Donnerstag, 6. November 2014

Über den Buntsandstein

Der Pfälzerwald ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Im mittleren Pfälzerwald beträgt der Waldanteil fast 90% der Gesamtfläche, in seinem Westsaum liegen die Höhensiedlungen Trippstadt (404m), Stelzenberg, Schmalenberg und Heltersberg.
Der Wald, der Buntsandstein und die Gewässer sind die bestimmenden Naturelemente in der Trippstadter Landschaft.
Es sind die Karlstalschichten des Buntsandsteins die wir in diesen Wäldern vorfinden und deren bizarren Felsbildungen den Wanderer schnell begeistern. Vor allem im Karlstal fallen grobkörnige, harte Felsbänke auf.
Um die Entstehungsgeschichte dieses Gebietes darzustellen müssen wir tief in seine geologische Vergangenheit zurückreisen. Drei Zeitabschnitte sind für das heutige Landschaftsbild verantwortlich:

  1. die Bildung der Gesteinsschichten der Höhengebirge, vor allem des Buntsandsteins vor etwa 220 Millionen Jahren.
  2. Die Bewegungen der Erdkruste, die die heutige Lagerung der Gesteinsschichten bestimmten und die mit der Gebirgsbildung der Alpen seit 48 Millionen Jahre im Gange sind und
  3. die Abtragung und Formenbildung seit der Entwicklung des heutigen Gewässernetzes in der jüngsten geologischen Vergangenheit und in der Gegenwart.

Die Buntsandsteinschichten die wir in der Trippstadter Landschaft antreffen sind ausschließlich Karlstalschichten, die erst in der Umgebung von Kaiserslautern durch die Trifelsschichten und die Rehbergschichten abgelöst werden. Letztere sind natürlich auch Buntsandstein.
Die Karlstalbuntsandsteinschichten finden wir nicht nur im Karlstal sie ziehen sich von den Nordvogesen bis zum Saarbrücker – Kirkeler Wald und durchziehen einen Teil des Pfälzerwaldes. Diese Karlstalfelszone besteht aus dünnplattigen Sandsteinen, teilweise unterbrochen, durch Geröll führende Schichten mit Quarzen und Quarziten. Für die Entstehung eines jeden Zentimeters festen Sandstein kann man rund tausend Jahre Erdgeschichte rechnen.
Wir blicken also in der Landschaft um Trippstadt auf eine geologische Vergangenheit von 220 Millionen Jahren zurück, was die Buntsandsteinschichten betrifft.
Die rote Färbung im Buntsandstein hat ihre Ursache in der Einlagerung von Eisenoxiden und Eisenmineralien in den Sandschichten. In den gelben oder helleren Schichten wurden diese durch Wasser wieder ausgelaugt. Teile des Buntsandsteins enthalten also Erze. Auch im Gebiet von Trippstadt finden sich erzhaltige Sandsteine, allerdings ist der Erzanteil in den Steinen so gering, dass sie zur Verhüttung nicht geeignet sind. Es handelt sich um Verwitterungserze im Buntsandstein (Brauneisenstein), deren Vorkommen sich auf die Karlstal- und Trifelsschichten erstrecken.
Die Grenzen zwischen Erzvorkommen und Erzlagerstätten ist fließend.

hukwa

Im Moosalbtal - Fotos Copyrights Ute Knieriemen-Wagner

Im Moosalbtal - Fotos Copyrights Ute Knieriemen-Wagner

Im Moosalbtal - Fotos Copyrights Ute Knieriemen-Wagner





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen