Montag, 25. Juni 2012

Geheimnis des Sommers

Nun blüht wieder der blaue Natternkopf
und die Sommerlüfte streicheln dich sanft
Lass die andern Klagen und meide
die geschwätzigen Elstern
der Tag ist dein und mein
verweile beim gelben Habichtskraut
Es schließt dir das Tor des Sommers auf
Tanz auf den Blumenwiesen mit den Nymphen
Die dich als den Anderen begrüßen.
hukwa

Sonntag, 24. Juni 2012

Von seltsamen Zeichen auf Steinen und Wegnamen


Befand sich in Johanniskreuz einst eine fränkische Huntare?
Teil. 1.

Der Henkmantels – Loog Stein in der Nähe der alten Hundstrasse bei Johanniskreuz
Von Hans Wagner
Aus der Zahl der Gräber und der Funde zwischen Johanniskreuz und der Haidelsburg, ist zu schließen, das in dem Jahrtausend vor Chr. Geburt dieser Raum schon besiedelt war.
In vorchristlicher zeit waren es vor allem die Kelten die den besagten Raum besiedelten. Bis die Römer 50 vor Chr. zum Rhein vorstießen. Sie verdrängten die keltische Bevölkerung nicht es ergaben sich enge gallo-römische Beziehungen vor allem im Gebiet um die Haidelsburg bei Waldfischbach- Burgalben. Um etwa 375 begannen dann die Völkerwanderungen. Im Jahre 406 gab der römische Feldherr Stilicho die Rheingrenze auf. Germanische Völkerscharen stießen in den fast menschenleer gewordenen Raum vor. Zuerst die Alemannen, die dann 496 wiederum von den Franken weiter nach Süden abgedrängt wurden. Nun begann für unsere Heimat eine neue Besiedelung  Höfe,Weiler und Dörfer entstanden. Für diese Siedlungsgeschichte spielte die alte Verkehrsstrasse und somit der „Verkehrsknotenpunkt“ Johanniskreuz eine wichtige Rolle.
Die Frage, ob die Franken oder Alemannen zwischen dem 5. und 6. Jahrhundert den pfälzischen Boden in Besitz nahmen, hat Prof. Christmann durch seine Namensforschungen geklärt. Er schreibt hierzu: „Mögen in der Vorderpfalz zunächst auch Alemannen Fuß gefasst haben, der Sieg des Frankenkönigs Chlodwig kurz vor oder nach dem Jahre 500 unterwarf die ganze Pfalz der fränkischen Herrschaft. Die Alemannen flohen oder wurden ausgetrieben. Jedenfalls besetzten die Franken nun das Land bis in das nördliche Elsass hinein.“  Es waren vor allem fränkische Sippen und sogenannte „Hundertschaften“ unter Anführung eines „Hunto o. Hundo“ die nun das Land besiedelten. An den Ortsnamen verfolgt Prof. Christmann, wie sich die fränkische Einwanderung vollzog. Er schreibt: „Sippenweise kamen die Franken von Norden über den Rhein herüber in die Ebene zwischen Rhein und Haardt. Aber schon lange vorher waren die Franken in die Mosellande bis über Trier hinaus eingewandert und weiter in das untere Saartal. Dann schoben sich fränkische Sippen von da saaraufwärts über die Blies herüber, in das Land zwischen Zweibrücken und nach NO in den Westrich.“
An der Spitze der fränkischen Sippen stand als Anführer das Sippenoberhaupt. Da es noch keine Familiennamen gab- sie entstanden erst in dem Zeitraum zwischen 1200 und 1600- benannte man die einzelnen Leute nach der Zugehörigkeit zu ihrem Anführer, dessen Vorname auch im Verlauf der Besiedelung der Niederlassung ihren Namen gab. So trägt die einstige fränkische Siedlung Kollweiler (Lk. Kl.) den Namen ihres Begründers „Colo“. 
Nach dem die im 6. Jahrhundert entstandenen Orte und Dörfer an Einwohnerzahl zugenommen hatten, und der Boden für den Nachwuchs nicht ausreichte mussten die Jüngeren ausziehen und neuen Boden suchen. Diesen konnten sie aber nur in den bisher verschmähten tiefen Waldgebieten des Pfälzerwaldes finden. In diesem Waldgebiet das wir heute Pfälzerwald nennen entstanden im 7. und 8. Jahrhundert zahlreiche Einzelsiedlungen, die man „Wilari“nannte. Aus diesem Wort bildete sich später das „Wilre“ und dann nach dem 15. Jahrhundert „Weiler“. Viele dieser Weiler gingen später wieder ein und heißen heute Wüstungen.
Wir können nicht ausschließen das bereits in fränkischer Zeit in Johanniskreuz ein solcher Weiler stand. Auch der Name Frankenweide in Johanniskreuz könnte für eine fränkische Besiedelung sprechen.

