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Dienstag, 21. November 2023

Der verborgene Mythos in uns

Realistisch ist, dass der Mythos mit tatsächlichen Begebenheiten in Beziehung steht. Ob Ilias oder Odysee, Gral oder ägyptische Mysterien, der Mythos lebt in uns. Sein eigentlicher Ursprung ist zweifelsohne das Unbewusste.  In den "Schichten" unseres tiefsten Bewusstseins ist der Mythos abgelagert. Und über das mythisch Unbewusste haben wir Anteile am Mythos. 
hukwa 

Sonntag, 5. November 2023

Das Begräbnis des Patroklos

Eine Abhandlung zur vergleichenden Mythologie

Patroklos ein Freund des Achilleus, mit dem er zusammen erzogen worden war, hatte beim Würfelspiel versehentlich einen Knaben erschlagen, er floh zu Peleus wo sich auch Achilles befand. Mit ihm zog er nach Troia und kämpfte mit Hektor. Bei seinem vierten Angriff auf die Mauern Troias betäubte ihn Apollon durch einen Schlag, so fiel er in die Hände Hektors, der ihn tötete. Seine Rüstung wurde eine Beute des Hektor, sein Leichnam aber von Menelaos gerettet. Achilleus rächte den Patroklos, tötete Hektor vor den Mauern Troias im Kampf, da er die Schwachstelle der Rüstung hektors kannte und leitet damit die Wende des Krieges ein.

Rohde hat in dem Bestattungsritual bei Patroklos einen uralten einst lebendigen Glauben nachgewiesen (Psyche I, 14.):

„Am abend des Tages, an dem Hektor erschlagen ist, stimmt Achill mit seinen Myrmidonen die Totenklage um den Freund an; dreimal umfahren sie die Leiche; Achill, dem Patroklos die „mörderischen Hände“ auf die Brust legend, ruft ihm zu; „Gruß dir, mein Patroklos, noch an des Aides Wohnung“; was ich dir zuvor gelobt, das wird jetzt alles vollbracht. Hektor liegt erschlagen als Beute der Hunde, und zwölf edle Troerjünglinge werde ich an deinem Totenfeuer enthaupten. Nach Ablegung der Waffen rüstet er den Seinen das Totenmahl, Stiere, Schafe, Ziegen und Schweine werden geschlachtet, „und rings strömte mit Bechern zu schöpfen, das Blut um den Leichnam“. -

In der Nacht erscheint dem Achill im Traume die Seele des Patroklos, zu eiliger Bestattung mahnend. Am Morgen zieht das Myrmiodenheer in Waffen aus, die Leiche in der Mitte führend; die Krieger streuen ihr abgeschnittenes Haupthaar auf die Leiche; zuletzt legte Achill sein eigenes Haar dem Freunde in die Hand:

einst war es vom Vater dem Flussgott Spercheios gelobt, nun soll, da Heimkehr dem Achill doch nicht beschert ist, es Patroklos mit sich nehmen. Der Scheiterhaufen wird geschichtet, viele Schafe und Rinder geschlachtet, mit deren Fett wird der Leichnam umhülltre Leiber werden umhergelegt, Krüge voll Honig und Öl um die Leiche gestellt. Nun schlachtet man vier Pferde, zwei dem Patroklos gehörige Hunde, zuletzt zwölf, von achill zu diesem Zwecke lebendig gefanene troische Jünglinge; alles wird mit dem Leichnam verbrannt; die ganze Nacht hindurch gießt Achill dunklen Wein auf die Erde; die Psyche des Patroklos herbeirufend. Erst am Morgen löscht man mit Wein das Feuer, die Gebeine des Patroklos werden gesammelt, in einen goldenen Krug gelegt und im Hügel beigesetzt.“ Patroklos und später auch Achilles werden auf die Insel Leukos entrückt.

Hier haben wir es mit einem Seelenkult aus vorhomerischer Zeit zu tun, einem urzeitlichen Seelenglauben.

Man findet im Patroklos-Mythos einige Rituale, die sich auch bei anderen Völkern finden. So das Haare abschneiden, die Entrückung auf eine „Zauberinsel“ und die Leichenverbrennung.


Das Haar galt bei vielen Völkern als Sitz der Kraft (z.B. Simsonlegende, mit dem Verlust seiner Haare, verliert der Held auch seine Kraft.). Als ein symbol des Lebens wird das Haar als stellvertretende Gabe statt eines Menschenopfers, dem Toten geweiht oder auch dem Gotte, in dessen Schutz man sich stellt.

Die vergleichende Mythologie geht davon aus das dass Verbrennen des Körpers aus Zeiten des Nomadentums stammt.

Die wandernden Stämme hatten keine bleibenden Wohnsitze, der Krug (Urne) mit der Asche konnte man mitnehmen.

Die in Griechenland verbreitete Trauersitte, sich Asche aufs Haar zu streuen, wird auch von Homer bezeugt. Indische Yogis bedecken ihren Körper mit Asche als Ausdruck das sie das weltliche überwunden haben. Der Asche wird kathartische und apotropäische energie zugeschrieben. Asche gilt als geläuterte Materie, aus der der Phönix wieder aufersteht. Der atztekische Gott Quetzalcoat hat aus Asche die Menschen geschaffen.

