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Samstag, 22. April 2023

Wabi Sabi

Wabi Sabi: Dies bedeutet die wunschlose Freude am Leben und der Natur, bedeutet Sehnsucht nach Sabi oder Wabi, nicht aber das streben nach materiellen Annehmlichkeiten und Genußsucht. Ein Mensch der sich im Wabi Sabi übt findet seinen Daseinssinn bei Vögeln,Wasser, Pflanzen, Bäumen und den Elementen überhaupt. 
hukwa

Montag, 8. Februar 2021

Die geheiligte Einheit der Biossphäre

Die christliche Mystikerin Hildegard von Bingen hatte im 12. Jahrhundert eine wunderschöne Vision der schöpferischen Natur. Sie berichtet von einer inneren Stimme die sie hörte: "Ich bin jene höchste, glühende Kraft, die alle Lebensfunken aussendet. Der Tod hat keinen Teil an mir, und doch bin ich es, der ihn zumißt, weswegen ich mit Weisheit, wie mit Flügeln, umgürtet bin. Ich bin jener lebendige glutvolle Geist der göttlichen Substanz, der in der Schönheit der Felder glüht. Ich leuchte im Wasser, ich brenne in der Sonne, im Mond und in den Sternen. Mein ist jene geheimnisvolle Kraft des unsichtbaren Windes. Ich erhalte den Lebensoden alles Lebendigen. Ich atme im grünen Pflanzenwuchs und in den Blumen, und wenn das Wasser lebendigen Wesen gleich herniederfließt, so bin ich es. Ich habe jene Säulen geformt, die die ganze Erde tragen... Sie leben weil ich in ihnen und ein Teil ihres Lebens bin. Ich bin die Weisheit. Mein ist das Brausen des donnergleichen Wortes, durch welche alle Dinge erschaffen wurden. Ich durchdringe alle Dinge, auf das sie nicht sterben. Ich bin das Leben." 
Was Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert geschrieben hat kann man in unsere Zeit übersetzt die "geheiligte Einheit der Biosphäre" (Gregory Bateson) nennen. Das Seinsmuster das alles Lebendige im Kosmos zusammenhält. 
hukwa

Dienstag, 11. August 2020

Natura naturans - Natura naturata

 In diesen Tagen denke ich oft über Spinoza nach. Er lehnte die Herrschaft des Volkes ab auf Grund des "unvernünftigen, aufrührerischen und zu Ausschreitungen" neigenden Charakters der breiten Massen. Er lehnte auch die Monarchie ab, als Machtinstrument eines Einzelnen. Er wusste um den verderblichen Einfluss von Geld und Geldmacht. Spinozas ganzheitlicher Naturbegriff geht von der Unteilbarkeit der Natur aus. Die Trennung von Geist und Materie lehnte er ab und suchte statt dessen nach einer der materiellen Welt immanent wirkenden Ursache. Das höchste Ziel ist die Einheit von Geist und Natur. Spinozas Philosophie ist pantheistisch, man kann ihn einen rationalen Mystiker nennen. 

Baruch Spinoza hat die Natura naturans als die wirkende oder Schöpferkraft der Natura naturata als den durch diese Kraft Bewirkten oder Geschaffenen gegenübergestellt. Natura naturans ist die hervorbringende Natur (Schöpferkraft)   Natura naturata die hervorgebrachte Natur (Schöpfung). Beide Kräfte sind letztendlich eins und wirken in der Welt wie im Menschen. 

hukwa

Mittwoch, 8. Juli 2020

Ganzheitlichkeit

Foto©UteKW
Die Natur ist immer das Ganze. In Schellings Naturphilosophie war die Organismusidee von zentraler Bedeutung sie stand für die Einheit von Geist, Seele und Natur- nachdem schon im 17.Jahrhundert von Descartes die Tiere zu seelenlosen Maschinen erklärt wurden. Schellings Naturphilosophie war eine Entmaterialisierung der Materie, er beschrieb die verborgenen Kräft der Natur. Er schrieb gegen ein frühes positivistisches Weltbild dass alles geistig-seelische verneint und den Untergang der Natur vorbereitete. In einer solchen Philosophie, die über das herrschende materialistische Weltbild hinausphilosophiert, steckt die Kraft der Veränderung und die Ganzheitlichkeit des Menschen aus den verborgenen schöpferischen Kräften der Natur.
hukwa

