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Mittwoch, 19. November 2025

Novembereinsamkeit

Heute Morgen fiel Schnee.unten stehendes Gedicht, eine Momentaufnahme beim Morgenspaziergang.
November 
früher Schnee 
Dämmerung den ganzen Tag 
nur am Waldrand einsam steht 
unter der Eiche ein Reh. 
hukwa

Samstag, 2. Dezember 2023

Metalandschaft

Jetzt da draussen die Landschaft vom Schnee verzaubert ist, erscheint der Wald wie ein wehender Vorhang, hinter dem sich eine transzendente Wirklichkeit verbergt. Man muss nur wissen wie man den Vorhang beiseite schiebt um in diese Wirklichkeit einzutreten. 
hukwa 

Dienstag, 19. Oktober 2021

Tage im Herbst-Schatzkiste der Kindheit

Der Herbst und der Winter ist die Zeit der Erinnerungen und Zeitreisen ins Land der Kindheit. Erinnerungen an Landschaften der Vergangenheit. An grüne Wiesen, an Herbstabende, den Geruch von Kartoffelkrautfeuer im Feld. All das soll vergangen sein? Nein! Die Vergangenheit lebt weiter, sie ist eine eigene Welt in der Welt. 
Früher Herbstmorgen 
Zeit des sich Erinnerns 
Hinabtauchen in die Flut 
vergangener Tage 
ich beobachte das Rotkehlchen im Garten 
Damals wie Heute 
ein Spaziergang durch den Herbstnebel 
eingeschlossen im Dunst 
des 
Gestern und Heute 
die Schatzkiste der Kindheit. 
hukwa

Mittwoch, 24. Oktober 2018

„Auf dem ältesten Altare der Menschheit stehend“

Gedanken beim Besteigen eines Berges bei Trippstadt

Foto©UteKW

An solchen Orten erkennnnt man dass Natur vielmehr ist als das wissenschftlich Messbare oder wirtschaftlich Verwertbare. Solche Plätze sind ein Sinnbild für seelische und kosmische Verbindungen. Es sind Landschaftsräume von Andacht, Demut und Stille. Wenn man sich hier aufhält kommt der Moment wo der Geist zwischen Tag und Nacht, Wachheit und Phantasie, zwischen Gegenwart und ältester Vergangenheit weilt.
Einsam auf einem Bergrücken im Pfälzerwald gelegen steht eine seltsame Formation von Buntsandsteien. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren als wären sie einst von Riesen errichtet worden. Es handelt sich natürlich um ein Steingebilde das in der Eiszeit entstand.
Die Anordnung der Felsen ist so bizarr das man davon ausgehen muss dass sich hier in der Frühgeschichte ein heidnischer Kultplatz befand. Verwitterte Ritzungen in den Steinen und kaum noch deutbare Felszeichnugen lassen ahnen dass dieser Platz einst für religiöse Handlungen genutzt wurde.
Etwas entfernt im Gebüsch, von Farn und Brombeerranken bedeckt, liegt ein spitz zu laufender Stein von etwa drei Meter Länge bei dem es sich um einen Menhir handeln dürfte. Eine Vertiefung auf der Buntsandstein Formation hat die gleichen Umrisse wie der Sockel dieses Steins. Noch etwas weiter entfernt findet sich eine Steinanlage die mit Sand ausgefüllt ist und bei der es sich wohl um einen urzeitlichen Grabhügel handeln muss.
Wenn man die Felsformation erklettert hat und auf der Plattform steht auf der mindestens zehn Menschen Platz haben empfängt einem das erhabene Schweigen dieser mystischen Waldlandschaft. Wie Mahner oder Wächter stehen die mächtigen Buchen und Eichbäume hier. Die darauf achten dass die moderne und entmytologisierte Gegenwart hier nicht so einfach eindringen kann. Der Weg hier herauf führt vorbei an abgelegenen Felsplateaus, verwunschenen Steinen und dichtem Wald. Die Moose an den mächtigen Buntsandsteinblöcken erscheinen wie Metaphern für das zähe Überleben dieses mythischen Raums. Wie schlafende Riesen mahnen sie uns an ein goldenes mythisches Zeitalter. Auf der Bergkuppe weilend scheint sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu Vereinen. Es ist der Moment wo sich die Gedanken einem Höherem, einem Anderen zuwenden. Und dieses Andere scheint jetzt in seiner urgewaltigen, archaischen Sprache zu sprechen. Es ist als würde sich ein Vorhang Lüften der für einge Sekunden einen Blick in die Frühgeschichte der Menschheit preisgibt. Und im leisen rauschen der Bäume, im Rascheln der trockenen Blätter und im Wispern des Windes scheint plötzlich die Stimme Goethes zu ertönen:
„In diesem Augenblick, da die inneren anziehenden und bewegenden Kräfte der Erde gleichsam unmittelbar auf mich wirken, da die Einflüsse des Himmels mich anher umschweben, werd ich zu höheren Betrachtungen der Natur hinaufgestimmt, und wie der Menschen Geist alles belebt, so wird auch ein Gleichnis in mir rege, dessen Erhabenheit ich nicht widerstehen kann. So einsam sage ich zu mir selber, in dem ich diesen ganzen nackten Gipfel hinabsehe und kaum in der Ferne ein gering wachsendes Moos erblicke, so einsam sage ich, wird es dem Menschen zu Mute, der nur den ältesten, ersten, tiefsten Gefühlen der Wahrheit seiner Seele öffnen will. Da kann er zu sich sagen: Hier, auf dem ältesten ewigen Altare, der unmittelbar auf die Tiefe der Schöpfung gebaut ist, bringe ich dem Wesen aller Wesen ein Opfer dar“.

