Sonntag, 28. Februar 2016

Die Schwarzpappel ein alter mystischer Baum

Die Schwarzpappel – botanisch populus nigra - ist ein Weidengewächs. Ihren Namen bekam sie wegen ihrer dunklen Baumrinde. Als einzelstehender Baum kann Populus nigra, bis zu 35 Meter hoch werden. Sie bildet dann eine weitausladende Krone. Ihre großen Blätter stehen wechselständig angeordnet an den Zweigen, sie sind keilförmig und haben einen langen Blattstiel. Die Schwarzpappel wächst von Natur aus nur in den großen Flusstälern Mittel- und Südeuropas, jedoch vielfach angepflanzt findet man sie noch als Parkbaum.
Das die Schwarzpappel auf die Rote Liste der bedrohten Arten kam, hängt unter anderem damit zusammen das in Europa die Flussauen immer seltener werden. Vor allem die Absenkung des Grundwassers zerstören den Lebensraum dieses mächtigen Naturwesens. In Deutschland geht man davon aus das nur noch ca. 3000 Altbäume dieser art sicher identifiziert werden können. Reliktvorkommen an Rhein, Elbe und Oder gelten als gesichert. Seit dem 17. Jahrhundert wird in Deutschland die amerikanische Rosenkranz – Pappel
( Populus deltoides ) angepflanzt, diese kreuzte sich vermehrt mit der europäischen Schwarzpappel, so das es heute einige Bastardarten gibt, um eine Schwarzpappel sicher festzustellen bedarf es daher gewisser botanischer Grundkenntnisse. Sehr häufig findet man daher vor allem in Parkanlagen die Bastard-Schwarzpappel – Populus x canadensis Moench vor. Seit alters her werden aus dem weichen Holz der Schwarzpappel Holzschuhe hergestellt. In den Niederlanden gilt daher auch dieser Baum als " Klompem-Boom ", zur Zeit ist das Holz der Schwarzpappel auch bei Instrumentenbauern sehr gesucht vor allem im Gitarrenbau. Dieser Baum gehört natürlich auch zu den Arzneimittelbäumen, ihre heilkundliche Verwendung lässt sich weit zurückverfolgen. Pappelsalbe und Pappeltee sind aus der volkskundlichen Medizin nicht wegzudenken.
In der Mythologie der Griechen hat die Pappel tiefe Wurzeln gezogen. Für sie war die Silberpappel der Baum des lichten Todes, im Gegensatz zur Schwarzpappel, die als Unheil bringend galt und mit schwarzer Magie in Verbindjung gebracht wurde. Ranke – Graves berichtet uns über die Weißpappel oder Espe:
"... Laut Pausanias wurde sie von Herakles (aber welchem Herakles?) aus Epirus nach Griechenland gebracht; und die lateinische Sage erzählt, dass er, nach dem er den Riesen "Kakos" (der Böse) in seiner Höhle auf dem aventinischen Hügel in Rom getötet hatte, sein Haupt im Triumph mit Espenlaub umwand.
Die Blätter wurden dort, wo sie seine Stirn berührten, durch die abstrahlende Hitze weiß. Vermutlich erklärt dieser Mythos den Unterschied, der hinsichtlich Belaubung und ritueller Bedeutung zwischen der Espe und der schwarzen Pappel besteht, die in prähellenischen Zeiten in Griechenland ein der Erdmutter geweihter Baum der Begräbnisstätten gewesen war. In Plautus Casina gibt es einen Hinweis auf die Benutzung der Schwarzpappel und der Silbertanne beim Wahrsagen, wobei die Tanne offenbar für Hoffnung, die, die Pappel für die verlorene Hoffnung stand – ähnlich wie es in Pembrokshire der Brauch ist, dass ein Mädchen ihrem Liebhaber ein Stück Birkenholz als Zeichen der Ermutigung schenkt. Herakles besiegte den Tod, und im alten Irland wurde der fe`, der von den Sargtischlern den Leichnam angelegte Maßstab, aus Espenholz gemacht – vermutlich zur Ermahnung für die Seelen der Toten, dass dies nicht das Ende sei. Goldene Stirnreifen in der Form von Espenblättern wurden in mesopotamischen Gräbern gefunden".
Bekannt ist auch die Überlieferung der Leuke, die sich verfolgt von Hades, in eine Silberpappel verwandelte, fast entkam sie ihm, doch Hades der nie von einer Beute abließ, verbannte sie an die Schwelle der Unterwelt, dort an den Ufern des "Flusses der Erinnerung" wächst sie noch heute. Der Fluss bildet die Grenze zwischen dem Tartaros, der ein Sohn der Gaia und des Aither war, der Hades unterstand, und dem von Kronos regierten Elysium, den "Gefilden der Seeligen". "Leuke" ist auch der Name einer der "Inseln der Glückseligen", die ein Paradies darstellen, in dem sich die Helden nach ihrem Tod ausruhen.
