Sonntag, 18. April 2010

Meine philosophische Spaziergänge

Zusammen gehört Ganzes und Nichtganzes, Übereinstimmendes und Verschiedenes. Einklang und Dissonanzen und aus Einem wird Alles und aus Alles Eines.
Heraklit

Die Erfahrungen die ich auf meinen Wanderungen durch die Natur sammele sind subjektiver Natur. Sie werden nur von mir selbst Erfahren und wahrgenommen. Für jene denen ich darüber erzähle sind meine Berichte aus den Tiefen der Natur reine Spekulationen oder Spinnereien.
Alle meine Wanderungen könnte ich auch als philosophische Spaziergänge bezeichnen. Ich nehme auf, ich nehme mit. Mitnehmen tue ich was mir am Wegrand und in den Wäldern begegnet. Es gibt eine Gewißheit der inneren Erfahrungen. Außer der sinnlichen Erfahrung ist für die Erkenntnis die höhere Fähigkeit des Denkens wichtig also das Vermögen der Anschauungen unkörperlicher, nichtmaterieller Wahrheiten, der Ideen. Diese "Ideen" ruhen in der Natur, in der sichtbaren und unsichtbaren Natur. Die Vorstellung von einer verborgenen Schicht in der Natur die nicht jedem zugänglich ist, ist uralt. Nur die wenigsten können sie "Sehen", weil die meisten sie überhaupt nicht "Sehen" wollen. Nach Kant können wir zwar die Gesetzlichkeiten der Natur, das sich in ihr Immerwiederkehrende, das Regelhafte erkennen, niemals aber "das Dasein der Dinge an sich selbst". So hat es Kant gesehen und ich gebe ihm Objektiv ein wenig recht. Aber nicht Subjektiv. Ich teile nicht mit ihm und einigen anderen abendländischen Philosophen den Sieg der rationalen Vernunft. Kant sagt:" Natur ist das Dasein der Dinge, so fern es nach allgemeinen Grenzen bestimmt ist". Diese Ansicht war mir immer etwas zu seicht. Eines ist mir immer eine wichtige Übung bei meinen philosophischen Spaziergängen, nämlich der Versuch die Grenzen unserer empirischen, konservativen Erkenntnistheorien zu Überschreiten und in dem Versuch zu leben, einzugehen in die Tiefen der Natur. Und ich bringe nur einen Schatz mit nach Hause wenn ich mich von Zeit zu Zeit ganz meinen eigenen Gedanken und Erfahrungen hingebe. Es ist so wie Heraklit einst sagte:"Wir können nicht zweimal in den gleichen Fluß steiegn", den beim zweiten Bad im Fluß der Gedanken sind bereits wieder ganz andere Gedanken ins Flußbett eingelaufen.
hukwa

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