Der uralte Henkmantels – Loog Felsen gibt sein Geheimnis nicht preis. Woher kommen die seltsamen Zeichen auf dem alten Grenzstein und was bedeuten sie?
Der, beziehungsweise die Steine, stehen in der Nähe der alten Hundsstrasse bei Johanniskreuz, wo sich auch ein altes Gräberfeld befindet.
Die Hundsstrasse war eine Altstrasse, ein vorgeschichtlicher Weg, der in fränkische, römische und keltische Zeit zurückreicht.
Walter Eitelmann schreibt darüber in „Rittersteine im Pfälzerwald“: „Von der Strasse von Metz  nach Saarbrücken führte eine Abzweigung nach Osten über Zweibrücken, Niederauerbach, wo ein römischer Burgus, später ein fränkischer Königshof war. Von dort weiter an Waldfischbach vorbei, wo die römische Straßenstadion Heidelsburg war. Dann zog die Altstrasse vorbei an der Wüstung „Hundsborn“, wo ein fränkischer Königshof war, bis hinauf an den seit ältesten Zeiten vorhandenen Altstrassenknotenpunkt Johanniskreuz“.
Die Hunds – Strasse geht über den Hundsberg an der Hundsweiher – Sägmühle und dem Hundsbächel vorbei zur Wüstung „Hundsborn“, weiter durch das Schwarzbachtal.
Was hat es nun mit dem Namen „Hund“ auf sich?
Wahrscheinlich handelt es sich hier um einen altfränkischen Ausdruck. Die fränkischen Gaue waren in Hundertschaften eingeteilt, an deren Spitze ein Hundertschaftsführer, der huno (hundert), stand. Später wurde er als ein unter dem Gaugrafen stehender Beamter zum Hundertschaftsrichter beim huntdinc, was Gericht des Huno bedeutet. Dem Hundo stand eine bewaffnete Gruppe zur Seite, zur Durchführung der Gerichtsurteile. Ein solches Gericht, eine Hundertschaftsdingstätte befand sich in Waldfischbach bei der dortigen Kirche. Orte wo sich der Hundo mit seiner Hundertschaft niederließ wurden Hundheim, Hundsdorf, Dorf des Hundo genannt. So auch Hundsstrasse,, Strasse des Hundo, Hundsborn, Born des Hundo, Hundsbrunnen, Hundsacker und Hundsweiher.  Auch im pfälzische Dorf Kollweiler, im Landkreis Kaiserslautern gibt es einen Hundsweg, er leitet sich ebenfalls vom Hundertschaftsführer, Hundo, ab, der diesen Weg regelmäßig zur Gerichtsstätte nahm.
Man kann also nicht ausschließen das in der Nähe der Loog – Felsen einmal eine altfränkische Waldgerichtsstätte war. 
Möglich wäre auch eine Huntare. Die Huntare bezeichnet einen vom fränkischen König zur Verwaltung eines Gebietes eingesetzten Verband von Kriegern, eine sogenannte Hundertschar, wie oben schon erwähnt als Hundertschaft, aber auch eine kleine Siedlung nannte man Huntare. Diese Huntare wurden vorwiegend entlang der früheren römischen Strassen (Johanniskreuz!!) an strategisch wichtigen Punkten angelegt um Verkehrswege zu sichern.





Lit. Hinweise:
Die Besiedelungsgeschichte des Reichslandes und seiner Gerichte; von Wilhelm Bußer
Rittersteine im Pfälzerwald; von Walter Eitelmann


Teil 2. beschäftigt sich mit der Sinn Findung des Namens Henkmantels – Loog 
hukwa

Samstag, 23. Juni 2012

Samstag, 16. Juni 2012

Waldgott

Krähiger Blick
im Fichtentann
der alte Waldgott
für die Dauer
einer Amselfeder fall
kehrt wieder
im erdigen Wurzeldickicht
der Weißdornhecke
versteckt er sein Antlitz
lehrt Gräsern und Pilzen das Sein
im Gezwitscher der Tannenmeise
kehrt seine Stimme wieder
Nebel über den Wassern
des Waldgotts Geist
steigt empor.
hukwa

Donnerstag, 14. Juni 2012

Vom oberflächlichen Umgang mit alten Grenzsteinen


Es ist eine Schande wie in verschiedenen Gebieten des Pfälzerwaldes mit dem alten Kulturgut der Grenzsteine umgegangen wird. Auf meinen Wanderungen durch den Pfälzerwald finde ich immer wieder alte Grenzsteine die durch Holzabfuhr und von Holzrückenmaschinen aus dem Boden herausgerissen wurden und nun achtlos im Gebüsch oder am Wegrand liegen. So konnte ich in einer Woche allein sechs Grenzsteine in den Gemarkungen Trippstadt und Schopp entdecken die einfach am Wegrand lagen. Grenzsteine sind die „stumme Zeugen aus alter Zeit“, so nannte sie einmal der Kaiserslauterer Stadtarchivar und Heimatkundler Walter Frenzel, der sich ja auch sehr für die Erhaltung dieser kulturhistorischen Steine einsetzte. Es ist einfach nicht nachvollziehbar, dass von Seiten der zuständigen Forstämter und den verantwortlichen Revierförstern, hier solche Nachlässigkeit waltet. Dort wo sie umgestoßen oder ausgeworfen sind, ist es Sache des zuständigen Vermessungsamtes oder eben des Forstamtes dieses wertvolle Kulturgut wieder an der richtigen Stelle anzubringen. Grenzsteine sind Teil unserer Heimatgeschichte und immer mehr verschwinden sie aus unseren Wäldern. Es ist an der Zeit solch oberflächlichem Handeln und Denken Grenzen zu setzen und wenn Wanderer Grenzsteine finden, die achtlos am Wegrand liegen, sollten sie dies bitte den zuständigen Behörden melden.
Die Trippstadter Heimatkundler Kurt Knebel und Karl Munzinger haben in jahrelanger anstrengender Arbeit sämtliche Grenzsteine der Gemarkung Trippstadt archiviert und ihre Standorte in den „Blättern zur Trippstadter Heimatgeschichte“ dokumentiert. Wenn man heute diese Grenzsteine erwandert, ist man überrascht wie viel von ihnen fehlen. In einem Zeitraum von zwanzig Jahren, sind zahlreiche dieser kulturhistorischen Objekte „verloren“ gegangen, es ist an der Zeit solchem Frevel ein Ende zu setzen.  
hukwa

Von seltsamen Zeichen auf Steinen


Der Henkmantels – Loog Stein in der Nähe der alten Hundstrasse.

