Dienstag, 1. November 2011

Geschichte Heimatgeschichte Geschichtlichkeit - Ein philosophischer Essay

Die Geschichte lehrt uns dass ihr ganzer Verlauf immer auf ein Ziel zu läuft. So erscheint im geschichtlichen Rückblick vollkommen einleuchtend das die französische Revolution kommen musste, keine Macht der Welt hätte sie aufhalten können, der „Weltgeist“ stand auf Revolte.

Ein richtiges Verständnis der ganzen Geschichte ist nur möglich, wenn man erkennt, das auch Kunst, Religion und Philosophie nicht ein zeitlich absolutes Reich bilden, sondern sich in der Geschichte entfalten, und wenn man ihr Verhältnis zur politischen und Sozialgeschichte, die Wechselwirkungen zwischen allen diesen Gebieten in Betracht zieht wird uns klar das wir als Einzelne eingebettet sind in den Lauf der Geschichte da wir „Ge-schichtet“ sind.

Es erscheint uns manchmal dass wir als Menschen in die Geschichte und ihre Geschehnisse hineingeworfen sind. Das wir ihr ausgeliefert sind, dem ist auch zum Teil gewiss so, weil wir selbst „Geschichtlichkeit“ sind. Aber unsere „Geschichtlichkeit“ ist nicht gleich „Zeitlichkeit“, sie ist tatsächlich ein Doppeltes: Ich erkenne, dass ich in der Zeit bin, und weiß doch, dass ich selbst nicht zeitlich bin. „Geschichtlichkeit“ ist Einheit von Zeit und Ewigkeit im Sinne dass wir beides als unser Sein erkennen. „Geschichtlichkeit“ ist nicht Zeitlosigkeit und nicht Zeitlichkeit, sondern beides, also eines im andern.

Wenn wir die Gegenwart verstehen wollen, müssen wir die Vergangenheit kennen, die immer auf die Geschehnisse unserer Tage einwirkt.

So gibt es für mich drei Arten von Geschichte:

Große Geschichte – Welt- und Nationalgeschichte;

Kleine Geschichte – Heimatgeschichte und Heimatkunde;

Persönliche Geschichte – Geschichtlichkeit des Einzelnen;

Das Eine webt in das Andere hinein. Die große Geschichte beeinflusst die Heimatgeschichte beide beeinflussen die persönliche Geschichte.

Nach Hegels „Philosophie der Weltgeschichte“, ist Weltgeschichte die Entwicklung und Selbstverwirklichung des „Weltgeistes“, der absoluten Vernunft und somit als der „Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit“ zu bezeichnen.

Die Philosophie ist nach ihm denkende Betrachtung der Geschichte.

Von dem Ausdruck „Weltgeist“ dürfen wir uns nicht befremden oder täuschen lassen. Er ist kein Gespenst, sondern meint das Vernunftprinzip, dass im Gang der Geschichte zu sich kommt. Der „Weltgeist“ bedient sich dabei auch der „List der Vernunft“ d.h. er bedient sich der persönlichen Interessen und Leidenschaften der „welthistorischen Individuen“ um seinen Weg voranzugehen.

Hegel sah die Geschichte als Spiralbewegung von einer Form der Einheit durch eine Phase der Uneinheit bis zu einer Wiedervereinigung auf höherer Ebene- These- Antithese- Synthese.

hukwa

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