Mittwoch, 31. Januar 2018

Jene Zeit will ich beschwören

 
Foto©UteKW


Jene Zeit will ich beschwören
da ich jung und winzig war
und flink wie der Distelfink
durch die Äste des Kirschbaums im Garten mich schwang
da die Alte meinen Namen rief
der Hofhund bellte im Zwinger
und der Truthahn klammerte seinen Schnabel an mein Hemd
grün war das Wiesental
das dem Dorf seinen Namen gab
wo der Duft des Flieders in die Stube drang
dort weckte mich am Morgen der krähende Hahn

Grün wie das Gras ist die Seele der Jugend und
jeder Tag war so jung wie die Erde es auch war.

Die Schwalben zogen ihre Kreise
das Mondlicht beleuchtete in den Nächten mein Bett
die Träume reisten mit dem Rufen des Kauzes
der über Tag im alten Kirschbaum schlief
und Nachts von dort in die Welt hineinrief
zwischendurch rief manchmal der Dachs.

Grün wie das Gras ist die Seele der Jugend
lauscht sie den Tönen der Sphärenmusik.

Ich spüre wie der Wurm sich unter der Erde krümmt
es ist die spürbare Lust die der Frühling mit sich bringt
so laufe ich entlang jener Schmerzstrasse
hin zu dem gläsernen Meer
das nur in meiner Erinnnerung existiert. 
 
hukwa

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