von 2000 Jahren wurde in Griechenland alljährlich dieses geheime Ritual durchgeführt, bei dem sich alle Teilnehmer zu absoluten Stillschweigen verpflichteten.
Selbst als diese lange Tradition unter dem Druck des sich ausbreitenden Christentums gebrochen wurde, blieb das Geheimnis bis heute gewahrt.
Selbst archäologische Ausgrabungen konnten nur Trümmer aus dem Heiligtum räumen, das nicht die Zeit allein zerstörte, sondern auch der unerbittliche Hass eines rivalisierenden Glaubens, in dessen Namen auf dieser Welt schon so viel zerstört wurde. Das Mysterium von Eleusis hatte der neuen Religion erfolgreich Konkurrenz gemacht, und im vierten Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung fand es schließlich ein gewaltsames Ende, nach fast zwei Jahrtausenden, in denen es die meiste Zeit, den bedeutendsten geistlichen Halt für die gesamte hellenisierte Menschheit gebildet hatte.
Die Eingeweihten und Wissenden um die eleusinischen Mysterien nahmen das mit sich, was nicht in die falschen Hände fallen durfte, selbst die Folterkammern und sadistischen Mordwerkzeuge der Christen konnten das Rätsel der Mysterien nicht lösen. Demeter bewahrt das Geheimnis verschlossen in ihrem Schoße, nie bereit, es Uneingeweihten mitzuteilen.
Absolutes Stillschweigen über die Vorgänge waren in Griechenland Pflicht.
Die athenischen Gesetze sahen extreme Strafen für den Bruch der Geheimhaltung vor, doch in der gesamten griechischen Welt, weit über den Einflussbereich von Athens Rechtsprechung hinaus, wurde das Geheimnis der Antike spontan bewahrt, und seit der Aufhebung der Mysterien im 4. nachchristlichen Jahrhundert ist dieses Geheimnis zu einem integrierenden Element der griechischen Altertumskunde geworden.
Ohne Zweifel, es gab die Erddämpfen, in der Umgebung des Orakels, es gab auch bestimmte
Kräuter und Pilze, die eine Rolle spielten, aber diese waren nicht ausschlaggebend für die
Weissagungen. Das Geheimnis der Mysterien liegt viel, viel tiefer als die profane Wissenschaft auch nur ahnt. Der renommierte Wissenschaftler R.G. Wasson, sollte dieses auch erfahren, als er im Heiligtum nur halluzinogene Pilzkulte sah.

Eleusis ist Heute noch ein Sakrileg. Im Jahre 1956 hielt R.G.Wasson vor der amerikanischen
philosophischen Gesellschaft einen kurzen Vortrag über den mexikanischen Pilzkult und in der darauffolgenden mündlichen Diskussion deutete er an, das dieser Kult zur Lösung der
eleusinischen Mysterien führen könnte. Kurz darauf schrieb ihm ein berühmter, englischer
Archäologe in einem Brief folgendes:
" Ich glaube nicht, das Mykene irgendetwas mit dem göttlichen Pilz zu tun hatte und auch nicht die eleusinischen Mysterien. Darf ich ein Wort der Warnung beifügen? Bleiben Sie bei ihrem mexikanischen Pilzkult und hüten sie sich davor, überall Pilze zu sehen. Ihr Vortrag in
Philadelphia hat uns gut gefallen, und wir möchten ihnen empfehlen, sich so eng an diese Linie zu halten wie sie können."
Eleusis war das bestgehütete Geheimnis des antiken Altertums und noch heute schwebt über ihm der Schweigeeid der heiligen Demeter, der Mutter Gaia selbst. Eleusis war größer und
lieblicher als jedes christliche Mysterium. Auch war es keine reine männliche Gesellschaft, die sich der Vergewaltigung zum prototypischen Ausdruck ihrer Lehre gemacht hatte und
scheinheilig von Liebe sprach.
Hier wurde keine Herrschaft über andere ausgeübt, über die Natur und ihre Rohstoffe, über unterlegene Nationen, Minderheiten, Frauen, Geld, Märkte und Güter, die sich das brutal flammende Kreuz, des Christentums untertan machte.
Eleusis ist versunken und mit ihm die geheimen Mysterien. Sein Geheimnis wird sich den
Profanen dieser Welt nie mitteilen. Jene die heute um die Mysterien noch Wissen, werden
Schweigen.

hukwa

Ewigkeit und Sein

Bäume
wie ruhig steht ihr da
der Ewigkeit so nah 
Wesen wächst aus eurem Sein
in mein eigenes hinein.
hukwa