Donnerstag, 2. Juli 2020

Biotopvernetzung in Trippstadt


Ein Stück Wegrain so zu sehen als ob es ein Kontinent wäre
einen Tümpel zu sehen als ob es ein Ozean wäre
das ist Ökologie.
H.W.
Foto©UteKW

Während einer ausgiebigen Wanderung durch die Trippstadter Flur fallen bezüglich der biologischen Vielfalt die vielfältigsten und unterschiedlichen Lebensräume in der Region auf. So finden sich:
Felsen und Gesteinshalden
Gewässer und Ufer mit kleinen Sumpfgebieten
Wege, Äcker und Trockenmauern
Wiesen und Weiden
Wälder und Gebüsche (Feldflur mit altem Baumbestand)
Parkanlage (Schlosspark)
Alte Obstbaumbestände in der Feldflur

Diese recht unterschiedlichen Lebensräume und ihr teilweise dichtes Nebeneinander sind für die Umgebung von Trippstadt ein ganz besonderes Beispiel für die biologische Vielfalt der Lebensräume.
Betrachtet man die Tier- und Pflanzenarten die hier existieren etwas näher, so fallen einige Besonderheiten ins Auge, vor allem von seltenen Arten, die ich in Kürze extra auflisten werde.
Bedingt durch die großen Waldgebiete die Trippstadt umschließen sind die einzelnen Lebensräume stark vernetzt und ergeben somit einen gesamtökologischen Verbund.
Man spricht in diesem Fall von einer Vernetzung der Biotope zu Biotopsystemen und versteht darunter ein räumliches Gefüge von Biotopen, das den Ansprüchen der Arten und ihren Vergesellschaftungen gerecht wird. Auch das Arteninventar ist verschiedentlich noch recht stabil.
Sie sind daher unabdingbar zu erhalten und nachhaltig zu pflegen.
Vor allem einige Wiesen, darunter nahezu alle Feucht- und Nasswiesen der Quellen und Bachtäler (Moosalbtal, Neuhöfertal), haben eine sehr wichtige Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz.
Sie beherbergen nicht nur eine Vielzahl seltener Pflanzen- und Pflanzengesellschaften sondern sind für eine große Anzahl von Kleintieren und Säugetieren ein unverzichtbarer Lebensraum.
Je höher die Zahl der Blütenpflanzen steigt (Aussaat-Nachpflanzung), desto stärker nimmt die Artenvielfalt der Insekten zu und dies fördert wiederum die Singvögel.
Welche Pflanzenvielfalt auf einer Wiese im Verbund mit angrenzendem Wegrain existiert
zeigt eine Auflistung vom Juni 2020:
Wiese:
Scharfgarbe, Kuckuckslichtnelke, Wilde Möhre, Aufrechte Trespe, Knäuelgras, Margerite, Wiesenstorchenschnabel, Wiesenkerbel, Spitzwegerich, Wiesensalbei, Raygras, Wiesenschaumkraut, Kamille,Weißklee, Rotklee, Rainfarn, Klatschmohn, Beifuß, Zittergras u.a.

Angrenzender Wegrain:
Taubenkropf-Leimkraut, Johanniskraut, Waldgeißblatt, Hornklee, Weißstrahl, Sauerampfer, Habichtskraut, Frauenmantel, Wilde Karde, einige verwilderte Kulturpflanzen, verschiedene Gräser u.a.

Besuch von Tagfaltern:
Großer Kohlweißling, Zitronenfalter, kleiner Heufalter, verschiedene Bläulinge, Kleiner Fuchs.

Bei dieser Wiese mit Wegrain handelt es sich zwar um Kleinbiotope, doch stellen sie wichtige Bindeglieder für die Biotopvernetzung in Trippstadt dar. Für viele Kleintiere ist diese Wiese mit Wegrain nicht nur Lebensraum sondern auch Wanderpfad: Molche, Kröten, Frösche, Blindschleichen und Eidechsen sowie viele Insekten können hier von einem Biotop zum nächsten gelangen.
Foto©UteKW