Der uralte Henkmantels – Loog Felsen gibt sein Geheimnis nicht preis. Woher kommen die seltsamen Zeichen auf dem alten Grenzstein und was bedeuten sie?
Der, beziehungsweise die Steine, stehen in der Nähe der alten Hundsstrasse bei Johanniskreuz, wo sich auch ein altes Gräberfeld befindet.
Die Hundsstrasse war eine Altstrasse, ein vorgeschichtlicher Weg, der in fränkische, römische und keltische Zeit zurückreicht.
Walter Eitelmann schreibt darüber in „Rittersteine im Pfälzerwald“: „Von der Strasse von Metz  nach Saarbrücken führte eine Abzweigung nach Osten über Zweibrücken, Niederauerbach, wo ein römischer Burgus, später ein fränkischer Königshof war. Von dort weiter an Waldfischbach vorbei, wo die römische Straßenstadion Heidelsburg war. Dann zog die Altstrasse vorbei an der Wüstung „Hundsborn“, wo ein fränkischer Königshof war, bis hinauf an den seit ältesten Zeiten vorhandenen Altstrassenknotenpunkt Johanniskreuz“.
Die Hunds – Strasse geht über den Hundsberg an der Hundsweiher – Sägmühle und dem Hundsbächel vorbei zur Wüstung „Hundsborn“, weiter durch das Schwarzbachtal.
Was hat es nun mit dem Namen „Hund“ auf sich?
Wahrscheinlich handelt es sich hier um einen altfränkischen Ausdruck. Die fränkischen Gaue waren in Hundertschaften eingeteilt, an deren Spitze ein Hundertschaftsführer, der huno (hundert), stand. Später wurde er als ein unter dem Gaugrafen stehender Beamter zum Hundertschaftsrichter beim huntdinc, was Gericht des Huno bedeutet. Dem Hundo stand eine bewaffnete Gruppe zur Seite, zur Durchführung der Gerichtsurteile. Ein solches Gericht, eine Hundertschaftsdingstätte befand sich in Waldfischbach bei der dortigen Kirche. Orte wo sich der Hundo mit seiner Hundertschaft niederließ wurden Hundheim, Hundsdorf, Dorf des Hundo genannt. So auch Hundsstrasse,, Strasse des Hundo, Hundsborn, Born des Hundo, Hundsbrunnen, Hundsacker und Hundsweiher. 
Man kann also nicht ausschließen das in der Nähe der Loog – Felsen einmal eine altfränkische Waldgerichtsstätte war. 
hukwa

Montag, 11. Juni 2012

Kaltenborn

Beschattete Mauern
wie vom Alter gebeugt
vom Regen ausgehöhlt
und verschlissen
von Moosen und Efeu bewachsen
Uralter Fels
Zeuge von alter Zeit
der Brunnen plätschert
in hohlem Ton
als singe er ein Lied aus der Vergangenheit.
hukwa

Sonntag, 10. Juni 2012

Fleckenstein - das Herz der Vogesen


Wo einst Kelten und Römer ihre Götter wussten


Eine spirituelle Annäherung an die märchenhafte Landschaft des Wasgau  


Man kann Trippstadt ohne weiteres als dass Tor zum Wasgau bezeichnen, wenn man unsere Landschaft aus der Perspektive der geographischen Geomantie betrachtet. Hier ist zu erwähnen, dass die Geomantie eine lange Tradition hat und durchaus als Vorläufer der modernen Landschaftsplanung angesehen werden kann. Als mehrere tausend Jahre alte Erfahrungswissenschaft, die Vorgänge in unserem Lebensraum zu harmonisieren, zu verstehen und die Wirkung der schöpferischen Kräfte in Einklang mit dem Menschen zu bringen über die Geomantie erfahren wir Landschaft.
Auf Höhen und in Tälern des Wasgaus zeugen Kulturreste aller Jahrhunderte von Siedlungen der urältesten Bewohner bis zu Lebensformen der jüngsten Zeit. Dieses gebiet nannten die Kelten „Wassichin“ in der Bedeutung von Auerochsengebirge: das Nibelungenlied gab dem Gebiet den Namen Wasgenwald. Die Römer nannten den Wasgau Vosgesus oder Vosegus und verehrten ihn wie die Kelten als mächtige Gottheit. So erklärt sich auch die französische Bezeichnung „Vosges“ beziehungsweise Vogesen hierzulande
, die pfälzischen Dichter fanden für diese Landschaft den Ausdruck „Pfälzische Schweiz“ und einer von ihnen schwärmte romantisch:

„Kommt in den Wasgau, wo der Berge Kuppen
Gekrönt mit rätselhaften Felsfiguren
Und Felsenburgen, -stehen in wirren Gruppen,
Umglänzt von grünen Tälern, lichten Fluren!
Erquickung wohnt in stillen Waldeshallen
Und Märchenbilder durch die Burgen wallen.“ 

