Freitag, 30. Juli 2021

Alter Mirabellenbaum

 Im alten Mirabellenbaum 
Hornissentanz und Laubgesang  
unten im Baumschatten 
schleicht die Ringelnatter 
Elster ruft nach ihren Kindern 
Meisenhochzeit im Sonnengeflimmer  
aus dem Brombeerdickicht 
tönt des Zaunkönigs Lied 
ruhiger Käferflug 
aus geisterhaften Fernen 
naht die dunkle Glut. 
hukwa

Mittwoch, 28. Juli 2021

Waldruf

Unke unterm Sandstein ruht 
Natternbrut sich im Farn verliert 
Zilp Zalp ruft 
Nebel überm Weiher steht  
Espe flüstert Baumeswort  
Kuckuck flog schon lange fort 
Im dichten Schilf die Ente ruht 
Geheimnisvoll des Waldes Ruf. 
hukwa 

Dienstag, 27. Juli 2021

Ich bin...

Ich bin 
wo der Dompfaff einsam sein Lied singt 
im weißen Birkendickicht 
bei Merlins Höhle   
hier wo die Sonne den Weißdorn bräunt 
unter Dornen und Moosen 
mach ich mich unsichtbar 
wie der Stichling im Wildbach 
umgebe mich 
mit silberfarbenen Spinnenhaar 
ganz versunken 
wie im Tempelschlaf. 
hukwa
 

Samstag, 24. Juli 2021

Aus Paradiesen macht ihr Wüsten

Ich kann die alte Landschaft 
schon lang nicht mehr erkennen 
die Bäume am Feldrand nicht mehr benennen 
die Vögel sind hier weggeflogen 
Schmetterlinge und Bienen 
habt ihr vertrieben 
gefrässig fressen sich Maschinen 
ins Erdreich hinein 
wo ihr auftaucht 
tut alles verkommen 
aus Paradiesen macht ihr Wüsten 
ich kann die alte Landschaft nicht mehr erkennen. 
hukwa 

Montag, 19. Juli 2021

Schatten im Wald

Stein Wurzel Baum 
Wald 
ich in dir 
du in mir 
Wer kann noch lesen 
die Signatur der Natur 
der Schwarzspecht ruft 
Schatten der Erinnerung. 
hukwa 

Sonntag, 18. Juli 2021

Echo

 Das Leben 
ein Meer 
vereint 
im 
Spiegelbild der Wolken 
ihr Glitzern im Waldteich 
ergießt sich 
in die Farben des Regenbogens 
die 
Erinnerung 
ein Echo 
aus ferner Zeit. 
hukwa

Mittwoch, 14. Juli 2021

Waldgebet

Regenwolken über mir 
tief im Dickicht 
Zilp Zalp lockt 
Kröte sich im Altholz bewegt 
träumendes Schauen 
schlanke Buchenleiber raunen 
uraltes Waldgebet 
Grüner Gott geht durch den Wald. 
hukwa 

Dienstag, 13. Juli 2021

Vor dem steinernen Bildnis der Diana

 In dein Moosgrünes Haar geschrieben 
sind dir die Zeichen der Nacht 
in kalten Fels getrieben 
Konturen deiner Macht 
umrahmt von Fichten und Eichen 
am steilen Abhang dein Bildnis 
verborgen in weißen Nebeln 
des Nachts jedoch 
wenn der Tau steigt 
erwachst du zu neuem Leben 
wenn Schilf und Gräser 
dich umweben 
und der Mond 
dein steinernes Antlitz 
umkränzt. 
hukwa

Donnerstag, 8. Juli 2021

Rückkehr

 Wenn die Kraniche wieder ziehen 
kehrt Orpheus zurück 
wie eine Lanze die sich in die Zeit bohrt 
das Gedicht 
Gewicht von Welt 
immer wird es neue Gedichte geben 
immer wird es Sonnenuntergänge geben. 
hukwa

Freitag, 2. Juli 2021

Gedankenarbeit

 Das Dasein eines Philosophen sollte in steter, gesteigerter und kontemplativer Suche verlaufen. Die Gedankenarbeit bedarf täglich neuer Impulse. Alles was mir begegnet, mir widerfährt will zu Erkenntnis verwandelt werden. 
hukwa

