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Dienstag, 29. Oktober 2024

Der Wolf im Pfälzerwald

 In den meisten ökologischen Situationen sind die Konkurrenzbeziehungen zwischen Luchs und Wolf recht ausgeglichen und beide Arten können nebeneinander leben. Weder der Luchs vertreibt den Wolf noch der Wolf den Luchs. Woran könnte es also liegen das der Wolf sich im Pfälzerwald nicht so richtig „wohlfühlt“? Die von Luchs und Wolf besiedelten Habitate unterscheiden sich leicht. Während der Luchs felsige Gebiete bevorzugt, die vom Wolf nicht dauerhaft aufgesucht werden, bevorzugt letzterer mehr die flache Waldlandschaft. Nun ist der Pfälzerwald eine ziemlich felsige Gegend und daher ideal für den Luchs. Wenn man sich die Mühe macht und Wildstudien aus Finnland oder Nordamerika liest erkennt man schnell, dass die Koexistenz von Luchs und Wolf in diesen Ländern stabil und ausbalanciert ist. Zu direkten Zusammenstößen beider Arten kommt es nur selten. Diese Studien haben auch gezeigt, dass der Wolf mehr Waldlichtungen und Felder aufsucht, der Luchs hingegen liebt Fichtenbestand und dichte Mischwälder, beides findet er im Pfälzerwald.

Das breite Spektrum besiedelter Landschaften, wie in Rheinlandpfalz aber auch anderswo in Deutschland bringen Luchs und Wolf mit vielen anderen Tierarten in Kontakt. Interessant sind natürlich Schafherden, da sie eine leicht erbeutbare Nahrungsquelle darstellen. Eine „endgültige Lösung“ für dieses Problem wird es wohl auch in Zukunft nicht geben, dies liegt einfach in der Natur der Sache. Beide, Luchs und Wolf, haben ein Anrecht darauf hier zu leben. Der Prozess der Änderung des Verhältnisses Luchs, Wolf, Mensch ist langwierig und kompliziert und kann nur in einem ökologisch-ethischen Sinne geregelt werden.

©hukwa

Dienstag, 21. Mai 2024

Vom Verschwinden des Feldsperlings

Der Rückgang des Feldsperlings führt uns vor Augen wie es um unsere heimischen Feld- und Flurlandschaften bestellt ist. Überdüngung, landwirtschaftliche Monokultur und Hochleistungsgrün der konventionellen Landwirtschaft sorgen dafür, dass sich neben dem Feldsperling auch andere Vogelarten „vom Acker“ machen.
Der traditionelle Naturschutz der einem romantischen Idealbild der Natur nachhing das in Wirklichkeit nie existierte, ist immer noch fest in den Köpfen vieler Naturliebhaber verankert.
Was dem Feldsperling fehlt ist eine naturbelassene Umgebung, die Feld- und Landschaftskultur insgesamt betrifft. So verschwinden die alten Feldwege fast ganz und werden ersetzt durch geteerte Feldstraßen. Durch diesen hochsubventionierten Feldstraßenbau verliert diese Landschaft an Charme und der Feldsperling an Lebensraum. Diesen alten Flurwegen kommt eine viel größere Bedeutung für den Artenschutz zu als gemeinhin bekannt. Die Feldvögel haben durch die geteerten Feldwege keine Möglichkeiten mehr für ihr Staubbad. Es mangelt ihnen an Magensteinchen, die für ihre Verdauung so wichtig sind. Auch Insekten verschwinden durch den Bau solcher „Fließbandstraßen“. Den Schwalben fehlen die Pfützen, die sie benötigen für ihren Nestbau. Neben alten Holzschuppen und Scheunen fehlen auch die Weidezäune aus Rundholz, die von Insekten als Wohnraum genutzt werden und somit eine Nahrungsquelle für Feldvögel darstellen.
Was der Mensch und die Lebewesen der Feldflur zu beklagen haben, ist die bewusste Zerstörung einer ganzen Kulturlandschaft. So wie der Haussperling keine Betonlandschaften bevorzugt und Sandsteinhäuser mag, so meidet der Feldsperling landwirtschaftliche Gebäude aus Metall und Kunstoffmaterialien. All dies führt zu Verlusten in der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren, doch auch die Ästhetik der Landschaft leidet unter dieser modernen, unökologischen, landwirtschaftlichen Feldkultur. Dieser Niedergang einer einst weitaus schöneren und natürlicheren bäuerlichen Umgebung wurde durch eine jahrzehntelang falsch ausgerichtete Landwirtschaftspolitik heraufbeschworen. Durch ein vernünftiges Gleichgewicht von Ökologie und Ökonomie wären solche Probleme lösbar, denn: Biologische Vielfalt ist viel mehr als traditioneller Naturschutz. Es geht dabei um die Erhaltung der vielfältigen, natürlichen und naturnahen Lebensräume und es geht um den Erhalt der genetischen Vielfalt zwischen den Arten. Jeder Verlust einer Art, wie die des Feldsperlings, bedeutet einen unwiderbringlichen Verlust an ökologischer Funktion und Flexibilität. Der Erhalt einer intakten Kulturlandschaft dient dem Erhalt der natürlichen Vielfalt und somit letztendlich allen Lebewesen.
 ©hukwa


Donnerstag, 28. März 2024

Wählen oder nicht wählen?

 Die einzige Möglichkeit die AfD zu stoppen ist sie nicht zu wählen! Wenn die Rheinpfalz Journalistin Gudrun Zilm schreibt: „Und so gibt es keinen einfachen Weg mit dem die Demokratie gerettet werden kann“, muss man ihr Recht geben, dennoch gibt es eine Möglichkeit: bei den nächsten Wahlen demokratisch zu wählen!

Bei der Bundestagswahl 1972 gaben 91,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Eine Wahlbeteiligung die nie wieder erreicht wurde.

Eine Demokratie zeichnet sich dadurch aus, dass sie aus gleichberechtigten Mitgliedern besteht. Demokratien sind letztendlich aktive-politische Systeme die vor allem auf Achtsamkeit und Engagement beruhen. Von seinem Wahlrecht nicht Gebrauch zu machen ist schlicht und einfach nichts anderes als der Verzicht auf Demokratie und somit partizipationsfeindlich, was auf Dauer zu einem entfremden von politisch demokratischen Bewusstsein führt. Bei der „Partei der Nichtwähler“ handelt es sich ja nicht um eine neue Außerparlamentarische Opposition, sondern um Menschen ohne politischen Gestaltungswillen. Gerade die derzeitige ökologisch-ökonomische Metakrise und die Gefahr von rechtem Populismus, fordert von uns allen mehr Engagement und Verantwortungsbereitschaft für unsere Demokratie. Eine Wahl zu boykottieren führt zu einer unterschwelligen Entdemokratisierung des Staates und stellt somit eine Gefahr für die Freiheit dar.