Aber auch die Maler haben im Wasgau ihre Inspirationen gefunden und die Landschaft in wunderbaren Farben und Formen auf ihre Leinwand gebannt: Steinriesen die plötzlich in den Wäldern auftauchen als hätte eine höhere Macht sie geformt, Felsentore, Schluchten und gigantische Steingebilde deren Aussehen an Türme, Kanzeln, Gesichter oder Tische erinnern, wie der Teufelstisch bei Hinterweidenthal. Der Wasgau ist eine verwunschene Landschaft, der Geomant würde nun sagen: Eine Landschaft der Verkörperung!
Wenn wir diese Landschaft durchwandern passiert es uns ganz plötzlich das sich vielleicht die lineare Zeit auflöst und wir sind mit einem mal wieder aufgehoben in den unendlichen Zyklen des Kosmos- im immerwährenden Tanz der Jahreszeiten, sind Teil des Weges von Sonne und Mond und fühlen uns als Teil jener träumenden steinernen Giganten die hier seit Jahrmillionen in meditativer Ruhe die Wälder bewachen.
Auf den Höhen zwischen Pfalz und Elsass bei dem idyllischen Ort Schönau dessen Geschichte mit Trippstadt durch die Eisenschmelzen verbunden ist, ragt geheimnisvoll der Wasigenstein, er liegt in 300 Meter Höhe an einem der Südwestabhänge des Maimonts über dem Langental. Die Legende sagt dies sei der Ort wo einst Walter gegen Gunther und Hagen kämpfte. Auf dem Hauptgipfel des Maimonts findet sich eine keltische Ringwallanlage in deren Zentrum sich die Opferschale, ein ausgehöhlter Fels befindet. 
Der Wasgau ist eine Mythen reiche Landschaft. In Mythen werden Zusammenhänge zwischen äußerer und innerer Natur auf vielfältige und spirituelle Weise wiedergegeben. Sehr viele Orts- und Flurnamen der Wasgaulandschaft weisen einen solchen Bezug zur Mythologie auf. Es geschieht fast von selbst das wir mit der Landschaft in Verbindung treten und die Seele des Ortes, Anima loci oder den Geist des Ortes, Genius loci auf einmal in uns zu wirken beginnt. 
hukwa

Samstag, 9. Juni 2012

Ein geheimnisvoller Stein: Der Henkmantels - Loog in den Wäldern um Trippstadt

Gestern war ich einmal wieder den uralten Henkmantels - Loog Felsen besuchen. Seinen genauen Standort will ich nicht preisgeben. Auf dem Stein wurde vor Jahrhunderten eine Sonnenrune eingehauen.  Er liegt in einem Gebiet in der Nähe einer alten Keltenstrasse und nicht weit von ihm entfernt befinden sich auch einige Hügelgräber. In einem weiteren Stein ganz in der Nähe ist ein so genanntes "Ritzmännchen" eingezeichnet (eingeritzt). Über diese Steine wurde schon im Jahre 1604 in Urkunden berichtet. Bis Heute haben sie ihr Geheimnis noch nicht preisgegeben und dies ist vielleicht auch gut so. Es ist immer wieder ein erhabenes Gefühl vor diesem uralten Grenzmal zu stehen.
hukwa

Donnerstag, 7. Juni 2012

Von wilden Frauen, wilden Männern und wilden Leuten im Pfälzerwald


In vielen Flurnamen des Pfälzerwaldes tauchen Namen wie „Wilde“, wilde Frau, Wildfrau, Wildfrauen, wilde Fräulein, Wildfräulein, wilder Mann, wilde Männer, wilde Leute oder wilde Menschen auf, auch wilde Weiber, wildes Weib. Bei näherer Heimatforschung zeigt sich dass die pfälzischen Landschaftsräume von sogenannten Wildleuten alt- und dicht besiedelt sind. Seltsame Frauen sollen in Olsbrücken bei Kaiserslautern im „Wildfrauenloch“ gehaust haben. So berichtet uns Ernst Christmann: „Auch im Landkreis Kusel finden wir Flurnamen wie „Wildfrauendell“, „Wildfrauental“ u.a. Als männliche Partner dachte man sich die „wilden Männer“ tief im Wald drinn, aus dem sie zuweilen ausgebrochen seien um sich aus dem Menschenland Kinder zu rauben.“
Bei Beschäftigung mit Sagen über wilde Leute zeigt sich wieder einmal deutlich das dass zur verfügung stehende Material nur bedingten Quellenwert besitzt. Das Sagengut wurde so gut wie nicht unverändert weitergegeben und enthält eine große reihe von poetischen Ausschmückungen. 
Wenn man Heimatforschung über „Wildleute“ betreibt ergibt sich von selbst, dass mit solchen Quellen auch prähistorische Angaben über die Sagenorte  Beachtung finden. Es zeigt sich sogar, das die Wildleute- Sagen fast ausschließlich an vorgeschichtliche Fundplätze gebunden sind. Was auch die These des Volkskundlers W. E. Peuckert bestätigt dass Sagen und Märchen ihre Wurzeln im Neolithikum haben.
Die vorgeschichtliche Besiedelung der Sagenorte hat in den meisten Fällen bei der Sagenentstehung entscheidend mitgewirkt. Das geschah- entgegen der früher meist vertretenen  Meinung – nicht in erster Linie durch die menschliche Besiedelung der Plätze, sondern vielmehr durch deren Verwendung als Begräbnis- und Kultstätten.
Die Wildleute Sagen finden sich fast ausschließlich im ehemals oder heute noch „wilden“ Gebirge, in den Landschaften des Hoch- und Mittelgebirges, wie eben dem Pfälzerwald. Also Gegenden die mit dichtem Wald besetzt sind und reich an Felsen, Klippen und Höhlen sind.
Diese Landschaft bietet leicht und viel Möglichkeit zum Verstecken einzelner oder Gruppen von Menschen und seltsamen Wesen. Aber auch zum vergraben der Toten im Verborgenem und werden somit zu Orten der Geborgenheit, zum Versteck für Frauen, Kinder und Schätze, oft aber auch zu Orten des Grauens, der Angst, der Dämonenfurcht, der heimischen und heimlichen Opfer und Kultplätzen, der ängstlich gemiedenen Begräbnisstätten.
Im Bereich des Pfälzerwaldes gibt es auch einige Gaststätten die den Namen „zum wilden Mann“ tragen. Eindeutig eine Anspielung auf die „wilden Leute“ dieser Landschaft. 
hukwa

Volkskundliches in Flurnamen um Trippstadt


Heidenkopf: Über den Flurnamen Heidenkopf schreibt der Trippstadter Heimatforscher Kurt Knebel folgend: „Felsplateau über dem „Kottelbach“. Der Heidenkopf ist auf dem 1837er Flurplan als voll bewaldet eingezeichnet, heute ist er ein bebauter Wohnplatz. Der Name dürfte von der Heide stammen, die als anspruchsloser Strauch mit dem armen Boden wohl zurecht kam, und nicht von Heiden als Nichtchristen“. 
Ich bin da ganz anderer Meinung. Wenn dieses Felsplateau einst stark bewaldet war konnte hier nicht viel Heidekraut wachsen, es ist daher anzunehmen das der Name Heidenkopf tatsächlich eine Verbindung  in heidnische Zeiten ist.


