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Donnerstag, 6. April 2023

Der Satz des Anaximander

 „Aus welchen (seienden Dingen) die seienden Dinge ihre Entstehung haben, dorthin findet auch ihr Vergehen statt, wie es in Ordnung ist, denn sie leisten einander Recht und Strafe für das Unrecht gemäß der zeitlichen Ordnung“.

(Diels: Fragmente der Vorsokratiker).

In etwas freierer Übersetzung nach Friedrich Cramer lässt sich sagen:

Woraus immer ein Ding, eine Sache, ein Zustand entsteht, dorthin kehrt es naturgeschichtlich wieder zurück. Der Prozess des Ablösens oder Erscheinens ist reversibel. Anfang und Ende gehören zusammen, das Ding kann seinen Ursprung nicht vergessen und kehrt in einer zyklischen Bewegung wieder in ihn zurück, mit anderen Worten: allles kreist,ist rückgekoppelt, ist reversibel“.

Friedrich Cramer: Der Zeitbaum.

Der Philosoph Anaximander geboren 610 v.Chr. stammte aus Milet. Das Milet im 6.Jahrhundert war ein bedeutender Handelshafen und wahrscheinlich die reichste Stadt der damaligen griechischen Welt. Hier endeten die großen Karawanenstraßen die aus dem Orient kamen, hier wurden die Waren in Schiffe verladen und nach Griechenland verfrachtet. Hier fand der erste Austausch zwischen frühester abendländischer Philosophie und dem Gedankengut des Orients statt. Gedanken und religiöse Lehren die sich mit dem Denken der vorsokratischen Philosophie vermischten. Milet wurde zur Geburtsstätte der abendländischen Wissenschaft und Philosophie. Die ersten drei großen Philosophen der Vorsokratik wirkten hier: Thales, Anaximander und Anaximenes.

Anaximander war milesicher Bürger und zeitgenosse des Thales, wahrscheinlich sogar ein Schüler von ihm. Er wurde zum eigentlichen Begründer der abendländischen Philosophie. Seine Lehre legte er in einer Schrift nieder, die wohl den Titel „Über die Natur“ trug und die nur als Fragment überliefert ist. Man nannte ihn auch den „ersten Metaphysiker“ wegen seiner Lehre vom „apeiron“, das er als den „ungeformten Weltstoff der Dinge“ ansah, das Urprinzip, ein unendlich Gestaltendes. Dieses apeiron liegt alller stofflichen existenz voraus und enthält in sich alle qualitativ-bestimmbare Dinge, die sich durch Aussonderung der Gegensätze bilden (warm u. kalt, Feuer u. Luft usw), auf diese Weise können unendlich viele Welten nebeneinander und nacheinander entstehen und auch wieder vergehen.

Zum Satz des Anaximanders schrieb Diels: „Nur ein einziger Satz ist uns aus seiner Schrift erhalten, der uns zweierlei zeigt: einmal das er unter dem Einfluß orphischer Mystik die Existenz der Einzelwesen als eine unrechtmäßige Emanzipation vom ewigen Sein auffasste und damit die Notwendigkeit ihres untergangs begründete...ferner das er bei der Kosmogonie der Orphiker sich nicht beruhigte, sondern die Entstehung der Welt in eigenartiger Weise zu erklären suchte“.

Wenn man über den Satz des Anaximander nachdenkt könnte man den Schluss daraus ziehen, er meinte damit eine Art von „Seinsvergessenheit“.

Noch eine Reihe weiterer fruchtbarer Ideen schenkte dieser Denker der Philosophie.

Mit dem Hintergrund der heutigen ökologischen Krise kann man sagen Anaximander war der erste Philosoph der ökologisch dachte und argumentierte.

Anaximander spricht im Sinne des Weisen Solon von einer „Rechtsgemeinschaft der natürlichen Dinge“.

Jedes Ding, jede Kreatur, das sich aus den Vorräten der Natur bedient, muss diese Entnahme wieder an die Natur zurückgeben. Alles was eine Form annimmt macht irgendwann Platz für neue Formen.

Anaximander geht hier schon in die Richtung des „ewigen Werdens“ von Heraklit: die uabänderliche Gesetzmäßigkeit allen Naturgeschehens. Denn der Richter der die Buße festsetzt heißt Aion (Zeit). 