Jakob Grimm hat angenommen das Verbrennen des Körpers sei eine Weihe an den Gott. Da durch Vernichtung des Leibes mit Feuer eine Abtrennung der Seele vom Körper erfolge und der verstorbene somit nicht mehr als Wiedergänger erscheinen konnte. Wer auf Reisen oder im Kriege starb dessen Leib verbrannte man und schnitt ihm ein Glied vom Körper ab um ihn zu Hause zu bestatten, damit ihm der ihm zustehende Kult zuteil wurde.

Die mythische Geographie weiß von einigen Inseln, Orten und Höhlen wohin die Heroen und Helden „entrückt“ wurden.

Patroklos als auch später Achilles wurden auf die „Insel der Seligen“, Leuke, entrückt. Ein Eiland dass seinen Namen von einer Nymphe erhielt. Diese, verwandelte sich, verfolgt von Hades in eine Silberpappel und wächst seither am Fluss der Erinnerung (M). Wahrscheinlich war sie eine Tochter der flussgottheit Lethe. Dieser Strom des Vergessens aber auch der Erinnerung

(Mnemosyne) bildete die Grenze zwischen dem Tartaros, der Hades unterstand, und dem von Kronos regierten Elysium, den Gefilden der Seligen. Diese Insel stelllt eine Art Paradies dar, das von wilden, aber gezähmten Tieren bevölkert ist und in dem sich die Helden nach ihrem Tod ausruhen. Bei den Griechen galt die Silberpappel als Symbol des lichten Todes im Gegensatz zur Schwarzpappel, die als unheilbringend galt.

Die „Insel der Seligen“ ist ein Ort mythischer Geographie ähnlich Avalon, Shambala und Atlantis.

Über die Insel Leuke schreibt Rohde:

„Man will sie wiedererkennen in der „Schlangeninsel“, die vor der rumänischen Küste liegt. Es war eine unbewohnte, dicht bewaldete, nur von zahlreichen Vögeln belebte Insel, auf der ein Tempel und ein Standbild des Achill sich vorfand, darin ein Orakel, jedenfalls (da es ohne menschliche Dazwischenkunft fungierte) ein Losorakel, dessen sich die Anlandeten selbst bedienen konnten.

Die Vögel- wohl als Verkörperung von Heroen gedacht- reinigen jeden Morgen mit ihrem im Meerwasser benetzten Flügeln den Tempel. Menschen dürfen auf der Insel nicht wohnen, aber oft landen Schiffe auf ihr, die dann vor der Nacht (wo die geister umgehen) wieder abfahren müssen. Der Tempel zeigte zahlreiche Weihegeschenke, griechische und lateinische Inschriften; opfer brachten die Landeten dem Achill von den Ziegen die auf der Insel ausgesetzt waren und dort wild lebten. Bisweilen erschien achill des Besuchern der Insel, andere hörten ihn den Päan (feierlicher Gesang zur verehrung Appolons) singen. Helena ist ihm als Gattin zugeteilt; auch die beiden Aios und Antilochos sind auf diese Insel entrückt“.

Die „Insel der Seligen“ gehört also zum Totenreich. Allerdings besteht keine Ähnlichkeit mit dem Hades. Es gehört zu den wichtigsten Erkenntnissen der Mythologie Griechenlands, das zwischen Homers Mythologien und denen des Volkes oft starke unterschiede bestehen. Das berüchtigte „Reich der Schatten“, ist eine literarische Schöpfung Homers. Seit den frühen Tagen der Homerforschung besteht ein Streit um die Lage des homerischen Totenreichs. Manche vermuten es unter der erde andere wieder oberhalb.

Erwin Rohde der nicht nur ein Kenner der Werke Homers war sondern sich auch intensiv mit der griechischen Volksmythologie auseinandersetzte schrieb:

„Die Unterwelt (auch erebos=unterirdische Finsternis) ist durch ein Gewässer von der Oberwelt abgegrenzt; die Toten werden von einem Fährmann (Charon) übergesetzt. Die ilias kennt als einzigen Unterweltsfluss, die schwarze Styx, die Odysee, nennt noch den Acheron, mit seinen Nebenflüssen. Die im einzelnen schwankenden Vorstellungen deuten jedenfalls daraufhin, dass man sich gewaltige Unterweltsströme dachte, mit denen die Gewässer der Oberwelt in Zusammenhang stehen; gewisse stellen des griechischen Festlandes, galten als Zugänge zum Hades. Den lebenden brachte der Genuss stygischen Wassers den Tod, konnte aber auch (wie bei Achill das Styxbad) unsterblichkeit verleihen.“

Das Elysium, ist ein schönes Eiland, wo ewiger Frühling herrschte. Dort gelangen nur Seelen hin, denen die Götter, besonders gewogen waren. 

hukwa 


Literaturhinweise:

Homer: Ilias.

E.Rohde: Psyche.

H.Wagner: Mythos Schmied.