Donnerstag, 1. Juli 2021

In der großen Gemeinschaft

 Es ist an der Zeit das überkommene Menschenbild zu verändern und den anderen Lebewesen auf unserem Planeten- Pflanzen und Tieren- mehr Geltung zu verschaffen. Das bedeutet- der Mensch muss sich aus seiner konsumistischen Sonderstelllung im Reich des Lebendigen verabschieden und sich unter die anderen Lebewesen auf der Erde einreihen. Allerdings in einer Reihe in der es weder einen ersten noch einen letzten Platz gibt sondern eben nur Platz für alle in der großen Gemeinschaft von Pflanze, Tier und Mensch. 
hukwa

Mittwoch, 30. Juni 2021

Naturbezug

 An solchen Tagen wie heute möchte ich von keinem Menschen gestört werden. Ich bevorzuge dann die Gemeinschaft von Stein, Pflanze und Tier. Sie sind für mich die große Gemeinschaft wo auch das Sein existiert. Mit dem richtigen Bezug zur Natur ist man nie allein. 
hukwa

Donnerstag, 24. Juni 2021

Trippstadter Wiesen und Böschungen – Schatzkammern der Artenvielfalt

 


In Trippstadt sind inzwischen einige Wiesen und Böschungen lebende„Naturarchive“. Eine große Anzahl von Pflanzen und Kleinlebewesen haben in diesen Ökonischen eine Heimat gefunden. In kleinen Ausschnitten zeigen uns diese „Zierleisten“ der Feld- und Waldwege wie die Kulturlandschaft einst ausgesehen hat. Durch solche geschützten Flächen entstand in kurzer Zeit ein Netz ökologisch wertvoller Kleinzellen, sogenannte Trittsteinbiotope. Neben einer großen Anzahl bekannter Wiesenblumen haben sich auch seltene und gefährdete Pflanzenarten angesiedelt - so die Bittere Schleifenblume, der höchst seltene Bastard-Mohn und einige andere vom Aussterben bedrohte Arten. 

 


 

Zwischen diesem Artenreichtum finden sich immer wieder kleine Ansammlungen von Brennnesseln und Disteln, Wildkräuter die für unsere heimische Insektenwelt überlebenswichtig sind. Nur im Verbund von Wildblumen und sogenannten „Un“-Kräutern kann man erfolgreichen Artenschutz betreiben. So ist die Brennnessel der Heimatort für rund 50 heimische Schmetterlingsarten - „Tagpfauenauge“, „Kleiner Fuchs“ und „Landkärtchen“ könnten ohne diese Pflanze überhaupt nicht überleben, da sie ihre Eier nur auf Brennnesseln ablegen. Die Distel ist die Heimat des Distelfalters und dient zusätzlich vielen Singvögeln (Distelfink ect.) als Futterpflanze für den Winter. 

 


Die geschützten Böschungen und Wiesen werden nur zweimal im Jahr gemäht. Anfang Juni und Anfang September, bei der letzten Mahd bleiben jeweils etwa 10 Prozent der Wildkräuter stehen, damit die in ihren Stängeln lebenden Insekten überwintern können. So wird jede „Wilde Wiese“ zu einer Schatzkammer der Artenvielfalt.



©hukwa
Fotos©Ute Knieriemen-Wagner

Samstag, 19. Juni 2021

Leben ein kosmogonischer Akt

"Welches Muster verbindet den Krebs mit dem Hummer und die Orchidee mit der Primel und all diese mit mir?" (Gregory Bateson). Für Platon und andere Philosophen, war das "materielle Universum", das die heutige Physik für "real" hält, ein Nebenprodukt des wahrhaft Realen, nämlich  der Formen und Ideen. Welches ist das Muster das alle Lebewesen verbindet: Ich würde sagen das Sein als "universelle Wesenheit", wie wir es aus dem metaphysischen Pantheismus kennen. Die Existenz eines jeden Lebewesens ist ein kosmogonischer Akt. Durch unseren Geist sind wir mit dem Universum verbunden. "Wo es eine Form gibt, gibt es einen Geist, der Materie strukturiert" (Emanuele Coccia). das bedeutet Materie ist Geist. Und der geist ist der Ort wo Physik zu Metaphysik wird. 
hukwa