©hukwa 

Sonntag, 27. Februar 2022

Das Unerhörte ist Alltag geworden

Die reale Frage die sich uns in der momentanen Gegenwart stellt, in der die Welt, mit Angst in die Geschehnisse in der Ukraine schaut ist die: Was dürfen wir uns noch erhoffen? Was wir derzeit sehen und hören sind auch die Folgen eines seit Jahrzehnten andauernden kollektiven Wahnsinns der milit. Aufrüstungen weltweit. Dürfen wir überhaupt noch mehr erhoffen, als dass der Planet nicht irgendwann auseinandergesprengt wird? Dass die demokratischen Institutionen es schaffen wieder eine ordnung der Ruhe herbeizuführen? Dass ein stillschweigender Waffenstillstand eintritt und dieser schreckliche Angriffskrieg aufhört? Die Entwicklung kann tragisch verlaufen. Aber eines ist auch in dieser schlimmen Zeit sicher: Wenn es zum schlimmsten kommt hat selbst der Sieger keine Zukunft mehr. 
hukwa

Freitag, 20. November 2020

Gedanken zwischen ökonomischen Rausch und ökologischen Katzenjammer

"So beweist auch Plotin, der Platoniker, in seiner Abhandlung von der Vorsehung, dass diese sich von dem höchsten Gotte, dessen Schönheit geistig und unaussprechlich ist, bis herab zum Irdischen und Niedersten erstrecke, und bekräftigt es durch die Schönheit der Blüten und Blätter. Diese alle, so wertlos und rasch vergänglich sie sind, könnten versichert er, keine so wohlproportionierten Formen haben, würden sie nicht von daher geformt, wo die geistige und unwandelbare Form, die alles zugleich in sich schließt, ständig zu Hause ist.        Augustinus - Vom Gottesstaat     

 

 Kein anderes Geschöpf auf diesem Planeten, außer der Spezies Mensch, nimmt sich mehr alsesbraucht. Es ist die ökonomische Gier die uns immer tiefer in zerstörerische Aktivitäten führt. Wir nehmen uns immer mehr als wir wirklich benötigen, zerstören gezielt und mutwillig die letzten Ökosysteme und im selben Moment bezichtigen wir, dass was an Restnatur noch übrig ist (wie Wolf oder Luchs) der Grausamkeit. Wir müssen unseren Blickwinkel dahin erweitern, dass wir uns selbst wieder als Teil der Natur sehen, auch wenn wir diese zum Größtenteil schon vernichtet und vergiftet haben. Wir steuern auf den kollektiven Selbstmord zu. In der Geschichte des Menschen gab es immer wieder Brüche mit der Vergangenheit und somit historische Neuanfänge. In der Natur allerdings gibt es so etwas nicht, hier existiert eine evolutionäre Kontinuität und diese Evolution funktioniert immer auf die gleiche Art und Weise; indem sie Ausgewogenheit und Stabilität erzeugt. Nun hat unsere menschliche Gier dazu geführt, dass die alte Erde ziemlich unstabil geworden ist. Was bedeutet, dass die Natur auf unser Tun reagiert. Dies tut sie schon seit längerer Zeit: sie verändert ihr Klima, eine Katastrophe die man einfach mal „Wandel“ nennt, wir spüren diese Veränderungen ja nicht als Wandel sondern eben – als Katastrophe, ein weiteres Beispiel ist das Waldsterben, die Wälder sterben aus – dies ist ja kein Wandel, das ist eine hausgemachte Katastrophe. Jetzt schickt uns die Natur auch noch einen Virus mit dem die ganze Welt zu kämpfen hat. Das ist nun mal so, denken viele, doch was passiert wenn es nicht so ist? Wenn sie uns noch heißere Hitzesommer schickt und noch gefährlichere Viren? Wenn hinter all dem eine Intelligenz der Natur steht? Die Natur erhält sich durch Veränderungen die darauf ausgerichtet sind die ökologische Ordnung zu erhalten, wir können uns darauf verlassen, dass sie dies tun wird- wenn nötig durch katastrophale Veränderungen. Für die Zukunft ist nur eines sicher- die Evolution wird weitergehen- wenn nötig eben ohne uns. Ich persönlich versuche die ganze Katastrophe aus dem Blickwinkel der Naivität zu beobachten, denn das ganze politisch-ökologisch – intellektuelle Geschwafel hat einen Nachteil, es ist nur - „Geschwafel“. Es ist reden, reden, reden doch erreicht wird nichts!

