Samstag, 25. April 2009

Die Rosskastanie

Mitten im Winter präsentiert sich die Rosskastanie mit glänzenden, prall gefüllten Knospen, so als erwarte sie jeden Augenblick den Frühling. Schon im Vorfrühling wenn andere Bäume noch an ihren Knospen herumdrücken, da hat sie schon ihre klebrigen Knospen gesprengt und langsam kommt ein wolliger Blättertrieb zum Vorschein. Im Mai kleidet sie sich kurz in einen weißen Blütenrausch und mit der Blüte kommen auch die Blätter, die am Ende eines langen Stieles wie die Finger einer Hand angeordnet sind. Die Einzelblüten der Kastanie zeigen eine interessante blütenökologische Anpassung: Nur bei gelbem Saftmahl wird auch gleichzeitig Nektar erzeugt. Bei rotem Saftmahl ist die Quelle versiegt und diese werden von Insekten nicht mehr angeflogen. Die Frucht, deren grüne Hülle mit spitzen Stacheln bedeckt ist, löst sich bei der Reife von ihrem Stiel ab. Die Fruchthülle zerspringt, und die großen, braunen, glänzenden Samen werden frei.

Die Kastanie stammt aus dem Balkan und Griechenland und wird bei uns hauptsächlich als Schattenspender in Parks, Gärten und Alleen angepflanzt. Im Pfälzerwald finden wir sie immer wieder einzeln in Waldlichtungen eingepflanzt, ist ihre Frucht doch ein gutes Wildfutter.
Große Verbreitung fand die Kastanie unter dem Sonnenkönig Ludwig XIV der sie zahlreich in ganz Frankreich zur Bepflanzung der Schlossgärten und Alleen verwenden ließ. Aus der Kreuzung der europäischen Rosskastanie mit einer hellrot blühenden Kastanienart aus Kalifornien (Aesculus pavia), ist eine bei uns inzwischen weitverbreitete Kastanienart, die rote Rosskastanie (Aesculus X carnea) entstanden. Sie ist etwas kleiner als ihre weißblühende Verwandte und man findet sie vorwiegend in Parks.

Der deutsche Name Rosskastanie leitet sich von dem Wort Ross ab, früher nutzte man die heilenden Wirkungen der Früchte bei Pferdekrankheiten.



Die Rosskastanie wird auch medizinisch verwendet wie fast jede Baumart. Ihre Hauptwirkstoffe sind wissenschaftlich erforscht. Man hat die einzelnen Stoffe herauskristallisiert und festgestellt, dass sie mit den volksheilkundlichen Anwendungen übereinstimmen. Die zwei wichtigsten Stoffe tragen den Namen des Baumes: Aesculin und Aescin.
Hukwa

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