Sonntag, 29. November 2009

Meiner alten Buche

Meist schlägt die vierte Stunde
nach Mitternacht
wenn ich mit meiner Schreibarbeit beginne
es ist die zeit der Strategien
der Ort schläft noch fest
nur die dreihundertjährige Blutbuche
jammert im Novemberwind
sie ruht nie
immer ist Bewegung in ihr
etwas stoisches und lauerndes
geht von ihr aus
wir haben vieles gemeinsam
die alte Buche und ich.
hukwa

Samstag, 28. November 2009

Gedicht

Weder Bücher noch Worte
brachten mich dem Einen näher
nicht das Schauen von Farben
noch das Hören der Klänge
brachten mich der Erleuchtung nahe
In der Nacht flog ein Falter durch das offene Fenster
Sein Summen in meinen Ohren
bis die Morgenröte kam und
nicht nur das Zimmer erleuchtete.
hukwa

Freitag, 27. November 2009

Der alte Garten

In meinen Kindheitstagen
da gab es einen Garten
der blüht heut leider nicht mehr
Am Zaun stand ein Holunder
ein guter alter Freund
ich lag so oft darunter
erzählte ihm mein Leid
Am Morgen vor der Schule
magisch zogs mich zu ihm
bewunderte seine Blumen
seine Kräuter noch viel mehr
In diesem Zaubergarten
lehrte mich Großmutter das Lesen
im Buche der Natur
Hier wuchsen Hirtentäschel
Pestwurz und Teufelsabiß
hier lernte ich die Sprache der Natur
die alte lehrte mich sehen
und noch so vieles mehr
Die Kameraden gingen Spielen
ich blieb alleine hier
An heißen Julitagen
war es im Garten kühl
Großmutters schwarzer Kater
kam oft zu mir hierher
Heute werd ich Nachts oft wach
etwas reißt mich aus dem Schlaf
dann habe ich wieder geträumt
von einem schwarzen Kater
und der alten Frau
im schönen Zaubergarten.
hukwa

Gegen Mittag

Gegen Mittag wenn die Sonne hoch am Himmel steht
nur ein leiser Windhauch durch die Lüfte geht
dann schlendere ich an den alten Steinmauern des Parks entlang
vorbei an Sumpfeiche Esche und Linde
wie sollen die anderen die Freude verstehen
die mich anlächelt aus dem Geäder der Sandsteine
die mir zuwinkt aus dem Geäst der Bäume
ich verbummle diesen Tag nicht
ich lebe ihn.
hukwa