©hukwa

Montag, 25. März 2024

Wahl und politische Heimat

 

In der „politischen Heimat“ verbindet sich die äußere Landschaft mit der inneren. Doch der Heimatbegriff steht in der Kritik seit die extreme Rechte diesen für sich vereinnahmt hat. Somit ist dieser Heimatbegriff heute hochpolitisch. Aber Heimat ist auch ein Wert und kann dafür Antrieb sein die Dinge ins Positive zu verändern. Vor allem im demokratischen Sinn, wenn man bedenkt das auch unser Grundgesetz ein Stück Heimat ist. Damit wir dieses Gefühl nicht verlieren müssen wir auch zur Wahl gehen. Seit drei Jahrzehnten sinkt die Wahlbeteiligung. Besonders gering ist diese bei Europaparlament- und Kommunalwahlen. Wahrscheinlich sind die Nichtwähler vorwiegend Menschen die sich von den bürgerlichen Parteien nicht repräsentiert fühlen und glauben, dass sie politische Entscheidungen nicht beeinflussen können. Diese „Partei der Nichtwähler“ lebt in einer politischen Parallelwelt wie wir sie aus der Verschwörungstheoretiker-Szene kennen. Das typische „meine Stimme bringt nichts, die da oben machen was sie wollen“ ist ein für die Demokratie gefährliches und unverantwortliches Denken. Jede Bürgerin und jeder Bürger in der BRD kann sich politisch betätigen und unsere von Populismus und Rechtsextremismus bedrohte Demokratie human mitgestalten. Vor allem dadurch, dass jeder sein Recht auf Wahlbeteiligung wahrnimmt. Schließlich ist dieses Recht ein kostbares demokratisches Gut das  in vielen Ländern der Welt nicht selbstverständlich ist

Dienstag, 30. Januar 2024

Tierethiker kritisiert Landauer Zoo

 Das traurige Bild des Schimpansen in der Zeitung kann das altbekannnte Argument vom Zoo als eine Art „Arche Noah“, in der vom Aussterben bedrohte Tierarten erhalten werden, kaum halten. Beim betrachten des Fotos muss man unwillkürlich an Isolation denken. Die Befürworter der Institution Zoo führen immer wieder an, dass er wissenschaftlichen Zwecken diene und die Arterhaltung gewährleiste. Doch welche Konsequenzen haben solche Argumente für den Tieralltag im Zoo? Das Zurschaustellen von wildlebenden Tieren ist nicht nur eine Entwürdigung der jeweiligen Tierart, wir entwürdigen uns damit auch selbst. Die „Bildungsstätte Zoo“ überbrückt unsere Entfremdung von der Tierwelt nicht, sondern gibt uns nur ein Zerrbild von einst freien und wildlebenden Tieren. Wir sollten langsam erkennen, dass die Institution Zoo eine überholte Form des Umgangs mit unserem Mitgeschöpf Tier darstellt. In diesem Sinne muss man dem Tierethiker Markus Wild zustimmen wenn er meint „wir brauchen Visionen für ethische Zoos, die nur Artenschutz und Auswilderung betreiben“. 

©hukwa

Montag, 4. Dezember 2023

Leserbrief: Schnellerer Abschuss von Problemwölfen

Wölfe abzuschießen ist aus ökologischer Sicht falsch, wenn man in einer Region mit Wolfsbestand, die Wolfsdichte und die damit verbundenen Konflikte mit Nutztierhaltern in ein „Gleichgewicht“ bringen möchte.

Hohe Abschussquoten und „Vernichtungsfeldzüge“ wie sie von Jägern, Landwirten und Schafzüchtern gefordert werden verschärfen das Problem eher. Denn Wölfe tendieren dazu, Verluste ihres Rudels durch stärkere Vermehrung zu kompensieren, somit wird durch Einzelabschüsse die ansässige Population noch gefördert. Hinzu kommt, dass eine Bejagung die Stabilisierung der Rudelstruktur verhindert. Dies wurde durch Untersuchungen im Bereich des Wolfsmanagements in der Lausitz nachgewiesen. Es sind vor allem einwandernde Wolfmigranten mit noch instabilen Rudelstrukturen die Schafe und Ziegen anfallen. Ansässig gewordene Rudel halten sich in der Regel an die lokalen Wildbestände.

Haben sich in einem Gebiet die Rudel etabliert, steigt mit Sicherheit die Zahl der Wölfe in diesem Landstrich nicht mehr nenneswert an.

Wölfe regulieren sehr effizient und nachhaltig ihre eigenen Bestände. Untersuchungen im Yellowstone Nationalpark haben ergeben, dass mindestens 60% der ausgewachsenen Wölfe durch andere Wölfe ums Leben kommen. Die „Entnahme“, also der Abschuss, den nun das Umweltministerium umsetzen will ist nichts anderes als negative Ökologie mit einer Portion „Jägerlatein“.

Die wohlbekannte Angst vor dem „bösen Wolf“ ist ein typisch deutsches Problem. Hirten in den italienischen Abruzzen, in den spanischen Pyrenäen sowie in den rumänischen Bergregionen kennen diese Ängste nicht! Sie haben das Problem in den Griff bekommen durch geeignete Schutzmaßnahmen und vor allem durch die richtigen Schutzhunde als Herdenwächter. Es ist an der Zeit, dass diejenigen die immer gleich nach dem „wilden Jäger“ schreien sich einmal gründlich informieren sollten. Wohl würde auch ein wenig Nachhilfe in praktischer Ökologie helfen die richtige Beziehung zum Wolf aufzubauen.

Vor allem sollte man seine Ansichten über diese Tiere auch einmal in eine andere Richtung lenken und versuchen über die traumatischen Erfahrungen des Wolfs mit der „Bestie Mensch“ nachzudenken. Der Mensch als angeblich intelligentes Wesen müsste doch inzwischen gelernt haben, dass man Konflikte nicht durch „Abschießen“ regeln kann. Letztendlich sind alle ökologischen Probleme menschengemacht auch das Wolfsproblem.

