Sonntag, 20. Juli 2014

Auf den Spuren der Mediomatriker im Landkreis Kaiserslautern



Das keltische Wegesystem


Die uns heute noch bekannten Römerstraßen waren zu keltischer Zeit fast alles einmal Keltenwege. So geht das keltische Wegenetz bei Johanniskreuz, sogar noch in vorkeltische Zeiten zurück, wie die Hundsstraße dort.
Von der Altstraße von Metz nach Saarbrücken führte eine Abzweigung nach Osten über Zweibrücken, Niederauerbach, wo ein römischer Burgus, stand. Von dort weiter an Waldfischbach vorbei, wo die keltische Fliehburg Heidelsburg (später römische Straßenstadion) war. Dann zog diese Straße vorbei an der Wüstung „Hundsborn“, wo später ein fränkischer Königshof errichtet wurde, bis hinauf an den seit ältesten Zeiten vorhandenen Altstraßenknotenpunkt Johanniskreuz.
Umgekehrt zieht die Hundsstraße über den Hundsberg an der Hundsweiher – Sägmühle und dem Hundsbächel vorbei zur Wüstung „Hundsborn“, dann wieder ins Schwarbachtal. Die dort fließende Schwarzbach hieß noch bis ins 16. Jh. hinein Schwarzalb.
Von Johanniskreuz aus verband ein Keltenweg weitere keltische Siedlungen. So verlief der Weg von Johannniskreuz auch nach Kaiserslautern: über den Dansenberg herkommend, über die Pfaffenbergstrasse in die Innenstadt einmündende Römerstrasse. Sie überquerte die Lauter in Richtung Donnersberg. Beim Martinsplatz gab es eine Abzweigung in Richtung Morlautern. Von dort aus zog die Straße gegen das heutige Kreuznach hin, wo eine keltische Siedlung stand.
Das wohl älteste Teilstück dieses Wegesystems geht wohl noch in vorkeltische Zeit zurück. Es ist dies die alte Salzstraße (Salzvorkommen in Nancy) kommend von Nancy über den Bliesgau zur Sickinger Höhe und hinab zur Kaiserslauterer Senke von dort zum Rhein hin strebend.
Diese Straße ist in ihrem Teilstück westlich von Kaiserslautern als „Bännerweg“ bekannt. Der Talkessel von Kaiserslautern wurde ebenfalls von Keltenwegen durchzogen. So tritt die genannte „Salzstraße“ als „Bännerweg“ direkt ins heutige Zentrum von Kaiserslautern ein. Sie zog sich südlich am Fuß des „Großen Berges“ (keltische Siedlung bei Kindsbach) her, die Bännjerstraße ist heute Teil ihrer Trasse. Nördlich vom großen Berg kam von Landstuhl her ein Keltenweg der bis zur Galgenschanze führte, hier vereinten sich die Wege mit der vorbeiziehenden Salzstraße. Von hier ab ging eine Abzweigung zum Pfaffplatz, Bleichstraße und Altenhof, sie mündete am Brunnen bei der heutigen Stiftskirche wo sie sich wieder mit der von Johanniskreuz kommenden Straße verband.
Ein weiterer Keltenweg der von Johanniskreuz ausging ist die „Hochstraße“ die nach Weidenthal führt. Von hier ging ein weiterer Keltenweg nach Bad Dürkheim.
Entlang dieser Wege finden sich einige Grabhügelgruppen und Menhire.
Die vom Wasser abhängigen keltischen Siedlungen bevorzugten Hangterrassen und Höhentäler an Quellen und Bächen, während oberhalb auf der Höhe in Anschluss an das Agrarland und an den, die Hochfläche überziehenden Fernwegen oftmals Grabhügel (bzw. Johanniskreuz) lagen.
Ein regelrechtes keltisches „Ballungsgebiet“ in unserem Landkreis war zweifelsfrei die Kaiserslauterer Senke. Sowie das Gebiet um Weilerbach – Rodenbach mit seinen berühmten Fürstengräbern.
Lit. Quellennachweise:
Karlwerner Kaiser: Der Raum Kaiserslautern in vor- und frühgeschichtlicher Zeit. Jhb. Für Geschichte des LKR. Kaiserslautern Bd. 20/21 – 1986/87
Werner Weidmann: Schwerpunkte der frühesten mittelpfälzischen wirtschafts- und Sozialgeschichte bis zu den Römern. Jahrbuch zur Gesch. des LDK. Kaiserslautern. B. 20721- 1982/83.
Hukwasearthartblog: Die Pfalzkelten, keltische Wege, die Mediomatriker, Höhenheiligtümer der Kelten in der Pfalz.