In meiner Naivität bin ich davon überzeugt das wir Kriege, Hungersnöte und Klimakatastrophen einfach beenden können wenn wir es nur wollten. Und warum wollen wir es nicht? Weil jeder sein Leben auf die angenehmste Art und Weise gestalten möchte.

Jetzt will ich noch ein wenig primitiver werden in meinem Denken und stelle mir vor, diese Erde sei ein lebendiges Wesen (eine Art Gaia-Theorie). Ich werfe sämtliche philosophische Abstraktionen eines Kant, Fichte und Hegel aus meinem Kopf und begebe mich in das Weltbild eines Naturmenschen (eines Primitiven). Dann gehe ich noch einen Schritt weiter als die „Gaia-Theorethiker“ und denke pantheistisch. Ich stelle mir vor, dass die Natur beseelt sei. Hinter den Naturphänomenen, die wir ja nur an ihrer Oberfläche wahrnehmen, verbergen sich Kräfte und Wesenheiten, die in bestimmten Situationen und unter bestimmten Voraussetzungen zur Manifestation gelangen können und somit die Bewusstheit der Natur an sich offenbaren. Ich glaube diese Naturwesen sind da, sie brauchen uns Menschen nicht, allerdings kann es zu Begegnungen kommen zwischen ihnen und den Menschen aus denen sich ganz bestimmte Möglichkeiten ergeben können oder – Gefahren: Die mich umgebende Natur existiert nach ihrem eigenen Gesetz, ich selbst bin eine Folge dieses Gesetzes aber ich bin nicht das Gesetz. Dieses Gesetz ist einfach jenseits von Gut und Böse, es ist ein Naturgesetz. Aber in meinem primitiven archaischen Denken sage ich mir, wo es ein Gesetz gibt, muss es auch einen Gesetzgeber oder eine „GesetzgeberIn“ geben. Indem ich solche Gedanken hege, trenne ich mich von der Welt sozialer und zivilisatorischer Relationen, ich verlasse dass Freudsche Realitätsprinzip und begebe mich in die tiefen Abgründe fast magischen Denkens, eine Erblast meines kollektiven Unbewussten, die mich manchmal heimsucht und mich wenn es sein muss zum Zeitreisenden werden lässt. Somit befinde ich mich mitten im „Wilden Denken“ eines Levi – Strauss und werde zum „mythischen Bastler“. Ich denke der Baum da draußen den ich von meinem Schreibtisch aus beobachte ist ein mit Bewusstsein ausgestattes Wesen, dann gehe ich wieder einen Schritt weiter und glaube die elementaren Kräfte die vom Meer ausgehen, die Stürme und Gewitter sind nichts anderes als die alten heidnischen Götter, die durch negative Manipulation zu Manifestationen gelangen. Und die somit durch ihren Ausbruch Veränderungen hervorrufen können. 


 

Dann schaue ich noch mal weit zurück und kehre ein bei einem der frühesten Philosophen, nämlich Anaximander. Dieser sagte: „alles, was eine Form annimmt, eine Schuld verursacht, die durch seine Auflösung bezahlt werden muss, so dass sich daraus wieder neue Dinge bilden können“. Für Anaximander war dies eine Naturgerechtigkeit (Naturgesetz!). Alles in der Natur, jedes Wesen, jede Kreatur, das sich an den Vorräten der Natur bedient, muss diese Einnahmen wieder an die Natur zurückgeben. Alles was in der Natur eine eigene Form annimmt, muss irgendwann einer anderen Form Platz machen. Nachdem der menschliche Geist in der Evolution entstanden war, ging vom Menschen eine neue negative Evolution aus, in der er sich die Erde „untertan machte“. Wir haben die Natur verlassen, wir haben uns gegen sie gestellt, jetzt stellt sie sich gegen uns.

hukwa



Montag, 24. August 2020

Das Hegelsche Licht und der Weltinnenraum


Hegel ist das Schicksal der Philosophie,

an ihm hat sich zu messen,

was Philosophie sein kann“. Silvia Markun

In „Subjekt-Objekt“ schreibt Ernst Bloch über Hegel: „Mit Hegel und seinem platonischen Erbe muss sich also auseinandersetzen, wer heute dialektisch philosophiert... Hegels Werk glaubt zwar am Ende zu sein, doch das war ideologischer Schein. Die Welt geht weiter, in Mühe und Hoffnung weiter, mit ihr auch das Hegelsche Licht“.