Das wahre Problem das den Wolf betrifft ist doch einfach das man ihn weghaben will. Der Prozess der Änderung des Verhältnisses zwischen Mensch und Wolf ist langwierig und kompliziert. Dies beruht in erster Linie auf vorurteilen. Wenn wir wildlebende Tiere retten wollen, müssen wir das Recht aller Wesen der Natur auf ihre Existenz anerkennen, es ist genauso wichtig eine Libellenart, eine Bienenspezies als einen Wolf oder Tiger zu retten. Wie lange wollen die Menschen noch an dem falschen Glauben festhalten, sie seien die Herren des Planeten und nicht einer seiner Gäste, wie der Wolf auch? Die Natur hat den Wolf erschaffen wie den Menschen auch, beide gehören zu ihr. Mit dem kleinen Unterschied das es der Mensch ist der seine Umwelt und die seiner Kinder und Enkel zerstört, der Wolf regelt diesen Haushalt nur. Der Schlüssel zur Beziehung Mensch-Wolf ist ein stärkeres ökologisches Bewusstsein. Was die Grüne-Umweltministerin plant ist nichts anderes als ein Anschlag auf die biologische Vielfalt! Im Zeitalter des ökologischen Denkens ist eine solche hinterwäldlerische Umweltpolitik nicht mehr angebracht.

Sonntag, 15. Oktober 2023

Leserbrief zum Wolf

Lemke will Abschuss von Wölfen erleichtern“.

Wölfe abzuschießen ist aus ökologischer Sicht falsch, wenn man in einer Region mit Wolfsbestand, die Wolfsdichte und die damit verbundenen Konflikte mit Nutztierhaltern in ein „Gleichgewicht“ bringen möchte.

Hohe Abschussquoten und „Vernichtungsfeldzüge“ wie sie von Jägern, Landwirten und Schafzüchtern gefordert werden verschärfen das Problem eher. Denn Wölfe tendieren dazu, Verluste ihres Rudels durch stärkere Vermehrung zu kompensieren, somit wird durch Einzelabschüsse die ansässige Population noch gefördert. Hinzu kommt, dass eine Bejagung die Stabilisierung der Rudelstruktur verhindert. Dies wurde durch Untersuchungen im Bereich des Wolfsmanagements in der Lausitz nachgewiesen. Es sind vor allem einwandernde Wolfmigranten mit noch instabilen Rudelstrukturen die Schafe und Ziegen anfallen. Ansässig gewordene Rudel halten sich in der Regel an die lokalen Wildbestände.

Haben sich in einem Gebiet die Rudel etabliert, steigt mit Sicherheit die Zahl der Wölfe in diesem Landstrich nicht mehr nenneswert an.

Wölfe regulieren sehr effizient und nachhaltig ihre eigenen Bestände. Untersuchungen im Yellowstone Nationalpark haben ergeben, dass mindestens 60% der ausgewachsenen Wölfe durch andere Wölfe ums Leben kommen. Die „Entnahme“, also der Abschuss, den nun das Umweltministerium umsetzen will ist nichts anderes als negative Ökologie mit einer Portion „Jägerlatein“.

Die wohlbekannte Angst vor dem „bösen Wolf“ ist ein typisch deutsches Problem. Hirten in den italienischen Abruzzen, in den spanischen Pyrenäen sowie in den rumänischen Bergregionen kennen diese Ängste nicht! Sie haben das Problem in den Griff bekommen durch geeignete Schutzmaßnahmen und vor allem durch die richtigen Schutzhunde als Herdenwächter. Es ist an der Zeit, dass diejenigen die immer gleich nach dem „wilden Jäger“ schreien sich einmal gründlich informieren sollten. Wohl würde auch ein wenig Nachhilfe in praktischer Ökologie helfen die richtige Beziehung zum Wolf aufzubauen.

Vor allem sollte man seine Ansichten über diese Tiere auch einmal in eine andere Richtung lenken und versuchen über die traumatischen Erfahrungen des Wolfs mit der „Bestie Mensch“ nachzudenken. Der Mensch als angeblich intelligentes Wesen müsste doch inzwischen gelernt haben, dass man Konflikte nicht durch „Abschießen“ regeln kann. Letztendlich sind alle ökologischen Probleme menschengemacht auch das Wolfsproblem. 

hukwa 

Dienstag, 2. August 2022

Schleichendes Armageddon

 

©hukwa
 

 Die Natur lehrt uns, dass Ordnung durch Veränderung erhalten werden kann - nötigenfalls durch katastrophale Veränderungen. Deswegen sollten wir uns immer wieder ins Bewusstsein rufen, dass die Evolution auf unserem Planeten weitergehen wird - auch ohne den Menschen.

Unsere derzeitige geschichtliche Existenz ist am ökologischen Abgrund. Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte haben gezeigt, wenn der Mensch sich gegen die Natur stellt, schlägt diese knallhart zurück, das ist ein ökologischer Fakt. Unsere ökonomische Existenz ist auf Umweltzerstörung aufgebaut, weil unsere Wirtschaft zerstören muss, wenn sie weiter wachsen will. Wir sind jetzt bereits in ein unwiderrufliches Stadium getreten und als Ziel der menschlichen Geschichte erscheint immer deutlicher: wir gehen einer Endzeit entgegen. Vielleicht muss schon in nächster Zukunft saubere Luft als Atemluft rationiert werden. Ebenso wird es uns mit dem Trinkwasser gehen. Unser aller Leben ist eingeplant in das große turbokapitalistische Geschäft des Wirtschaftswachstums, selbst wenn kein Baum mehr wächst glaubt man die Wirtschaft würde weiterwachsen. Unsere Kinder und Enkel müssen wir jetzt schon darauf vorbereiten, dass es in ihrem Leben irgendwann keine Erinnerungen mehr an Natur und Landschaft geben wird. Schon jetzt kann keiner mehr sagen, wir hätten von den Risiken die auf uns zukommen nichts gewußt, wir bekommen sie täglich zu spüren. Wir selbst sind zum größten Sicherheitsrisiko für den Planeten geworden. Nichts spricht dafür dass wir durch ökologische und sachkundige Aufklärung klüger geworden sind das Gegenteil ist der Fall, wir verblöden anscheinend immer mehr. Sogar unsere Lernfähigkeit durch Katastrophen scheint beschränkt zu sein. Ökokatastrophen gehören inzwischen zur Tagesordnung. Täglich werden sie uns im Fernsehen gezeigt und in der Tageszeitung können wir darüber lesen, im Internet sind Infos darüber jederzeit abrufbar. Die Ressourcen werden knapper, die Müllhalden immer gigantischer, die Sommer erleben wir als glühende Hexenkessel, in unserer Nahrung gehört Mikroplastik schon zum Bestandteil, die Regenwälder Südamerikas werden unter politischer Aufsicht abgefackelt, die Eisberge der Arktis schmelzen und der Permafrost in den riesigen Tundren Sibiriens taut auf. Die Liste der Ökokatastrophen wird immer länger. Das Finale wäre dann ein schleichendes Armageddon. Keiner von uns wird das Glück eines Robinson Crusoe haben und sich auf eine intakte romantische Insel flüchten können. Das Beispiel eines solchen Untergangs sind die Dinosaurier, allerdings sind sie nicht durch Eigenverschulden ausgestorben und haben nebenbei bemerkt angesichts ihrer fast zweihundert Millionen Jahre währenden Evolution die Menschheit um das Vierzigfache überlebt.