Gleich hinter der Wiese steht ein kleines Schlehenwäldchen das wiederum ein eigenes Biotop darstellt. Wissenschaftler haben über 100 verschiedene Insekten an einer einzigen Schlehenhecke gezählt. Allein sieben Tagschmetterlingsarten benötigen den Strauch als Futterpflanze für ihre Raupen. Von den 40 in Hecken lebenden Vogelarten fressen 80 Prozent die Schlehenfrüchte. Damit ist die Vogeldichte mit zehn Arten je 100 Meter zehnmal so groß wie im Waldinnern.
Solche Feldgehölze wie diese Schlehenhecken bilden ein „tragendes Netzwerk“ unseres heimischen Artenreichtums. Sie vernetzen die Biotope miteinander und dienen somit als Ausbreitungsbahnen für viele Tierarten.


hukwa


Samstag, 2. Mai 2020

Geist und Natur


Foto©UteKW



Wie dieses Wesen beschaffen ist,
werden wir an geeigneter Stelle darlegen,
-insbesondere, dass es in der Kenntnis
jener Vereinigung besteht,
die der Geist mit der
Gesamtheit der Natur eingeht.
Benedict Spinoza – Die Ethik


„Zwischen uns und die Natur“, sagte Bergson, „legt sich ein dichter Schleier gewebt aus den Notwendigkeiten unseres praktischen Lebens“.
Wenn wir Natur in ihrem metaphysischen Grunde schauen, offenbart sie sich uns als eine höhere Wirklichkeit. In unserer oberflächlichen Erkenntnis der Naturerscheinungen, erkennen wir nicht die Wirklichkeit der Natur sondern nur einen deformierten Begriff von ihr. Wir erkennen nicht mehr die „schaffende Kraft“ die in ihr wirkt (Schelling). Auch nicht die Intelligenz die als Natur wirkt (Kant). Das Begreifen des Ganzen, der Natur in ihren Zusammenhängen, die für den Menschen Bedingung seiner Existenz sind, ist für Schelling nur im Wesensbegriff des Naturganzen denkbar.
In diesem „Naturschauen“ enthüllt sich dem der sich mit der Natur auf metaphysischer Basis auseinandersetzt, die wahre Realität und vermittelt eine Intensivierung des Lebensgefühls.
Metaphysik ist die erkenntnistheorethische Betrachtung der inneren Natur, das Gegenteil zur heutigen sinnfälligen und grobstofflichen „Außenseite“, die es ja in der Wirklichkeit überhaupt nicht gibt. Metaphysisches Denken ist das Erfassen des Wesenskern der Dinge, das - über das mechanische hinaus-gehende. Unter der Herrschaft dieses ausschließlich mechanischen Denkens verliert man den Blick dafür, dass sich unser Dasein in jedem Augenblick aus unserem Geist heraus und somit aus den Tiefen der Natur heraus erneuert. Schließlich ist der Geist mehr als die Summe unseres Denkens, er ist die Idee, das Eidos, das objektive Weltprinzip wie es Plato nannte. Dies hat besonders Hegel betont in dem er versuchte Geist und Natur zu verbinden. Am Schluss des ersten Bandes seiner „Enzyklopädie“ von 1830 über die „Wissenschaft der Logik“ schreibt er über diese Verbindung das ihm bewusst ist, dass Wirklichkeit sich im Denken konstituiert, so das wir entweder in gedankenloser Unmittelbarkeit eins mit der Natur sein können oder dass wir dazu verurteilt sind, wollen wir uns der Natur gedanklich annähern, uns über sie Gedanken zu machen.
Die Einheit mit der Natur ist also für den denkenden Menschen nichts anderes als uns in der Idee, dem Eidos wiederzufinden. Zu recht betonte Hegel immer wieder dass dem Menschen die Natur als Ganzes zu sehen nicht möglich ist. Dass Große Ganze ist nicht ganz schaubar doch es lässt sich er-ahnen. So kritisiert er auch die Unzulänglichkeit der physikalischen Erkenntnis und stellt ihr die Erfahrung der Natur entgegen, die von der kosmischen Einheit und Ganzheit ahnt. So begreift er die Natur als einen Spiegel des Geistes, der sich in der Natur selbst wiederfindet und in ihr einen Teil seiner selbst entdeckt. Hier besteht die Verwandtschaft zur platonischen Ontologie. Nach Hegel also erkennt der Geist in der Natur seine Freiheit und auf dem gleichen Weg gelangt die Natur ebenfalls zu ihrer Befreiung.