Sonntag, 22. November 2009

Die andere Wirklichkeit

Wir üben den Aufbruch ins dritte Jahrtausend, doch die wirklichkeit dieser Welt, wird von den meisten Menschen noch mit der Mentalität des 18.Jahrhunderts wahrgenommen. Was heißen soll das die Mehrzahl der denkenden Menschen dem kartesianischen Bann des cogito ergo sum immer noch verfallen ist. Descartes und vor allem Newton sorgten dafür das sich das rationale denken wie eine Fessel über unser Bewusstsein legte. Wir nehemen die Sinnenwelt als einzige Wirklichkeit wahr, obwohl wir ahnen, das da viel mehr sein muss. Lang schon hat uns die moderne Physik bewiesen das eine solche Anschauung der Wirklichkeit eine falsche Wahrnehmung von Welt ist, n dem die Physik erkannte das die Vorgänge bei einem physikalischen Experiment vom wesen des Beobachters abhängen. Was heißen soll: Wir sind immer mittendrin! Werner Heisenberg schrieb einmal über das Problem der kartesianisch-newtonischen Weltanschauung: "Die Spaltung hat sich in den auf Descartes folgenden drei Jahrhunderten tief im menschlichen Geist eingenistet und es wird noch viel Zeit vergehen, bis sie durch ein wirklich andersartige Haltung gegenüber dem Problem der Wirklichkeit ersetzt werden kann".
Die moderne Physik weiß sehr genau um diese "neue Sicht" der Wirklichkeit. Es gibt noch eine weitere Sichtweise, die nicht weniger auf die "andere Wirklichkeit" gerichtet ist: die Metaphysische. sie lehrt uns das sinnenhafte erscheinungen gleichzeitig Symbole einer wesenhaften Innenwelt sind, die sich in ihnen darstellt und ausgibt. Es ist das innere Band der äusseren Geschehnisse, sozusagen ihr Gestaltungsquell. "Die gewöhnlichen wissenschaftlichen Methoden, die sich auf die greifbare Form als solche beschränkt, vollends die mechanistische Auffassung auch der organischen gestalten, kommt als solche nicht an jene wesenhafte Innenwelt heran; und doch gibt diese Innenseite dem äußeren Geschehen erst seinen Sinn, wie in der menschlichen Geschichte nicht die äußeren Geschehnisse schlechthin das wesen und den Sinn ausmachen, sondern das, was in ihnen sich als Innenwelt, als seele spiegelt."(Dacque).
In seinen Büchern "Tao der Physik" und "Wendezeit", weist uns Fridtjof Capra sehr plausibel darauf hin das es eine Verbindung in den Lehren der Taoisten und der modernen Physik gibt. Was nun moderne Physiker im Experiment erfahren haben, das haben vor weit mehr als 25oo Jahren, die chinesischen Taoisten bereits geistig geschaut. Eine solche "Geistschau" ist realistisch wie es uns das Beispiel des wissenschaftlers Johannes Kepler zeigt, schließlich hat er durch diese "Geistschau" das Bild das Menschen von der Welt hatten aufs stärkste verändert. Kepler der die Gesetze der Planetenbewegung nicht etwa auf rechnerischem Wege fand, sondern dessen Geist in religiöser Hingabe aus dem inneren Schauen und Glauben an die "Harmonie der Sphären" im Weltall zu seinen Erkenntnissen kam und erst danach sie mathematisch darzustellen verstand, war übrigens ein sehr mystischer Mensch.
Wie nun die abendländische Kultur immer an der kausalen wirklichkeit festhält, ja, sich förmlich an sie klammert um ja keinen rationalen Bodenverlust zu erleiden, so hat die taoistische Kultur gerade jene "andere Wirklichkeit" des nichtkausalen erforscht. Daraus ergibt sich ein Weltbild das annäherungen zur modernen Physik in sich enthält. Die Atomphysik hat uns eindeutig demonstriert das die kleinste Ursache die größte Wirkung erzeugt. was wiederum die Makro - Mikrokosmos lehre erhärtet und wir davon ausgehen können das in den tiefsten traszendenten Schichten der menschlichen Existenz ebenfalls eine Ursache wirken muss. Ein ausspruch der Hopi- Indiander sagt:"Wenn etwas Neues entstehen soll, müssen zwei entgegengesetzte Dinge zusammen wirken". Für die Taoisten war dies die Zusammenwirkung von Ying und Yang, die nach taoistischer Lehre dem gesamten Rhytmus des Kosmos zugrunde liegt. Nun handelt es sich bei Ying und Yang nicht um zei unterschiedliche "Dinge" oder Kräfte, sondern es ist eine Energieeinheit die in einer ständigen Wechselbeziehung steht. Metaphysisch ausgedrückt handelt es sich hierbei um Schwingungen, die sich ständig zwischen der kausalen und nichtkausalen welt hin und her bewegen, eine Ressonanz. Schwingungen sind eine Grundlage des Seins und sie wirken auf alles ein positiv wie negativ.
Wohl eine der wichtigsten Fragen in Bezug zur "anderen Wirklichkeit" ist wohl,wie wir einen Zugang zu dieser "anderen Realität" finden? Dieser Zugang kann nur über unser Unbewusstes erfolgen. Doch auch zu unserem Unbewussten müssen wir ja einen zugang finden. Zwar drängen sich Erscheinungen des Unbewussten immer wieder in unser reales Bewusstsein, also in unser persönlich Bewusstes, doch können wir diese erscheinungen oft nicht deuten und "bannen" sie wieder zurück in die dusteren Verliese. Eine reaktion die von der analytischen Psychologie Verdrängung genannt wird. Das Unbewusste spricht vorwiegend über unsere Träume zu uns. Fast jeder kennt das Gefühl das ein besonders symbolischer Traum ihm etwas erzählen möchte. doch meistens können wir ihn nicht deuten. Solche besonderen Träume können uns wie Klopfzeichen erscheinen. Wenn also das Unbewusste bei uns anklopft sollten wir ruhig die Tür öffnen, denn es will uns etwas mitteilen. Es gibt noch andere Wege zur "anderen Wirklichkeit", Meditaton, Vision zum Beispiel. Doch alle diese techniken werden erst nach dem ersten "klopfen" ihre Wirkung entfalten können. Daher sollten wir doch manchmal auf das hören was da aus uns heraus will.
hukwa

