Montag, 13. Juni 2011

Stille im Park - Eine Tagebuchaufzeichnung

Ich halte mich gerne hier auf. Der park atmet die Vergangenheit aus sich heraus. Wenig Menschen trifft man an den Werktagen hier, ein richtiges ländliches Idyll ist der Schlosspark. Im Sommer ist er mir oft Freilandatelier. Ein Dornröschenschlaf hat hier im Laufe der Jahre stattgefunden, nur langsam erwacht er daraus, das ist schade. Die alte Efeuumrankte Mauer verbergt ihn vor der Außenwelt. Das alte schöne Schloss das dem Park seinen Namen gibt, lässt in Vollmondnächten die Zeit still stehen. In solchen Nächten sitze ich oft hier, den Blick auf das alte Schloss gerichtet. Dann passiert es manchmal das ich Dinge sehe, die andere nie sehen werden. Nach Westen hin stehen uralte Eichen an denen der Efeu hochklettert. Ein großer starker Hickorry Baum wirft früh im Sommer schon seine Früchten. Dann vermengt sich der feuchte Grasgeruch mit dem süßlichen Duft der Hickorry Nüsse. Der Boden ist auf dieser Seite überall mit Bruchholz bedeckt, mit abgestorbenen Blättern und Ästen, Moosen und Buschwindrösschenkraut, dazwischen einige Lupinen und Weiderösschen sowie das gelbblühende Habichtskraut – alles erschein abgelegen.

Gerne sitze ich hier und lausche dem Seufzen der alten Bäume. Stille umgibt mich. Wenn die Dämmerung kommt suchen die Krähen, die tagsüber die umliegende Felder bevölkern, ihre Schlafbäume hier auf.

Wenn ich im Herbst hier sitze, passiert es das irgendwann in den Abendstunden über mir ein wundersames Schnattern ertönt, die Wildgänse ziehen dann über mir vorüber. Ich beobachte mit Wehmut wie sie schnell in der ferne verschwinden und denke wäre ich doch jetzt Nils Holgerson und könnte mitreisen. Ich sehe sie schon nicht mehr aber höre sie noch, oft begleitet mich ihr Geschnatter noch im Traum. Jede Zeit hat hier ihr eigenes Ortbewusstsein.

Am Morgen ist der Geruch im Park anders als am Mittag oder Abend. Sogar im Winter kann man hier den Schnee riechen. Und es erscheint mir bei Neuschnee als würde der Schöpfer des Universums, jede einzelne Schneeflocke bewusst dort hinfallen lassen wo sie hingehört. Zu gewissen Zeiten herrscht hier jene Stille vor die mich in die Zeitlosigkeit verzaubert. Das ist die Magie dieses alten Parks.

hukwa

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