In der kurzen Zeitspanne die wir Geschichte nennen, ist die menschliche Existenz nichts anderes als eine Kette von Unterdrückung, ökologischer und ökonomischer Verschwendung, von gegenseitiger Vernichtung und Unrecht gewesen. Kurzum: Wir leben eine Philosophie der Selbstzerfleischung. Was dürfen wir noch hoffen? Das wir den Planeten nicht auseinandersprengen, die politischen Institutionen eine ökologische Ordnung wiederherstellen? Anstatt Einsicht und Vernunft einzuüben, wird weiter sinnlos produziert und konsumiert was zu einer Verarmung unseres Denkens führt. Denken aber ist die einzige Möglichkeit aus dieser Sackgasse, in die wir uns selbst manövriert haben, heraus zu finden.

©hukwa











Mittwoch, 13. April 2022

Leserbrief: Krähensafari

Wir Menschen  sind mit den Tieren und Pflanzen, mit Erde und Wasser, aus der Naturgeschichte hervorgegangen, sie sind unsere natürliche Mitwelt. Auf diese Mitwelt ist in unserem Handeln, um ihrer Selbstwillen, in ihrem Eigenwert und nicht nur um unseretwillen Rücksicht zu nehmen. So etwas nennt man in Zeiten von Umwelt- und Klimakatastophen "ökologische Sensibilität". Die Argumente die Gerhard Schmidt gegen die Krähenkolonien in KL vorbringt, zeugen von der Ungeschlachtheit unserer Gesellschaft, die in Sätzen zum Ausdruck kommt wie: "handfeste Schäden an Lack von Autos". Solche und andere Ausdrücke sagen doch nur aus, dass man gegenüber der Natur sehr oberflächlich ist. Es gibt Menschen die kein Verhältnis zu bestimmten Tieren wie z.B. Saatkrähen haben. Doch warum sollen die Tiere weg? Auch Menschen haben die Möglichkeit ihren Wohnort zu wechseln wenn sie sich durch die Natur gestört fühlen. Wir geraten schnell in unauflösliche Widersprüche, wenn wir nach menschlichem Maß die Tierwelt beurteilen. Wichtig ist doch allein, ob die naturgemäße Artenvielfalt erhalten bleibt ob alle Mitglieder einer Lebensgemeinschft (Pflanze, Mensch, Tier) in Zukunft ihr Auskommen finden und ob sich die (Stadt-) Natur selbst erhält oder menschlicher Hilfe bedarf? Ich rate Herrn Schmidt bei seiner nächsten Krähensafari durch KL sich doch auch mal an diesen Lebewesen zu erfreuen, sie gehören genauso zur Schöpfung wie wir Menschen auch. 
hukwa

Samstag, 17. April 2021

Lassen Sie die Kastanie im Pfarrhof, Herr Pfarrer - Leserbrief

Die Kirche hat eine große Tradition im Fällen von Bäumen. Dies beginnt mit dem Apostel Bonifatius, über den heilig gesprochenen Kaiser Karl d.Großen bis in unsere heutige Zeit, als wären Bäume die Feinde des Menschen. Wenn es darum geht „Bäume aus dem Weg zu räumen“ sagt man gerne sie stellen eine „Gefahrenquelle“ dar, dies ist das typische Argument von Leuten denen Bäume ein „Dorn im Auge“ sind. Man fällt die alten Bäume um eine Anlage neu und „ökologisch“ zu gestalten, ein wohlbekannnntes Argument! Doch bleiben wir mal bei der realistischen Ökologie: Wie ökologisch ist die zweihundertjährige Kastanie im Pfarrhof des St. Marienplatz in Kaiserslautern? Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass eine einzige, ausgewachsene Kastanie von etwa 20m Höhe an einem Tag ungefähr 7000 l Sauerstoff freisetzt, dies ergibt genug Atemluft um den Tagesbedarf für über 50 Menschen sicherzustellen. Nun bleibt der Sauerstoff ja nicht im Pfarrhof sondern verteilt sich über die Umgebung. Hier zeigt sich wie wichtig ältere Bäume für Stadt und Dorf sind. Ein Baum ist Teil der christlichen Seinskette und ein Pfarrer sollte der Hüter des Seins sein und nicht der Gegner. Sollte dieser Baum gefällt werden, muss man von Baumfrevel sprechen. Es scheint regelrecht „Scheinheilig“ hier von „ökologischen Gesichtspunkten“ zu sprechen, die durch eine Neugestaltung des Pfarrhofes erreicht würden. In Zeiten einer Klimakatastrophe, des Wald- und Baumsterbens sind solche Aktionen von Baumfrevel ungeheuerlich und barbarisch. Das Abtöten eines solch alten Baumes soll gar nicht wahrgenommen werden, so als sei dieser Tod einfach nichts. Gut, dass unsere Tageszeitung die Rheinpfalz, immer wieder auf solche unökologische Aktionen aufmerksam macht. Wenn alle so denken wie der Pfarrer der Pfarrei Heilig Geist, braucht man sich über das Baumsterben keine weitere Gedanken zu machen, dann wird es eben oberflächlich hingenommen. Doch Gott sei Dank denken nicht alle so, wie der Protest eines Rheinpfalz-Lesers beweist. Was zeigt, dass es so etwas wie eine Naturethik gibt und Menschen die dafür eintreten. Die Einheit von Theologie und Natur ist aus der Natur als Gottes Schöpfung gegründet. Schließlich war es ja ein Baum inmittten des Paradieses, mit dem alles angefangen hat. Hoffen wir, dass diese alte Kastanie für den Pfarrer  nicht zum „Baum der Versuchung“ wird. Auch Martin Luther sagte, der Herr habe den jüngsten Tag auch in die Bäume hineingeschrieben und gleicher Luther meinte ja auch wenn morgen die Welt unterginge würde er am Tag davor noch ein Bäumchen pflanzen. Auch Goethe empfand in seinem Werther Wut und Ohnmacht, als er hörte, dass die Pfarrerin die Nussbäume im Pfarrhof fällen ließ. Das sinnlose Fällen von Bäumen ist ein Rückfall in finstere Cartessianische Zeiten, denn wer in den letzten Wochen die Rheinpfalz intensiv studiert hat könnte meinen es finde ein regelrechter Kriegszug gegen Bäume statt und das in Zeiten wo wir sie dringend benötigen. Also Herr Pfarrer, lassen sie in Gottes Namen die alte Kastanie in Ruhe und bedenken sie welchen Nutzen diese in Zeiten des Artensterbens auch für Insekten und Vögel hat, wird sie doch von Bienen und anderen Kleinlebewesen aufgesucht, die dabei helfen das Gleichgewicht des Naturkreislaufes zu erhalten. Das Fällen eines solch alten Baumes in Zeiten der Klimakatastrophe grenzt schon an Ökozid! Der Erhalt der Schöpfung sollte für jeden Christenmenschen ein Gebot sein.