Quellheiligtümer, Tempelbezirk und Götterverehrung

Die hier siedelten Kelten gehörten dem Stamm der Mediomatriker an, deren Siedlungsgebiet sich zwischen der Mass im Westen und dem Westrand des waldigen Pfälzer Berglandes und sich im Osten mit den Flusstälern der Steinalb und der Lauter dehnte. Ihr Hauptsitz war Divodurum (Metz). Hier stand die zentrale Burg der Gottheit, des Druiden und des Stammeskönigs.
Im Bereich von Kaiserslautern finden sich einige Grabhügel. Sie gehören der Zeit von 800 v.Chr. Bis zur römischen Kaiserzeit an. Diese Grabhügel richten sich ganz nach der Beschaffenheit des Geländes. So finden sich reine Erdhügel im steinfreien Gelände, aber auch aus kleinen Sandsteinen aufgeschüttete Hügel. Der Umfang der Hügel war in der Regel mit einem oder zwei Steinkreisen markiert. Solche Steinkreise sind meist aus Findlingen gelegt. Die Erdhügel konnten für eine Einzelbestattung errichtet sein, aber auch einen kleinen Friedhof darstellen.
In Aufbau und Ausstattung heben sich die Adelsgräber deutlich von denen des einfachen Volkes ab.
Sie bestehen in der Regel aus einer aus Holz gezimmerten Grabkammer die das Haus des Verstorbenen darstellen soll. Denn Frauen gab man reichlich Schmuck mit in die „keltische Anderswelt“, den Männern Ritualwaffen. Gefäße mit Nahrung, Wein und Met, gehörten ebenso zum Grabinventar.
Manchen gab man Pferd und Wagen mit. Eine wichtige Grabbeigabe war der Bronzekessel. Auf die Gräber wurde manchmal eine Grabstele, Obelisk, gestellt.
Der größte Fund im Landkreis Kaiserslautern ist der des „Fürstengrabes von Rodenbach“, das 1874 entdeckte Hügelgrab wurde auf 400 v. Chr. datiert, also in die La – tene Zeit hinein. Dabei wurde unter anderem ein goldener Armreif gefunden. Als man diesen Armreif damals fand ging man von skythischer, griechischer oder etruskischer Arbeit aus. Erst in neuerer Zeit stellte man fest, dass es sich um einen neuen keltischen Stil handelte. Ein weiterer Schmuckfund aus diesem Fürstengrab ist ein kunstvoll gearbeiteter Goldring.
Es ist ein rätselhafter Zauber der die keltische Kultur umgibt. Ihre Mythologie verzaubert uns heute noch und bleibt uns zum großen Teil unverständlich. Sie waren Meister der Schmiedekunst und ihre Kunsthandwerker waren Genies. Kein Volk „Alteuropas“ um ein Wort des Keltologen Jan de Vries zu nutzen, hinterließ uns so viele Rätsel.

Im Bereich der Pfalz also des Teils vom ostgallischen Gebietes der Treverer und Mediomatriker, deren Hauptstädten Trier und Metz waren, pflegte man besonders die alten heiligen Kultplätze. In der Regel lagen diese tief in den Wäldern. Von den Vogesen, in den heutigen Pfälzerwald über den Hunsrück bis in die Eifel und die Ardennen.
In der römischen Kaiserzeit verbanden sich die keltischen Naturkulte mit römischen Steinreliefs.
Hier sei auch an die Gestalt des „Bumberhannes“ erinnert, denn man bis in fränkische Zeiten im Elsass und Pfälzerwald kultisch verehrte. Seine Verehrung fiel wohl in die Zeit der gallo-römischen Kultur, wo man den Kult der keltischen Götter mit römischen verband. Im keltischen Matronenkult der „Muttergottheiten“ flossen vor allem keltische und germanische Vorstellungen zusammen, während sich die römischen Einflüsse in Namenskombinationen und Götterpaaren fanden.
Bei den Matronenheiligtümern im Pfälzerwald fällt die Nähe zu Brunnen, Quellen und Flüssen auf. So vor allem am „Gutenborn“ bei Kindsbach (nähe Kaiserslautern), dort wird die Frucht- und heilbringende Symbolik der „Mütter“ besonders sichtbar.
Wenn man über die Kelten forscht fällt es einem manchmal schwer auf dem gebiet der historischen Geschichtsschreibung und der Geschichtswissenschaft zu bleiben. Die Geheimnisse dieses Volkes, ihre Mythologie und Religion verführen uns ganz schnell in jenes „Autre Monde“, also in die „keltische Anderswelt“, die auch in der Kunst der Kelten eine große Symbolik innehat.