Hinkeläcker: Auch bei der Bezeichnung Hinkeläcker, ein Teilgebiet der Gewanne „Stockäcker“, Heute bebautes Gebiet scheint es sich um eine Verbindung in die heidnische Zeit zu handeln. Der Kaiserlauter Volkskundler Ernst Christmann schreibt dazu: Da gibt es im Kreis Kaiserlautern, so viele „Hinkelsteine“ wie in keinem anderen pfälzischen Landkreis, so zwischen Otterberg und Heiligenmoschel, zwischen Landstuhl und Mittelbrunn, bei Frankenstein usw., und im Waldgebiet bei Kaiserslautern sind zwei verschwunden und erinnern nur noch als alte Nennungen an sie.
Wenn nun in Kaiserslautern diese Hinkelsteine verschwunden sind so können sie auch logischer Weise in Trippstadt abhanden gekommen sein. Oft wurden solche Steine ausgegraben und für Bauzwecke genutzt, doch vor allem sorgten die Vertreter der Kirche dafür das solche Steine der Landschaft entnommen wurden.
„Hinkel“ ist gleichzeitig auch ein pfälzischer Ausdruck für Hühner, diese haben aber nichts mit den Hinkelsteinen zu tun. Der Name „Hinkel“ leitet sich von ahd. Huoninkilin ab und trifft schließlich auf  den Ausdruck „Hünen“, womit Riesen der Vorzeit gemeint sind. Im Mittelalter konnte man sich nicht vorstellen das Menschen solche Steine errichteten sondern man schrieb dieses Riesen zu.
Weitere „Urnamen“ die eindeutig in die Frühzeit führen und sich in Trippstadt finden sind „alb“ und „born“, so Moosalb oder Kaltenborn. Der Ausdruck born taucht in der Pfalz immer wieder bei ehemaligen heiligen Quellen und Brunnen auf, hier sei nur der „Heidenborn bei Trier“ erwähnt.
Der Namensbestandteil- alb für Bach und Flussnamen im Pfälzerwald stellt eine altwestische (vorindogermanische) Bezeichnung für Fluss- und Bachbette, sowie Weißwasser dar, die sich im keltischen Sprachschatz als albis ebenfalls widerspiegelt. So heißt der heutige Aube in Frankreich gallisch albis. Das zahlreiche Auftreten dieser Gewässerbezeichnung im Pfälzerwald spricht für das weiterleben von Resten einer keltisch-romanischen Stammbevölkerung, welche die Zäsur der Völkerwanderungszeit überstanden hat und die Namen der germanischen Neubevölkerung überlieferte. 

In der weiteren Umgebung von Trippstadt sind die Flurnamen überhaupt noch nicht erforscht hier wartet noch viel geheimnisvolles auf den Heimatkundler das es aufzudecken gilt.

Hukwa

Mittwoch, 6. Juni 2012

Im Dialog mit der Landschaft - Gedanken während einer geomantischen Wanderung

Bei meiner gestrigen Wanderung im Dahner Felsenland und im Elsass versuchte ich mit der Landschaft zu kommunizieren, was ich eigentlich immer mache. Viele Orts und Flurnamen weisen in einer Landschaft auf ihren mythologischen Bezug hin. Man kann in der Landschaft Punkte (Genius loci) erkennen, die wie ein Urbild der jeweiligen Landschaft zu Grunde liegen. Wenn man nun mit der jeweiligen Landschaft versucht in einen Dialog zu treten (das ist so ähnlich wie wenn ich in der Meditation mit meinem Geiste Verbindung suche) kommt es in der Regel zu einer Resonanz. Auf diese Weise entsteht eine Art von Transformation auf geistiger Ebene, die Landschaft wird verinnerlicht und gibt mir ihre Geheimnisse Preis. So kann eine reale Landschaft zugleich zu einer Landschaft der Seele werden. Es kommt immer nur darauf an wie ich eine Landschaft sehe und vor allem wie ich mit ihr kommuniziere.
hukwa

Genius loci und Anima loci im Dahner Felsenland

Gestern bin ich einige Zeit im Elsaß gewandert und seit längerer zeit einmal wieder durchs Dahner Felsenland gefahren. Eine wunderschöne Gegend, die ich in Zukunft wieder öfters durchwandern möchte. Indem wir die Geschichte der Beziehung zu einer Landschaft in uns nachvollziehen, können wir unsere heutige Kultur besser verstehen lernen und vor allem als Ergebnis einer Entwicklung begreifen, natürlich vor allem im kritischen Sinne, so im Bereich der Ökologie und des Landschaftschutzes. Eine Landschaft wie das Dahner Felsenland muss man aus einer sakralen, erdemythischen Perspektive sehen um diese Landschaft erfassen zu können. Man muss eine emotionale und geistige Beziehung zu ihr aufbauen um ihre Geheimnisse zu ergründen. Solche Beziehungen zur Landschaft weisen auf die Existenz der Seele eines Ortes (Anima loci) und eines Geistes des Ortes (Genius loci) hin. Die ganze Landschaft steckt voller geomantischer Geheimnisse.
hukwa

Dienstag, 5. Juni 2012

Idylle im Elsass

Bei einer Wanderung im Elsass habe ich heute diese wunderbare Idylle aufgenommen!