Dem großen Teil der Menschen ist es versagt geistig in die Natur einzudringen. Nachdem der menschliche Geist in der Evolution entstanden war, muss vom Menschen eine neue Evolution ausgegangen sein. In dieser begann er damit die Herrschaft über die Natur auszuüben und wie er den Planeten mit seinem Giftschleim überzogen hat wird uns heute Alptraumhaft bewusst. Der Gnadenstoß den man gegen die Natur führt wurde schließlich von den Positivisten durchgeführt. Diese angebliche „Erkenntnistheorie“, Positivismus genannt, besteht im wesentlichen in der Aussage, dass man in der Wissenschaft und der Philosophie sich nur auf Tatsachen stützen dürfte. Allgemeine metaphysische Begriffe und die Frage nach dem Sein lehnt der Positivismus strikt ab.
Bernhard Bavink, ein Gegener des Positivismus hat einmal gesagt: „Aller Positivismus sollte richtiger Negativismus heißen, denn er lebt ausschließlich von der Negation“ (1).
Der Positivismus will uns also das „Hohelied des Intellekts“ lehren, aber kein Mensch kann ein Leben führen das auf den reinen Intellekt reduziert ist:
„Der reine Intellekt, von der Wesenheit des Menschen getrennt, bedeutet dessen Tod. Der Intellekt, der sich überschätzt indem er an sich selbst zu große Anforderungen stellt, der sich in anmaßendes Sich-Selbst-Genug-Sein flüchtet, veredelt den Menschen nicht; vielmehr demütigt und entpersönlicht er ihn“.
Durch diesen seelenlosen Intellekt den der Mensch als reines Denkvermögen gebraucht und nicht als ganzheitliches Organon, hat er die Naturvorgänge auf der Erde zum großen Teil zerstört.
Der Intellekt der ja nur ein Werkzeug des Geistes ist, hat sich von seiner Quelle abgeschnitten und lebt seither ein robotisches Dasein.
Selbst Bertrand Russel der Begründer des „logischen Atomismus“, hat dieses Gefühl so stark empfunden, dass er schrieb: „...ich muss, bevor ich sterbe, irgendeinen Weg finden, das Wesentliche zu sagen, das in mir steckt und das ich bislang noch niemals gesagt habe- etwas, dass weder Liebe noch Hass noch Mitleid noch Verachtung ist, sondern der Atem des Lebens selbst, wild und von weither kommend, der in das menschliche Leben die Unermesslichkeit und die schrecklich leidenschaftslose Gewalt des Nichtmenschlichen bringt“ (3).
Wohl jeder der sich etwas intensiver mit der Geschichte der Philosophie beschäftigt hat kennt das berühmte Fresko von Raffael: Die Schule von Athen. In diesem Gemälde zeigt Platon mit dem Finger zum Himmel, Aristoteles deutet in die Welt. Der Gegensatz tritt deutlich hervor. Platon, hat die Welt von „dem Einem“, vom Geist her zu denken versucht. Aristoteles geht den Weg andersherum: er hält sich an die empirische Realität, an die Sinneswahrnehmung, um von dort zur Idee aufzusteigen. Beide gehen zwar verschiedene Wege doch das Ziel ist dass gleiche: Die Einheit des Ganzen durch den einen Geist.
Friedrich Cramer schrieb einmal: „Wie und Warum ist Denken entstanden? Warum hat der Kosmos eine Gestalt und eine Physik, die auf uns Menschen passt? Wir werden solche Fragen nicht mit Hilfe der Physik beantworten können, aber die Physik hat uns geholfen, sie klar zu formulieren“(4).
Letzendlich kann diese Fragen nur die Philosophie beantworten.

