Mittwoch, 26. Dezember 2012

Das "wilde Denken" und der mythische Bastler

Heute Nacht war es sehr mild und ein rauher Wind durchbrauste die Bäume. Von meinem Bett aus lauschte ich den Winden, wie sie die Bäume ächzen und sprechen ließen. Dazwischen hörte ich immer wieder Pferde wiehern und Menschen in einer uralten Sprache sprechen. Mir war klar die Raunächte halten ihren Einzug und Wotans wildes Heer rauschte durch die Lüfte. Die Windsbraut erzählte aus alten Zeiten und vom Garten herauf erklangen immer wieder die seltsamen Stimmen. Mögen andere solche Erlebnisse für Täuschung halten, ich wusste was ich erlebte war lebendige Mythologie. Wahrscheinlich höre und sehe ich manchmal Dinge die andere eben nicht mehr hören und sehen können, weil sie unter anderem nicht mehr "wild Denken" können. Obwohl es gar nicht schwierig ist sich in das "wilde Denken" einzuüben. Schließlich ist es in uns "ge - schichtet", wie die Adern in einem Stein. Es ist ein Überbleibsel aus archaischen Zeiten des Menschentums, das in uns manchmal ausbricht und unser Denken "wild" macht. Claude Levi - Strauss gab dem Menschen der noch vom "wilden Denken" heimgesucht wird den genialen Namen, "der mythische Bastler" und schrieb dazu: "Der Bastler ist in der Lage, eine große Anzahl verschiedenartigster Arbeiten auszuführen; doch im Unterschied zum Ingenieur macht er seine Arbeit nicht davon abhängig, ob ihm Rohstoffe oder Werkzeuge erreichbar sind, die je nach Projekt geplant oder beschafft werden müssten: die Welt seiner Mittel ist begrenzt, und die Regel seines Spiels besteht immer darin, jederzeit mit dem, was ihm zur Hand ist, auszukommen."
hukwa

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