Montag, 30. Oktober 2023

Die Wahrheit des Mythos

 Viele Mythen scheinen mit tatsächlichen Begebenheiten in Beziehung zu stehen- wie die Ilias und die Odysee mit dem Kampf um Troja. Dies schließt jedoch nicht die Möglichkeit aus, dass der eigentliche Ursprung der Mythen dass Unbewusste ist. Wir können sagen, dass sich die tieferen Geistesschichten an Geschehnisse "Erinnern", sich dieser Ereignisse bedienen um dem Mythos Ausdruck zu verleihen. 
hukwa

Donnerstag, 27. Oktober 2022

Ewige Gestalten

 Früher Morgen 
Mnemosyne 
Uralte Quelle 
Jenseits der Gezeiten 
Verborgen in der Vergangenheit 
 wo das Gewicht der Erfahrungen 
sich vereint im 
Hier und Jetzt 
und die Priesterin mit dem Goldenen Zweig winkt 
denn 
der Traum ist der Schlüssel 
zu den ewigen Gestalten der Nacht. 
hukwa

Mittwoch, 17. November 2021

Das magische sich Weg-Denken

 Wenn man die Erfahrungen die man mit der Alchemie und der Astrologie macht zum Ausdruck bringen will, benötigt man die Hilfe der Phantasie, damit sie überhaupt vorstellbar werden. Um diese inneren Bilder zu ergründen muss man wie ein Maler vorgehen oder wie ein Dichter, die diese Innerlichkeiten auf Leinwand oder im Gedicht wiedergeben. Alchemie und Astrologie sind mit dem Mythos verbunden und führen auf geheimen Pfaden in eine Welt der Ideen zu der nicht jeder Zugang findet. Die Eröffnung des Zugangs zu diesen anderen Realitäten bedarf eines "anderen" Bewusstseins. Um diese Technik überhaupt zu erfassen und zu begreifen, muss man sich immer wieder zeitweilig von den realen Verhältnissen Weg-Denken, damit sich eine Welt von bisher nicht bekannten Unmöglichkeiten öffnet. Diesen Bewusstseinszustand hat Schiller einmal so ausgedrückt: 
"...der Gott, des irdischen entkleidet, 
Flammend sich vom Menschen scheidet 
Und des Äthers leichte Lüfte trinkt 
Froh des neuen, ungewohnten Schwebens 
Fließt er aufwärts, und des Erdenlebens 
Schwerstes Traumbild sinkt und sinkt und sinkt."  
hukwa

Dienstag, 13. Juli 2021

Vor dem steinernen Bildnis der Diana

 In dein Moosgrünes Haar geschrieben 
sind dir die Zeichen der Nacht 
in kalten Fels getrieben 
Konturen deiner Macht 
umrahmt von Fichten und Eichen 
am steilen Abhang dein Bildnis 
verborgen in weißen Nebeln 
des Nachts jedoch 
wenn der Tau steigt 
erwachst du zu neuem Leben 
wenn Schilf und Gräser 
dich umweben 
und der Mond 
dein steinernes Antlitz 
umkränzt. 
hukwa

Sonntag, 6. Dezember 2020

Über phantastisch-mythologisches Denken

Es ist die phantastische Tätigkeit des antiken Geistes der immer noch in unserem kollektiven Unbewussten vorhanden ist und dort wo er an die Oberfläche des realen Bewusstseins drängt begegnet dem Einzelnen die Phantastik. Er will Phantasieren - ein solches ist nichts anderes als eine gelenkte Imagination. Solche subjektive Phantasien schaffen eine Welt der positiven Unmöglichkeiten, eine Welt des Tagtraums. Während der Imagination brechen unsere Träume ins Tagesbewusstsein ein. Bei dieser Art des phantastisch-mythischen Denkens (Wildes Denken) geht man während des Wachseins in Fühlung mit dem kollektiven Unbewussten, wir bewegen uns also geistig in archaischen Gefilden. 
hukwa

Donnerstag, 5. November 2020

Vom richtigen Träumen

 Der echte Traum, jener, der uns direkt ins Reich des Unbewussten und des Mythos führt beginnt kurz vor dem Schlaf. In jenem Moment in dem man sich vom Rationalen des Alltags abwendet, beginnt das was man gemeinhin Irrational nennt (obwohl es nur eine andere Realität ist), wie aus einer anderen Welt, eben der Anderswelt, zu wirken. Die Metamorphose des Traumlebens beginnt.Durch aktive Imagination können wir die Träume lenken. Dies ist das Reich der Immerwiederkehrenden, hier erscheinen sie plastisch und fast berührbar. das Dunkle, das Unerklärliche ist in dieser Zone Zuhause. Hier findet die zweite Biographie, die imaginäre Biographie statt. Erinnnerung und Einbildungskraft, Traumleben und Mythos werden zu einer Einheit und ihr Ergebnis ist der wirkliche Traum. 
hukwa  
Wie soll ich dies Bild 
mit seinem Geist erfassen 
das flieht und wiederkehrt 
im dunklen Raum 
wo Spiegel blenden 
dazwischen Licht sich wendet 
verborgen ist das Symbol. 
hukwa 