Die Mythologie über diese Welt haben uns vor allem die Inselkelten überliefert. Doch es dürfte kein Zweifel bestehen dass auch die Festlandkelten eine Vorstellung von einer „anderen Welt“ hatten, die mit denen der Inselkelten identisch war.
Wir wissen das es zwischen Cornwall und dem Festland einen regen Zinnhandel gab und es wird wohl niemand ausschließen dass hier wohl auch ein religiöser Austausch stattfand. Wir können davon ausgehen dass auch die Mediomatriker an die Anderswelt glaubten. In jener Epoche war Handel und Handwerk auch immer mit Götterkult verbunden. Jacques Moreau schrieb einmal: „Die Kelten denen der Gebrauch der Schrift durchaus bekannt war, hielten es zweifellos für nicht erlaubt, die Eingebungen ihrer Dichter – diese unmittelbaren Lebensoffenbarungen – einem toten und erstarrten Medium, dem Buchstaben anzuvertrauen.“
Wahrscheinlich hüteten sich die Kelten geschickt davor, das ihre Mythologie ihr heiliges Inneres, nicht durch das Profane gestört wurde.



Die Heidenfelsen bei Kindsbach
ein keltisches Quellheiligtum mit Tempelbezirk

Die bereits erwähnten „Heidenfelsen“ bei Kindsbach stellten ein keltisches Quellheiligtum dar an das sich ein Tempelbezirk anschloss.
Die beiden „Heidenfelsen“ liegen im Biedenbachtal bei Kindsbach etwa 13. Kilometer von Kaiserslautern entfernt. Der „Bieten“- das bedeutet Grenzbach bildet hier die Grenze zwischen den Gemarkungen Landstuhl und Kindsbach. Am südlichen Talschluss liegen zwei wenig in den steilen Hang eingeschnittene Mulden. In der östlichen der beiden entspringt der „Gutenborn“. Seit dem ersten Jahrhundert vor Chr., wahrscheinlich schon früher, wird der Gutenborn als heilkräftig angesehen und verehrt. Bei der Quelle wurde eine Töpferei aus dem 3.Jh. Ausgegraben, die ausschließlich Henkelkrüge herstellte. Die einheimische gallorömische Bevölkerung die hier lebte, hat also dieses Wasser genutzt und auch mitgenommen. In den beiden Heidenfelsen sind Reliefs eingemeißelt, die keltische Fruchtbarkeitsgöttinnen und Priester vor einem Opferaltar darstellen. Hier handelt es sich um einen „heiligen Bezirk“ der keltischen Mediomatriker. In den letzten Jahren ergaben Untersuchungen des Wassers vom Gutenborn das dieses borhaltig ist und nur das Wasser dieser Quelle und nicht dass der umliegenden Brunnen und Quellen.
Wenn wir nun einige der Gesamtfunde die bei den Heidenfelsen gemacht wurden, sie befinden sich heute zum großen Teil im historischen Museum in Speyer, ansehen bekommen wir einen ersten Einblick in Religion und Mythologie der Mediomatriker.
Wenn wir uns mit der Götterverehrung der Kelten beschäftigen, sind wir auf wenige und spärliche Texte antiker Autoren, fast ausschließlich griechischer und römischer Herkunft angewiesen. Die Gallier haben keine schriftliche Zeugnisse ihrer Religion hinterlassen, abgesehen von wenigen in gallischen Wörtern und griechischer oder römischer Schrift verfassten äußerst kurzen Weiheinschriften in Steinreliefs, wie z.b. in Weilerbach (Trier) Bei diesen finden wir lediglich einige wenige Götternamen oder religiöse Monatsbezeichnungen. Wir werden auf der Suche nach „den Göttern der Kelten“ auch immer wieder auf weibliche Gottheiten stoßen: die Provence, Irland, das Rheinland und das Gebiet dass in dieser Abhandlung im Vordergrund steht.
Wir können mit Sicherheit davon ausgehen dass die Natur mit ihren Bergen, Höhen, Quellen, Bäumen und Pflanzen von altersher im Kult der Kelten eine äußerst wichtige Rolle spielten. Es sind vor allem die Baum- und Quellenkulte die bei den Galliern in ihren heiligen Riten wichtig waren. Aber auch die Tierverehrung wird uns immer wieder begegnen. Bei der Verehrung heiliger Bäume stoßen wir immer wieder auf Namen wie Robus einem Eichngott, deus Fagus- der Buchengott und Sex Arbores den „sechsbäumigen Gott“. Wir finden einen deus Alisanus als Ebereschengott und Abellio als Apfelbaumgott. Der Apfelbaum dürfte neben der Eiche einer der wichtigsten Kultbäume der Kelten gewesen sein.