Montag, 14. Juni 2021

Alte Waldquelle

 Früh am Morgen war ich bei der alten Waldquelle und habe dieses Gedicht mitgebracht. 
Beschattete Mauern 
wie vom Alter gebeugt 
vom Wasser ausgehöhlt 
von Moos und Efeu umwuchert 
uralter Fels 
Zeuge 
singst du dein Lied 
aus der Vergangenheit. 
hukwa
 

Sonntag, 13. Juni 2021

Der römische Koch

 Heute morgen nach einem großen Spaziergang Seneca gelesen, dabei über den römischen Feinschmeckerkoch Apicius nachgedacht. Der berühmte Koch hatte hundert Millionen Sestertien für seine Kochkünste aufgewandt, ungeheure Summen aus den Geschenken der Kaiser. Als er ausrechnete das er nur noch zehn Millionen über hatte, beging er Selbstmord, den das kam ihm vor als würde er am Hungertuch nagen. Wie unglücklich müssen doch unsere Vorfahren gewesen sein meinte Seneca: Sie haben noch mit eigener Hand ihren Acker bestellt und aus dem Betrag ihre Mahlzeiten zubereitet.   
hukwa

Freitag, 11. Juni 2021

Rückzug und Wiederkehr

 Wir sollten uns Zeiten in unserem Leben schaffen, in denen wir uns zurückziehen, aus der Zerstreung in die Sammlung, in denen wir Einzelne werden. Möglichkeiten für Klausur zu schaffen sind äußerst wichtig. Wie sonst wollen wir die Infamitäten des Lebens durchschauen? 
hukwa

Mittwoch, 9. Juni 2021

Mit sich Selbst sein

Der frühe Morgen das sind die Stunden philosophischer Abegeschiedenheit. Eine solche Abgeschiedenheit benötige ich täglich einige Stunden. Es ist das Mit sich Selbst sein mit unserem wahren Wesen. 
hukwa

Montag, 7. Juni 2021

Bedenkliche Zeiten

"Das Bedenkliche, in unserer bedenklichen Zeit ist, dass wir nicht denken". 
Martin Heidegger 

Samstag, 5. Juni 2021

Freundschaft mit Tieren

 Es gibt einige Haustiere und Wildtiere mit denen ich eine engere Freundschaft geschlossen habe. Einersets animalisiert man den Menschen, andererseits humanisiert man die Tiere, beides die falsche Einstellung. Was die Leistungen der Tiere betrifft schreibt Montaigne: "Solche Leistungen, die wir bei anderen Lebewesen beobachten und die größer sind als unsere, beweisen daher, dass sie diesbezüglich eine uns überlegene fähigkeit haben, die uns verborgen bleibt- wie wahrscheinlich viele andere Anlagen und fähigkeiten, die nicht einmal bis zu unserer Wahrnehmung dringen. Genauso wie den Tiere unsere kognitiven Fähigkeiten verborgen sind, können auch uns, die kognitiven Fähigkeiten der Schnecken und anderer Tiere unbekannt sein. Montaigne ging davon aus das sich Ameisen nach Weg und Ziel fragen, wenn sie sich treffen. Und Wittgenstein, ebenso David Hume meinten das Tiere Gedanken einfacher Art haben. 

hukwa

Mittwoch, 2. Juni 2021

Hoffnung

"Wo unsere Vorgänger von einem neuen Himmel träumten, ist unsere größte Hoffnung, dass es uns erlaubt sein möge, die alte Erde zu retten." 
Dag Hammarskjöld 

Dienstag, 1. Juni 2021

Junikind

 Gelb leuchtet auf der Wiese 
der wilde Löwenzahn 
weht seinen Duft zu mir heran 
ein Seelenschlag 
mir aus der Kindheit 
entgegen weht 
ein Junge der über eine Wiese geht 
am blauen Himmel der Turmfalke steht 
ein leichter Windzug 
die Feldulme bebt 
in flehendem Erwarten 
der Ginster am Wegrand blüht. 
hukwa