Dienstag, 3. März 2020

Eidos, gelenktes Träumen und Traumexerzitien

Die Formen und Gebilde abstrakter Malerei sind nichts anderes als Ahnungen von einer Realität die hinter der uns bekannten Materie verborgen ist. 
Die Eidos-Zeichnungen an denen ich derzeit arbeite sind nichts anderes als Symbole einer Urwirklichkeit. Ich bin davon überzeugt sie sind ein Gemeingut der Menschheit, fest im Unbwewussten inkarniert. Sie gehören in die Sphäre der Imagination, des Gedachten, des Abstrakten. Diese Zeichnungen besitzen eine tiefe Symbolik und sind völlig abgelöst von der umgebenden Realität. Ich hatte vor einiger Zeit einen intensiven Traum. Ich befand mich während des Träumens in einer Höhle deren Wände ganz mit solchen Zeichnungen bemalt waren, also begann ich mich mit der Symbolik solcher prähistorischer Ideogramme zu beschäftigen. Auch versuche ich durch gelenktes Träumen immer wieder in den Bereich des kolllektiven Unbewussten einzudringen. Von diesen Traumexerzitien bringe ich die Symbolik der Zeichnungen mit in die mich umgebende Realität. Da sich Träume niemals ganz "Lenken" lassen, finden sich in ihen auch Traumfetzen der Jetztzeit. So verbindet sich eine Symbolik des Neolithikums mit den Symbolen des Hier und Jetzt.
hukwa

Freitag, 13. September 2019

Leben im eigenen Körper oder der kosmische Mensch

Es gibt Menschen, die leben in einer Nation, in einer Kultur und sind von dieser gefangen. Ich lebe in meinem eigenen Körper. Egal wo ich bin, ich bin immer am gleichen universellen Ort. Ich bin Reisender im Land der kosmischen Geschwindigkeiten. In einem Raum und einer Zeit die nichts mit der gewöhnlichen Umgebung zu tun haben. Ich kann Monate, ja Jahre am gleichen Ort verbleiben und doch Lichtjahre hinter mir lassen. Ich reise in die Vergangenheit die tausende von Jahren zurückliegt. Diesen Zustand nenne ich den kosmischen Menschen.
hukwa

Dienstag, 14. Mai 2019

Der Flug des Kranich

Der Mythos wird für uns über das Symbol fassbar. Das Symbol dient der Sprache als Ausdrucksmittel, es vermag die mythischen Überlieferungen in uns als Vorstellungen und Verkörperungen zu erklären. Es versucht jene unverstandenen Seelenbilder und- zustände in eine mythische Symbolsprache zu übersetzen.
Bei den alten Mysterienbünden und der antiken Religion war es die Aufgabe des Mystagogen dem Initanden die Logik der Symbole mündlich zu erklären.


Der Kranich begegnet uns in der Mythologie des alten Europa immer wieder. Er ist ein Zugvogel der in den Feuchtgebieten und Hochmooren brütet. Sein Zug im Frühjahr und Herbst bleibt für jeden der diese Wanderung einmal beobachtet hat ein unvergessenes Erlebnis. Bevor man den V- förmigen Zug dieser großen Vögel sieht, hört man sie meist schon. Sein deutscher Name Kranich kommt von diesem Ruf, der je nach Wetterlage bis zu 2 km weit zu hören ist.
Im Herbst zwischen September und November brechen die Vögel zur Überwinterung nach Südfrankreich und Spanien auf, um Ende Februar bis Anfang April wieder zurückzukehren. Während dieses fluges überqueren sie den Rhein in einem sehr engen Korridor von noch nicht einmal 100 km.
Noch vor wenigen Jahrhunderten umfassten die Schwärme dieser Vögel weit über zehntausend Tiere. Kein Wunder also, dass der Kranich in der Mythologie der Germanen, Kelten, Griechen und Römern seine symbolische Spuren hinterlassen hat. Diesen Völkern galt die Ankunft der Kraniche als Beginn der Feldarbeit und ihr herbstlicher Rückflug als deren Ende.
So bestehen auch Assoziationen zur „Wilden Jagd“, zu Odins wildem Heer.
Die Griechen hatten den Kranich dem delischen Apollo und vor diesem dem Sonnenheros Theseus geweiht. Er findet sich auch in einem gallischen Basrelief in Paris sowie in einem weiteren in Treves, dort steht er in Bezug zu dem keltischen Gott Esus.
Bei den Römern, symbolisierte der Kranich Beharrlichkeit, Sittlichkeit und kluges Handeln.
Vor allem in China gab es eine große Symbolik um den Kranich. Für die Chinesen war er ein Sinnbild des Langen Lebens, so findet man ihn in der Malerei oft zusammen mit der Kiefer und dem Stein dargestellt als dreifaches Sinnbild der Langlebigkeit. So stellen zwei Kraniche die zum Himmel auffliegen einen geistigen Aufstieg dar. Der Kranich galt als Symbol der Weisheit und die Taoisten nannnten den Tod sich in einen „Gefiederten Kranich verwandeln“.
hukwa

