Montag, 3. Januar 2022

Lästert nicht des Winters Tristesse

 Stille winterlicher Zeit 
Tage in dunklen Wäldern 
in der Eibenrinde 
eingewachsen 
ein Naturgesicht 
Grüner Gott der Wälder 
wie Stein so hart 
wirkt er auf mich 
Schneegewordene Zeit 
wie eisige Flammen 
die Träume in der Nacht 
aufsteigend aus dunklem Verlies 
draussen 
brausender Westwind 
entreißt der alten Buche 
das letzte Blatt 
wie ein Gruss 
vom alten Herbst 
das neue Jahr 
hüllt noch nicht ein 
die neuen Gedanken 
den bitteren Geschmack 
des Januar auf der Zunge 
der erst zerrinnt 
wenn wir dem Winter unser Vertrauen 
entgegenbringen 
Lästert nicht des Winters Tristesse 
dieses Seelenheil 
vergesst die Welt und 
begrüsst den Schneekristall 
im Gedenken an Blake 
ein Eismeer ist die Seele nun 
im Wissen 
das Lied des Dompfaffs kehrt bald wieder 
wie in die Wolken gesprochen 
verklingt das Echo 
im sanften treiben des Schneegestöbers. 
hukwa