 hukwa

Donnerstag, 17. September 2020

Wo sind die Schwalben - Leserbrief

 



Der Schwalbenturm am Messeplatz ist keine „Fehlkonstruktion“ und muss auch kein „Dorn im Auge“ sein, das Problem liegt woanders: Die Insekten fehlen in diesem Stadtbereich. Mehl und Rauchschwalben suchen ihre Nahrung nicht wie Mauersegler hoch in der Luft, sondern dicht über dem Boden. Auch Elstern und Eichelhäher stellen keine Gefahr dar, der Turm ist so konstruiert, dass diese Vögel die Schwalbennester überhaupt nicht erreichen. Zeitgenössischer Artenschutz muss eine viel weitere Sicht pflegen als der traditionelle Vogelschutz, der einem Idealbild der Natur nachhing, das in Wirklichkeit nie existierte. Den Schwalben fehlen auch die Pfützen mit feuchtem Schlamm den sie trotz künstlicher Nester benötigen. Ein kleines „Schlammbiotop“ könnte hier schon Abhilfe schaffen. Die Beachtung solch ökologischer Gegebenheiten stellt keine weltfremde Philosophie dar, sondern eine überlebensnotwendige Strategie im Konflikt zwischen Ökonomie und Ökologie. „Einheitslösungen“ helfen hier nicht. Moderner Naturschutz heißt immer auch in „vernetzten Systemen“ zu denken. Ich kann keinen Vogelschutz betreiben wenn ich nicht gleichzeitig Insekten- und Pflanzenschutz mit einbeziehe. Die Berücksichtigung dieser komplexen Zusammenhänge muss immer ökologisch gekoppelt sein. Der SGD-Süd kann man keine Vorwürfe machen, diese Institution verfügt ja über keinen „Naturschutzaussendienst“. Einige kleine sogenannte „Trittsteinbiotope“ die kaum Geld kosten würden hier schon helfen und im nächsten Jahr den ersten Mehlschwalben eine neue Heimat schenken.

 

hukwa

 

Dienstag, 4. August 2020

Wo geht es hier zum Klimaschutz?

Was es vor dem Hintergrund des Klimawandels vor allem braucht das ist eine neue, strikt ökologisch orientierte Forstwirtschaft. Der Wald der Zukunft darf kein ausschließlicher Wirtschaftsstandort mehr sein. Zur Erhaltung der Biodiversität unserer Wälder bedarf es beides: sowohl Wirtschaftswald als auch Naturwald! In Deutschland haben wir seit Jahrhunderten kein natürliches Waldgebiet mehr sondern nur Forstwald. Allerdings ist die Forstwirtschaft mit Naturwaldreservaten, die ja im Aufbau begriffen sind, auf einem guten Wege „Urwald aus zweiter Hand“ anzulegen. Das nötige ökologische know how ist vorhanden und schenkt ein wenig Hoffnung in Zeiten des Waldsterbens. Allerdings wird uns bereits im Oktober, wenn die diesjährigen Waldzustandsberichte vorliegen, jegliche Waldeslust vergehen und der nächste „Waldschock“ wird uns erreichen: Denn es ist jetzt schon ein wissenschaftlicher Fakt, dass nun auch die Buchen an Wurzel und Wipfel leiden, eine Baumart der es bisher noch recht gut ging. Ein Förster muss in großen Zeiträumen denken können, weil vor allem Laubbäume für ihr Wachstum viel Zeit brauchen. Doch was hilft es derzeit Neupflanzungen für zukünftige Mischwälder anzulegen, wenn kein Regen vom Himmel fällt? Und dies wirft die Frage an die Politik auf: Wo bitte geht’s zum Klimaschutz? Was hilft es wenn die rheinlandpfälzische Umweltministerin sich für nachhaltige Forstwirtschaft einsetzt aber ihr Kollege der Wirtschaftsminister seinen recht altmodischen Wirtschaftstraum träumt? Beide stehen in der Verpflichtung eine politische Alternative von Ökonomie und Ökologie zu erarbeiten. Die Wirtschaftspolitiker wollen ungebremstes Wachstum allerdings nicht von Bäumen sondern von der Industrie, was ja in der Vergangenheit zur Folge hatte, dass das Waldsterben immer schlimmer wurde. An erster Stelle dieser Waldvernichtungswirtschaft steht des deutschen liebstes Kind: Das Auto! Und hier gibt es wirklich nichts zu verdrängen! Die unvorstellbaren Mengen der Autoabgase, die von den Verbrennungsmotoren abgegeben werden lasten über dem ganzen Land und schaden dem Wald am meisten. Nebenprodukte dieser giftigen Dunstglocken bemerken die Bürger unter anderem als Atembeschwerden und Herz-  Kreislaufstörungen, hierüber sollte sich einmal die Gesundheitsministerin Gedanken machen. Letztendlich trägt aber jeder Einzelne die Verantwortung für den Wald. So steht die Politik als auch der Bürger in der Verantwortung, schneller und wirkungsvoller zu handeln. Es wäre einfach ein unsoziales Verhalten wenn wir die Probleme auf die nachfolgenden Generationen abwälzen würden, wie das zur Zeit vielfach geschieht. Der in dem Rheinpfalz Artikel erwähnte Paradigmenwechsel in der Forstwirtschaft ist längst schon eingeleitet, jetzt ist die Wirtschaft gefragt ob sie Einsicht zeigt sonst wächst bald nichts mehr ausser dem wirtschaftlichen Wachstum und das wäre katastrophal für den Wald und die Biossphäre.