hukwa





Literaturhinweise:

1.Bernhard Bavink: Ergebnisse und Probleme der Naturwissenschaft. Zürich1949. S.88f.
  1. G.Tucci: Geheimnis des Mandala.
  2. Brief an Constance Malleson,1918, zitiert in: My Philosophical Development. S.218.
  3. Friedrich Cramer: Anthropisches und entropisches Prinzip...in „Am Fluss des Heraklit“.

Samstag, 3. August 2019

Naturvergessenheit ist Seinsvergessenheit

In Zeiten wie diesen muss nachhaltiges Denken zur Disziplin- und Lebensstrategie werden. Was auch bedeutet, dass man das Auto öfters stehen lassen muss und auch mal auf das Fahrad umsteigen sollte. Ein weltweites Wirtschaftssystem das Leistunssteigerung zur Grundlage hat, muss perspektivlos sein, weil die Ressourcen begrenzt sind: Bodenschätze, Trinkwasser und Atemluft werden knapp. Unser blauer Planet als gigantische Müllkippe, die Ozeane gefüllt mit Plastik – dies ist lang schon keine Sciene-Fiction mehr. Es muss zum Kollaps kommen. Wie er aussieht erkennen wir jetzt schon am dramatischen Sterben unserer Wälder. Es ist die Schizophrenie unserer derzeitigen gesellschaftlichen Situation dass der Großteil der Menschen, vor allem in Politik und Wirtschaft, nicht begreifen will, dass unsere weitere Entwicklung wahrscheinlich tragisch verlaufen wird, wenn wir nicht sofort etwas unternehmen. Vor allem müssen wir unsere Konsum- und Produktionslogik ändern diese schafft nur weitere Probleme. Durch oft sinnloses wirtschaftliches Walten kann die Natur und mit ihr wir Menschen die evolutionär gesetzten zeitlichen Grenzen nicht mehr einhalten was zu einem Zusammenbruch führen muss. Das was wir dieser „Naturvergessenheit“ entgegen setzen müssen ist ökologische Solidarität. Dass „der Versuch, die Ökologie dem Markt und der Wachstumsideologie zu unterwerfen gescheitert ist“ das ist lange schon Fakt. Die Wirtschaft muss in Zukunft der Ökologie unterstehen, ansonsten gibt es irgendwann auch keine Wirtschaft mehr, das ist auch Fakt.
Um eine machbare Zukunft zu gestalten müssen alle endlich handeln und die Politik muss damit beginnen jene die unsere Natur ausbeuten in die Schranken zu weisen. Es ist vor allem die weltweite Konzernpolitik, die Macht über Menschen und Märkte ausübt und die Natur in die Erschöpfung getrieben hat. Es sind zum großen Teil die Konzernmanager und ihre Helfer in der Politik, die dafür verantwortlich sind, dass unsere Enkel vielleicht einmal ein Leben führen müssen, das überhaupt keine Erinnerung an ein natürliches Leben mehr enthält. Zwar macht sich die Politik „sachkundig“ doch sie bietet weder Lösungen noch Alternativen, um so mehr ist jeder Einzelne gefragt. Es gibt keine ökologische Schönheitsoperationen für den Planeten, für die Gegenwart gibt es nur ökologisches, schnelles Handeln und dies für jeden Einzelnen, an seinem Ort, sei dies in Politik, Wirtschaft oder im eigenen Haus und vor der eigenen Haustür!
hukwa

Dienstag, 28. Mai 2019

Nur eine Form...

Jetzt, im Monat Mai sind es die ewigen Gestaltungen der Natur die mich in die Wälder locken. Eine Kraft von der alle Dinge erfüllt sind kann man nun spüren. Nur in den Wäldern erscheinen noch jene Wunder die durch die Zivilistion andern Orts schon lange verloren gingen. Es sind die gleichbleibende Gesetze die hier vorherrschen und doch ist auch eine stete Änderung in ihnen sichtbar.Und oft spüre ich nun dass ich selbst nur eine Form dieser Kraft und Naturenergie bin.
hukwa

Donnerstag, 7. Februar 2019

Frühlingsahnen

Nun dauert es nicht mehr lange bis die ersten Frühlingsblüher erscheinen. Sobald der Frost nachlässt werden sie der Erde entsprießen. Die Vögel werden mit dem Nestbau beginnen. Die Natur in sich verbirgt die Grundgeheimnisse des Daseins. wir können sie nur Deuten, wenn wir unser eigenes Wesen von unserem tiefsten Innern her in lebendigen Bezug zu den Naturkräften eingestellt wissen. In der Natur herrscht eine Kraft von der alle ihre Kinder erfüllt sind wir stehen nicht neben ihr wir sind eine Lebensform von ihr. Jetzt im nahenden Vorfrühling spüren wir dies besonders, vorausgestzt wir sind bereit dazu.

Frühlingshaiku
Beim alten Waldbach
schauen mich an
die Weidekätzchen.