Hegel hat uns eine Philosophie der realen Möglichkeit hinterlassen. Vor etwa zwanzig Jahren sagte ein Philosoph zu mir, um Hegel zu verstehen müsste man Hegelianer sein. Nun, ich bin nie einer geworden dennoch will ich das Risiko einer freien, kurzgefassten Interpretation über Hegels Philosophie auf mich nehmen.

Nach der „Philosophie der Weltgeschichte“ ist die Weltgeschichte zu begreifen als die Entwicklung und Selbstverwirklichung des „Weltgeistes“, der absoluten Vernunft und somit als der „Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit“. Die Philosophie ist denkende Betrachtung der Geschichte, und in dem ich die Geschichte betrachte und mich selbst als Teil der Geschichte sehe beginnt in mir eine Entwicklung die zur „Selbsterscheinung des absoluten Geistes“ führt. Der Geist entwickelt sich vom gemeinen Bewusstsein zum philosophischen Bewusstsein. Diese real-philosophische Erfahrung die erfahrbar ist wurde für mich das, was man als „Hegelsches Licht“ bezeichnet.

Hegel erklärt uns, dass der Geist aus der Sphäre des Objektiven zum Subjektiven zurückkehren kann, dies nennt er den „absoluten Geist“. Der absolute Geist erfasst das Wissen der absoluten Idee, somit der Wahrheit allen Seins. Dies ist die Aufwärtsbewegung in der Natur als auch im Geist, ein Gedanke den wir auch bei Spinoza finden, über den Hegel sagt: „Wenn man anfängt zu philosophieren, muss die Seele sich baden in Spinozas Äther der einen Substanz, in der Alles, was man für wahr gehalten hat, untergegangen ist“.

Dieser Gedankenzug Hegels erscheint mir sehr platonisch. Und in der Hegelschen Philosophie erscheinen immer wieder Grundgedanken die zur platonischen Anamnesis führen, derzufolge jede Entwicklung von Neuem nur eine Wiederentdeckung und Wiedererinnerung vom Ewigen ist. Im Hegelschen Terminus „Er-innerung“ wird schließlich die Welt zum „Weltinnenraum“.

Es ist schon fast ein hermetischer Kreis sprachlicher Offenbarungen, der aus diesem Weltinnenraum der Hegelschen Philosophie erklingt. Es ist die Sprache des Einen und Auserwählten, der zweifelsohne die wichtigste Philosophie seiner Zeit niedergeschrieben hat. Und es verwundert deswegen nicht, wenn viele seiner Anhänger bis heute in seiner Philosophie eine Art „Hegelsches Evangelium“ sehen. Was nun den Wurzeln dieser Philosophie entsprießt, soll auf eine Zeit hindeuten, in der es nicht mehr verschiedene Philosophien geben soll, sondern nur noch eine einzige Philosophie – die Hegelsche!

Doch solche Einheitsentwürfe werden immer wieder gesprengt durch andere Philosophen. Selbst ein philosophischer Geist wie Karl Marx, der in der Massenwirkung alle übertraf, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass man die Philosophie nicht in ein religiöses Gefängnis sperren kann. Philosophie ist ein Wesenszug des Menschen und sie ist nie zu Ende sondern immer im Werden. Hegel ist der erste Philosoph der es fertiggebracht hat die gesamte Philosophiegeschichte aufzuarbeiten, sich anzueignen und weiter zu geben. Dies ist bis heute die großartigste Leistung der Philosophiegeschichte. Doch das „Hegelsche Licht“ kann auch blenden und es kann dann passieren, dass der „Geblendete“ nichts mehr erkennt außer – Hegel.

Immer aber strebt der menschliche Geist danach sich zu vereinen mit der allumfassenden Substanz des Daseins und diese Aufwärtsbewegung des menschlichen Geistes hat Hegel auf großartige Weise erkannt.

Lit.Hinweise:

Silvia Markun: Ernst Bloch.

Hans Saner: Karl Jaspers

Ernst Bloch: Subjekt-Objekt

Hegel: Einleitung in die Geschichte der Philosophie.

Ernst Bloch: Revision des Marxismus.