An der Moosalb


Ich brauche nicht unbedingt das Meer oder die großen Flüsse und Ströme, mir genügen die kleinen Bäche unserer heimischen Wälder und Gebirge. Sie sind nie gleich. Jeder von Ihnen hat seine eigene Wesensart, jeder seine sichtbaren und unsichtbaren Bewohner. Jeder Bach hat, wie der Mensch auch, einen Körper und eine Seele, ja die Bäche haben sogar Geist! Es gibt keine unbelebte Natur.
Ist das Ufer der Körper, so ist das Wasser die Seele und über den Wassern singt der Geist der unruhigen Bäche. Das Wasser ist auch ein grandioser Künstler, es formt die Ufer der Bäche zu lebendigen Kunstwerken.

Entlang der Wasserläufe gibt es viel zu sehen und zu staunen. Das geschmeidige Gefieder des Eisvogels blitzt im Düster des Waldes kurz auf, bevor er sich ins Wasser stürzt. Die Wasseramsel gleitet geschickt über der Strömung. Moose, Flechten, Farne, manchmal eine Orchidee verzaubern das Ufer. Wie Trolle und Kobolde ragen abgestorbene Äste und Baumstümpfe aus dem eiskalten Wasser. Verwitterte alte Kopfweiden nicken mir zu, majestätische alte Eiben und Pappelbäume erzählen ihre eigene Geschichte. In ausgewaschenen Sandsteinhöhlen verstecken sich Molche und Schnecken. Wie von Sinnen tanzen Mücken und Libellen über dem kühlen Nass. Elegant gleitet die Bachforelle gegen die Strömung.

Am liebsten lausche ich den Liedern der Bäche am frühen Morgen oder in der Abenddämmerung. Es scheint mir, als singen die Bäche um diese Zeit besonders lieblich. In einem gemeinsamen Konzert mit der sie umgebenden beseelten Natur. Hier spüre ich es dann sehr stark, in der Natur gibt es nichts erstarrtes, nichts robotisches, nichts uniformiertes, die Natur kennt keine Tristesse. Ist der See und der Weiher das Auge der Altmutter, dann sind die Bäche die Venen und Adern von Mutter Erde.

Meist folge ich den Wassern bis zu ihrer Quelle und ich vergleiche die Bäche mit den Menschen. Menschen haben Gemeinsamkeiten mit Wasserläufen, allerdings sind ihre Quellen meistens verborgen, bei manchen sogar verkarstet. So, wie die Bäche in die großen Flüsse und Ströme münden, wie sie rauschend von ihren starken Geschwistern empfangen werden, so ist auch der Mensch ein Empfangender der göttlichen Intuition, der wir in der freien Natur am nächsten sind. Wie die Wasser der Bäche unermesslich sind, so spüren wir manchmal, wenn wir bei unserm Freund dem Bach verweilen, dass auch in uns etwas unermessliches wohnt. Meistens wollen wir es nicht wahrhaben, doch wer den Wassern lauscht, hört die murmelnde Urmutter!
hukwa

Montag, 4. Juni 2012

Der Geist ist mehr als Denken

Wie vermag der Mensch, ein zerbrechliches Geschöpf dessen Körper der zeit verfallen ist und von einem Augenblick zum andern hinfällig wird in sich selbst einen Sinn erblicken das dass ewige Fließen des Seins wiedergibt? Es kann ja nur der geistige Antrieb sein der uns den Weg aus der Zeit in die Ewigkeit weist, ganz im Sinne des Sanskritwortes: Tamaso ma jyotir gamaya - Lass mich aus der Finsternis ins Licht kommen. So schrieb es der Seher der Upanishaden. In Indien ist eben der Intellekt nie so stark gewesen, um sich über die seelischen Kräfte zu erheben und hat sich nie so weitgehend von ihnen getrennt, um eine verhängnisvolle Spaltung zwischen sich selbst und der Psyche zu verursachen. Um jenes innere Licht zu erreichen muss uns bewusst sein das dass Denken nur ein Werkzeug des Geistes ist, denn der Geist ist viel mehr als nur denken.
hukwa

Bardo Thödol

Gestern habe ich einmal wieder ausgiebig im "Totenbuch der Tibeter gelesen". Das Bardo Thödol weist sehr viele schamanistische Aspekte auf die in den Budhismus eingedrungen sind. Man kann die Rolle des Priesters, der den Verstorbenen mit der Rezitation ritueller Texte führt- er beschreibt ihm den Weg, den er gehen muss, um zur Befreiung zu gelangen- mit der Funktion des altaisschen oder goldischen Schamanen zu vergleichen, welcher den Toten auf symbolische weise ins jenseits begleitet. Es ist ein Buch des trostes und der Weisheit.
hukwa

Sonntag, 3. Juni 2012

Nemeton - der heilige Wald

Bei den Kelten hieß der heilige Wald nemeton; das Wort leitet sich von der gleichen Wurzel ab wie nemus. Nem bezeichnet den Himmel im "religiösen Sinn"; es scheint also, dass das Nemeton eine "ideale Projektion eines Teils des Himmels auf die Erde war, eine Art von Paradies oder eher von "wunderbaren Obstgarten", wie man sie in den keltischen Legenden antrifft." Dieses Wort hat in den Ortsnamen in Frankreich, England und sogar im südpolnischen Galizien zahlreiche Spuren hinterlassen. In der ganzen keltischen Welt und ebenso bei den Griechen und Römern bekannt, hat das Wort nemeton sogar die Sprachgrenze überschritten, denn im Altsächsischen gibt es das Wort nimidas, das offenbar dem Keltischen entlehnt ist. Das nemeton war zunächst ein offener Wiesenfleck in einem Wald, also eine Waldlichtung wie nemus, nemos. Auch das Wort drunemeton leitet sich hier ab, es handelt sich hier um den heiligen Eichenhain, dem Versammlungsort und der Kultstätte der kelto-galatischen Stämmen. Allgemeiner gesagt war dieser Ort der "druidische Tempel inmitten des Waldes", weit abgelegen von der gesellschaftlichen Gruppe, deren unentbehrliche geistige Ergänzung er dennoch war. Hier hielten initiierte Priester die Zeremonien ab, die notwendig waren, um für alle den Segen der Götter, deren privilegierte und spezialisierte Vermittler sie waren, zu sichern. Und hier, in den entlegenen Wäldern verborgen, lehrten die Druiden, die Edlen des Volkes im Lauf von zwanzig Jahren viele Dinge.
Lit. Hinweis: J. Brosse: Mythologie der Bäume.
hukwa