Die kultische Verehrung der Tiere finden wir wie schon erwähnt ebenfalls. Merkur als Nachfolger eines keltischen Gottes wird vor allem bei den Galliern meistens von einem Widder begleitet. Dem Mars war der Stier geweiht, wir wissen von den Stieropfern der Druiden. Hund und Hase gehören zur Symbolik der Muttergottheiten. Ein bekannter keltischer Gott ist Cernunnos, der Hirschgott. Epona, eine Pferdegöttin wurde auch in unserem Gebiet verehrt. Von Artio, der Bärengöttin, finden wir eine steinerne Inschrift bei Weilerbach (Landkreis Trier). Bei den Vögeln sind es Reiher, Rabe und Taube die in der Mythologie eine bedeutende Rolle spielten. Es waren Raben die einst den Wanderzug der Kelten unter Bellovesus und Segovesus begleitet haben, und man nennt sie „göttliche Raben“.
Wir finden vor allem im Gebiet der Belger und Remer immer wieder Darstellungen des dreiköpfigen Gottes. Hier handelt es sich um die belgische Version des gallischen Gottes Mars – Teutates. Seine Attribute sind: Hahn, Schildkröte, Widder, Beutel. Dieser Gott wird auch gern mit Mercurius identifiziert. Die Dreiheit spielt in Religion und Mythologie der Kelten eine große Rolle. Aus dem irischen Sagenkreis sind Gestalten bekannt die sich verdreifachen können, in Gallien finden wir Tierdreiheiten, wie die drei Kraniche, die den Stier begleiten (Tarwos, Trigaranos). Vor allem aber finden wir Stiere mit drei Hörnern und die Götterdreiheiten (Matres).
Bei den Kelten symbolisiert die Dreiheit - Kraft und Vollkommenheit, so stellt die dreiköpfige Gottheit die „mächtige“ Gottheit dar.
Der Schlangengott wird meist mit dem Hirschgott dargestellt. Die Schlange repräsentiert zum einen die Unterwelt, wird aber auch als heilige Erdschlange gedacht.
Ein weiterer wichtiger Gott war der Hammer- und Schlegelgott der auch in unserem Gebiet verehrt wurde. Dieser wird oft von einem Hund begleitet.
Karlwerner Kaiser der die Kelten in unserem Gebiet lange erforschte hat über deren Götterkult geschrieben: „Im Kult hat sich bei dem Keltentum des oberrheinischen Raumes seit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert ein Götterhimmel mit Hochgöttern entwickelt. An der Spitze steht der Himmels- und Sonnenkönig, Herr der Gewitter, Taranis oder Taranucmus. Neben ihm findet die große Erdmutter Verehrung. Schutzgottheiten und Heilgottheiten wie die Pferdegöttin Epona und der Gott der Wälder Vosegus, auch Silvanus in dieser Rolle, so wie Sivona werden wie alle in einem bildlosen und bis zum ende der Vorzeit noch tempellosen Kult in heiligen Hainen und auf heiligen Bergeshöhen angerufen“.
Der Fruchtbarkeitskult einer naturnahen Bevölkerung findet auf diese Weise in großen Steinstelen als Himmelsträger seinen Ausdruck.
Mit der Eingliederung der Gallier unseres Gebietes in die Kultur des römischen Imperiums nehmen die keltischen Gottheiten auch in unserem Raum Gestalt in Stein an und werden zunehmend in heiligen Tempelbezirken angebettet.
Diese gallorömische Entwicklung, also dass ineinanderfließen römischer und keltischer Götter können wir am Beispiel der Heidenfelsen bei Kindsbach genau feststellen. Dieses wahrscheinlich in spätrömischer Zeit zerstörte Quellheiligtum verdient daher besondere Erwähnung.
Das mit einer kleinen Tempelanlage verbundene Heiligtum war wohl mit einer großen Anzahl von Steinreliefs bestückt von denen heute noch einige existieren. Man erkennt Götterdarstellungen und Opferszenen.
Merkur und Rosmerta sind vertreten, ebenso Jupiter und drei weibliche Fruchtgottheiten, wahrscheinlich Eponen, Pferdegottheiten. Es handelt sich hier mit größter Wahrscheinlichkeit um Muttergottheiten halten sie doch im Schoß einen Korb mit Früchten oder ein Füllhorn und die mittlere könnte auch ein Kleinkind halten. Wir erkennen eine Göttin auf einem Pferd, wahrscheinlich Epona. Hier ist zu vermerken das vor allem in der Westpfalz die Gallier eine Intensive Pferdezucht betrieben.