hukwa

Dienstag, 28. Juli 2020

Der Wald ein schützenswerter Lebensraum


Die Rheinpfalz gibt in einer Serie Tipps für Urlaub vor der Haustür und lädt damit Scharen von Besuchern in den Pfälzerwald ein. Nun ist ja der Wald für alle da, allerdings sollte man ihn nicht nur nutzen sondern auch schützen! Als Beispiel steht hierfür aktuell das Naturschutzgebiet Karlstalschlucht, welches im Moment von Besuchern regelrecht überfüllt ist. Da wird die Berghänge hinaufgeklettert, Hunde tollen in der Moosalb, oft wird der Abfall oberflächlich im Wald liegen gelassen. Kurzum der Wald wird hier nur genutzt aber nicht geschützt. Wenn eine Tageszeitung Urlaubstipps vor der Haustür anbietet dann doch bitte auch den ökologischen Hintergrund eines Waldgebietes beschreiben und darauf hinweisen, dass man hier nicht einfach tun und lassen kann was man will. Eigentlich sollte jedes Waldgebiet als Naturschutzgebiet gelten. Inzwischen dürfte wohl jeder wissen, dass es um unseren Wald nicht gerade gut bestellt ist, schon aus diesem Grunde müssen wir ihn etwas liebevoller behandeln!
Ein Naturschutzgebiet ist ein rechtsverbindlich festgesetztes Gebiet, in dem ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft erforderlich ist  zur Erhaltung von Lebensgemeinschaften oder Lebensstätten bestimmter wildwachsender Pflanzen und wildlebender Tierarten aus wissenschaftlichen, naturhistorischen und landeskundlichen Gründen und wegen der Seltenheit und Schönheit der Landschaft. Auf diesen Schutz hinzuweisen gehört auch zu den demokratischen Aufgaben einer Tageszeitung. Ein Naturschutzgebiet (letztendlich jedes Naturgebiet) bedarf des intensivsten Flächenschutzes und ist somit wichtigste Grundlage für einen effektiven Biotop- und Artenschutz. Das Klagen über den Artenschwund nützt nichts wenn keine Maßnahmen folgen und wenn von den Medien dieses Problem nicht intensiv erörtert wird. Wenn man die Menschen in die Wälder einlädt dann bitte auf die ökologischen Rahmenbedingungen aufmerksam machen. Der Konflikt zwischen Ökonomie und Ökologie, der zu den großen Problemen unserer Zeit gehört ist in vielen Situationen lösbar, wenn die Menschen sich an die Bestimmungen halten.
Das Karlstal liegt im Biosphärenreservat Pfälzerwald, dieser Begriff hat eine weitergehende Bedeutung, weil er nicht nur die biologischen Phänomene anspricht. Innerhalb eines Biosphärenreservates geht es vor allem um die nachhaltige Entwicklung einer Region und der Menschen die dort leben und deren Wirtschaften und Zusammenleben mit der Natur. Je mehr Menschen in einem Naturschutzgebiet von den Wegen abweichen, Pflanzen am Wegrand pflücken darunter seltene und geschützte Arten, desto weniger verdient ein solches Gebiet als „Reservat“ bezeichnet zu werden. Auf den Erhalt und den Schutz solcher Naturgebiete sollte immer wieder hingewiesen werden wenn man die Menschen einlädt „Urlaub vor der Haustür“ zu machen. 

hukwa

Sonntag, 21. Juli 2019

Leserbrief: „Das Leid der Bäume“

 
Foto©UteKW

Man spricht von einer „Jahrhunderkatastrophe“ doch das Waldsterben hat bereits in den 1970ziger Jahren begonnen. Forstunternehmen und Privatwaldbesitzer klagen über Kosten, doch der Wald ist mehr als ein Kostenfaktor. Wir alle tragen Verantwortung für den Wald. Sie muss jedem einzelnen eine Verpflichtung sein, schneller und effektvoller zu handeln als es die derzeitigen politischen Programme vorsehen. Der Wald ist schließlich mehr als eine Ansammlung von Bäumen zur Rohstoffherstellung. Was der einzelne Baum für den Menschen an Wert darstellt lässt sich ganz einfach aufrechnen: Schon eine einzige, ausgewachsene Buche von ca. 25m Höhe und einer Gesamtblattfläche von 1600m² setzt an einem Tag ungefähr 7000 l Sauerstoff frei, das ergibt ungefähr 35 Kubikmeter sauerstoffreiche Atemluft, das genügt um den Tagesbedarf von etwa 50 Menschen sicherzustellen. Rechnet man das auf die Gesamtfläche des deutschen (und weltweiten) Waldes um, wird einem schnell klar wie unentbehrlich Wälder für jedes niedere und höhere Leben auf unserem nicht mehr so blauen Planeten sind. Ohne die ausgleichende und regenerierenden Hochleistungen des Waldes gibt es kein Leben auf dieser Erde. Den Wald darf man doch nicht als Kostenfaktor sehen sondern als Überlebensfaktor. Wir nähern uns nicht nur dem Alptraum eines entwaldeten Mitteleuropas, sondern einer weltweiten Entwaldung. Wir tragen nicht nur die Verantwortung für den Sauerstoff den wir heute einatmen, sondern auch dafür, dass für unsere Kinder und Enkelkinder noch genug Luft zum Atmen übrigbleibt. Wir alle wissen um die Schadstoffe die den Wäldern zusetzen und wir alle sind für das Waldsterben verantwortlich, da kann sich kein Autofahrer und kein Flugzeuggast herausreden. Was wir derzeit unbedingt benötigen um die Katastrophe aufzuhalten ist die praktische Umsetzung von Nachhaltigkeit, nicht nur reden sondern auch handeln. Wir wissen, dass die derzeitige Politik mehr Wert auf ökonomisches Wachstum legt als auf ökologisches Handeln. Das Horrorszenario wird wahrscheinlich weitergehen bis nichts mehr wächst ausser der Ökonomie. Und eines dürfte jetzt schon klar sein: Jene die nach uns kommen werden uns verfluchen!
hukwa