Samstag, 2. Juni 2012

Über pfälzische Flurnamen


Die Eiche in Pfälzer Flurnamen

Neben einer Menge von Flurnamen wie Dreieich, Sechs- und Sieben Eichen, (benannt nach volkstümlichen Zahlen) den alten Bezeichnungen Locheich und Markeich finden sich viele Zusammensetzungen mit Berg, Bach, Born u.s.w., ein Feld bei Höheichweiler heißt Eichenfeld, ein mit Eichen bestandener Waldsaum bei Dannenfels Eichenrain, ein Schlagname im Gommersreimer Wald Eickig, mhd. Eichach, ein Berg bei Dellfeld Lohberg.

Für Eichengebüsch findet sich der Name Eichenreiß bei Mutterstadt sowie eine Waldabteilung Eichelgaarde.

Von ganz besonderem Interesse ist das in alt und mittelhochdeutscher Zeit für Eichenwald im Westrich gebräuchlich gewesene Wort Käs, Kes oder Kais. Volkskunde und Sprache in der Westpfalz deuten auf Besiedelung meist von der Mosel und der Saar her, besonders in fränkischer Zeit. Dort war das noch  heute in der Eifel lebendige Koos für junge Eiche lebendig. Wir finden in der Pfalz auch die Namen Käs: im Stiftswald bei Kaiserslautern (1600 Kees und Käskopf), Käsbach und Käsbüchlein, Keesbuschlein (1600) und Käßschen (1547 ein Wald bei Hornbach), Käsaß bei Hambach und das Dorf Käshofen.  Den Namen einer Gewanne bei Trippstadt lautete Käsbuckel.



Aschbach – Aschbacherhof bei Trippstadt

Der Aschbach fließt von den Mooswiesen östlich des Weiherfelderhofes bis an das Stelzenberger Walzwerk und dort in die Moosalb, er läuft zwischen Weiherfelderhof und alte Schmelz etwa parallel neben der Trippstadter Grenze zur Stadt Kaiserslautern, um dann selbst Grenze zwischen Stelzenberg und Kaiserslautern zu werden.
Der Aschbach wurde früher zu einer Anzahl von Weihern aufgestaut, die alle der Fischzucht einige aber auch zusätzlich der Energievorhaltung Wasserkraft dienten. Die meisten der Weiher waren im Laufe der Jahre verlandet, wurden aufgegeben und die jetzt ebenen Flächen als Wiesen genutzt. Von den alten Weihern besteht nur noch der Jagdhausweiher zwischen Stelzenberg und Kaiserslautern, der Walzweiher zwischen Stelzenberg und Krickenbacher Gelände wurde erst im 19.Jahrhundert angelegt. (Kurt Knebel – Flurnamen in Trippstadt) 

Der Aschbacherhof liegt 250m südlich des Aschbachs westlich des Eingangs zum Hirschsprungtal. Die Entstehungszeit des Aschbacherhofes ist nicht exakt anzugeben. Es handelt sich wohl um eine alte aus Karolingerzeit stammende Siedlung. 1215 erscheint „Aspach“in einer Urkunde Friedrich II für das Kloster in Lautern. Im Jahr 1303 wird der Weg…“via..de Lutra versus Aspach“ erwähnt. Mit größter Wahrscheinlichkeit hat der Aschbacherhof seinen Namen vom gleichnamigen Bach bei dem der Hof liegt. Um 1215 lautet der Name „aspach“, so auch in den Jahren 1348 und1454. 1600 erwähnt man einen „Aschbacher Pfad“, 1698 heißt die Siedlung immer noch Aschbach. 1828 kennt man den „Hof Asbach“ und um 1837 erwähnt man den „Hof Aschbach“ Nach Theodor Zink bedeutet Aschbach wahrscheinlich „Bach, um den Eschen wuchsen“…“Möglich ist auch Asp – aha..; „die Siedlung daselbst ist sehr alt, da sie karolingische Grabsteine hatte.“
Möglich wäre auch „Ort bei den Pappeln“, oder „Ort bei den Eschen“, Grundwort ist der typische pfälzische Siedlungsname „-bach“. Der Aschbacher Hof gehörte zum Wilensteiner Land und ist aufs engste mit der Burg Wilenstein in Trippstadt verbunden. Deren Anfang liegt völlig im Dunkeln. Wahrscheinlich hat sie ihre Entstehung der Staufern zu verdanken. 
Beim Aschbacherhof (Jagdhausweiher) stießen im Mittelalter die Grenzen der Herrschaften Wilenstein und Hohenecken mit dem Reichswaldgebiet zusammen.
hukwa