Sonntag, 30. Mai 2021

Lebensform

 "Ich habe erkannt, dass die Philosophie nicht nur eine bestimmte Art ist, die Welt zu sehen, sondern eine Art zu leben, und das alle theoretischen Diskurse nichts sind im Vergleich, mit dem konkreten gelebten philosophischen Leben. 
Pierre Hadot

Freitag, 28. Mai 2021

Morgenröte

 Es ist das Verstummen einer 
Stumpfsinnigen Menschheit 
die Kraniche sind gezogen 
nur Antäus 
macht den Versuch 
aus der geschundenen Erde 
neue Kraft zu ziehen 
nehmen wir uns ein Beispiel an ihm 
und warten darauf 
das bald die Kraniche wieder ziehen 
die sich in die 
Morgenröte vrabschiedet haben. 
hukwa  

Mittwoch, 26. Mai 2021

Rückzug in die Zeit

 Meine Zeit ist eine andere als die meiner Mitbürger. Zeit ist das einzige was ich niemals verleihe. ich liebe das langsame Rinnen der Zeit, nicht die Eile. Der mensch sollte wachsen und reifen wie der Baum, dann kann er hoffen das er einmal recht gute Früchte tragen wird.  
Zeit bedeutet auch sich immer wieder einmal Zeit des Rückzuges zu gönnen. Goethe meinte: "Wer sich heutzutage...nicht mit Gewalt isoliert ist verloren. 
hukwa

Montag, 24. Mai 2021

Über okkulte Philosophie

 Das Problem bei de verschiedenen hermetischen und okkulten Wissenschaften, liegt darin dass fast alllen diesen Richtungen mit der Aufgabe des Denkens enden. Dies bedeutet allerdings nicht ihre Einsichten zu leugnen, sondern es ist einfach so dass diese philosophisch beginnen doch meistens in einer dogmatischen Sackgasse enden. Was die okkulten Systeme auf jeden Fall darstellen ist ein metaphysischer Pfad der ziemlich direkt ins Unbewusste führt. Es ist bereichernd sich mit solchen Philosophien zu beschäftigen, doch darf auf keinen Fall eine Religion daraus werden sonst wird Philosophie schnell zu Psychotherapie. 
hukwa

Sonntag, 23. Mai 2021

Natura vexata

 Der Philosoph Francis Bacon meinte das man die Natur unmittelbar befragen musste, in dem man sie in eine Lage brachte, in der sie gezwungen war, ihre Antworten preiszugeben. Natura vexata nannte er dies, "die erboste Natur". heute ist es genau diese "erboste Natur", die wir so lange geknechtet haben, die nun zurückschlägt. 

hukwa

Samstag, 22. Mai 2021

Pseudo-Bewusstsein

Jene die den Menschen "als Maß aller Dinge" sehen und sich auch so fühlen verfallen alsbald einem Oberflächendenken, was das Merkmal aller Ratlosen und Hilflosen ist, die ihr Dasein nicht mehr zu begründen vermögen, ihr Pseudo-Bewusstsein ist so aufgebläht, das für sie das Sprichwort angebracht ist: "Unter Blinden ist der Einäugige König". 
hukwa

Donnerstag, 20. Mai 2021

Traum vom Fliegen

Wenn die Frühlingslüfte wehen 
dann möchte ich mit den Kranichen ziehen 
um die ganze Welt zu sehen 
schon in meiner Knabenzeit 
erhob ich meine Arme weit 
in der Hoffnung ich würde leicht um mit diesen Vögeln zu ziehen so weit  
wenn dann im Herbst 
die Gänse nach Süden zogen 
dann träumte ich wieder vom fliegen 
ich dachte dann so bei mir 
ach wenn ich nur Nils Holgerson wär. 
hukwa 

Mittwoch, 19. Mai 2021

Vom Reisen

"Nicht der hat am meisten zu erzählen, der am weitesten gereist ist, sondern der am tiefsten gelebt hat und am meisten bei sich selbst zu Hause war" schrieb Thoreau einmal. Und Alan Watts meinte: "egal wo du bist, es ist immer der gleiche Ort". Allerdings muss man hinzufügen, man muss sich vor allem erst einmal selbst "gefunden" haben. Es ist leichter in der Welt umher zu Reisen als sich auf jene Reise zu begeben die zur Selbstfindung führt. 
hukwa

