Sonntag, 21. Juli 2019

Leserbrief: „Das Leid der Bäume“

 
Foto©UteKW

Man spricht von einer „Jahrhunderkatastrophe“ doch das Waldsterben hat bereits in den 1970ziger Jahren begonnen. Forstunternehmen und Privatwaldbesitzer klagen über Kosten, doch der Wald ist mehr als ein Kostenfaktor. Wir alle tragen Verantwortung für den Wald. Sie muss jedem einzelnen eine Verpflichtung sein, schneller und effektvoller zu handeln als es die derzeitigen politischen Programme vorsehen. Der Wald ist schließlich mehr als eine Ansammlung von Bäumen zur Rohstoffherstellung. Was der einzelne Baum für den Menschen an Wert darstellt lässt sich ganz einfach aufrechnen: Schon eine einzige, ausgewachsene Buche von ca. 25m Höhe und einer Gesamtblattfläche von 1600m² setzt an einem Tag ungefähr 7000 l Sauerstoff frei, das ergibt ungefähr 35 Kubikmeter sauerstoffreiche Atemluft, das genügt um den Tagesbedarf von etwa 50 Menschen sicherzustellen. Rechnet man das auf die Gesamtfläche des deutschen (und weltweiten) Waldes um, wird einem schnell klar wie unentbehrlich Wälder für jedes niedere und höhere Leben auf unserem nicht mehr so blauen Planeten sind. Ohne die ausgleichende und regenerierenden Hochleistungen des Waldes gibt es kein Leben auf dieser Erde. Den Wald darf man doch nicht als Kostenfaktor sehen sondern als Überlebensfaktor. Wir nähern uns nicht nur dem Alptraum eines entwaldeten Mitteleuropas, sondern einer weltweiten Entwaldung. Wir tragen nicht nur die Verantwortung für den Sauerstoff den wir heute einatmen, sondern auch dafür, dass für unsere Kinder und Enkelkinder noch genug Luft zum Atmen übrigbleibt. Wir alle wissen um die Schadstoffe die den Wäldern zusetzen und wir alle sind für das Waldsterben verantwortlich, da kann sich kein Autofahrer und kein Flugzeuggast herausreden. Was wir derzeit unbedingt benötigen um die Katastrophe aufzuhalten ist die praktische Umsetzung von Nachhaltigkeit, nicht nur reden sondern auch handeln. Wir wissen, dass die derzeitige Politik mehr Wert auf ökonomisches Wachstum legt als auf ökologisches Handeln. Das Horrorszenario wird wahrscheinlich weitergehen bis nichts mehr wächst ausser der Ökonomie. Und eines dürfte jetzt schon klar sein: Jene die nach uns kommen werden uns verfluchen!
hukwa

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