Im alten Laub
die gelbe Knospe des Winterlings
Frühlingsahnen.
hukwa

Mittwoch, 20. Juni 2018

Gartenelfe

Foto©UteKW
Unsere Gartenelfe im Schattengarten, wenn man genau hinschaut kann man in der Blüte ein Gesicht erkennen!
hukwa

Montag, 18. Juni 2018

Entweihung

Mir scheint als hätte die Natur lange und geduldig über die Entweihungen die der Mensch ihr täglich zufügt hinweg geschaut. Doch jetzt schlägt sie zurück. Was wir entweiht haben wird zur Bedrohung.
hukwa

Dienstag, 12. Juni 2018

Montag, 9. April 2018

Der Wald als Psychotherapeut

Wandern ist Erlebnis. Therapie auch. Die Verbindung Wandern und Therapie kann ich nur erfahren und erleben, wenn ich selbst wandere, weil ich mich dann selbst erfahre und bemerke das Wandern eine innere und äußere Angelegenheit ist.
Als Wanderführer ist es meine Aufgabe Menschen durch den Wald zu führen und dabei mit den Leuten Gespräche zu führen. Es liegt in der Natur der Sache dass Menschen während einer Wanderung durch die Natur tiefere Gespräche führen als wenn man sich gerade einmal auf der Strasse oder im Kaffee trifft.
Die Natur ist nicht nur die größte Lehrmeisterin sondern auch die beste Therapeutin. Ich persönlich begebe mich einmal am Tag in eine Therapiestunde, nämlich dann wenn ich mich zu einer Wanderung aufmache. Meditatives Wandern ist mehr als nur laufen, es ist eine kleine Lebenseinstellung. Therapie wie ich sie verstehe hat vor allen Dingen etwas mit Wachstum zu tun, einem inneren ganzheitlichen Wachstum.
Im Wald, in der freien Natur fällt vieles von uns ab was uns ansonsten im täglichen Leben belastet. Ich finde sehr viel schneller zu mir selbst, zu meinem „inneren Kern“, jenen Teil von mir den man in der Philosophie „Selbst“ nennt also zu dem Wesen das ich in Wirklichkeit bin.
Es gibt Menschen die versuchen jemand anderes zu sein, warum auch immer, als sie selbst es sind. Solche Menschen haben das gleiche Problem wie jene die meinen dass die schönste Zeit die sie in ihrem Leben verbracht haben irgendwo in ihrer Vergangenheit liegt. Das ist ein Trugschluss! Manche glauben das ihr Bestes in der Zukunft liegt und sind fest davon überzeugt das irgendwann einmal das Happy – End an ihre Tür anklopft. Wer so lebt der rennt einer Illusion nach. Die Natur lehrt uns das wir unser Leben im Hier und Jetzt gestalten müssen.
Wir haben das Leben uniformiert und es seiner ursprünglichen Vielheit beraubt. Uns interessiert nicht mehr das Ganze sondern nur ein Teilausschnitt. Wir ahnen eine Innenwelt, doch wir flüchten in die Außenwelt. Anstatt die „Welten“ zu verbinden, nämlich die Immanenz des Transzendenten im diesseitigen Leben zu erkennen und die tiefere Wesenheit von uns selbst im Alltag zu finden.
Der große Vorteil beim meditativen Wandern ist die relativ schnelle Erfahrung das ich mich während des Wanderns ganz im Hier und Jetzt aufhalte. Das ich dass Gefühl in mir spüre ganz bei mir selbst zu sein.
Für mich bedeutet Wandern nicht Energie abzugeben sondern das Gegenteil ist der Fall: Ich lade Energie auf.
Bei jeder Wanderung erlebe ich Neues, mit jedem Schritt denn ich im Wald tätige, entgehe ich der inneren Versteinerung und Lethargie. Dies ist jedes mal der Gedanke in mir wenn ich mich zu einer Wanderung aufmache.
Das was uns im Wald, wenn wir tiefer in ihn eingedrungen sind als erstes fasziniert, manchmal auch ängstlich macht ist die Stille. In den Wäldern spüren wir plötzlich eine bisher unbekannte Freiheit, die es uns erlaubt, mit dem wesentlichen des Lebens in Kontakt zu treten. Es ist die Stille des Waldes, die uns eine bisher nicht gekannte, schweigende Aufmerksamkeit schenkt. Fern dem unbarmherzig ewig geräuschvoll laufenden Motor der Großstadt finden wir im Wald nun eine ganz andere psychologische Dimension der inneren Einkehr und Ruhe vor. In einer Zeit der entfesselten Mächte, der ökonomischen Unsicherheiten und ökologischen Katastrophen wird uns der Wald zu einer Insel der Erholung, zu einem Ort der Therapie und des inneren Wachstums.