Freitag, 20. November 2009

Schlaflos im November

Man braucht ihn nicht zu beschreiben, ein jeder kennt den trolligen und putzigen Igel. Sein "dorniger Pelz" allerdings ist erklärungsbedürftig. Während Igeljunge nur etwa 3000 Spieße tragen, bringt es ein erwachsenes Tier bis auf 8000. Wird er bei seinen Spaziergängen überrascht "igelt" er sich sofort ein und man erkennt nur eine stachelige Kugel. So in sich selbst zurückgezogen, kann ein Igel gemütlich einige Stunden abwarten. Scheint ihm die Gefahr nicht besonders groß, wird er seine Stachelhaut nur über sein Gesicht ziehen. Vom Frühjahr bis in den Spätherbst findet alljährlich auf unseren Strassen ein trauriges Igeldrama statt. Der zigtausendfache Strassentod der die Spezies der Igel in dieser Zeit heimsucht, bezeugt, dass instiktives, im natürlichen Lebensraum angepasstes Verhalten einer Tierart unter den Bedingungen der modernen Technik zum Verhängnis werden kann. Gemeint ist das reglose Ausharren und stachelzeigen angesichts der mörderischen Autoreifen. Dabei halten sich Igel besonders gern auf Strassen auf, weil sie dort im Autoverkehr getötete Insekten finden, die ihrerseits vom abends noch Wärme abstrahlenden Asphalt angelockt wurden.
Aber auch der Spätherbst hat es in sich, allerdings nur für die Igeljungen. Wer jetzt im November umherstreifende Jungigel unter 500 Gramm findet, tut ihnen den größten Gefallen, wenn er zufüttert, ihnen ein Domizil im Freien bietet und sie ansonsten in Ruhe lässt.
Igel gehören zu jener Gruppe von tieren, die sich mit der Zersiedelung der landschaft im Großen und Ganzen arrangiert haben, vorausgesetzt, Gärten und Parks, sind nicht nach dem Ideal der penibel aufgeräumten guten Wohnzimmerstube gestaltet und beherbergen noch Fressbares sowie Reisgstabel und Komposthaufen. Reichlich Nahrung im Herbst und ein geschützter Unterschlupf im Winter sind für Igel absolut Überlebenswichtig.
Doch was tun wir mit den Jungtieren, die uns oft noch im November über den Weg laufen? Nicht jeder Gartenbesitzer ist gleichzeitig auch noch Fachmann für "schlaflose Igelkinder". Erwachsene Igel finden sich in jedem Garten und Park von selbst zurecht, doch die "unterernährten Igelkinder" werden im November zu Problemkindern. Wenn uns also jetzt noch Igelkinder zulaufen gleich beim Tierschutzverein oder einem Naturschutzverein anrufen und nach der Adresse einer "Igelmutter" oder eines "Igelvaters" nachfragen, denn in fast jeder Stadt gibt es Menschen die es sich zur Aufgabe gemacht haben diesen "Strassenkindern" zu helfen, bevor sie unter die Räder kommen!
hukwa

Mittwoch, 18. November 2009

Aphorismen

Für mich ist Philosophie immer eine Erfahrungswissenschaft gewesen. Erst wenn ich die Erfahrung gemacht habe wird der philosophische Gedanken mein Besitz.
hukwa

Montag, 16. November 2009

Konkrete Vision

Wir leben in einer Zeit äußerlicher und innerlicher erschütterungen. Es fällt uns oft schwer, einen tieferen Sinn in unser Leben einzubringen. Betrachten wir diese Gesellschaft sehen wir wie die Entfaltungskräfte und Kreativität von Kindern an geisttötender Armut zerbrechen, Gewalt steht an der Tagesordnung und es scheint wir überlassen sie jener Welt, die wir für sie so übel zu gerichtet haben. Es ist schwer in solchen Zeiten, den Glauben an etwas positives zu behalten. Und dennoch, ja gerade jetzt brauchen wir neue Visionen, die uns Kraft schenken ein neues Saatfeld vorzubereiten. Das technisch-materialistische Zeitalter steht im Zeichen der extravertierten Einstellung von Menschen die eine egoistische Ellenbogenkultur propagieren. Diese setzen weniger auf den Wert inneren Reichtums sondern auf jene materiellen Errungenschaften, die uns immer wieder in ökonomische Krisen hineinreißen werden. Diese Einstellung fördert natürlich kaum eine seelische Bereicherung und versagt dem Bewusstsein eine fortschreitende Erweiterung durch neue Erfahrungen und Erkenntnisse über die eigene Persönlichkeit, weil es Sinn des Systems ist Angst zu säen. Ökonomische Angst! Unter solchen Umständen bleibt der größte Teil der Seelenenergie und der Kreativität ungenutzt. Denn nur eine geringe Anzahl von Menschen ist unter den derzeitigen Umständen gewillt, dem geistig anspruchslosen Lebensrhytmus der Masse zu entfliehen. Daher ist es nötig an neuen Visionen zu arbeiten, nicht im Elfenbeinturm zu verharren sondern damit zu beginnen eine kraftvolle Vision zu leben.
hukwa

