Donnerstag, 8. November 2018

Historisches Wissen ist immer Mitwissen am Mythos - Von der metaphysischen Geschichte der Menschheit

Wir alle tragen ein Geschichtsbild in uns (das Geschichtsbild des Einzelnen), das in der Regel von dem Geschichtsbild der professionellen, institunionalisierten Geschichtswissenschaft abweicht. Diese Geschichtsbild des Einzelnen ist in der Regel kein so „trockenes“ wie das der Geschichtswissenschaft. Es ist spekulativ. Ein Mensch wie Schliemann hatte gewiß ein großes Geschichtswissen dennoch verließ er sich bei seiner Suche nach Troja nicht auf das Geschichtsbild der damaligen Geschichtswissenschaft sondern er zog den niedergeschriebenen Mythos in seine Suche mit ein und wurde fündig. Hätte er sich nur auf die Fakten damaliger historischer Erkenntnisse verlassen er hätte niemals seine großen Entdeckungen gemacht.
Echtes historisches Wissen ist immer auch „Mitwisserschaft“ am Mythos der aus dem Reich der Archetypen zu uns dringt. Schliemann las den Homer nicht als mythische Überlieferung für ihn war dieses Schriftum ein frühgeschichtliches geistiges Dokument das zum Teil auf Tatsachen beruhte.
Denn der Mythos ist zu einem Teil objektive Wahrheit und zum anderen Spekulativ. Was Schliemann erkannt hat war dass neben der äußeren Geschichte noch eine „Innere Geschichte“ existiert, diese hatt man mit dem Kleid des Mythos umhüllt.
Bachofen hat dies korrekt ausgedrückt:
Was nicht geschehen sein kann, ist jedenfallls gedacht worden. An die Stelle der äußeren Wahrheit tritt also die innere. Statt der tatsächlichkeiten finden wir Taten des Geistes“.
Der Mythos der ja die Innere Geschichte des Menschen beschreibt ist die Metaphysische Geschichte der Menschheit. Zwischen dieser metaphysischen Geschichte und der historischen Geschichte besteht immer eine Verbindung. Der mythos erzählt also die älteste gedachte Geschichte des Menschen. Das mythische Denken ist ein vorsokratisches Denken. Das Alte Testament ist hierfür ein Beispiel. Man kann davon aus gehen das Moses eine historische Person war seine „Taten“ allerdings sind mythisch. Hier kannn man deutlich die Verbindung zwischen innerer und äußerer Geschichte erkennen. Die metaphysische Geschichte des Menschen ist so alt wie seine Evolution. Mit dem Aufdämmern der Logik, mit der Philosophie des Sokrates der die Wurzeln der Logik gepflanzt hat, wurde der Mythos ins menschliche Unbewusste verdrängt. Dort führt er als „psychische Realität“ eine eigenständige existenz, die der Kontrolle unseres Ich-Bewusstseins nur bedingt erfahrbar ist. 

hukwa 



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