Dienstag, 18. Dezember 2018

Kattowitz - das war ein Witz

Unsere derzeitige Menschheitsgeschichte und der in ihr wirkende Wahnsinn hat bald jenes unwiderrufliche Stadium erreicht wo wir leider davon ausgehen müssen, dass das Ziel unserer Geschichte deren Vernichtung ist. Das symbolische 5 vor 12 Geschwätz nähert sich langsam seinem Ende aber trotzdem trifft die Politik ihre irreparablen Entscheidungen zugunsten des materiellen Wohlstands und Konsumwachstum. Es besteht seit langem kein Zweifel mehr, dass die Lernfähigkeit unserer PolitikerInnen und VolksvertreterInnen trotz andauernder Ökokatastrophen äusserst beschränkt zu sein scheint. Oder haben wir es hier einfach mit gekauften, skrupellosen PolitikerInnen zu tun die inzwischen zu einem nicht mehr tragbaren Sicherheitsrisiko für den Bürger geworden sind? Wie es scheint wird sich ihr Geld, ihre gekauften Experten und deren Expertisen durchsetzen und zwar auf Kosten der großen Minderheit. Das in Kattowitz beschlossene „Regelbuch“ ist doch nichts anderes als scheinheilige politische Interpretationsakrobatik, eine Hinhaltetechnik mit der man die Menschen beruhigen will. So wie die ökologische Realität aussieht müssen unsere Kinder und Enkelkinder bald ein Leben führen das überhaupt keine Erinnerung mehr an Leben enthält! Und das alles weil selbstsüchtige Wirtschaftsbosse und die von ihnen gekauften Politiker meinen sie seien die Herren dieser Welt!

Allein so dumme Sprüche wie die von der deutschen Bundesumweltministerin das „von Kattowitz das Signal ausgehe, dass wir beim Klimaschutz nicht stehen bleiben dürfen, sondern gemeinsam immer besser werden müssen“ fordert doch schon zum Hohngelächter auf. Bisher ging von jedem Klimagipfel ein „Signal“ aus, doch hinterher wurde es immer dunkler.

Ich weiß nicht was in Kattowitz geschaffen wurde politische Fakten waren das nicht, eher ein Weihnachtsmärchen.
hukwa

Dienstag, 27. März 2018

Krähennotizen oder was den Mensch so antreibt

Gestern Abend in den Nachrichten: In Frankenthal will man die Saatkrähen Kolonien weghaben. Sie machen zu viel Dreck, beschmutzen die Autos und machen einen kaum noch ertragbaren Lärm. Sie sind so laut das sie sogar die Autogeräusche übertönen.
Die deutsche Sauberfrau und der deutsche Saubermann lassen sich das nicht länger bieten. Die Krähen müssen weg! Man überlegt schon ob man ihre Nistbäume absägen soll, das wäre der einfachste Weg. Die Bäume stören im Herbst noch wegen des Laubfalls.
Noch weiß man nicht genau wie man dieser Plage Herr werden kann. Wer des Deutschen Lieblingskind - das Auto - verschmutzt wird zum Staatsfeind erklärt.Hinzu kommt dass diese Krähen die in Massen auftreten aus dem Osten kommen und hier gar nichts verloren haben.
Egal, die Krähen müssen weg.
Das Leid der gequälten Kreatur schreit zum Himmel!
Meiner Meinung nach gehören die Krähen eher zur Krone der Schöpfung als der Mensch.
Keine Krähe hat die Vernichtung des Planeten vor. Der Mensch aber dieses verruchte Wesen vernichtet tagtäglich.
Die Dummheit und Rohheit des Menschen ist grenzenlos.
hukwa

Samstag, 5. November 2016

Leserbrief: Landauer klagen über Saatkrähen – Invasion.

Die Rheinpfalz vom 4.11.2016.

Das man sich über Lärm und Dreck der wohl in allen Städten vorherrscht aufregt kann ich verstehen. Das man sich allerdings über den Lärm und Dreck von Saatkrähen aufregt ist für mich unbegreiflich. Was man hier als Lärm bezeichnet ist doch nur eine Stimme der Natur. Autos machen weitaus mehr Lärm und stoßen dabei noch ungesunde Abgase aus. Hoffen möchte ich, dass die EU den Schutzstatus für Krähen nicht aufhebt.
Nebenbei sollte man auch bedenken, dass es sich bei dieser Tiergattung um besonders hochentwickelte Singvögel mit großem Lernvermögen handelt. Man muss nicht immer gleich auf das Schießgewehr hoffen, wenn sich eine Population etwas stärker entwickelt. Wenn die Bestände der Habichte sich etwas erholen könnten, würden diese Raubvögel auf „Krähenjagd“ gehen und das Eingreifen des Menschen überflüssig machen. Doch diese Raubvogelart haben wir bereits vor Jahrzehnten fast vernichtet, weil die Population den Brieftaubenzüchtern zu groß wurde.
Wahrscheinlich sind bei den Krähenbeständen von Landau bereits sogenannte „Herbstkrähen“ dabei. Im Herbst und Winter nämlich ziehen Saatkrähen, zusammen mit den kleineren Dohlen, zu Zehntausenden aus dem Osten nach Mitteleuropa und verstreuen sich hier. Diese Vielzahl an Krähen von denen auch ein Teil in die Städte fliegt und dort in Parks und Anlagen nach Futter sucht, täuschen dann einen größeren Bestand vor, der aber nur in den Wintermonaten vorhanden ist.
Ab Frühjahr also wird es dann auch für die Landauer wieder ruhiger und jene die sich vom Lärm der Krähen belästigt fühlen können dann wieder ganz konzentriert die städtische Geräuschkulisse
genießen.
Ich könnte mir vorstellen, dass Bewohner die im Bereich der Einflugschneisen des Flughafens im Großraum Frankfurt wohnen, den Fluglärm gerne gegen das Gezeter der K;rähen eintauschen würden. Zu Demonstrationen wird es wohl wegen der „Krähenplage“ in Landau nicht kommen. Man benötigt auch kein Expertenforum wenn man sich mit dem Verhalten dieser Vögel beschäftigt, denn dies ist ganz natürlich.
Diese Vögel haben das gleiche Recht auf unsere Mitwelt wie alle andere Wesen auch.
Die wenigsten regen sich darüber auf, dass jährlich tausende von Rehen, Hasen und Igeln tot gefahren werden, warum also die Aufregung wegen ein paar lärmender Krähen? Andere Städte kennen genau denselben Zustand und haben längst ihren Pakt mit der Ökologie geschlossen. Kinder erfreuen sich sogar an den vielen Vögeln.
In Landau geht es wohl weniger um ein Problem als um einen Konflikt mit der störenden Vogelwelt.
Es wäre doch mehr als traurig, wenn ausgerechnet Menschen, die schließlich als vernunftbegabte Wesen gelten, dieses letztendlich von ihnen selbst geschaffene Problem (Ausrottung der natürlichen Feinde der Saatkrähe) nicht lösen könnten. 
hukwa