Freitag, 1. Juni 2012

Der kosmische Baum


Wenn man sich mit den alten Mythen und Überlieferungen beschäftigt, begegnet man fast durchwegs Kulturen in deren Mittelpunkt der „kosmische Baum“ stand. Das Aufstellen des Maibaums, der Pfingstquak, unser „Kerwestrauß“, ja der Weihnachtsbaum sind Überbleibsel heidnischer Baum- und Vegetationskulte. Dies bestätigt die Ansicht von Jacques Brosse, der Dendrologe und Ethnologe schreibt in seinem Werk „Mythologie der Bäume:
„Die Verfolgung eines einzigen Beispiels der Esche, bis in die verzweigtesten Einzelheiten hat es ermöglicht, die wesentlichen Eigenschaften des Weltenbaumes zu bestimmen und den Beweis zu erbringen, das sich dass damit zusammenhängende Geflecht von Glaubensinhalten und Institutionen, zumindest in noch lesbaren Spuren, in verschiedenen Zivilisationen auffinden lässt, die es aus räumlichen und zeitlichen Gründen kaum direkt von einander übernommen haben konnten. Solche Ähnlichkeiten müssen vielmehr auf einer wenn nicht identischen, so doch vergleichbaren Denkweise beruhen, der wir in ganz anderen Zusammenhängen wieder begegnen werden. Im Licht dieser verschiedenen Beispiele erscheint der Weltenbaum wohl als einer der auffallendsten, fruchtbarsten und auch am weitesten verbreiteten Mythen, den die Menschen geschaffen haben, um die Struktur des Universums und den Platz, den der Mensch darin einnehmen soll, zu erklären.“
Die vergleichende Ethnologie bestätigt uns das die Symbolik eines „Urbaums“, also eines „kosmischen Baums“ bei allen indogermanischen Volksstämmen vorhanden war. Diese vielfältige doch gemeinsame Symbolik setzt eine gewisse Geisteshaltung voraus, die der Wissenschaftler Claude – Levi – Strauss das „wilde Denken“ nannte. Es handelt sich hierbei um eine gewisse Art die Welt zu verstehen oder ihre Entstehung zu erklären, denn, wie Mircea Eliade zu recht bemerkte, „kann der Baum als >natürliches Objekt< nicht das ganze kosmische Leben vorstellen. Das Leben der Pflanzenwelt deutet nur auf eine Aufeinanderfolge von >Geburten> und Toden< hin. Erst die religiöse Betrachtung des Lebens gestattet es, aus dem Rhythmus der Pflanzenwelt tiefere Bedeutungen herauszulesen, vor allem „Vorstellungen der Wiedergeburt, der ewigen Jugend,, der Gesundheit, der Unsterblichkeit, also alles Symbole die uns auch  im „Hain von Nemi“ begegnen. 
Das aufstellen eines Maibaums ist also nichts anderes als ein heidnisches Relikt in uns. Der Kirche ist es nie ganz gelungen die Verehrung von Bäumen aus dem menschlichen kollektiven Unbewussten ganz auszutreiben. Also übernahm sie gewisse Riten so z.B. die Fronleichnamsprozessionen , oder das aufstellen eines Maibaumes, das nichts anderes als ein Überbleibsel aus keltischer Zeit ist.
In der Nacht zum 1. Mai feierten die Kelten ihr Beltaine Fest. Am 1. Mai wird sicherlich nicht zufällig der Tag der Arbeit gefeiert. In den germanischen Ländern ist die Nacht des Beltaine –Festes als „Walpurgisnacht“ bekannt, einst gehörte diese Nacht bei Kelten und Germanen der Priesterklasse. Sie zelebrierten in dieser Nacht ihre Rituale die mit Fruchtbarkeitssymbolik zusammen hingen. Noch heute erkennen wir viele alte Gebräuche die sich au7s heidnischer Zeit erhalten haben. So das Segnen von Tieren und ihren Ställen, das schmücken der Tiere mit Blumen und anderes. Es war das Fest des Wiedererwachens des Frühlings, eben der Vegetation.
hukwa

Die volkstümlichen Namen des Bleßhuhns

Heute Abend will ich ins Karlstal wandern und die Bleßhühner beobachten. Es macht mir immer wieder eine große Freude diese Wasservögel beim Tauchen zu beobachten. Der Vogel ist bei uns weit verbreitet so dass er allein in Deutschland über 25 volkstümliche Namen trägt. Belch, Belchen, Belchinnen, Bellhenne, Bölle, Böllhuhn, Bollene, Bollhinnen, Bucheli, Fischhuhn,Haglgans, Hurbel, Kritschene, Lietze, Merli, Möhre, Möhrli, Pfaff, Plärre, Taucherli, Wasserhuhn, Zappe, Zoppe, u.a. Wie bei den Flurnamen kann man auch bei den volkstümlichen Tiernamen Forschungen betreiben. So kenne ich einen Bollhinnenweiher und einen Haglgans Woog. Diese Namen scheinen eindeutig mit dem Bleßhuhn in Verbindung zu stehen.
hukwa

Gedanken beim Beobachten des Sperbers

Wer viel durch die Wälder streift der kann auch viel beobachten. Gestern Abend bei meinem Dämmerungspaziergang konnte ich für kurze Zeit den Sperber im Ansitz beobachten. Eine Stellung in der man diesen scheuen Vogel höchst selten sieht. Man bemerkt den Sperber höchstens, wenn er im Frühjahr seine Balzflüge zeigt oder wenn er jagt, jäh aus dem Hinterhalt hervorbricht, wie ein Wetterstrahl durch die Wipfel und Büsche schießt und über seine leidenschaftliche Jagdlust die Vorsicht vergisst. Er ist nämlich wie sein größerer verwandter, der Habicht, ein Überrumpler und typischer Kurzstreckenjäger. es ist eine große Freude die uns die sommerliche Natur gewährt auch die Tierarten nun zu beobachten, die man ansonsten seltener oder überhaupt nicht zu Gesicht bekommt. Mutter Natur ist immer noch das schönste aller Bilderbücher und der Naturbewusste Mensch wird es immer wieder aufschlagen und Neues entdecken.
hukwa