Mittwoch, 11. November 2009

Wir sollten endlich wieder staunen lernen

"Wenn es stimmt, dass die Fähigkeit zu staunen der Anfang aller Weisheit ist, dann wirft das ein trauriges Licht auf die Weisheit des heutigen Menschen. Wir mögen über eine noch so hohe literarische und allgemeine Bildung verfügen, die Gabe, über etwas staunen zu können, haben wir verloren:" Diese aristotelische Bemerkung über das staunen schrieb Erich Fromm als Einleitung zu seinem Buch, "Märchen, Mythen, Träume." Ich selbst kann diese Feststellung nur mit Unterschreiben. In einer zeit wie der unsrigen kann man in einer bedrohten Welt nur noch geistig und seelisch Überleben, wenn man das staunen des Kindes mit der reife des "erwachsen-seins" verbindet. Das "staunen über die Welt", macht uns diese wieder erträglicher. Für die meisten Menschen unserer Kultur ist es doch einfach so, dass es im geistigen und seelischen Chaos der gegenwart kein staunen mehr geben kann. Die Menschen sind anscheinend von ihrer eigenen Kultur und deren Erungenschaften dermaßen überwältigt, das sie nicht mehr staunen können? Oder nicht mehr wollen? Das staunen ist etwas kindliches, doch vorsicht- man darf es nicht mit kindisch verwechseln! So lange wir uns des staunens noch erfreuen können, ist auch noch Leben in uns, sind wir noch nicht wie so viele zu Robotern und Maschinen geworden. So lange uns das staunen begleitet sind wir mensch und nicht nur teil einer hedonistischen Gesellschaft. Man braucht Phantasie um staunen zu können, vor allem um es wieder zu erlernen. In dieser Zeit sind wir auf dieser Welt, täglich Zeugen böser Taten. Wir beobachten denn Raubbau an der Erde, wir sind Zeuge von Kriegen, vom Machtrausch korrupter Politiker, die sich nur selbst bereichern wollen auf Kosten von denen die ihnen am Wahltag ein Vertrauenskreuz schenkten. Wir nehmen es wahr und doch nicht und das einzige staunen das wir plötzlich an uns bemerken ist das stauen, wie Teilnahmlos wir geworden sind. Aber -vielleicht ist es gerade diese art von stauen die uns heimführt zum wirklichen und wahren staunen.
hukwa

Montag, 9. November 2009

Waldmonat

In den wintermonaten
fühlt man sich hier im tal
wie in einem kokon
in den nächten erwacht man vom schrei des dachs
am frühen morgen
durchkreuzt der letzte ruf des kauz
die gedanken.
hukwa

Gedicht Waldeinsamkeit

Der schlag mit der axt
in das gefrorene holz
weckt den wald
das echo verollt im tal
eine waldtaube fliegt klatschend auf
zwischen axthieb echo und flügelschlag
bin ich eins
mit der waldeinsamkeit.
hukwa

Freitag, 6. November 2009

Wilde

Da gibt es einen unzivilisierten barbarischen stamm
vielleicht der letzte seiner art
lebt versteckt
im hintersten winkel asiens
diese menschen kennen das rad nicht
sie leben von wilden früchten und wurzeln
ein geschenk ihrer mutter wie sie sagen
sie reiben sich mit salben ein
und besuchen ihre ahnen
mann frau und kind
schlafen auf fellen auf der erde
der ausdruck besitz
existiert nicht in ihrem wortschatz
mord und totschlag
gibt es bei ihnen nicht
die zivilisation
aufgebaut
auf unterdrückung krieg und versklavung
nennt solche menschen
unzivilisierte wilde.
hukwa

Montag, 2. November 2009

Wildtränke

cernunnicos
Hirschgott
für einen ewigen augenblick
starren wir beide uns tief in die augen
den geruch von
fichtenharz
morast
vermodernden holz
lieben wir beide
der moment unserer begegnung
ein spalt in der zeit
nur heute dieses eine mal sehen wir uns
langsam gehst du
ohne hast
ein letzter blick zurück
hirschgott
für einen moment gehört uns die welt.
hukwa