Dienstag, 18. Mai 2021

Waldmystik


 hukwa

Unser persönliches Museum

 "Die Funktion des Irrealen, ist für die Psyche ebenso nötig, wie die Funktion des Realen". Denn das sogenannte "Irreale" ist ja Teil der Einbildungskraft. Für Giordano Bruno war die Einbildungskraft die "Gesamtheit der inneren Sinne".  Das was wir so gemeinhin als Irreal bezeichnen wird ja zu etwas realen wenn es sich in der Psyche entfaltet. Es ist eben nur das Ganz-Andere, die Imagination. Das Museum unserer Phantasie ist mit einer Vielfalt von Gestalten, Symbolen und Ideen angefüllt. Wir sollten öfters dieses Museum aufsuchen. 
hukwa

Montag, 17. Mai 2021

Das Ganz-Andere

 Die Welt der Hermetik ist die verborgene Welt der wahren Veränderungen. Doch um dies zu Verstehen muss man sich innerlich von dieser Welt in die Ganz-Andere Welt begeben. In eine Welt die der profanen, modernen Leb
enswelt vollkommen fremd ist. Sie ist eben- dass Ganz-Andere. In dieser Welt eine Existenz zu führen bedeutet Eingeweiht -zu-Sein. 
hukwa

Sonntag, 16. Mai 2021

Traumbaum

 Es schweigt die Erde 
dem bleichen Mond entgegen 
der in der Nacht silbern am Himmel steht 
und in die alte Buche hinein 
sein silberfarbenes Lich ergießt 
die alte Buche 
mit dem Mond verschwistert 
in ihrer Ganzheit 
sucht sie mich auf 
in meinen Träumen 
wird sie 
zum Traumbaum der Nacht 
daran 
die Träume 
wie Früchte hängen. 
hukwa

Samstag, 15. Mai 2021

Maimorgen

 Früh am Morgen im Wald gewesen. An einem versteckten Waldbrunnen wo nie ein mensch vorbeikommt. Als endlich der ersehnte Regen kam, wieder nachhause gelaufen. Ein kleines gedicht habe ich aber mitgebracht: 
Früher Maimorgen 
Morgenstunde im Mai 
glatte Leiber der Buchen  
dazwischen 
Buschwindröschenblüte 
der Kirschbaum in weißer Pracht 
ein früher Amselruf  
durchdringt die Morgenstille. 
hukwa

Freitag, 14. Mai 2021

Nichts kann zu Nichts zerfallen

 Schon die vorsokratischen Philosophen wussten, dass keine geschaffenen Dinge sterben, dass sie bloß einem Wandel unterworfen sind. Tod ist ein leerer Begriff ohne etwas, das mit ihm verbunden ist. Denn was für gewöhnlich mit Tod bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit Transformation. 
hukwa

Mittwoch, 12. Mai 2021

Auf eine alte Trockenmauer

 Wer schuf die alte Sandsteinmauer 
dies Bruchstück aus früher Zeit 
Insektenhöhle 
Eidechsenwohnung 
steht sie still 
im Saum der Zeit 
die Namen sind vergangen  
ihr Erbauer lang schon gegangen 
die Zeit bleicht grau den Sandstein 
umwuchert von Disteln und Gras 
kann auch diese Mauer 
die Zeit nicht halten. 
hukwa

Dienstag, 11. Mai 2021

Das Meßbare des Spiegels

Grünes Schweigen  
wird über die Welt kommen 
wenn ihr die letzten Bäume 
der Natur entnommen habt 
wenn ihr damit beginnt 
das Meßbare der Wirtschaft zu fressen 
das Geld 
das eure Gier nie zufrieden stellte 
immer mehr 
eure Lebensdevise 
das Schreckensbild eurer Taten 
ein Spiegel 
mit vielen Rißen. 
hukwa 