Donnerstag, 9. Mai 2019

Bachofen und der direkte Zugang zum Mythos

Bachofen (1815-1887) ist für mich der Mythologe der einen direkten Zugang zum Mythos hatte. Er erkannte als erster, das es in der Entwicklung der Menschheit Epochen gab, in denen nicht das Vaterrecht vorherrschte, sondern das Mutterrecht. Eine Zeit in der die Frau der treibende Faktor im Leben und der Kultur war. Er erkannte aus der Gestalt der Demeter und ihrer Tochter Proserpina dass es eine Epoche der Großen Muttergöttin gab. Beide sind Sinnbilder des vergehenden und wiederauferstehenden Mondes. Er war der erste der den tieferen Sinn der Großen Mutter erkannt hat. Bachofen lebte ganz dass - Antiquam exquirite matrem- der uralten Mutter forsche nach! Dem geheimen Leben unterweltlicher Mächte war er Zeit seines Lebens auf der Spur. In seiner Selbstbiographie schrieb er, das er immer im Versuch lebe "dass Kleid in seinen ursprünglichen Falten zu sehen". Und er bemerkte über den Mythos zu Recht: "Was nicht Geschehen sein kann, ist jedenfalls gedacht worden. An die stelle der äußeren Wahrheit tritt also die innere. Statt der Tatsächlichkeiten finden wir Taten des Geistes". In seinen Büchern vor allem in seinem Hauptwerk - das Mutterrecht - führt er in den lebendigen Mythos ein, ohne intellektuell oder belehrend zu wirken.
hukwa

Samstag, 4. Mai 2019

Mensch und Mythologie

Die Mythologie ist tief verwurzelt in der menschlichen Seele. Die meisten Menschen sind sich dessen gar nicht bewusst. Ihre Welt ist viel zu beschränkt, als dass sie den Zugang zum Mythos finden können. Mythologie ist etwas viel tieferes als wir ahnen, sie ist letztendlich eine Welt für sich, irgendwo, in irgendeinem transendenten Bereich angesiedelt. Dort führen die Gestalten des Mythos eine eigenständige Existenz.
hukwa

Samstag, 27. April 2019

Hephaistos - griechische Schmiedemysterien


Foto Schmiedefeuer©Hans Wagner

Der mythische Schmied bei den Griechen war Hephaistos. Er galt als Gott des Feuers und der Künste (Schmiedekunst), die zu ihrer Produktion des Feuers bedürfen. Er war ein Sohn des Zeus und der Hera. Seiner Hässlichkeit und Lahmheit wegen warf ihn seine Mutter vom Olymp ins Meer,
wo ihn Thetis aufnahm. Bei ihr errichtete er sich eine Schmiede und belohnte ihre Freundlichkeit indem er Thetis schöne Gegenstände schmiedete. Er fertigte wegen seiner Lahmheit zwei goldene, redende und sich bewegende Sklavinnen, auf die er sich stützte. Seiner Mutter schmiedete er einen goldenen Stuhl, von dem sie sich aber nicht erheben konnte, da kunstvolle Fesseln sie festhielten. Nur im Rausch, in den ihn Dionysos versetzt hatte, ließ er sich dazu bewegen, sie wieder zu befreien. Sich selbst und auch den anderen Göttern baute er kunstvolle eiserne Häuser. Dargestellt wurde er bärtig, mit Zange und Hammer, sein linkes Bein war verkürzt. Im Alter von neun Jahren versöhnte sich Hephaistos mit seiner Mutter Hera. Sie holte ihn zum Olymp zurück und errichtete ihm dort eine Schmiede mit mehreren Blasebälgen, die Tag und Nacht arbeiteten. Hera förderte seinen Wunsch Aphrodite zu heiraten. Zeus warf ihn ebenfalls aus dem Olymp weil Hephaistos gewagte hatte den höchsten der Götter zu Tadeln. Er stürzte auf die Insel Lemnos und brach sich beide Beine. Nun schmiedete er sich zwei goldene Krüken damit er wieder gehen konnte.
Ranke-Graves schreibt in seiner Griechischen Mythologie: „Es ist in verschiedenen Gebieten bis nach Westafrika und Skandinavien überliefert, dass der Schmiedegott hinkt; es könnte sein, dass in primitiven Zeiten die Schmiede absichtlich gelähmt wurden, damit sie nicht fortliefen oder sich feindlichen Stämmen anschlossen“ (3.).
Zu den Mysterien der Schmiedekunst gehörte auch der geheimnisvolle „Rebhuntanz“, dieser steht mit der „Lahmheit“ des mythischen Schmiedes in Verbindung. Ranke-Graves schreibt hierüber:
„...Denn Hephaistos, der Schmiedegott, heiratete Aphrodite, der das Rebhuhn geweiht war; die Schwester des Künstlers Daidalos hieß Perdix (Rebhuhn); die Seele des Talos, der auch ein Schmied war, entflog in der Gestalt eines Rebhuhns; ein Rebhuhn erschien beim Begräbnis des Ikaros, eines Sohnes des Daidalos. Hephaistos wurde vom Olymp, Talos von der Akropolis gestürzt. Hephaistos hinkte beim Gehen; ein Name des Talos war Tantalos („hinkend oder nachziehend); das Rebhuhnmännchen hinkt bei seinem Liebestanz und hält seinen Sporn zum Angriff auf den Rivalen bereit. Außerdem hinkte auch der lateinische Gott Vulkan (römischer Schmiedegott). Sein Kult wurde aus Kreta eingeführt, wo man ihn Velchanus nannte und ihm einen Hahn als Wahrzeichen gab“(4).
Das „Hinken“ der Schmiede kann auch eine ganz einfache Erklärung haben: Rückenschmerzen des Schmiedes, wer in seinem Arbeitsleben öfters am Amboß gearbeitet hat, weiß was ich meine. Wir wissen von den Hethitern dass sie das Geheimnis der Schmiedekunst wie ein Staatsgeheimnis hüteten, es könnnte also möglich sein, dass man bestimmte Schmiede die ihre Kunst besonders gut beherrschten bewusst ein Bein lähmte so dass diese das Land nicht verlassen konnten und ihr Können nicht weitergeben konnten. Es gibt ja auch den Mythos des „hinkenden Königs“ und dieser steht oft in Verbindung mit den Mysterien der Schmiedekunst. Der biblische Jakob der auch hinkte hatte etwas mit dem Kult des kentischen Schmiedegottes zu tun. Bei den Kenitern handelt es sich um einen nomadischen Stamm der in der Bibel erwähnt wird. Der Keniter Tubal-Kain war ein Enkel Kains. Man nennt ihn auch „Tubal den Schmied“, er gilt als Stammvater der Erzarbeiter und Schmiede.
Auch die Kabiren, die auf der Insel Lemnos lebten, die als Hephaistos und der Schmiedezunft Heimat galt, wegen der reichen Erzvorkommen dort, kannten einen mythischen Tanz. Diese mythischen Waffentänzer vertraten wohl eine Zunft, die die Techniken der Waffenherstellung und die Geheimnisse der Erzgewinnung bewahrten. Auch die Göttin Kybele die den Beinamen „erzgeschmiedet“ hatte, wird mit den mythischen Schmieden in Verbindung gebracht.
Man kann davon ausgehen dass die mythischen Schmiede tief in die alchemistischen Mysterien der Schmiedekunst eingeweiht waren. Und somit gehören sie in der Kulturgeschichte zu den „kulturbringenden Heroen“.
Erscheint doch manchem Schmied noch Heute Hephaistos als Personifikation des Feuers in der Schmiedeesse, das nach dem griechischen Philosophen Heraklit („alles fließt“) als Weltbestandteil des Wesens allen organischen Seins und somit letzten Endes auch der höchsten Vergeistigung ist.
So findet sich im Urtext der altgriechischen Orpheus Mysterien folgende Anrufung an den Hephaistos:

