Donnerstag, 20. Juli 2017

Ode auf einen Bach I

Ein regnerischer Tag ladet ein zu einer Wanderung. Ich laufe entlang des Wildbachs immer gegen die Strömung. Die kleinen Bäche unserer heimischen Wälder und Gebirge sind nie gleich. Jeder von ihnen hat seine eigene Wesensart. Jeder seine sichtbaren und unsichtbaren Bewohner. Jeder Bach hat auch wie jeder Mensch einen Körper und eine Seele, ja, die Bäche haben sogar Geist. Es gibt keine unbelebte Natur. ist das Ufer der Körper, so ist das Wasser die Seele und über den Wassern singt der Geist der unruhigen Bäche. Das Wasser ist ein grandioser Künstler es formt die Ufer der Bäche zu lebendigen Kunstwerken.
Entlang der Wasserläufe gibt es viel zu sehen. Das geschmeidige Gefieder des Eisvogels blitzt im Düster des Waldes kurz auf, die Wasseramsel gleitet geschickt über die Strömung. Moose, Flechten, Farne, manchmal eine Orchidee verzaubern das Ufer. Wie Trolle und Kobolde ragen abgestorbene Äste und Baumstümpfe aus dem eiskalten Wasser. Verwitterte alte Kopfweiden nicken mir zu, majestätische alte Fichten und Pappelbäume erzählen ihre Geschichte. Im ausgewaschenen Sandstein verstecken sich Molche und Schnecken, wie von Sinnen tanzen Mücken und Libellen über dem kühlen Nass. Elegant gleitet die Bachforelle gegen die Strömung ich folge ihr.
hukwa

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