hukwa

Freitag, 19. Oktober 2018

Wie kommt der Stein zu seinem Sein


Foto©UteKW


Sie haben eine starke Ausstrahlung die riesigen Felsen im Karlstal. Aus Sicht der Geomantie ist das Karlstal ein großer, sakraler Landschaftstempel. Die mächtigen Felsen in diesem Tal scheinen ihr eigenes Sein zu führen.
Der russische Wissenschaftler Vernadsky sah das Leben auf der Erde als eine „Dispersion des Gesteins“. Er ging von einer sich über Milliarden von Jahren erstreckenden Umgestaltung des Gesteins aus, in deren Verlauf sich der Stein von der Mikrobe zum Menschen in immer komplizierteren Lebensformen transformierte. So gesehen ist der Stein einer der ältesten Verwandten von uns. Wie das Salz der Meere gehören auch Mineralien zu den „Urbausteinen“ unseres Körpers. Das „Fundament“ unseres Körpers ist ja letztendlich nichts anderes als „Sternenstaub“. Der Regen schuf Rinnen in die Felsblöcke und transformierte in einem Zeitraum von Jahrmilliarden feinste Staubkörner samt Gesteinssalzen in die Meere denen dann das Leben entstieg. So existiert in uns das Reich der Mineralien, der Pflanzen und der Tiere. Die ganze lange Naturgeschichte ist in uns vorhanden.
Wer weiß, vielleicht haben Felsen deswegen manchmal fast menschenähnliche Züge sie sind ja entfernte „Verwandte“ von uns.
Das wirklich Ur-sächliche in der Natur ist immer Symbolon. Deshalb können wir die Natur in ihren Tiefen nur deuten, wenn uns soweit unser eigenes Wesen von innen her in lebendigen Bezug zu seinem schöpferischen Urgrund steht, der eben auch der Urgrund von Natur und Kosmos ist. Von dorther erhält unser Bewusstsein seinen Inhalt, dem wir dann einfach ein rationales Kleid geben müssen um überhaupt zu verstehen. Man könnnte auch sagen „der Stein lässt seine Masken fallen“. In dem wir anfangen dies zu begreifen wird uns klar, dass wir das „Unsichtbare“ sichtbar machen und zwar als lebendiges Symbol innerer Wirklichkeit.

hukwa

Freitag, 21. September 2018

Herbst Tag und Nachtgleiche

Fotos©UteKW
Herbst Tag und Nachtgleiche 

Grauer Herbst zog heute auf
verdrängt die sonnnige Tage
Sommer verfällt zu Erde
noch wuchert die fleckige Nessel am Hang
der Himmel geschwärzt von Staren
der alte Brunnen am Strassenrand
vom Blätterfall begraben
im Schlosspark unterm Birnbaum
ein letzter Hornissentanz
daneben im Blätterskelett
die Eberesche mit glutroter Frucht
auch sie ist schon
auf den Winter eingeschworen.
hukwa