David Gross: Bewusstseinsveränderung durch revolutionäre Phantasie.

Marco de Angelis: Die Philosophie von G.W.F. Hegel



 hukwa

Freitag, 7. August 2020

Sein und Existenz oder der tragende Grund

 Was ist Sein? Wie kann ich es denkend erfassen? Die Gegenstände die mich umgeben sind nicht das Sein, es sind Dinge die im Sein zwar existieren, doch sie sind nicht dem Sein verwandt. Sie existieren als Seiendes in der ausstrahlenden Aura des Seins. Das Sein selbst ist ungreifbar, nie als Ganzes fassbar und doch ist es immer um uns herum. Zu diesem Sein vorzudringen, es in einer materialistisch geprägten Welt zu suchen, ist Sinn der Philosophie. Es wird mir bewusst als Grenze zum ganz anderem. Philosophieren über das Sein ist das hinausdrängen über alle umgebenden Grenzen. In dem ich versuche zu erfahren was das Sein eigentlich ist versuche ich zu erfahren was, wer, ich selbst bin, denn alles Philosophieren ist immer auch ein Transzendieren. Dieses Transzendieren führt uns zu unserer Existenz. In der philosophischen Existenz erkennen wir unsere Verbundenheit mit dem Sein. Nach Hegel ist das reine Sein und das reine Nichts dasselbe. Das Nichts steht vor dem Sein. In dem ich das Sein finden willl muss ich das Nichts überwinden. Das Nichts lässt uns das Sein vergessen, führt somit zur Seinsvergessenheit. Diese Seinsvergessenheit ist die Katastrophe die unsere Gegenwart heimsucht. Wie ein Nebel liegt das Nichts über dem Sein und versucht es zu Verbergen dennoch schimmert es immer wieder durch das Neblige des Nichts hindurch. Denn das Sein ist der tragende Grund unserer Existenz.  

hukwa

Donnerstag, 6. Juni 2019

Parallelwelt und Schattendasein

Manchmal erscheint es mir als hätte der Mensch sein wahres Ich nach seiner Kindheit verloren und muss nun den Rest seines Lebens damit verbringen dieses verlorene Ich wieder zu finden. Diese Suche gehört zu jenem Teil unseres Lebens den wir in einer Parallelwelt verbringen ohne es zu merken.
Unsere materialistische Weltanschauung ist zu prägend als dass wir diese kurzfristige Aufenthalte in anderen Bewusstseinsstufen bemerken. Was ist der Bewusste Traum wenn nichts anderes als eine Parallelwelt?
Wir bemerken dies nur nicht weil wir der Traumwelt jegliche Realität absprechen.
Das Leben ist eben nicht nur dass was wir sehen sondern auch dass was auf anderen Ebenen existiert.
hukwa

Samstag, 1. Juli 2017

Abgrund einer unergründlichen Dunkelheit

Es gibt welche die sagen das Gott es zulässt das der Mensch einen Zipfel seines Gewandes erblickt-aber was sieht er? Er schaut doch nur den Abgrund einer unergründlichen Dunkelheit. Nein, der Mensch kann keinen "Saum der Gottheit" erkennen, er kann ihn noch nicht einmal erahnen. Leonardo da Vinci hatte als Mittel der schöpferischen Erfindung die Anschauung umgestalteter Formen, etwa in den Moosen und Flechten alten Mauerwerks, in den Strukturen der Holzmaserung oder der Steine empfohlen. Dürer: "Denn wahrhaftig steckt die Kunst in der Natur, und wer sie heraus kann reißen, der hat sie". Wahrscheinlich ist dies der "Saum Gottes", nämlich der Spiegel der Natur. 
hukwa

Freitag, 30. Juni 2017

Deus absconditus

Wir stoßen immer tiefer vor in die angeblich "Unbekannte Natur der Natur". Je mehr wir erfahren desto unendlich viel größer wird das Geheimnis des Unbekannten. In dem wir in der Forschung voranschreiten entzieht sich uns das große Geheimnis. Glaubte der Mensch noch vor hundert Jahren den "Saum der Gottheit" in der Natur zu erkennen so kann er heute noch nicht einmal die feinste Naht dieses Saums erkennen. Je weiter wir in der Forschung vorandringen, desto größer werden die Perspektiven des Unerforschlichen. Somit wird dass was wir als Gott bezeichnen immer mysteriöser und dunkler, es wird zum - "deus absconditus".
hukwa

