Donnerstag, 7. Juni 2012

Volkskundliches in Flurnamen um Trippstadt


Heidenkopf: Über den Flurnamen Heidenkopf schreibt der Trippstadter Heimatforscher Kurt Knebel folgend: „Felsplateau über dem „Kottelbach“. Der Heidenkopf ist auf dem 1837er Flurplan als voll bewaldet eingezeichnet, heute ist er ein bebauter Wohnplatz. Der Name dürfte von der Heide stammen, die als anspruchsloser Strauch mit dem armen Boden wohl zurecht kam, und nicht von Heiden als Nichtchristen“. 
Ich bin da ganz anderer Meinung. Wenn dieses Felsplateau einst stark bewaldet war konnte hier nicht viel Heidekraut wachsen, es ist daher anzunehmen das der Name Heidenkopf tatsächlich eine Verbindung  in heidnische Zeiten ist.


Hinkeläcker: Auch bei der Bezeichnung Hinkeläcker, ein Teilgebiet der Gewanne „Stockäcker“, Heute bebautes Gebiet scheint es sich um eine Verbindung in die heidnische Zeit zu handeln. Der Kaiserlauter Volkskundler Ernst Christmann schreibt dazu: Da gibt es im Kreis Kaiserlautern, so viele „Hinkelsteine“ wie in keinem anderen pfälzischen Landkreis, so zwischen Otterberg und Heiligenmoschel, zwischen Landstuhl und Mittelbrunn, bei Frankenstein usw., und im Waldgebiet bei Kaiserslautern sind zwei verschwunden und erinnern nur noch als alte Nennungen an sie.
Wenn nun in Kaiserslautern diese Hinkelsteine verschwunden sind so können sie auch logischer Weise in Trippstadt abhanden gekommen sein. Oft wurden solche Steine ausgegraben und für Bauzwecke genutzt, doch vor allem sorgten die Vertreter der Kirche dafür das solche Steine der Landschaft entnommen wurden.
„Hinkel“ ist gleichzeitig auch ein pfälzischer Ausdruck für Hühner, diese haben aber nichts mit den Hinkelsteinen zu tun. Der Name „Hinkel“ leitet sich von ahd. Huoninkilin ab und trifft schließlich auf  den Ausdruck „Hünen“, womit Riesen der Vorzeit gemeint sind. Im Mittelalter konnte man sich nicht vorstellen das Menschen solche Steine errichteten sondern man schrieb dieses Riesen zu.
Weitere „Urnamen“ die eindeutig in die Frühzeit führen und sich in Trippstadt finden sind „alb“ und „born“, so Moosalb oder Kaltenborn. Der Ausdruck born taucht in der Pfalz immer wieder bei ehemaligen heiligen Quellen und Brunnen auf, hier sei nur der „Heidenborn bei Trier“ erwähnt.
Der Namensbestandteil- alb für Bach und Flussnamen im Pfälzerwald stellt eine altwestische (vorindogermanische) Bezeichnung für Fluss- und Bachbette, sowie Weißwasser dar, die sich im keltischen Sprachschatz als albis ebenfalls widerspiegelt. So heißt der heutige Aube in Frankreich gallisch albis. Das zahlreiche Auftreten dieser Gewässerbezeichnung im Pfälzerwald spricht für das weiterleben von Resten einer keltisch-romanischen Stammbevölkerung, welche die Zäsur der Völkerwanderungszeit überstanden hat und die Namen der germanischen Neubevölkerung überlieferte. 

In der weiteren Umgebung von Trippstadt sind die Flurnamen überhaupt noch nicht erforscht hier wartet noch viel geheimnisvolles auf den Heimatkundler das es aufzudecken gilt.

Hukwa

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen