Sonntag, 13. Januar 2013

Ein Plädoyer für die realistische Phantasie


Gesellschaftliche Realität, lyrisches Ich und phantastische Dichtung

Die gesellschaftliche Realität die mich umgibt fordert mich täglich auf dass ich mich mit ihr beschäftige. Diese Realität ist für mich wie für jeden Menschen mal schön und mal unschön. Einer solchen Realität zu entfliehen wäre eine Verdrängung und wie das nun einmal mit Verdrängungen ist, irgendwann kommt sie mit all ihren negativen Übeln auf den der verdrängt zurück. Daher bleibt mir nichts anderes übrig als mich der gesellschaftlichen Realität zu stellen.
Das Bewusstmachen des Verdrängten gehört zur sozialen Aufgabe der Literatur und wir Dichter, Schriftsteller und Künstler müssen uns dieser Verdrängung stellen. Der Schriftsteller sollte also darüber schreiben was diese gesellschaftliche Realität ihm diktiert. Er geht somit ein Bündnis mit der ihn umgebenden Realität ein.
Diese gesellschaftliche Realität, die mich umgibt, die mich formt und der ich mich täglich stellen muss, gehört allerdings zu einer Wirklichkeit von der ich ebenfalls umgeben bin und die weitaus größer und tiefer ist als das, was wir gesellschaftliche Realität nennen. Zu ihr gehört das Traumleben, das Unbewusste und jene metaphysische Landschaft durch die sich das „lyrische Ich“ eines Dichters bewegt.
Wenn sich nun dieses „lyrische Ich“ bei mir meldet, diktiert es mir Worte und Sätze oft phantastischer Art. Wenn ich nun davon ausgehe meine hermetischen Gedichte und phantastischen Geschichten gehören nicht in die gesellschaftliche Realität ist das womöglich richtig. Aber sie gehören zu meiner persönlichen Wirklichkeit und sind somit wirklich. Sie dürfen also nicht Verdrängt werden, denn sie gehören zur Wirklichkeit die mich umgibt.
Gehört die Phantasie also auch in die gesellschaftliche Realität hinein? Intendiert sie nicht auf andere Weise und mit ihren eigenen spezifischen Mitteln, die selbe gesellschaftliche Realität die uns umgibt?
Die Phantasie und die aus ihr geborenen Dichtungen, Romane und künstlerischen Werke, gehören die nicht in einen verborgenen Realitätsbereich der uns umgebenden Wirklichkeit?
Diese uns umgebende Wirklichkeit ist eben größer als die gesellschaftliche Realität.
Millionen von Menschen in der ganzen Welt sind begeistert vom „Herr der Ringe“ oder von „Harry Potter“,  somit sind diese Phantasien real, sie sind so real dass man zig Millionen von Euros und Dollars in sie investiert um sie zu Verfilmen.
Ich glaube das realste was es für diese Gesellschaft gibt ist Geld! Dieses Geld legt man nach kapitalistischen Marktgesetzen real an. Man könnte sagen, die Phantasie ist eine große „Traumfabrik“ und die „Herren dieser Traumfabrik“ produzieren aus den Träumen und Phantasien von Schriftstellern und Dichtern eine neue Realität, die Realität der Phantasie. Diese Realität ist inzwischen ein Geschäft das Milliarden von Dollars und Euros an Gewinn abwirft. Also ist die phantastische Realität genau so real wie die gesellschaftliche Realität. Vor allem aber ist sie viel reicher.
hukwa

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