hukwa



Dienstag, 27. März 2018

Krähennotizen oder was den Mensch so antreibt

Gestern Abend in den Nachrichten: In Frankenthal will man die Saatkrähen Kolonien weghaben. Sie machen zu viel Dreck, beschmutzen die Autos und machen einen kaum noch ertragbaren Lärm. Sie sind so laut das sie sogar die Autogeräusche übertönen.
Die deutsche Sauberfrau und der deutsche Saubermann lassen sich das nicht länger bieten. Die Krähen müssen weg! Man überlegt schon ob man ihre Nistbäume absägen soll, das wäre der einfachste Weg. Die Bäume stören im Herbst noch wegen des Laubfalls.
Noch weiß man nicht genau wie man dieser Plage Herr werden kann. Wer des Deutschen Lieblingskind - das Auto - verschmutzt wird zum Staatsfeind erklärt.Hinzu kommt dass diese Krähen die in Massen auftreten aus dem Osten kommen und hier gar nichts verloren haben.
Egal, die Krähen müssen weg.
Das Leid der gequälten Kreatur schreit zum Himmel!
Meiner Meinung nach gehören die Krähen eher zur Krone der Schöpfung als der Mensch.
Keine Krähe hat die Vernichtung des Planeten vor. Der Mensch aber dieses verruchte Wesen vernichtet tagtäglich.
Die Dummheit und Rohheit des Menschen ist grenzenlos.
hukwa

Mittwoch, 15. November 2017

Seinsstiftendes Denken - zwischen Ökologie und Philosophie

Foto © hukwa
Die Ökologie verbindet sich mit der Philosophie in der Naturphilosophie. Eine Naturphilosophie ohne Bezug zur Ökologie ist heute nicht mehr denkbar. beides zusammen ist "vernetztes Denken" das hin zu "seinsstiftenden Denken" führt. Die uns umgebende Natur und die in uns wirkende Natur sind dass uns umhüllende Dasein. Wir leben zwar schon immer in einem Seinsverständnis, doch der Sinn von Sein ist für die meisten Menschen in Dunkel gehüllt.
Die menschen stehen heute vor der natur wie vor einem Materialbereich, weil sie sich die Natur materialistisch denken. Die Seinsvergessenheit die in der Naturvergessenheit ihren düsteren Höhepunkt findet entsteht durch das materialistische, zweckgerichtete Handeln des Menschen. Da der Mensch den Trieb hat seinen eigenen, egoistischen Nutzen zu suchen überträgt er dieses Handlungsprinzip in seine Auffassung von Natur hinein. dadurch kann weder eine Natur- noch eine Weltharmonie entstehen. ökologisch gesehen ist der Mensch als ein Teil der Natur nur Glied eines kosmischen Netzwerkes - seine besondere Fähigkeit ist das Denken, dass er zum philosophischen Denken entwickeln kann und dies ist immer "seinsstiftend nicht seinsvernichtend.

Montag, 16. Oktober 2017

Begegnungen

Es ist die Freude an der Schöpfung und die Freude an den Schöpfungen der Jahreszeit die wir jetzt in den Wäldern erfahren. Der herbstliche Blätterfall kommt mir oft vor wie ein wehender Vorhang der zeitweise den Blick in eine transzendentene Wirklichkeit freigibt. Im schweigenden Begegnen mit der Natur, im Gegenüber von Baum und Pflanze tut sich uns diese Wirklichkeit auf. Es ist das Gespür einer mystischen Einheit der wir jetzt überall in den Herbstwäldern begegnen.
hukwa

Dienstag, 19. April 2016

Auf der Suche nach Wundern

Gestern Nachmittag machte ich eine größere Wanderung durch die Trippstadter Feldflur. Wenn man quer Feld ein läuft, die Wege meidet, bekommt man vieles zu sehen. Das frühlingshafte milde Wetter sorgte dafür, dass man gut die Wildtiere beobachten konnte. Aus einem dichten Schlehengebüsch heraus beobachtete ich für eine Weile den Habicht. Einige neue Fuchs und Marderhöhlen fand ich auch. An einem versteckten Waldteich konnte ich einige Zeit dem Schilfrohrsänger beim Nestbau zu sehen. Im Teich wimmelte es von Forellen. Jetzt im Frühling ist die ganze Natur in einer energischen Aufbruchsstimmung. Überall kann man nun kleine Wunder entdecken.
hukwa