Sonntag, 19. Juni 2016

Innere Stimme

Es passiert dem Menschen oft dass er seine Innere Stimme nicht hört. Dabei ist gerade diese Innerlichkeit eine sehr wichtige Wahrheit. Dieser Ruf von Innen fordert dazu auf sich auf das wesentliche zu beschränken und unser Leben frei zu machen von den Abwässern der Oberflächlichkeiten. 
hukwa

Dienstag, 15. März 2016

Wenn mich frisches Quellwasser durchfließt

Was meine Freiheit betrifft so bin ich um diese oftmals besorgt, sobald ich mich gesellschaftlichen Dingen hingebe. Ich fühle mich nach solchen überwundenen Zwängen dann hinter her immer wieder so erfrischt als würde frisches Quellwasser mich durchfließen.
hukwa

Samstag, 13. September 2014

Guthaben im Sein

Auch an diesem Morgen
möchte ich dem Leben
wieder ein kleines Kunstwerk abringen
ein Gemälde
ein Gedicht
ein Text
etwas das die Anderen
als Wertlos ansehen
es ist ein Schild
in den
Schrecken der Situation
das
den Bewusstseinsbeton
sprengen kann
das mich wappnet
gegen die Infamitäten des Lebens
einfach
ein
Guthaben im Sein.
hukwa

Mittwoch, 13. August 2014

Existenzialismus und Mystizismus

Wahrscheinlich ist mein Leben immer ein Gehen zwischen Existenzialismus und Mystizismus. Ich bin mir sicher wir leben nur dann wirklich wenn die uns umgebende Realität mit dem Mystischen zusammentrifft. Heute wird die Mystik von der Phantastik verdrängt und das rein Rationale verdrängt die Realität. Nur wenige Menschen bemerken noch jene Stimmung die in einem aufkommt wenn das Bekannte mit dem Unbekannten zusammen trifft. Wenn wir aber solche Zustände erkennen dann spüren wir intensiv das dies Momente im Leben sind die unseren Geist eine Seinsstufe höher steigen lässt.
hukwa

Mittwoch, 26. März 2014

In Einheit mit den Wäldern

Es gibt Augenblicke im Leben von uns Menschen, in denen wir das Gefühl der Vollständigkeit des Lebens erfahren. Solche Momente begegnen uns, wenn wir die Einheit der Natur in uns spüren. Dann wird das Rauschen eines Baumes zur Musik und das Schweigen der Wälder zur Antwort. Dann löst sich die lineare Zeit auf und wir fühlen uns aufgehoben in den Zyklen der Jahreszeiten. Es ist dies die sinnliche Erfahrung mit der Natur, die immer die Erfahrung einer belebten, beseelten und mystischen Mitwelt ist, mit der wir untrennbar verwoben sind, selbst wenn wir es nicht wahrhaben wollen.
hukwa

Dienstag, 21. Januar 2014

Hinter uns allen steht etwas anderes...

...schrieb Ernst Jünger einmal. Eigentlich wissen wir dass alle sehr gut, wir wollen es nur nicht wahrhaben. Wir können es nicht wahrhaben, weil sich unser Denken über das Sein verändert hat. Wohlgemerkt. Das Denken über das Sein - das "Sein an sich" ist nicht änderbar! Die Menschen, haben das Sein, dass ja metaphysisch ist, in sofern geändert dass sie in einem "technischen Seinszustand" leben. Die Zerstörung der Natur, Kriege, Mord und Totschlag entstehen sie nicht durch den Verlust des natürlichen Seins? Seinsvergessenheit" (Heidegger), begleitet uns seit der Antike. Der Verlust des Mythos steht in Verbindung mit dem Sein. Der mythisch denkende Mensch lebte in einem Seinszustand.
Wir haben es leider nicht geschafft Realität und Seinszustand als Prozess zu erkennen.
hukwa

Sonntag, 19. Januar 2014

Die Heimat des Philosophen- oder der Ort wo ich Denken kann

Der frühe Morgen ist für mich die Zeit des intensiven Denkens. Ort des Geistes. Ich liebe den klaren, graniteren Morgen an dem die Gedanken klar schweifen und fliegen können. In dieser Zeit wohne ich ganz im Haus des Geistes. Draußen ruht noch die profane Welt und mein Denken taucht ein ins Reich der Philosophie. Es gibt diese Ebene des Geistes die ohne Vergangenheit und Zukunft ist. Schon immer war sie mir Stütze und Fluchtpunkt vor den schmutzigen Abwässern einer geistlosen Gesellschaft. Meine Heimat ist der Ort wo ich denken kann.
hukwa