Lit. Quellenangaben und Lit. Hinweise

Karlwerner Kaiser : der Große Berg bei Kindsbach in
Pfälzerwaldkalender 1988
K. Kaiser: Der Raum Kaiserlautern in vor- und frühgeschichtlicher Zeit
Jacques Moreau: Die Welt der Kelten Verlag Phaidon
Arnulf Krause: Die Welt der Kelten- Geschichte und Mythos eines rätselhaften Volkes
Verlag Nicol
Fritz Baumgart: Dumonts kleine Kunstgeschichte
Pierre Grimal: der Hellenismus und der Aufstieg Roms; Verlag Fischer TB.





Das gallische Heiligtum
Heiligtümer, Tempelanlagen und heilige Plätze der Gallier

Es ist uns Heutigen nicht möglich dass Denken der Kelten zu verstehen. Zu dunkel ist die Geschichte der keltischen Stämme. Mehr als die Geschichtswissenschaft ist die Archäologie die Wissenschaft die immer wieder einen Lichtstrahl ins Dunkel der Geschichte wirft.
Mit einiger Sicherheit wissen wir dass die Gallier ein sehr ausgeprägtes transzendentales Denken hatten und sich in ständiger Abhängigkeit von übernatürlichen Mächten umgeben fühlten. Mit diesen „Natur- und Allmächten“ standen sie in regem Kontakt, an Plätzen von denen sie annahmen dass sich dort diese Mächte offenbarten und das man über Opferhandlungen mit ihnen in Kontakt treten konnte und sie günstig stimmen konnte.
Dennoch können wir trotz der sensationellen Grabfunde (vor allem Fürstengräber) der letzten Jahrzehnten, aber auch darüber hinaus uns dem religiösen Denken dem kultischen Handeln der Kelten nur annähern ohne dabei uns eine objektive Meinung zu bilden.
Die Erforschung der gallischen Heiligtümer erweist sich im Gegensatz zu Siedlungen, Oppidas und Gräbern als weitaus schwieriger. Dies hat verschiedene Gründe. Zum einen bestanden diese Heiligtümer in der Regel aus Holzbauten, also einem sehr vergänglichen Material wenn wir in den Zeiträumen der Geschichte messen. Zum anderen kannten die Gallier nicht die Trennung zwischen religiöser und profaner Welt. Die Religion war untrennbar mit den Handlungen des Alltags verbunden, handelte es sich um das Mahlen von Getreide, um den Hausbau oder die Herstellung von Werkzeugen, Waffen und Textilien.

Natio est omnis Gallorum admodum detita religioni bus: „Das ganze Volk der Gallier hält viel von rituellen Handlungen und Magie“, lesen wir bei Cäsar.
Plinius der Ältere berichtet, dass die Druiden Eichenhaine besonders pflegten da der Eichenlaubschmuck wichtig für die Opfer sei, auch die auf den Eichen wachsende Misteln seien heilig und heilend. Von Eichenhainen als heilige Plätze wussten auch Lukan und Tacitus zu berichten.
Der gallische Begriff für Kultstätte ist uns überliefert. So heißt es in einer, in gallischer Sprache und griechischer Schrift verfassten Weiheinschrift aus der Provence, dass ein Segomaros der Göttin Bellisama ein „nemeton“, ein Heiligtum gestiftet habe. 
hukwa

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