Dem Hephaistos
Ein Rauchopfer von Weihrauchmanna
Mutgewaltiger, mächtig an Kraft,
Hephaistos, unversiegliches Feuer,
Leuchtend von lodernden Flammen,
Urwesen, das dem Sterblichen glüht;
Lichtspender, kräftig an Faust,
Ewiger, Beleber der Kunst,
Werksfreudiger, Teil des Weltalls,
Unverwüstliches Element!
Alllverzehrer, Allbezwinger,
Allerhöchster, Allbeleber,
Äther, Helios, Sternenglanz,
Selene, lauteres Urlicht:
Denn des Hephaistos Glieder
Zeigt all dieses den Sterblichen.
Jedes Haus und jegliche Stadt,
Alle Völker besitzest du,
Du bewohnst den sterblichen Leib,
Segensreicher, Gewaltiger!
Seliger, höre mich an!
Dich zu den heiligen Opfern,
Auf das du immer friedlichen Sinns
Zu wohlgefälligen Werken kommst,
Stille die rasende Wut
des unbezwinglichen Brandes-
Dein ist in unseren Leibern
Die Verbrennung natürlicher Art. (6.)

Es ist das heraklitische Feuer dass hier besungen wird, dass dem Menschen die Schranken des Erdendaseins als unwesentlich erscheinen lässt.
Hephaistos Schmiedekunst ist in der Ilias wie folgend beschrieben:

Traun ja, so ist die erhabne, die edelste Göttin daheim mir,
Welche vordem mich gerettet im Schmerz des unendlichen Falles,
Als mich die Mutter verwarf, die entsetzliche! Welche mich Lahmen
Auszutilgen beschloß. Da duldet`ich Wehe des Herzens,
Hätt`Eurynome nicht und Thetis im Schoß mich empfangen,
Jene, des kreisenden Stroms Okeanos blühende Tochter.
Dort neun Jahre verweilt`ich und schmiedete mancherlei Kunstwerk,
Spangen und Ring`und Ohrgehenk, Haarnadeln und Kettlein,
Dort in gewölbeter Grott`; und der Strom Okeanos ringsher
Schäumte mit brausendem Hall, der unendliche; keiner der andern
kannte sie, nicht der Götter und nicht der sterblichen Menschen,
Sondern Thetis allein und Eurynome, die mich gerettet.
Diese besucht uns jetzo im Haus; und darum gebürt mir,
Froh der lockigen Thetis den Rettungsdank zu bezahlen.
Auf, nun reiche du ihr des Gastrechts schöne Bewirtung,
Während ich selbst die Bälge hinwegräum und die Gerätschaft.
Sprachs, und erhub sich vom Amboß das rußige Ungeheuer,
Hinkend, und mühsam strebten daher die schwächlichen Beine.
Abwärts legt`er vom Feuer die Bälg`und nahm die Gerätschaft,
Alle Vollender der Kunst, und verschloß sie im silbernen Kasten;
Wusch sich dann mit dem Schwamme die Hände beid` und das Antlitz,
Auch den nervichten Hals und den haarumwachsenen Busen,
Hüllte den Leibrock um und nahm den stämmigen Zepter,
Hinkte sodann aus der Tür, und Jungfraun stützten den Herrscher,
Goldene Lebenden gleich, mit jugendlich reizender Bildung:
Diese haben Verstand in der Brust und redende Stimme,
Haben Kraft und lernten auch Kunstarbeit von den Göttern,
Schräge vor ihrem Herrn hineilten sie; er nachwankend,
Nahte, wo Thetis saß, und ruht`auf schimmernden Sessel...“ (12.)