Über eine Nymphe Dryope berichtet uns J.Brosse: "Sie war eine Nymphe des Berges Oita im Süden Thessaliens, dessen Name auf den Specht hindeutet, den mit der Eiche verbundenen Vogel. Dryope lebte in Gesellschaft der Hamadryaden, der Eichennymphen. Apollo verliebte sich in sie und verwandelte sich in eine Schildkröte – das gleiche Wort chelus bezeichnet im Griechischen die Schildkröte und auch Apollos Leier, die ursprünglich aus einem Schildkrötenpanzer gefertigt wurde. Die Nymphen spielten mit dem kleinen Tier, das Dryope im Scherz an ihren Busen nahm. Da "verwandelte er sich in eine zischende Schlange, verjagte die Hamadryaden und ergötzte sich mit Dryope. Sie gebar ihm Amphissos, der die Stadt Oita gründete und einen Tempel zu Ehren seines Vaters baute. Dort diente Dryope als Priesterin, bis sie eines Tages von den Hamadryaden entführt wurde. An ihrer Stelle blieb eine Pappel zurück". Damit wurde die Eiche, die man zweifellos auf dem berg oita verehrte- denn die einheimischen Pelasger hießen "Dryopes" -, zu einer Silberpappel, einem Baum, der dem Gott von Delphi als Sonnengott geweiht war; wir haben es also offenbar mit einem Kultwechsel zu tun."
J. Brosse berichtet auch über ein Pappelheiligtum. "In Pagä befragte man eine schwarze Pappel, einen Baum, der zwar oft zu Grabstätten gehörte, hier aber der Hera geweiht war. Ein anderer Hain von weissagenden schwarzen Pappeln im archäischem Ägeira war hingegen Persephone, der Totengöttin, zugeignet. Ägeira bedeutet "schwarze Pappel" und ist das gleiche Wort wie Egeria, der Name der Nymphe des berühmten heiligen Waldes von Nemi in Aricia bei Rom. Aber nach Plutarch war, wie wir sahen, Egeria eine Dryade, eine Eichennymphe. Vielleicht muss man daraus schließen, dass sie eine Nymphe der weissagenden schwarzen Pappel war, die in der Nähe des heiligen Eichenwaldes wuchs, der Diana-Dione gehörte.
Auf dem Berg Lykäus, in Arkadien, tauchte der Zeuspriester, um Regen zu machen, einen Zweig dieses Baumes in eine Quelle, die sich wohl zu seinen Füßen befand; in diesem Fall wurde Zeus also offenbar als Gott des Gewitters und des befruchtenden Regens betrachtet.
Die Pappel steht auch in Bezug zum Bernstein und mit diesem zu Apollo. Sehr klar ist dieser Bezug zum Bernstein auch bei den Heliaden: Weil sie ihren Bruder Phaeton ohne
Geheiß ihres Vaters Helios, denn Sonnenwagen anspannten und dieser bei seiner Fahrt um die erde tödlich verunglückte, wurden sie zur Strafe in Pappeln verwandelt. Aus ihren Tränen entstand der Bernstein.
Die Phaeton Sage ist eine Allegorie des Risikos, das der Mensch einging, als er begann Mutter Erde auszubeuten, mit Rohstoffen wie dem Uran zu hantieren, über die er letztendlich keine Gewalt hat. In
"Menschheit und Mutter Erde", schreibt der Historiker Arnold Toynbee: "Der Mensch war das erste Kind der Mutter Erde, das sich unterfing, die Mutter des Lebens zu unterjochen und dem Vater des Lebens, dem Sonnengott, die schreckliche Kraft der Strahlung aus den Händen zu reißen. Er hat diese Kraft in die Biosphäre entlassen, nackt und ungemindert, zum erstenmal, seit die Biosphäre für das leben zur Heimat wurde. Heute wissen wir nicht ob der Mensch imstande sein wird, das Schicksal Phaetons von sich und den anderen Lebewesen abzuwenden.
Der Mensch ist das erste Lebewesen in unserer Biosphäre, das die Macht erlangt hat, sie zu zerstören und dabei sich selbst zu vernichten. Als psychosomatischer Organismus ist der Mensch wie jede andere Form des Lebens einem unerbittlichen Gesetz der Natur unterworfen: Er ist wie die Angehörigen anderer Arten ein wesentlicher Bestandteil der Biosphäre: und wenn diese unbewohnbar wird, ist der Mensch mit allen anderen Arten gemeinsam zum Aussterben verurteilt".
Wohl noch mehr als das Uran, bedroht die Menschheit heute eine Weltklimakatastrophe unheimlichen
Ausmaßes, auch diese hat sich die Menschheit selbst zugefügt, welch starke Ähnlichkeit hat diese Katastrophe doch mit Ragnaröck, und das seit Jahrzehnte anhaltende Wälder und Baumsterben, erinnert wohl manchen von uns an den Untergang des kosmischen Baumes. Jacques Brosse schrieb einmal:
"Von Anfang an war das Schicksal der Menschen durch ein so enges und starkes Band mit dem der Bäume verknüpft, dass man sich fragen muss, wie es einer Menschheit ergehen wird, die dieses Band brutal zerrissen hat. Wir täten gut daran, wenn wir überleben wollen, das wiederherzustellen, was wir zerstört haben: eine Weltordnung, in der Mensch und Natur eine harmonische Einheit bilden".