Samstag, 11. Januar 2014

Ich bin der ich bin

Immer wenn ich mit dem Philosophieren beginne, denke ich zuerst an Descartes, eben an sein - cogito ergo sum. Beginne ich nun also das Philosophieren damit, das ich schlechthin alles in Frage stelle, so gibt es doch etwas, das ich nicht nur nicht bezweifeln kann, das mir vielmehr, gerade in dem und je mehr ich zweifle, immer gewisser werden muss: nämlich die einfache Tatsache, das ich jetzt in diesem Moment zweifle, also denke. alles was ich von außen wahrnehme, könnte Täuschung sein, alles was ich denken mag, könnte natürlich falsch sein- doch im Zweifel werde ich mir selbst jedenfalls als ein denkendes Wesen bewusst. Somit habe ich zumindest für mein weiteres Philosophieren einen unerschütterlichen Ausgangspunkt auf dem mein Denken aufbauen kann.
hukwa

Sonntag, 13. Oktober 2013

Die innere Sehnsucht

Man muss nicht unbedingt zum Einsiedler oder Asketen werden um das Ganze unseres daseins zu erfassen. Ich bin davon überzeugt dass in jedem von uns eine Sehnsucht zu Hause ist nach einer Welt jenseits der üblichen Relativität. In dieser Welt ist unsere Seele zu Hause.
hukwa

Montag, 20. Mai 2013

Kinder und Natur

Das was wir von Kindern lernen können ist das Staunen. Vor allem das Staunen über die Natur, über Pflanzen und Tiere. Die Erwachsenen haben dieses Staunen lange schon verlernt, sie leben in einer profanen Welt die keine Geheimnisse mehr kennt. Staunen ist das wozu Kinder vom Aufwachen bis zum Schlafengehen jeden Tag bereit sind. Man sollte sie Staunen lassen es fördert ihr Bezug zur Natur. Gewiss bleibt ein Mensch der in seiner Kindheit das Staunen erlernt hat fähig dieses Wunder auch als Erwachsener zu wiederholen und trägt somit zu einer besseren Welt bei.
hukwa

Sonntag, 19. Mai 2013

Die Kluft zwischen Bewussten und Unbewussten

Wenn unser Bewusstsein sich des Unbewussten bewusst ist, entsteht Überbewusstsein. Letztendlich gibt es nur ein Bewusstsein, denn objektives Bewusstsein ist nichts anderes als sich seines Seins bewusst zu sein. Subjektives Bewusstsein ist ein Bewusstsein der Spaltung. Dieses spricht ja von zwei Bewusstseinszentren in uns vom Oberflächenbewusstsein und vom Unterbewusstsein. Beides ist aber ein Bewusstsein. Die Kluft die diese Trennung in uns entstehen lässt ist unser rationales Denken. Zwischen Bewussten und Unbewussten gibt es keine Kluft, es gibt nur so etwas wie eine "dünne Zwischenwand".
hukwa

Freitag, 17. Mai 2013

Uns bleibt nur das Staunen

Die Heimat des Philosophen ist der Geist. Hannah Arendt schrieb: "Die Heimat des Philosophen ist das Denken". Nun, ich glaube wir beide meinen das Gleiche. Irdisch und profan gesehen ist der Philosoph ein Heimatloser. Seine Heimat ist nicht der Planet Erde sondern das Universum. Nur in dem ich mich mit dem Universum identifiziere kann ich zur Ganzheit gelangen. Letztendlich ist der Mensch ein Wesen und das "Wesen hat keinen Ort" um nochmal mit Hannah Arendt zu sprechen. Das "Wesen" haftet dem Menschen an. Es ist das Wesenhafte des Menschen. Wir können es nicht erkennen, wir ahnen es nur. Doch wenn wir uns als "Wesen" erkennen, also "ahnen", dann wird uns klar, wir sind viel mehr als was wir denken was wir sind. Wenn wir an diesem Punkt angekommen sind bleibt uns nur eins: das Staunen.
hukwa