Montag, 10. Mai 2021

Ein anderssinnliches Weltbild

 Wir sollten in Harmonie mit der Natur arbeiten und versuchen diese durch Partizipation zu beeinflussen, über die Natur zu herrschen, sie zu knechten, ist ein Krieg den wir gegen uns selbst führen.Was wir heute benötigen ist ein Weltbild in dem auch das hermetisch-metaphysische seine Geltung hat. Ein solches Weltbild ist nicht übersinnlich und somit im heutigen Sprachgebrauch unrealistisch, es ist einfach "anderssinnlich".  
hukwa  

Samstag, 8. Mai 2021

Morgen im Garten

 Der frühe Morgen im Garten 
das berstende Grün 
die Blüte der Akelei 
dazu das Lied der Amsel 
lassen in mir ein Gefühll der Erhabenheit aufkommen 
ich spüre das Einssein 
mit Vogellied Blüte und Strauch  
fern dem Stumpfsinn der Tage 
fern den Orks 
erlebe ich das Wunder 
des Liedes der Amsel. 
hukwa

Donnerstag, 6. Mai 2021

Was ist das Leben

 An einem stillen, sonnigen Tag in der Ruhe der Mittagszeit steckte ein Dompfaff sein Köpfchen aus dem Holunderdickicht und fragte: Was ist das Leben?Alle die es hörten dachten darüber nach. Eine Akelei die gerade eine Blüte entfaltete sprach: Das Leben ist Entwicklung. Eine Ameise die gerade mühselig, den Flügel eines Maikäfers fortschleppte, sagte: Das Leben ist Arbeit und Mühsal. Als ein kurzer Regenschauer niederfiel sagte eine Wolke: Das Leben besteht aus Tränen. Ein Habicht hoch in den Lüften meinte:Das Leben ist ein ewiges empor steigen. Da flog ein Schmetterling vorbei und sagte: Das Leben ist eine Metamorphose. 
Thorreich Geißenbauer

Dienstag, 4. Mai 2021

Wabi-Sabi oder das wahre Schöne

 Der bemooste Stein am Wegrand, die alte Eiche am Feldrand sind das Wabi-Sabi der Natur. Wabi heißt Armut oder negativ ausgedrückt "der feinen Gesellschaft fremd sein". Es ist dass Erkennen des Erhabenen inmitten der Tausend Dinge. Sabi bedeutet Anspruchlosigkeit. Im Zen bedeutet es Freude am Leben in der Natur. Es ist das Verschmelzen des Ästhetischen, mit dem Geistigen und der Natur und mündet im Fuga. In diesem Sinne besteht eine Beziehung zum platonisch Schönen. Für Platon war bekanntlich das wahre Schöne über die vergängliche Welt erhaben. Es war für ihn nichts anderes als ein Aspekt des Unvergänglichen, das gleichzeitig auch das Allgemeine, Notwendige ist. Hier liegt ein Bezugspunkt zwischen Zen und westlicher Metaphysik. 
hukwan

Montag, 3. Mai 2021

SeelenGlut

Die Wälder liegen tief im Schlaf 
erleuchtete Baumkronen 
weißer Mond 
Gestirn des Unbewussten 

Mond 
ewiger Beweger 
der mich in Zauber bindet 
uralte Dämmerung 
Erzeuger des Lebens  
von Ebbe und Flut 
schenkst du der Seele ihre Glut. 
hukwa 

Sonntag, 2. Mai 2021

Die Genauigkeit ist ein Schwindel

 Niemals treffen wir die Natur so an wie sie wirklich ist, sondern immer schon durch unsere Feststellungen geordnet. Hinter der sichtbaren Realität verbirgt sich das wahre Gesicht der Natur. "Die Genauigkeit ist ein Schwindel", schrieb Whitehead, ich bin der gleichen Meinung. 
hukwa

Freitag, 30. April 2021

Leicht wie eine Krähenfeder

 Ein Moment 
ein Wimperschlag 
die frühe Morgenröte 
jetzt 
da sich die Tür der Zeiten öffnet 
ich selbst 
ein Tor 
wodurch Gedanken fließen 
Verborgen im Labyrinth des Geistes 
die Gedanken 
leicht 
wie eine Krähenfeder. 
hukwa