Montag, 31. Oktober 2016

Leserbrief: Die Rheinpfalz v. 20.10.2016 – Artikel: Luchs

Dass Luchse Schafe und Ziegen reißen ist absolut natürlich, schließlich liegt dies in der Natur dieses Raubtieres. Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass in Zukunft weitere Ziegen und Schafe dem Luchs als Beute dienen werden. Es mag sich etwas grausam anhören, doch dieser Beutezug des Luchses zeigt, dass sich die Tiere im Pfälzerwald inzwischen heimisch fühlen.
Dass der Luchs solche Raubzüge unternehmen wird hat man schon vor seiner Auswilderung im Pfälzerwald gewusst und die Rheinpfalz hat hier mit einer Reihe von Veröffentlichungen eine gute Öffentlichkeitsarbeit für das vom Aussterben bedrohte Raubtier gemacht.
Es gibt in Europa einige Länder in denen große Schafherden gehalten werden und das in direkter Nachbarschaft mit Luchs und Wolf. Herdentierhalter hierzulande sollten sich einfach einmal informieren welche Maßnahmen in Frankreich oder anderen Ländern, in denen die Raubtiere zuhause sind, ergriffen werden, damit die Schäden nicht zu stark ausfallen.
Es sollte nun darauf geachtet werden, dass der Luchs nicht dämonisiert wird.
Wenn wir es einmal aus unserer Naturgeschichte heraus betrachten, hatten Mensch und Luchs einst eine ähnliche Lebensweise, beide waren erfolgreiche Jäger und töteten die gleichen Beutetiere. Die Evolution hat aus dem Menschen ein zivilisiertes Wesen gemacht. Der Luchs ist Jäger geblieben. Dies hatte schließlich zur Folge das ein Jahrhunderte langer Ausrottungsfeldzug gegen den Luchs begann.
Was als sicher gelten kann ist, dass auch der Wolf in den Pfälzerwald zurückkehren wird, und hier ebenfalls auf Beutezug geht. Beide Tierarten gehören ja letztendlich ursprünglich in den Pfälzerwald und haben schon hier gelebt als dieses Waldgebiet von den Menschen noch nicht in Besitz genommen war.
Ökologisch gesehen ist die „Heimkehr dieser Wildtiere“ etwas positives!
Das Reißen von Herdentieren ist nur eine Anpassung an ihre Umwelt. Und diese Umwelt ist nun wieder der Pfälzerwald geworden. Natürlich nur, wenn wir ihn überleben lassen!
Der Luchs hat das gleiche Recht in diesen Wäldern zu leben wie der Mensch auch. Schließlich sind wir Menschen nicht die Krone der Schopfung – im Gegenteil – wir sind ihr schwächstes Glied. 
hukwa

Dienstag, 15. März 2011

Leserbrief an Tageszeitung

Leserbrief: Die Rheinpfalz vom 15.3.2011; Pfälzische Volkszeitung

Artikel: Frustriert über gefällten Baum

Es tut weh wenn man erfährt, dass immer mehr alte Bäume wegen einigen wenigen Ignoranten im Landkreis, langsam verschwinden. Gut, dass uns die Tageszeitung darüber auf dem laufenden hält, sonst wären gewiss schon mehr Bäume klammheimlich abgesägt worden.

Manchmal frage ich mich was das für Menschen sind denen manche Bäume ein „Dorn im Auge“ ist. Ich kann die Frustration von Frau Groß verstehen, vor allem über die typischen amtlichen Kleinkariertheiten. Man kennt ja die Argumentationen Pilzbefall, Verholzung, Morsch etc. Die Stockborner Eiche so wie diese in der Landschaft stand stellte doch keine Gefahr für die Öffentlichkeit dar. Auch kann ich mir nicht vorstellen das sich während eines Sturmes irgendjemand unter einen Baum setzen würde. Es ist wie überall heutzutage, man fällt die alten ehrwürdigen Bäume und argumentiert damit ein „neuer Baum würde hinterher gleich gepflanzt“ und schon meint man seine Hände in Unschuld zu waschen. Einfache Schildbürgermentalität! Die Baumfäller und Verantwortlichen sollten sich in Zukunft bei solchen Raubbau – Aktionen etwas ökologisch kundig machen, das ist heutzutage im Zeitalter der Information nicht schwer, für Menschen die im 21.Jahrhundert angekommen sind. Nur ein Beispiel: Ein etwa 80 bis 90 jähriger Laubbaum tut den Menschen nur gutes. Wenn solch ein Baum im Licht photosynthetisch aktiv ist, gibt er etwa genau so viel Sauerstoff an die Atmosphäre ab, wie er an Kohlendioxid aus dem Luftraum zur Bindung in organischen Molekülen aufnimmt. Schon eine einzige ausgewachsene Eiche oder Buche kann an einem Tag ungefähr 7000 Liter Sauerstoff freisetzen. Das ergibt etwa 35m³ sauerstoffreicher Atemluft- genug um den Tagesbedarf von über 50 Menschen sicher zustellen. Ohne diese ausgleichende und regenerierenden Leistungen der Bäume gäbe es auf Dauer kein höheres Leben in der jetzigen Form auf der Erde.

Nebenbei noch bemerkt: Das Jahr 2011 wurde zum „Jahr der Wälder“ gekürt, so dass wir einen sensibleren Umgang mit unserem Freund dem Baum lernen sollen. Könnte es möglich sein, dass die Verantwortlichen bisher davon noch nichts gehört haben? Da wären wir schon wieder bei der Information und ein bekannter Ökologe hat vor einiger Zeit behauptet: „Ökologische Information sei die härteste Währung“, darüber sollte man in einer Zeit der Umweltkrisen unbedingt einmal nachdenken, bevor man die Motorsägen aufheulen lässt. Bliebe noch zu bemerken, dass Bäume dem Allgemeinwohl dienen was man leider von einigen Menschen nicht behaupten kann, vor allem wenn es um unsere Mit- und Umwelt geht.
hukwa