Über Hephaistos schrieb Herbert Read: „Das Urbild des Künstlers ist der heidnische Hephaistos oder V ulcanus, der schon deformiert geboren wurde, als Lahmer, als Hinkender- ein vom Olymp, Ausgeschlossener, ein typischer Outsider. Er ist unter den Bewohnern des Olymps der Geniale, und es ist bezeichnend, dass die Römer den Tempel der Concordis in dem Hain errichteten, der ihm heilig war. Aber noch bezeichnender für uns ist der Schild, den er für Achilles geschmiedet hat, denn in diesem begegnen wir der vollendeten Fähigkeit des Künstlers, Bilder der Ganzheit, Symbole der Liebe und Versöhnung zu schaffen“. (13.).

hukwa

Mittwoch, 17. April 2019

Vom Urschmied

Seit Wochen arbeite ich an meinem Manuskript "Mythos Schmied", dass diesen Sommer noch in Druck gehen soll. Es gibt ein Geheimnis um den Schmiedeberuf, das jenseits des Handwerks liegt, darum geht es mir in dieser recht umfangreichen Abhandlung. Es handelt sich um eine spirituelle Initation, eine Einweihung in einen uralten Mythos. Dieser Mythische Hintergrund beim Schmied steht auf drei Fundamenten: Metallurgie, Alchemie und Schamanismus. Wenn ich vom mythischen Schmied berichte spreche ich von lang schon vergangenen Zeiten, von dieser Zeit weiß man nur noch sehr wenig. Dennoch: Wenn man den Mythos durchforscht, erwacht eine schattenhafte Wirklichkeit. Durch das Studium des Mythos, gewinnt die Vergangenheit so etwas wie neues Leben. Den als Gestaltlose Macht lebt der Mythos in uns weiter. Schon im Zeitalter der Bronze bildete der Stand der Schmiede eine geheimnisvolle Kaste. Mit den Mächten der Unterwelt in Verbindung stehend galt der Schmied als Herr über das Gestein. Bis ins frühe Mittelalter erscheint er nun in Märchen und Mythen als Zauberkundiger, als Alchemist, als Geomant.
hukwa

Montag, 18. Februar 2019

Vor dem Diana Bildnis stehend

Ist es der Mythen Licht
dies schweigsame Lächeln
im Schatten der Fichten
versteckt zwischen Brombeeregebüsch
im Heidekraut
Gedankenschwer
blickt sie hinab ins Tal
gestützt auf ihren Speer
dringt ihr Blick tief hinein
ins Wäldermeer
ein Hauch vom Dasein der Geschichte
umhüllt ihre Einsamkeit
gehauen in den Sandstein
leuchtet ihre Ewigkeit.
hukwa

Samstag, 1. Dezember 2018

In zwei Welten zu Hause

Überwirklich beheimatet
jenseits der Sterne
in der Region des Erebus
wo Erebos seine Nachkommen zeugte
stieg ER herab und besuchte
die Höhlen von Samaothrakien
wo ER Gedichte schrieb und wie ein Eremit lebte
Lobgesänge auf Orpheus
Dankgebete an Dionysos
mit Blut auf schwarzes Pergament geschrieben
"und du wirst mich im Lichte der Götter wiederfinden
bis dahin muss ich umherirren
in der Lichtlosen Sphäre..."
ER band seine Gedichte an den Baum der Träume
den ewig grünen Lorbeerbaum
dann verschloss ER die Höhle
mit einem mächtigen Fels
und fiel in einen tiefen Schlaf
hier weit weg vom
Irrgarten des Menschendaseins
träumt ER von seiner doppelten Natur
von der VEREINIGUNG zweier WELTEN
seine Träume trugen IHN an die Ufer des Lethestroms
wo die Irrsinnwirkenden Pflanzen wuchsen
wo Ariadne mit ihrer dunklen Begierde lauerte
während draußen der Sturm durch die Eichenwälder brauste
und vom Berge Kaukaion
die Echo des Donners ins Tal drangen
durch die sturmgepeitschten Wälder schlich
Aglaoinike
mit einem Pantherfell bedeckt
aus der Ferne drang das Heulen der Waldvampire
doch ER lag im tiefen Schlafe
VEREINT mit zwei WELTEN.
hukwa