Mittwoch, 28. April 2021

Reinkarnationserlebnis

Am Morgen saß ich einige Zeit am Ufer des Waldbachs, den ich öfters aufsuche. Süßer Duft von blühenden Schlehen, Vogelgesang und das Murmeln des fließenden Wassers versetzten mich in eine meditative Stimmung. Meine Gedanken weilten tief in längst vergangenen Zeiten. Während solcher Momente kann es geschehen dass ich mich plötzlich in einem anderen Zeitalter wiederfinde. Für Momente befinde ich mich dann in einer Umgebung die weit entfernt ist von meiner Jetztzeit. Ich bin überzeugt das solche Erlebnisse reine Reinkarnationserlebnisse sind. 
Hier bin ich 
am ufer des Waldbachs 
tief in mir drinnen 
tief im Wald 
das gurren der Tauben 
das Fließen des Wassers 
begleiten mich 
auf meinen verborgenen Pfaden. 
hukwa

Montag, 26. April 2021

Wegrandgedanken

Jetzt im April ist es eine besonders ideale Zeit um Naturbeobachtungen nachzugehen. Früh am Morgen beginne ich schon mit dem botanisieren und beobachte dabei auch die Vogel und Insektenwelt. Um das große Schöpfungslied aus den Wäldern mit nach Hause zu nehmen so dass es widerhaltmuss man regelrecht mit der Natur Verschmelzen. Meistens bringe ich auch noch ein Gedicht mit nach Hause:  
Moment am Wegrand 
Gelb leuchtet auf der wiese der Löwenzahn 
Wind weht seinen Duft heran 
ein Seelenklang 
mir aus der Kindheit entgegenweht 
ein Junge der über eine Wiese geht 
am Himmel der Turmfalke steht 
die alte Feldulme erbebt 
im flehenden Erwarten 
der Ginster am Wegrand steht. 
hukwa


Sonntag, 25. April 2021

Recht auf Stille

 Heute Morgen bei Sonnenaufgang in den Wald gegangen und die Stille in mich aufgenommen. Die Stille ist die Abwesenheit des Lärms und das Recht auf Stille sollte ein Grundrecht des Menschen sein. Strassenlärm ist nichts anderes als akustischer Abfall und ist letztendlich gegen das Leben gerichtet. Bis zu welcher Grenze können Mensch, Pflanze und Tier diese Innenweltverschmutzung noch ertragen? Diese Frage verlangt nach einer sehr grundsätzlichen Überlegung darüber, worauf unsere existenz als Mensch eigentlich beruht? Unsere Psyche wird mit Turbolärm regelrecht bombadiert. Lärm gehört zu den zerstörerischen Kräften kapitalistischer Programmzeiten. Selbst Nachtruhe fällt dem Lärm zum Opfer. Je schneller unsere Welt wird, desto lauter wird sie. Die Menschen selbst sollten das Tempo ihres Lebens und die sie umgebende Geräuschkulisse bestimmen können- nicht der Markt! 
Hier in den Wäldern lausche ich dem Wildbach und der Teichrohrsänger singt mir ein Lied. 
hukwa

Samstag, 24. April 2021

Der Gesang am frühen Morgen

 Der Gesang des Rotkehlchens 
am frühen Morgen 
dringt aus dem Schlehendickicht zu mir 
es erzählt mir 
das ich noch nicht taub bin  
für die Sinfonie der Wälder 
hier unter den Bäumen 
bei Amsel und Waldmaus 
bin ich tief in mir 
fern dem Konsum 
dem Lärm und der Langeweile 
dieser trostlosen Geselllschaft. 
hukwa

Donnerstag, 22. April 2021

Frühlingssignatur

Natut ist weit mehr als nur eine materielle Erscheinung. Wenn wir mitten in ihr drinnen sind und das sind wir ja immer, da wir Natur sind, wenn wir ihre Signatur studieren offenbart sie sich uns auf besondere Weise. Überall im Wald blühen nun die Buschwindröschen und die stärkeren Bäume werden folgen, überall Gesumme von Insekten dazwischen Vogelsang all das gehört zur Großen Signatur.Und wenn wir uns die Zeit nehmen den Stimmen der alten Mutter Erde zu lauschen, erfahren wir die spirituelle Botschaft der Natur. 
hukwa