Botanische Erkennungszeichen

Vorkommen ganz Europa, außer nördlichen Gebieten

Standort Flusstäler

Höhe 35 m

Rinde grau-schwarz, rissig

Blätter wechselständig, eiförmig, gestielt, am Rande gewellt, zugespitzt, gesägt.

Blüten März-April Zweihäusig
weiblich: Schlanke, gelbliche Kätzchen.
männlich: dicke , hängende Kätzchen mit roten Narben.

Früchte: Kapselfrucht, grün-braun, kleiner Samen mit langen Flughaaren.

hukwa

Eingeladen zum Bacchusfest

Einst hab ich
Efeu und Weinlaub getragen
zum Bacchusfest war ich in die Wälder geladen
über ferne Horizonte schweift mein Blick
hinein in die Kammern der Erinnerungen
die aus den weißen Nebeln ragen
noch hinter dem Nachtschlafenden Tag
sehe ich mich im alten Glanz
Mit Nymphen tollen
im liebestrunkenen Tanz.
hukwa

Donnerstag, 25. Februar 2016

Ruhend unter dem alten Schamanenbaum

Februar Sonne
dein Strahl er glänzt das Waldesdickicht
über Sandsteinschichten
mit Moosgrünem Rücken
wo einsam entlegende Plätze ich aufsuche
wo grüne Eiben mit roten Früchten
sich mit Eichbaum und Fichte verdichten
heidnischer Baum
Telefon zu den alten Göttern
ruhend unter ihnen in der
Da Seienden Zeit.
hukwa

Montag, 22. Februar 2016

Schwarzer Regen fällt auf meine Wanderwege, Reinkarnationsgedicht

Ich suche in Träumen von Träumen 
einen Traum aus alter Zeit...
zwischen Butterblumen und Löwenzahn
dämmert mir
auch ich war einmal eine Pflanze
auf der Frühlingswiese
und meine
Wiedergeborene Seele ist
Millionen von Jahren alt 
meine Haut war einst die Rinde eines
Ginko Baumes
Meine Haare kleideten die Fersen des Urpferdes
Ich bin von Staub und
werde zu Staub
doch die Monade in mir
wird wieder Fischadler Uhu und Fuchs
und ein Teil meines Sein
bleibt als Erinnerung im Weltgedächtnis
des Bernsteins zurück
und es wird der Tag kommen wo ich wieder die Seele
des Waldes und der Landschaft bin
Respektiere den Zug der Kraniche
dein Großvater könnte unter ihnen sein
drei Milliarden Jahre
lagerte ich in den Adern
eines Kometen
der mich schließlich mit Lichtgeschwindigkeit
in einen Sandstein bohrte
aus diesem Stein geboren
begannen meine Inkarnationen
wirbelnd wie ein Löwenzahnsame
auf die Erde und Planeten fallend
als schwarzer Regen.
hukwa

Sonntag, 21. Februar 2016

Mein Großvater der Kranich

Im letzten Herbst hatte ich einen seltsamen Traum. Ich träumte mein Großvater wäre in der Reinkarnation eines Kranichs zurückgekehrt. Am nächsten Tag geschah etwas ganz seltsames, etwas das eigentlich gar nicht Geschehen dürfte. Es war im Oktober zur Zeit da die Kraniche über unseren Ort ziehen. Es ist immer wieder etwas ganz besonderes ihren Wanderzug zu beobachten. Die Vögel waren fast schon außer Sichtweite, als sich plötzlich ein Einzeltier aus dem Zug löste, zurückflog, kreischend eine Runde über mir drehte um sich seinen Artgenossen wieder anzuschließen. Ich bin sicher der Geist meines Großvaters lebt in diesem Vogel weiter. Ich freue mich schon auf den Frühjahrzug der Vögel.
hukwa

Mittwoch, 17. Februar 2016

Keltenmuseum 23

Exponat 23
Fotos © Hans Wagner

Fotos © Hans Wagner

Keltenmuseum 22

Exponat 22
Fotos © Hans Wagner

Fotos © Hans Wagner

Fotos © Hans Wagner

Keltenmuseum 21

Exponat 21
Fotos © Hans Wagner

Fotos © Hans Wagner

Fotos © Hans Wagner

Keltenmuseum 20

Exponat 20
Fotos © Hans Wagner

Fotos © Hans Wagner

Keltenmuseum 19

Exponat 19
Fotos © Hans Wagner

Fotos © Hans Wagner

Fotos © Hans Wagner

Keltenmuseum 18

Exponat 18
Fotos © Hans Wagner
Fotos © Hans Wagner

Fotos © Hans Wagner

Keltenmuseum 17

Exponat 17
Fotos © Hans Wagner

Fotos © Hans Wagner

Fotos © Hans Wagner

Keltenmuseum 16

Exponat 16
Fotos © Hans Wagner

Fotos © Hans Wagner

Fotos © Hans Wagner

Keltenmuseum 15

Exponat 15
Fotos © Hans Wagner

Fotos © Hans Wagner

Fotos © Hans Wagner