Donnerstag, 30. November 2017

Innere Stimmung bei Neuschnee

Heute morgen bin ich aufgewacht und als ich aus dem Fenster schaute war die Landschaft über Nacht weiß geworden. Dem Schnee wohnt eine Magie inne. Jedenfalls empfinde ich dies als Landbewohner so. Neuschnee macht in mir Platz für Phantasie und Romantik. Ich komme dann in die Stimmung Gedichte zu schreiben. Wie andere eine Stimmung mit dem Fotoapparat auffangen tue ich dies mit Versen. Es zieht mich hinaus in die Wälder und von dort bringe ich die Poesie mit nach Hause.
hukwa

Dienstag, 17. Januar 2017

Die Öffnung der Landschaft

Komme gerade von einem langen Spaziergang durch den vereisten winterlichen Wald zurück. Zu jeder Jahreszeit kann man die Landschaft als Zustimmung erleben. Wenn sich Landschaft für uns "öffnet" ist es dann nicht so als treten wir ein in den Garten Eden?
Landschaft ist eben mehr als nur Kulisse und Staffage, die unerschöpfliche Vielfalt ihrer Formen und Farben vermittelt dem der bewusst in ihr wandert und sie in seiner Seele aufnimmt das große Geheimnis der Natur, es dringt in uns ein mit seinem Zauber, Geheimnis und seiner natürlichen Sinnlichkeit.
Die Erfahrung von Landschaft macht uns zu Teilhabern der natürlichen Erscheinungen. Das Biotop Natur wird für den Menschen zum Psychotop.
hukwa

Donnerstag, 14. Juli 2016

Der Dienst der Pflanzen

Kontemplativ und meditativ so sollten wir uns der Erde und ihren Geschöpfen nähern. Wenn wir dies tun dann lernen wir die Sprache der Erde und ihrer Geschöpfe zu verstehen. Der Sommer hat nun seinen Zenit erreicht. Jetzt muss man sich in Wahrnehmung üben. Es ist die beste Zeit um mit Pflanzen in Kontakt zu treten. Im Juli durchwirkt uns ihre Kraft besonders. Nehmen wir sie auf. Der Dienst der Pflanzen an uns Menschen ist still und harmonisch. Wir vergessen allzuoft dass wir ohne sie überhaupt nicht existieren könnten.
hukwa

Sonntag, 2. März 2014

Landschaftssynfonie

Auf meinen täglichen Wanderungen meide ich die Wege die von Spaziergängern bevorzugt werden. Es zieht mich in die Tiefe der Wälder oder in die Weite der Feldflur. Hier kann ich in Ruhe beobachten und die Natur auf mich einwirken lassen. Meine Wanderungen vergleiche ich mit dem Lesen eines Buches. Ich entziffere das Buch der Natur und lasse die Poesie der Landschaft auf mich einwirken. Jede Landschaft hat ihre eigene Stimme, jeder Wald verkündet sein eigenes Gedicht, man muss dem Rauschen des Windes, dem fallen der Regentropfen und dem Gesang der Vögel nur bewusst lauschen und schon hören wir eine wunderschöne Sphärensinfonie.
hukwa

Sonntag, 23. Februar 2014

Ein Morgen voller Daseinsfülle - Gedanken eines Zeitmillionärs

Heute Morgen saß ich für einige Zeit unter einem Haselstrauch der wundervoll duftete. Die Sonne des sich zu Ende neigenden Februars verwandelte die Landschaft ins Frühlingshafte. Auf der Wiese vor mir suchten die Krähen nach Würmern. Direkt neben meinem Sitzplatz durchstöberte eine Waldmaus das Altlaub, einmal kletterte sie furchtlos über meine Füße. Aus den großen Eichbäumen drang das Gurren zweier Hohltauben. Während die Menschen auf der Strasse des Materialismus und der Gewinnsucht ziellos dahinströmen sitze ich hier am Waldrand beobachte die aufkeimende Natur und fühle mich reicher als jeder Millionär. In einem Sinne bin ich auch Millionär - ein Zeitmillionär, ich verfüge über meine Zeit und lass nicht den Materialismus und andere über sie verfügen.
hukwa