Donnerstag, 29. November 2018

Weg nach Eleusis

In der Nacht bin ich in einem sehr realistischen Traum nach Eleusis gewandert. Ich lief die heilige Straße, über die Brücke, vorbei an den Sümpfen nach Eleusis. Es war eine Pilgerschaft in eine andere Welt. Solche Träume die ja mit den Archetypen in Verbindung stehen hat man nicht jede Nacht. Auslöser dieses Traumes war wohl die Literatur über das antike Griechenland die ich derzeit lese. Alles Bücher die man im historisch-antiken Sinn Mysterienbücher nennt.
hukwa

Im Schatten nächtlicher Pfade 
erwarte ich die Stunde 
die das erste Hell 
von der Dunkelheit scheidet 
unter der alten Eiche 
lausch ich dem Orakel  
der Mond ruht über mir 
uralter Eiche Stimme 
die Welt ist zweigeteilt 
Gestern sprachen noch die Nymphen. 
hukwa

Mittwoch, 28. November 2018

Eleusis

 Eleusisches Licht 
beleuchtet mich 
da ich wandere 
durch blaue thrakische Nacht 
Eos goldene Tränen 
befeuchten mein Angesicht 
dennoch 
Aglanoike suche ich 
die Dienerin der Aphrodite 
Bacchantinnen im Tal der Hekate 
euren Ruf vernehme ich. 
hukwa

Um in die Mythologie einzudringen, um ihren Sinn zu begreifen, darf man mythologische Texte nicht als Märchen lesen, sondern als Tatsächlichkeit. Als eine Tatsache der "inneren Geschichte" des Menschen. Ein eindeutiges Beispiel hierfür ist das Orakel von Eleusis. Wir haben es in Eleusis mit einer geschichtlichen Tatsache zu tun, die 2000 Jahre lang stattgefunden hat. Wahrscheinlich wird das Geheimnis von Eleusis nie gelöst werden, jeder der es kannte, und das waren sehr viele, hat darüber niemals etwas ausgesagt. Wir kennen von den Mysterien nur das Gerüst, das innere Geschehen im Heiligtum bleibt der Welt bis heute verborgen. Es muss dort etwas geschehen sein, von solch mystischer Intensität das niemand wagte darüber zu reden. Diese Tatsache beweisen zahlreiche antike Zeugnisse unter ihnen die Tragiker Sophokles und Euripedes. Platon, der auch ein Eingeweihter der eleusischen Mysterien war, bezeichnete das Geschehen dort als "phantasmata", als eine Geisterhafte Erscheinung.
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Donnerstag, 8. November 2018

Historisches Wissen ist immer Mitwissen am Mythos - Von der metaphysischen Geschichte der Menschheit

Wir alle tragen ein Geschichtsbild in uns (das Geschichtsbild des Einzelnen), das in der Regel von dem Geschichtsbild der professionellen, institunionalisierten Geschichtswissenschaft abweicht. Diese Geschichtsbild des Einzelnen ist in der Regel kein so „trockenes“ wie das der Geschichtswissenschaft. Es ist spekulativ. Ein Mensch wie Schliemann hatte gewiß ein großes Geschichtswissen dennoch verließ er sich bei seiner Suche nach Troja nicht auf das Geschichtsbild der damaligen Geschichtswissenschaft sondern er zog den niedergeschriebenen Mythos in seine Suche mit ein und wurde fündig. Hätte er sich nur auf die Fakten damaliger historischer Erkenntnisse verlassen er hätte niemals seine großen Entdeckungen gemacht.
Echtes historisches Wissen ist immer auch „Mitwisserschaft“ am Mythos der aus dem Reich der Archetypen zu uns dringt. Schliemann las den Homer nicht als mythische Überlieferung für ihn war dieses Schriftum ein frühgeschichtliches geistiges Dokument das zum Teil auf Tatsachen beruhte.
Denn der Mythos ist zu einem Teil objektive Wahrheit und zum anderen Spekulativ. Was Schliemann erkannt hat war dass neben der äußeren Geschichte noch eine „Innere Geschichte“ existiert, diese hatt man mit dem Kleid des Mythos umhüllt.
Bachofen hat dies korrekt ausgedrückt:
„Was nicht geschehen sein kann, ist jedenfallls gedacht worden. An die Stelle der äußeren Wahrheit tritt also die innere. Statt der tatsächlichkeiten finden wir Taten des Geistes“.
Der Mythos der ja die Innere Geschichte des Menschen beschreibt ist die Metaphysische Geschichte der Menschheit. Zwischen dieser metaphysischen Geschichte und der historischen Geschichte besteht immer eine Verbindung. Der mythos erzählt also die älteste gedachte Geschichte des Menschen. Das mythische Denken ist ein vorsokratisches Denken. Das Alte Testament ist hierfür ein Beispiel. Man kann davon aus gehen das Moses eine historische Person war seine „Taten“ allerdings sind mythisch. Hier kannn man deutlich die Verbindung zwischen innerer und äußerer Geschichte erkennen. Die metaphysische Geschichte des Menschen ist so alt wie seine Evolution. Mit dem Aufdämmern der Logik, mit der Philosophie des Sokrates der die Wurzeln der Logik gepflanzt hat, wurde der Mythos ins menschliche Unbewusste verdrängt. Dort führt er als „psychische Realität“ eine eigenständige existenz, die der Kontrolle unseres Ich-Bewusstseins nur bedingt erfahrbar ist. 

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