Sonntag, 18. August 2013

Lasst uns Eingeborene werden oder Bioregionalismus und Geomantie als ganzheitliche Heimatkunde

Die Berge und Flüsse, die Seen, Wälder und Wiesen sind Teile einer Region und gehören zu ihr wie die Bäume, Kräuter und Tiere. So schreibt Gary Snyder zu recht: "In alten Gebräuchen sind Flora und Fauna ebenso wie Landschaftformationen Teile der Kultur. Die Summe der Kräfte eines Feldes wird zu dem, was wir gemeinhin den "Geist des Ortes" nennen. Kennt man den Geist eines Ortes, begreift man, das man Teil eines Teiles und das Ganze aus Teilen zusammengesetzt ist, von denen wiederum jeder für sich genommen ganz ist".
Dieses Gefühl einer Ganzheit und einer "dazu-gehörigkeit" ist moderne ganzheitliche Heimatkunde. Die ja nichts anderes ist als Bioreginales Bewusstsein. In dem ich in einer Landschaft heimisch werde, bin ich ein Wiedergeborener, ein "Eingeborener". Ich werde in etwas hineingeboren und bin fort an Teil der "großen Kette" von Landschaft, Tier, Pflanze und Menschen.
Ich gehöre dann in eine Landschaft hinein wenn ich damit beginne mich mit ihr zu identifizieren. Wie der Kleiber am Baum "klebt", mit ihm verwachsen ist, so muss der Mensch mit der Landschaft in der er lebt verwachsen sein: das ist Bioregionalismus.
hukwa

Freitag, 12. April 2013

Ein Naturdenkmal - die alte Burenkiefer (Hindenburgkiefer) bei Johanniskreuz




Sie ist eine der ältesten Kiefern im Pfälzerwald, wenn nicht sogar die älteste! Sie ist ein altes Natur- und Flurdenkmal. Sie erinnert mich immer an die Kiefer Merlins am alten Brunnen von Barenton.
hukwa

Dienstag, 5. März 2013

Auf keltischen Pfaden

Die keltische und vorkeltische Zeit meiner Heimat hat mich schon immer in ihren Bann gezogen. Es liegt ein Zauber über dieser Zeit sonst würde sie mich nicht so interessieren. Schon als Kind zogen mich die mysteriösen Steingebilde meiner heimatlichen Region magisch an. In einer Gewanne die "Sprungfeld" (Flurname) hieß fand man ein Steinbeil aus der Jungsteinzeit. Wenige Meter von diesem Fundort entfernt stand ein "Hinkelstein", wohl aus vorkeltischer Zeit. Hier fand man auch einen Eisenbarren der Heute in Kaiserslautern im Theodor Zink Museum aufbewahrt wird. Es gehört zur eigenen Wurzelsuche das man sich mit solchen Dingen beschäftigt. Somit wird Heimatgeschichte zur lebendigen Geschichte, weil sie nicht abstrakt ist man kann sie fassen. Auf meinen Wanderungen durch die Wälder bewege ich mich oft auf uralten Wegen, von denen nachgewiesen ist dass bereits Kelten und Römer sie nutzten. Wenn ich einsam auf diesen Wegen wandere scheint es mir als trenne mich nur eine kleine Nebelwand von der uralten Vergangenheit dieser Landschaft.
hukwa

Mittwoch, 27. Februar 2013

Die Kraniche Ziehen wieder

Heute Morgen konnte ich den ersten Kranichzug während meiner Morgenwanderung beobachten. Ein Blick in mein Bukolisches Tagebuch bestätigte mir das sie auch in den vergangenen Jahren zur selben Zeit über Trippstadt geflogen sind und auf einer großen Waldwiese wie immer eine Rast einlegten. Das Frühjahr ist nicht mehr fern wenn die Kraniche tanzen. Im Karlstal konnte ich vor ein paar Tagen einen Silberreiher beobachten, es ist das erste mal das dieser Vogel der eigentlich im Balkan beheimatet ist bei uns auftaucht. Der Graureiher ist schon immer hier, doch das der Silberreiher jetzt auch hier ist, zumindest im Winter ist eine große Überraschung für mich.
hukwa